Naturwaldreservate (Naturwald-Programm) Naturwald-Programm der Landesforstverwaltung; Ausweisung, Betreuung und Untersuchung von Naturwaldreservaten und Naturwaldvergleichsflächen in Mecklenburg- Vorpommern. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat am 5. Dezember 1995 die Ziele und Grundsätze einer naturnahen Forstwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Hier wurde festgelegt, die Naturwaldreservatsforschung durch die Landesforstverwaltung zu betreiben. Mit der Ausweisung und Unterhaltung von Naturwaldreservaten und Naturwaldvergleichsflächen beteiligt sich die Landesforstverwaltung an primär waldökologischer Forschung, wie sie bundesweit schon länger betrieben wird, wobei die Untersuchungsobjekte unter verschiedenen Bezeichnungen (Bannwälder, Naturwaldzellen, Naturwälder etc.) geführt werden. Die Auswahl repräsentativer Waldflächen und die Einstellung jeglicher Maßnahmen ("Urwälder von Morgen") lassen erkennen, welche Bedeutung der waldökologischen Forschung auf diesen Flächen für die naturnahe Bewirtschaftung und auch im Hinblick auf die verschiedenen Belange des Naturschutzes im Wirtschaftswald zukommt. Das Naturwald-Programm unterstützt weitgehend die Leitlinien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die auf europäischer und internationaler Ebene (wie z. B. auf den Europäischen Ministerkonferenzen von Helsinki 1993 und Lissabon 1998) beschlossen wurden. Mit Stand 01.01.2010 sind im Gesamtwald Mecklenburg-Vorpommerns 35 Naturwaldreservate mit einer Waldfläche von insgesamt 1400 ha ausgewiesen. Begriffsbestimmungen Naturwaldreservate (NWR) sind Waldflächen, die in ihrer Entwicklung sich selbst überlassen bleiben. Alle Störungen ihres Zustandes und der ablaufenden natürlichen Prozesse werden hier vermieden. Naturwaldvergleichsflächen (NWV) sind naturnah zu bewirtschaftende Waldflächen, die einem unmittelbaren Vergleich mit NWR auf der Grundlage wissenschaftlicher Erhebungen dienen. Sie weisen ähnliche Standorts- und Bestockungsverhältnisse wie die NWR auf, denen sie räumlich zugeordnet werden. NWR und zugeordnete NWV werden generell als Untersuchungseinheit (NWR/V) betrachtet.
Am 01. Januar 2021 übernimmt Gunnar Heyne die Leitung der Berliner Forsten. Er folgt in dieser Position auf Elmar Lakenberg, der in den vergangenen 23 Jahren die Geschicke des fast 30.000 Hektar großen Berliner Waldes lenkte. Anlässlich der Amtsübergabe würdigt Senatorin Regine Günther die außergewöhnlichen Verdienste von Elmar Lakenberg, unterstreicht die Bedeutung des Berliner Waldes und die enorme Relevanz eines professionellen Waldmanagements: „Ich danke Herrn Lakenberg für seinen langjährigen Einsatz sowie die herausragenden Leistungen für die Berliner Wälder. Nicht nur, aber gerade in Corona-Zeiten hat sich gezeigt, wie wichtig die Wälder für die Menschen sind. Sie bieten Erholung, spenden Sauerstoff, regen die Grundwasserneubildung an und sorgen für ein ausgeglichenes Stadtklima. Die Arbeit von Elmar Lakenberg stand somit ganz im Dienste der Berlinerinnen und Berliner. Die Berliner Wälder prägen aber auch das Stadtbild, und sie stehen vor vielfältigen neuen Herausforderungen. Sie sind von der sich beschleunigenden Klimaerhitzung schon heute spürbar betroffen, sie stehen einem steigenden Nutzungsdruck und einer wachsenden Stadt gegenüber, auf die sie vorbereitet werden müssen. All dies hatte Elmar Lakenberg im Blick. Er hat darauf mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen und einem professionellen Wald-Management reagiert. Für seine enormen Verdienste für die Stadt Berlin danke ich Herrn Lakenberg außerordentlich. Herrn Heyne begrüße ich sehr herzlich in seiner neuen Funktion und wünsche ihm eine glückliche Hand bei seinem Wirken für die Berliner Wälder.