Rund 50 lokale Projekte öffnen ihre Türen in Themenwoche zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über einzelne konkrete Maßnahmen informieren: sei es bei einer Wanderung im Moor, um neue Bewirtschaftungsformen nasser Moore kennenzulernen, bei Ausstellungen über Seegraswiesen und Meeresschlick, die große Mengen an Kohlenstoff speichern oder bei Aktionen rund um die Entsiegelung von gepflasterten Flächen in der Stadt, damit neue Grünflächen die Umgebung kühlen und Niederschläge aufnehmen können. Die vielfältigen Aktionen laden zum Mitmachen und Nachahmen ein und zeigen, wie Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen zum Klimaschutz beitragen und sich besser vor den Folgen des Klimawandels wappnen können. Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen. Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“ BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“ „Die ANK-Themenwoche zeigt, wie wichtig konkretes Handeln für den Schutz unserer Natur und die biologische Vielfalt ist. Angesichts der raschen Veränderungen unseres Klimas und der zunehmenden Folgen von Hitze, Trockenheit und Extremwetterereignissen brauchen wir intakte Ökosysteme und konkrete Maßnahmen vor Ort. Rheinland-Pfalz konnte die Möglichkeiten des Aktionsprogramms bereits intensiv nutzen und dabei überdurchschnittlich viele Fördermittel für das Land gewinnen: Seit 2023 wurden rund 2.063 Projekte angestoßen und mehr als 130 Millionen Euro an ANK-Mitteln im Land gebunden. Besonders viele Vorhaben gibt es im Bereich Wald mit 1.836 Projekten sowie im Bereich der Siedlungs- und Verkehrsflächen mit 174 Projekten. Zugleich reicht die Bandbreite über verschiedene Handlungsfelder: Der Herxheimer Bruch ist ein tolles Beispiel dafür, wie im Siedlungsbereich naturnahe Räume geschaffen und Beiträge zur Klimaanpassung geleistet werden. Mit dem Projekt ReMooS werden wichtige Schritte für den Schutz und die Wiedervernässung von Mooren gegangen, während die geplante Renaturierung der Nister natürliche Gewässerstrukturen stärken und den Wasserrückhalt verbessern soll. Die ANK-Themenwoche bietet eine gute Gelegenheit, solche Projekte vorzustellen und zu zeigen, was natürlicher Klimaschutz vor Ort bewirken kann“, sagte die rheinland-pfälzische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Christine Schneider. Unter dem Motto „Natur stärken – Klima schützen“ bietet die ANK-Themenwoche ein vielseitiges Programm für Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Interessierte in ganz Deutschland. Wie funktioniert Natürlicher Klimaschutz eigentlich? Welche Rolle spielen dabei Moore, Auen, Wälder, Meere oder die Natur in unseren Städten? Wie kann natürlicher Klimaschutz vor Ort gelingen? Die Teams der teilnehmenden ANK-Förderprojekte stellen ihre Arbeit vor und informieren anschaulich, wie die Renaturierung von Mooren funktioniert, wie Wildnisflächen im Wald zum Natur- und Artenschutz beitragen, Auen und naturnahe Küsten oder Stadtgrün den Wasserhaushalt stärken und die Natur insgesamt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels wird – und welchen großen Nutzen Menschen und Wirtschaft davon haben. Die Projekte zeigen zugleich anderen Kommunen und Regionen, welche Lösungen sich vor Ort übertragen lassen. Höhepunkt der ANK-Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger anbieten. Im Rahmen des Aktionstages werden auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen gebündelte Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“ veranstalten. Darüber hinaus finden weiter Aktivitäten online unter #ANKWoche26 statt. Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis im Bundesumweltministerium in Berlin ab, bei der die Impulse aus der Praxis für den Natürlichen Klimaschutz im Vordergrund stehen. Veranstaltet wird die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK). Hintergrundinformationen Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten. Weiterführende Informationen ANK-Themenwoche Weitere Informationen zur Themenwoche finden Sie unter: https://www.bundesumweltministerium.de/WS7552 Veranstaltungskalender der ANK-Projekte in der ANK-Themenwoche: www.kompetenzzentrum-nk.de/veranstaltungen/ Ein Livestream der Abschlussveranstaltung wird am 14. Oktober 2026 auf der Website des BMUKN übertragen: www.bundesumweltministerium.de/livestream Das vollständige Programm der Abschlussveranstaltung finden Sie unter https://www.kompetenzzentrum-nk.de/veranstaltungen/abschlussveranstaltung-ank-themenwoche/ In einem BMUKN-Infopapier erhalten Sie weitere Informationen zum ANK, und was bisher erreicht wurde, unter: https://www.bundesumweltministerium.de/DL3532 Eine Übersicht über die Förderungen im ANK finden Sie unter: https://www.kompetenzzentrum-nk.de/foerderung/
