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Luftdaten der Station Neuenburg (DEBW073) in Neuenburg

Dieser Datensatz enthält Information zu gas- und partikelförmigen Schadstoffen. Aktuelle Messwerte sind verfügbar für die Schadstoffe: Cadmium im Feinstaub (Cd), Kohlenmonoxid (CO), Feinstaub (PM₁₀), Blei im Feinstaub (Pb). Verfügbare Auswertungen der Schadstoffe sind: Tagesmittel, Ein-Stunden-Mittelwert, Ein-Stunden-Tagesmaxima, Acht-Stunden-Mittelwert, Acht-Stunden-Tagesmaxima, Tagesmittel (stündlich gleitend). Diese werden mehrmals täglich von Fachleuten an Messstationen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes ermittelt. Schon kurz nach der Messung können Sie sich hier mit Hilfe von deutschlandweiten Karten und Verlaufsgrafiken über aktuelle Messwerte und Vorhersagen informieren und Stationswerte der letzten Jahre einsehen. Neben der Information über die aktuelle Luftqualität umfasst das Luftdatenportal auch zeitliche Verläufe der Schadstoffkonzentrationen, tabellarische Auflistungen der Belastungssituation an den deutschen Messstationen, einen Index zur Luftqualität sowie Jahresbilanzen für die einzelnen Schadstoffe.

Abruf der Feinstaubwerte in der Neujahrsnacht für Baden-Württemberg

null Abruf der Feinstaubwerte in der Neujahrsnacht für Baden-Württemberg Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der baden-württembergischen Redaktionen, wenn Sie sich für die Entwicklung der Feinstaubwerte in der Silvesternacht interessieren und aktuell am 01.01.2025 oder 02.01.2025 berichten möchten, erinnern wir Sie daran, dass Sie die Werte auf unserer Webseite Immissionsdaten Baden-Württemberg selbst abrufen können, und zwar für alle Messstellen, an denen wir Feinstaub PM10 kontinuierlich messen. Dies betrifft Standorte im städtischen und ländlichen Hintergrund sowie einige verkehrsnahe Standorte. Anleitung: Abruf von gemessenen Werten für Feinstaub PM10 auf den Webseiten der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Möchten Sie die Entwicklung der Feinstaubwerte verfolgen, rufen Sie unsere Webseite: Themen/Luft/Aktuelle Messwerte/Tabelle auf. Um eine Übersicht über die höchsten Werte des Tages zu erlangen, wählen Sie die Funktion „Tabelle“ sowie den Luftschadstoff „Feinstaub PM10“. Hier können Sie den höchsten Wert des Tages und des Vortages ablesen. Die Tabelle ist sortierbar. Um den zeitlichen Verlauf und die Konzentration zu einer bestimmten Uhrzeit ablesen zu können, wechseln Sie zur Funktion Diagramm , wählen die entsprechende Station aus und fahren mit Ihrem Maus-Cursor entlang der Kurve im Diagramm zur höchsten Stelle am entsprechenden Tag. So können Sie die Uhrzeit ermitteln, zu der der höchste 24h-Mittelwert (in µg/m³) ermittelt wurde. In der Grafik darunter finden Sie die Stundenmittelwerte. Auch hier fahren Sie mit Ihrem Maus-Cursor an der Kurve im Diagramm entlang zur höchsten Stelle am entsprechenden Tag. So können Sie sich den höchsten Stundenmittelwert (in µg/m³) des Tages anzeigen lassen. Rückblick: Feinstaubwerte in der Silvesternacht in den vergangenen Jahren Erhöhte Werte meist kurz nach Mitternacht In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht meist kurz nach Mitternacht zum Anstieg der Feinstaubwerte an den wohnortnahen LUBW-Messstellen zur Überwachung der Luftqualität. Der Rauch von gezündeten Böllern und Raketen besteht zum großen Teil aus Feinstaub und führt häufig zu einer erhöhten Feinstaubbelastung in der Luft. Dauer und Höhe der Belastung hängen von den Emissionen und den Witterungsverhältnissen ab. Aber auch in den vergangenen Jahren war die Belastung der Luft mit Feinstaub unterschiedlich stark ausgeprägt. Die meteorologischen Größen Wind, Temperatur und Niederschlag haben Auswirkungen auf die Austauschbedingungen in der Luft. Im Winter bestehen während ausgeprägten Hochdruckwetterlagen häufig schlechte Ausbreitungsbedingungen mit geringen Windgeschwindigkeiten und einer stabilen Schichtung der Atmosphäre (Inversionswetterlage). Vereinfacht gesagt: Ist es windig, wird die Feinstaubbelastung meist innerhalb von wenigen Stunden verweht; haben wir eine Inversionswetterlage, kann sich eine erhöhte Belastung auch über einen Tag und mehr in der Luft halten. Informationen zu den meteorologischen Bedingungen während der Silvesternacht finden Sie nun neu unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/luft/messwerte-meteorologie#karte . Es handelt sich um aktuelle meteorologische Messwerte des Luftmessnetzes Baden-Württemberg. Wichtiger Hinweis : Die meteorologischen Daten der LUBW durchlaufen keine qualitätssichernde Beurteilung, dennoch vervollständigen sie zusammen mit den Schadstoffdaten das Angebot und geben einen Einblick in die meteorologische Situation vor Ort. Weitere Informationen können Sie unseren Pressemitteilungen zur Neujahrsnacht aus den Jahren 2020 und 2018 entnehmen. Diese Meldungen geben die entsprechenden Entwicklungen für die beiden unterschiedlichen Wetterlagen sehr gut wieder: Inversionswetterlage 02.01.2020 Hohe Belastung der Luft mit Feinstaub am Neujahrstag Feinstaub: Vom Winde verweht 01.01.2018 Baden-Württemberg nach der Silvesternacht Nachfolgend finden Sie die verlinkte Liste der LUBW-Messstationen zur Überwachung der Luftqualität in Baden-Württemberg, an denen Feinstaub-PM10 erfasst wird: Messstelle Aalen Baden-Baden Bernhausen Biberach Eggenstein Freiburg Freiburg Schwarzwaldstraße Friedrichshafen Gärtringen Heidelberg Heilbronn Heilbronn Weinsberger Straße-Ost Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße Karlsruhe-Nordwest Kehl Konstanz Ludwigsburg Mannheim Friedrichsring Mannheim-Nord Neuenburg Pfinztal Karlsruher Straße Pforzheim Reutlingen Reutlingen Lederstraße-Ost Schramberg Oberndorfer Straße Schwarzwald-Süd Schwäbische Alb Schwäbisch Hall Stuttgart Am Neckartor Stuttgart Arnulf-Klett-Platz Stuttgart Hohenheimer Straße Stuttgart-Bad Cannstatt Tauberbischofsheim Tübingen Tübingen Mühlstraße Ulm Villingen-Schwenningen Weil am Rhein Wiesloch Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de