“ Seit 1984 war Elmar Lakenberg an der Entwicklung des Berliner Waldes und der Berliner Forsten beteiligt. 1997 übernahm er die Leitung der Behörde. Schon frühzeitig hat Lakenberg mit dem Mischwaldprogramm auf den Umbau der Berliner Wälder gesetzt, um diese resistenter gegen die klimatischen Veränderungen zu machen. Sein Engagement galt dabei immer einer naturnahen Bewirtschaftung und einer natürlichen Waldentwicklung. Hiervon zeugen inzwischen zwei Umweltsiegel, mit denen der Berliner Wald zertifiziert ist. Berlin hat seither den größten Naturland-Waldbetrieb Deutschlands. Als Leitender Forstdirektor hat Lakenberg die Behörde nach innen geführt und dabei auch Herausforderungen managen müssen, etwa die Zeiten des Personalabbaus – ein Trend, der inzwischen umgekehrt werden konnte. Lakenberg war zudem im besten Sinne des Wortes ein Interessenvertreter des Waldes im Spannungsverhältnis zur wachsenden Stadt und ihren Flächenbegehrlichkeiten. Den Berlinerinnen und Berlinern wird er stets als „Botschafter des Waldes“ in Erinnerung bleiben. Ein Herzensanliegen seiner Vermittlungsarbeit lag darin, Menschen frühzeitig an die Natur heranzuführen etwa durch den Ausbau der Berliner Waldschulen. Die langfristige finanzielle Sicherung der Berliner Waldschulen ist einer seiner Erfolge. Zudem hat Lakenberg stets der Funktion des Waldes für die Gesundheit der Menschen ein hohes Augenmerk und seine Stimme geschenkt. Er engagierte sich für die Weiterentwicklung des Erholungswaldes zum Gesundheitswald. Mit dem 1. Stadtwaldkongress im November 2019 wurde dieses Engagement national und international breit wahrgenommen und gewürdigt. Mit Gunnar Heyne steht auch künftig ein erfahrener Experte an der Spitze der Berliner Forsten. Der 56-jährige gebürtige Dresdner lebt seit 25 Jahren in Berlin und war nach dem Forststudium 20 Jahre für die Brandenburger Landesforstverwaltung in unterschiedlichsten Funktionen tätig. 2010 übernahm er die Leitung des Naturparks Dahme-Heideseen. Er knüpft mit seiner Erfahrung nun an die Arbeit des scheidenden Leiters Elmar Lakenberg an.
Der NABU hat den Brandenburger Forstwissenschaftler Dietrich Mehl am 20. Januar 2017 für seinen konsequenten und vorbildlichen Einsatz für den Naturschutz im Wald mit der NABU-Waldmedaille 2016 ausgezeichnet. Als Leiter der brandenburgischen Landeswaldoberförsterei Reiersdorf betreut Dietrich Mehl rund 21.500 Hektar Wald im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Dort setzt er sich dafür ein, wichtige Waldstrukturen für die Artenvielfalt zu erhalten und naturferne Forste zu naturnahen Laubmischwäldern zu entwickeln. Mit seiner Arbeit als Oberförster in Brandenburg und als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) Brandenburg zeigt er eindrucksvoll in der Praxis, wie Naturschutzmaßnahmen in den Wirtschaftswald integriert werden können.
Wissenschaftlich erhobenen Daten von BirdLife International und dem European Bird Census Council zeigen, dass die Bestandzahl der Feldvögel in der EU seit 1980 um 300 Millionen reduziert hat. Diese Information wurde bei einer Diskussion der Europäischen Kommission am 13. Juli 2012 über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bekannt. Bei den Erhebungen im Rahmen des Farmland Bird Indicators (FBI) wurde festgestellt, Feldvogel-Indikator zeigt auf, dass von 37 typischen Feldvogelarten 22 Arten in ihrem Bestand abnehmen, 6 Arten zunehmen, 6 Arten einen stabilen Bestand besitzen und bei 3 Arten ein unsicherer Trend vorliegt. Der Indikator weist nach, dass der Bestand an Feldvögeln um 52 % seit 1980 abgenommen hat. Dieses entspricht einer Abnahme von 300 Millionen Brutvögeln in den letzten Jahrzehnten trotz vieler Bemühungen für eine naturnahe Bewirtschaftung.
