<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche erhöhte sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes von 2,9 % auf 11,2 % im Zeitraum 1999 bis 2024.</li> <li>Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenanteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche bis 2030 auf 30 % zu erhöhen.</li> <li>Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren wird das Ziel bis 2030 voraussichtlich nicht erreicht.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Der ökologische Landbau ist eine besonders umwelt-, klima- und naturverträgliche Art der Bewirtschaftung. Ziel sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe und ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur.</p> <p>Im ökologischen Landbau werden keine mineralischen Düngemittel eingesetzt. Vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau erhalten und fördern Bodenleben und -fruchtbarkeit. Der Verzicht auf chemisch-synthetische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> fördert die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die artgerechtere Tierhaltung dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung. Dem ökologischen Landbau kommt somit eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Der Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung stieg im Zeitraum 1999 bis 2024 von 2,9 % auf 11,2 %. Demnach ist der Flächenanteil im Betrachtungszeitraum langsam aber stetig gewachsen. Ziel der Bundesregierung ist ein Flächenanteil von 30 % Ökolandbau an der Landwirtschaftsfläche bis 2030. Im <a href="https://dns-indikatoren.de/assets/Publikationen/Indikatorenberichte/2022.pdf">Indikatorenbericht 2022</a> ist dieses neue Ziel verankert. Von der Zielerreichung ist Deutschland jedoch noch weit entfernt: Selbst bei Fortsetzung der Zunahme auf dem Niveau der vergangenen Jahre würde das 30 %-Ziel in 2030 nicht erreicht werden. Wichtig ist es daher, Wachstumshemmnisse zu identifizieren und durch effiziente Maßnahmen zu beheben. Planungssicherheit und eine kontinuierliche Förderung sind erforderlich, um die Bereitschaft der Landwirt*innen zu erhöhen, dauerhaft auf Ökolandbau umzustellen. Mit der <a href="https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/bio-strategie-2030.pdf">Bio-Strategie 2030</a> will das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmleh">BMLEH</a>) dieses Ziel erreichen.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Das Statistische Bundesamt nutzt verschiedene Erhebungen (u.a. Agrarstrukturerhebung und Bodennutzungshaupterhebung) zur Ermittlung der ökologisch bewirtschafteten Fläche. Erfasst werden ökologisch bewirtschaftete Flächen von Agrarbetrieben von mehr als fünf Hektar, die dem Kontrollverfahren der EU-Rechtsvorschriften unterliegen. Die Bezugsgröße, die zur Berechnung des Flächenanteils herangezogen wird, ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche (ebenfalls ab fünf Hektar), die jährlich in der Bodennutzungshaupterhebung erfasst wird. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmleh">BMLEH</a> verwendet für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> eine abweichende Datengrundlage. Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1550672761780&uri=CELEX:32007R0834">Öko-Basis-Verordnung</a> bewirtschaftet und den Kontrollstellen der Länder gemeldet werden. Enthalten sind auch Kleinstbetriebe unterhalb einer Größe von fünf Hektar. Bei der Anteilsberechnung werden diese allerdings auf die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche (ab fünf Hektar) bezogen. Die Daten des BMLEH weisen daher methodisch bedingt einen höheren Ökoflächenanteil auf. Der Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf Grundlage der BMLEH-Statistik weist für das Jahr 2024 einen leichten Zuwachs auf 11,5 % auf. Ab dem Jahr 2026 werden nur noch die durch das Statistische Bundesamt erhobenen Daten verwendet. Gleichzeitig soll sich die Datengrundlage für den Ökolandbau durch eine Novellierung des Agrarstatistikgesetzes ab 2026 verbessern.