Bebauungsplan Ziegeleistraße Nr. 09a

Bebauungsplan Ziegeleistraße Neuenburg Teilabschnitt 2

LSG Saale Verschiedenes zum LSG0034___ "Saale" LSG Erweiterung des LSG Saale

Gebietsbeschreibung Das Landschaftsschutzgebiet befindet sich im Süden des Landes Sachsen-Anhalt. Es schließt den Saalelauf von der Landesgrenze zu Thüringen bis zur Stadt Weißenfels ein. Außerdem ist das Wethautal östlich von Naumburg Teil des Schutzgebietes. Das Tal der Wethau besitzt zahlreiche Nebentäler, die abschnittsweise im LSG liegen. Zum LSG gehören jedoch nicht nur die beiden Fließgewässer, sondern auch die angrenzenden Hochflächen. Oberhalb von Naumburg werden die Waldflächen von Bad Kösen mit einbezogen. Westlich grenzt das LSG „Finne-Triasland“ an. Das LSG repräsentiert die Landschaftseinheit Halle-Naumburger Saaletal und liegt zu Teilen in den Landschaftseinheiten Ilm-Saale-Muschelkalkplatten, Zeitzer Buntsandsteinplateau, Lützen-Hohenmölsener und Querfurter Platte. Der Charakter der Landschaft ist sehr abwechslungsreich und vielseitig. Prägendes Element ist die Saale, die dem LSG seinen Namen gab. Der naturnahe Verlauf der Saale mit vielen Mäanderbögen zeichnet die Landschaft ebenso aus wie die durch die Eintiefung des Flusses angeschnittenen Buntsandstein- und Muschelkalkhänge. Die teilweise fast senkrecht aufragenden Wände sind durch die Schichtung der Triasgesteine farblich sehr differenziert. Stellenweise spiegelt sie sich im Wasser der am Hangfuß mit starkem Gefälle vorbeifließenden Saale. Das ästhetisch sehr hochwertige Landschaftsbild wird durch Burgen beziehungsweise Burgruinen ergänzt, die auf den Spornen der Plateauflächen errichtet wurden, zum Beispiel Rudelsburg und Burg Saaleck, Schönburg und andere. Die weniger steilen Hangbereiche der Saale werden durch ein vielseitiges Flächennutzungsmosaik gekennzeichnet. Es finden sich Weinberge, Streuobstwiesen, Trockenrasen, Trockengebüsche, Wiesen und Wälder in kleinräumigem Wechsel entlang der Saaleaue und an ihren Hängen. Im Gegensatz dazu besitzen die Plateauflächen weniger Vielfalt und Eigenart. Sie tragen meist große Ackerflächen, kleinere Wälder und zahlreiche Feldgehölze. Die Wethau und ihre zum LSG gehörenden Nebenarme sind als naturnahe Gewässer von teilweise dichten Ufergehölzen bestanden, die mit Grünland oder Wald wechseln. In der Nähe von Ortschaften kommen Streuobstwiesen hinzu, und auf den steilen Hängen des Wethau-Tals befinden sich häufig Trockenrasen. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Die Terrassen an der Saale waren zu allen Zeiten dicht besiedelt. Dies liegt darin begründet, daß das Saaletal in der Vor- und Frühgeschichte als Grenzraum und Kontaktzone und als Handelsroute eine wichtige Rolle spielte. Dies war auch der Anlaß zum Bau von Burgen und Befestigungen. Dabei spielte vor allem der Abschnitt zwischen Saaleck und Weißenfels eine wichtige Rolle beim vorgeschichtlichen Burgenbau. So lassen sich allein bei Uichteritz und Schönburg je vier, bei Goseck drei und bei Weißenfels, Schellsitz, Naumburg (Altenburg) und Bad Kösen je zwei Befestigungen nachweisen. Ein Befestigungsgraben zwischen Uichteritz und Lobitzsch, der einen halbkreisförmig vorspringenden Gleithang der Saale auf 1 km Länge abriegelt, könnte auf einen umwehrten Wirtschaftsraum hindeuten. Schon in der Altsteinzeit vor 200 000 Jahren nutzten Jäger und Sammler die Saaleterrassen als Rastplätze, wie Faustkeilfunde von Naumburg belegen. 15 000 Jahre alt sind die Funde vom Saaleufer bei Saaleck. Das Pferd als bevorzugtes Jagdwild wurde auf Schieferplatten dargestellt. Eine dichte Besiedlung setzte ab der Mitte des 6. Jahrtausends durch die Bauernvölker der Linienbandkeramikkultur ein. Zu dieser Zeit wiesen bereits alle Gemarkungen im Bereich des LSG eine oder mehrere Siedlungen auf. Im Stadtgebiet von Naumburg waren es insgesamt elf und im Stadtgebiet von Weißenfels sechs Siedlungen. Entlang der Flüsse wurden auch die Hochflächen besiedelt. An den Einmündungen des Röthebaches und der Unstrut in die Saale entstanden während der frühen (Bandkeramik) und mittleren (Trichterbecherkultur) Jungsteinzeit befestigte Siedlungen. Bei Goseck errichteten die Stichbandkeramiker eine umfriedete Kultanlage, die der Beobachtung von Gestirnen und damit als Kalender gedient haben könnte. Während der jüngeren Bronzezeit drangen aus dem Osten Siedler der Lausitzer Kultur in das mittlere Saaletal vor. Befestigte Siedlungen befanden sich während der jüngeren Bronzezeit in der Rudelsburg und auf dem Haineberg nahe der Neuenburg bei Freyburg. Beide stehen mit Bronzehortfunden in Verbindung, weshalb sie als wirtschaftliche Zentren der jungbronzezeitlichen Besiedlung gelten können. Eine weitere Befestigung befand sich bei Schönburg auf einem Sporn über der Saale. Allen drei Anlagen kam eine strategische Bedeutung aufgrund der Lage an wichtigen Verkehrswegen zu. Im 6. Jahrhundert v.Chr. geriet das Gebiet unter den Einfluß der früheisenzeitlichen Thüringischen Kultur, die im 5. Jahrhundert stark keltisch geprägt wurde. Von Norden her drangen wenig später Stämme der Jastorf-Kultur in das Gebiet ein. Ihnen folgten am Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr. ostgermanische Stämme und um die Mitte des 1. Jahrhunderts v.Chr. Elbegermanen. Siedlungsschwerpunkte zeichneten sich zu dieser Zeit zwischen Saaleck und Schönburg ab. Römische Importe in kaiserzeitlichen Siedlungen bei Großjena und bei Kleinjena dokumentieren die Bedeutung von Saale und Unstrut als Verkehrsadern. Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zum Königreich Thüringen, das im Jahr 531 durch Franken und Sachsen zerschlagen und aufgeteilt wurde. Im Wethautal und beiderseits der Saale wurden zahlreiche Bodenfunde entdeckt, die von der slawischen Besiedlung nach der Völkerwanderung zeugen. Auch die Ortsnamen belegen die slawische Besiedlung, die nicht nur das Gebiet südlich der Saale im Slawengau Weta umfaßte, sondern auch nördlich des Flusses anzutreffen war. So wurde von den Slawen bei Goseck ein Burgwall errichtet. Diese Besitztümer büßten die Slawen allerdings bereits in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wieder ein, während sie südlich der Saale ihre Unabhängigkeit bis ins 10. Jahrhundert behielten. Eingeleitet von der seit dem 7./8. Jahrhundert von den Klöstern Fulda und Hersfeld ausgehenden, überwiegend gewaltsam durchgeführten Christianisierung wurde im 8./9. Jahrhundert und vor allem im 10. und 11. Jahrhundert der Landausbau durch die weltlichen und geistlichen Herren auf der Grundlage von Königs- und Klostergütern stark vorangetrieben. Klöster sowie Wehranlagen und Burgen wurden errichtet. In dieser Zeit entstanden Naumburg (1012) und 1137 das Kloster Schulpforte. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts erfuhren der Harz und sein Umfeld durch Heinrich IV. nochmals eine intensive Phase des Landesausbaus, wobei auch die Suche nach Silber und Kupfer eine Rolle spielte. Eine große Anzahl von Burgen wurde von Heinrich IV. neu errichtet. Eine letzte Phase des Neu- und Ausbaus von Burgen lag im 12. Jahrhundert. Es entstanden unter anderem die Burganlagen Saaleck (1140), Schönburg (1157) und Rudelsburg (1171). An der Schrumpfung der Waldflächen ist das Ausmaß des Landesausbaus, der durch Rodungsperioden eingeleitet wurde, gut zu erkennen. Etwa bis zum 12. Jahrhundert war der innere Landesausbau soweit fortgeschritten, daß sich stabile Grenzen zwischen Wäldern und landwirtschaftliche Nutzflächen herausgebildet hatten. Auf den nährstoffreichen Böden des LSG dominiert schon seit langem die landwirtschaftliche Nutzung. Entsprechend der standörtlichen Eignung waren die besser zu bewirtschaftenden Flächen vor allem in überschwemmungsfreien Bereichen der Saaleaue und die fruchtbaren Standorte der Plateaulagen für anspruchsvolle Kulturarten in Ackernutzung, während hängige Standorte oder Überflutungsgebiete Grasland beziehungsweise Streuobstwiesen trugen. Die Entwicklung des Acker-, Wein- und Gartenbaus im LSG wurde wesentlich von der wirtschaftlichen Tätigkeit der Zisterziensermönche des Klosters Schulpforte beeinflußt. Klösterliche Besitztümer in der näheren und weiteren Umgebung wurden in Eigenregie durch zugehörige Klosterhöfe (Grangien) bewirtschaftet. Im Besitz des Klosters war außerdem ein geschlossener Komplex von Siedlungen um Spielberg und Hassenhausen. Hochwasser traten in den vergangenen Jahrhunderten an der Saale sehr häufig auf. Flußregulierungen wurden daher frühzeitig begonnen. Schutzdämme und Wehre wurden im Naumburger Raum schon durch die Pfortaer Mönche angelegt. Der Bau des Hochwasserdammes von Bad Kösen nach Altenburg durch die Mönche ist für den Beginn des 14. Jahrhundert überliefert. Ein Charakteristikum des Gebietes ist der Weinbau, der sich an sonnenbegünstigten Südhängen vor allem über Muschelkalk und Buntsandstein entwickelte. Die vermutlich erste Nachricht vom Naumburger Weinbau stammt aus dem Jahr 1012 und benennt Weinberge im Bischofssprengel. Im Jahr 1066 vergab Kaiser IV. Weinberge bei Schmölln an den Naumburger Bischof Eberhardt. Der Weinbau wurde ein blühender Zweig der Landwirtschaft und ist für die landschaftsgestalterische Entwicklung des LSG von großer Bedeutung. Jedoch wurde der Weinbau nicht nur von der Saale bekannt, sondern auch aus dem Wethautal. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise Mertendorf benannt. Eine weitere Form landschaftsprägender historischer Flächennutzung ist der Anbau historischer Sorten von starkwüchsigen und großkronigen Hochstamm-Obstgehölzen in den Gebieten, die sich für Ackerbau weniger eignen. Seinen Höhepunkt erreichte der extensive Streuobstanbau in Deutschland im 19. Jahrhundert. Viele der im Gebiet vorkommenden Streuobstflächen gehen auf diese Zeit zurück. Eng verbunden mit der Pflege und Unterhaltung von Obstwiesen war eine extensive Schafhaltung. Waldflächen sind aber, bedingt durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes, nur in Resten erhalten. Sie erstrecken sich meist auf den schwierig zu bearbeitenden steilen Hangbereichen. Neben land- und forstwirtschaftlichen Erwerbstätigkeiten hatte der Handel eine große Bedeutung für den weiteren Landesausbau und die wirtschaftliche Entwicklung. Das Gebiet war an überregionale Handelswege angeschlossen. Am bedeutungsvollsten war die Stadt Naumburg, der durch Kaiser Konrad II. schon 1028 Markt- und Messerecht verliehen wurde. Unentbehrlich für die dauerhafte Nutzung dieser Handelswege war das Vorhandensein von Saale- und Unstrutübergängen. Viele historische Brücken und Wehre wurden von Mönchen des Klosters Schulpforte gebaut. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Die Saale durchfließt in ihrem Bad Kösener Talabschnitt den Unteren Muschelkalk, der an beiden Talflanken, insbesondere an der rechten unterhalb von Burg Saaleck und Rudelsburg, in seiner Wellenkalkfazies mit zwischengelagerten Werksteinbänken hervorragend aufgeschlossen ist. Kurz vor der Einmündung der Unstrut weitet sich das Saaletal, bedingt durch den Eintritt des Flusses in den Ausstrichbereich des wenig widerstandsfähigen Oberen Buntsandsteins (Röt), der in den Hangbereichen bei Roßbach und Kleinjena ausstreicht. Von Großjena an liegt das Erosionsniveau bereits im höchsten Mittleren Buntsandstein, der im Blütengrund bei Naumburg, an der Schönburg, in der Umgebung von Leißling und unterhalb des Schlosses Goseck in Erscheinung tritt. Der Eintritt in den Unteren Buntsandstein erfolgt erst unmittelbar unterhalb von Weißenfels bei Burgwerben. Im Oberlauf des der Saale von rechts zusetzenden Wethau-Tales werden die Talflanken zunächst von Mittlerem Buntsandstein gebildet. Unterhalb Mertendorf ist Unterer Muschelkalk in alten Steinbrüchen aufgeschlossen, ebenso wie in dem nach Boblas und Neidschütz hinaufführenden kleinen Seitental. In der Ortslage Wethau sind Gipsgesteine des Oberen Buntsandsteins zu beobachten. Die Flanken des Nautschke-Tales von Stößen bis zur Einmündung in das Wethau-Tal werden von Mittlerem Buntsandstein gebildet, ebenso wie die des Kötsch-Bach-Tales zwischen Plotha und dessen Einmündung in das Saaletal bei der „Neuen Welt“. Die von der Saale und den ihr seitlich zusetzenden Gewässern durchschnittenen Hochflächen sind weitgehend von weichselkaltzeitlichem Löß bedeckt, aus dem inselförmige Vorkommen älterer quartärer Gesteine herausragen wie Kiessand und Geschiebemergel, teilweise auch weißer tertiärer Quarzkies. Zwischen Mertendorf und Scheiplitz liegt ein altes Braunkohlen-Abbaufeld. Dieses LSG umfaßt neben der Saaleaue die Unstrutmündung und das Wethau-Tal sowie auch beiderseits die Talflanken und Hochflächen, welche zu drei Bodenlandschaften gehören: zur Saaleaue, zu den Lößbeeinflußten Saale-Muschelkalkplatten mit Schichtstufenland des Mittleren Saaletales (im Abschnitt von Großheringen bis zur Unstrutmündung) und zum Lößbeeinflußten Naumburger Buntsandstein-Hügelland. In diesen Bodenlandschaften treten als wichtigste Bodenformen Pararendzinen aus skeletthaltigem Löß über Lehmfließerden aus triassischem Gestein, Parabraunerden bis Fahlerden aus Löß, Parabraunerde-Tschernoseme aus Löß, Fahlerden bis erodierte Parabraunerden aus skeletthaltigem Löß über Lehmfließerden aus mesozoischem Gestein und Tschernoseme aus Löß nördlich von Weißenfels auf. Als Besonderheit soll hier eine Rigosol-Pararendzina erwähnt werden. Dieser Boden ist durch den 1000jährigen Weinanbau auf den Terrassen an Saale und Unstrut entstanden. Als Bodentypen treten in der Saaleaue fast durchgehend Vegas, Gley-Vegas und Tschernitzen auf. Wichtigste Bodenformen sind Vegas aus Auenlehm und Auenschluff, Vega-Gleye aus dem gleichen Material, aber mit Wasserzeichen zwischen 0,4–0,8 m unter Flur, und dunkle, tiefhumose Auenböden ohne Wasserzeichen, genannt Tschernitza. Alle diese Böden sind sehr ertragreich und werden seit der Eindeichung im Mittelalter in wachsendem Maße als Acker genutzt. Auenböden sind aus sehr jungen Ablagerungen entstanden, wobei die Anstöße zur Sedimentation auf den Menschen zurückzuführen sind, beispielsweise durch Rodungen in den Einzugsgebieten. Dieser Vorgang reicht bis in die Gegenwart. Die Böden in der Saaleaue sind karbonatführend. Grund dafür ist die weite Verbreitung von Muschelkalk und Löß in den Einzugsgebieten. Damit gibt es einen wichtigen Unterschied zu den Böden in anderen Flußauen. Die Saale ist im LSG nur selten begradigt und weitestgehend nicht ausgebaut. Lediglich in den Bereichen Schulpforta und Schellsitz ist der Retentionsraum durch den Bau von Hochwasserschutzdeichen festgelegt und entspricht nicht dem natürlichen Überflutungsraum. Die Wethau ist ein naturnahes Gewässer ohne Verbauungen und Begradigungen. Sie fließt in ihrer natürlichen Aue und besitzt bezüglich der Vegetationstruktur eine große Naturnähe. Als größere Nebenflüsse der Wethau sind der Steinbach und der Rischkebach zu nennen. Der Grundwasserflurabstand in den Auen ist erwartungsgemäß hoch. Die Grundwasserfließrichtungen sind zur Saale beziehungsweise zur Wethau hin gerichtet. Der Grundwasserflurabstand der Hochflächen des Muschelkalks erreicht fast überall mehrere Dekameter. Der größte Teil der Niederschläge wird durch die mächtige Lößdecke aufgenommen oder durch Pflanzen verbraucht und steht damit nicht der Grundwasserneubildung zur Verfügung. Die Wasserführung erfolgt überwiegend in den mergeligen Kalksteinen auf Schichtfugen und deren karstbedingten Erweiterungen. Der Buntsandstein stellt dagegen einen guten Wasserspeicher dar und sorgt für einen ausgeglichenen Grundwasserabfluß. Er besitzt vielleicht fünf oder sechs Grundwasserleiter, wobei die Lagerungsverhältnisse in entscheidendem Umfang die Wasserführung bedingen. Bei der klimatischen Betrachtung ist die Landschaft in Hochflächen und Talungen zu differenzieren. Für die Höhen sind Jahresmitteltemperaturen zwischen 8,0 bis 8,5°C und Julimittel zwischen 17,5 bis 18°C charakteristisch. Die Talungen dagegen erwärmen sich auf 8,5 bis 9,0°C bei einem Julimittel um 18,0°C. Die Erwärmung der Täler wird durch die entwaldeten Muschelkalkhänge verstärkt. Die Januarmittel differieren zwischen 0 bis -0,5°C in den Talungen und -0,5 bis -1,0°C auf den Hochflächen. Die phänologischen Termine liegen auf den Höhen rund eine Woche später als in den Talungen. Die Vegetationsperiode der Täler dauert mit 220 bis 225 Tagen etwa eine Woche länger als die auf den Plateaus. Verursacht durch die starke Reliefierung der Landschaft an der Saale treten einige mikroklimatische Besonderheiten im Gebiet auf. Charakteristisch für die Talungen sind vor allem in Bodennähe erhöhte sommerliche Schwülewerte und größere Nebelhäufigkeit, die dem als Schonklima zu bezeichnenden Klima des Gesamtraumes Belastungseffekte hinzufügen. Von besonderer Deutlichkeit sind die im Herbst auftretenden Talnebel. Die Hochflächen weisen dagegen eher Erscheinungen eines Reizklimas auf. Geländeklimatisch herausragend ist die Strahlungsgunst der in südlicher Richtung exponierten Tal- und Plateauhänge mit ihren in Bodennähe extrem hohen Temperaturen. Demgegenüber zeichnen sich die Nebentäler mit ihrer Bewaldung und nordseitigen Lage durch ein kühleres und feuchteres Klima aus. Pflanzen- und Tierwelt Restbestände der potentiell natürlichen Vegetation kommen in Teilen der Waldgebiete vor. Auf weniger fruchtbaren Buntsandsteinplateaus stocken Hainsimsen-Traubeneichen-Hainbuchenwälder, auf den fruchtbaren Lößstandorten Winterlinden-Traubeneichen-Hainbuchenwälder und Waldmeister-Buchenwald wie beispielsweise im NSG „Platten“. Kleinflächig befinden sich auf den Hängen der Muschelkalkplatten Orchideen-Buchenwälder, die häufig im Komplex auch mit Trockenwäldern, Trockengebüschen und Trockenrasen auftreten. Zu den zahlreichen Orchideen des Gebietes gehören Bleiches Waldvögelein, Frauenschuh, Geflecktes Knabenkraut, Breitblättrige Sitter, Nestwurz und andere. Auf flachgründigen Muschelkalkböden können sich Hasenohr-Fiederzwenken-Rasen entwickeln mit Sichel-Hasenohr, Fransen-Enzian, Gemeiner Kuhschelle und weitere; dagegen siedelt auf tiefgründigeren Lößböden der Adonisröschen-Fiederzwenkenrasen, unter anderem mit Erd-Segge, Grauer Skabiose und Echtem Mädesüß. Aufgrund intensiver Grünlandnutzung in den Talauen kommen naturnahe Grünlandgesellschaften nur noch kleinflächig vor. Dazu gehören auf grundwasserfernen Standorten die Labkraut-Fuchsschwanz-Wiese und auf grundwassernäheren Standorten die Wiesenknopf-Silau-Wiese. In der Nähe von Gewässern kann als Besonderheit die Kohldistelwiese vorkommen. Die differenzierten Nutzungsformen und Vegetationsgesellschaften bieten verschiedenen Tierarten Lebensräume. Von den Säugern sollen die Vorkommen von Haselmaus, Waldmaus, Zwerg- und Waldspitzmaus, Maulwurf und verschiedenen Fledermausarten besonders hervorgehoben werden. Bedeutsame Brutvogelarten sind Schwarz- und Rotmilan, seltener Habicht und Wespenbussard. Der Wanderfalke brütete bis 1959 in einer Felswand unterhalb der Rudelsburg; mit seiner Rückkehr als Brutvogel wird gerechnet. Im Raum Naumburg ist der Uhu wieder heimisch; die Vorkommen des Steinkauzes sind wohl erloschen. In Burgen und Schlössern, in einigen Stadt- und Dorfkirchen sowie in der Saatkrähenkolonie Weißenfels haben Dohlen regelmäßige Brutplätze. Mauersegler brüten an den Burgen Saaleck, Rudelsburg, Schönburg, Goseck, vor allem aber in den Städten Weißenfels und Naumburg. Die trockenen Standorte sind ideale Lebensräume für Heuschrecken, zum Beispiel Ameisengrille, Blauflüglige Sandschrecke, Blauflüglige Ödlandschrecke und andere. Für Libellen sind die Gewässer geeignete Habitate. Dort kommen Blaugrüne Mosaikjungfer, Plattbauchlibelle sowie Gebänderte Prachtlibelle vor. Im LSG wird regelmäßig die Weinbergschnecke angetroffen, darüber hinaus kommen Heideschnecke und Turmschnecke vor. Entwicklungsziele Ein Teil des LSG „Saale“ wird mit den angrenzenden LSG „Unstrut-Triasland“ und „Finne-Triasland“ zu einem Naturpark entwickelt. Ziel ist eine einheitliche Entwicklung und Pflege des Landschaftsraumes und dessen Nutzung für die naturbezogene Erholung. Ziel der Entwicklung des beschreibenen LSG sollen vorrangig die Erhaltung und der Schutz des naturnahen Charakters der Saaleaue sein. Der mäandrierende Verlauf der Saale mit seinen zum Teil angrenzenden extensiven Flächennutzungen ist zu belassen. Darüber hinaus besteht das Ziel, die Aue der Saale zu extensivieren, das heißt, Ackerflächen im Überflutungsbereich in Grünland umzuwandeln. In gleicher Weise ist die Aue der Wethau zu erhalten und zu schützen. Die gewässerbegleitenden Gehölze, Staudenfluren und Wiesen sollen als wertvolle Biotope nicht nur Habitate für Tierarten sein, sondern als ästhetisch hochwertige Landschaftselemente das Landschaftsbild bereichern. Für die naturbezogene Erholung besitzen die Auen von Saale und Wethau ebenfalls große Bedeutung. Ein weiteres Entwicklungsziel ist die Erhöhung des Baumbestandes in den Auen. So könnten in der Saaleaue Solitärbäume auf den Wiesen das Landschaftsbild verbessern und den Biotopwert der Landschaft erhöhen. In der Wethauaue wären vorwiegend Kopfweiden zu pflanzen, die dem Charakter der Aue entsprechen. Die bestehenden Laubmischwälder sind zu erhalten und nicht standortgerechte Bestände in naturnahe zu überführen. Insbesondere Nadelholzbestände sollen durch geeignete Maßnahmen zu Laubmischwäldern entwickelt werden. Zum Schutz der xerothermen Vegetationskomplexe sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Insgesamt besteht die Zielstellung, wertvolle Trockenrasen zu erhalten, das heißt, sie müssen extensiv bewirtschaftet werden. Dazu ist die extensive Schafhaltung zu fördern. Eine bedeutende Rolle spielt der Weinanbau im Gebiet an der Saale. Ziel ist es, die historischen Weinberge weiterhin zu nutzen und zu pflegen. Dabei soll den extensiven Bewirtschaftungsformen der Vorrang gewährt werden. Natürliche Sukzession, die zu dichten Trockengebüschen führt, ist hier nicht Ziel der Entwicklung, da der ökologische Wert solcher Flächen gegenüber Extensivweinbergen geringer ist. Die Entwicklung von Erholung und Tourismus besitzt für die Region große Bedeutung. Grundsätzlich ist sie umweltverträglich und den Zielen des Naturschutzes entsprechend zu orientieren. Besonderer Wert ist dabei auf die Schaffung von Etappenzielen für Wasserwanderer zu legen. Die Errichtung von Naturlehrpfaden in dafür geeigneten Gebieten ist zu fördern. Exkursionsvorschläge Naumburg Um das Jahr 1000 errichten die Markgrafen von Meißen auf dem rechten Ufer der Saale an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen eine Burg, in deren Schutz eine Marktsiedlung (1028 Marktrecht) entstand. 1042 wurde der erste Bau des Domes St. Peter und Paul geweiht, er ist heute ein Wahrzeichen der Stadt. Besonders bekannt sind die zwölf Stifterfiguren. Im 14./15. Jahrhundert war Naumburg ein bedeutender Messe- und Fernhandelsplatz, insbesondere für Waid, Bier und Wein. Sehenswert sind außerdem das Rathaus, ein dreigeschossiger spätgotischer Bau, einige bemerkenswerte Bürgerhäuser sowie die Stadtkirche St. Wenzel, eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit zwei Gemälden von Lucas Cranach d.Ä. Von der ehemaligen Stadtbefestigung, die schon im 13. Jh. Erwähnt wurde, sind Reste der Mauern, der Bastionen und des Grabens, vor allem vom östlichen und südlichen Ring, erhalten. Der einstige Verlauf ist durch breite Alleen gekennzeichnet. Hinzuweisen ist auf die Wasserkunst, ein Turmhaus sowie auf das restaurierte Marientor, ein eindurcksvoller Komplex - bestehend aus zwei Torhäusern. Bad Kösen Einen interessanten Exkursionspunkt stellt das 1779 erbaute Bad Kösener Gradierwerk dar. Es ist 320 m lang und als technisches Denkmal geschützt. Das Romanische Haus (1138) war ehemals Wirtschaftshof des Bischofs von Naumburg und galt als ältester Wohnbau auf dem Gebiet der DDR. Bei einem Spaziergang auf der Saalepromenade kann man am östlichen Saaleufer am Steilhang die Lagerung der Kalksteine des Unteren Muschelkalks gut erkennen. Wanderungen Durch das LSG führen zahlreiche Wanderwege, die landschaftlich reizvolle Gebiete erschließen. In besonderer Weise ziehen die Burgen entlang der Saale die Wanderer an. Auf den Wanderrouten können alle Burgen des Gebietes erreicht werden. Bedeutende Exkursionsziele sind die Klosterkirche (1137) und das Zisterzienserkloster (1127) in Schulpforte, die Rudelsburg, die Burg Saaleck und die Schönburg. Bei Großjena kann man in den Kalksteinwänden des Steinauer’schen Weinberges das sogenannte „Steinerne Bilderbuch“ aus überlebensgroßen Reliefs mit überwiegend biblischen Motiven in Augenschein nehmen. Wanderwege erschließen das Tal der Wethau und auch die Nebentäler gut. Besonders sehenswert sind das Gutshaus und der Gutspark Großgestewitz. Verschiedenes Schulpforte Schulpforte ist heute ein Stadtteil von Bad Kösen. Im Jahr 1137 erhielten die Zisterziensermönche aus dem Kloster Schmölln vom Naumburger Bischof Udo I. die Erlaubnis, sich im Bereich seines alten Bistums anzusiedeln. Es wurde sofort mit dem Bau der Kirche und des Klosters St. Mariae de Porta begonnen. Die romanische Basilika in der Kreuzform hatte an den Querschiffsarmen je zwei gestaffelte Nebenapsiden, im Langhaus wechselten Pfeiler und Säulen. Um 1200 wurde die Kirche umgebaut, indem die Apsiden zu Kapellen geändert wurden. 1251 entstand ein völlig neuer Chor, der dem Bauideal der französischen Gotik folgte. Später wurde auch das Langhaus verlängert und verbreitert. Erst 1330 beendete man mit der „Sepultur“, jetzt Evangelistenkapelle genannt, den Umbau. Mit der regen Tätigkeit der Mönche erlebte die gesamte Umgebung einen Aufschwung. Sie waren es, die Land kultivierten, die Saaleaue nutzbar machten und neue Flußübergänge schufen. Es wurden Ackerbau- und Viehzucht betrieben, der Weinbau erblühte, Wege und Straßen wurden neu angelegt. Durch Schenkungen und Kauf von Ländereien vergrößerte sich der Grundbesitz ständig. Dadurch zählte es zu den reichsten Klöstern des Umkreises. Während der Reformationszeit wurde das Kloster aufgelöst (1540) und fiel in den Besitz des Landesherren. Doch schon 1543 eröffnete der Herzog und spätere Kurfürst Moritz von Sachsen darin eine Fürsten- und Gelehrtenschule. Die Schule war so berühmt für ihre gute Schulbildung, daß ein „Portenser“ bei Bürgertum und Adel stets gern gesehen war. Neben der Klosterkirche kann man heute die kleine Abtskapelle, den Kreuzgang und am Friedhof die „ewige Lampe“ in Form einer kleinen Kapelle besichtigen. Am Eingang steht eine spätgotische Betsäule aus dem Jahre 1521. Die alte Klostermauer hat eine Länge von 1,7 km. Das Gradierwerk von Bad Kösen Bad Kösen verdankt seinen Ruf als Kurort in der Hauptsache seinen Solquellen. Die ersten wurden 1682/86 entdeckt. Ihre Ausbeutung gelang jedoch erst 1730. Vorerst dienten sie lediglich der Salzgewinnung. Erst im 19. Jahrhundert wurde dazu übergegangen, sie zu Heilzwecken in Form von Bädern und zur Inhalation zu benutzen. Aus dem Soleschacht konnte durchschnittlich 4- bis 5prozentige Sole gefördert werden, die durch das Gradieren wesentlich angereichert wurde. 1910 wurde der Hufelandsprudel mit rund 11%, 1911 im gleichen Bohrloch die Beyschlagquelle mit fast gesättigter Sole erbohrt. Daneben waren zwei Trinkbrunnen vorhanden, der Mühlbrunnen, schon 1725 entdeckt, und die Johannisquelle, 1868 entdeckt. Das 320 m lange Gradierwerk in Bad Kösen wurde 1779 errichtet und ist als technisches Denkmal erhalten. Es bildet den Abschluß einer in sich geschlossenen Einrichtung zur Soleförderung und Gradierung. Zur Soleförderanlage gehören außerdem der Borlach-Soleschacht, das Doppelfeldkunstgestänge und das unterschlächtige Wasserrad. Letztere sind als seltene Zeugnisse der Technik des 18. Jahrhunderts denkmalpflegerische Raritäten. Von der Borlachquelle wird die Sole durch Pumpen auf die Krone der 20 m hohen Anlage gehoben. Früher wurde die Sole im Borlachschacht mittels des Kunstgestänges durch die Wasserkraft der Saale gehoben, heute führen Unterwasserpumpen diese Arbeiten durch. Von oben tropft nun die Sole über Schwarzdorn-Zweige herab. Das Wasser kann so verdunsten und damit steigt der Salzgehalt, die Sole wird gradiert. Früher wurde die gradierte Sole der Saline zugeführt und dort das Wasser restlos verdampft. Es entstand Kochsalz. Heute dient das Gradierwerk nur noch Heilzwecken. Asthmakranke finden durch Einatmen des feinen Solenebels Linderung. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Gebietsbeschreibung Das LSG umfaßt das Saaletal zwischen Weißenfels und der Nordgrenze des Landkreises Bernburg. Nördlich Weißenfels schließt es das rechtssaalisch gelegene Rippachtal bis nach Hohenmölsen ein. Die Elster-Luppe-Aue bis zum ehemaligen Braunkohlentagebau Merseburg-Ost ist ebenfalls Teil des LSG. Dieses greift vor allem zwischen Halle-Lettin und Bernburg auf die Saalehänge und stellenweise weit auf die angrenzenden Hochflächen über. Das LSG repräsentiert die Landschaftseinheiten Halle-Naumburger Saaletal und Unteres Saaletal und hat nennenswerte Anteile an den Landschaftseinheiten Querfurter Platte, Tagebauregion Merseburg-Ost, Hallesches Ackerland und Östliches Harzvorland. In Weißfels passiert die Saale die weißen Sandstein-Felsen am Fuße des Schlosses Neu-Augustusburg und tritt dann in die Burgwerben-Wengelsdorfer Aue ein. Diese Aue ist durch Terrassenweinbau an den steilen Hängen des Herzogberges bei Burgwerben, das bei Dehlitz in die Saaleaue mündende Rippachtal, Streuobstbestände zwischen Groß- und Kleinkorbetha, einen Saalealtarm bei Goddula sowie dörflich strukturierte Orte charakterisiert. Innerhalb der Überschwemmungsaue dominiert die Grünlandnutzung. Das Rippachtal ist in seinem unteren Bereich etwa bis Poserna tief in die umgebende Landschaft eingeschnitten, um anschließend in eine weite flache Niederung überzugehen. Die Talsohle ist grundwassernah und weist zahlreiche Vernässungsflächen auf, das sind Hangquellen, Schilfflächen, Naß- und Feuchtwiesen. Nördlich der Ortslage Poserna befand sich eine Salzquelle, die aber in den letzten Jahren versiegt ist. Die Rippach wird von Erlen, Weiden, Eschen, Pappeln und einer dichten Strauchschicht gesäumt. Die Hänge sind zum Teil mit frischem Eschen-Ulmen-Holunderwald sowie mit Streuobstwiesen bestanden. Mager- und Halbtrockenrasen sind am Weinberg, am östlichen Rand der Schanzen im Bereich der Ortschaft Dehlitz sowie an der Zörbicke (Unterwiesen) vorhanden. Die Talsohle wird vor allem als Weide genutzt. Nördlich von Wengelsdorf weitet sich das Saaletal auf. Während die äußeren Teile der Aue ackerbaulich genutzt werden, bestimmen Wiesen und Weiden den Überschwemmungsbereich. Streuobstbestände und Gehölze, Altwasserreste und Gräben gliedern die Landschaft. Bei Bad Dürrenberg bildet der Buntsandstein einen markanten Talhang. Dessen Gehölzbestand geht auf dem Plateau in die Anlage des Kurparkes über. Gradierwerk und Borlachturm bilden weithin sichtbare Zeugen der historischen Salzproduktion in Bad Dürrenberg. Auch im Raum Merseburg überragt der im mittleren Buntsandstein ausgebildete westliche Talhang die grünlandbestimmte Aue. Nördlich von Kreypau ist ein Mittelstück des ehemals geplanten Elster-Saale-Kanals erhalten. Die Saale-Elster-Aue südlich von Halle unterliegt noch weitgehend der natürlichen Wasserstandsdynamik mit regelmäßigen Frühjahrs- und selteneren Herbst-/Winter-hochwassern. Dabei treten beträchtliche Rückstaueffekte im Bereich der einmündenden Nebengewässer Weiße Elster, Luppe und Gerwische auf. Die Hartholzauenwälder des Burgholzes und des Collenbeyer Holzes sowie des Hohendorfer und des Kreypauer Holzes stellen die südlichsten Auenwaldvorkommen dieses Typs in Mitteldeutschland dar. An Stelle der potentiell natürlichen Auenwälder sind weitgehend stabile Ersatzgesellschaften getreten, die in ihrer großen Differenziertheit wesentlich zum Struktur- und Artenreichtum beitragen, zum Beispiel das Schilfgebiet Döllnitz, Gebüsche, alte Tonstiche und Grünland. Die weitgespannte Hallesche Saaleniederung wird auch durch artenarme Grünlandflächen bestimmt, die vorwiegend als Standweide genutzt werden. Zum Teil wurden die Auenflächen melioriert und unterliegen einer intensiven Ackernutzung. Neben Feuchtbiotopen im Bereich ehemaliger Saalearme stellen die Auenwaldreste der Abtei, bei Benkendorf, der Rabeninsel und der Peißnitzinsel die wesentlichen Restbestände naturnaher Vegetation dar. In ehemaligen Lehm- und Tongruben haben sich wertvolle Feuchtbiotope mit Bedeutung als Lebensraum für Amphibien entwickelt. Entwässerungsgräben stellen wichtige Refugialstandorte für ehemals weit verbreitete Arten der Auenwiesen dar. Der Naturraum gehört zum Überschwemmungsgebiet der Saale und besitzt wichtige Retentionsflächen südlich des Stadtgebietes von Halle. Die Siedlungen liegen zum größten Teil außerhalb des Einflußbereiches der Überschwemmungen auf höhergelegenen Saaleterrassen. Deiche sind lediglich im südlichen Teil bei Hohenweiden vorhanden. Der Mühlgraben zwischen Hohenweiden und Holleben stellt ebenso wie die noch erhaltenen Mühlengehöfte ein Relikt historischer Nutzung dar. Die Siedlungen weisen in ihren Kernen noch typisch dörfliche Bausubstanz und historische Ortsgrundrisse auf. Die Randbereiche werden durch Einzelhaussiedlungen unterschiedlicher Perioden und durch Gewerbegebiete geprägt. Die Siedlungsränder haben zur Aue hin gut ausgebildete Randstrukturen. Die Saale zeigt in ihrem südlichen Abschnitt noch eine natürliche Dynamik mit Seitenerosion im Prallhang- und Akkumulation im Gleithangbereich. Zwischen Planena und Röpzig wurden Mäander durchstochen und Begradigungen vorgenommen. Der abgetrennte Mäander wird nur während Hochwasserperioden von der Stromsaale durchflossen. Im südlichen Abschnitt der Aue werden alte Ausschachtungen, die 1930 zur Anlage des geplanten Elster-Saale-Kanals vorgenommen wurden, als Regattastrecke sowie als Badegelegenheit genutzt. Die Saalehänge im Bereich des anstehenden Porphyrs stellen ein landschaftlich reizvolles Gebiet dar. Das stark gegliederte Relief umfaßt Steilhangbereiche und felsige Abschnitte, die zum Teil durch Steinbruchtätigkeit entstanden sind, sowie eine kleinkuppige Hügellandschaft mit markanten Tälchen, die durch einen kleinräumigen Nutzungswechsel und einen hohen Anteil extensiver Nutzungsformen wie Triften mit Halbtrockenrasen, Gehölze, Ödland mit Staudenfluren, Sukzessionsflächen und Brachen gekennzeichnet sind. Neben dem Abbau von Porphyr zwischen Trotha und Brachwitz sowie im Raum Wettin haben in der Vergangenheit der Tiefbau von Steinkohle sowie der Kupferschieferabbau in Form von Kleinhalden nördlich von Wettin ihre Spuren hinterlassen. Die Siedlungen weisen eine historische, teilweise überregional bedeutsame Bausubstanz auf. Roter Porphyr als Baumaterial ist charakteristisch. Markante Bauten, wie die Burg Wettin, sind aufgrund intensiver Sichtbeziehungen, ausgehend vom Saaletal, landschaftsbildprägend. Die steilen westsaalischen Hangkomplexe und Hügelgruppen zwischen Pfützthal und Rumpin werden durch zahlreiche Nebentälchen gegliedert. Hierdurch entsteht ein landschaftlich sehr abwechslungsreiches Bild, das eine große Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz und die naturverbundene Naherholung besitzt. Die Oberhangbereiche und Sporne werden ackerbaulich genutzt und weisen eine erhöhte Erosionsdisposition auf. Die Biotopausstattung wird durch ein kleinräumiges Mosaik vorrangig extensiver Nutzungsformen und ungenutzter Flächen bestimmt. Einen hohen Flächenanteil weisen Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen auf, die jedoch durch fehlende Nutzung eine starke Degradation erfahren haben. Naturnahe Waldzellen befinden sich im Kloschwitzgrund und im Zörnitztal. In den Nebentälern sind mehrere Quellen und kleine Fließgewässer mit naturnahem Lauf, aber noch mangelhafter Wasserqualität, vorhanden. Der historische Bergbau hat auch in diesem Bereich seine Spuren hinterlassen, so durch den Abbau von Ton südlich Zaschwitz. Bei Johannashall wurde Kalitiefbau betrieben, wovon eine markante Halde zeugt. Die Wettiner Saaleniederung folgt einem durch die geologische Situation vorgezeichneten Schwächebereich zwischen der Buntsandsteinplatte im Westen und dem Halleschen Porphyrkomplex im Osten. Zwischen Rumpin und Rothenburg ist ein enges Durchbruchstal durch den Sandstein ausgebildet worden. Die Saaleaue stellt eine großflächig intensiv landwirtschaftlich genutzte, strukturarme Landschaft dar. Lediglich im Abschnitt südlich Wettin nimmt die Strukturdiversität zu. Wichtige ökologische Ausstattungselemente sind alte Saalearme und Abbauhohlformen, die als Feuchtbiotope Bedeutung besitzen. Artenreiche Frisch- oder Feuchtwiesen sind nur rudimentär vorhanden. Gehölze bestehen in der Regel aus Pappelanpflanzungen, stellen aber ein wichtiges Strukturelement dar, das faunistische Bedeutung erlangt, so für die Saatkrähenkolonie bei Wettin. Im Döblitzer Busch und bei Salzmünde sind Reste einer naturnahen Auenwaldvegetation vorhanden. Das Landschaftsbild wird neben dem ebenen Talboden und der Saale maßgeblich durch die angrenzenden Saalehänge bestimmt. Das Tal des Saaledurchsbruchs bei Rothenburg ist der landschaftlich reizvollste Abschnitt dieses Teiles des LSG. Unterschiedliche Gesteine bedingen den kleinräumigen Wechsel von Felspartien, Geröllfeldern und flacheren Hängen. Auf diesen extremen Standorten haben sich artenreiche Felsfluren, Trockenrasen und Gebüschgesellschaften entwickelt. Der Zickeritzer Busch ist ein naturnaher Hangrestwald. Die Trebnitzer Saaleaue ist von Altwassern, Altarmen, Auenwaldresten und den angrenzenden Saalehängen geprägt. Zwischen Friedeburg und Belleben reicht das LSG bis auf die Hochfläche. Es schließt einen durch kurze Kerbtälchen gegliederten Hangkomplex ein. Kleinhalden im Bereich von Strenznaundorf sind Zeugen des historischen Kupferschieferabbaus im Naundorfer Revier, einem isolierten, lokalen Abbaugebiet nördlich der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke, das zu den Mansfeldischen Kupferschieferrevieren zählt. Die Kuhfurt westlich Beesenlaublingen und östlich von Beesedau und Kustrena stellt das Überbleibsel des Hauptarmes der Saale dar. Als Altarm ist sie seit 1247 bekannt, die Strenge bei Aderstedt seit 1419. Die Plötzkauer Saaleaue ist eine relativ breite Flußaue, teilweise bis zirka 3 km weit. Sie ist tischeben. Der Saaleverlauf unterlag zahlreichen natürlichen und anthropogen bedingten Wandlungen. Bereits 1422 wurde die Alte Saale bei Plötzkau urkundlich erwähnt. Im Ergebnis der jüngsten Saalebegradigungen von 1932-33 bei Plötzkau-Lesewitz und von 1958 bei Plötzkau-Zinkenbusch entstand eine Reihe von Altwassern. Die flächig umfangreichsten Reste des ursprünglichen Auenwaldes befinden sich östlich und nordöstlich von Plötzkau. Die Vielfalt des Landschaftsbildes nördlich von Plötzkau ist durch relativ kleinräumige Strukturen von Auenwaldbeständen, den Wechsel von Wiesen- und Ackerflächen und das Vorhandensein von linearen Vegetationsstrukturen wie zum Beispiel Waldrändern als sehr hoch einzustufen. Südlich Plötzkau, im Umfeld der Ortslagen Großwirschleben, Kustrena und Beesedau, prägen vereinzelte Baumreihen, Baumgruppen und verinselte Waldflächen das Landschaftsbild. Die Ackerflächen dominieren und lassen zum Teil die Saale optisch verschwinden. In der Bernburger Saaleaue verengt sich das Flußtal auf 500 bis 700 m Breite. Zwischen Gröna und Bernburg wird die Saale von Resten der ehemaligen Hartholzaue, Kleingärten und Sportflächen umsäumt. Sie weist durch die Saalehänge bei Aderstedt, Waldkanten und einen relativ kleinräumigen Wechsel verschiedener Biotopstrukturen ein vielgestaltiges Landschaftsbild auf. Die breite Flußniederung südlich der Stadt Nienburg wird von einigen Altwassern durchzogen. Nur wenige Reste der Auenvegetation gliedern die Landschaft. Große ausgeräumte Ackerschläge dominieren. Der Industrieraum Bernburg bestimmt die Silhouette in Richtung Süden. Landschaftsbildprägend sind weiterhin Werksbrücken vom Kalksteinbruch zur Sodafabrik. Die Saaleaue zwischen Nienburg und Wedlitz/Wispitz wird vom Auenwaldrest der „Sprohne“ sowie zwei Altarmen bei Nienburg und Wispitz geprägt. Kleinere Altwasser, aufgelassene Tonausstiche und ein nahezu zusammenhängendes Grünlandgebiet westlich der Ortschaften Wedlitz und Wispitz, in das kleinere Waldflächen eingelagert sind, strukturieren diesen Teil des LSG. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Funde an Geisel, Elster und Luppe lassen darauf schließen, daß auch das Saaletal zwischen Weißenfels und Halle während der Altsteinzeit vor mehr als 200 000 Jahren von Jäger- und Sammler-Gemeinschaften durchstreift wurde. Von Bedeutung ist ein 10 000 Jahre altes Grab der mittleren Steinzeit bei Bad Dürrenberg. Es diente der Bestattung eines Schamanen, der als Mittler zwischen Lebenden und Toten wie auch zwischen Menschen und Höheren Wesen für den Erfolg der Jagd, aber auch für das Wohlergehen der Gemeinschaft verantwortlich war. Als die ältesten Ackerbauern traten auch hier die Linienbandkeramiker in Erscheinung, die die Terrassenränder entlang der Saale besetzten und an den Bächen entlang auf die Hochflächen vordrangen. Eine Siedlung der Linienbandkeramikkultur befand sich südlich der Einmündung der Rippach in die Saale bei Lösau. Dort sind auch die 45 m langen Großhäuser dieser Kultur bezeugt, wobei sich hier im Fundgut wie im Hausbau Kontinuität bis in die Stichbandkeramik vollzieht. Die Trichterbecherkultur ist mit einer Befestigung bezeugt, und die Schnurkeramiker nutzten die Fundstätte als Bestattungsplatz. Der Schnurkeramikkultur gehört eine steinerne Grabkammer bei Göhlitzsch an, deren Seitenwände Darstellungen zeigen, darunter Waffen wie Bogen und Pfeile, die in einem Köcher stecken, und eine Axt. Namengebend für eine Kultur der frühen Jungsteinzeit wurde ein Gräberfeld bei Rössen, das neben Bestattungen dieser auch solche der Gaterslebener Kultur umfaßte, aber auch noch in jüngeren Perioden als Begräbnisplatz diente. Während der jüngeren Bronzezeit wurde die Terrassenkante der Saale von Grabhügeln gesäumt. Die Siedlungen befanden sich nicht selten in den heute hochwassergefährdeten Niederungen, was mit dem warmtrockenen Klima zu dieser Zeit erklärt werden kann. Eine Befestigung bestand während der jüngeren Bronzezeit auf der Altenburg von Merseburg. Die Bedeutung dieser Burg beleuchtet eine Vielzahl an Hortfunden, die nicht weit von der Altenburg bei Kötzschen (2), Kreypau-Trebnitz (2), Schkopau und Spergau zum Vorschein kamen. Während der Spätbronze- und Früheisenzeit bestand zudem bei Lösau eine Befestigung, zu der im Umfeld Grabanlagen, Altwege und Felderparzellen gehörten, die damit eine vielfältige Kulturlandschaft dieser Zeit belegen. Lausitzer, Thüringische und Jastorf-Kultur folgten von der jüngeren Bronze- bis in die Eisenzeit aufeinander. Im letzten Jahrhundert v.Chr. siedelten sich im Saaletal Germanen an, die bei Schkopau an der Stelle eines Suevenhoek genannten Grabhügels, dessen Name sich von dem elbegermanischen Stamm der Sueben ableitet, einen bedeutenden Bestattungsplatz errichteten. Die Gräber zeugen von Handelskontakten mit Italien, wobei die Importe über die süddeutschen Kelten nach Norden verhandelt wurden. Die Funde deuten darauf hin, daß die ortsansässige keltisch beeinflußte Bevölkerung zusammen mit den germanischen Zuwanderern siedelte und in diesen aufging. Während der jüngeren römischen Kaiserzeit entwickelte sich Leuna zu einem politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt. Aus dieser Zeit stammt ein mit wertvollen Grabbeigaben ausgestattetes Grab, dessen Zusammensetzung die Vermutung aufkommen läßt, daß der Fürst als Führer einer Gefolgschaft im Dienst der Könige des Gallischen Sonderreiches kämpfte. Nach der Eingliederung der Thüringer in das Frankenreich 531 und infolge der Ansiedlung von Slawen auf der Ostseite der Saale wurde der Fluß Staatsgrenze. Diese wurde aber schon im 7. und 8. Jahrhundert von Slawen überschritten, die an den der Saale zufließenden Flüssen entlang nach Westen vordrangen. Sie verloren in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dort ihre Autonomie, die Saale wurde als Grenze restauriert und mit Burgen befestigt, deren Kette von Halle über Merseburg bis nach Burgwerben reichte. Ein Glied in dieser Kette bildete die Suuemeburg, die über Luftbilder bei Wengelsdorf entdeckt wurde. Auf der Gegenseite wurden von den Slawen Burgen bei Meuschau, Bad Dürrenberg, Lösau und Weißenfels errichtet. Nach Übernahme der Burg von Lösau durch die Deutschen wurde im Zuge des Ausbaus zum Burgward Treben innerhalb der Umwallung eine Kirche errichtet, zu der ein slawischer Friedhof gehörte, auf dem Grabsteine zum Vorschein kamen. Unter Heinrich I. begann dann in größerem Umfang die Eroberung der slawisch besiedelten Gebiete östlich der Saale. In Merseburg errichtete er eine Königspfalz (919). Durch Organisation einer Verfassung, die sich an die slawische Landesgliederung anlehnt, werden die eroberten Gebiete über Jahrhunderte hinaus wirksam gesichert. Dazu trug auch die 968 erfolgte Gründung der Bistümer Merseburg, Meißen und Zeitz bei. Ob sich zu diesem Zeitpunkt schon eine Burganlage auf dem weißen Sandsteinfelsen befand, der heute das Weißenfelser Schloß trägt, ist nicht erwiesen. Es wird jedoch eine aus Holz gebaute, ursprünglich auf einer slawischen Gründung beruhende Burganlage an dieser Stelle angenommen. Gegenüber der Besiedlung des Saaletales von Saaleck bis Halle ist jene des Abschnitts von Halle bis Bernburg weniger dicht und kontinuierlich. Dennoch zeichnet sich an einigen Stellen für gewisse Perioden eine umfangreiche Siedeltätigkeit ab. Hierzu zählen für die Jungsteinzeit die Umgebung von Bernburg und für die Bronzezeit das linke Hochufer der Saale zwischen Salzmünde und Kloschwitz sowie das Gebiet östlich von Beesedau. An beiden Ufern wurden zu allen Zeiten Befestigungen errichtet, die, wo möglich, die Ränder und Erosionsrinnen in ihr Verteidigungssystem mit eingebunden haben. Die Kette umfaßt 34 nachgewiesene vorgeschichtliche Befestigungen, wobei jede der an die Saale grenzenden Gemarkungen mindestens ein Erdwerk erbracht hat. Nicht minder häufig waren die Hochterrassen mit Grabhügeln besetzt, die bereits während der Jungsteinzeit (Baalberger, Bernburger, Schnurkeramikkultur) errichtet und auch von den bronze- und eisenzeitlichen Kulturen als Bestattungsplatz genutzt wurden und sich noch auf den landwirtschaftlich nicht oder kaum genutzten Kuppen erhalten haben. Die ältesten Spuren gehen in die Altsteinzeit zurück, als sich vor 250 000 Jahren Gruppen von Jägern und Sammlern an der Saale aufhielten und, wie etwa bei Besedau, Mammuten und Edelhirschen auflauerten. Die ältesten Ackerbauern der Bandkeramik lassen sich an der unteren Saale weniger häufig nachweisen als an der mittleren. Bei Aderstedt hatten sie an der Wipper nahe der Mündung in die Saale eine befestigte Siedlung errichtet. Der Trichterbecherkultur ist eine Befestigung mit Grabanlage bei Gnölbzig zuzuweisen. Östlich von Bernburg läßt sich für die Trichterbecherkultur eine regelrechte Steinzeitlandschaft rekonstruieren, die sich bis Köthen im Osten und Baalberge im Süden ausdehnte und an der das LSG mit den Orten Grimschleben und Latdorf Anteil hat. Die drei Grabhügel Heringsberg, Bierberg (Grimschleben) und Steinerne Hütte (Latdorf) stellen mit jenen aus Schortewitz die südlichsten erhaltenen Großsteingräber Deutschlands dar, mit denen die Ackerbauern der Bernburger Kultur ihren verstorbenen Sippenmitgliedern steinerne Mausoleen errichtet haben. Weitere Großsteingräber befanden sich einst bei Roschwitz und Gröna. Zwei Grabhügel bei Latdorf sowie ein weiterer bei Gröna waren mit Menhiren bekrönt, die der Ahnenverehrung und Fruchtbarkeitskulten dienten. Die Bevölkerung lebte in befestigten Siedlungen bei Gröna, Bernburg, Poley, Altenburg und vermutlich auch bei Grimschleben. Von der Bernburger Kultur wurde nördlich von Halle bei Morl am rechten Ufer der Saale eine Befestigung errichtet, aus deren unmittelbarem Umfeld ebenfalls Grabhügel und Stelen bekannt sind. Die Befestigung lag an einer alten Handelsstraße, der Salzstraße, die von Trotha nach Wettin zog und dabei an Gimritz vorbeiführte, wo einer der seltenen Steingerätehortfunde der frühen Jungsteinzeit festgestellt wurde. Die Beutung der jungsteinzeitlichen Befestigung von Salzmünde, die der mittleren Stufe der Trichterbecherkultur den Namen gab, könnte in kultischen und rituellen Praktiken zu suchen sein, da innerhalb der 25 ha umfassenden Umwehrung, aber auch in den Gräben selbst, häufig Bestattungen vorgenommen wurden. Während der Bronzezeit entfaltete das zuvor kaum besiedelte Gebiet nördlich von Salzmünde bis in die Höhe von Kloschwitz eine Blüte. Hier entstand eine Kulturlandschaft mit befestigten Siedlungen und Grabhügelfeldern, die in ein Netz von Wegen und Feldern eingebunden waren. Den Siedlungsfunden nach wurden Spelz, Einkorn, Emmer, Rispenhirse, Pferdebohne, Lein und allen voran Gerste angebaut. Die wirtschaftliche Bedeutung des Raumes belegen Bronzehorte von Fienstedt und Beesenstedt. Die Gegend gehörte während der Bronzezeit zur Helmsdorfer Gruppe. Eine weitere Siedlungskammer befand sich bei Beesedau. Bronzezeitliche Befestigungen lagen zudem bei Alsleben und bei Grimschleben, wo Bronzehortfunde zum Vorschein kamen, die die Befestigungen zum Zentralort erheben. Grimschleben gehörte damals zur Saalemündungsgruppe. Im Umfeld der bronzezeitlichen befestigten Siedlungen fanden sich auch jene der Eisenzeit. Auf die früheisenzeitliche Hausurnenkultur folgte in der jüngeren Eisenzeit die Jastorf-Kultur. Am Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr. traten dann ostgermanische Siedler auf. Insgesamt läßt sich die Besiedlung aber nur punktuell fassen. Während der römischen Kaiserzeit siedelten an der Saale Elbegermanen (Hermunduren). Im 5. und frühen 6. Jahrhundert gehörte das Gebiet an der mittleren und unteren Saale zum Königreich der Thüringer, das 531 von den Franken zerschlagen wurde. Die Saale bildete die Ostgrenze des Reiches, die es zunächst (561, 566/67) gegen die Awaren, später gegen die Slawen, die sich im 7. Jahrhundert östlich der Saale ansiedelten, zu verteidigen galt. Diese hatten bei Grimschleben im Gau Serimunt, bei Rothenburg, Wettin und Brachwitz im Gau Nudzici mächtige Burganlagen errichtet. Auf dem gegenüberliegenden Ufer befand sich bei Waldau eine Befestigung, die seit 806 den Ausgangspunkt mehrerer Kriegszüge bildete. Weitere fränkische Burgen befanden sich in Aderstedt, Plötzkau, Alsleben, Friedeburg, Kloschwitz, Salzmünde und Lettin. Als in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts die Gebiete östlich der Saale dem Reich eingegliedert wurden, entstanden an der Stelle der slawischen deutsche Burgen. Im Zentrum des LSG liegt die Stadt Halle, deren Territorium aufgrund seiner siedlungs- und verkehrsgünstigen Lage, aber vor allem wegen der rechts der Saale zwischen Hallmarkt und Wittekindtal zutage tretenden Solquellen, zu allen Zeiten dicht besiedelt war. Darin liegt der Grund dafür, daß sich auf engem Raum unterschiedliche Kulturen niedergelassen haben. Bereits seit dem Beginn der Jungsteinzeit war das rechte Ufer der Saale in allen Ortsteilen kontinuierlich besiedelt. Nach Ausweis von Briquetagen aus der befestigten Höhensiedlung in der Dölauer Heide wurde seit der Trichterbecherkultur aus Sole Salz gewonnen, auch wenn sich im Gebiet der Stadt Halle die Salzsiederei erst seit der frühen Bronzezeit nachweisen läßt. Die ältesten Spuren des Menschen gehen bis in die mittlere und jüngere Altsteinzeit zurück und stammen aus Kröllwitz und vom Galgenberg. Von den Höhen aus konnte der altsteinzeitliche Jäger das sich in den Saaleauen einfindende Wild beobachten. Besonders im nördlichen Bereich Halles, wo die Porphyrrücken und -kegel dicht an die Saale herantreten, war die Besiedlung dicht und riß nie ab. Dies trifft besonders für die Spätbronze- und Früheisenzeit zu, wo in diesem Gebiet zahlreiche Siedlungen lagen, deren Bewohner die Sole zu Salz gesotten haben. Der auf den Handel mit Salz gegründete Wohlstand erhielt während der frühen Eisenzeit seinen sichtbaren Ausdruck in reich ausgestatteten Frauengräbern, die sich der Thüringischen Kultur zuordnen lassen. Auch der Anteil bemerkenswerter keltischer Schmuckstücke des 5. und 4.Jahrhunderts v.Chr. hängt in erster Linie mit der Bedeutung Halles als Marktort zusammen, da Halle zu dieser Zeit im Einflußbereich der germanischen Jastorf-Kultur liegt. Die Quellen nennen im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 806 auch den Ortsnamen Halle. Die Grenzfeste lag ”... in orientalem partem Sala, ad locum, qui vocatur Halla”, am östlichen Ufer der Saale, bei dem Ort, welcher Halle heißt. Zweifellos diente das befestigte Kastell als Stützpunkt in den Kämpfen des fränkischen Heeres gegen die Slawen und schützte zugleich die überaus wichtigen Solequellen in diesem Siedlungsbereich. Unter Heinrich I. wurde die Burg Giebichenstein erbaut. Die Reichsburg erlangte eine Vorrangstellung im großräumigen Siedlungsgebiet längs der Saale, bezog auch die südliche Siedlung „Halla“ in ihren Gemeinbereich ein, so daß das Verschwinden des Namens Halle in den Quellen jener Epoche verständlich erscheint und Giebichenstein an dessen Stelle tritt. Die Mark Giebichenstein mit ihrer Burg und Siedlung sowie das eigentliche Halle mit seiner Salzbereitungsstätte, südlich davon gelegen, sind jedenfalls als ein Ganzes zu betrachten, als im Jahre 961 ein für die mittelalterliche Geschichte Halles folgenreiches Ereignis eintrat. Am 29. Juli vollzog König Otto I. zu Ohrdruf eine Urkunde, in der er dem Kloster St. Moritz in Magdeburg „den ganzen Gau Neletice mit allen seinen Nutzungen, den Burgort Giebichenstein mit seinen Salzquellen sowie andere Burgorte mit allen ihrem Zubehör, salzigen und süßen Gewässern, bebauten und nichtbebauten Fluren, deutschen und slawischen Hörigen...” übereignete. Ziel dieser Schenkung war, den deutschen Feudalstaat an seiner Ostgrenze weiter auszubauen und die Christianisierung im Saale-Elbe-Raum durchzusetzen. Das Jahr 961 gilt als erste urkundliche Erwähnung und damit Gründung Halles. Gegen viel Widerstand erreichte Otto I. schließlich im Jahre 968 die Anerkennung seines Planes, ein Erzbistum mit dem Sitz in Magdeburg zu gründen, dem nun die reichen Schenkungen zugute kamen. Zur Zeit der deutschen Ostexpansion gegen die Elbeslawen (10.