Titel: Braunkohlenplan als Sanierungsrahmenplan für den stillgelegten Tagebaubereich Goitsche-Holzweißig-Rösa Planungsstand: verbindlicher Braunkohlenplan als Sanierungsrahmenplan seit 05.12.2002, zur Zeit Planfortschreibung entsprechend § 6 Abs. 5 SächsLPlG Inhalt: * Das Hochwasser an der Mulde vom August 2002 hat die gesamte Bergbaufolgelandschaft Goitsche länderübergreifend geschädigt. Durch das Überschwappen von Muldewasser wurden die östlichen Böschungsbereiche des zukünftigen Seelhausener See erheblich geschädigt und der Wasserspiegel im Restloch angehoben. Die Ortsverbindungsstraße Löbnitz-Pouch und die Flutungsleitung der LMBV mbH wurden zerstört. Durch den massiven Wassereintritt in den Goitschesee wurde die geplante Endwasserspiegelhöhe frühzeitig erreicht und kurzzeitig überschritten. Der Lober-Leine-Kanal musste in den Seelhausener See eingeleitet werden. * Die vom Hochwasser verursachten Schäden machen eine Gesamtfortschreibung des Braunkohlenplans unerlässlich. Die Fortschreibung wurde am 13.12.2002 mit Beschluss Nr. III VV 11/02/2002 durch die Verbandsversammlung beschlossen. Die Fortschreibung wurde zunächst in Übereinkunft mit der sachsen-anhaltischen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg länderübergreifend nach dem Prinzip "Ein Plan - zwei Verfahren" für den Gesamtraum des ehemaligen Tagebaukomplexes begonnen. Aufgrund des parallel laufenden Verfahrens zum Regionalen Entwicklungsprogramm bei den sachsen-anhaltischen Kollegen musste die Fortschreibung des Teilgebietsentwicklungsprogramms "Goitzsche" zurückgestellt werden. Unter Leitung der Regionalen Planungsstelle Leipzig wurde eine Arbeitsgruppe zur Schaffung der fachlichen Grundlagen für die erforderliche Planfortschreibung konstituiert. In der Arbeitsgruppe sind die Fachämter und -behörden, das verantwortliche Bergbauunternehmen LMBV mbH sowie von der Planung berührten Kommunen vertreten. Bisher fanden 8 Arbeitsgruppensitzungen statt. * Die Durchführung der Aufstellungsbeteiligung für den Rohentwurf des fortgeschriebenen Braunkohlenplans entsprechend § 6 (1) SächsLPlG erfolgte im III. Quartal 2004 unter Beteiligung von 130 Trägern öffentlicher Belange. Mit Beschluss Nr. IV VV 03/04/2005 der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbands Westsachsen am 01.07.2005 wurde die Abwägung der im Zuge der Aufstellungsbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen abgeschlossen. * Der weitere Verfahrensfortgang ist jedoch derzeit ausgesetzt. Grund hierfür ist der nach einer nunmehr 10-jährigen Laufzeit des wasserrechtlichen Planfestellungsverfahrens ausstehende Beschluss zur Festlegung der Endwasserspiegelhöhe im Seelhausener See. Von dieser Festlegung sind insgesamt 14 von 33 Zielen und Grundsätzen des Braunkohlenplans betroffen. * Die Hochwasserschäden aus dem Jahr 2002 sind behoben. Der größte Sanierungsbedarf bestand in der Wiederherstellung des stark zerstörten Lober-Leine-Kanals und dessen Wiedereinbindung in die Mulde. * Die bergbauliche Sanierung mit Tagebaugroßgeräten (Anstützung/Profilierung von Böschungen) wurde im Mai 1997 im Restloch Rösa (Seelhausener See) abgeschlossen. In den Folgejahren wurden die Arbeiten für die Herstellung