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Datierung ausgewählter Bestandteile der aufgespülten Mudde aus der Baggerung zur Warnowquerung für die Beurteilung der Entstehung der Mudde

Datierung ausgewählter Bestandteile der aufgespülten Mudde aus der Baggerung zur Warnowquerung, für die Beurteilung der Entstehung der Mudde (Art und Zeitraum) und der sich daraus ableitenden Abbauprognose für die Organische Substanz im aufgespülten Substrat, als wichtigen Parameter zur Ermittlung der Nachhaltigkeit der bodenverbessernden Wirkungen bei der beabsichtigten Verwertung der aufbereiteten Bodenmaterialien - Grundlage zur Festlegung von Einsatzmöglichkeiten und Einsatzzielen. - Auswahl und Vorbereitung der Einzelobjekte für die Untersuchung - Auswahl geeigneter Einzelobjekte auf den drei Klassierpoldern des SF Schnatermann - Zuordnung der umgebenden aufgespülten Muddechargen anhand der Unterlagen zur Baggerung und Aufspülung zu den jeweiligen Schichten im ehemaligen Sedimentkörper - Kennzeichnung wichtiger stofflicher Eigenschaften dieser Muddechargen anhand vorliegender Analyseergebnisse Analytik der Proben - Durchführung der Analytik als NAN-Leistung - Abholung der Proben vom Labor zur Folgeanalytik und Besprechung zum Laborergebnis - Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Anfertigung des Berichtes - Vergleich der Analysenergebnisse mit Untersuchungsergebnissen aus vergleichbaren Untersuchungen - Ableitung des zu erwartenden Abbauverhaltens der Organischen Substanz in der Mudde auf der Grundlage der Altersdatierung der ausgewählten Objekte in Abhängigkeit des Aufbereitungsprozesses für die Mudde und möglicher Einsatzzwecke sowie im Vergleich zum bisherigen Abbauverhalten von aufgespülten brackigen und limnischen Sedimenten - Abschätzung der Nachhaltigkeit der bodenverbessernden Wirkungen beim Einsatz der aufbereiteten Bodenmaterialien in verschiedenen Einsatzbereichen mit unterschiedlichen Einsatzzielen - Ableitung vorrangiger Einsatzgebiete und -ziele.

Transformationslabels in der Klimafinanzierung, Teilprojekt 3: Zukunftsorientierte Indikatoren und Konfiguration von Fonds

"Grüne" Produkte: Marktzahlen

<p>Die Nachfrage nach Produkten mit Umwelt- und Sozialsiegeln („Grüne Produkte“) entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während sich insbesondere bei energie- und kosteneffizienten Produkten in der Vergangenheit teilweise sehr dynamische Entwicklungen mit hohen Marktdurchdringungen zeigten, finden die Marktentwicklungen bei anderen „grünen“ Produkten häufig noch in Marktnischen statt.</p><p>Marktanteile „grüner“ Produkte: noch ein weiter Weg zum Ziel</p><p>Der Marktanteil von Produkten mit staatlichen Nachhaltigkeitssiegeln lag 2022 bei 12,2 % (siehe Abb. „Marktanteil von Produkten mit staatlichen Nachhaltigkeitssiegeln, nach Umsätzen gewichtet“). Die Marktanteile der einzelnen Produktkategorien werden jeweils nach Umsätzen gewichtet. Ziel der Bundesregierung ist es, den Marktanteil bis 2030 auf 34 % zu erhöhen (<a href="https://dns-indikatoren.de/12-1-a/">Indikator 12.1.a der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie</a>).</p><p>Nachfrage nach gelabelten Produkten in Milliardenhöhe</p><p>Die Umsätze von Produkten mit staatlichen Nachhaltigkeitssiegeln, die im <a href="https://dns-indikatoren.de/12-1-a/">Indikator 12.1.a der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie</a> enthalten sind, lagen 2024 bei rund 40,1 Mrd. Euro (siehe Abb. „Umsätze von Produkten mit staatlichen Nachhaltigkeitssiegeln“). Veränderungen in einzelnen Vergabegrundlagen der Energieverbrauchskennzeichnung schränken die Vergleichbarkeit mit früheren Werten ab 2021 (bei Kühl-/Gefriergeräten, Waschmaschinen, Geschirrspülern, Fernsehgeräten, Leuchtmitteln) bzw. ab 2024 (bei Pkw) ein.</p><p>Marktdaten nach Konsumfeldern: Von der Nische bis zum Massenmarkt</p><p>Neben staatlichen Nachhaltigkeitssiegeln gibt es viele weitere Produkte oder Indikatoren eines nachhaltigen Konsums in den unterschiedlichen Konsumfeldern.</p>

Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen

<p>Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch in der Tourismusbranche zu einem zentralen Thema geworden. Gibt es für nachhaltigere Angebote eine Nachfrage? Wie viele Deutsche möchten umwelt- und sozialverträglich reisen und welcher Anteil davon bucht am Ende wirklich auch entsprechend? Diese Fragen untersucht die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) im Rahmen der Reiseanalyse.</p><p>Die Studie</p><p>Der Nachhaltigkeitsmonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“ ist eine Langzeitstudie zur konsumentenseitigen Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ bei Urlaubsreisen. Mit dieser Studie wird das Konsumverhalten betrachtet. Hierzu beinhaltet sie festgelegte Indikatoren, deren Veränderung über die Jahre beobachtet wird. Zusätzlich wurden in den Jahren 2022, 2023 und 2024 zu ausgewählten Vertiefungsthemen ergänzende Analysen durchgeführt. Nach einer Grundlagenstudie in 2018/19 wurden für die Reisejahre 2021 bis 2023 alle Indikatoren vollständig erfasst.</p><p>In den Jahren 2020 und 2021 waren die Reisenden wegen der Corona-Pandemie klimafreundlicher unterwegs als in den Jahren zuvor: Es wurde weniger gereist, die gereisten Distanzen waren insgesamt kürzer und die Verkehrsmittelwahl war klimafreundlicher. In den Jahren 2022 und 2023 ist das Reiseverhalten der Deutschen Wohnbevölkerung schnell wieder zu vorpandemischen Verhältnissen zurückgekehrt.&nbsp; Die Summe der mit dem Flugzeug bei Urlaubsreisen zurückgelegten Kilometern übertrifft 2023 bereits den bisherigen Höchstwert von 2019 (siehe Abb. „Gesamtverkehrsleistung bei allen Urlaubsreisen“).</p><p>Basis: Urlaubsreisen (ab 5 Tagen Dauer) der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 14 Jahre</p><p>-------<br> Umweltbundesamt 2025 nach Nachhaltigkeitsmonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“ der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) im Rahmen der Reiseanalysen RA 2003 bis RA 2024 face-to-face</p><p><strong>Einstellung zur ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ bei Urlaubsreisen: </strong>Die überwiegende Zahl der Deutschen hat eine positive Einstellung zur Nachhaltigkeit beim Reisen. 49 % der Menschen wünschen sich 2024 ökologisch verträgliche Urlaubsreisen. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als 2019. &nbsp;61 % wünschen sich sozialverträgliche Urlaubsreisen (siehe Abb. „Einstellung zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“). Die Zustimmung für die soziale Nachhaltigkeit ist seit jeher größer als der Wunsch nach ökologischer Nachhaltigkeit. Diese Werte verdeutlichen das große Potenzial für nachhaltige Urlaubsreisen in der deutschen Bevölkerung.</p><p><strong>CO2-Kompensation, Nachhaltigkeitskennzeichnung, Entscheidungsrelevanz bei der Reiseauswahl: </strong>CO2-Kompensationsmöglichkeiten wurden im Jahr 2023 bei 5 % aller Urlaubsreisen genutzt. Dieser Anteil hat zwischen 2021 und 2022 sowohl anteilig als auch absolut abgenommen. 2023 ist er gegenüber 2022 stabil geblieben (siehe Abb. „CO2-Kompensation, Nachhaltigkeitskennzeichnung und Bedeutung bei der Reiseauswahl“). Die Buchung von Reiseangeboten mit Nachhaltigkeitskennzeichnung lag 2023 wie schon 2022 bei 11 % der Urlaubsreisen und hat im Vergleich zu 2021 um 2 Prozentpunkte abgenommen, liegt aber fast doppelt so hoch wie in 2019 (6 %). Die Entscheidungsrelevanz der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ bei der Reiseauswahl liegt weiter auf einem niedrigen Niveau. 2023 war Nachhaltigkeit bei 3 % der Urlaubsreisen ausschlaggebend bei der Entscheidung zwischen sonst gleichwertigen Angeboten, bei weiteren 17 % der Reisen waren Nachhaltigkeitsüberlegungen ein Aspekt von mehreren, die die Urlaubsentscheidung ausgemacht haben.</p><p>Überfüllung</p><p>Beim Thema Crowding geht die Studie marktübergreifend der Frage nach, in welchen Situationen sich wie viele Reisende durch Überfüllung gestört fühlen und ob bzw. wo sie sich ggf. informieren, um nicht in unerwünscht überfüllte Verhältnisse zu geraten. Während des Urlaubs werden von fast der Hälfte der Urlauber (44%) einzelne Situationen als „zu voll“ erlebt - im Ausland häufiger als in Deutschland (siehe Tab. „Crowding bei der Urlaubsreise wahrgenommen“). An der Spitze dieser als „zu voll“ erlebten Situationen steht die An- und Abreise, und hier dominiert die An- und Abreise per Flugzeug. Insgesamt lässt sich feststellen, dass vor allem solche Situation als „zu voll“ erlebt werden, die für größere Menschenmengen vorgesehen sind: Verkehr, Innenstädte, Restaurants sind hier zu nennen. Natur- und Outdooraktivitäten sind demgegenüber deutlich weniger im Fokus.