Klimaschutzminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat am Dienstag die Internationale Grüne Woche besucht. Der Minister informierte sich bei Ausstellern aus Sachsen-Anhalt über innovative und zugleich nachhaltige Produkte und Geschäftsmodelle. „Die Unternehmen aus Sachsen-Anhalt zeigen bei der Grünen Woche eindrucksvoll auf, wie in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels Treibhausgase vermieden und kostbare Ressourcen wie Wasser eingespart werden können“, betonte Willingmann. „Mit nachhaltigem Wirtschaften tragen die Unternehmen nicht nur zum Schutz unserer Umwelt bei, sie sichern damit langfristig auch ihre Wettbewerbsfähigkeit.“ Der Minister besuchte unter anderem den Stand der Hövelmann Logistik GmbH & Co. KG aus Haldensleben. Nachhaltiger und umweltschonender Transport zählt zu den wichtigsten Zielen des Unternehmens, deshalb hat es kürzlich 20 Diesel-LKW gegen 20 LNG-betriebene LKW getauscht, weitere 18 LNG-LKW sind bereits im Einsatz. „Beim Individualverkehr und auch im Schwerlastverkehr gibt es heute bereits nachhaltigere Antriebstechniken, die Marktreife erlangt haben. Mit dem Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft wird eine weitere Antriebstechnologie vor allem für LKW hinzukommen“, so Willingmann. Deutlichen Nachholbedarf sieht der Minister aktuell vor allem im Bereich der Landmaschinen: „Selbst die internationalen Marktführer unter Landmaschinenherstellern haben die Entwicklung klimaneutraler Fahrzeuge ziemlich verschlafen. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe werden aber in den kommenden Jahren verstärkt auf entsprechende Trecker und Landmaschinen angewiesen sein. Hier erhoffe ich mir mehr Dynamik, denn auch hier müssen wir die Treibhausgas-Ausstoß in den kommenden Jahrzehnten drastisch reduzieren.“ Zu den Ausstellern bei der Messe zählt außerdem die Fallstein Destillerie aus Rohrsheim im Landkreis Harz. Mit einem energiesparenden Verfahren stellt das Unternehmen Spirituosen her. Getreide und Obst kommen dabei aus eigenem ökologischem Anbau und von Streuobstwiesen. Das benötigte Wasser bezieht die Destillerie aus Quellen der Region. „Das Unternehmen zeigt beispielhaft auf, wie nachhaltige Produktion aussehen kann“, erklärte Willingmann. Der fortschreitende Klimawandel hat auch Auswirkungen auf den Weinanbau in Sachsen-Anhalt. Vor allem an Steilhängen und Terrassen kann die Wasserversorgung bei längeren Hitze- und Trockenperioden zu einer Herausforderung werden. Willingmann informierte sich vor dem Hintergrund bei der Winzervereinigung Freyburg über aktuelle Forschungsansätze und Projekte. Einen Beitrag könnten hier Agri-PV-Anlagen leisten. Die Photovoltaikanlagen könnten nicht nur zur nachhaltigen Energiegewinnung, sondern auch als Schutz vor zu viel Sonne und Hagel dienen. Die Hochschulen Sachsen-Anhalts waren unter Federführung der Hochschule Anhalt mit einem Gemeinschaftsstand bei der Grünen Woche vertreten, den der Minister im Rahmen seines Messerundgangs besuchte. So präsentiert etwa das Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie der Hochschule Anhalt innovative Produkte aus Algen. Dazu gehören kulinarische Köstlichkeiten wie Smoothies, Algenkekse, blaues Algenbier oder blaues Eis. Vorgestellt werden auch Mikroalgen, aus denen sich Kohlenwasserstofföle melken lassen, die unter anderem zur Herstellung umweltfreundlicher Verpackungsmaterialien dienen, aber auch als Silikonölersatz für hautfreundliche und leicht einziehende Kosmetika interessant sind. Den Auftritt in Berlin hat das Ministerium mit 67.000 Euro aus der Landesforschungsförderung unterstützt. An der Internationalen Grünen Woche in Berlin nehmen insgesamt 102 Aussteller aus Sachsen-Anhalt teil. Die Messe läuft noch bis zum 28. Januar 2024. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und X (ehemals Twitter).