standsicherer Böschungen mit mobiler Erdbautechnik fortgeführt (Restlöcher Rösa und Holzweißig-West). * Die Maßnahmen zur Landschaftsgestaltung sind weitgehend abgeschlossen. Die im Plangebiet vorhandenen Kleinrestseen (Neuhauser See, Paupitzscher See und Ludwigsee) sind als Vorranggebiete für Natur und Landschaft zum Schutz der eingesetzten natürlichen Entwicklung ausgewiesen und bleiben der Sukzession vorbehalten. Maßgebliche Aspekte für die Planfortschreibung stellen die Sicherung des FFH-Gebiets Nr. 208 "Ehemaliger Übungsplatz und Paupitzscher See" sowie das SPA-Gebiet DE 4439-451 "Goitzsche und Paupitzscher See" im Plangebiet dar. * Mit dem Seelhausener See entsteht der größte Restsee im Plangebiet (6,1 km²). Die Fremdflutung des Seelhausener Sees (bis 08/02 Einleitung von Muldewasser) wurde aufgrund der Hochwassereinflüsse und der erreichten Wasserstände eingestellt. Die Flutung der übrigen Restlöcher im Plangebiet (Neuhauser See, Paupitzscher See, Ludwigsee) erfolgt weiterhin durch den natürlichen Grundwasserwiederanstieg. Den Schwerpunkt bei der Renaturierung von Fließgewässern stellt perspektivisch die geordnete Rückverlegung von Lober und Leine im Bereich der Ortslage Sausedlitz sowie die Sanierung deren Einzugsgebiete dar. * Die Landwirtschaft im Bereich des unverritzten Tagebauvorfeldes wird weitergeführt. Handlungsfelder der Forstwirtschaft bestehen in der naturnahen Bewirtschaftung der auf Kippenflächen vorhandenen Bestände sowie in deren waldökologischem Umbau. * Freizeit und Erholung sollen sich in den teilweise nutzungsorientiert vorprofilierten Uferbereichen am Seelhausener See etablieren (Löbnitz bzw. Sausedlitz). Die im Bereich Löbnitz vorhandenen Freizeitmöglichkeiten (Reitsportzentrum, Sportflugplatz) sollen als Initiale für die weitere touristische Entwicklung ("Erlebnisufer") genutzt und durch alternative Angebote (Yachthafen, Tauch- und Surfzentrum) ergänzt werden. Im Bereich Sausedlitz soll ein "beruhigter" Erholungsbereich entstehen. Das ergänzende touristische Angebot soll für Familien als Zielgruppe ("Das Familienufer") entwickelt werden. Kernprojekt der zukünftigen touristischen Entwicklung stellt die Fortführung der Planung und die Realisierung des länderübergreifenden Gewässerverbunds zwischen Goitzschesee und Seelhausener See dar. * Der Seelhausener See ist über das vorhandene Verkehrsnetz gut erreichbar. Für die durch den Lober-Leine-Kanal noch unterbrochene Verbindungstraße Laue-Sausedlitz soll Ersatz geschaffen werden. Die verkehrsinfrastrukturellen Sanierungsmaßnahmen sind mit der Fertigstellung des asphaltierten Uferrundwegs und der Komplettierung des übrigen Rad- und Wanderwegenetzes weitestgehend abgeschlossen. Im Jahr 2002 wurden Zuwegungen und Parkmöglichkeiten in Löbnitz, Sausedlitz und östlich des Neuhauser Sees sowie die Brücke über den Lober-Leine-Kanal im Rahmen des sog. § 4-Maßnahmeprogramms VA III BKS des Freistaats Sachsen geschaffen. * Die Revitalisierung der bis 1990 für eine Devastierung vorgesehenen Ortslage Sausedlitz ist weit fortgeschritten. Das Wohnumfeld ist weiter zu verbessern, Freizeitmöglichkeiten zu entwickeln und bestehende infrastrukturelle Defizite weiter abzubauen.