</p><p>Geschäftsreisen – Vorgaben zur nachhaltigeren Reisegestaltung</p><p>Knapp ein Drittel der Unternehmen (30 %) gibt ihren Beschäftigen Richtlinien zur nachhaltigen Reisegestaltung vor. Die Richtlinien zielen insbesondere auf die Reduktion des Reisevolumens sowie auf die Wahl eines nachhaltigeren Transportmittels. Die meisten Unternehmen entscheiden sich hier eher für „weiche“ Vorgaben in Form von Empfehlungen, der Anteil an „harten“ und somit fest geregelten Vorgaben ist deutlich kleiner (siehe Abb. „Maßnahmen der Unternehmen zur nachhaltigen Gestaltung von Geschäftsreisen“). Da der größere Teil der Vorgaben eher als Empfehlung und weniger als Regel zu sehen ist, liegt die finale Ausgestaltung der Reisen dann doch bei den reisenden Mitarbeitenden.</p><p>Mobilität</p><p>Im Mittelpunkt stand die Frage, wie <strong>Alltagsmobilität und Mobilität beim Reisen</strong> zusammenhängen. Danach tendieren Personen, die im Alltag häufig nachhaltige Verkehrsmittel nutzen, auch im Urlaub eher zu nachhaltiger Mobilität durch die Nutzung von Bahn oder Bus und neigen seltener zu den Auto- oder Flugreisen. Die Sonderauswertung nahm zusätzlich die <strong>Nutzung des 9-Euro-Tickets beim Reisen</strong> in den Fokus. Dabei wurde deutlich, dass dieses günstige Angebot für nachhaltige Mobilitätsalternativen – hier die Regionalbahn – zwischen Juli und August 2022 von über der Hälfte der Inlandsreisenden für touristische Mobilität also für An- und Abreise oder für Mobilität vor Ort genutzt wurde (siehe Abb. "Nutzung des 9-Euro-Tickets bei Urlaubs- und Kurzurlaubsreisen im Inland"). Solche Angebote können über die Reduzierung der Nutzung von Privatfahrzeugen, die Entlastung der Infrastruktur, die Förderung regionaler Reisen und soziale Inklusion durch günstige Mobilitätskosten eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus fördern.</p><p>Reiseausgaben</p><p>Dieses Vertiefungsmodul untersucht, wie Nachhaltigkeitsmerkmale der Urlaubsreise die tatsächlichen Reiseausgaben und die subjektive Bewertung der Reiseausgaben beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen keinen klaren Zusammenhang zwischen den Ausgaben und den Nachhaltigkeitsmerkmalen, da diese Merkmale nur einen kleinen Teil der Gesamtausgaben ausmachen. Nachhaltigere Reisen sind teils günstiger, teils teurer, aber es lässt sich keine systematische Preissteigerung feststellen. Reisende, für die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ ausschlaggebend bei der Reiseentscheidung war, haben zwar deutlich unterdurchschnittliche Reiseausgaben. Dies liegt aber vor allem in der Struktur ihrer Reisen begründet (geringere Distanzen, Auswahl von Unterkunft und Verkehrsmittel). Bei der Reiseentscheidung gibt es insgesamt eine Vielzahl von Weichen, an denen sich Interessierte sowohl für eine kostspieligere oder günstigere Variante als auch für eine nachhaltigere oder weniger nachhaltige Variante entscheiden können. Deshalb ist nachhaltiger Reisen nicht per se teurer oder günstiger. Es kommt auf Auswahl der Reisebausteine im Einzelnen an und ist grundsätzlich sowohl für den schmalen wie auch für den prallen Geldbeutel möglich (siehe Tab. „Ausgaben pro Person und Tag, nach Nachhaltigkeitsindikatoren“).</p><p>Fazit</p><p>⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ bei Urlaubsreisen hat Potenzial - auch wenn sie bisher nur selten ausschlaggebend für die Urlaubsentscheidung war. Reiseangebote für unterschiedliche Zielgruppen, die nachhaltig und attraktiv sind, sind gefragt. <strong>Die vollständigen Analysen</strong> mit vielen weiteren Informationen und Zusammenhängen finden sich in den jährlichen <a href="https://reiseanalyse.de/ra-satelliten/ra-nachhaltigkeit/">Monitoringberichten</a>.</p><p>Weiterführende Informationen</p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/nachhaltiger-tourismus">Thema: Nachhaltiger Tourismus</a></p><p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/nachhaltigkeit-bei-urlaubsreisen">UBA/TEXTE 123/2025: Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen</a></p><p><a href="https://reiseanalyse.de/downloadbereich/erste-ergebnisse/">Erste Ergebnisse der Reiseanalyse 2025</a></p><p><a href="https://reiseanalyse.de/ra-satelliten/ra-nachhaltigkeit/">Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen: Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung und ihre Einflussfaktoren</a></p><p><a href="https://reiseanalyse.de/wp-content/uploads/2023/09/fkz_um18_16_502_nachhaltigkeit_reiseanalyse_2019_bf.pdf">Grundlagenstudie auf Basis von Daten der Reiseanalyse 2019</a><br><a href="https://reiseanalyse.de/wp-content/uploads/2023/01/UBA_Nachhaltigkeit_bei_Urlaubsreisen_Bericht2022-1.pdf">Monitoringbericht auf Basis von Daten der Reiseanalyse 2022</a><br><a href="https://reiseanalyse.de/wp-content/uploads/2024/08/UBA_Nachhaltigkeit_bei_Urlaubsreisen_Bericht2023_15082024-korrigiert.pdf">Monitoringbericht auf Basis von Daten der Reiseanalyse 2023</a><br><a href="https://reiseanalyse.de/wp-content/uploads/2024/09/UBA_Nachhaltigkeit_bei_Urlaubsreisen_Bericht2024.pdf">Monitoringbericht auf Basis von Daten der Reiseanalyse 2024</a></p><p>&nbsp;</p>