Grüne Energie aus Gartenabfällen, benutzten Kaffeefiltern und Gemüseresten: Im Beisein von Minister Prof. Dr. Armin Willingmann, Salzlandkreis-Landrat Markus Bauer und der Bernburger Oberbürgermeisterin Dr. Silvia Ristow hat das Energieunternehmen MVV heute seine neue Anlage zur Vergärung und energetischen Nutzung von Bioabfällen in Bernburg (Saale) offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage erzeugt künftig etwa 21.000 MWh Biomethan pro Jahr. Im Vergleich zur reinen Kompostierung der Bioabfälle ohne energetische Nutzung spart sie nach Unternehmensangaben rund 7.400 Tonnen CO2 ein. Dies entspricht etwa dem Effekt einer Umstellung von 2.200 Haushalten auf die Versorgung mit grünem Strom und rund 300 Haushalten mit grüner Wärme. Die Anlage verarbeitet jährlich rund 33.000 Tonnen Bioabfälle – ein Großteil davon stammt aus dem Salzlandkreis – und speist das daraus klimaneutral erzeugte Biomethan ins Erdgasnetz der Stadtwerke Bernburg ein. MVV hat nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro investiert. Zur offiziellen Einweihung sagte Dr. Hansjörg Roll, Vorstand der MVV Energie AG: „Mit der klimafreundlichen Vergärung von Bioabfällen leistet Bernburg nicht nur einen wichtigen Beitrag für eine regionale und nachhaltige Kreislaufwirtschaft, sondern wird gleichzeitig zu einem Vorreiter der Energiewende. Denn hier wird durch die Nutzung natürlicher Ressourcen erneuerbare Energie gewonnen, die auch den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zugutekommt. Die Biogasanlage in Bernburg demonstriert erneut unsere Verbundenheit mit der Region, wo wir uns bereits seit 2005 für eine umweltfreundliche und nachhaltige Energieerzeugung engagieren.“ Minister Willingmann unterstrich: „Bioabfälle sind meist wenig appetitlich, aber dennoch sehr wertvoll. Ihre Nutzung als regenerative Energiequelle trägt zu umweltfreundlicher Wärme- und Stromversorgung sowie sauberer Mobilität bei und senkt unsere Abhängigkeit von Rohstoff- und Energieimporten. Zudem lässt sich Biogas – anders etwa als Strom aus Wind und Sonne – unabhängig vom Wetter erzeugen und auch speichern. Die neue Anlage in Bernburg reduziert also Treibhausgase und stärkt gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Damit bietet sie einen Lösungsansatz für zwei der größten Herausforderungen unserer Zeit: den Klimawandel und die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Ich bin froh, dass wir mit MVV hier in Sachsen-Anhalt auf einen starken Energiepartner bauen können, der uns beim Ausbau von zukunftsweisenden Technologien für eine klimafreundliche Energiegewinnung unterstützt.“ So funktioniert die Bioabfallvergärung in Bernburg: In der luft- und geruchsdichten Anlage zersetzen Bakterien den organischen Abfall. Die Masse wird von Rührwerken innerhalb eines so genannten Fermenters in Bewegung gehalten. Das Biogas kann so nach oben entweichen und die gesamte Abluft wird in einem modernen Biofilter gereinigt. Das bei der Vergärung entstehende Biorohgas wird anschließend zu Biomethan aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist. Es kann dann in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugen sowie als Kraftstoff oder als klimafreundlicher Erdgas-Ersatz für die Industrieproduktion genutzt werden. Neben dem Biomethan entstehen bei der Bioabfallvergärung flüssige und feste Gärprodukte, die u.a. in der Landwirtschaft Verwendung finden. Hintergrund MVV betreibt in Sachsen-Anhalt mehrere Energieanlagen: vier Biomethananlagen in der Magdeburger Börde, fünf Windparks und eine thermische Abfallbehandlungsanlage in Leuna. Das Unternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Mannheim beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit rund 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn und Twitter.