Magdeburg. Der sachsen-anhaltische Wald und die aus ihm hervorgegangenen Holzprodukte leisten einen wichtigen Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung und damit für den Klimaschutz. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Kohlenstoffstudie Forst und Holz Sachsen-Anhalt hervor, die die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) für das Land erarbeitet hat. Untersucht wurden der Zeitraum von 1993 bis 2007 und darauf aufbauend Szenarien bis 2037. Lag der Gesamtholzvorrat 1993 für alle Baumarten bei rund 82 Millionen Kubikmeter, waren es 2007 trotz der Schäden durch Orkan Kyrill bereits etwa 104 Millionen Kubikmeter. Damit stiegen die Kohlenstoffvorräte von 21 Millionen Tonnen auf rund 26 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sagte dazu: ?Die Speicherung von Kohlenstoff im Wald ist klimapolitisch ein hoch aktuelles Thema. Vor dem Hintergrund steigender Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre macht die Studie deutlich, welche Beiträge zum Klimaschutz die Forst- und Holzwirtschaft durch die Bindung von Kohlenstoff im Wald und in den Holzprodukten liefern kann. Die Studie zeigt, dass die naturnahe, nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie wir sie in Sachsen-Anhalt umsetzen, langfristig für die Kohlenstoffbilanz das beste Ergebnis bringt. In der neuen , derzeit erarbeiteten Leitlinie Wald werden wir das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung bekräftigen.? In Sachsen-Anhalt wächst Wald auf 492.000 Hektar, also auf etwa 24 Prozent der Landesfläche. Die Waldfläche des Landes nimmt seit einigen Jahren zu, seit 1993 hat sich der Wald im Land um rund 18.000 Hektar vergrößert. Parallel dazu findet ein kontinuierlicher Vorratsaufbau im Wald statt. Lag der Derbholzvorrat 1993 für alle Baumarten bei rund 206 Kubikmeter pro Hektar, waren es 2007 rund 220 Kubikmeter pro Hektar. Somit veränderten sich die darin gespeicherten Kohlenstoffvorräte von 52 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar auf 55 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Die Hauptbaumarten können aufgrund ihrer unterschiedlichen Wuchsleistung und Rohdichte unterschiedlich Kohlenstoff aufnehmen. Aufgrund ihres hohen Flächenanteils waren 2007 in der lebenden Baumbiomasse der Kiefernbestände höhere Kohlenstoffvorräte gespeichert (ca. 13,6 Millionen Tonnen) als in den Fichten- (ca. 4,9 Millionen Tonnen) oder Eichenbeständen (ca. 4,7 Millionen Tonnen). Am geringsten war dieser Wert in den Buchenbeständen (ca. 3,7 Millionen Tonnen). Der Waldboden hat in den Laub- und Nadelbaumbeständen mit durchschnittlich 113 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar einen größeren Kohlenstoffvorrat wie deren Derbholzvorrat (55 Tonnen pro Hektar). Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die naturnahe Bewirtschaftung empfiehlt. Sie bleibt dem Grundprinzip einer nachhaltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft treu, erhält die Kohlenstoffvorräte im Wald nachhaltig auf einem hohen Niveau und trägt zusätzlich zur Senkung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre bei. Das naturnahe Waldbauszenario ist gekennzeichnet durch den Schutz seltener Baumarten, die Sicherung eines Totholzanteils in Höhe von 10-20 m3/ha, praxisübliche Zielstärken sowie durch Eingriffsstärken, die den Wachstumsgang der Baumarten angepasst sind. Bei einer naturnahen Waldbewirtschaftung ergibt sich in der lebenden Baumbiomasse, im Totholz und in den Holzprodukten im Jahr 2037 ein Kohlenstoffvorrat von insgesamt 42,6 Millionen Tonnen. Hintergrund Beim Wachstum der Bäume wird Kohlenstoff aus dem klimaschädlichen Gas Kohlendioxid gebunden und Sauerstoff freigesetzt. Die anschließende Kohlenstoffspeicherung findet in den Waldböden, den Bäumen sowie später in Holzprodukten statt. Die NW-FVA wurde beauftragt, mit der Studie die Mengen an Kohlenstoff herzuleiten, die