05.10.2026: Fachaustausch Spotlight Stadtnatur: Hoch hinaus für die Biodiversität – GründachPLUS im Fokus 08.10.2026: Online-Veranstaltung „Natürlicher Klimaschutz im urbanen Raum“ Bis 20.10.2026: Wettbewerb Berliner Klima Schulen 21.09. bis 23.10.2026: Öffentliche Auslegung der Management- und Maßnahmenblätter für mehrere invasive gebietsfremde Arten Bis 31.10.2026: Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot nach § 30 Abs. 3 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sowie teilweiser Verzicht auf das Erfordernis der Unteilbarkeit der Ladung als Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Niedrigwassers in den deutschen Binnenschifffahrtsstraßen Ab 29.09.2025: Unterstützen Sie die Verkehrsplanung mit Ihren ÖPNV-Daten in der BVG-Fahrinfo App . Bild: Ralf Rühmeier Mobilität und Verkehr So kommt Berlin voran: Mit einer modernen Verkehrspolitik, damit alle Menschen gut und schnell unterwegs sein können. Der Verkehr einer Millionenmetropole erfordert komplexe Planungen und laufende Modernisierung von Straßen und Brücken. Weitere Informationen Bild: SenMVKU Berlin baut Brücken Berlin investiert in die Erhaltung, in den Ersatzneubau und den Neubau von Brücken, um die städtische Infrastruktur zu modernisieren und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Hier finden Sie einen Überblick. Weitere Informationen Bild: Frank-Peters / Depositphotos.com Klimaschutz Hitzewellen, Starkregen, Stürme: Die Folgen des Klimawandels sind bereits zu spüren. Wir machen Berlin zu einer klimaneutralen Metropole und passen die Stadt an die Folgen des Klimawandels an. Weitere Informationen Bild: SenMVKU Wärmewende Klimaschutz braucht eine beschleunigte Wärmewende. Mit dem gesamtstädtischen Wärmeplan geben wir Orientierung für die zukünftige klimaneutrale Wärmeversorgung unserer Stadt. Weitere Informationen Bild: tdezenzio / Depositphotos.com Umwelt Ob saubere Luft, sauberes Wasser, unbelastete Böden oder weniger Lärm: Eine intakte Umwelt ist wichtig für alle Menschen in Berlin. Wir setzen uns dafür ein, Abfall zu verringern und natürliche Ressourcen zu schonen. Weitere Informationen Bild: Kompetenzzentrum Wasser Berlin Hochwasser-Infoportal Mit dem HochwasserCheck Berlin können sich Bürgerinnen und Bürgern über ihr individuelles Hochwasser- und Überflutungsrisiko und mögliche Notfall- und Vorsorgemaßnahmen informieren. Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Natur und Grün Berlin ist eine grüne Metropole: Parks, Wälder, Schutzgebiete und Gärten machen unsere Stadt deutlich lebenswerter. Wir handeln, damit die Berliner Stadtnatur als Teil unserer Lebensgrundlage erhalten bleibt. Weitere Informationen Bild: SenMVKU Stadtbäume für Berlin Berlin hat einen großen Bestand an Straßenbäumen, doch der Klimawandel und andere Faktoren gefährden ihre Existenz. Mit der Stadtbaum-Spendenkampagne helfen alle mit, sich diesem Trend entgegenzusetzen. Weitere Informationen Bild: DAN - Fotolia.com Publikationen Die wichtigsten Flyer und Broschüren unserer Senatsverwaltung finden Sie hier auf einen Blick. Sie können sich die Informationsmaterialien herunterladen oder in gedruckter Form nach Hause bestellen. Weitere Informationen Am Köllnischen Park 3 10179 Berlin Telefon 030 9025-0 Bürgertelefon: 115
Rund 1.000 Hektar ökologisch wertvolle Waldflächen bei Stolberg im Südharz werden dauerhaft für die Natur gesichert. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat am heutigen Freitag im Beisein von Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann eine Förderurkunde für das Projekt „KlimaWildnis“ an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben. Der Bund finanziert den Flächenankauf im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 32 Millionen Euro. Ganz ohne forstwirtschaftliche Nutzung soll sich das Gebiet zu einem naturnahen Waldlebensraum entwickeln. „Im Harz ist der fortschreitende Klimawandel vielerorts gleich auf den ersten Blick sichtbar“, erläuterte Willingmann. „Weiträumig sind Fichten durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer abgestorben, auf den Kahlflächen wächst inzwischen langsam Mischwald nach. Für einen klimaresilienteren Harz sind Projekte wie das vom Bund geförderte Vorhaben im Südharz daher sehr wertvoll. Geschützte, ökologisch wertvolle Waldflächen tragen darüber hinaus zum Erhalt der Artenvielfalt bei.“ Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte: „Heiße und trockene Sommer, wie wir sie aufgrund des Klimawandels immer häufiger erleben, sind eine große Belastung für Mensch und Natur. Dabei kann uns die Natur selbst helfen, wenn wir sie lassen: Hier im Südharz bieten große Buchenwaldflächen die Möglichkeit, dass sich Natur in einem einzigartigen, zusammenhängenden naturnahen Lebensraum ungestört entfalten und entwickeln kann. Naturnahe Laub- und Mischwälder sind nicht nur ein natürlicher Lebensraum für zahlreiche Arten, sondern auch ein wunderschöner Erlebnisraum für die Menschen vor Ort und die Gäste in der Region. Außerdem sorgen sie gerade wie jetzt im Sommer für ein angenehmes Klima und kühlen die Umgebung. Sie speichern große Mengen an Wasser und Kohlenstoff und auch das Risiko von Waldbränden ist geringer als in Nadelholz-Reinbeständen. Damit ist die Förderung der Wildnisfläche Stolberg auch ein Beispiel, wie wir unsere Wälder resilienter gegen die Auswirkungen des Klimawandels machen können.“ Künftig ermöglichen die gesicherten Flächen natürliche Entwicklungsprozesse auf einem großen zusammenhängenden Areal. Davon profitieren zahlreiche seltene und gefährdete Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Zu den Arten, für die naturnahe und störungsarme Waldlebensräume von besonderer Bedeutung sind, zählen unter anderem Luchs, Bechsteinfledermaus und Raufußkauz. „Natürliche Waldentwicklung ist ein wichtiger Baustein für den Schutz der biologischen Vielfalt und für den natürlichen Klimaschutz. Wenn wir Waldflächen dauerhaft aus der forstwirtschaftlichen Nutzung nehmen, geben wir der Natur den Raum, den sie braucht, um sich langfristig selbst zu entwickeln“, erklärte Willingmann. „Gleichzeitig stärken intakte Waldökosysteme den Wasserhaushalt und können dazu beitragen, die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.“ Naturnahe Wälder speichern Kohlenstoff sowohl in der Biomasse als auch in den Böden. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Wasserrückhalt und zur Kühlung der Landschaft. Willingmann: Entwicklungspotenzial für die Tourismuswirtschaft Die Entwicklung der Waldflächen soll zugleich für Besucherinnen und Besucher erlebbar bleiben. Ein Wegenetz bleibt für die Erholungssuchenden zugänglich. Damit eröffnet die KlimaWildnis-Fläche auch Perspektiven für einen naturverträglichen Tourismus im Südharz. „Ich sehe hier auch für die Menschen vor Ort und insbesondere für die Tourismuswirtschaft großes Potenzial“, betonte Willingmann. „Naturnaher Tourismus liegt im Trend. Deshalb geht es hier um auch um ein Vorhaben, das nicht nur der Umwelt, sondern auch den Menschen in den kommenden Jahren großen Mehrwert bieten kann.“ Aktuelle Informationen aus dem Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Tiktok, X und Bluesky. Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Tiktok , X und Bluesky .
Moore sind unverzichtbare Ökosysteme, die im intakten Zustand zahlreiche ökologische Funktionen erfüllen. Intensive Landnutzung und damit einhergehende menschliche Eingriffe wie Entwässerung, Versiegelung oder Torfabbau haben jedoch vielfach zu einem Verlust dieser Funktionen geführt. Das erfordert die Entwicklung geeigneter Strategien zum Schutz von Mooren und kohlenstoffreichen Böden. Moore sind wertvolle Lebensräume hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten, sie sind Kohlenstoffspeicher, regulieren das lokale Klima und den Landschaftswasserhaushalt und dienen als Schadstofffilter. Hauptbestandteile eines intakten Moores sind Wasser, eine moorspezifische Vegetation und Torf. Ganzjährige hohe Wasserstände sind für ein funktionsfähiges Moorökosystem unabdingbar. Diese sorgen dafür, dass sich der Boden unter Luftabschluss befindet und abgestorbene Pflanzenreste konserviert, die sich dann allmählich in Torf umwandeln. Die Torfschichten unserer Moore sind über Jahrtausende gewachsen (Wachstumsrate unter guten Bedingungen ca. 1 mm im Jahr) und speichern enorme Mengen Kohlenstoff. Jedoch sind deutschlandweit über 95 Prozent aller Moore entwässert worden, um diese land- und forstwirtschaftlich oder für den Torfabbau zu nutzen. Ein sinkender Wasserstand im Moor führt zum Abbau der festgelegten organischen Substanz und einer Torfzehrung. Somit gelangen die großen Mengen des ehemals gespeicherten organischen Kohlenstoffs als klimawirksames Kohlenstoffdioxid in unsere Atmosphäre und befeuern den Klimawandel. In Deutschland sind entwässerte Moore für etwa 7 Prozent der landesweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weiterhin gehen diese Ökosysteme durch Entwässerung als einzigartige Lebensräume verloren und büßen ihre Filterfunktion ein. Trockengelegte Moorböden degradieren und die voranschreitende Torfzehrung sowie Setzungsprozesse führen zu Verlusten der Torfmächtigkeit von über 1 cm jährlich. Für den Schutz unseres Klimas, seltener Arten, der Bodenfunktionen und einem funktionsfähigen Landschaftswasserhaushalt müssen intakte Moore unter Schutz gestellt und entwässerte Moore wiedervernässt werden. Es müssen Maßnahmen für den Rückhalt von Wasser in der Landschaft getroffen werden, unter