Erneuerbare Energien nutzen die Ressourcen der Erde nachhaltig und umweltfreundlich, denn die Quellen werden im Gegensatz zu fossilen Energieträgern nicht erschöpft. Die wichtigsten Energieträger sind für Baden-Württemberg dabei Sonnen-, Wasserkraft und Windenergie. Aber auch Biomasse und Geothermie tragen zur Energiewende bei. Im Energieatlas der LUBW und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gibt es unter anderem Karten zu möglichen Energieträgern vor Ort. Auch Praxisbeispiele und Karten zum Wärmebedarf von Wohngebäuden finden Sie im Energieatlas. Sonne - Wasser – Wind Die drei bedeutendsten Energiequellen sind Sonne, Wasser und Wind. Jede Quelle hat dabei Vor- und Nachteile. Sonnenenergie können viele auf ihrem Dach nutzen und damit den eigenen Strombedarf decken und auch ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Die produzierte Menge schwankt je nach Sonnenintensität dabei aber erheblich. Die Photovoltaik hat in Baden-Württemberg Ende 2019 einen Anteil von 9,7 % an der Bruttostromerzeugung erreicht. Damit stammt der höchste Anteil der regenerativen Stromerzeugung in Baden-Württemberg aus der Solarenergie. Bild zeigt: Photovoltaikanlage, Bildnachweis: Diyana Dimitrova/Shutterstock.com Wasserkraft ist im Gegensatz zur Sonne und Wind beispielsweise kontinuierlich vorhanden und regelbar, beeinflusst aber oft die Ökologie der Fließgewässer. 2019 hatte Wasserkraft einen Anteil von 8,2 % an der Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg. Windenergie ist kostengünstig und die Leistungsfähigkeit der Anlagen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die produzierte Menge schwankt auch hier wetterbedingt, ergänzt sich aber gut mit der Energieerzeugung aus Sonnenkraft. Windkraft erreichte 2019 einen Anteil von 5,3 % an der Bruttostromerzeugung. Bei der Errichtung von Windenergieanlagen müssen, wie bei allen anderen Energieanlagen auch, im Vorfeld die Wirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur berücksichtigt werden. So verursachen die Anlagen bei kräftigem Wind Betriebsgeräusche. Mehr zum Thema Infraschall und Windkraft können Sie zum Beispiel in diesem Blogbeitrag nachlesen. Aus Naturschutzsicht können Vögel und Fledermäuse bei Kollisionen verunglücken oder aus ihrem Lebensraum vertrieben werden. Mehr dazu lesen Sie hier . Umso wichtiger ist eine richtige Planung im Vorfeld, um mit ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung und zu schutzwürdigen Flächen Störwirkungen von vornherein bestmöglich zu vermeiden. Hier liefert die LUBW wichtige Hinweise für Planungsträger und Genehmigungsbehörden, um den Ausbau der erneuerbaren Energien im Einklang mit Artenschutzanliegen im Land zu ermöglichen. Windenergie im Energieatlas Im Jahr 2010 gab es in Baden-Württemberg 353 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 462 MW. Bis Ende 2019 erhöhte sich die Anzahl der Anlagen auf 715 und die Gesamtleistung stieg auf 1.525 MW. Diese produzierten in 2019 zusammen 3.080 GWh Strom, wodurch etwa 685.000 4-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden konnten. Die Windpotenziale sind damit aber noch längst nicht ausgeschöpft. Auf Basis des Windatlas Baden-Württemberg 2019 wurde eine umfangreiche Potenzialanalyse durchgeführt. Aus dieser ergibt sich rechnerisch eine Fläche von etwa 220.000 ha, die eine ausreichende Windhöffigkeit (Windaufkommen) aufweist. Dies entspricht etwa 6,2 % der Fläche Baden-Württembergs. Welche Flächen sich besonders eignen, können Sie in dieser Karte nachschauen. Auch eine Karte bestehender Windkraftanlagen finden Sie im Energieatlas. Mit Klick auf die jeweilige Anlage können Sie außerdem Details, wie Durchmesser, Datum der Inbetriebnahme und Generatorleistung nachlesen. Mehr zum Thema:
Alois Müller ist Spezialist für Energie- und Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte, Elektro) sowie den industriellen Anlagenbau. 1973 als traditioneller SHK-Familienbetrieb gegründet, ist die Alois-Müller-Gruppe heute ein mittelständisches Energietechnologie-Unternehmen mit über 700 Mitarbeitern und zwölf Niederlassungen. Gemäß dem Unternehmensleitsatz „Energie im Fokus“ liegt bei allen Projekten der Schwerpunkt auf innovativen sowie kosten- und energieeffizienten Lösungen, ohne dabei den Benutzerkomfort einzuschränken. Die gesamte Produktion und Fertigung eines Unternehmens CO 2 -neutral zu gestalten, ist bereits eine Herausforderung für sich. Denn in der Regel kann dies nur durch den Ankauf von extern erzeugtem regenerativem Strom umgesetzt werden. Die Green Factory kann allerdings noch mehr. Denn die für Verwaltung und Fertigung benötigte regenerative Energie wird komplett vor Ort produziert. So entstand im Rahmen dieses Vorhabens nicht nur eine CO 2 -neutrale Fabrik, sondern auch eine nahezu energieautarke Fabrik. Im Sommer 2019 ging am Hauptsitz in Ungerhausen (Landkreis Unterallgäu) die Green Factory in Betrieb. Hier fertigt die Alois-Müller-Gruppe Lüftungskanäle und versorgungstechnische Komponenten des Anlagenbaus wie Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl, außerdem Energiezentralen in Containerbauweise und Energiemodulsysteme. Mehr als 250 Menschen arbeiten in dem 18.000 Quadratmeter energieautarken Produktions- und Bürogebäude in den Bereichen Fertigung und Verwaltung. Die benötigte Energie kommt aus insgesamt drei erneuerbaren Quellen: Von einer 1,5 Megawatt starken Photovoltaikanlage, mit der das Flachdach fast vollständig belegt ist, einem Blockheizkraftwerk, das mit Ökogas betrieben wird und einer mit nachwachsenden Rohstoffen betriebenen Pelletheizung. Der Produktionsprozess ist auf die Stromerzeugung abgestimmt. Unterschiedliche Speichermedien gleichen hierzu mögliche Schwankungen in der Erzeugung aus. Überschüssiger Solarstrom wird in einer Batterie gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Kopplung, Speicherung und flexible Mehrfachnutzung von gleich drei unterschiedlichen Energiequellen bietet eine außergewöhnliche Unabhängigkeit von aktuellen Wetter- wie auch Energiepreisentwicklungen. Die Konzeption einer nachhaltigen Energiegewinnung, vereint mit Flächenheiz- und Kühlsystemen ermöglicht zudem eine Reduzierung der Betriebskosten von bis zu 25 Prozent. Die Green Factory nutzt den CO 2 -neutralen Strom bestmöglich: Sie passt ihre Fertigung (Laserschneiden, Lackieren, Sandstrahlen) flexibel an den verfügbaren Strom an. Sie speichert die solare Energie in den Medien Druckluft, VE-Wasser und Stickstoff sowie in einer Batterie. Und sie verfügt über die Option, Strom in Wärme umzuwandeln, für E-Ladestationen zu verwenden oder ins Netz einzuspeisen. Durch den Mix von Solarstrom mit einem BHKW wird der gesamte Strombedarf der Green Factory gedeckt und dank der Abwärme des BHKWs und der Holzpelletheizung wird auch der gesamte Wärmebedarf klimaneutral erzeugt. Durch das Vorhaben konnten 71,6 