-13. Jahrhundert) lag ebenso das Saalegebiet um Bernburg an der Nahtstelle zwischen Altsiedelland und den eroberten und kolonisierten Gebieten. Im Jahre 975 wurde der Missionsstützpunkt aus dem Harz nach Nienburg vorverlegt; damit wurde das Gebiet zu einer strategischen Aufmarschbasis für die Eroberung und Besetzung des Sorbenlandes. Im 10. und 11. Jahrhundert gehörte das Bernburger Saalegebiet zu folgenden Gauen: Westsaalisch reichte der nördlich der Bode gelegene Nordthüringgau mit Nienburg herein, ihm schloß sich südwärts bis zur Schlenze bei Friedeburg der Schwabengau an. Östlich schlossen sich an die Saale die Gaue Serimunt nördlich und Nudzizi südlich der Fuhne an. Mitte des 10. Jahrhunderts wurden zahlreiche Burgwarde errichtet, von denen aus das Land militärisch kontrolliert und tributpflichtig gemacht wurde. Südlich Bernburgs hatten sich die Grafschaften Alsleben (bis 1126) und Plötzkau (bis 1147) gebildet. Bernburg selbst war seit dem 10. Jahrhundert Sitz der Markgrafen Gero und Christian. Die Burg Bernburg, 961 erstmalig urkundlich erwähnt, gehörte einem sich zwischen Magdeburg und Halle erstreckenden fränkischen Verteidigungssystem an. Trebnitz, Laublingen und Rothenburg waren benachbarte Burgen im 10. Jahrhundert. Im Laufe der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts verschoben sich im heutigen Halle die wirtschaftlichen Funktionen. Das Markt-, Münz-, Zoll- und Bannprivileg verlagerte sich von Giebichenstein nach dem Ort, der bei der Saline aufzublühen begann. Die Ursache dafür, daß sich Halle zur Stadtgemeinde entwickelte, waren die Solequellen, deren mächtige Ergiebigkeit das Entstehen eines mittelalterlichen Großbetriebes begünstigte. Hier ließen sich gleichfalls die wichtigsten Beamten der Magdeburger Erzbischöfe nieder wie der Burggraf, der Salzgraf, gleichzeitig Münzmeister, sowie der Schultheiß und übten ihre Funktionen als Vertreter des geistlichen Oberhirten aus. Der bedeutende Burggraf Wiprecht von Groitzsch († 1124) setzte im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts schließlich den Plan einer großartigen Stadterweiterung durch. Mit Hilfe der halleschen Bürgerschaft entstand zum Schutze der Stadt ein Mauerring, der den Siedlungsraum Halles um das fünffache vergrößerte und dessen städtebaulicher Mittelpunkt der neue große Marktplatz wurde. An den besonders gefährdeten Stellen erhielt er einen dreifachen Mauerring und besaß annähernd 40 Wehrtürme und Schalen (Mauern). Schon 1128 berichten die Chroniken vom lebhaften Handel und beträchtlichen Warenumschlag auf dem Markt in Halle. Eine weitere ökonomische Stärkung erreichten die halleschen Bürger schließlich durch Belehnung mit Soleausläufen und Siedehütten der Saline, die bis dahin ein ausschließlich zentral vom erzbischöflichen Grundherren betriebenes Werk waren. Um 1185 begannen die Menschen, Weißenfels als städtische Siedlung unterhalb der namengebenden Burg beziehungsweise befestigten Höhensiedlung planmäßig anzulegen. Im Schutz der Burg, am Flußübergang der Ober- beziehungsweise Osterländischen Salzstraße von Halle über Großkayna, Zeitz nach Böhmen hatte die junge städtische Siedlung günstige Standortbedingungen. Bernburg schließlich wurde als Siedlung urkundlich erstmalig 1130 erwähnt und wuchs wie die anderen beiden großen Städte aus mehreren Siedlungskernen zusammen. Das Stadtrecht erhielt der Ort 1278. Mit dem inneren Landausbau im 12. und 13. Jahrhundert setzte ein neuer siedlungsgeschichtlicher Abschnitt ein. Zahlreiche Dörfer wurden gegründet, Brachland kultiviert, weiterer Wald gerodet und hochwassergefährdete sowie sumpfige Niederungsbereiche für die landwirtschaftliche Nutzung urbar gemacht. Im 14. und 15. Jahrhundert trat ein umfangreicher Wüstungsprozeß ein, unter anderem infolge von Wassermangel und Bränden, mit dem Stagnationserscheinungen in der Landwirtschaft einhergingen. Etwa um 1500 war der Höhepunkt des Weinbaus. Fast jedes Dorf hatte seine Weinberge. Weißenfels zum Beispiel war damals mit einem Kranz von Rebenhügeln umgeben; es gab 66 Weinberge auf einer Fläche von insgesamt 100 bis 150 Hektar. In Halle wurde im Mai 1484 am nordwestlichen Rand der Stadt der Grundstein für die Zwingfeste St. Moritz als Residenz der Erzbischöfe gelegt. Nach genau 19 Jahren Bauzeit konnten im Frühjahr 1503 die ersten Räume bezogen werden. Von hier aus beherrschte Erzbischof Ernst unnachsichtig die Stadt bis 1513. Die Stadt Weißenfels war von 1548-1553 sächsischer Fürstensitz und von 1680-1746 Residenz des Herzogtums Sachsen-Weißenfels. Aus dieser Zeit stammt auch die frühbarocke Dreiflügelanlage des Weißenfelser Schlosses Neu-Augustusburg. Die Stadt Weißenfels hatte 1648 etwa 1 300 Einwohner und 194 steuerpflichtige Häuser. Bis in das 18./19. Jahrhundert hinein zählten neben dem hauptsächlich betriebenen Ackerbau auf den fruchtbaren Lößstandorten der Obstbau, die Viehzucht sowie stellenweise die Saalefischerei und das Mühlengewerbe zu den Erwerbsquellen der Bevölkerung. Die Entwicklung der Landwirtschaft seit Mitte des 19. Jahrhunderts und insbesondere der Übergang zur industriemäßigen Produktion ab 1960 bewirkten die wohl einschneidendsten Veränderungen für die Tier- und Pflanzenwelt seit dem Mittelalter. Der verstärkte Einsatz von Stickstoff-, Kali- und Phosphordüngern in der Landwirtschaft wandelte die artenreichen und teilweise buntblühenden Kohldistel-Glatthafer-Wiesen des Saaletales in artenarmes, vorwiegend aus Deutschem Weidelgras bestehendes Weidegrünland um. Durch die bevorzugte landwirtschaftliche Nutzung der fruchtbaren Auenstandorte wurden selbst in den Überschwemmungsbereichen die seit Jahrhunderten bestehenden Auenwälder auf wenige Restbestände zurückgedrängt. Wie eine Untersuchung für das Stadtgebiet Halle zeigte, unterlagen auch die heute als naturnah eingestuften Hartholzauenwälder einer nicht unbeträchtlichen Nutzung. So trug die Nordspitze der Peißnitzinsel um 1725 einen flächenmäßig kleineren Auenwald als heute. Seine Struktur schien gegenüber anderen Auenwäldern aufgelockerter zu sein. Der Sandanger trug in seinem westlichen Teil entlang des heute aufgefüllten Saalearms ebenfalls einen Auenwaldsaum. Auch der Ratswerder, eine große Fläche südlich des Gutes Passendorf, sowie weite Bereiche südlich der Pulverweiden waren auch von zum Teil naturnahen Auenwaldkomplexen bestockt. Auf der Grundlage dieser sicheren Nachweise bleibt zu vermuten, daß auch die anderen heute noch waldbedeckten Werder und Inseln waldbestanden waren. Gut 125 Jahre später waren einschneidende Veränderungen sichtbar. Großflächig sind Auenwälder noch in der Elster-Saale-Aue anzutreffen. Der zusammenhängende Auenwald war also schon im Jahr 1851 nicht mehr vorhanden. Dafür waren eine ganze Reihe von kleinflächigen und nur wenige größere Auenwaldflächen in der Saale- und Elster-Saale-Aue vorhanden. Unter diesen "Resten" befinden sich alle heute noch existierenden Waldflächen. Das Alter der Stiel-Eichen liegt zwischen 150 und 300, teilweise sogar 400 Jahren. Damit sind die meisten alten Stiel-Eichen vor dem ersten Zeitschnitt (um 1725) schon in den heutigen Auenwäldern vorhanden gewesen. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Im Süden hat sich das Saaletal in die Mersebuger Buntsandsteinpatte eingetieft. Nördlich Weißenfels treten die Talhänge bereits weit auseinander. Die Höhenunterschiede zwischen Talaue und umgebender Hochfläche haben sich auf 20-30 m vermindert. Bedingt durch das geringe Talgefälle mäandrierte die Saale bis zu ihrer Laufbettbefestigung frei in der Aue. Unterhalb der Unstrutmündung setzt auch der Talabschnitt mit starken Hochwasserereignissen ein, und die schluffigen Hochwassersedimente bedecken bis zu einer Mächtigkeit von zwei Metern die Aue. Die Talauenlandschaft von Bad Dürrenberg zeichnet sich durch die weit zurücktretenden und abgeflachten Talhänge aus. Mehr und mehr geht die Aue unmerklich in die durch elster- und saalekaltzeitliche Grundmoränen und von Lößablagerungen bedeckten Hochflächen der Umgebung über. Die Buntsandsteinformation gelangt, abgesehen von lokalen Durchragungen bei Bad Dürrenberg und Merseburg, erst wieder im Süden der Stadt Halle in Oberflächennähe. In dieser, auch durch Zechsteinsalzablaugung abgesenkten Niederung münden in einem breiten Trichter die Luppe und die Weiße Elster in die Saale. In der Stadt Halle tritt das Saaletal in den Bereich der paläozoischen Gesteine und der Gesteine des Übergangsstockwerks ein. Es sind die Reste des alten variszischen Gebirges, die hier als Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke an die Oberfläche gelangen. In diesem Bereich hat sich die Saale tief eingeschnitten und folgt im wesentlichen vorhandenen, tektonisch vorgezeichneten Linien. Die Eintiefung des heutigen Saalelaufs ist das Ergebnis relativ junger Prozesse. Die Vorläufer der Saale nahmen für ihren Lauf von Süden her vor der Elsterkaltzeit einen weiter westlich gelegenen Weg über Weißenfels in Richtung Dessau. Dieser wurde dann aber vom elsterkaltzeitlichen Inlandeisvorstoß verlegt, so daß sich die Saale einen neuen Lauf suchen mußte, der über Ammendorf und Büschdorf östlich der Stadt Halle nach Norden führte. Mit dem saalekaltzeitlichen Eisvorstoß wurde dem Fluß der Weg wiederum versperrt. So tiefte er sich nun gemeinsam mit den Schmelzwassern des Gletschers in den Porphyrriegel bei Halle ein und floß dann im Bett der Salzke weiter. Im Gebiet des Porphyrriegels ist die Flußbreite auf nur 80-100 m verengt. Das Saaletal gestattet vorzügliche Einblicke in die Zusammensetzung und Lagerung von Gesteinen aus den letzten 300 Millionen Jahren der Erdgeschichte. Die ältesten aufgeschlossenen Gesteine entstanden im Karbon aus dem Schutt des zerfallenden variszischen Gebirges. Damals lag unser Gebiet am Äquator, so daß zunächst die chemische Verwitterung überwog. In die roten Tone sind Bänke aus chemisch stabilen Quarzit- und Kieselschiefergeröllen eingelagert, die von der nordwestlich gelegenen Oberharzschwelle stammen und fossile kalkige Bodenbildungen mit Wurzelresten, sogenannten Kalkknauern, überlagern. Diese Art Aufschlüsse finden sich unter anderem östlich der Fähre Brucke-Rothenburg. Von Süden kamen dagegen verwilderte Ströme mit zerfallenem Granit- und Gneisgrus, aus dem sich die Kaolin- und Glimmersandsteine bildeten, die in großen Mächtigkeiten das Saaletal zwischen Dobis beziehungsweise Friedeburg im Süden und der Georgsburg bei Könnern bzw. Nelben im Norden begleiten und schwarzes Kieselholz enthalten. Zum Ende des Karbon entstanden Steinkohlen, die vor allem bei Wettin abgebaut wurden, aber auch an den Saalehängen bis zu Reichardts Garten in Halle zu Bergbauversuchen geführt haben, auf deren Haldenmaterial Abdrücke von Farnen und Schachtelhalmen gefunden werden. Im Unterrotliegenden entstanden die Gesteine, die heute das rechte Saaleufer zwischen Dobis und Halle begleiten und im Stadtgebiet von Halle auch auf das linke Ufer übergreifen. Das Basiskonglomerat steht auf Wegen zwischen der Saale und dem Wettiner Schachtberg gelegentlich an, Tuffe finden sich auf den Äckern westlich der Straße Wettin-Neutz. Der Untere (großkristalline) Halle-Porphyr aus dem Stadtgebiet von Halle und in den „Brachwitzer Alpen“ besitzt große hellrote Orthoklas-Einsprenglinge, neben denen die Einsprenglinge von Plagioklas und Quarz zurücktreten; die Grundmasse zwischen den Einsprenglingen ist mikrogranitisch. Der Obere (kleinkristalline) Porphyr hat kleinere Einsprenglinge und die Grundmasse ist feinkörniger. Er wird im Stadtgebiet von Halle an den Klausbergen und an den Kröllwitzer Felsen von der Saale durchschnitten. Er reicht rechtssaalisch von Döblitz bis zum Schweizerling nördlich von Wettin. Im Oberrotliegenden verursachte der nördliche Wüstengürtel eine starke physikalische Verwitterung. Vor allem die Halleschen Porphyre wurden abgetragen und die Konglomerate bilden heute die Felsen der Sieben-Brüder-Höhle, des Rive-Ufers und des Giebichensteins sowie kleinere Aufschlüsse zwischen Brachwitz und Dobis sowie bei Könnern. Im Zechstein erreichte das Meer die Saale. In den schwarzen Tonen eines stehenden Gewässers wurden die Schwermetalle wie Kupfer durch Schwefelwasserstoff ausgeschieden. Auf dem Haldenmaterial der Kupferschiefer-Versuchsschächte zwischen Wettin und Dobis finden sich Fischabdrücke. Die den Kupferschiefer umgebenden Schichten sind besonders gut an der Pögritzmühle Wettin, an der „Weißen Wand“ in Dobis und an der Georgsburg bei Könnern aufgeschlossen. Jüngere Gesteine des Zechsteins sind vor allem Salze eines immer wieder austrocknenden Binnensees, die wegen ihrer Löslichkeit an der Erdoberfläche nicht vorkommen, jedoch zum Teil die heutigen Täler verursachten. Die Saale erreicht nördlich der Grenze der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke bei Gnölbzig-Könnern den wiederum vom Buntsandstein bestimmten Teil des nordöstlichen Harzvorlandes. Dieser Saaletalabschnitt gehört geologisch zur nordwestlichen Fortsetzung der Edderitzer Mulde. An ihrem Rand kommt der Zechstein mit seinen mächtigen Salzlagerstätten in Oberflächennähe. Die Ablaugung der Salze führte zur Absenkung der Oberfläche auch im Talbereich. Dadurch öffnet sich das steilhängige Tal zu einer sehr breiten Aue, die einem ehemals frei mäandrierenden Fluß Raum gab. Die Saale und auch die pleistozänen Schmelzwasser schufen das bis zu 5 Kilometer breite Kustrenaer Becken. Mit dem Heraustreten des Saalelaufes aus dem Gebiet der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke und der Talverbreiterung beginnt auch eine Gefälleverflachung. Vor dem Flußausbau in den 1930er Jahren war das Gefälle mit 0,27 % sehr gering. Mit dem starken, durch Seitenerosion bedingten Mäandrieren verlagerte der Fluß bei Hochwassern oft sprungartig seinen Lauf oder durchbrach den Hals der Flußschlinge. Vor dem 12. bzw. 13. Jahrhundert befanden sich zum Beispiel die Ortschaften Mukrena, Beesedau, Poplitz und Kustrena auf der westsaalischen Seite, denn sie gehörten zum Bistum Halberstadt. Durch die natürliche Laufverlegung blieben von dem früheren Saalelauf nur verlandende Altwasser übrig. Auch im engeren Saaletal des Buntsandsteingebiets von Gröna bis Bernburg sind in der westlichen Aue Altarme erhalten geblieben, beispielsweise Lösewitzer Schleife, Stränge bei Aderstedt, Bernburger Röße. In der Stadt Bernburg erreicht die Saale nördlich der Buntsandsteinbank des Schloßberges den Unteren Muschelkalk, dessen flache geologische Mulde sich bis Nienburg spannt. Unterhalb Nienburg beginnt für den Saalelauf die Calbesche Tertiärlandschaft. In weiten Bögen und Mäandern, begleitet von zahlreichen Altwassern, strömt die Saale ihrer Mündung in die Elbe zu. Verfolgt man die Lage der Altwasserarme, so ist zu erkennen, daß die Saale in früherer Zeit drei Kilometer weiter östlich geflossen sein muß. Von 1932 bis 1942 erfolgte der Ausbau der Saale zwischen Halle-Trotha und Calbe für 1000-Tonnen-Schiffe. Dazu wurden Laufbegradigungen durchgeführt und die Schleusen in Wettin, Rothenburg, Alsleben, Bernburg und Calbe vergrößert. Von Halle aus flußabwärts hat heute nur die Fahrgastschiffahrt für den Erholungs- und Ausflugsverkehr eine Bedeutung. Von Weißenfels nach Halle durchfließt die Saale das Weißenfelser Löß-Hügelland, wobei von Osten her das Hohenmölsener Löß-Plateau und von Westen das Lauchstädter Löß-Plateau an das Saaletal grenzen. Hier dominieren Böden aus Löß: Tschernoseme, Braunerde-Tschernoseme, Griserden und randlich Kolluvium. Von Halle bis Könnern durchfließt die Saale ein enges Durchsbruchtal im Wettin-Brachwitzer Hügelland mit der Bennstedt-Nietlebener Platte und den Löß-Plateaus von Polleben und Lettewitz. Den östlichen Talrand des Halleschen Vulkanit-Komplexes bilden die Porphyre, bedeckt von geringmächtigen Braunerden bis Rankern aus skelettführendem lehmigen Sand über Porphyr und permokarbonen Sandsteinen. Erst mit steigender Mächtigkeit von Löß und Geschiebemergel kommen wieder Tschernoseme aus Löß vor. Unterhalb von Könnern durchbricht die Saale die Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke. Dort, wo die Saale den Zechsteinausstrich überquert, soll sie im Jahre 1575 in einem Erdfall verschwunden und erst nach Stunden bei Alsleben wieder zu Tage getreten sein. Danach verbreitert sich das Tal auffällig, eine Folge der Salzauslaugung und der Einmündung eines von Osten kommenden Urstromtales. Zu beiden Seiten des Saaletals erstrecken sich die flachwelligen Bernburger und Ermslebener Löß-Hochflächen, Gebiete mit weiter Tschernosem-Verbreitung, die seit langem einen intensiven Ackerbau begründen. Als Bodentypen treten in der Saaleaue fast durchgehend Vegas, Gley-Vegas und Tschernitzen auf. Wichtigste Bodenformen sind Vegas aus Auenlehm und Auenschluff, Vega-Gleye aus dem gleichen Material und Tschernitzen. Alle diese Böden sind sehr ertragreich. Seit dem Mittelalter ist die Saale in einigen Abschnitten eingedeicht. In diesen Bereichen werden nur die Deichvorländer von Hochwassern erreicht. Dort lassen sich in Senken und Rinnen sehr junge, stark humose Ablagerungen in einer Mächtigkeit bis zu mehreren Dezimetern finden. Die Schichtfolge der Auensedimente in der Saaleaue ist fast gleichbleibend. Von oben nach unten gesehen findet man folgenden Aufbau: Die oberste, rezente Sedimentschicht ist der jüngste Auenlehm als sandig-lehmige Ablagerungen in Rinnen und Senken mit Humusgleyen als Bodenform. Die nächste Schicht, der mittlere Auenlehm, ist aus dem Mittelalter oder jünger (bis zur Eindeichung). Er kommt flächendeckend vor, die Bodenformen sind Vegas und Tschernitzen. Der ältere Auenlehm mit Bodenbildungshorizont und Stücken von verkohlten Holz datiert aus der Jungsteinzeit (Atlantikum) bis ins frühe Mittelalter. Die unterste Schicht bilden anmoorige Sand- und Tonmudden aus dem Spätpleistozän bis Holozän. Hier findet sich holozäne Sande und Schotter und Reste der Niederterrasse mit Baumstämmen. Diese Sande und Kiese sind in zweierlei Hinsicht sehr wichtig: als Grundwasserleiter zur Wassergewinnung und als Lagerstätte für Kiessand. Die Auenböden sind in sehr jungen Sedimenten entstanden, wobei die Auslöser der Sedimentation die Rodungen durch den Menschen im Einzugsgebiet der Flüsse waren. Zwei Rodungsphasen lassen sich besonders gut nachweisen: eine in der Jungsteinzeit beziehungsweise in der Bronzezeit und eine im Mittelalter. Die Böden in der Saaleaue sind wegen der weiten Lößverbreitung und teilweise auch durch den anstehenden Muschelkalk karbonatführend. Das ist ein wichtiger Unterschied zu den Böden in anderen Flußauen. Im gesamten Saaletal bilden weichselzeitliche Kiese und Sande den obersten Grundwasserleiter. Dieser wird von einer Auenlehmschicht mit wechselnder Mächtigkeit überdeckt. Altwasser der Saale sind bei Großkorbetha und Bad Dürrenberg vorhanden. Unterhalb von Leuna bis nach Halle ist die Flußlandschaft durch Altarme, Flutrinnen, aber auch durch wassergefüllte ehemalige Kiesgruben gekennzeichnet. Besonders der Winkel zwischen Saale und Weißer Elster ist ein mit vielen Gewässern ausgestatteter Raum. Dieses weite Niederungsgebiet wird sowohl durch Winter- als auch durch Sommerhochwasser überstaut, die häufig längere Zeit stagnieren. Dadurch kann erheblich Grundwasser angereichert werden, welches auch seit langem für die Stadt Halle (Wasserwerk Beesen) genutzt wird. Natürlich entstandene Altwasser treten dann wieder unterhalb der Halle-Hettstetter Gebirgsbrücke auf. Weitere entstanden durch Begradigungen beim Flußbau. In der Aue zwischen Halle-Neustadt und Böllberg befindet sich ein bereits kurz vor dem II. Weltkrieg fertiggestellter größerer Abschnitt des Elster-Saale-Kanals. Die Laufverkürzungen erhöhten das Fluß-Gefälle und bedingten sein Einschneiden in die Auensedimente. Während auf der Strecke von Halle bis Könnern Hochwasser seltener auftreten und schnell abfließen, wird das untere Saaletal dann wiederum oftmals stagnierend überstaut. Das Gebiet des mittleren und unteren Saaletals ist neben dem Dresdener Elbetal eine der thermisch am meisten begünstigten Landschaften des ostmitteldeutschen Raumes. Der recht frühe Eintritt des Frühjahrs, die lange Vegetationsperiode und eine relativ hohe Sonnenscheindauer, verbunden mit den Leewirkungen des Harzes und des umgebenden Hügellandes, lassen bei Weißenfels den Weinbau an südexponierten Hängen zu. Selbst Alsleben, Gröna und Bernburg waren früher mit Weingärten ausgestattet. Bei Aderstedt hielt sich der Weinbau sogar bis zur Jahrhundertwende. Im Saaletal zwischen Bad Kösen und Bad Dürrenberg liegt die Jahresmitteltemperatur um 9°C. Dieser Saaletalabschnitt zeichnet sich klimatisch außerdem durch eine relativ hohe Sonnenscheindauer von etwa 1600 Stunden pro Jahr aus. Die Niederschläge liegen im Mittel der Stationen des LSG unter 500 mm und nehmen von Süden nach Norden mit zunehmendem Lee-Einfluß des Harzes ab, um dann bei Bernburg wiederum anzusteigen: Weißenfels 513 mm, Merseburg 485 mm, Halle 460 mm, Beesenlaublingen 451 mm; Bernburg 484 mm. Pflanzen- und Tierwelt Die potentiell natürliche Vegetation der Stieleichen-Ulmen-Auenwälder ist, abgesehen von Restbeständen, insbesondere Burgholz, Collenbeyer Holz, Rabeninsel, Peißnitz, Tafelwerder, Plötzkau, Sprohne, weitgehend beseitigt. Eine naturnahe Weichholzaue, die aus verschiedenen Weiden- und Pappelarten besteht, beschränkt sich auf ufernahe Partien der Stromsaale, der Altarme und der Flutrinnen, zum Beispiel auf den nördlichen Teil des von der Wipper durchflossenen und von ihren Sedimenten verlandeten Bernburger Saalealtarmes. Offenbar wurde auch im Saaletal in den vergangenen Jahrhunderten die Stiel-Eiche selektiv gefördert; den überalterten Beständen droht ohne forstliche Unterstützung in den nächsten Jahren ein Zusammenbruch, wie er im Burgholz bereits eingetreten ist. Das in der Aue noch vorkommende Grünland wird von Weide- und Mähwiesenflächen eingenommen, die zum größten Teil durch Intensivierung artenverarmt sind. Stellenweise mußten sie sogar beregnet werden. Extensiver genutzte Bereiche tragen Kohldistelwiesen, die zu den verschiedenen Röhrichtgesellschaften überleiten. Bei den Saalealtwassern ist die Verlandung meist bereits weit fortgeschritten. Auch durch Abbau von Lehm, Sand und Kies entstandene, mit Wasser gefüllte Hohlformen stellen günstige Lebensräume vor allem für Amphibien dar. In einem der verbliebenen Hartholzauenwaldreste im Collenbeyer Holz befindet sich die größte Graureiherkolonie Sachsen-Anhalts. 1998 brüteten hier 181 Graureiherpaare. Altbaumbestände bei Plötzkau und Wettin beherbergen weitere große Kolonien. Typische Vertreter der Avifauna sind Rot- und Schwarzmilan sowie Rohrweihe. Besondere avifaunistische Bedeutung besitzen das ausgedehnte Schilfgebiet bei Döllnitz und die umgebende Saale-Elster-Aue. Hier brüten Rohdommel, Tüpfelsumpfhuhn, seltener Zwergdommel sowie Zwergsumpfhuhn. In den ausgedehnteren Grünlandbereichen ist der Wachtelkönig Brutvogel und Durchzügler. Die Saaleaue ist ein Verbreitungsschwerpunkt des Weißstorches im Süden von Sachsen-Anhalt. An einigen Stellen in der Aue treten Salzpflanzen auf, deren Vorhandensein auf Quellen mit salzhaltigem Wasser aus der im Untergrund hoch anstehenden Zechsteinformation zurückzuführen ist, so bei Poserna, in der Elster-Luppe-Aue und bei Kloschwitz. Auch die auf die bergbauliche Tätigkeit des Menschen zurückzuführende Salzfracht von Unstrut, Saale und Salza begünstigt das Aufkommen von Halophyten. Auf den Hochflächen und an den Talhängen sind von den ursprünglichen Winterlinden-Eichen-Hainbuchen-Wäldern ebenfalls nur Reste vorhanden. Als Ersatzvegetation auf nicht ackerfähigen Extremstandorten findet sich eine standörtlich stark differenzierte Xerothermvegetation mit zahlreichen seltenen Pflanzenarten, unter anderem mehreren Orchideenarten. Die wärmebegünstigten, flachgründigen Standorte der Steilhänge werden von Trockenrasen mit einer Anzahl von Pflanzenarten der kontinentalen Steppen eingenommen. Charakteristisch sind Federgräser, Schwingelarten und Fieder-Zwenke. Auf den bodensauren Porphyrstandorten finden sich Heiden, Magerrasen und Silikat-Felsfluren. Im Bereich der aus der Hudenutzung entlassenen Hänge siedeln verschiedene thermophile Gebüschgesellschaften als Vorwaldstadien des Hangwaldes. Ausbleibende extensive Nutzung, insbesondere Schafhutung, bedroht die noch sehr zahlreichen Felsfluren, Trocken-, Halbtrocken- und Steppenrasen. Ebenfalls, jedoch infolge Überalterung, im Bestand gefährdet sind die alten baumhöhlenreichen Obstanlagen, die beispielsweise von Garten- und Siebenschläfer besiedelt werden. Entwicklungsziele Die alte Kulturlandschaft des Saaletals soll als eine vielgestaltige Landschaft erhalten und entwickelt werden. Flußbaumaßnahmen an der Saale dürfen sich nur auf die Erhaltung des derzeitigen schiffbaren Zustandes beschränken. Bei einer Renaturierung stehen die Auenbereiche mit zahlreichen Altwassern im Vordergrund. Einige der Altarme und Flutrinnen sollten entschlammt und wieder mit größeren Retentionsflächen an die Dynamik der Stromsaale angeschlossen werden. Die Uferbefestigungen der Saalezuflüsse sollen an einigen kulturlandschaftlich geeigneten Stellen so aufgelassen werden, daß Prall- und Gleithänge mit Uferbänken und Inseln entstehen. Der Saale-Elster-Winkel ist als komplexes Feuchtgebiet zu erhalten. In den Herbst- und Wintermonaten dient die Aue, vor allem bei Hochwasser, großen Scharen von Limikolen und anderen Wasservogelarten als Rast- und Nahrungsgebiet. Durch die Errichtung von Fischaufstiegsanlagen - vorzugsweise Umgehungsgerinnen - soll im Bereich der Saale-Querbauwerke die derzeit stark eingeschränkte Durchgängigkeit für wandernde Wasserorganismen verbessert beziehungsweise wiederhergestellt werden. Dabei sind die Kieslaicher-Habitate im Unterwasser der Wehranlagen (zum Beispiel Bernburg, Alsleben, Rothenburg, Herrenmühle, Wettin, Halle-Trotha, Pulverweiden, Meuschau, Beuditz, Öblitz und Bad Kösen) unbedingt zu berücksichtigen bzw. gegebenenfalls zu schützen. Bei entsprechender Flächenverfügbarkeit sollte ein durchgängiger Gehölzsaum entlang der Saale zur Beschattung des Gewässers in Ufernähe und zur Bildung von Uferstrukturen als potentielle Refugien für die Fauna etabliert werden. In Anbindung an bestehende Auenwälder sollen neue Weich- und Hartholzauenwälder begründet werden. Die Auenwaldstrukturen in den übrigen Wäldern sind durch gezielte forstliche Maßnahmen zu stabilisieren. Artenreiche Auenwiesen, extensiv genutzte Weiden und zahlreiche Baumreihen, in der überwiegenden Zahl hochstämmige Obstbäume, sollen die Auenlandschaft gliedern. Auf einigen der kleinen Ackerflächen ist die spezifische Auen-Ackerwildkrautvegetation zu erhalten. Durch umfangreiche Pflegemaßnahmen ist auch die Biotopvielfalt der Saalehänge mit ihren Hangwäldern, Streuobstwiesen, Trockenrasen und den mannigfachen Übergängen dazwischen zu erhalten. Die Altobsthänge vermitteln ästhetisch zu den am Talrand liegenden Gärten und Siedlungen. Auf den Hängen der Durchbruchstäler ist durch regelmäßige Schaf- und Ziegenhutung eine mikrostandörtlich differenzierte Xerothermvegetation zu erhalten; nur in Runsen, Hangmulden, sonnenabgewandten Hängen und Tälchen sind spontane Gehölzansiedlungen erwünscht. Das Untere Saaletal wird als Naturpark zu einem Gebiet mit alternativen, umweltverträglichen Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung und Gäste entwickelt. Gravierende landschaftsverändernde Maßnahmen im LSG, insbesondere die Anlage von Baugebieten und eine weitere Zerschneidung durch Verkehrstrassen, sind kein Entwicklungsziel. Exkursionsvorschläge Durch das LSG führen zahlreiche Wanderwege. Hervorzuheben ist der von der Quelle bis zur Mündung führende Saale-Radwanderweg, auf dem die reizvollsten Gebiete und alle Sehenswürdigkeiten erschlossen werden können. Die Saale eignet sich auch hervorragend für das Wasserwandern. Ausflugsschiffe können insbesondere ab Halle genutzt werden. Besonders beliebt sind Kaffeefahrten bis nach Wettin. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels, Schloß und Dom Merseburg, die Stadt Halle mit Saline, Moritzburg und Giebichenstein, Wettin mit seiner Burganlage, Schloß Plötzkau, das Schloß in Bernburg und schließlich die Schloßkirche in Nienburg. Sie sind zum Teil auch über die Straße der Romanik zu erreichen. Aber auch die kleinen Ortschaften entlang des Saaletales weisen zahlreiche Kleinodien wie Dorfkirchen, Parkanlagen, Mühlen oder Bauernsteine auf, die einen Abstecher lohnen. Weiterhin machen unter anderem auch zahlreiche interessante Zeugen der Industriegeschichte auf sich aufmerksam. Genannt seien das Gradierwerk Bad Dürrenberg, Wehr und Schleusenanlage in Merseburg-Meuschau, die Industrieanlagen von Leuna und Buna, das neue Kraftwerk Korbetha, das Wasserwerk Beesen, die Saline in Halle, die Kleinhaldenlandschaft des Steinkohlenabbaues in Wettin oder die Anlagen der Salz- und Zementindustrie in Bernburg. Nicht zuletzt ist die Benutzung der Saalefähren in Brachwitz, Wettin und Rothenburg zu empfehlen. Das Saaletal und seine Hänge sind insbesondere im Frühjahr, zur Blüte der Frühjahrsgeophyten in den Auenwäldern und der Obstbäume auf den Saalehängen, besonders reizvoll. Der Besuch der Rabeninsel in Halle, der Peißnitz oder des Kloschwitzer Blütenfestes Anfang Mai sind besonders zu empfehlen. Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels Der mächtige, das Stadtbild beherrschende Bau, auf einem Felsen über dem rechten Saaleufer gelegen, wurde für eine wettinische Nebenlinie ab 1660 errichtet. Von der 1644 geschleiften älteren Burg sind noch zwei Mauertürme erhalten. Das Schloß weist einen hufeisenförmigen Grundriß von strenger Symmetrie mit einem der Stadt zugewandten elfachsigen, turmbeherrschten dreigeschossigen Mittelflügel und zwei langen Seitenflügeln auf. Die ursprüngliche Ausstattung ist jedoch durch zeitweilige Umwandlung zu einer Kaserne zerstört worden. Das Schloß beherbergt ein Schuhmuseum. Gradierwerk Bad Dürrenberg Auf dem Gelände eines 1488 erstmals genannten Gutes entstand ab 1763 die kurfürstlich sächsische Saline. Der Badebetrieb wurde 1846 aufgenommen und weitete sich besonders nach 1891 zum Kurbetrieb aus. Der quadratische viergeschossige Borlachturm, heute Museum, ist ein Förderturm über dem 1744-63 abgeteuften Schacht von 233 m Tiefe. Er ist Wappenzier und Wahrzeichen Bad Dürrenbergs. Am Saalehang vor der Stadt erhebt sich der weithin sichtbare, aus Sandsteinen gefügte Turmschaft, der einen dreistufig hochgereckten schiefergedeckten Helm trägt. Acht der für die Siedesalzgewinnung notwendigen Gradierhäuser entstanden 1763, wurden nach 1800 verändert und zu einem durchgehenden, insgesamt 1 830 m langen und 9 m hohen Gradierwerk zusammengeschlossen. Der zweite Kunstturm, der Witzlebenschacht, nördlich neben dem vorigen gelegen, ist ein 1811-1816 hinzugefügter mächtiger sechsgeschossiger Bau mit Pumpanlagen für die Sohleförderung. Mit den aus verschiedenen Epochen stammenden Gradierwerken am Kurpark verfügt Bad Dürrenberg über Baudenkmale von hohem Rang. Sie spenden auch heute gesunde Salzluft und werden Schritt für Schritt rekonstruiert. Merseburg Die Stadtgeschichte läßt sich bis hin zu einer altthüringischen Burgsiedlung zurückverfolgen. Im Hersfelder Zehntverzeichnis wird der Ort Mersiburc um 780 erstmals urkundlich erwähnt. Unter Heinrich I. (919-936) wurde eine mit Steinmauern befestigte königliche Pfalz im Süden des Burgfelsens errichtet. 980 sind die Übertragung der Marktrechte an den Bischof und 1015 der Beginn des Dombaus in unmittelbarer Nähe der Königspfalz verzeichnet. Die erste Erwähnung einer bürgerlichen Selbstverwaltung der Stadt datiert von 1289. Merseburg war Mitglied der Hanse. Von der Stadtbefestigung sind die Stadtmauer in größeren Strecken sowie der Eulenturm und ein weiterer Mauerturm noch vorhanden. Bemerkenswert sind unter anderem das Rathaus, die Marktkirche St. Maximi und Teile der ehemaligen Stiftskirche St. Sixti. Der Merseburger Dom St. Johannes und Laurentius besteht aus einer dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche (1502-1517), die an Stelle des romanischen Langhauses entstand. Die unterschiedlichen baulichen Elemente wie etwa das Querschiff, das Chorquadrat und die Apsis, darunter eine Krypta (um 1040), sowie die runden Osttürme, die vor 1042 entstanden, dokumentieren die lange Geschichte des Gebäudes. Der Dom besitzt eine reiche Innenausstattung. Das Domstiftsarchiv enthält eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher Handschriften, darunter die im 10. Jahrhundert aufgezeichneten Merseburger Zaubersprüche. Die Dreiflügelanlage des Merseburger Schlosses vereint Elemente der Spätgotik und Spätrenaissance. Der Ostflügel wurde 1483 vollendet, der Nordflügel zwischen 1489 und 1510 und der Westflügel nach 1525. Die gesamte Anlage erfuhr im 17. Jahrhundert einen Umbau. In der Südostseite des Hofes befindet sich ein reicher Zierbrunnen. Das Schloß beherbergt ein Museum. Der Schloßgarten entstand 1660. Er enthält ein Teehaus und einen barocken Schloßgartenpavillon. Burg Giebichenstein Der auf einem Porphyrfelsen über der Saale thronende Komplex aus Alter Burg (Amtsgarten), Ober- und Unterburg wurde erstmals 961 erwähnt. Er war Hauptresidenz der Erzbischöfe von Magdeburg als Stadtherren von Halle. Von der 1636 bei einem Brand zerstörten Oberburg sind nur die Ringmauer, der romanische Eckturm mit gotischem Oberbau und die gewaltigen Kemenatenfundamente erhalten geblieben. Durch Grabungen sind Fundamente der romanischen Burg freigelegt worden. Die Unterburg stellt ein verschobenes Rechteck dar, dessen vierte Seite vom Felsen der Oberburg gebildet wird. Von den an der Außenmauer befindlichen fünf Rundtürmen sind teilweise nur die Schalen erhalten. Mitte bis Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Gebäude neu gebaut. Hervorgehoben werden sollen das freistehende Kornhaus von 1473 und der barocke Taubenturm. Die Burg wurde nach 1919 von Paul Thiersch zur Kunstgewerbeschule ausgebaut, der heutigen Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Burg Wettin Die Stadt Wettin ist aus einer kleinen bäuerlichen Siedlung entstanden, deren Gründungszeit unbekannt ist. Die Gründer waren zweifellos die Grafen von Wettin. Die Burg ist malerisch auf einem Porphyrfelsen am Nordufer der Saale gelegen. Ursprünglich vielleicht slawische Volksburg, wurde hier im späten 8. beziehungsweise frühen 9. Jahrhundert ein karolingisches Kastell angelegt, das erstmalig 961 genannt wurde. Seit dem 11. Jahrhundert nennt sich das Grafengeschlecht auf der Burg "von Wettin". Die vierteilige Burganlage, Ober- und Unterburg mit je einer Vorburg, ist trotz Abbruch alter Substanz, Um- und Neubauten noch heute beeindruckend. An der höchsten Stelle im Nordwesten erheben sich die Reste der mittelalterlichen Ringmauern einer Rundburg (Oberburg). Südöstlich schließen sich die beiden Vorburgen an. Es folgt schließlich die ein spitzwinkliges Dreieck bildende Unterburg mit dem flußseitigen langgestreckten Ammendorfer Flügel, dem Winkelschen Bau (1768-77) auf der Stadtseite und dem an der Südost-Ecke die Ansicht der Burg beherrschenden Winkelschen Turm (1606). Templer-Kapelle Im Ortsteil Mücheln der Stadt Wettin befindet sich die um 1280 errichtete Templer-Kapelle St. Marien. Sie ist ein Beispiel ursprünglicher edler früher Gotik mit zweijochigem Saal und mit nicht eingezogenem 5/8-Chor. Sie wurde durch jahrzehntelange Nutzung als Lagergebäude allerdings stark in Mitleidenschaft gezogen, wird zur Zeit jedoch gründlilch restauriert. Schloß Bernburg Das ein Museum und Verwaltung beherbergende Schloß ist malerisch auf einem Sandsteinfelsen hoch über der Saale gelegen. Das heutige Erscheinungsbild wird wesentlich durch die Bauten des 16. Jahrhunderts bestimmt, wobei die Bausubstanz und die Schmuckteile inzwischen weitgehend erneuert sind. Das Schloß war Residenz der Fürsten beziehungsweise späterer Herzöge von Anhalt-Bernburg. Die Gebäude des Schlosses folgen im wesentlichen der Anlage der mittelalterlichen Rundburg. Nach Westen fallen die Felsen steil zur Saale ab. Von dem einst tiefen Graben, der die anderen Seiten schützte, ist nur im Süden ein Rest erhalten. Aus dem späten 12. Jahrhundert stammt der mächtige runde Bergfried, genannt „Eulenspiegel“, der nach 1570 einen Kegelhelm mit vier Renaissance-Erkern erhielt, sowie Reste der Burg-Kapelle. Im südwestlichen Teil der Burg befinden sich der frühgotische quadratische „Blaue Turm“ mit Hochrenaissance-Bekrönung, das spätgotische „Alte Haus“ und das „Krumme Haus“ mit spätromanischem und frühgotischem Mauerwerk. Von architekturgeschichtlicher Bedeutung ist der Hauptbau. Bemerkenswert sind weiterhin der frühere Schloßpark und die ehemalige Orangerie. Das LSG verfügt über einige besonders erwähnenswerte Geotope: - die Klippen des Burgfelsens der Burg Giebichenstein in Halle aus Oberem (kleinkristallinem) Halleschen Porphyr, - die Felsklippe in Reichardts Garten in Halle-Giebichenstein aus Unterem (grobkristallinem) Halleschen Porphyr, - die Hanganschnitte am Felsenburgkeller am Rive-Ufer in Halle-Giebichenstein, die die Saalische Diskordanz zeigen, - die Solequellen mit mineralisierten Zechsteinwässern in Kloschwitz, - den Hanganschnitt „Weiße Wand“ bei Dobis, wo die Lagerung der Gesteine vom Zechsteinkalk bis zum Porphyrkonglomerat zu sehen ist, - den Hanganschnitt am östlichen Saalehang südlich von Rothenburg mit Erosionsformen in Sandstein, Schiefertonen und Konglomeraten des Oberkarbons, - die historischen Bergbauhalden am Schachtberg nördlich von Wettin, - die Glazialformen, speziell Gletscherschiffe auf Mittlerem Buntsandstein, im Gletschergarten und auf dem Friedhof Ilberstedter Straße in Bernburg, - Gips und Anhydrit im ehemaligen Steinbruch in Altenburg, - Sandstein, Tonstein und Rogensteinbänke im ehemaligen Steinbruch Spillingsberg an der Bahnstrecke westlich von Könnern sowie - Sandsteinschiefer, Kupferschiefer und Zechsteinkalk in den ehemaligen Steinbrüchen an der Georgsburg, zirka 1 km westlich von Könnern. Verschiedenes Die Saale Im Mittelalter dominierte die Flößerei, die noch bis in das 20. Jahrhundert hinein betrieben wurde. Der erste urkundlich erwähnte Schiffstransport datiert aus dem Jahr 891. Vom 12. bis in das 16. Jahrhundert hinein erfuhr die Schiffahrt einen Aufschwung. Ein wichtiger Handelsplatz zu jener Zeit war Halle. Ab 1366 wurden Holzschleusen errichtet, 1695 entstand in Trotha die erste Steinschleuse. Um 1790 erfolgte die erste umfängliche Regulierung der Saale. Der Fluß wurde ab Weißenfels schiffbar gemacht. 1836 befuhr zum ersten Mal ein Raddampfer die Saale. 1883 erfolgte nochmals eine Stromregulierung zwischen Naumburg und Weißenfels. Von 1884 bis 1921 dauerte im Abschnitt zwischen Calbe und Halle die Periode der Kettenschiffahrt. Von 1932 bis 1942 erfolgte der Ausbau der Saale zwischen Halle-Trotha und Calbe für 1000-Tonnen-Schiffe bis zu 80 m Länge und 9,20 m Breite. Dazu wurden Laufbegradigungen durchgeführt und die Schleusen in Wettin, Rothenburg, Alsleben, Bernburg und Calbe vergrößert. Zwischen 1954 und 1961 folgte eine Vertiefung der Flußsohle zwischen Nienburg und Beesenlaublingen und von 1957 bis 1977 der Saaleausbau zum heutigen Zustand. Etwa ab 1000 wurde die Wasserkraft in Wassermühlen an Stauwehren und in Schiffsmühlen genutzt. Die erste nachweisliche deutsche Schiffsmühle arbeitete bei Böllberg auf der Saale, das älteste deutsche Mühlenwehr wurde 941 bei Alsleben errichtet. Im 10. Jahrhundert bestand vermutlich bereits die Rischmühle bei Merseburg. 1063 werden dem Königsgut in Aderstedt zugeordnete Mühlen erwähnt. Die bei Alsleben gelegene Pregelmühle gehörte um 1200 zum Besitz des 1116 gegründeten Klosters zum Neuen Werke in Halle. Die Bernburger Saalemühle schließlich wurde erstmalig 1219 im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit genannt, der ihre damalige überregionale Bedeutung als fürstliche Hauptmühle erkennen läßt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts hatten sich die Amtsmühlen zu landesfürstlichen Großbetrieben entwickelt. Bei schiffbaren Gewässern erzwangen die zu den Mühlen gehörenden Stauwerke erst das mühsame Umladen der Schiffsladung, später, im 16. Jahrhundert, die Anlage von Schleusen. Auch die Geschichte der Saalefischerei läßt sich bis weit in das Mittelalter zurückverfolgen. Als abgabepflichtige Arten werden für die Saale bei Alsleben unter anderem Lachse und Neunaugen genannt. Aufsteigende Lachse haben Massenfänge ermöglicht, wie historische Dokumente mehrfach belegen. Bis Ende der 1950er Jahre wurde die Fischerei sowohl in der Saale als auch in den Altwassern zum Teil noch gewerblich ausgeübt, vor allem als Reusen- und Schleppnetz-Fischerei. Mit zunehmender Wasserverschmutzung wurden die Fischerei und später auch der Angelsport eingestellt und nur noch in den Zuflüssen, den Totarmen und den vielen für Angelsport geeigneten Stillgewässern betrieben. Derzeit kommen in der Saale wieder über 20 Fischarten vor. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Schiffbarmachung und der Ausbau der Saale und ihrer Nebenflüsse in historischer Zeit Die Saale in ihrer heutigen Gestalt ist das Ergebnis einer von Menschen über mehr als 1 000 Jahre geprägten Kulturlandschaft. Zu allen Zeiten haben die Menschen entsprechend ihren wirtschaftlichen Interessenlagen bereits eine Flussgebietsbewirtschaftung aufgebaut. Die Saale, früher auch Sächsische oder Thüringische Saale benannt, bildete das historische Grenzgebiet zwischen slawischen und germanischen Stämmen. Sie wurde bereits im frühen Mittelalter etwa ab Harra, 68 km unterhalb der Quelle, als Transportweg mittels Flößen benutzt. Die ersten urkundlichen Erwähnungen für die Schiffbarkeit der Saale stammen aus dem Jahre 981. Auf einer Reise nach Merseburg verstarb der Magdeburger Erzbischof ADELBERT am 21.05.981 bei Korbetha. Seine Leiche wurde zunächst nach Giebichenstein gebracht, hier mit dem erzbischöflichen Ornat bekleidet und dann per Schiff nach Magdeburg transportiert. Auch im Jahre 1012 wurde ein weiterer Erzbischof namens TAGINO von Merseburg nach Magdeburg verschifft. Er hatte mit Kaiser HEINRICH II. in Merseburg das Pfingstfest gefeiert und wurde dabei so krank, dass er nicht zu Pferde zurückkehren konnte. Bei der Schifffahrt verstarb er in Rothenburg. Aus dem Jahre 1128 ist eine Handelsreise des Bischofs OTTO VON BAMBERG überliefert, der in Halle große Mengen Tuch, Salz und Geräte kaufte und diese per Schiff über Saale-Elbe-Havel ins Land Pommern bringen wollte, um den dortigen Stämmen den Übertritt ins Christentum zu versüßen. Aus dem Jahre 1152 ist der „erste dienstliche Erlass“ für die regelmäßige Schifffahrt im Form eines kaiserlichen Privileges an Erzbischof WICHMANN überliefert. Sein Kloster Neuwerk bei Halle erhielt die Erlaubnis, Salz mit Schiffen zu transportieren und als Rückfracht Holz als Heizmaterial für die Pfännerei zu laden. Man fuhr also bereits mit Lasten bergwärts! Heute kann man nur vermuten, mit welchen Problemen die Altvorderen bei einer Saalebefahrung mittels Floß oder Kahn konfrontiert waren: Flusssperren, Untiefen, Verzweigungen, Stromschnellen, usw. Künstliche Flusssperren werden historisch erstmalig im Jahre 941 erwähnt, als bei Alsleben ein Mühlenwehr an der Saale gebaut worden sein soll. Das bereits erwähnte Kloster Neuwerk erhielt 1121 das Mahlrecht am dortigen Mühlenstau und am Kloster Gottesgnaden bei Calbe wurde schon für 1150 ein Umgehungskanal um eine Mühle nachgewiesen. Derartige Kanäle könnten schon dem „Durchleiten“ bzw. „Durchlassen“ von Schiffen gedient haben. Nachweisbar ist auch, dass außerhalb von Mühlenbereichen schon im 14. Jh. erste größere Stromregulierungsmaßnahmen stattfanden. Also bereits unsere Altvorderen begannen mit einem Flussgebietsmanagement. Um die Wassertiefen zu vergrößern und um Fließgeschwindigkeiten für die Bergfahrt zu verringern, wurden an Stellen, wo sich die Saale gabelte, der jeweils kürzere und strömungsstärkere Arm abgesperrt. Wasserbaulich wird in den letzten zwei Jahrhunderten genau umgekehrt vorgegangen. Ob die Absperrung des kürzeren Armes lange Bestand hatte, muss bezweifelt werden, wenn man an die überlieferten historischen Hochwässer von 1408, 1465 und 1491 denkt, denn diese veränderten den Saale-Lauf auf natürliche Weise und sie werden vermutlich alle damaligen Bauwerke zerstört haben. Historisch schon besser belegt ist, dass etwa um 1530 vom Erzbischof ALBRECHT Privilegien zum Ausbau und zur Regulierung der Saale für die Schifffahrt erteilt wurden. In der Folge wurden um 1560 die Bernburger Schleuse, 1564 die Schleuse Calbe gebaut. Flussabwärts wurde bis Hamburg Wolle, Federn, Hopfen, Salpeter, Öle, Salz und Getreide transportiert, bergwärts Wachs, Honig, Pfeffer, Ingwer und Metalle. Fünf privilegierte Beamte - unter ihnen der Salzgraf zu Halle und der Vogt zu Calbe - ließen 1571 vier Schiffe zum Transport von Salz, Getreide und Mühlsteinen bauen. Interessant ist auch, dass zur Unterhaltung der Schleusen, besonders gegen Versandung, damals Unterhaltungsabgaben erhoben wurden. Nachdem der 30jährige Krieg vieles zerstört hatte, ist erst um 1700 wieder eine Belebungan der Saale zu verzeichnen. Verschiedenste Gewerkschaften und Pfännerschaften, wie die Rothenburger Bergwerks-Gewerkschaft, das Salzwerk Staßfurt und die Wettiner Steinkohle, benötigten billige Transportmittel für Holz, Kohle, Salz und Getreide. Zu dieser Zeit begann auch die Schiffbarmachung der Unstrut, da die thüringischen Fürsten großes Interesse hatten, sich über Gera-Unstrut-Saale-Elbe den wichtigen Handelswegen anzuschließen. 1795 waren Unstrut und Saale von Artern bis Weißenfels nach dem Bau von zwölf Unstrut- und drei Saale-Schleusen schiffbar. Die Kosten dafür betrugen 528 750 Taler. Der weitere Unstrutausbau scheiterte aber damals an dem Einfluss sächsischer Kurfürsten, die für Leipzig eine wirtschaftliche Schädigung durch Verlagerung der Transportwege befürchteten. Es kam lediglich zur Erlaubnis - „Mandat“ genannt - für die Flößerei auf der Unstrut und der Gera, da Holz als Material im Bergbau und als Brennstoff dringend benötigt wurde. In dieser Zeit hatten die sächsischen Kurfürsten JOHANN GEORG III. und JOHANN GEORG IV. Pläne entworfen, mit im Wasserbau erfahrenen Holländern den Ausbau der oberen Saale voranzubringen sowie die Schiffbarmachung der Parthe mit Kanalanschluss an die Mulde und die Befahrung der Luppe bis Leipzig zu projektieren. Die Pläne wurden allerdings nicht realisiert. Der gesamte Transport erfolgte damals durch Treideln mit menschlicher Zugkraft. Ein Saale-Kahn wurde von etwa 20 Mann gezogen und der Weg von der Mündung unterhalb Calbe bis Halle in etwa fünf bis sechs Tagen bewältigt. Weitere, den Flusslauf verändernde Maßnahmen fanden etwa Mitte des 19. Jh. durch Vergrößerung der Schleusen im Zusammenhang mit der Dampfschifffahrt statt. Die Dampfschifffahrt intensivierte nicht nur den Gütertransport, sondern brachte als neuen Wirtschaftsfaktor auch das „Freizeitgewerbe“ auf. Seit Mitte des 19. Jh. sind auch exakte hydrologische Pegelaufzeichnungen überliefert. Die letzte große Etappe zur Kanalisierung der Saale begann etwa 1930. An der Projektierung waren die Kanalbauämter Merseburg, Halle und Bernburg im Auftrag der Elbstrombauverwaltung beteiligt. Richtmaßstab war der neue Saale-Maßkahn mit einer Ladefähigkeit von 1 000 t, 80 m Länge, 9,2 m Breite und 2 m Tiefgang. Nach 1930 wurden zur Erhöhung der Mindestabflüsse und damit der Wasserstände die Saale-Talsperren errichtet. Sie sollten bis zu 60 m3/s Zuschusswasser zur Erhöhung der Fahrwassertiefen abgeben können. Für die Wasserbewirtschaftung der Saaleund für die heutigen, mitunter gegensätzlichen, Interessen des Saale-Ausbaues für die Schifffahrt ist es wichtig zu wissen, dass dem Tiefenausbau der Saale ein niedrigster Ausbauwasserstand (NAW) zugrundegelegt war, der folgende Mindestwasserführungen vorsah: - 15 m 3 /s am Abzweig des Leipziger Kanals bei Merseburg; - 21 m 3 /s unterhalb des Zuflusses der Weißen Elster; - 25 m 3 /s ab Bodemündung. Mit diesen Wasserführungen war die Schiffbarkeit der Saale mit 1 000 t-Schiffen möglich. Diese Mindestwasserführungen wurden dank des Reguliervermögens durch die Saale-Talsperren bisher nie unterschritten, auch nicht in Zeiten hoher, industriell bedingter Wassernutzungen zu DDR-Zeiten! veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Gebietsbeschreibung Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt einen Landschaftsausschnitt zwischen Zickeritz und Alsleben im Südwesten des Landkreises Bernburg, der den Abfall der Hochfläche im nordöstlichen und östlichen Vorland des Harzes zum Saaletal repräsentiert. Im Norden und Osten schließt es an das LSG „Saale“ an. Mit dem Pfingstgrund bei Zellewitz reicht ein Erosionstal aus dem Randbereich der Schlenze in das LSG hinein. Die weite, flachwellige Hochfläche des östlichen Harzvorlandes fällt nach Osten zum tief eingeschnittenen Saaletal ab und wird durch markante Erosionstäler zerschnitten. Sie werden häufig von Hohlwegen und Ackerrandterrassen begleitet. Die steilen Abschnitte der Hänge heben sich durch ihr kleinteiliges Biotopmosaik und ihren Bestand an Gehölzen, Streuobstwiesen und Trockenrasengesellschaften von den ungegliederten Ackerflächen ab und beleben das Landschaftsbild. Auf der Hochfläche dominiert auf Großschlägen ackerbauliche Nutzung. Gliedernde Elemente sind die Obstbaumalleen entlang der Wege und die Kleinhalden. Letztere sind Zeugen des historischen Kupferschieferabbaus im Naundorfer Revier, einem isolierten, lokalen Abbaugebiet nördlich der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke, das zu den Mansfeldischen Kupferschieferrevieren zählt. Der Gutspark Piesdorf an der westlichen Grenze des LSG wurde als Geschützter Park ausgewiesen. Es handelt sich um eine Parkanlage mit Teichen, die teilweise verlandet sind. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Seit dem Neolithikum kann von einer lückenlosen Besiedlung der Landschaft ausgegangen werden, wenngleich im Landschaftsschutzgebiet keine so frühen Nachweise gelangen. Hervorgehoben werden soll aus der Bronze-/Früheisenzeit eine kleine Siedlungskammer zwischen Piesdorf und Belleben im nordwestlichen Bereich des LSG. Sie umfaßte Befestigungsanlagen, Grabhügel und eine Kultstätte. Eine bei Belleben gefundene silberne Gewandspange stellt eine angelsächsische Arbeit dar und ist somit Einfuhrgut. Bemerkenswert ist weiterhin eine frühmittelalterliche Befestigung bei Strenznaundorf mit einem zugehörigen Flursystem. Im Zuge einer langen Nutzungsgeschichte entstand die heute charakteristische Nutzflächenverteilung. Die fruchtbaren, gering geneigten Hochflächen werden intensiv ackerbaulich bewirtschaftet. Stärker geneigte Hänge weisen Restgehölze auf oder wurden als Grünland, vorwiegend als Schaftrift, genutzt. Dies förderte die Entstehung von Halbtrockenrasen auf diesen Standorten. Besonders durch das Kleinklima begünstigte Standorte innerhalb der Erosiontäler, aber auch entlang des Saalehanges, sind von Obstwiesen bestanden. Besonderheiten des Landschaftsbildes stellen die Kleinhalden des Kupferschieferabbaus dar. Erste Versuche des Kupferschieferabbaus im Ausstrichbereich des Flözes datieren bereits aus dem 16. Jahrhundert. Der Abbau erfolgte entlang des Naundorfer Stollens, dessen Mundloch nördlich Gnölbzig im Hangbereich lag. Er führte von Gnölbzig über Strenznaundorf und bog nach Westen ab, wo er südlich Piesdorf endete. Sein Verlauf wird an der Oberfläche von zahlreichen Kleinhalden begleitet, die sich besonders südlich Piesdorf konzentrieren. Neben dem erwähnten Tiefbau entstanden auch Kleinformen durch oberflächlichen Abbau, unter anderem ein Gips-Bruch am Saalehang westlich Gnölbzig. Geologische Entstehung Boden, Hydrographie, Klima Die Geologie des Gebietes wird bestimmt durch die Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke, an deren nördlichem Rand die Sedimentgesteine der Edderitzer Mulde, Perm und Trias, ausstreichen. Diese werden von pleistozänem Geschiebemergel der Saalevereisung und weichselzeitlichem Löß und Lößlehm überdeckt. Die Bildungen des Rotliegenden, des Zechsteins und des Buntsandsteins treten in Bereichen zutage, an denen diese Decke abgetragen wurde. Dies sind die steilen Hänge der Erosionstäler und der Talhang der Saale. Auf der Hochfläche dominieren Tschernoseme aus Löß; Steppenböden, die seit der Jungsteinzeit als Acker genutzt werden und nie eine völlig geschlossene Walddecke getragen haben. An den Hängen finden sich verschiedene Rendzinen. Rendzinen sind karbonatführende, flachgründige Böden mit einem A-Horizont, der weniger als 40 cm mächtig ist. Dort, wo permokarbone Sandsteine, Konglomerate, Schluffe und Tonsteine ausstreichen, sind verschiedene Ranker und Regosole vorhanden, karbonatfreie, flachgründige Böden mit einem A-Horizont von weniger als 40 cm. In den Nebentälern der Saale sind Kolluviallöß-Tschernoseme und Gley-Tschernoseme verbreitet. Die Böden der Saaleaue sind in der Beschreibung des Landschaftsschutzgebietes „Saale“ weiterhin ausführlich erläutert. Der oberste Grundwasserleiter steht in einer Tiefe von zirka 20 m an. Lediglich an der Grenze der Schichten vom Karbon zum Perm und Trias ist Grundwasser in 10-20 m Tiefe vorhanden. Der Grund der Erosionstäler weist zum Teil episodisch wasserführende Gerinne auf. In den größeren wie dem Tal des Schlackenbaches, der bei Alsleben in die Saale mündet, sind Bäche mit permanenter Wasserführung vorhanden. Die Landschaft gehört zum östlichen Randbereich des mitteldeutschen Trockengebietes. Mit einer in der Station Belleben gemessenen Niederschlagssumme von 501 mm/Jahr zeigt sich der ausklingende Einfluß vom Regenschatten des Harzes. Die Jahresmitteltemperatur der Luft liegt bei 9°C. Bei relativ geringen Januar-Temperaturen und hohen Werten im Juli erreicht die mittlere Temperaturamplitude der Luft 18,6°C. Dies weist auf den subkontinentalen Charakter des Gebietes hin. Pflanzen- und Tierwelt Die Erosionstälchen, Steinbrüche sowie Kleinhalden innerhalb der intensiv ackerbaulich genutzten Hochfläche bilden wichtige Refugien für gefährdete Arten der Flora und Fauna. Wesentliches Charakteristikum der Landschaft ist das Auftreten von Biotopen trockenwarmer Standorte. Im Bereich der offenen Kleinhalden sind bestandsbedrohte, schwermetallverträgliche Lebensgemeinschaften vorhanden, die besonders schutzbedürftig sind. Als Charakterpflanze der offenen Kupferschieferhalden kann das sogenannte "Kupferblümchen", die Frühlings-Miere, betrachtet werden. Die Erosionstäler weisen artenreiche, kontinentale Halbtrockenrasen auf. Sie schließen kleinflächige Felsfluren und Trockenrasen ein. Neben typischen Arten wie Fieder-Zwenke, Schwingel-Arten oder Zypressen-Wolfsmilch sind auch gefährdete Arten vertreten wie Dänischer Tragant, Graue Skabiose, Kuhschelle, Pferde-Sesel und Pfriemengras. Auf schuttreichen, offenen Flächen findet man Gänsesterbe, Frühlings-Hungerblümchen und Frühblühenden Thymian. In der Grube Strenznaundorf befindet sich ein Standort des Großen Zweiblattes. Die Saalehänge bei Gnölbzig weisen Bestände von Halbtrockenrasen und Gebüschen mit zum Teil xerothermer Ausprägung auf. Hier kommen unter anderem Pfriemengras, Dänischer Tragant, Bärenschote, Franzen-Enzian und Ästige Graslilie vor. Eine Besonderheit ist der ehemalige Gipsbruch Strenznaundorf, der für diesen Standort typische Pioniergesellschaften beherbergt. Außerdem sind Obstwiesen, Gebüsche und naturnahe Waldreste vorhanden, aber auch weniger wertvolle Robinien- und Pappelanpflanzungen. Entwicklungsziele Innerhalb des LSG sollen die verbliebenen ökologisch wertvollen Strukturen erhalten und als Ausgangspunkte eines zu entwickelnden Biotopverbundes gesichert werden. Besonders die extensive Nutzung der landschaftstypischen Trockenstandorte durch Obstbau und Schafhutung sollte beibehalten werden. Durch eine weitere Gliederung und Belebung der Hänge durch Hecken und Feldgehölze, breite blütenreiche Säume und Sukzessionsflächen könnte das Landschaftsbild aufgewertet und somit gleichzeitig ein effektiver Schutz des Bodens vor Wind- und Wassererosion erreicht werden. Im Bereich der Gehölz- bzw. Restwaldflächen wird eine naturnahe Artenzusammensetzung angestrebt. Das schließt die Umwandlung standortfremder Gehölzpflanzungen und die Entwicklung vielfältiger Waldmäntel mit vorgelagerten Säumen ein. Die Siedlungsrandbereiche sollen harmonisch in die Landschaft eingebunden werden, landschaftsbildstörende Bauten sind durch geeignete Gehölzpflanzungen abzuschirmen. Neben dem Erhalt der Schönheit, Vielfalt und Eigenart des Landschaftsbildes steht die Gebietssicherung für naturverträgliche Erholung im Zentrum der Bemühungen, die im Rahmen der Arbeit vom Naturpark "Unteres Saaletal" koordiniert werden. Exkursionsvorschläge Wanderung an der Grenze zum LSG „Saale“ Ausgehend von der Fähre in Brucke führt ein Weg nach Norden entlang des Saaleufers zur Schleuse. Links zweigt ein Weg in den Wald ab und führt bergauf, bis sich an einer Hangkante ein Blick über das Saaletal öffnet. Nach etwa 100 m Anstieg ist eine höher gelegene Hangkante erreicht, von wo sich nochmals ein Panoramablick über das Saaletal und seine Hänge bietet. Vom unteren Aussichtspunkt gelangt man durch einen Hohlweg auf das Plateau. An der nächsten Wegekreuzung führt ein von alten Kirschbäumen gesäumter Weg nach Zickeritz. Durch das NSG „Zickeritzer Busch“ kann man an den Ausgangspunkt Brucke zurückkehren. Bemerkenswert sind das Schloß in Alsleben, ein im 18. Jahrhundert ausgebauter Barockbau aus dem Jahr 1698, sowie die romanische Dorfkirche in Ihlewitz mit ihrem Turm von 1868. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 14.05.2021