anderem durch die Instandsetzung alter Stauanlagen zur wechselseitigen Wasserregulierung, die Renaturierung von Flussläufen oder den Verschluss von Gräben und den Rückbau von Drainagen. Neben den technischen Herausforderungen gilt es neue und alternative Bewirtschaftungsmöglichkeiten nasser Moorstandorte zu finden und zu erproben. Der überwiegende Anteil der Moorböden in Deutschland (und auch in Sachsen-Anhalt) wird als Acker- oder Grünland genutzt. Durch Torfzehrungs- und Setzungsprozesse ist eine rentable wirtschaftliche Nutzung entwässerter Moorböden endlich. Eine erfolgreiche Transformation bedeutet vor allem eine Umstellung der bisherigen Wirtschaftsweise zu einer nassen Bewirtschaftung auf diesen Flächen durch die Landwirtschaft. Dies kann nur gelingen, indem Landbewirtschaftende bei dieser Herausforderung, unter anderem durch entsprechende Förderprogramme (Kompensation von geringeren Erträgen, Investition in neue Technik usw.), unterstützt werden und neue Wertschöpfungsketten entstehen. Eine grundlegende Voraussetzung ist auch die Anpassung der gesetzlichen und administrativen Rahmenbedingungen. Um bis 2045 in Deutschland Klimaneutralität zu erreichen und die Biodiversität wertvoller Moorlandschaften zu fördern, wurde Ende 2022 die nationale Moorschutzstrategie vom Bundeskabinett verabschiedet. Darin wird die Wiedervernässung trockengelegter Moorstandorte präferiert, unter anderem durch die Förderung klimaverträglicher Nutzungsmethoden. Weiterhin sollen naturnahe Moore konsequent geschützt und die Verwendung von Torfen im Gartenbau stark vermindert werden. Auch ist der Moorbodenschutz ein wesentlicher Bestandteil des Bundesförderprogramms - Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz , welches mit Kabinettsbeschluss vom 29. März 2023 beschlossen worden ist. Mit diesem Programm stehen bis 2026 etwa 4 Milliarden EURO, unter anderem für die Wiederherstellung von Moorökosystemen, zur Verfügung. Moorböden in Sachsen-Anhalt Vor allem in der nördlichen Landeshälfte sind Moorböden sowie organische Böden zu finden. Beim überwiegenden Teil der Moore in Sachsen-Anhalt handelt es sich um grundwassergespeiste Niedermoore, die sich in Niederungsbereichen, in feuchten Senken oder durch den Austritt von Quellwasser auch in Hangbereichen bilden konnten. Die regenwassergespeisten und deutlich nährstoffärmeren Hochmoore konzentrieren sich auf den Bereich des Harzes. Diese nehmen im Land eine deutlich geringere Fläche ein, sind jedoch ein bedeutender Lebensraum für hochspezialisierte und vielfach bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Hier im Land wurde Anfang 2021 die Arbeitsgruppe Moorbodenschutz durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt unter Federführung des Landesamtes für Umweltschutz ins Leben gerufen, um dieses Thema fachlich zu begleiten und voranzubringen. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe sind Vertreter verschiedener Ministerien und Behörden (Bereiche: Wasser, Landwirtschaft, Naturschutz, Klimaschutz, Bodenschutz, Förderwesen) sowie aus der Forschung. Flächenkulisse Moorböden und grundwasserbeeinflusste organische Böden Um einen Überblick über die Moorböden im Land zu erhalten, wurde im Rahmen der AG Moorbodenschutz, federführend durch das Landesamt für Geologie und Bergwesen, eine Flächenkulisse erarbeitet, welche sukzessive aktualisiert werden soll. Sie beruht auf bodenkundliche Kriterien. Der Ausweisung der Kulisse liegen folgende Datengrundlagen zu Grunde: Daten der Bodenschätzung (Klassenzeichen), die vorläufige Bodenkarte (VBK50), die Forstliche Standortskarte (FSK) sowie die digitale geologische Karte (dGK25). Die insgesamt 104.873 Hektar umfassende Flächenkulisse schließt mit 90.606 Hektar die Moorböden im engeren Sinne ein. Das sind naturnahe Moore, Erd- und Mulmmoore, überdeckte Niedermoore sowie sogenannte Sanddeckkulturen. Überdies bezieht die Flächenkulisse in einem Umfang von 14.267 Hektar die grundwasserbeeinflussten organischen Böden ein. Das sind Moor- und Anmoorgleye. Mit etwa 5 Prozent der Landesfläche befindet sich Sachsen-Anhalt innerhalb der „TOP Sechs“ der moorreichen Bundesländer. Innerhalb des Landes sind die größten Moorvorkommen in den drei nördlichen Landkreisen zu finden, dem Altmarkreis-Salzwedel (34.527 ha Moore mit organischen Böden), dem Jerichower Land (18.758 ha Moore mit organischen Böden) und dem Landkreis Stendal (16.445 ha Moore mit organischen Böden). Der überwiegende Teil (54 %) der Moorböden sowie grundwasserbeeinflussten organischen Böden im Land werden als Grünland genutzt (54.305 ha). Eine Nutzung als Ackerland erfolgt auf 17 % (18.353 ha) dieser Böden, 15 % sind unter Wald (15.792 ha) und 4 % befinden sich unter Siedlungs- und Verkehrsflächen (3.711 ha).