Prozent bzw. 598 Tonnen CO 2 jährlich eingespart werden. Das Konzept der Green Factory, die Erzeugung von Solarstrom, das angewendete Demand Side Management, die praktizierte Sektorenkopplung und das interne intelligente Stromnetz (Smart Grid), ist für nahezu alle Unternehmen in Deutschland adaptierbar. Alle Komponenten können durch zukünftige Anwender besichtigt, geprüft und bei Bedarf mit allen erforderlichen Zahlenwerten vorgestellt werden. Die Umstellung auf eine nachhaltige, wirtschaftliche und versorgungssichere Produktion ist also nicht so umständlich, wie viele vermuten. Die Green Factory ist mit ihrem nachhaltigen Energiekonzept beispielhaft und verdeutlicht, wie sich eine kosten- und energieeffiziente CO 2 -neutrale Produktionsumgebung in der Praxis realisieren lässt. Branche: Metallverarbeitung Umweltbereich: Klimaschutz Fördernehmer: Müller Produktions GmbH Bundesland: Bayern Laufzeit: 2013 - 2019 Status: Abgeschlossen
Leuna. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie hatte gestern zu einem Workshop unter dem Titel ?Energiepolitische Konsequenzen der Kohlekommission? in das Kulturhaus nach Leuna eingeladen. Energieministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erläuterte in ihrer Eingangsrede ihre Zukunftsvision für die Region. ?Wir haben mit dem Ausstieg aus der Braunkohle hier eine einmalige Chance. Aus der Braunkohleregion kann eine Zukunftsregion der Erneuerbaren Energien werden. Durch den Aufbau einer Wasserstoffmodellregion Mitteldeutschland und den Einsatz von Power-to-Gas aus Erneuerbaren Energien können wir entscheidende Impulse für die Region und die Wirtschaft setzen. Ich möchte eine Wasserstoff-Modellregion Mitteldeutschland etablieren?, sagte sie vor interessiertem Fachpublikum aus der Region und aus den im Chemiepark ansässigen Unternehmen.Nachdem Dr. Felix Christian Matthes vom Öko-Institut e.V. in seiner Rolle als Mitglied der Kommission ?Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung? (kurz ?Kohlekommission?) die Ergebnisse des intensiven Arbeitsprozesses vorstellte, erläuterte auch die Industrie ihre Erwartungen an die Politik. Prof. Dr. Thomas Brockmeier von der IHK Halle-Dessau forderte beispielsweise eine Stärkung der Hochschulen mit einen ingenieurtechnischen Zentrum im Süden Sachsen-Anhalts. Dr. Christof Günther von der Infraleuna GmbH erläuterte die Notwendigkeit von klaren strukturellen Rahmenbedingungen, damit die Unternehmen des Chemieparks erfolgreich in Zukunftsprojekte investieren können.Ministerin Dalbert fasste nach der Diskussion die Ergebnisse zusammen: ?Der Industriestandort im Süden Sachsen-Anhalts ist und bleibt sehr leistungsfähig. Gemeinsam kann es gelingen, die Chemieregion deutschlandweit zu einem Vorbild für eine nachhaltige Energiegewinnung zu entwickeln. So schaffen wir die Energiewende und erhalten die Arbeitsplätze in der Region. Aus den Gesprächen heute nehme ich viele konstruktive Hinweise mit nach Magdeburg. Die Industrie braucht klare Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen, um den Strukturwandel erfolgreich mit innovativen Vorhaben zu gestalten. Hier ist die Politik gefordert, die Spielräume zu schaffen und konkrete Entwicklungsziele für die Region festzulegen.?In Bezug auf den Energiebereich erläuterte sie ihr Ziel: ?Als Energieministerin werde ich mich in der Landesregierung dafür einsetzen, eine Wasserstoff-Modellregion Mitteldeutschland zu