Viele Menschen wollen nachhaltig reisen – aber nur wenige tun es

<p>Der Wunsch nach umwelt- und sozialverträglichen Reisen wächst weiter, doch eine echte Wende im Verhalten ist nicht zu erkennen: Die Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Reiseentscheidung bleibt weiter gering. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des Nachfragemonitors „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“, der die Bewusstseins- und Nachfrageentwicklung zur Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen analysiert.</p><p>Ein Großteil der Bevölkerung möchte nachhaltig reisen</p><p>Die überwiegende Zahl der Deutschen hat eine positive Einstellung zur ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a>⁠ beim Reisen. 48 Prozent der Menschen wünschen sich ökologisch verträgliche Urlaubsreisen, 62 Prozent wünschen sich sozialverträgliche Urlaubsreisen. Diese Ergebnisse verdeutlichen das große Potenzial für nachhaltige Urlaubsreisen in der deutschen Bevölkerung.</p><p>Bei der Umsetzung der Buchung nachhaltiger Reisen hapert es</p><p>Die Buchung von Reiseangeboten mit Nachhaltigkeitskennzeichnung lag 2023 anteilig bei 11 Prozent der Urlaubsreisen. CO2-Kompensationsmöglichkeiten wurden im Jahr 2023 bei 5 Prozent aller Urlaubsreisen genutzt. Auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei der Reiseauswahl liegt konstant auf einem niedrigen Niveau. 2023 war die Nachhaltigkeit bei 3 Prozent der Urlaubsreisen ausschlaggebend bei der Entscheidung zwischen sonst gleichwertigen Angeboten, bei weiteren 17 Prozent der Reisen waren Nachhaltigkeitsüberlegungen ein Aspekt von mehreren, die die Urlaubsentscheidung ausgemacht haben.</p><p>Urlaubsreisen im Jahr 2023: Mehr Flugreisen als je zuvor</p><p>2023 legten die Deutschen für die Anreise zu ihren Urlaubsorten insgesamt rund 121 Milliarden Kilometer mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurück. Im Durchschnitt betrug die Distanz (einfache Strecke) für die Anreise je Urlaubsreise also 1.877 Kilometer, rund 243 Kilometer mehr als im Jahr zuvor. Der Zuwachs an geleisteten Kilometern ist dabei hauptsächlich auf die Zunahme an Flugreisen zurückzuführen. Der Anteil der Flugreisen lag im Reisejahr 2023 bei rund 47 Prozent und erreichte damit einen Höchstwert. Mehr als 95 Milliarden Kilometer wurden für Urlaubsreisen mit dem Flugzeug zurückgelegt, auf klimafreundlichere Alternativen wie Bahn und Bus entfielen insgesamt rund 4 Milliarden Kilometer.</p><p>Nachhaltiges Reisen ist nicht teurer</p><p>Der Nachfragemonitor zeigt, dass nachhaltiger Reisen nicht per se teurer ist. Reisende, für die Nachhaltigkeit ausschlaggebend bei der Reiseentscheidung war, hatten sogar deutlich unterdurchschnittliche Reiseausgaben. Dies liegt allerdings vor allem in der Struktur ihrer Reisen begründet (geringere Distanzen sowie andere Auswahl von Unterkunft und Verkehrsmittel).</p><p>Fazit</p><p>Zwar möchte ein Großteil der Bevölkerung gerne nachhaltige Urlaubsreisen unternehmen, doch ist diese Erwartung an den Urlaub nur eine unter vielen. Am Ende setzt nur ein sehr geringer Anteil der Reisenden diesen Wunsch auch in die Tat um.</p><p>Die Buchungszahlen für nachhaltig zertifizierte Reiseangebote bleiben gering, ebenso wie die Nutzung von CO2-Kompensationsmöglichkeiten. Besonders die Zunahme an Flugreisen zeigt, dass nachhaltige Alternativen wie Bahn und Bus für die meisten aktuell keine attraktive Option darstellen.</p><p>Um das Potenzial für nachhaltige Reisen zu nutzen, bedarf es weiterer Anreize und attraktiver nachhaltiger Urlaubangebote, die auch die übrigen Reiseansprüche der Deutschen erfüllen, um nachhaltige Reiseentscheidungen in der Breite der Bevölkerung zum Standard werden zu lassen. Am Preis muss nachhaltigeres Reisen jedenfalls nicht scheitern, da es nicht per se teurer ist.</p><p>Der Nachfragemonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“</p><p>Die Reiseanalyse ist eine Untersuchung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR), sie findet jährlich statt. Seit drei Jahren wird der <a href="https://reiseanalyse.de/ra-satelliten/ra-nachhaltigkeit/">Nachfragemonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“</a> zusätzlich mit finanzieller Unterstützung des Umweltbundesamts aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMUV#alphabar">BMUV</a>⁠) durchführt. Als Datenbasis dient die Reiseanalyse der FUR, eine jährliche bevölkerungsrepräsentative Befragung von über 7.000 Personen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren zu ihrem Reiseverhalten.</p>

Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums gestalten

<p>Innenstädte werden immer unattraktiver, weil viele Kund*innen Produkte eher im Internet kaufen. Wie können Stadtzentren wiederbelebt werden? Können Kommunen sie durch nachhaltige Konsumangebote wieder zu attraktiven und lebendigen Orten der Gemeinschaft gestalten? Das Forschungsvorhaben „Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums gestalten“ (SONa) erprobt dies in drei lokalen Pilotprojekten.</p><p>Städte unterliegen einem konstanten Wandel. Mit der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft sind neue Ansprüche an den Umgang mit der begrenzten Fläche im urbanen Raum in das öffentliche Interesse gerückt. Das wachsende Bewusstsein für urbane Grünflächen und Naherholungsgebiete sowie der Einfluss auf städtische Wirtschaftsstrukturen erzeugten neue und veränderte Ansprüche an den Stadtraum. Hinzu kommt der drohende Funktionsverlust der Innenstädte, der Planer*innen und Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Der wachsende Leerstand von Einzelhandelsflächen in den Stadtzentren und die seit Jahren wachsende Wohnraumknappheit bei gleichzeitig steigenden Mietpreisen verlangt danach, dass der urbane Raum auch im Stadtzentrum neu gedacht werden muss.</p><p>SONa – Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums</p><p>Innenstädte müssen sich von ihrem Fokus auf Handel und Konsum lösen und ihre anderen Funktionen (Aufenthalt, Gemeinschaft, Freizeit, Kunst, Kultur) stärken. An dieser Stelle setzt das F&amp;E-Vorhaben SONa an: Es erprobt die Rolle nachhaltiger Konsumangebote in der Transformation der Innenstädte in drei lokalen Pilotprojekten. Dem zu Grunde liegt die Annahme, dass <strong>Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums nicht nur nachhaltige Konsumkulturen fördern, sondern auch Orte der Gemeinschaft schaffen und eingebettet in eine umweltverträgliche Stadtentwicklung sind.</strong></p><p>Primär als Orte des kommerziellen Konsums gestaltet, kann insbesondere die klassische Einkaufsstadt den neuen Anforderungen an den öffentlichen Raum im Stadtzentrum heute kaum noch gerecht werden. Im Einzelhandel stellt das stetig wachsende Online-Geschäft die größte Konkurrenz dar. Außerdem müssen die Bedarfe der Bevölkerung an Städte als Wohn- und Arbeitsort mit einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität berücksichtigt werden. Es gibt bereits zahlreiche Ansätze, um den Weg zu dem oft formulierten Ziel einer “nachhaltigen” und “resilienten” Stadt zu gestalten. Sie reichen von einer Transformation städtischer Infrastrukturen über die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen bis zum Schaffen gesetzlicher Teilhabe und sozialer Gleichberechtigung. Exemplarisch soll hier die Neue Leipzig-Charta herausgegriffen werden, die im Jahr 2020 die Vision einer gerechten, grünen und produktiven Stadt beschrieben hat. Ihr Fokus liegt auf der Nutzungsmischung im urbanen Raum generell und den Innenstädten bzw. Stadtzentren im Speziellen (<a href="https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2021/neue-leipzig-charta-pocket.html">Neue Leipzig-Charta: Die transformative Kraft der Städte für das Gemeinwohl, 2021</a>).</p><p>Nachhaltige Konsumkulturen als Antwort?</p><p>Bereits heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote für nachhaltigen Konsum: Produkte mit Nachhaltigkeitssiegeln, Händler sowie Anlaufstellen, die sich auf den Wiederverkauf, die Reparatur oder das Teilen gebrauchter Sachgüter spezialisiert haben oder Initiativen, die sich der gemeinwohlorientierten Wirtschaft verschrieben haben. Viele dieser Angebote fristen jedoch ein Nischendasein und – für das F&amp;E-Vorhaben SONa entscheidend – finden sich oft nur in Ausnahmefällen in den zentralen Einkaufsstraßen der Innenstädte bzw. der Stadtteilzentren statt. Dabei gibt es potenziell synergetische