Einvernehmen zum Vorhaben "Erdwärmesondenanlage in Zetel, Gemarkung Neuenburg, Flur 41, Flurstück 58/181"

Aktenzeichen: BASE21102/09-A#2117 Erklärung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung über das Einvernehmen nach § 21 Absatz 2 Satz 3 Standortauswahlgesetz zu dem Vorhaben Erdwärmesondenanlage in Zetel, Gemarkung Neuenburg Der Landrat des Landkreises Friesland hat mit Schreiben vom 18.06.2024 (Aktenzeichen: WASGW-90733/2024) beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) um die Erteilung des Einvernehmens für das Vorhaben „Erdwärmesondenanlage in Zetel, Gemarkung Neuenburg, Flur 41, Flurstück 58/181“ ersucht. Dieses Vorhaben mit einer Bohrung von 132 m Teufe wurde auf Grundlage der Kriterien des § 21 Absatz 2 und 3 Standortauswahlgesetz (StandAG) geprüft. Ausweislich der Darstellungen des gemäß § 13 Absatz 2 Satz 3 StandAG veröffentlichten Zwischenberichtes Teilgebiete befindet sich der Vorhabenstandort in dem nach § 13 Absatz 2 Satz 1 StandAG identifizierten Gebiet mit dem Wirtsgestein Tongestein und der Kennung „053_00IG_T_f_tpg". Der Landkreis Friesland kommt in seinem oben genannten Schreiben zu dem Prüfergebnis, dass das Vorhaben aufgrund des § 21 Absatz 2 Satz 1 StandAG zugelassen werden könne, da sich im engen räumlichen Zusammenhang dieses Standortes bereits eine Bohrung größerer Tiefe befinde. Auf Grundlage der Ausführungen des Landkreises Friesland sowie nach eigener Prüfung erklärt das BASE sein Einvernehmen hinsichtlich der Erteilung der Zulassung des oben genannten Vorhabens aufgrund des § 21 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 StandAG. Die Erteilung des Einvernehmens ist nicht selbständig anfechtbar. Berlin, 03.07.2024 Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Im Auftrag

