Ziel dieses Teilprojekts ist die Evaluation des Gesamtvorhabens. Analysiert und bewertet werden die Prozesse der Einbeziehung von Naturschutzmaßnahmen in die landwirtschaftliche Produktion auf kooperativer Basis, der erreichten naturschutzfachlichen bzw. Ökosystemdienstleistungseffekte sowie der Veränderungen im Bewusstsein der landwirtschaftlichen Akteure und in der öffentlichen Wahrnehmung. Das Teilprojekt Gesamtevaluation begleitet die Arbeiten der drei Maßnahmen umsetzenden Teilprojekte in den Projektregionen während der gesamten Laufzeit, entwickelt ein fachliches Konzept für die Methoden der Datenerfassung und die Primärevaluation der Ergebnisse, erarbeitet Schwächen-Stärkenanalysen zu den einzelnen Projektinhalten und erfasst Zustände bzw. Veränderungen (Ausgangszustand, Projektverlauf, Projektende). Die Gesamtevaluation gewährleistet, dass für die unterschiedlichen Projektinhalte in den einzelnen Gebieten vergleichbare Maßstäbe und Herangehensweisen mit regionalen Anpassungen angewendet werden. Dadurch sind eine hohe Qualität der Prozesse und nach Ablauf der Teilprojekte eine gute Vergleichbarkeit der Projektergebnisse und deren Kommunikation gegeben. Es ermöglicht eine Bewertung des Gesamtvorhabens aus übergeordneter Sicht.
Die Naturbewusstseinsstudie 2019 stellt die sechste fokussierte Untersuchung des gesellschaftlichen Bewusstseins zum Themenbereich Natur und biologische Vielfalt dar. Die Studienreihe hat sich als dauerhaftes Instrument des gesellschaftlichen Monitorings etabliert. Die langfristige Beobachtung des Naturbewusstseins in der Bevölkerung sowie die stetige Evaluierung und Anpassung des Erhebungsinstrumentes sind unerlässliche Voraussetzungen, damit die Bundesregierung die in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) selbst gesteckten Ziele für das gesellschaftliche Bewusstsein, als auch die internationalen politischen Vorgaben mit Erfolg erfüllen kann. Dabei sind vor allem der Artikel 13 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) zu nennen. Vertiefende sozialwissenschaftliche Analysen der im Rahmen der Naturbewusstseinsstudie generierten Datensätze sind in diesem Zusammenhang unbedingt erforderlich, um der Komplexität menschlichen Erlebens und Verhaltens im Kontext Naturschutz gerecht zu werden. Die im Rahmen der Basisauswertung (Teil A) zu leistenden deskriptiven Betrachtungen des Antwortverhaltens reichen hierzu nicht aus. Um das Wechselspiel der unterschiedlichen und umweltpsychologisch als bedeutsam erkannten Variablen des Naturschutzverhaltens für die Naturschutzkommunikation und Intervention nutzbar zu machen, bedarf es umfassender multivariater Analysen. Darüber hinaus dient die verstärkte wissenschaftliche Betrachtung und Aufbereitung der Datensätze zum Naturbewusstsein für die praktische Verwendung weiterhin als 'Maßnahme des Bundes zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und von Fragestellungen aus der Praxis in wissenschaftliche Forschung', wie im Aktionsfeld C 15 der NBS vorgesehen.
Mit dem Verbundvorhaben 'Schatz an der Küste - Nachhaltige Entwicklung zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Region Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide' soll mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen des Naturmanagements, der Kommunikation und Besucherlenkung zur Förderung der biologischen Vielfalt im Hotspot 29 beigetragen werden. Durch Naturmanagementmaßnahmen sollen Küstenlebensräume wiederhergestellt und nachhaltig genutzt werden. Die Kommunikationsmaßnahmen zielen darauf ab, die Identifikation der Bevölkerung mit den Naturschätzen im Hotspot zu steigern und eine naturverträgliche Besucherlenkung zu entwickeln. Eine Wanderausstellung informiert auf verständliche Weise über das Hotspotprojekt. Sie ist transportabel, schnell und flexibel aufstellbar, betreuungsarm und auch bei geringem Platzangebot verwendbar. Unter Beteiligung regionaler Akteure wird ein reiseführerähnlicher Hotspot-Guide mit Tipps zum Entdecken, Erleben und Schützen der biologischen Vielfalt im Hotspot entwickelt. Ein Infoleitfaden zur Kegelrobbe enthält Besucherlenkungsmaßnahmen und ermöglicht eine koordinierte Strandnutzung durch Mensch und Kegelrobbe. Strandbesuchern werden konkrete Verhaltenshinweise gegeben. Zudem werden häufig gestellte Fragen zur Rückkehr der Kegelrobbe beantwortet. Durch die Entwicklung eines Strandberäumungskonzepts wird eine naturnähere Lebensraumausprägung von Strandlebensräumen ermöglicht, indem reduzierte Räumungsszenarien entwickelt werden.
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