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/10952">"Ökologischer Landbau"</a>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Für ein sektoren-übergreifendes Bodenmonitoring in Deutschland soll ein nationales Zentrum als Informations- und Koordinierungsstelle die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, Wissenschaft und Behörden stärken. Es ist Ansprechpartner zu übergeordneten Informationen und Ergebnissen zu Monitoringaktivitäten. Die koordinierende Stelle des Zentrums wird am Umweltbundesamt in Dessau eingerichtet.</p> </p><p>Für ein sektoren-übergreifendes Bodenmonitoring in Deutschland soll ein nationales Zentrum als Informations- und Koordinierungsstelle die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, Wissenschaft und Behörden stärken. Es ist Ansprechpartner zu übergeordneten Informationen und Ergebnissen zu Monitoringaktivitäten. Die koordinierende Stelle des Zentrums wird am Umweltbundesamt in Dessau eingerichtet.</p><p> Welche Ziele hat das Nationale Bodenmonitoringzentrum und welche Aufgaben soll es übernehmen? <p>Das <a href="https://bodenmonitoringzentrum.info/">Nationale Bodenmonitoringzentrum</a> vernetzt Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Fachbereichen, die Bodendaten erheben und überwachen. Gemeinsam wählen sie wichtige Themen aus und werten die Daten aus, um verlässliche Aussagen über den Zustand der Böden und ihre Veränderungen auf nationaler Ebene zu treffen. Die über das Bodenmonitoringzentrum zugängliche Ergebnisse sollen für gemeinsame Auswertungen und Modellierungen genutzt werden, um sektorübergreifende, bundesweit harmonisierte und belastbare Aussagen zum Bodenzustand und seinen Veränderungen abzuleiten.</p> <p>Das Nationale Bodenmonitoringzentrum hat das Ziel, Handlungsbedarfe zu erkennen, um so den Bodenschutz zu stärken. Dies ist nur durch die enge Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure möglich.</p> Dazu gehören folgende Aufgaben: <p><strong>Politikberatung</strong><br>Das Zentrum entwickelt Strategiepapiere, etwa zur EU-Bodenstrategie 2030 und zu dem Klimaschutzgesetz, mit dem Ziel, die Bodengesundheit zu stärken und Maßnahmen zur Emissionsminderung vorzuschlagen.</p> <p><strong>Berichterstattung</strong><br>Es werden Prozesse etabliert, um den Bodenzustand, seine Veränderungen und deren Ursachen bundesweit zu erfassen und qualitätsgesicherte Daten bei Anfragen bereitzustellen.</p> <p><strong>Datenaustausch und internationale Zusammenarbeit</strong><br>Das Zentrum fungiert als Schnittstelle zwischen europäischen und internationalen Institutionen und koordiniert den Austausch von Bodendaten mit nationalen Einrichtungen.</p> <p><strong>Plattform und Kartenviewer</strong><br>Eine gemeinsame Plattform mit einem Kartenviewer wird eingerichtet, um Wissenschaftlern und Behörden einen einfachen Zugang zu bodenbezogenen Messdaten zu ermöglichen.</p> </p><p> Wie soll das Zentrum organisiert sein? <p>Das Netzwerk des Nationalen Bodenmonitoringzentrums ist grundsätzlich Gremien-gesteuert: Diese werden nach der Eröffnungsveranstaltung in der zweijährigen Aufbauphase gebildet.</p> <p>Von ministerieller Seite, unter zusätzlicher Berücksichtigung der Bundesländer, Staatliche Geologischen Dienste und der Waldmonitoringprogramme, wird das Zentrum von einer interministeriellen Steuerungsrunde geleitet. Dieses Gremium beauftrag das Zentrum und mandatiert die einzelnen Fachinstitutionen.</p> <p>Die zweite wichtige Instanz besteht aus dem Fachgremium, bestehend aus den nachgeordneten Institutionen wie der Arbeitsgemeinschaft Boden, der Bundesanstalt für Mineralforschung und -prüfung, dem Bundesamt für Naturschutz, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Bodenzustandserhebung Wald, der Bund/Länder-Ausschuss der Staatlichen Geologischen Dienste, des Bundesländer/ Ständigen Ausschusses "Vorsorgender Bodenschutz" BOVA, Vertretende der Boden-Dauerbeobachtung, dem Deutschen Wetterdienst, dem Nationalen Monitoringzentrum zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, dem Julius Kühn-Institut, dem Thünen Institut, dem Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) und weiteren. Dieses fachlich-inhaltlich steuernde Gremium bildet mit seinen Expert*innen das prozessuale Kernstück des Nationalen Bodenmonitoringzentrums.