etablieren. Sie umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Erzeugung, Transport und Speicherung bis hin zur Verwertung von Wasserstoff. Ziel ist die großflächige Nutzung des erneuerbar produzierten Wasserstoffs in den Bereichen der Energieversorgung, Chemie- und Raffinerieindustrie und Mobilität sowie die wirtschaftliche und technologische Verbindung dieser Märkte. Es sollen Musterlösungen als überregionale Leuchttürme mit Akteuren aus der Energiebranche, der Industrie, Mineralölunternehmen sowie Verkehrsbetrieben und überregionalen Transportunternehmen entwickelt werden. Ein Netzwerk aus einer Vielzahl an Projekten wird zum Erfolg für den Industriestandort führen.? Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Start ohne Landebahn Von Jochen Ahlswede, BASE © BASE Klimakrise, Vermüllung der Meere, Giftstoffe in der Umwelt – unsere Zeit ist voll von Beispielen, wie der Erfindergeist der Menschheit Technologien mit negativen Folgewirkungen hervorgebracht hat. Dabei sind Technologien an sich weder „gut“ noch „schlecht“, entscheidend ist der gesellschaftliche Umgang mit ihnen. Dazu gehört insbesondere die Frage: Steigt man einfach in vielversprechend klingende Technologien ein und „hebt ab“, ohne zu wissen, wo man wieder landen kann? Oder plant man schon vor dem Start die Route, wägt genau ab und stellt sicher, dass es am Ziel auch eine Landebahn gibt? Es war gerade acht Jahre her, dass die zerstörerische Kraft der Atombombe auf die japanischen Städte Nagasaki und Hiroshima gelenkt worden ist und das Ausmaß dieser neuen Technologie offenbarte, als der damalige US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower 1953 in einer Vollversammlung der Vereinten Nationen seine Rede „Atoms for Peace – Atome für den Frieden“ hielt. Während insbesondere die Bevölkerung Europas noch die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges spürte und sich bereits eine neue Teilung der Welt anbahnte, sollte eine Technologie der Zerstörung in eine Technologie des Wachstums und Wohlstands verwandelt werden. Diese nur allzu verständliche Hoffnung auf eine friedliche Nutzung der Atomkraft für Energieerzeugung, Transport, Landwirtschaft und Medizin war weithin spürbar und breitete sich rasch aus. Die gewünschte Entkoppelung von militärischer und ziviler Nutzung von Atomenergie gelang jedoch nicht, denn die Zahl der weltweit verfügbaren Atomwaffen stieg in exorbitante Höhen (über 64.000 im Jahr 1986), während der Bau von Atomkraftwerken weit hinter den ursprünglichen Plänen zurückblieb. Was jedenfalls in der Rückschau zu kurz kam, war eine systematische und ehrliche Vorausschau der Risiken und Lösbarkeit von Problemen dieser Technologie. Eine Landebahn, insbesondere für die hochgefährlichen Hinterlassenschaften, gibt es bis heute nicht. Die Vision in den fünfziger Jahren: Atomkraft zur Energieversorgung, für Transport, Landwirtschaft und Medizin. In fast allen Lebensbereichen sollte sie für Wachstum und Wohlstand sorgen. Skulptur auf einer Ausstellung des US-amerikanischen Unternehmens Union Carbide ca. 1955. Sie stellt die Halbwertszeit verschiedener Elemente dar. © © Three Lions/Getty Images Dabei gingen Gesellschaften durchaus sehr unterschiedlich mit der Atomtechnologie um. Es bildeten sich sehr spezifische „Energiekulturen“, also wechselseitige Verknüpfungen von Atomenergie mit gesellschaftlicher Ordnung, Werten und Kultur, heraus. Die Geschichte der