Die Fördergebietskulisse des Naturschutzgroßprojekts Baar befindet sich im Südwesten Baden-Württembergs. Das Projekt wird durch das Programm „chance.natur − Bundesförderung Naturschutz“ gefördert. Zu den wesentlichen Teilzielen des Projekts zählen die Sicherung und Aufwertung der Biotope für den Artenschutz, die Verbesserung des naturbasierten Klimaschutzes und die Förderung des Biotopverbunds. Zu den prioritär umzusetzenden Maßnahmen zählen daher die Wiederherstellung von Niedermooren und Magerrasen in Kerngebieten. Weiterhin müssen vorhandene Refugialräume für den Biotopverbund gesichert sowie vertikale und horizontale Wanderbewegungen für Arten ermöglicht werden. Dem Naturraum Baar kommt durch seine Lage innerhalb der europäischen Großlandschaften eine Schlüsselbedeutung im Biotopverbund zu. Nach fünf Jahren Projektumsetzung erfolgte eine erste vorläufige Evaluation. Dabei wurde der bisherige Zielerreichungsgrad u. a. anhand der Umsetzung der Biotoppflegemaßnahmen überprüft. Wenngleich eine Aussage nach fünf Jahren nur bedingt möglich ist, lässt sich erkennen, dass einige Maßnahmen – wie die Pflege extensiven Grünlands, die Schaffung von Waldrefugien und eine Verbesserung des Biotopverbunds durch die Gestaltung der Waldränder – erfolgversprechend umgesetzt wurden. In den Waldbereichen wurde eine Zunahme einiger Lichtwaldarten unter den Gefäßpflanzen und Tagfaltern verzeichnet. Andere Maßnahmen, die längere Abstimmungsprozesse benötigen, wie die hydrologische Stabilisation von Moorflächen, bedürfen noch der Nachbesserung und der Lösung von Zielkonflikten, wenn bspw. dynamische Anstauprozesse, die durch den Biber angestoßen werden, sensible Zielarten lokal verdrängen.
<p> <p>Naturbasierte Lösungen unterstützen sowohl den Klimaschutz als auch die Klimaanpassung. Digitale Technologien können Kommunen helfen, entsprechende Maßnahmen gezielter zu planen, umzusetzen und zu überwachen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des BMUKN hat zentrale Herausforderungen und Potenziale untersucht und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet.</p> </p><p>Naturbasierte Lösungen unterstützen sowohl den Klimaschutz als auch die Klimaanpassung. Digitale Technologien können Kommunen helfen, entsprechende Maßnahmen gezielter zu planen, umzusetzen und zu überwachen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des BMUKN hat zentrale Herausforderungen und Potenziale untersucht und praxisnahe Lösungsansätze erarbeitet.</p><p> <p>Extreme Hitze, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und Überschwemmungen: Die Auswirkungen der Klimakrise sind in Städten und Gemeinden bereits deutlich spürbar (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> 2024). Naturbasierte Lösungen bieten hier einen doppelten Nutzen: Einerseits tragen sie dazu bei, Treibhausgase zu mindern und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> zu schützen, andererseits spielen sie eine zentrale Rolle für die Klimaanpassung, etwa durch Minderung von Überflutungsrisiken und Abkühlung. In Städten und Kommunen umfassen sie vier zentrale Themenfelder:</p> <ol> <li><strong>Grünflächenmanagement</strong>: Naturnahe Gestaltung und Pflege urbaner Grünräume sowie Pflanzung von Stadtbäumen zur Verbesserung des Wasserrückhaltes und der Kühlung.</li> <li><strong>Regenwasserbewirtschaftung</strong>: Maßnahmen zur Speicherung, Nutzung und Versickerung von Regenwasser, u. a. zur Reduzierung von Hochwasserrisiken.</li> <li><strong>Gebäudebegrünung</strong>: Dach- und Fassadenbegrünungen als Beitrag zur Verdunstungskühlung und zur Reduzierung der Wasserableitung.</li> <li><strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a>- und Flächenaufwertung</strong>: Schutz und Renaturierung von Feuchtgebieten, Mooren und anderen Ökosystemen, u. a. zur Rückgewinnung natürlicher Überschwemmungsbereiche und zur Steigerung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/resilienz">Resilienz</a> der Ökosysteme.</li> </ol> <p>Gerade auf kommunaler Ebene besteht ein großes Potenzial, naturbasierte Maßnahmen umzusetzen (s. auch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel/anpassung-auf-kommunaler-ebene/naturbasierte-klimaanpassung-in-kommunen#typen-naturbasierter-losungen-fur-die-stadtische-klimaanpassung">Themenseiten des Umweltbundesamtes zur naturbasierten Klimaanpassung in Kommunen</a>). Digitale Technologien können dabei helfen, diese Maßnahmen gezielter zu planen, effizienter umzusetzen, wirkungsvoller zu überwachen und zum Teil auch autonom zu betreuen. Doch werden diese Chancen oft noch zu wenig genutzt.