Wirkungen zwischen den Zielen und Visionen der Innenstadtentwicklung und der Etablierung nachhaltiger Konsumangebote in den Innenstädten. Denn die nachhaltigen Angebote lenken den Blick nicht selten von den rein materiellen Bedürfnissen auf die immateriellen Bedürfnisse und damit auf die Funktionen der Innenstädte, die es im Sinne der nachhaltigen Innenstadtentwicklung zu stärken gilt: Wohnen, Freizeit, Kultur, Mobilität, aber auch Gemeinschaft und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Innenstädte, so die Quintessenz der Forschung, müssen „weitere Besuchsgründe[n] – abseits vom Gewerbe“ (imakomm Akademie, 2021, S. 21) bieten. Zudem lenkt die <strong>Etablierung nachhaltiger Konsumkulturen den Fokus auf wünschenswerte Gemeinschaftsfunktionen von innerstädtischen Räumen.</strong> Es gilt eben diese Räume, die bisher vorwiegend von einer traditionellen – verbrauchenden – Konsuminterpretation geprägt wurden, anders zu gestalten und das Erleben von Gemeinschaft als zentralen Aspekt hinzuzufügen. Als F&amp;E-Vorhaben geht SONa davon aus, dass nachhaltige Konsumangebote eine wirksame Antwort auf die bereits eingetretene oder drohende „Verödung“ der Innenstädte sein können.</p><p>Inspirierende Beispiele der Innenstadtentwicklung</p><p>Die komplexe Problemlage in den Innenstädten wird vielerorts bereits heute adressiert, allerdings selten mit einem expliziten Fokus auf die Schaffung nachhaltiger Konsumkulturen. Trotzdem können die Erfahrungen aus bereits laufenden Innenstadtentwicklungsprojekten auch für die SONa-Pilotierungen wertvolle Erkenntnisse liefern. Aus diesem Grund wurden sieben inspirierende Beispiele ausgewählt und in Fallstudien aufgearbeitet (sie sind in den drei folgenden Factssheets zusammenfassend dargestellt: "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/inspirierende-beispiel-fuer-die-1">Reaktionen auf die Konkurrenz durch E-Commerce</a>", "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/inspirierende-beispiel-fuer-die-0">Reaktionen auf die (drohende) Verödung von Einkaufsstraßen</a>" und "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/inspirierende-beispiel-fuer-die">Reaktionen auf leerstehende Warenhäuser</a>").</p><p>In wissenschaftlichen Interviews mit unterschiedlichen Praxisakteuren wurden darüber hinaus wertvolle Erkenntnisse für die notwendigen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/rahmenbedingungen-fuer-erfolgreiche">Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Innenstadtentwicklung</a> gewonnen. Insbesondere die Interviews haben zudem eine erste Hypothese des F&amp;E-Vorhabens bestätigt: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/dokument/die-rolle-konzeption-temporaerer-pilotierungen-fuer">Temporäre Interventionen</a> können – unter den richtigen Bedingungen und achtsam konzipiert – eine wichtige Rolle in der langfristigen Innenstadtentwicklung einnehmen.</p><p>Gemeinsam ausprobieren</p><p>In drei lokalen Pilotprojekten sollen bei SONa neue <a href="https://surveys.adelphi.de/upload/surveys/443258/files/Call%20SONa_1_seiter(1).pdf">Ideen zur zukunftsfähigen (Um-) Gestaltung von Innenstädten</a> zu lebendigen Orten nachhaltigen Konsums konzipiert und vor Ort ausprobiert werden. Die Pilotierungen (Laufzeit: zwischen dem 01.10.2023 und dem 17.10.2025) sollen dabei einen von drei Themenschwerpunkten aufgreifen:</p><p>Der Untersuchungsraum der SONa-Pilotierungen wird zu diesem Zweck stark eingegrenzt und über die Konzentration des Versorgungsangebots bestimmt: SONa blickt auf die Straßenzüge und unmittelbar angrenzenden Nebenstraßen, deren traditionelle Primärfunktion das Einkaufen neuer Güter und/oder Dienstleistungen ist. Genauer genommen blickt das Projekt auf die <strong>Konzentration von bereits eingetretenem oder drohendem Gewerbeleerstand in zentralen Einkaufsstraßen und ihrer unmittelbaren Umgebung.</strong></p>