Atomkraft in Deutschland zeigt in vielen Etappen, wie sich soziale, politische, und wirtschaftliche Gegebenheiten unterschiedlich auf nationale nukleare Energiekulturen auswirken. In Deutschland hat sich das Verhältnis zur Atomenergie demnach wechselvoll gestaltet: Die Ansätze einer militärischen Verwendung wurden schon Ende der 1950er eingestellt, dafür aber die zivile Nutzung von staatlicher Seite stark vorangetrieben. Heute stehen wir kurz vor der Beendigung der Atomenergie, was nicht zuletzt auf jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement zurückgeht. Festzuhalten ist aber auch: Eine Landebahn, also die Lösung für die nukleare Entsorgung, ist auch in Deutschland noch weit entfernt. Erlebt die Geschichte der Atomkraft aktuell eine Renaissance oder wird ihr letztes Kapitel geschrieben? Die deutsche Perspektive scheint klar, der Ausstieg aus der Atomkraft ist beschlossen und der primäre Fokus liegt nun auf dem sicheren Umgang mit den Hinterlassenschaften – von der Stilllegung der letzten Atomkraftwerke bis zu der sicheren Endlagerung hochradioaktiver Abfälle . Deutschland ist im Begriff eine post-nukleare Energiekultur zu entwickeln, die die Zukunft in erneuerbaren Energieträgern sieht. Einen ähnlichen Weg gehen neben Deutschland auch andere Staaten, in Europa etwa Italien, Spanien, Belgien und die Schweiz. Ihnen gegenüber stehen andere Länder, die weiter Atomkraft betreiben und Reaktortechnologien weiter entwickeln möchten ( z. B. China, Russland, Indien & Frankreich). Global gesehen sind die Staaten, die keine Atomkraft nutzen, aber deutlich in der Überzahl: Die Hälfte der OECD -Staaten betreibt keine Atomkraftwerke, weltweit sind es 83 % aller Staaten. Ob eine signifikante Zahl derjenigen Staaten, die sich für einen Einstieg aktuell interessieren, in absehbarer Zeit eigene Atomkraftwerke zum Laufen bringen werden, darf vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen hinterfragt werden. Auch sehen wir hier komplexe Motivlagen, in denen nicht selten zivile und militärische Interessen miteinander verschränkt sind. Eine aktuell hoch umstrittene Position ist, dass Atomkraft als CO2-arme Energiequelle einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten und damit als nachhaltige Energiegewinnung eingestuft werden könne. In diesem Kontext entfachte auch die neu aufgelegte Debatte um verschiedene Entsorgungsoptionen von Atommüll: Während die Überlegungen zur Lagerung in der Tiefsee oder zur Entsorgung im All schon vor langer Zeit verworfen wurden, werden angebliche Recyclingmethoden weiter diskutiert – obwohl die Forschung an einem „geschlossenen Brennstoffkreislauf“ auch 70 Jahre nach Einführung der Atomkraft zu keinem Erfolg geführt hat. Es ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, nüchtern zu reflektieren, dass bestimmte Landebahnen einfach nicht existieren, bevor man sich entscheidet, den Anschlussflug zu nehmen. Diesen Artikel finden Sie in der Broschüre zur Geschichte der Endlagerung Atomausstieg in Deutschland: Viele Aufgaben in der nuklearen Sicherheit bleiben Label: Broschüre Herunterladen (PDF, 20MB, barrierefrei⁄barrierearm) Informationen zu dem Autor Jochen Ahlswede
Das Projekt "Predictive Spatial Analytics for Solar Energy Grid Integration: Enhancing Reliability and Efficiency" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Hochschule Rosenheim, Zentrum für Forschung, Entwicklung und Transfer durchgeführt.