heute bzw. künftig in sachsen-anhaltischen Wäldern und in den aus sachsen-anhaltischem Holz hergestellten Produkten gespeichert werden. Es wurden nicht nur lebende und tote Baumbiomasse, sowie Mineralboden, Moore und Bodenvegetation untersucht. Auch das Holz, welches geerntet und weiterverarbeitet wird, leistet seinen Beitrag zur Kohlenstoffbilanz und wurde untersucht. Da es zu Bauholz, Fußböden, Möbeln, Furnieren, Papieren und Energieholz verarbeitet wird und nicht im Wald verrottet, vergrößert es den Gesamtspeicher. Gleichzeitig ersetzt es energieaufwändige Baustoffe. Die Kohlenstoffstudie Sachsen-Anhalt steht auf der Internetseite der NW-FVA (www.nw-fva.de) unter Publikationen (Publikationsliste unter ?Wördehoff et al 2012?) zum Download zur Verfügung. Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Der Stadtwald Göttingen und das Kerstlingeröder Feld stehen jetzt unter Naturschutz: Im Einvernehmen mit der Stadt Göttingen hat der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) die rund 1200 Hektar große Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um stadteigene Flächen, die östlich des Ortsteils Herberhausen liegen. "Das Gebiet ist ein repräsentativer Teilbereich des größten zusammenhängenden Kalk-Buchenwald Komplexes innerhalb des Weser-Leineberglandes in Südniedersachsen", betont Anne-Margarete Runge vom NLWKN in Braunschweig. Die bereits bisher schon praktizierte naturnahe Bewirtschaftung des Stadt-waldes ist nun auch für die Zukunft verbindlich festgeschrieben. In den Kalk-Buchenwälder gibt es vorwiegend Waldmeister-Buchenwald; an den östlich oder nordöstlich exponierten, steileren und trockeneren Hängen kommt kleinflächig der seltene Orchideen-Kalkbuchenwald vor. Im Südwesten trifft man auch auf versumpfte oder mit Wasser gefüllte Erdfälle, feuchte Eichen-Hainbuchenwaldfragmente und Erlen-Eschen-Quellwaldbereiche sowie seltene Kalktuffquellen und -fluren. Neben den Waldbereichen zeichnet sich das Gebiet durch den reich strukturierten Offenlandbereich des "Kerstlingeröder Feldes" als Relikt einer alten Kulturlandschaft aus. Der Offenlandcharakter ist durch die frühere Nutzung als Standortübungsplatz entstanden und bis heute weitgehend erhalten geblieben. Hier herrschen Grünlandflächen unterschiedlicher Nutzungsintensität und ungenutzte Flächen mit Übergängen zu Kalkmagerrasen vor. "Insbesondere die mageren Flachlandmähwiesen und die Magerweiden kalkreicher Standorte mit Goldhafer sind in Niedersachsen selten", sagt Runge. Das Gebiet ist auch ein wichtiger Lebensraum für selten gewordene Tiere. Eine außergewöhnliche Vielzahl von gefährdeten Schmetterlingsarten, verschiedene Fledermausarten, die Wildkatze sowie die seltenen Vogelarten Neuntöter, Wendehals, Mittelspecht und Grauspecht tragen zur biologischen Vielfalt des Gebietes bei. Mit dem neuen Naturschutzgebiet setzt das Land Niedersachsen zugleich die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die europäischen Vogelschutzrichtlinie um. Alle FFH-Gebiete und europäischen Vogelschutzgebiete bilden zusammen das europäische Schutz-gebietsnetz Natura 2000.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 034/08 Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 034/08 Magdeburg, den 9. April 2008 Erste Studie zur Holzwirtschaft in Sachsen-Anhalt Magdeburg. Sachsen-Anhalts Holzindustrie hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Seit 1998 hat sie ihren Jahresumsatz um über 30 Prozent auf jetzt rund 1,8 Milliarden Euro erhöht. Das zeigt eine erstmals für Sachsen-Anhalt erstellte Bestandsaufnahme des Forst-, Holz- und Papierbereiches. Die Clusterstudie, die heute (7. April) in Magdeburg der Fachwelt vorgestellt wurde, erarbeiteten im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und die Universität Göttingen. Die Vorstellung der Studie nutzte Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke zur Verleihung des