Szenarien des Managements von Gewerbeflächen 2050 in der Region Nordschwarzwald

Thema und Zielstellung Foto: Udo Wagner, Ein Gewerbegebiet im Nordschwarzwald Von Februar 2022 bis Februar 2023 wurde im Projekt KoOpRegioN ein partizipativer Szenarioprozess zum Gewerbeflächenmanagement in der Region Nordschwarzwald im Jahr 2050 durchgeführt. Im Vordergrund stand die folgende Frage: "Welche verschiedenen Szenarien der künftigen Entwicklung des Gewerbeflächenmanagements in der Region Nordschwarzwald im Jahr 2050 sind möglich?" Zusätzlich wurde untersucht, welche Wirkungen verschiedene Maßnahmenbündel im Kontext unterschiedlicher zukünftiger Szenarien haben, und zwar: auf die Flächennutzung durch Gewebe in der Region; auf die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur in der Region Vorgehen Die Szenarien wurden in einem partizipativen Prozess erstellt, in dem alle Schritte unter Einbezug der relevanten wissenschaftlichen Partner*innen des Projektes sowie der Stakeholder*innen und Praxisakteur*innen erfolgten. Am 28. Februar 2022 fand ein digitaler Workshop mit dem Projektteam sowie 20 Praxisakteur*innen aus der Region statt. Die Teilnehmer*innen wurden nach den Kriterien Expertise, Betroffenheit und strategische Bedeutung als Multiplikatoren ausgewählt. Ziel des Workshops war es, die zuvor im Rahmen von Literaturrecherchen identifizierten Schlüsselfaktoren und ihre unterschiedlichen zukünftigen Entwicklungen zu diskutieren, um dann die wichtigsten Faktoren auszuwählen, die dann im weiteren Verlauf des Szenario-Prozesses berücksichtigt wurden. In einem nächsten Schritt wurde eine Interviewreihe mit Praxisakteuren aus der Region durchgeführt, um die Wechselwirkungen zwischen den Faktoren bewerten zu lassen. Anschließend wurde mit Hilfe der Software ScenarioWizard Systemanalysen durchgeführt und in sich widerspruchsfreie sowie möglichst unterschiedliche Szenarien identifiziert. Zentrale Ergebnisse Die folgenden vier Szenarien eines Gewerbeflächenmanagements in der Region Nordschwarzwald im Jahr 2050 wurden für die weitere Arbeit im Projekt ausgewählt und in der Region vorgestellt. Szenario1: Nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland herrschen prekäre wirtschaftliche Verhältnisse. Die Bevölkerung in der Region schrumpft. Die negative wirtschaftliche Situation erfordert eine verstärkte regionale Kooperation und ermöglicht eine schonende Landnutzung. Szenario2: Die deutsche und die regionale Wirtschaft sind durch De-Globalisierungstendenzen geprägt. Da die Bevölkerung in der Region wächst und auch wieder mehr produzierendes Gewerbe angesiedelt wird, kommt es zur Ausweitung der Landnutzung im Nordschwarzwald. Szenario3: Deutschland geht es wirtschaftlich schlecht, doch die wachsende Bevölkerung in der Region hilft, dass es der Region weiter wirtschaftlich gut geht. Da der rechtliche Rahmen zur Flächennutzung sehr streng ist, schont der Nordschwarzwald trotz wirtschaftlicher Prosperität seine Flächen. Szenario 4: Unter einem fördernden wirtschaftlichen Kontext sowie einem bundesweiten Flächenkontingenthandel setzt sich beim Gewerbeflächenmanagement die Strategie „Innen vor Außen“ durch und eine Flächenkreislaufwirtschaft bei Gewerbeflächen wird erreicht. Eine Übersicht über die vier Szenarien im Detail können Sie hier abrufen. Eine ausführlichere Beschreibung der vier Szenarien können Sie hier abrufen. Weitere Erkenntnisse Die Kombination der Szenarien mit den zuvor im Projekt entwickelten Maßnahmenbündeln ergab weitere Erkenntnisse: Je deutlicher und mutiger die heute bestehenden Maßnahmen durch innovative Ansätze – in sinnvollen Kombinationen – ersetzt bzw. ergänzt werden, desto mehr fördernde Einflüsse auf wirtschaftliche Prosperität und schonende Landnutzung hat die Region selbst in der Hand. Es zeigt sich eine sogenannte „no-regret“ Maßnahme , die unter allen zukünftigen Entwicklungen stabil und wirksam erscheint, und zwar das „Regionale Entwicklungskonzept Gewerbeflächen“. Weitere, in sehr verschiedenen zukünftigen Welten ebenfalls gut ‚verträgliche‘ Maßnahmen sind: „Erweiterte kommunale Bodenpolitik“ „Gemeinsame gebietsinterne Infrastrukturen“ „Gemeinsames Gewerbegebietsmanagement und Standortmarketing“; und/oder ein „Nachhaltigkeitslabel für die Region“. Mit diesen Maßnahmen scheint die Region für verschiedene Szenarien zunächst gut aufgestellt zu sein. Wird der rechtliche Rahmen von Bund oder Land zu Flächennutzung und Flächeneffizienz jedoch zukünftig deutlich verändert (z.B. „strenge ordnungsrechtliche Vorschriften für Flächeneffizienz und Flächennutzung“ oder gar „bundesweite Flächenkontingente für alle Flächennutzungen und deren Handel“) werden intensivere Formate der interkommunalen und regionalen Kooperation über ein Regionales Entwicklungskonzept hinaus für stabile und wirksame Maßnahmenbündel in der Region Nordschwarzwald notwendig. Diese intensivere Form der Kooperation könnte dann z.B. über regelmäßige Bürgermeister*innenrunden politisch organisiert und über Kooperationsverträge oder Zweckverbände formalisiert werden.