Das Projekt "Nanostrukturen für Hochleistungssolarzellen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Australian National University, Centre for Sustainable Energy Systems durchgeführt. Die Energieumwandlung aus photovoltaischen Zellen ist eine seit vielen Jahrzehnten bekannte und hoch entwickelte Technologie. Für eine nachhaltige Energiegewinnung ist es allerdings notwendig Solarzellen kostengünstiger zu produzieren um mit fossilen Brennstoffen konkurrieren zu können. Die bei weitem am weitesten verbreitete und höchsten entwickelte Technologie basiert auf der Verwendung von Siliziumwafern. Diese Technologie ist aber aufgrund des hohen Preises von hochreinem Silizium sehr teuer. Anstatt der Verwendung relativ dicker Siliziumwafer können die Materialkosten mit Hilfe von Dünnschichttechnologien, oder Solarzellen der 'zweiten Generation' reduziert werden. Die Effizienz von Solarzellen kann durch Technologien der so genannten 'dritten Generation' signifikant verbessert werden. Sowohl für Solarzellen der zweiten bzw. der dritten Generation können höhere Absorption aus dem Sonnenlicht zu höheren Effizienzen führen. Plasmonische und photonische Effekte sind viel versprechende Methoden um höhere Effizienzen zu erzielen. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es plasmonische Strukturen mittels des physikalisch-chemischen Prozesses 'Substrat Induzierte Koagulation' (engl. Substrate Induced Coagulation - SIC) herzustellen. Bis zum heutigen Tag behandelte kein Forschungsprojekt, diese physikalisch-chemische Methode. Substrat Induziere Koagulation hat ein herausragendes Potential Strukturen einerseits billiger und andererseits unter Wahrung der ursprünglichen Form, oder durch die Möglichkeit Partikel mit anderen, kleineren zu beschichten ('core-shell'-particles), eine Vielzahl an plasmonischen Strukturen herzustellen. Die geplante Grundlagenforschung über diesen Weg sollte es möglich machen, die Wechselwirkung zwischen Licht und plasmonischen Nanostrukturen besser zu verstehen und die Effizienz von Dünnschichtsolarzellen (a-Silizium) zu erhöhen.
Das Projekt "Kläranlagen in der MENA-Region: Anaerobe Vorbehandlung zur Steigerung der Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit (ANAJO)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Berlin, Institut für Bauingenieurwesen, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft durchgeführt. Das Forschungsvorhaben zielt auf die Entwicklung einer neuartigen, klimafreundlichen anaeroben Technologie zur Behandlung von kommunalem. Die Entwicklung ermöglicht nicht nur die Energieeinsparung und Energiegewinnung, sondern auch eine ökonomische, ökologische und nachhaltige Schlammentsorgung sowie Reduzierung die Betriebskosten. Das Forschungsprojekt zielt auf die Entwicklung einer neuartigen, klimafreundlichen anaeroben Technologie für die Behandlung von kommunalem Abwasser in Kombination mit einer weiteren Behandlungsstufe, z.B. anaerob-aerob. Die Ziele des Projekts sind: - Senkung des Energiebedarfs kommunaler Kläranlagen in Jordanien durch die Integration eines vorgeschalteten anaeroben Behandlungsprozesses in die bestehenden Kläranlagen. - Aufzeigen von Potenzialen, wie die in Abwasser und Schlamm enthaltene Energie (in Form von Biogas) genutzt und zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann. Hier trägt die Produktion von Biogas zur Konkurrenzfähigkeit der Technologie bei. - Senkung der Betriebskosten der bestehenden Kläranlage - Verbesserung der Gesamtleistung der Kläranlage und damit der Abwasserqualität durch Verringerung der organischen Belastung, die in die Belebungsanlage geleitet wird, und damit Verbesserung der Abwasserqualität. - Verringerung des Volumens der produzierten Biomasse, was zur Verbesserung der Schlammbehandlung beitragen kann. - Senkung der Betriebskosten der bestehenden Kläranlagen. Um den Einsatz von anaeroben Behandlungsverfahren in jordanischen Kläranlagen zu demonstrieren, wird das Projektkonsortium ein Konzept für eine Container-Pilotanlage entwickeln. Die Pilotanlage soll die Einbindung einer anaeroben Einheit in bestehende Kläranlagen, meist Belebtschlamm, demonstrieren. Die Verwirklichung der Projektziele wird durch den Betrieb und die Erprobung der Pilotanlage in zwei verschiedenen Kläranlagen in Jordanien erfolgen.
Das Projekt "Kläranlagen in der MENA-Region: Anaerobe Vorbehandlung zur Steigerung der Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit (ANAJO)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von P2M Berlin GmbH durchgeführt. Das Forschungsvorhaben zielt auf die Entwicklung einer neuartigen, klimafreundlichen anaeroben Technologie zur Behandlung von kommunalem Abwasser. Die Entwicklung ermöglicht nicht nur die Energieeinsparung und Energiegewinnung, sondern auch eine ökonomische, ökologische und nachhaltige Schlammentsorgung sowie Reduzierung der Betriebskosten.
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