</p> <p>Aus diesem Grund initiierte das Bundesumweltministerium (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmukn">BMUKN</a>) das Forschungsprojekt „<a href="https://www.ioew.de/projekt/digitale_technologien_fuer_natuerlichen_klimaschutz_in_kommunen_dinakom">Digitale Technologien für den natürlichen Klimaschutz in Kommunen (DiNaKom)</a>“. Dessen Ziel war es, die Potenziale digitaler Technologien für die Planung und Umsetzung naturnaher Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene systematisch zu analysieren, die Herausforderungen zu erheben und Lösungen zu entwickeln (Johnson et al. 2025). Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH und Net Positive Cities GmbH haben hierfür zahlreiche Interviews geführt und Workshops veranstaltet.</p> <p><strong>Digitale Werkzeuge in der Praxis – Fallbeispiele aus Kommunen</strong></p> <p>Ob Biotopvernetzung, smarte Bewässerung oder klimafreundliche Stadtplanung – digitale Technologien eröffnen vielfältige Möglichkeiten, um naturbasierte Maßnahmen in Kommunen gezielter und effizienter umzusetzen. Von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Zwillingen bis hin zu 3D-Stadtklimamodellen – die digitalen Werkzeuge sind vielfältig. Aus den analysierten Potenzialen der DiNaKom-Studie lassen sich konkrete Anwendungsbeispiele erkennen, wie diese Potenziale bereits heute in der Praxis genutzt werden.</p> <p><strong>Biotope</strong> bieten sowohl ökologisch – durch die Förderung der Biodiversität und der Temperaturregulation – als auch gesellschaftlich – durch Gesundheitsförderung und Erholung – einen großen Mehrwert. Ihre Integration in die Landschafts- und Stadtplanung ist daher ein zentraler Baustein für nachhaltiges und klimaresilientes Handeln. Ein digitales Beispiel für die Vernetzung von Biotopen ist die Software Marxan. Sie wird international in der systematischen Naturschutzplanung eingesetzt. Konkret unterstützt sie Fachplan*innen dabei, <strong>optimale Flächenkombinationen für Biotopverbünde </strong>zu identifizieren, und betrachtet dabei sowohl ökologische Kriterien als auch wirtschaftliche Faktoren. In Bayern wird das Tool vom <a href="https://www.lfu.bayern.de/natur/bayaz/biotopverbund/konzept_aufbau/index.htm">Bayerischen Artenschutzzentrum</a> genutzt, um Biodiversitätsberater*innen eine datenbasierte Planungsgrundlage zur Verfügung zu stellen.</p> <p>Auch bei der <strong>urbanen Grünflächenpflege</strong> leisten digitale Anwendungen einen wichtigen Beitrag. Umweltüberwachungssysteme können etwa Hinweise zum Wasserbedarf und Gesundheitszustand von Bäumen geben. Für letzteren Anwendungsfall können Sensoren, Drohnen oder „LiDAR tree maps“, also 3D-Punktwolken und Satellitendaten, genutzt werden. So kann die Anwendung <a href="https://www.geodesy.tu-darmstadt.de/fernerkundung/forschung_fub/forschungsthemen_fub/forsens.de.jsp">ForSens</a>, die in einem Verbundprojekt der Karuna Technology UG und der TU Darmstadt entwickelt wird, mithilfe von Sentinel-2-Satellitendaten Vitalitätsverluste bei Stadtbäumen mit bis zu 16 Monaten im Voraus identifizieren. So können Grünflächenämter gezielt handeln und Pflegeeinsätze besser planen. Auch verhindert diese vorausschauende Analyse Sicherheitsrisiken, die durch Baumsturz entstehen.</p> <p>Stadtbäume spielen eine sehr relevante Rolle bei der Kühlung von Städten. Gleichzeitig leiden Sie unter der zunehmenden Hitze und Trockenheit. Aus diesem Grund beschäftige sich das Berliner Projekt <a href="https://www.qtrees.ai/en/">Q-Trees</a> mit dem <strong>Wasserbedarf</strong> von Bäumen. Die daraus entstandenen Anwendungen informieren über die Vitalität und den Wasserbedarf der Stadtbäume. Auf diese Weise soll für den Baumerhalt sensibilisiert werden. Die im Projekt entstandene Open-Source-App für Bürger*innen und das Expert*innen-Dashboard enthalten eine auf MapTiler und OpenStreetMap basierende Karte. Sie ist mit dem städtischen Baumkataster verknüpft, das 800.000 Bäume mit Angaben zu Art, Alter, Größe, Kronendurchmesser und Stammumfang enthält. Angereichert wird die Karte mit Umgebungsparametern und Echtzeitdaten wie Wetterdaten und Feuchtigkeitssensoren, die mit einigen Bäumen verbunden sind. Ein KI-basiertes Vorhersagemodell nutzt diese Daten und kann damit die aktuelle Saugspannung aller sich im unmittelbaren Umfeld befindlichen Straßenbäume berechnen und für 14 Tage vorhersagen – also auch für Bäume, die ohne Sensor ausgestattet sind.