Win-Win-Win Lösungen für Gewerbeflächen der Zukunft

Logo des Vorhabens KoOpRegioN Im Laufe des Jahres 2021 wurden im Rahmen einer virtuellen Workshopserie des Vorhabens KoOpRegioN gemeinsam mit einer Gruppe von zwölf Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis Maßnahmenbündel, sogenannte Policy-Mixe, für nachhaltiges und interkommunales Gewerbeflächenmanagement entwickelt. Dafür wurden besonders wirksame Maßnahmen nicht einzeln, sondern systematisch in ihrem Zusammenspiel betrachtet. Die Ergebnisse einer Policy-Interaktionsanalyse mit Hilfe der Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB), einem semi-quantitativen Verfahren zur Analyse komplexer Systemzusammenhänge, zeigen: Erstens, der heutige Stand der bereits implementierten Maßnahmen (Status Quo) in den Handlungsfeldern Flächensparen, Gewerbemanagement und interkommunale Zusammenarbeit weist deutliche innere Widersprüche auf und generiert kaum Synergien zwischen Maßnahmen. Insbesondere die Praxis der kommunalen Planung und Vermarktung von Gewerbeflächen in Konkurrenz zwischen den einzelnen Kommunen hemmt die Wirksamkeit zahlreicher anderer Maßnahmen zur Kooperation, zum Flächensparen und für eine zukunftsfähige wirtschaftliche Entwicklung. Zweitens, um vom Status Quo wegzukommen, müssen mehrere (sich unterstützende) Hebel gleichzeitig bewegt werden. Einzelne innovative Maßnahmen laufen Gefahr, keine ausreichende Wirksamkeit zu entfalten. Drittens, es gibt alternative Maßnahmenbündel, welche die z. T. konfligierenden Ziele gemeinsam erreichen und deutliche Synergien zwischen den Maßnahmen generieren. Wichtige Stellschrauben sind dabei ein regionales Entwicklungskonzept „Gewerbeflächen“, eine erweiterte kommunale Bodenpolitik und gemeinsame gebietsinterne Infrastrukturen in Gewerbegebieten. Darüber hinaus sind verschiedene Ansätze denkbar, u.a. das Erbbaurecht, sowie Ansätze die Flächenkontingentierung mit engem Austausch auf politischer Ebene (z.B. Bürgermeisterrunden) kombinieren – oder auch städtebauliche Wettbewerbe in Kombination mit einem Nachhaltigkeitslabel für die Region. Die Ergebnisse werden aktuell zu einem Policy-Brief und einer Publikation aufbereitet und fließen in die weitere Arbeit in der Region Nordschwarzwald ein. Die Webseite des Vorhabens finden Sie hier .

WWF legt Widerspruch gegen MSC-Zertifizierung der Krabbenfischerei im Wattenmeer ein

Am 30. August 2018 kritisierte der WWF die Empfehlung für eine MSC-Zertifizierung der Krabbenfischerei an der Nordseeküste und legte Einspruch dagegen ein. Ein Teil der Krabbenfischerei findet im Nationalpark Wattenmeer und anderen Meeresschutzgebieten statt. Dies erfordere eine besondere Vorsorge. Der WWF fordert daher auch den MSC auf, strengere Anforderungen für Fischerei in Schutzgebieten in seinen Standard aufzunehmen. Seit vielen Jahren bemüht sich die Krabbenfischerei schon vergeblich um eine MSC-Zertifizierung. Anfang 2016 hatte sie einen erneuten Anlauf als gemeinsame Initiative der deutschen, niederländischen und dänischen Fischerei unternommen. Dies führte nun zu einer Zertifizierungs-Empfehlung durch das mit der Prüfung der Fischerei beauftragte Unternehmen. Der WWF begrüßt zwar die Absicht der Krabbenfischerei sich den Anforderungen einer ökologischen Zertifizierung zu stellen, aber die vorgelegten Maßnahmen zur Verbesserung gingen den Umweltverband nicht weitgenug.

Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien für die stoffliche Nutzung von Biomasse im Rahmen des Blauen Engel

Die Ermittlung und Bewertung der Umweltwirkungen von Produkten und Dienstleistungen und ihre Kommunikation im Rahmen von Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen oder als Teil des Marktgeschehens gegenüber privaten und öffentlichen Verbrauchern erfolgt mit verschiedenen Instrumenten. Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zur Berücksichtigung von nachwachsenden Rohstoffen in den Vergabegrundlagen des Umweltzeichens Blauer Engel für Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten, Kunststoffe und Wasch- und Reinigungsmittel mit Anforderungen und Nachweisregelungen. Voraussetzung zur Einbeziehung von Rohstoffen aus der stofflichen Biomassenutzung ist der Nachweis von ökologischen Vorteilen ausgehend vom Leitbild der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Eine Machbarkeitsstudie soll die Einbeziehung von Rohstoffen aus stofflicher Biomassenutzung produktgruppenübergreifend aus übergeordneter Sicht aufarbeiten und Vorschläge zur Umsetzung in das Blaue Engel - Programm liefern. Darüber hinaus sollen bestehende Zertifizierungssysteme evaluiert werden, um die Einhaltung ökologischer und sozialer Mindeststandards bei der Gewinnung nachwachsender Rohstoffe in den Erzeugerländern bei der Vergabe des Blauen Engel als Kriterium zur Produktbewertung heranziehen zu können. So muss sichergestellt sein, dass bei Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowohl aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht eine Verbesserung erzielt wird.

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