Rohholzmobilisierungspreises Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalt ist laut Studie das Bundesland mit den größten Investitionen in die holzverarbeitende Industrie in den vergangenen zehn Jahren. Die rund 2.300 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen im Clusterbereich beschäftigen rund 18.000 Frauen und Männer. Zum Cluster Forst und Holz zählen laut EU-Definition die Forstwirtschaft, Holzbearbeitung/-verarbeitung, Papiergewerbe, Verlags- und Druckgewerbe, Baugewerbe mit Holz und Holzhandel. Wernicke sagte: ¿Dem Holz gehört die Zukunft. Es ist vielseitig verwendbar und es wächst nach. Die Einsatzmöglichkeiten für Holz werden dank neuer Technologien, etwa der Leimbindertechnologie, immer breiter. Wälder brauchen aber auch Zeit zum Wachstum. Der Bedarf am Rohstoff Holz ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Clusterstudie zeigt deutlich, dass wir mit dieser Ressource sorgfältig und weitsichtig umgehen müssen.¿ Sie betonte: ¿A und O ist die naturnahe Bewirtschaftung.¿ Die Studie gehe in einer 30-Jahre-Rechnung bei dieser nachhaltigen Bewirtschaftungsform von einem Anstieg des Holzvorrates aus. Bei einer ertragsorientierten Waldnutzung nehmen die Holzvorräte dagegen in der Modellrechnung stark ab. Die Studie zeige auch, dass die Potenziale im Land in großem Umfang ausgeschöpft seien: ¿Holz ist angesichts der kräftig gestiegenen Nachfrage ein knapper Rohstoff geworden¿, sagte die Ministerin. Zwar gäben gerade die kleineren Privatwälder und Baumarten wie Birke, Weide und Pappel noch einiges her. Dies würde aber bei weitem nicht reichen, wollte man Holz etwa auch energetisch nutzen. Daher lege die Studie nahe, auch Kurzumtriebsplantagen aufzubauen. Mittlerweile herrscht in Sachsen-Anhalt ein Holzbedarf jährlich von annähernd fünf Millionen Festmetern. Dieser kann nur zu einem Teil aus den Wäldern des Landes bedient werden. Wernicke weiter: ¿Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die stoffliche und die energetische Verwertung von Holz konkurrieren. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sollte der stofflichen Verwertung der Vorrang eingeräumt werden. Die Verfasser der Studie legen auch nahe, künftig auf die Förderung eines weiteren Ausbaus der Kapazitäten zu verzichten.¿ Die Ministerin kündigte eine Nachfolgestudie an, die die Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Holz untersuchen soll. Damit gehe man zwar über die vorgegebenen Cluster-Bereiche hinaus. Doch übe die energetische Verwertung einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Rohstoffströme und den Bedarf insgesamt aus. Preise für die besten Rohholz-Mobilisierer Ministerin Wernicke vergab im Rahmen der Vorstellung der Studie die erstmals von der AG ¿Rohholzmobilisierung¿ ausgeschriebenen Preise. In der Kategorie ¿Forstbetriebsgemeinschaftsvorsitzender¿ gewann Harald Deutsch von der Forstbetriebsgemeinschaft Osterburg. Den Preis in der Kategorie ¿Forstbetriebsgemeinschaftsvorstand¿ erhielt die FBG ¿Hans-Jochen-Winkel¿ mit dem Vorsitzenden Werner Faeske. Ausgezeichnet wurde in der Kategorie ¿Revierleiter/in¿ Frau Scymczak aus dem Forstbetrieb Anhalt für ihre langjährige hervorragende Arbeit und Herr Schleth für sein Engagement bei der Beseitigung der durch ¿Kyrill¿ 2007 verursachten Schäden. Die Preise sind insgesamt mit 9.000 Euro dotiert. Hintergrund: 24,1 Prozent der Fläche Sachsen-Anhalts ist von Wald bedeckt, das sind rund 492.000 Hektar. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 31 Prozent. Die wirtschaftlich wichtigsten Baumarten sind Kiefer, Fichte, Eiche und Buche. Der Holzvorrat in Sachsen-Anhalt beläuft sich auf etwa 110 Millionen Kubikmeter, 1990 waren es 98 Millionen. Zum Cluster: Von den Wirtschaftsabteilungen des Clusters Forst und Holz hatte die Abteilung Papiergewerbe mit 590 Mio. ¿ den höchsten Jahresumsatz. Dieser entspricht einem Anteil von 33 % am Gesamtumsatz des Clusters (vgl. Abb. 5). Weiterhin gehören die Holzbe- und -verarbeitung mit 505 Mio. ¿ (28 %) und das Baugewerbe mit Holz mit 293 Mio. ¿ (17 %) zu den umsatzstärksten Abteilungen des Clusters. Von den drei Abteilungen werden annähernd 80 % des Gesamtumsatzes des sachsen-anhaltischen Clusters Forst und Holz erwirtschaftet. Prozentualer Anteil der Wirtschaftsbereiche am Gesamtumsatz des Clusters Forst und Holz in Sachsen-Anhalt im Jahr 2005 (Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt 2007) Der Umsatz des neuen Holzwerkstoffwerkes in Nettgau, ist, bedingt durch den niedersächsischen Unternehmenssitz des Betriebes, in der Umsatzsteuerstatistik Sachsen-Anhalts nicht ausgewiesen. Eine entsprechende Berücksichtigung des Betriebsumsatzes würde die angesprochene Umsatzsteigerung dieser Branche nochmals deutlich erhöhen. Impressum: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Pressestelle Olvenstedter Straße 4 39108 Magdeburg Tel: (0391) 567-1950 Fax: (0391) 567-1964 Mail: pr@mlu.lsa-net.de Impressum:Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energiedes Landes Sachsen-AnhaltPressestelleLeipziger Str. 5839112 MagdeburgTel: (0391) 567-1950Fax: (0391) 567-1964Mail: pr@mule.sachsen-anhalt.de
Es sind schon richtig putzige Tierchen, die Gartenschläfer: große Kulleraugen, eine hübsche schwarze Gesichtsmaske, ein weißes Bäuchlein und ein langer Schwanz mit einer weißen Quaste am Ende. Und wieselflink sind sie auch noch – wenn sie nächtens aktiv sind. Tagsüber und im Winterhalbjahr macht Eliomys quercinus demgegenüber seiner Zugehörigkeit zu den so genannten Schläfern alle Ehre: Er ratzt friedlich. Dies würde sich manch ein betroffener Hausbesitzer sehnlichst wünschen, wenn sich ein solcher Kerl auf seinem Dachboden eingenistet hat. Denn wie sein etwas größerer Kollege, der Siebenschläfer, ist auch der Gartenschläfer sehr „stimmfreudig“, wie es die Biologen vornehm ausdrücken: Vor allem in der Paarungszeit grunzt, knarrt, keckert und pfeift er, was das Zeug hält. Wie können wir dieser Art helfen? Er heißt zwar Gartenschläfer, doch Eliomys quercinus kommt keineswegs nur in der Umgebung des Menschen vor. Eigentlich lebt er im Wald, wobei ihn Nadelbäume keineswegs stören: In Baden-Württemberg ist er im Schwarzwald am häufigsten, wenngleich er auch in anderen Landesteilen vorkommt. Hauptsache, es gibt in seinem Revier steiniges und felsiges Gelände. Dabei findet er geeignete Lebensräume oft auch in Weinbergen und Obstgärten. Wie in älteren Wäldern sind hier meist die notwendigen Voraussetzungen für sein nicht allzu anspruchsvolles Nest gegeben: ehemalige Spechthöhlen und andere Hohlräume sowie Verstecke in Gebäuden, aber auch verlassene Mäuse- oder Vogelnester. Die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder mit langen Umtriebszeiten und älteren Bäumen hilft daher dem Gartenschläfer genauso wie der Erhalt von Streuobstwiesen.Nistkästen, die viele Naturschutzgruppen aufstellen und betreuen, bieten auch Gartenschläfern einen Wohnraum, insbesondere dort, wo andere Möglichkeiten zum Nestbau beschränkt sind. Möchten Sie aktiv werden für den Gartenschläfer? Wenn sich ein Gartenschläfer in einem Nistkasten eingemietet hat, der eigentlich für Vögel vorgesehen war, dann tolerieren Sie ihn doch einfach. Und drücken Sie ein Auge zu, wenn ein angebissener Apfel am Baum hängt – auch das ist nämlich ein typisches Zeichen für Gartenschläfer. - zurück zur Übersicht der Säugetier-Artensteckbriefe -
Das Projekt "Aufbau des 'Kommunikationszentrum fuer Naturschutz und oekologischen Landbau' in Hausen (Thueringen)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Verband für Naturschutz und biologischen Landbau Thüringen durchgeführt.
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Text | 5 |
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geschlossen | 5 |
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