</p> <p>Gebäude sind wesentliche Wärmespeicher und fördern damit die Bildung von Hitzeinseln in urbanen Räumen. <strong>Gebäude- und Dachbegrünung</strong> können dem entgegenwirken. Dachkatasterdaten können identifizieren, wo eine Dachbegrünung realisierbar ist. Darauf aufbauend können Building Information Models (BIM) helfen, die Begrünung mit einem geringen Ressourcenaufwand zu planen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Statik des Gebäudes mit der Begrünung kompatibel ist. Die Digitalisierung kann auch die Pflege der Dach- und Fassadenflächen erleichtern, indem die Bewässerung autonom erfolgt, also auf der Grundlage von Echtzeitdaten wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>- und Feuchtigkeitsdaten ähnlich dem QTree-Projekt. Auch können Kamera-Systeme die Biodiversität an den Flächen beobachten und so den biologischen Mehrwert der Pflanzungen überprüfen. </p> <p>Besonders im <strong>Wassersektor</strong> zeigen sich vielfältige Möglichkeiten, wie digitale Technologien naturbasierte Lösungen stärken können; einige Beispiele beleuchten Real Perdomo et al. (2025) genauer. Beispielhaft für ganzheitliche Anwendungen sind die Lösungen der Firma RX-Watertec. Das gleichnamige System erfasst Echtzeit-Füllstandinformationen aus Zisternen, Baumsensorik und Wetterdaten. Damit evaluiert es live, ob Bäume autonom bewässert werden sollten oder aufgrund eines vorausgesagten Regens keine Beregnung nötig ist sowie ob die Zisternen wegen einer Starkregenvorhersage geleert werden sollen, um Schäden zu reduzieren. Die Digitalisierung der Regenwasserbewirtschaftung ermöglicht es auch, Wartungen bedarfsgerecht und somit ressourcenschonender und kostengünstiger durchzuführen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/12326/bilder/wassermanagement_in_kommunen_planen_und_umsetzen_1545x775.png"> </a> <strong> Wassermanagement in Kommunen planen und umsetzen </strong> Quelle: RX-Watertec </p><p> <p><strong>Hürden in der Umsetzung</strong></p> <p>Für die erfolgreiche Planung und Umsetzung von naturbasierten Maßnahmen spielt eine Vielzahl von Akteuren eine entscheidende Rolle, darunter kommunale Grünflächenämter, Infrastrukturbetreiber und Stadtwerke. Mit diesen und weiteren kommunalen Akteuren sowie Technologieanbietern hat das Projektteam über qualitative Interviews Herausforderungen bei der Einführung digitaler Technologien für naturbasierte Lösungen erhoben.</p> <p>Die Interviews liefern vertiefte Einblicke in strukturelle, organisatorische und technische Herausforderungen. So fällt auf, dass es in Kommunen häufig an personellen Ressourcen fehlt. Der Fachkräftemangel erschwert die Personalsuche und somit die mittelfristige Abhilfe. Auch fehlt das Wissen zu geeigneten digitalen Werkzeugen und zu deren Anwendungsmöglichkeiten. Ein zentrales Hemmnis sind langwierige und aufwändige Vergabeprozesse, insbesondere bei innovationsorientierten Vorhaben. Fachabteilungen wünschen sich oft agile Umsetzungspartner wie Start-ups, doch die hohe Risikoaversion in Vergabestellen und der hohe Aufwand bei größeren Vergabesummen bremsen Tempo und Innovationsbereitschaft erheblich.</p> <p>Darüber hinaus zeigt sich in der Praxis, dass strukturelle Hürden die Umsetzung naturbasierter Lösungen erschweren. Dazu zählen unklare Zuständigkeiten und fehlende Koordinationsstrukturen zwischen Verwaltungsbereichen wie Tiefbau-, Umwelt- und Grünflächenämtern. Naturbasierte Maßnahmen greifen häufig in bestehende Zuständigkeitslogiken ein – insbesondere, wenn sie mehrere Sektoren gleichzeitig betreffen. So kann beispielsweise die dezentrale Versickerung von Regenwasser und dessen Nutzung zur Bewässerung von Stadtgrün zu Unklarheiten führen: Abwasserbetriebe sind traditionell auf die Ableitung von Regenwasser ausgerichtet und betrachten Bewässerungsfragen nicht als ihren Zuständigkeitsbereich. Gleichzeitig ist auf kommunaler Ebene oft nicht geregelt, wer die Planung, Finanzierung und Unterhaltung solcher fachübergreifenden Lösungen übernehmen soll. Dies verdeutlicht, dass nicht nur technische, sondern auch institutionelle Anpassungen notwendig sind, um naturbasierte Lösungen in der Breite zu verankern.</p> <p>Der zur Überwindung dieser Herausforderungen nötige Kulturwandel schreitet nach dem Eindruck der Interviewpartner*innen nur sehr langsam voran. Die zögerliche Digitalisierung und das weiterhin fehlende systemische – und somit fachabteilungsübergreifende – Denken wurde als eine der größten Hemmschwellen identifiziert. Diesbezüglich schafft das Forschungsprojekt „<a href="https://www.ufz.de/bluegreencitycoaching/index.php?de=52207">Blue Green City Coaching (BGCC)</a>“ Abhilfe: Eine Coaching-Toolbox bietet Stadtakteuren Instrumente und praxisnahe Hilfestellungen, um lokalspezifische Herausforderungen zu überwinden und ins Handeln zu kommen.</p> <p><strong>Ausblick: Lösungswege zur Gestaltung der digitalen Zukunft</strong></p> <p>Auf Basis von weiterführenden Interviews wurden Handlungsempfehlungen und Unterstützungsangebote entwickelt. Notwendig sind:</p> <ul> <li><strong>Standardisierung und offene Schnittstellen</strong>, um Technologien besser skalieren zu können.