LSG Unstrut-​Triasland LSG Finne-​Triasland Karte: LSG0040___ und LSG0055BLK

Gebietsbeschreibung Unter der Bezeichnung Triasland werden die beiden LSG „Unstrut-Triasland“ und „Finne-Triasland“ zusammenfassend beschrieben. Sie befinden sich im Süden des Landes Sachsen-Anhalt. Das LSG „Unstrut-Triasland“ umfaßt das Unstruttal von Wendelstein bis zur Mündung in die Saale, wobei die benachbarten Stufenhänge und angrenzende Hochflächen mit eingeschlossen werden, sowie die Täler von Biberbach, Steinbach und Saubach. Es umfaßt Plateau- und Hangbereiche zwischen Steigra und Spielberg sowie den Ziegelrodaer Forst in den Kreisen Sangerhausen und Merseburg-Querfurt. Das LSG “Finne-Triasland“ schließt sich südlich an. Es erfaßt die Buntsandstein- und Muschelkalkplatten. Im Osten reicht das Gebiet bis an das LSG „Saale“ heran. Während im Westen die Landesgrenze zu Thüringen die Grenze des LSG bildet, stellt im Südwesten die Finne die Begrenzung dar. Die Schutzgebiete repräsentieren die Landschaftseinheiten Helme-Unstrut-Buntsandsteinland, Ilm-Saale-Muschelkalkplatten Teile der Landschaftseinheiten der Helme- und Unstrutniederung, Keuperbecken südlich Eckartsberga und Querfurter Platte und stellen eine landschaftliche Einheit dar. Die Besonderheit des Gebietes kommt in den Schichtstufen zum Ausdruck. Die Entwicklung der Schichtstufen an den Ausstrichen des Unteren Muschelkalks und des Mittleren Buntsandsteins ist eng mit der Talentwicklung und der Hangabtragung während des Pleistozäns verbunden. Die unterschiedlich geneigten Hangpartien werden deutlich, sobald die Schichtgrenze zwischen dem Unteren Muschelkalk oder dem Oberen Buntsandstein unterschritten wird. Steilere Hänge befinden sich im Bereich des Unteren Muschelkalkes und des Mittleren Buntsandsteins, während flachere Hänge im Oberen und Unteren Buntsandstein vorkommen, da diese leichter erodierbar sind. Diese markanten landschaftlichen Gegebenheiten sind in der Unstrutaue zwischen Wendelstein und der Unstrutmündung zu beobachten. Neben den geologischen Besonderheiten bereichern auch differenzierte Flächennutzungsformen wie offene Steinbrüche, bewaldete Hänge, Weinberge, Streuobstwiesen und Wiesen sowie xerotherme Vegetationskomplexe die Unstruthänge. Die größten zusammenhängenden Waldflächen der Helme-Unstrut-Buntsandsteinlandschaft besitzt der Ziegelrodaer Forst. Das Relief wird überwiegend durch die Plateaulage geprägt, die keine großen Höhenunterschiede aufweist. Dennoch ist es durch die Trockentäler örtlich stärker bewegt. Im Norden befindet sich das einzige Fließgewässer des Ziegelrodaer Forstes, die Querne. Das Tal der Unstrut ist im Bereich Wendelstein breiter, um sich im Raum Nebra stark zu verengen. Von Reinsdorf bis Karsdorf wird es wieder etwas weiter. Die Ausstattung der Auenbereiche mit Landschaftselementen ist recht unterschiedlich. Zwischen Reinsdorf und Nebra zeichnet sich die Unstrutaue durch kleinere Gehölze und Einzelbäume aus. Eine starke Strukturierung prägt die Unstrutaue auch bei Balgstädt und Freyburg. Großflächige Wiesen oder gar Ackerflächen kennzeichnen dagegen die Aue bei Nebra und bei Wendelstein. Markant heben sich auch die Täler des Hasselbaches hervor, dessen naturnaher, mit Gehölzen bestandener Lauf landschaftlich stark wirksam wird. In ähnlicher Weise fallen die Täler von Saubach, Biberbach, Gutschbach und Steinbach auf, die durch Wälder, kleinflächige Wiesen und  Wassermühlen auch ästhetisch ansprechen. Die Hänge mit Weinbergen und Trockenvegetation sowie die Täler der Fließgewässer sind die prägendsten Eindrücke, die man von der Landschaft des Triaslandes erhält. Es gehören zu dieser Landschaft jedoch auch ausgedehnte Waldflächen. Der größte Teil ist Laubmischwald. In den Wäldern kommen stark eingetiefte Hohlwege vor. Die Hochflächen sind überwiegend waldfrei. Bedingt durch die nährstoffreichen Böden findet auf Großschlägen Ackernutzung statt. Sie sind nur selten stärker durch Flurgehölze gegliedert, aber Obstbäume säumen oft die Straßen und Wege. Bei Allstedt befindet sich ein ehemaliger Militärflugplatz, dessen Nutzung aufgegeben wurde. Heute kennzeichnen Heideflächen in verschiedenen Sukzessionsstadien das Gebiet. Die Ortschaften bereichern das Landschaftsbild entscheidend. Burgen und Schlösser, die an den Hangkanten errichtet wurden, wirken weit über das Unstruttal hinweg. Diese kulturhistorisch bedeutsamen Bauten prägen die Eigenart der Landschaft zusätzlich. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Neuenburg bei Freyburg, deren Wahrzeichen, der „Dicke Wilhelm“, weithin sichtbar ist. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Dauer, Intensität und historische Wertigkeit der Besiedlung des Betrachtungsraumes sind von überdurchschnittlicher Bedeutung. Altsteinzeitliche Funde bei Memleben und Klein-Wangen bezeugen die Anwesenheit des Menschen im Unstruttal bereits vor 350 000 Jahren. Dort herrschten während der Holsteinwarmzeit günstige Bedingungen für die Jagd. Am Ende der Altsteinzeit, vor etwa 14 000 Jahren errichteten Jäger auf dem Talsporn der Altenburg bei Nebra ein Zeltlager. Die Fundstelle ist vor allem wegen der aus Elfenbein und Rehgeweih geschnittenen Frauenfigürchen bedeutend. In der frühen Jungsteinzeit wurden die Menschen seßhaft. Bereits die ältesten Ackerbauern Mitteleuropas, die der Linienbandkeramikkultur, haben zu Beginn der Jungsteinzeit die fruchtbaren Lößböden im Unstruttal unter Kultur genommen, wo sich die Siedlungen an den Mündungen der Bäche und Täler bei Kirchscheidungen, Balgstädt, Burgscheidungen, Tröbsdorf, und Freyburg konzentrierten. Von hier aus drangen sie flußaufwärts vor. Sie folgten dem Biberbach bis Bad Bibra, dem Saubach bis Kahlwinkel und dem Hasselbach über Nieder- und Obermöllern bis nach Burgheßler und Klosterhäseler, von wo sie weiter nach Spielberg und nach Frankroda gelangten. Steingeräte sind darüber hinaus noch aus Marienroda und Steinburg bekannt, so daß der Wirtschaftsraum auch die umliegenden Waldbereiche mit einschloß. Die Siedlungsdichte ließ während der Trichterbecherkultur nach. Aus der Zeit der Bernburger Kultur stammt ein Grabhügel bei Tröbsdorf, der von einer Stele bekrönt war. Ein weiterer Menhir steht bei Saubach unmittelbar an der Kupferstraße. Diese führte von Herrengosserstedt über Saubach nach Wennungen, Wetzendorf, Karsdorf - weiter nach Steigra, wobei bei Saubach eine westliche Route über Altenroda nach Nebra und eine östliche nach Burgscheidungen abzweigte, und dürfte bereits in der Jungsteinzeit bestanden haben. Während die Kugelamphorenkultur das Gebiet des LSG mied und nur randliche Positionen bei Memleben, Gleina und Bad Kösen besetzte, trat mit der Schnurkeramikkultur erneut eine Aufsiedlung ein, die auch wieder die Hochfläche mit einbezog, zum Beispiel bei Obermöllern, Spielberg und Taugwitz. Den Toten wurden Grabhügel errichtet, die sich entlang der Steilränder von Hochflächen aneinanderreihen. Zur Zeit der Aunjetitzer Kultur wurde bei Karsdorf Sole gesotten. Daß in der Region salzhaltige Quellen an die Erdoberfläche drangen, bestätigen für die jüngere Bronzezeit Briquetagen aus Wennungen und für die frühe Eisenzeit Funde aus Burgscheidungen, Laucha, Nißmitz, Golzen und Taugwitz-Poppel. Während der jüngeren Bronzezeit fand erneut ein Landesausbau statt, der mit Rodungen auf dem Hochplateau verbunden war. Die Bedeutung des Unstruttales zu dieser Zeit beleuchtet eine über 50 ha große befestigte Siedlung bei Wennungen, in der durch Handel erworbene Bronze in tönernen Formen unter anderem zu Waffen gegossen wurde. Die Anlage bildete das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region, die während der jüngeren Bronzezeit kulturell von der Unstrut-Gruppe geprägt wurde. Befestigte Siedlungen befanden sich außerdem auf der Altenburg bei Nebra, die die Handelsroute entlang der Kupferstraße kontrollierte, und auf dem Burgberg von Burgscheidungen. Von der Bronzezeit läßt sich eine Besiedlungskontinuität bis in die Thüringische Kultur der Eisenzeit verfolgen. Im 3. Jahrhundert v.Chr. ist im Unstruttal und auf der Hochfläche eine von der keltischen Kultur beeinflußte Bevölkerung nachweisbar. Die am Ende des 2. Jahrhundert v.Chr. die Saale aufwärts vordringenden Ostgermanen haben das Unstruttal umgangen und sind von Süden nur bis an Spielberg-Gernstedt herangerückt. Im letzten Jahrhundert v.Chr. siedelten sich die Hermunduren im Gebiet der mittleren Saale und unteren Unstrut an, aus denen später die Thüringer hervorgegangen sind. Auch die Siedlungen aus der römischen Kaiserzeit bildeten eine Kette, die sich von Freyburg über Laucha, Kirchscheidungen, Burgscheidungen, Wennungen, Karsdorf, Wetzendorf, Reinsdorf und Nebra bis nach Wangen spannte. Grabfunde von Nebra und Wennungen bezeugen Kontakte der Germanen im Unstruttal mit dem Römischen Reich, worauf römische Schwertgarnituren und ein Bronzemedaillon des römischen Kaisers Antonius Pius hinweisen. Das Thüringerreich wurde im Jahre 531 von den Franken erobert. Die entscheidende Schlacht fand vermutlich bei Burgscheidungen statt. Die Franken unterhielten später in Bad Bibra und in Memleben königliche Höfe. Letzterer wurde von Heinrich I. in ottonischer Zeit zur Pfalz ausgebaut und war der Lieblingsort der Sachsenherrscher. An der Unstrut trafen sich im Norden der Hosegau und im Süden der Engilingau, dessen östlichen Teil wiederum die Mark Scheidungen bildete. Eingeleitet von der Christianisierung, die seit dem 7./8. Jahrhundert von den Klöstern Fulda und Hersfeld ausging, wurde im 8./9. Jahrhundert und vor allem im 10. und 11. Jahrhundert der Landesausbau durch die weltlichen und geistlichen Herren auf der Grundlage von Königs- und Klostergütern stark vorangetrieben. Klöster, beispielsweise in Bad Bibra, Memleben und Reinsdorf, Pfalzen wie unter anderem Memleben, Allstedt und Balgstädt, Wehranlagen und Burgen in Querfurt, Wendelstein, Neuenburg und Großjena zeugen davon. Die Klöster und Königspfalzen waren sowohl wirtschaftliche Zentren und Stützen des Königtums als auch politische Handlungsorte. Somit war das Gebiet schon frühzeitig durch Handelswege erschlossen. Die Wein- und Kupferstraße stellte eine wesentliche Nord-Süd-Verbindung von Magdeburg nach Nürnberg dar. Eine wichtige Ost-West-Verbindung war die ”via regia” die von Leipzig nach Frankfurt (Main) führte. In der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts erfuhren der Harz und sein Umfeld durch Heinrich IV. nochmals eine intensive Phase des Landesausbaus auf der Basis der Königs- und Tafelgüter, wobei auch die Suche nach Silber und Kupfer eine Rolle spielte. Unter Heinrich IV. wurde eine Anzahl von Burgen neu errichtet. Das Ausmaß des Landesausbaus, der durch Rodungsperioden eingeleitet wurde, läßt sich zum Beispiel an der Verteilung der Ortsnamen mit der Endung „rode“ auf der Finne ermessen. Etwa seit dem 12. Jahrhundert war der innere Landesausbau so weit fortgeschritten, daß sich stabile Grenzen zwischen Wald und landwirtschaftlicher Nutzfläche herausgebildet hatten. Zu den ältesten Orten im Gebiet zählen Bad Bibra und Balgstädt, die bereits im Jahr 786 beurkundet wurden. Vom späten 11. bis Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte das Gebiet den Thüringer Landgrafen aus dem Haus der Ludowinger. Anschließend fielen große Teile den Wettinern zu; lediglich ein Stück der Finne bis zum Wendelstein war in der Hand der Orlamünder Grafen. Mit der Leipziger Teilung des sächsischen Hauses der Wettiner im Jahr 1485 gelangte das Gebiet an die albertinische Linie. Von 1656 bis 1746 unterstand es, einschließlich des Fürstentums Querfurt, den Herzögen von Sachsen-Weißenfels. Im Jahr 1815 wurde das gesamte Gebiet preußisch und gehörte zur preußischen Provinz Sachsen. Auf den fruchtbaren Böden des Gebietes dominierte schon seit langem die landwirtschaftliche Nutzung, so daß auf leicht bewirtschaftbaren Flächen anspruchsvolle Kulturarten angebaut wurden. Hängige Standorte oder Auen tragen dagegen Grasland oder Streuobstwiesen. Ein Charakteristikum der Landschaft ist der Weinbau auf sonnenexponierten Hängen, vor allem auf Muschelkalk. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Weinbaus stammt aus dem Jahr 998. Vermutlich ist der Weinbau noch älter, jedoch nicht urkundlich belegt. Der berühmteste Weinberg ist wohl der Freyburger Schweigenberg, ein Musterbeispiel für den Terrassenhackweinbau, der auch durch seine feingliedrige Struktur kulturhistorisch sehr wertvoll ist. Im Mittelalter waren die Rebflächen wesentlich ausgedehnter als gegenwärtig. Im 14. und 15. Jahrhundert erreichte der Weinbau deinen Höhepunkt, als insgesamt 10 000 ha Rebflächen, einschließlich der in Thüringen, bestanden. Klimatische und ökonomische Veränderungen sowie die Reblaus führten dazu, daß viele Weinberge aufgelassen wurden. Nachdem 1952 nur noch 120 ha aufgerebte Flächen vorhanden waren, stieg die Rebfläche bis 1993 wieder auf 400 ha. Weitere Aufrebungen erfolgten in den letzten Jahren. Der Anbau historischer Sorten von starkwüchsigen und großkronigen Hochstamm-Obstgehölzen, insbesondere auf südexponierten und anderweitig kaum nutzbaren Hanglagen, ist eine andere Form landschaftsprägender Flächennutzung im Unstrut-Triasland. Die größten Waldflächen des Gebietes befinden sich im Ziegelrodaer Forst. Typisch für dieses Gebiet war die bäuerliche Nutzung vieler Wälder durch Waldweide und Stocknutzung. Dadurch entstanden teilweise ausgedehnte Mittel- und Niederwälder, die heute kulturhistorisch und naturschutzfachlich von besonderem Wert sind. Das natürliche Vorkommen eichenreicher Wälder wirkte sich auf die Tierhaltung der Bauern in den früheren Jahrhunderten aus, indem in der Region die Schweinehaltung gegenüber der Rinderzucht überwog, weil die Eicheln für die Schweinemast verwendet wurden. Weitere ausgedehnte Waldflächen sind heute nur noch auf der Finne, um den Schadenberg („Orlas“ genannt) und bei Freyburg in der Neuen Göhle vorzufinden. Die anderen Bestände tragen Restwaldcharakter. Die Unstrut war schon früher eine wichtige Wasserstraße. Erste Schritte zur Schiffbarmachung der Unstrut erfolgten in den Jahren 1791 bis 1795. Bereits 1795 wurde der Schiffsverkehr von Weißenfels bis Artern eröffnet, um beispielsweise die kursächsische Saline in Artern bedienen zu können. Im Jahr 1881 wurde der stärkste Wasserstraßenverkehr registriert. Damals konnten auf den Nebraer Werften vier Lastkähne gleichzeitig gebaut werden. Durch den Bau der Eisenbahnen und die Eröffnung der Strecke Erfurt-Artern-Sangerhausen (1879) und der Unstruttalbahn (1889) verlor die Unstrut ihre Bedeutung als Schiffahrtsweg. Seit 1967 wird sie nicht mehr als Wasserstraße geführt. In Verbindung mit den Fließgewässern standen die Wassermühlen im Saubachtal (wie etwa Nitzsche- oder Kneiselmühle), bei Tröbsdorf sowie die Mühlen an der Unstrut mit ihren Stauanlagen. Ein weiterer traditioneller Wirtschaftszweig war die Herstellung von Branntkalk. Bis etwa 1975 wurde im Gebiet Muschelkalk für die Herstellung dieses Baustoffes gewonnen. Die Kalköfen standen in Bad Bibra, Freyburg und Zscheiplitz. Letzterer wird als Denkmal erhalten. Große Steinbrüche entstanden in dieser Zeit, so bei Bad Bibra, Plößnitz, Balgstädt, Weischütz und Freyburg. Besondere Bedeutung hat der Muschelkalkabbau in Karsdorf. Hier gibt es auch günstige Abbaubedingungen für Sand und Ton. Diese Voraussetzungen führten 1928 zu Entstehung von Zementwerken. Auch der Buntsandstein wurde im Steinbruch gewonnen, so zwischen Nebra und Wangen, wo der Abbau seit 1162 überliefert ist. Für das Brandenburger Tor wurde zum Beispiel Nebraer Buntsandstein verwendet. Bergbauliche Tätigkeit fand seit dem 18. Jahrhundert außerdem in Eckartsberga zur Gewinnung von Stubensand statt. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Die zur Trias zählenden Schichteinheiten des Buntsandsteins und des Muschelkalks sind die landschaftlich dominanten Schichten, während die Keupergesteine im Betrachtungsraum nur untergeordnete Bedeutung besitzen. Zum höchsten Unteren Buntsandstein gehören die im Unstrut-Engtal bei Wangen (NSG „Steinklöbe“) an beiden Talflanken in langgezogenen Steinbrüchen hervorragend aufgeschlossenen Dolomitischen Sandsteine, die von den Basispartien des Mittleren Buntsandsteins überlagert werden und zusammen mit diesen die Schichtstufe des Mittleren Buntsandsteins bilden. Gleichermaßen bedeutsame Aufschlüsse sind die aufgelassenen Steinbrüche an beiden Talflanken der Unstrut oberhalb Nebras mit höherem Mittleren Buntsandstein. Unterhalb Nebra tritt die Unstrut in dem sich weitenden Nebra-Lauchaer Talabschnitt in den Ausstrich des Oberen Buntsandsteins (Röt) ein. Hier sind zunächst die stark gipsführenden Basisschichten des Röt aufgeschlossen, beispielsweise unterhalb der Vitzenburg. Die im Tonstein-Tagebau der Karsdorfer Zementwerke genutzten roten Tonsteine angehören dem Mittleren Röt an. In dem unterhalb Weischütz folgenden engen Freyburger Unstruttal bilden die Röttone nur noch den Sockel der Talflanken, die hangaufwärts von den schichtstufenbildenden Kalksteinen des Unteren Muschelkalks überlagert werden. Die dem Unstruttal bei Roßleben nordöstlich vorgelagerte Ziegelrodaer Hochfläche und die Finne-Hochfläche werden von Mittlerem Buntsandstein aufgebaut, der in den Taleinschnitten von Saubach, Biberbach und Steinbach sowie im Trockental der Disse vielfach gut aufgeschlossen ist. Da der Buntsandstein des Finne-Plateaus in Ostsüdost-Richtung allmählich in die Naumburger Muschelkalkmulde übergeht, wird die Hochfläche südlich Laucha und Freyburg von Muschelkalk gebildet, der noch in zahlreichen aufgelassenen Steinbrüchen zu beobachten ist und bei Obermöllern auch heute noch in Nutzung steht (Schaumkalk). Im Untergrund der Trias treten die salzführenden Schichten des Zechsteins auf. Sie sind übertage nur in den Gipsfelsen des Wendelsteins als Werra-Anhydrit zu beobachten. Am Rand des LSG, im Bereich des Übergangs von der Unstrutaue zur Ziegelrodaer Hochfläche, befinden sich die Reste des 1991 eingestellten Kaliwerks Roßleben. Hier wurde ab 1903 bis 1912 der 406 m tiefe Schacht Wendelstein niedergebracht. In Verbindung mit den Roßlebener Grubenbauen stand die im Jahr 1914 beziehungsweise 1915 in Betrieb genommene Schachtanlage Georg-Unstrut bei Groß-Wangen, sie ist 549 bzw. 629 m tief. In tektonischer Hinsicht liegt das LSG im Bereich der im Zuge saxonischer Bewegungen im Zeitraum zwischen Jura/Kreide und Tertiär gegenüber ihren Nachbargebieten herausgehobenen, von Westnordwest nach Ostsüdost streichenden Hermundurischen Scholle. Deren Nordnordost-Begrenzung ist am Kyffhäuser-Nordrand am deutlichsten. Ihre Fortsetzung in Ostsüdost-Richtung ist landschaftlich weniger auffällig, sie ist jedoch die Ursache für die Aufwölbung des Roßlebener Sattels mit dem Rotliegend-Aufbruch der Bottendorfer Berge sowie den Gipsfelsen des Wendelsteins. In nordöstlicher Richtung erfolgt dann ein allmählicher Übergang zur Querfurter Muschelkalkmulde. Wesentlich markanter ist die Südsüdwest-Begrenzung der Hermundurischen Scholle durch die Finne-Störung, die am Rand des Landschaftsschutzgebietes zwischen Rastenberg und Eckartsberga deutlich ausgebildet ist. An ihr sind vor allem die Muschelkalkschichten steil aufgerichtet. Die ist besonders gut im Graben der Eckartsburg, der „Karte“, zu beobachten. Die Finne-Störung bildet die Grenze gegen die im Südwesten anschließende Keuperlandschaft des Thüringer Beckens. Tertiäre Bildungen, vorwiegend geringmächtige kiesige Sande, kommen im Betrachtungsraum nur in kleinen isolierten Flächen als Erosionsrelikte auf der Hochfläche bei Groß-Wilsdorf anstehend vor. In größerer Mächtigkeit wurde braunkohlenführendes Tertiär in Bohrungen im Unstruttal oberhalb Memleben angetroffen. Unter den quartären Ablagerungen überwiegt der weichselkaltzeitliche Löß, der auf den Hochflächen großflächig verbreitet ist. Dagegen sind elster- und saalekaltzeitliche Geschiebemergel und Schmelzwassersande und -kiese nur inselartig erhalten geblieben. Im Bereich der breiten Unstrutaue zwischen Artern und Memleben besitzen die quartären Schichten dagegen relativ große Mächtigkeiten und einen komplizierten Aufbau. Die wiederholte Auslaugung der Zechsteinsalze im Untergrund führte hier immer wieder zur Bildung von Hohlformen, die durch Sedimente ausgeglichen wurden. Vom Eintritt der Unstrut in den Ausstrich des Mittleren Buntsandsteins bei Groß-Wangen sind flußabwärts die Zechsteinsalze durch eine ausreichend mächtige Überdeckung vor der Auslaugung geschützt, so daß die quartäre Akkumulation hier wie auch in den Tälern der Nebengewässer eine wesentlich geringere ist. Das LSG umfaßt drei Bodenlandschaften: die Schichtstufen der Ziegelrodaer Buntsandsteinplatte und der Finne, die Tafelberge der Unteren Saale-Muschelkalkplatten und die Unstrutaue. Auf der Ziegelrodaer Buntsandsteinplatte und der Finne wechseln in Abhängigkeit von der morphologischen Position und dem Lößvorkommen Braunerden bis Ranker aus schutthaltigem Sandlöß über Buntsandstein in Kuppen- und steileren Hanglagen, Parabraunerden bis Fahlerden aus schutthaltigem Löß über Lehmschutt und Lehmfließerden auf den flachen Hangbereichen und Parabraunerden bis Fahlerden aus Löß im Übergang zu den tieferen Landschaftsbereichen, in denen sich Wechsel zu den Tschernosemen vollzieht. Auf den Unteren Saale-Muschelkalkplatten wechselt Pararendzina mit Parabraunerde in Abhängigkeit von der morphologischen Position und der Lößmächtigkeit. Auf den Tafelbergen dominieren Parabraunerden bis Fahlerden, selten Tschernoseme, aus Löß und auf den Hängen Pararendzinen aus Löß und schutthaltigem Löß bis Rendzinen über Kalksteinfels. In der Unstrutaue sind Vegas und Vegagleye aus Auenlehm entwickelt. Die Unstrut ist das größte Fließgewässer des Raumes. 6 350 km² umfaßt das Gesamteinzugsgebiet, die Gesamtlänge beträgt 192 km und im unmittelbaren Betrachtungsraum 46 km. Zur Entlastung der Unstrut bei Hochwasser wurde bei Memleben und Wendelstein ein Umflutkanal gebaut. Seine Wirkung wird besonders bei Hochwasserereignissen deutlich. Das Gefälle beträgt in diesen Bereichen aufgrund der Wehre lediglich 0,2 bis 0,1 %. Neben der Unstrut sind Hasselbach, Saubach, Biberbach, Gutschbach und Steinbach erwähnenswerte Fließgewässer im LSG. Die Grundwasserflurabstände der Niederungen weisen unterschiedliche Werte auf. Als Grundwasserleiter treten mindestens drei durch Geschiebemergel und Ton gegliederte mächtige Schotterserien auf, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden. Der Grundwasserflurabstand über den Hochflächen des Muschelkalkes erreicht fast überall mehrere Dekameter. Die Wasserführung auf den Muschelkalkschichten erfolgt überwiegend in den mergeligen Kalksteinen auf Schichtfugen und deren karstbedingten Erweiterungen sowie auf den porösen Schaumkalkbänken. Der Buntsandstein stellt dagegen einen guten Wasserspeicher dar und sorgt für einen ausgeglichenen Grundwasserabfluß. Er besitzt bis fünf oder sechs Grundwasserleiter. Klimatisch betrachtet besitzt das Gebiet einige Besonderheiten. Die Lage im Lee der Mittelgebirge bedingt geringere Niederschlagssummen, die jedoch räumlich differenziert sind. So werden 500 mm Jahresniederschlag in der Unstrutniederung kaum erreicht, wogegen in den Höhenlagen wie zum Beispiel auf der Schrecke noch 600 mm auftreten. Insgesamt ist das Klima sommerwarm und wintermild. Die Höhe der Jahresmitteltemperaturen schwankt zwischen 8°C und 8,5°C. Die Täler erwärmen sich stärker, so daß auch Werte von 9°C erreicht werden. Geländeklimatisch herausragend ist die Strahlungsgunst der in südlicher Richtung exponierten Tal- und Plateauhänge mit ihren in Bodennähe extrem hohen Temperaturen. Die bewaldeten Nebentäler besitzen demgegenüber ein deutlich kühleres und feuchteres Klima. Pflanzen- und Tierwelt Unter pflanzengeographischen Gesichtspunkten gehört das Gebiet zur florengeographischen Landschaft des Helme-Unterunstrutlandes. Es zeichnet sich durch eine Mischung von südlich und östlich verbreiteten Arten aus. Flora und Vegetation des Triaslandes sind von den unterschiedlichen Umweltbedingungen, die einerseits von Gestein und Boden, Relief sowie vom Klima, andererseits von den Auswirkungen der Nutzung durch den Menschen seit der jungsteinzeitlichen Besiedlung charakterisiert werden, deutlich geprägt. Besonders durch die extensive mittelalterliche Landnutzung wurde die natürliche Verteilung von Wald und Offenland sehr stark zuungunsten des Waldes verändert. Die potentiell natürliche Vegetation der zentralen, hoch gelegenen Teile der Buntsandsteinplateaus wird von einem artenarmen bodensauren Hainsimsen-Buchenwald gebildet. Die etwas weniger montan geprägten Standorte tragen bodensauren Hainsimsen-Eichen-Buchen-Wald. Auf Plateaustandorten mit mächtiger Lößauflage sind mäßig artenreiche Waldmeister-Buchenwälder, jedoch nur noch in Resten, erhalten geblieben. Bemerkenswerte Arten sind Einblütiges Perlgras, Waldmeister, Goldnessel und Gemeiner Salomonssiegel. Zu den charakteristischen Pflanzenarten des Ziegelrodaer Forstes gehören Schmalblättrige Hainsimse, Schlängel-Schmiele, Heidelbeere, Verschiedenblättriger Schwingel und stellenweise Maiglöckchen. Bemerkenswert sind die individuenreichen Vorkommen der beiden Wintergrünarten Kleines und Rundblättriges Wintergrün sowie des Märzenbechers. Auf hängigen Muschelkalkstandorten sind Orchideen- und Blaugras-Buchenwaldgesellschaften entwickelt. Standortbedingt verringert sich die Wuchsleistung der Buche durch Trockenheit und flachgründige Böden. Dadurch kann mehr Licht in den Wald eindringen und Pflanzenarten wie Seidelbast, Heckenkirsche, Finger-Segge, Leberblümchen sowie Orchideen, zum Beispiel Bleiches Waldvögelein, Nestwurz und Frauenschuh, können zum Blühen kommen. Mit abnehmenden Niederschlägen und zunehmenden Temperaturen stocken auf den Plateauhängen artenreiche Winterlinden-Traubeneichen-Hainbuchen-Wälder. Die Wälder sind reich gegliedert, es kommen neben Winter-Linde und Trauben-Eiche auch Feld-Ahorn, Hainbuche, Elsbeere, Haselnuß und Kornelkirsche vor. Die Krautschicht wird durch Türkenbund-Lilie, Verschiedenblättrigen Schwingel, Christophskraut, Färberscharte, Sanikel und Haselwurz gekennzeichnet. An Steilhängen und Stufenschichten mit extremen Lokalklima, angespanntem Bodenwasserhaushalt und hoher Sonneneinstrahlung sind artenreiche Eichentrocken- und Buschwälder zu finden. Sie treten in zwei verschiedenen Gesellschaften auf. Über Buntsandstein sind bodensaure Färberginster-Traubeneichenwälder ausgebildet, als submediterran geprägte Eichen-Elsbeeren-Buschwälder treten sie über Muschelkalk auf. Das ökologische Gegenstück zu den sonnenexponierten Hangwäldern ist der geophytenreiche Eschen-Ahorn-Steinschutthangwald auf feinerdereichen Feinschuttböden luftfeuchter Schatthänge. Hohler Lerchensporn und Moschuskraut bestimmen den Frühjahrsaspekt. In der Vegetationszonierung vom Wald zum Offenland, die durch menschlichen Einfluß geprägt wird, schließen sich an die Gebüschmäntel krautige Saumgesellschaften an. Werden die Trocken- und Halbtrockenrasen beweidet beziehungsweise gemäht, sind die Säume nur schwach ausgebildet. In aufgelassenen Offenlandgesellschaften dagegen breiten sich die Säume stark aus und sind optimal entwickelt. Die Vegetationstypen, die sich waldfern an die Säume anschließen, sind die Trocken- und Halbtrockenrasen. Dieser Komplex aus mehreren Pflanzengesellschaften ist aus besonders vielen Arten zusammengesetzt. Relativ häufig anzutreffen sind kontinentale Halbtrockenrasen mit Fieder-Zwenke (Furchenschwingel-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen). Auf flachgründigen Muschelkalk- und Gipsböden sind sie als Hasenohr-Fiederzwenken-Rasen ausgebildet. Bei extremen Umweltbedingungen, vornehmlich auf Muschelkalk-, basenreichen Buntsandstein- und Gipshängen, sind auf flachgründigen besonnten Standorten verschiedene Trockenrasen ausgebildet. Alle Trockenrasengesellschaften (Faserschirm-Zwergseggen-Trockenrasen, Gamander-Blaugras-Trockenrasen) sind durch eine lockere Bestandesstruktur gekennzeichnet, in der der Boden bzw. das Ausgangsgestein offen anstehen. Viele Pflanzenarten haben hier einen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb von Sachsen-Anhalt: Zwerg-Segge, Berg- und Edel-Gamander, Graues und Apenninen-Sonnenröschen, Federgras, Blaugras, Badener Rispengras. Gegenüber den Halbtrockenrasen zeichnen sie sich durch größere Naturnähe aus und sind für Sukzession, insbesondere für Bebuschung, weniger empfindlich. Von den Wiesengesellschaften sind in der Unstrutaue auf den grundwasserferneren gemähten Standorten Reste der Labkraut-Fuchsschwanzwiese erhalten. In grundwassernäheren Bereichen ist die Hahnenfuß-Rasenschmielen-Gesellschaft ausgebildet. Meist sind diese Gesellschaften jedoch in unterschiedlich starkem Maße in Intensivgrasland umgewandelt. Außerhalb der Aue ist im mittleren Bereich des Standortspektrums die Glatthafer-Wiese vorherrschend. Zusammenfassend muß aus der Vielfalt von Vegetation und Flora der trocken-warme (xerotherme) Vegetationskomplex wegen seiner Bedeutung für das Betrachtungsgebiet besonders herausgestellt werden. Von großem naturschutzfachlichem und kulturhistorischem Wert sind die als Bauernwälder bekannten Niederwald- und Mittelwald-Bewirtschaftungsformen der Eichen-Trockenwälder, der Eichen-Hainbuchen-Winterlinden-Wälder und der Orchideen-Buchenwälder. Die reiche naturräumliche Ausstattung des Triasgebietes läßt auch eine artenreiche Tierwelt erwarten. Unter den vorkommenden Säugetierarten besitzen die Fledermausarten besondere Bedeutung. Im Gebiet leben Kleine Hufeisennase, Mausohr, Wasserfledermaus, Rauhhautfledermaus, Mopsfledermaus und Breitflügelfledermaus. Außerdem treten Haselmaus und Zwergmaus als seltene Säuger auf. Die Strukturierung der Landschaft bewirkt auch eine reiche Anzahl von vorkommenden Vogelarten. Die Unstrutaue ist für Brut- und Rastvögel von Bedeutung. Es können Graureiher, Krickente, Schnatterente, Spießente, Reiherente und andere Entenarten beobachtet werden, Limikolen finden Nahrung in Überschwemmungsgebieten. Zu den seltenen Vogelarten gehören auch Eisvogel und Braunkehlchen. Neben der Unstrut werden die Lebensräume der Trockenbereiche wie Trockenwälder, -gebüsche und -rasen ebenfalls von einer artenreichen Avifauna gekennzeichnet. Hier brüten Sperbergrasmücke, Dorngrasmücke, Wendehals, Zaungrasmücke, Grünspecht, Goldammer und Rotrückenwürger. In den Waldgebieten kommen Waldohreule und Waldkauz sowie Schwarz-, Grün-, Grau-, Bunt-, Mittel- und Kleinspecht vor. Zu den Brutvögeln des Ziegelrodaer Forstes gehören darüber hinaus Hohltaube und Waldschnepfe. In der Unstrutaue brüten Rot- und Schwarzmilan sowie Rohrweihe. Die Gewässer des Betrachtungsgebietes werden von verschiedenen Fischarten bewohnt, worunter Barbe, Bitterling, Elritze, Quappe und Schlammpeitzger zu den seltenen Fischarten zählen. Zu nennen sind außerdem Ukelei, Kaulbarsch, Döbel und Bachforelle. Von den vorkommenden Lurchen und Kriechtieren des Triaslandes sind in der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt folgende Arten verzeichnet: Kammolch, Glattnatter, Wechselkröte, Ringelnatter, Bergmolch, Knoblauchkröte und Waldeidechse. Die Insektenfauna ist besonders in Bereichen der xerothermen Vegetation bemerkenswert. Zum Beispiel kennzeichnet diesen Lebensraum eine Vielzahl von Heuschrecken wie Ameisengrille, Blauflüglige Sandschrecke und Steppengrashüpfer. Entwicklungsziele Die Landschaft des Unstrut-Triaslandes und des Finne-Triaslandes einschließlich weiterer Gebiete, zum Beispiel des Ziegelrodaer Forstes und des LSG „Saale“ im Burgenlandkreis, werden zum Naturpark „‘Saale-Unstrut-Triasland“ verordnet. Ziel ist es, eine einheitliche Entwicklung und Pflege des Landschaftsraumes zu einem weiträumigen, naturnahen Erholungsgebiet unter weitestgehender Berücksichtigung der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes zu erreichen. Die Arten- und Formenmannigfaltigkeit an Pflanzen- und Tierarten gilt es zu sichern und weiter zu entwickeln. Die Erhaltung und Förderung des Charakters der historischen Kulturlandschaft ist unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, aber auch unter Berücksichtigung der landschaftlichen Erholungseignung für den Menschen, von größter Wichtigkeit. Einer der wesentlichen Schwerpunkte ist die Erhaltung und Entwicklung des xerothermen Vegetationskomplexes. Diese Komplexe bestehen aus Trocken- und Halbtrockenrasen, Staudensäumen, Gebüschen und Busch- und Niederwäldern. Eine große Rolle spielt dabei die Offenhaltung der durch Sukzession bedrohten Trocken- und Halbtrockenrasen. Die naturnahen Wälder mit Rot-Buche und Trauben-Eiche, Stiel-Eiche, Hainbuche, Esche und Ahorn besitzen für die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, das Landschaftsbild und die Erholung eine wesentliche Bedeutung. Als Entwicklungsziel ist daraus abzuleiten, daß der Waldanteil insgesamt zu erhöhen ist und naturferne Bestockungen in naturnahe Laubmischwälder umzuwandeln sind. Den Wäldern sollen struktur- und artenreiche Waldmäntel vorgelagert sein. Die durch historische Bewirtschaftungsformen entstandenen Mittel- und Niederwälder wären weitestgehend zu erhalten beziehungsweise zu rekonstruieren. An den Oberkanten der Schichtstufen sind als besondere Waldtypen Hangkantenwälder entwickelt, die im Zusammenhang mit der historischen Weinbaunutzung der Hangbereiche angelegt wurden, um den Wärmehaushalt der Hanglagen positiv zu beeinflussen. Die Unstrut als größtes Fließgewässer des Landschaftsraumes ist naturnah zu gestalten. Vorhandene wertvolle Strukturen sind zu erhalten und weitere Maßnahmen zur Gliederung der Aue wären umzusetzen. Die Überflutungsgebiete der Unstrut sind zu sichern und ökologisch zu gestalten. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt muß die Reduzierung beziehungsweise Beseitigung der Schadstoffbelastung der eingeleiteten kommunalen und industriellen Abwässer sowie des übermäßigen Nährstoffeintrages von den landwirtschaftlich intensiv genutzten Ackerflächen im Einzugsgebiet der Unstrut sein, um mittelfristig im gesamten Gewässersystem die dem Entwicklungsziel entsprechende Gewässergüteklasse I-II zu erreichen. Der Weinbau als historische Nutzungsform ist zu pflegen, wobei insbesondere der Terrassenhackweinbau und extensive Formen zu fördern sind. Weitere Aufrebungen wie beispielsweise in Memleben sind kleinflächig geplant. Die Ackerflächen der pleistozänen Hochflächen sollten stärker gegliedert sein. Dieses Entwicklungsziel dient dem Schutz des Naturhaushaltes und der Verbesserung des Landschaftsbildes. Darüber hinaus soll eine umwelt- und sozialverträgliche Erholungsnutzung im LSG entwickelt werden. Besonders sind Maßnahmen zur Konfliktvermeidung oder -minderung zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise die Planung von Naturlehrpfaden, die Schaffung von Sortengärten nach dem Beispiel des Kirschsortengartens bei Wangen, das Anlegen von Rad- und Fußwanderwege und so weiter. Exkursionsvorschläge Das Gebiet ist reich an Naturschönheiten sowie geologischen und kulturhistorischen Besonderheiten. Aufgrund dieser Situation ist das Angebot an Wanderwegen, Sehenswürdigkeiten und sonstigen touristischen Attraktionen sehr groß. Freyburg, Memleben, Wendelstein Neben der Stadt Freyburg, die mit der Neuenburg, der Sektkellerei, dem Herzoglichen Weinberg und vielen anderen Sehenswürdigkeiten eine herausragende Bedeutung besitzt, gibt es weitere interessante Orte. Dazu gehört in erster Linie Memleben. Auf dem Memlebener Besitz von Otto II. gründete das Kloster Hersfeld zwischen 976 und 979 eine freie Benediktinerabtei, 1015 dem Kloster einverleibt. In dieser Zeit begann der Bau der Klosterkirche, die man heute als Ruine bewundern kann. Nach Verlust der Rechte als reichsunmittelbare Abtei wurde im 13. Jahrhundert eine kleine Klosterkirche im spätromanischen Stil erbaut. Das Kleinod dieser Anlage ist ohne Zweifel die im 13. Jahrhundert entstandene Krypta. Die alte Königspfalz hat sicher im Klosterbereich gestanden und ist heute nicht mehr sichtbar. Unweit von Memleben liegt Wendelstein, wo sich einmal eine befestigte Burganlage befand. Heute sind die Reste der Anlage mit ihrem Felsenturm, den Toranlagen, Kasematten, Gräben und Wällen zu besichtigen. Außerdem ist der Blick von der Aussichtsplattform in das Unstruttal sehr zu empfehlen. Das Ortsdreieck Freyburg, Balgstädt und Zscheiplitz ist besonders attraktiv. In Zscheiplitz befindet sich ein Natur- und Geschichtslehrpfad, wo neben der typischen Muschelkalkvegetation die Klosterkirche, der Klostergarten und ein Kalkbrennofen zu besichtigen sind. Auf landschaftlich sehr erlebnisreichen Wanderwegen kann der Besucher die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Wanderziele und Wanderwege Weitere Orte mit Sehenswürdigkeiten sind Nebra, Laucha mit dem Glockenmuseum, Burgscheidungen mit dem Barockschloß und Park, Bad Bibra, Eckartsberga mit Schloßberg und Ruine sowie Klosterhäseler. Zahlreiche Wanderwege verbinden die Orte. Durch das Hasselbachtal kann man beispielsweise von Balgstädt nach Klosterhäseler wandern, wo Streuobstwiesen, Trockenrasen, Ufergehölze und Wälder für Abwechslung sorgen. Durch die Wälder der Finne gelangt man nach Eckartsberga. Durch den Ziegelrodaer Forst führen einige Wanderwege, so beispielsweise der Wanderweg Nebra-Ziegelrodaer Forst/Hermannseck-Lodersleben-Querfurt und auch die alte Kupfer- und Weinstraße. Von den Hangkanten des Buntsandsteins bieten sich verschiedene Möglichkeiten, weit über die Unstrut zu schauen. Das Tal des Saubaches eignet sich ebenfalls sehr gut zum Wandern. Wiesen, Wälder und vor allem die Ölmühle sowie die Kneiselmühle bieten dem Betrachter viel Abwechslung. Überregional hat das Unstrut-Triasland durch die „Saale-Unstrut-Weinstraße“ und die „Straße der Romanik“, die durch das Gebiet führen, Bedeutung. Geotope Im LSG befinden sich eine Reihe wichtiger Geotope, die einen guten Einblick in den geologischen Bau des Gebietes vom Zechstein über den Buntsandstein bis zum Muschelkalk geben. Die Geotope dokumentieren einen Zeitraum von zirka 30 Millionen Jahren. Folgende Geotope sind im LSG sehenswert und seit 1999 in einen geologischen Lehrpfad einbezogen: - Wendelstein: am Südsteilhang Gipse mit Karsterscheinungen; - Wangen: ehemaliger Steinbruch 600 m südwestlich des Ortes, an der Straße nach Memleben, Sandstein, Grenze Unterer/Mittlerer Buntsandstein; - Nebra: ehemalige Steinbrüche am westlichen Ortsausgang, Sandstein mit interessanten Lagerungsformen und Schichtungen; - Dorndorf: von Dorndorf auf dem „Fliegerweg“ 1,2 km bergan auf die Hochfläche zum Flugplatz, sehr schönes Profil des Oberen Buntsandsteins mit farbigen Gipsschnüren bis in den Unteren Muschelkalk (Wellenkalk); am Ufer der Unstrut Aufschlüsse des Oberen Buntsandsteins; - Eckartsberga: Burggraben an der Eckartsburg, Aufschluß der Finne-Störung, Lagerungsform steilstehender Schichten des Unteren Muschelkalks. Verschiedenes Weinbau Die Landschaft des Unstrut-Triaslandes sowie die Gebiete an der Saale bis nach Thüringen waren eines der größten Weinanbaugebiete in gesamten mittelalterlichen Raum. Der Weinanbau erlebte ab dem 11. Jahrhundert mit den Klöstern (zum Beispiel Pforta) einen stürmischen Aufschwung. Der Wein gehörte jahrhundertelang zu den Hauptgetränken, er war auch im Volk alltägliches Getränk. Das Wasser war aufgrund vieler Seuchen nicht als Trinkwasser zu genießen, und so bediente man sich des Weines. Die Weine von Saale und Unstrut waren überregional bekannt und wurden an fürstlichen Höfen und in Ratskellern wie beispielsweise in Bremen, Dresden und Schwerin kredenzt, aber auch auf Märkten wie Halle, Merseburg, Magdeburg und Leipzig verkauft. Zur absoluten Blütezeit des Weinanbaus am Anfang des 16. Jahrhunderts waren mindestens 4 000 bis 6 000, vielleicht auch 10 000 ha Rebfläche unter Bewirtschaftung. Schließlich kamen Kulturen auf, die konkurrierend zum Weinanbau standen. Mit dem Anbau von Roggen für Kornschnaps, von Gerste und Hopfen für die Bierbrauereien oder aber durch die Einführung der Kartoffel verlor der Weinanbau immer mehr an Bedeutung, da mit anderen landwirtschaftlichen Produkten mehr Erträge erzielt und weniger Arbeitskräfte benötigt wurden. Das Erzielen höherer Gewinne stand immer mehr im Vordergrund. 1845 gab es nur noch 766 ha Weinanlagen. Wein diente den Klöstern auch zur Krankenpflege und zur Bewirtung der Gäste. Als vorzüglicher Qualitätswein galt der Triefwein oder Traufwein. Dieser Wein wurde aus dem Saft gekeltert, der vor dem eigentlichen Mosten von den überreifen Trauben von selbst abläuft. In der Winzersprache wird dieser Vorgang als Vorlauf bezeichnet. Das Keltern des Traufweines war schon frühzeitig bekannt. So ist die Lieferung beispielsweise nach Dresden schon aus dem 16. Jahrhundert überliefert. Im Gegensatz dazu stand die Lurcke, auch als Nachtrott oder Nachwein bezeichnet. Dies war ein während der Weinlese angebotener Trunk, der bereitet wurde, indem man die abgekelterten Trester nochmals im Wasser aufschwemmte und nach einiger Zeit ausquetschte. Später wurde die Lurcke mit Zucker versetzt, wodurch sie trinkbarer und auch wirkungsvoller wurde. Die besonderen Eigenschaften der Saale-Unstrutweine, die sie von Weinen der gleichen Wertklassen und Traubensorten anderer deutscher Weinbaugebiete unterscheiden und ihnen ihren unverwechselbaren Charakter geben, verdanken sie vornehmlich den Böden. Entlang der Unstrut ist das Ausgangsmaterial vorwiegend der Muschelkalk, auf dem Lehm- oder Lößschichten lagern. Aber auch Buntsandstein tritt an den Talrändern hervor wie beispielsweise am Blütengrund bei Großjena. Die mitunter sehr flachgründigen Böden besitzen eine hohe Versickerungsrate, so daß die Weinrebe nur einer geringen Verdunstungskälte bei Niederschlagsereignissen ausgesetzt ist. Die Bearbeitung der Weinberge ist eine sehr mühsame Aufgabe, die steilen Lagen der Berge vergrößern zusätzlich die Anstrengungen. Zum Schutz vor Erosionen wurden die Hänge durch den Bau von Weinbergsmauern terrassiert, um sie so vor Bodenabschwemmungen, insbesondere bei Starkniederschlägen, zu schützen. Dennoch mußte im zeitigen Frühjahr mittels Kiepen der abgetragene Boden von unten wieder nach oben gebracht werden. Zur Düngung wurde Mist auf die Weinberge geschafft und untergegraben. Im Sommer mußte ständig Unkraut gejätet werden, das an Haustiere verfüttert wurde. Die Bearbeitung des Bodens erfolgte mit dem Karst, einer zweizinkigen Weinbergshacke. Erschwerend für die Arbeit auf dem Weinberg kommt im Sommer die Sonneneinstrahlung hinzu. Die Muschelkalkstufen werden so heiß, daß sie barfuß nicht betreten werden können, auch nachts strahlen sie noch lange Hitze aus. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 30.07.2019