</p> </p><p> Was bedeutet Bodenmonitoring? <p>Beim Bodenmonitoring werden verschiedene Parameter der Böden erfasst. Bodenproben werden auf physikalische, chemische und biologische Eigenschaften untersucht, wie etwa Textur, Struktur, Feuchtigkeit, Humus- und Nährstoffgehalte, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/versauerung">Versauerung</a>, Schadstoffe und Bodenbiodiversität. Dadurch lassen sich der Zustand der Böden bestimmen, Veränderungen erkennen und bewerten sowie zukünftige Entwicklungen voraussagen. Um die Ursachen von Bodenveränderungen zu verstehen, ist es wichtig, die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/monitoring">Monitoring</a>-Ergebnisse mit den Besonderheiten der jeweiligen Standorte und Regionen zu verknüpfen. Veränderungen können unter anderem durch Bodenversiegelung, geänderte Nutzung, Stoffeinträge, mechanische Belastungen sowie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>- und Wetterextreme verursacht werden. Um den Bodenzustand auf größeren Flächen zu beurteilen, werden sogenannte Pedotransferfunktionen, also Abschätzung eines Parameters mithilfe von anderen Bodeneigenschaften durch mathematische Formeln, und digitale Methoden wie die Fernerkundung und das <em>Digital Soil Mapping</em> eingesetzt.</p> <p>Dieses Wissen zu Bodenveränderungen und ihren Gründen ist ein wesentlicher Baustein für eine nachhaltige Bodennutzung in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung. Weiterhin werden daraus zielorientierte Politiken entwickelt, die dem Schutz von Böden und deren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystemleistungen">Ökosystemleistungen</a> dienen. Zur Prüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen werden die einzelnen Daten und Informationen aus dem Bodenmonitoring zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/109778">Indikatoren</a> zusammengefasst.</p> </p><p> Hintergrund <p>In Deutschland existieren eine Reihe von unabhängigen Bodenmonitoringaktivitäten und -programmen, die in verschiedenen Verantwortungsbereichen geregelt und nicht übergreifend aufeinander abgestimmt sind. Mit Ausnahme des Monitorings im Wald im Rahmen des forstlichen Umweltmonitorings und bundesweiter Erhebungen zu einzelnen Aspekten, unterscheiden sich die methodischen Ansätze, die Strukturen der Datenhaltung und die verwendeten Formate der verschiedenen Monitoringaktivitäten in den Ressorts und zwischen den Bundesländern. Daher bekennt sich die Bundesregierung zum europäischen Bodenschutz und zum Aufbau eines Nationalen Bodenmonitoringzentrums im <a href="https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf">Koalitionsvertrag zur 20. Legislaturperiode</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Die Aufgaben des Bereiches Pflanzliche Erzeugung umfassen:
- die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften landwirtschaftlicher Fachgesetze und Verordnungen,
- die Konkretisierung der Guten fachlichen Praxis, die Boden und Pflanze betreffen,
- die Wechselwirkungen zwischen Landbewirtschaftung und Umwelt (wissenschaftliche Begleitung von Agrarumweltprogrammen, Agrarumweltmonitoring),
- Landnutzungssysteme, für die die Wechselwirkungen mit der Umwelt eine besondere Rolle spielen (FFH. Natur- und Hochwasserschutz), sowie
- die Entwicklung moderner Strategien zum Schutz der Kulturpflanzen und Pflanzenerzeugnisse von Schadorganismen sowie die Entwicklung optimierter Produktionsverfahren.
Die Umsetzung dieser Aufgaben schließt eine problemorientierte Forschung zur Entwicklung und Förderung der Landbewirtschaftung und Landschaftspflege ein, die auf eine nachhaltige Landwirtschaft nach den Prinzipien des Integrierten und Ökologischen Pflanzenbaus sowie der Landwirtschaft mit besonderen Umweltleistungen ausgerichtet ist.
- Ableitung von Agrar-Umwelt-Indikatoren zur Bewertung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung
- Versuche und Demonstrationen zum Anbau nachwachsender Rohstoffe und Erschließung neuer Anwendungsfelder für deren Verwertung
- Erprobung und Umsetzung von bodenschonenden und erosionsmindernden Bodenbearbeitungsverfahren und Bewirtschaftungsstrategien
Die Umsetzung der Forschungs- und Untersuchungsergebnisse erfolgt durch die Erarbeitung von Arbeitshilfen zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Praxis, von Stellungsnahmen für die Politik sowie die Mitwirkung bei der Erarbeitung von Regelwerken auf Länder- und Bundesebene.