</li> <li><strong>Förderprogramme</strong>, die nicht nur Technik, sondern auch Strukturen und Qualifizierung unterstützen.</li> <li><strong>Dialogformate</strong> zur Beteiligung von Fachkräften, Bevölkerung und Technologieanbietern.</li> <li><strong>Fachämterübergreifende Zusammenarbeit, </strong>um die Potenziale der digitalen Technologien entfalten zu lassen.</li> <li><strong>Weiterbildungsangebote </strong>zur Unterstützung der digitalen Kompetenzen.</li> <li><strong>Langfristige Visionen</strong>, wie sie z. B. im Projekt <a href="https://www.siemens.com/de/de/branchen/wasser/blue2035.html">Blue2035</a> entwickelt wurden – etwa ein modularer Marktplatz für digitale Wasserlösungen in einem offenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>.</li> </ul> <p><strong>Fazit</strong></p> <p>Digitale Technologien können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Städte und Gemeinden mithilfe naturbasierter Lösungen klimaresilient und zukunftsfähig zu machen – vorausgesetzt, sie werden zielgerichtet, kooperativ und vorausschauend eingesetzt. Die vom Bundesumweltministerium geförderte Studie zeigt, wie dies gelingen kann.</p> <p><strong> </strong></p> <p><em>Autor*innen: Dr. Maria Real Perdomo (Net Positive Cities), Dr. Daniel Johnson und Dr. Alexandra Dehnhardt (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, IÖW)</em></p> <p><em>Den vollständigen Bericht des Projekts finden Sie <a href="https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf">hier</a>.</em></p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> und Anpassung Nr. 97 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> <p> </p> <p><strong>Quellen: </strong></p> <p>Johnson, D., Schmelzle, F., Real Perdomo, M., Bergset, L., Rösch, E., & Rohde, F. (2025). Digitale Technologien für natürlichen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> in Kommunen – Lösungen um Austausch, Koordination und Management zu verbessern. In: Schriftenreihe des IÖW 230/25, ISBN 978-3-940920-36-2. <a href="http://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf">www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/Schriftenreihe/IOEW_SR_230_DiNaKom.pdf</a></p> <p>Real Perdomo, M., Johnson, D. & Dehnhardt, A. (2025). Technologien für den natürlichen Klimaschutz im Wassersektor. In: wwt Wasserwirtschaft Wassertechnik, Ausgabe 5/2025, S. 23–27. DOI: 10.51202/1438-5716-2025-5-023</p> <p>Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) (2024). Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023. Climate Change 34/2024. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/34_2024_cc_kommunalbefragung.pdf">https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/34_2024_cc_kommunalbefragung.pdf</a></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Die Energiewende in Deutschland ist in vollem Gange: Stromtrassen, Windenergie- und Solaranlagen, Biomassekraftwerke, Batteriespeicher und viele weitere Komponenten prägen zunehmend Natur und Landschaft. In dieser Schwerpunktausgabe stehen die Naturschutzanliegen beim Ausbau der erneuerbaren Energien an Land im Zentrum. Zahlreiche Beschleunigungs- und Erleichterungsansätze haben zu einer Neustrukturierung von Naturschutzanforderungen bei der Planung und Zulassung von Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien geführt. Gleichzeitig wird der Bedarf an einer strategisch geplanten und gemanagten grünen Infrastruktur immer dringender. Denn für den natürlichen Klimaschutz, den Landschaftsschutz, den Schutz von Arten und Lebensräumen sowie der biologischen Vielfalt sind ebenfalls zusätzliche Flächen notwendig. Wo steht der Naturschutz beim Ausbau der erneuerbaren Energien an Land und wie könnten Beiträge zu einer naturverträglichen Ausgestaltung der Energiewende aussehen? Diesen Fragestellungen widmet sich diese Schwerpunktausgabe.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 153 |
| Kommune | 1 |
| Land | 48 |
| Schutzgebiete | 2 |
| Weitere | 65 |
| Wirtschaft | 5 |
| Wissenschaft | 12 |
| Zivilgesellschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 5 |
| Förderprogramm | 75 |
| Mitmachportal | 1 |
| Text | 163 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 16 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 182 |
| Offen | 80 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 257 |
| Englisch | 21 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 27 |
| Dokument | 51 |
| Keine | 155 |
| Unbekannt | 5 |
| Webseite | 86 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 185 |
| Lebewesen und Lebensräume | 244 |
| Luft | 147 |
| Mensch und Umwelt | 262 |
| Wasser | 164 |
| Weitere | 246 |