Abruf Feinstaubwerte in der Neujahrsnacht für BW auf Webseiten der LUBW

null Abruf Feinstaubwerte in der Neujahrsnacht für BW auf Webseiten der LUBW Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der baden-württembergischen Redaktionen, wenn Sie sich für die Entwicklung der Feinstaubwerte in der Silvesternacht interessieren und aktuell am 01.01.2024 oder 02.01.2024 berichten möchten, erinnern wir Sie daran, dass Sie die Werte auf unserer Webseite Immissionsdaten Baden-Württemberg selbst abrufen können, und zwar für alle Messstellen, an denen wir Feinstaub PM10 kontinuierlich messen. Dies betrifft Standorte im städtischen und ländlichen Hintergrund und einige verkehrsnahe Standorte. Anleitung: Abruf von gemessenen Werten für Feinstaub PM10 auf den Webseiten der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Möchten Sie die Entwicklung der Feinstaubwerte verfolgen, rufen Sie unsere Webseite: Themen/Luft/Aktuelle Messwerte/Tabelle auf. Um eine Übersicht über die höchsten Werte des Tages zu erlangen, wählen Sie die Funktion „Tabelle“ sowie den Luftschadstoff „Feinstaub PM10“. Hier können Sie den höchsten Wert des Tages und des Vortages ablesen. Die Tabelle ist sortierbar. Um den zeitlichen Verlauf und die Konzentration zu einer bestimmten Uhrzeit ablesen zu können, wechseln Sie zur Funktion Diagramm , wählen die entsprechende Station aus und fahren mit Ihrem Maus-Cursor an der Kurve im Diagramm entlang zur höchsten Stelle am entsprechenden Tag. So können Sie die Uhrzeit ermitteln, zu der der höchste 24h-Mittelwert ermittelt wurde. Rückblick: Feinstaubwerte in der Silvesternacht in den vergangenen Jahren Erhöhte Werte meist kurz nach Mitternacht In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht meist kurz nach Mitternacht zum Anstieg der Feinstaubwerte an den wohnortnahen Messstellen der LUBW zur Überwachung der Luftqualität. Der Rauch von gezündeten Böllern und Raketen besteht zum großen Teil aus Feinstaub und führt häufig zu einer erhöhten Feinstaubbelastung in der Luft. Dauer und Höhe der Belastung sind abhängig von den Emissionen und den Witterungsverhältnissen. Aber auch in den vergangenen Jahren war die Belastung der Luft mit Feinstaub unterschiedlich stark ausgeprägt. Die meteorologischen Größen Wind, Temperatur und Niederschlag haben Auswirkung auf die Austauschbedingungen in der Luft. Im Winter bestehen während ausgeprägten Hochdruckwetterlagen häufig schlechte Ausbreitungsbedingungen mit geringen Windgeschwindigkeiten und einer stabilen Schichtung der Atmosphäre (Inversionswetterlage). Vereinfacht gesagt: Ist es windig, wird die Feinstaubbelastung meist innerhalb von wenigen Stunden verweht, haben wir eine Inversionswetterlage, kann sich eine erhöhte Belastung auch über einen Tag und mehr in der Luft halten. Weitere Informationen können Sie unseren Pressemitteilungen zur Neujahrsnacht aus den Jahren 2020 und 2018 entnehmen. Diese beiden Meldungen geben sehr gut die entsprechenden Entwicklungen für die zwei unterschiedlichen Wetterlagen wieder: Inversionswetterlage 02.01.2020 Hohe Belastung der Luft mit Feinstaub am Neujahrstag Feinstaub: Vom Winde verweht 01.01.2018 Baden-Württemberg nach der Silvesternacht Nachfolgend finden Sie die verlinkte Liste der LUBW-Messstationen zur Überwachung der Luftqualität in Baden-Württemberg, an denen Feinstaub-PM10 erfasst wird: Messstelle Aalen Baden-Baden Bernhausen Biberach Eggenstein Freiburg Freiburg Schwarzwaldstraße Friedrichshafen Gärtringen Heidelberg Heilbronn Heilbronn Weinsberger Straße-Ost Karlsruhe Reinhold-Frank-Straße Karlsruhe-Nordwest Kehl Konstanz Ludwigsburg Mannheim Friedrichsring Mannheim-Nord Neuenburg Pfinztal Karlsruher Straße Pforzheim Reutlingen Reutlingen Lederstraße-Ost Schramberg Oberndorfer Straße Schwarzwald-Süd Schwäbische Alb Stuttgart Am Neckartor Stuttgart Arnulf-Klett-Platz Stuttgart Hohenheimer Straße Stuttgart-Bad Cannstatt Tauberbischofsheim Tübingen Tübingen Mühlstraße Ulm Villingen-Schwenningen Weil am Rhein Wiesloch Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de

Neubau und Betrieb der 380-kV-Leitung Emden (Ost) – Conneforde

Planfeststellungsverfahren für den Neubau und den Betrieb der 380-kV-Leitung Emden (Ost) – Conneforde (Höchstspannungsfreileitungs- und Erdkabelabschnitte) inklusive der notwendigen Kabelübergabeanlagen sowie dem Rückbau der bestehenden 220-kV-Leitung Emden/Borssum - Conneforde Die TenneT TSO GmbH, Bernecker Straße 70, 95448 Bayreuth hat für das oben genannte Vorhaben die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in Verbindung mit den §§ 15 bis 27 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) sowie den §§ 72 bis 78 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Stabsstelle Planfeststellung, Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover, beantragt. Für das Vorhaben besteht eine gesetzlich festgelegte Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß § 6 UVPG in Verbindung mit Ziffer 19.1.1 der Anlage 1 zum UVPG. Für das Bauvorhaben einschließlich der landschaftspflegerischen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden Grundstücke in der Stadt Emden in den Gemarkungen Borssum, Petkum und Widdelswehr, in der Gemeinde Moormerland in den Gemarkungen Hatshausen, Oldersum und Boekzetelerfehn, in der Gemeinde Uplengen in den Gemarkungen Großoldendorf, Meinersfehn, Neudorf, Neufirrel, Oltmannsfehn und Poghausen, in der Gemeinde Ihlow in den Gemarkungen Riepsterhammrich und Simonswolde, in der Gemeinde Großefehn in den Gemarkungen Bagband, Fiebing, Strackholt und Timmel, in der Stadt Wiesmoor in der Gemarkung Zwischenbergen, in der Gemeinde Zetel in der Gemarkung Neuenburg, in der Gemeinde Bockhorn in der Gemarkung Bockhorn, in der Stadt Varel in der Gemarkung Varel-Land, in der Gemeinde Wiefelstede in der Gemarkung Wiefelstede sowie in der Stadt Westerstede in der Gemarkung Westerstede beansprucht. Gegenstand dieses Planfeststellungsverfahrens ist die Errichtung und der Betrieb der ca. 61 Kilometer langen 380-kV-Leitung (Höchstspannungsfreileitungs- und Erdkabelabschnitte) zwischen dem im Bau befindlichen Umspannwerk Emden_Ost und dem bereits bestehenden Umspannwerk Conneforde inklusive der notwendigen Kabelübergangsanlagen sowie dem Rückbau der bestehenden 220-kVLeitung Emden/Borssum – Conneforde. Im Rahmen ihrer Pflichten aus § 12 EnWG beabsichtigt die TenneT TSO GmbH das 380-kV-Höchstspannungsnetz in der Region Nordwest-Niedersachsen entsprechend der prognostizierten Nachfrage bedarfsgerecht auszubauen. Der Raum Ostfriesland ist gekennzeichnet durch einen starken Zubau von Onshore-Windenergie, darüber hinaus werden drei Offshore-Netzanbindungssysteme (BorWin3, DolWin5 und DolWin6) an den Netzverknüpfungspunkt (NVP) Emden_Ost angeschlossen. Die vorhandene Netzstruktur mit der 220-kV-Leitung von Conneforde nach Emden/Borssum ist nicht ausreichend, um diese stark steigenden Einspeisemengen abzutransportieren. Die bestehende 220-kV-Leitung hat eine (n-1)-sichere Übertragungskapazität von ca. 360 Megavoltampere (MVA). Im Raum Emden werden jedoch innerhalb der nächsten 10 Jahre ca. Erneuerbare Energien (EE) in Höhe von 2.700 MVA Offshore- und ca. 1600 MVA Onshore-Einspeiseleistung zusätzlich angeschlossen, welche aus der Region abtransportiert werden müssen. Als Kernstück des kapazitiven Ausbaus in der Region Ostfriesland ist der Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken (UW) Emden_Ost im Stadtgebiet von Emden und dem Umspannwerk (UW) Conneforde vorgesehen. Der Gesetzgeber hat die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und den Bedarf für das geplante Vorhaben gesetzlich festgestellt. In der Anlage zum Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) ist das 380-kV-Neubauvorhaben Emden_Ost – Conneforde unter Nr. 34 aufgeführt. Darüber hinaus eröffnet § 4 des BBPlG in Verbindung mit der „F-Kennzeichnung“ die Möglichkeit, Teilabschnitte der Freileitung als Pilotprojekt für Erdkabel zur Höchstspannungs-Drehstrom-Übertragung auszuführen. Die plangegenständliche Leitung beginnt im Stadtgebiet von Emden, verläuft durch die Gemeinden Moormerland und Uplengen im Landkreis Leer, die Gemeinden Ihlow und Großefehn sowie der Stadt Wiesmoor im Landkreis Aurich, die Gemeinden Zetel und Bockhorn sowie der Stadt Varel im Landkreis Friesland sowie die Gemeinde Wiefelstede und die Stadt Westerstede im Landkreis Ammerland. Die Planfeststellungsunterlagen lagen in der Zeit vom 06.03.2018 bis einschließlich 05.04.2018 in folgenden Kommunen aus: Gemeinde Bockhorn, Gemeinde Großefehn, Gemeinde Ihlow, Gemeinde Moormerland, Gemeinde Uplengen, Gemeinde Wiefelstede, Gemeinde Zetel, Stadt Emden, Stadt Varel, Stadt Westerstede, Stadt Wiesmoor. Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, konnte sich bis einschließlich 22.05.2018 zu der Planung äußern. Die möglicherweise durch das Vorhaben berührten Träger öffentlicher Belange wurde bis zum 22.05.2018 die Möglichkeit gegeben, eine Stellungnahme abzugeben. Im Falle von Abweichungen ist der Inhalt der zur Einsicht ausgelegten Unterlagen maßgeblich (§ 27a Abs. 1 Satz 4 VwVfG). Die Vorhabenträgerin hat ihre ursprüngliche Planung mit Unterlagen vom 30.10.2018 u.a. aufgrund der zur seinerzeitigen Auslegung vorgetragenen Stellungnahmen und Einwendungen geändert, ergänzt und aktualisiert. Die 1. Deckblattänderung betrifft im Wesentlichen: • Festlegung des Bauablauf unter Berücksichtigung der Bauzeitenbeschränkung im „Fehntjer Tief“ zur Teilinbetriebnahme der 380-kV-Leitung Emden_Ost – Conneforde im Bereich des „Fehntjer Tief“ • Errichtung von zwei Provisorien mit Zuwegungen • Änderung von Masttypen, Anpassung von Zuwegungen Den betroffenen Privatpersonen, Trägern öffentlicher Belange und Verbänden wurde Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Unterlagen der 1. Deckblattänderung gegeben. Zur 1. Deckblattänderungen liegen 15 Stellungnahmen Träger öffentlicher Belange und 5 Einwendungen von Privatpersonen vor. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Einwendungen und Stellungnahmen entsprechen im Wesentlichen denen der Stellungnahmen und Einwendungen zur ursprünglichen Auslegung. Der Erörterungstermin fand am 11.12.2018 und 12.12.2018 in Leer statt. Die Vorhabenträgerin hat ihre Planung aufgrund der Weiterentwicklung des Kenntnis- und Planungsstandes weiter optimiert und am 06.03.2019 eine 2. Änderung des Plans für die Leitungsführung zwischen den Masten Nr. 38 und Nr. 53 vorgelegt, um eine bessere landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit der betroffenen Grundstücke zu ermöglichen. Die 2. Deckblattänderung umfasst kleinräumige Verschiebungen von neun Masten zwischen Mast 38 und Mast 53 überwiegend auf Wunsch der jeweiligen Eigentümer einschließlich damit verbundener Änderungen an den Arbeits- und Seilzugflächen und den Masttypen sowie eine notwendige Masterhöhung und teilweise einer Anpassung von Zuwegungen. Den betroffenen Privatpersonen und Trägern öffentlicher Belange und Verbänden wurde Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Unterlagen der 2. Deckblattänderung eingeräumt. Von den 48 von der Mastverschiebung Betroffenen erklärten zwei ihr Einverständnis. Drei verwiesen im Wesentlichen ihre Stellungnahmen und Einwendungen zur ursprünglichen Auslegung. Von den übrigen erfolgte keine Rückmeldung. Die 3. Deckblattänderung vom 31.05.2019 umfasst klarstellende Änderungen oder Anpassungen verschiedener Planunterlagen unter Berücksichtigung der 1. und 2. Deckblattänderung, u.a. die Anpassung von Lage-/Grunderwerbsplänen sowie von Maßnahmenblättern. Durch die 3. Deckblattänderung wird kein Aufgabenbereich einer Behörde oder einer Vereinigung nach Absatz 4 Satz 5 oder ein Belang Dritter erstmals oder stärker als bisher berührt, so dass von einer Beteiligung nach § 73 Abs. 8 VwVfG abgesehen wurde. Dies entspricht auch dem Regelfall des § 43a S. 2 Nr. 4 EnWG. Der Planfeststellungsbeschluss erging am 21.08.2019. Der Planfeststellungsbeschluss liegt zusammen mit den festgestellten Planunterlagen sowie den Unterlagen, die keiner Planfeststellung bedürfen, in der Zeit vom 17. September 2019 bis einschließlich 30. September 2019 bei den Gemeinden Bockhorn, Großefehn, Ihlow, Moormerland, Uplengen, Wiefelstede, Zetel, den Städten Emden, Varel, Westerstede und Wiesmoor zur allgemeinen Einsichtnahme öffentlich aus. Eine Einsichtnahme in den Planfeststellungsbeschluss und den festgestellten Plan ist während dieses Zeitraumes auch bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Stabsstelle Planfeststellung, Göttinger Chaussee 76A, 30453 Hannover, möglich. Der Planfeststellungsbeschluss wurde den Beteiligten, über deren Äußerungen entschieden worden ist, zugestellt. Gegenüber den Beteiligten, denen der Planfeststellungsbeschluss individuell zugestellt worden ist, hat die Auslegung keinen Einfluss auf den Lauf der Rechtsbehelfsfrist. Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Beschluss den übrigen Betroffenen gegenüber als zugestellt gemäß § 74 Abs. 4 Satz 3 Verwaltungsverfahrensgesetz.

Erteilung einer Erstaufforstungsgenehmigung im Landkreis Wittmund

Die Niedersächsischen Landesforsten, Forstamt Neuenburg, Zeteler Straße 18, 26340 Neuenburg beabsichtigen die Erstaufforstung einer Fläche in der Stadt Wittmund, Ortschaft Burhafe, Ortsteil Jackstede. Hierfür wurde gemäß § 9 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldG) ein Antrag am 24.03.2021 gestellt. Die geplante Erstaufforstung umfasst die Flurstücke 48/0, 49/0 und 51/5 der Flur 15 von Burhafe mit einer Gesamtgröße von 3,79 ha. Gemäß § 7 Absatz 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) erfordert eine Erstaufforstung mit mehr als 2 ha und bis zu 20 ha Wald eine standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls. Diese Vorprüfung ist erfolgt und hat ergeben, dass erhebliche Umweltauswirkungen nicht zu erwarten sind. Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses Verfahren ist nicht erforderlich.

Einvernehmen zum Vorhaben "zwei Geothermiebohrungen in Zetel, Gemarkung Neuenburg“

Aktenzeichen: BASE21102/09 -A#1188 Erklärung des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung über das Einvernehmen nach § 21 Absatz 2 Satz 3 Standortauswahlgesetz zum Vorhaben Geothermiebohrungen in Zetel, Gemarkung Neuenburg Der Landkreis Friesland hat mit Schreiben vom 27.10.2022 beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) für zwei Geothermiebohrungen in Zetel, Gemarkung Neuenburg um die Erteilung des Einvernehmens ersucht. Dieses Vorhaben mit einer geplanten Bohrungsteufe von je 150 m wurde auf Grundlage der Kriterien des § 21 Absatz 2 und 3 Standortauswahlgesetz (StandAG) geprüft. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) kommt in seiner dem Schreiben des Landkreis Friesland beigefügten Bohranzeige vom 26.10.2022 zu dem Prüfergebnis, dass der Vorhabenstandort innerhalb eines identifizierten Gebietes nach § 13 Absatz 2 Satz 1 StandAG liege. Gemäß dieser Bohranzeige befindet sich der Vorhabenstandort innerhalb des von der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH nach § 13 Absatz 2 Satz 1 StandAG ausgewiesenen identifizierten Gebiets mit der Kennung IG_ID 053_00IG_T_f_tpg. Laut des Schreibens des Landkreis Friesland sei das Vorhaben zulassungsfähig, da es im engen räumlichen Zusammenhang mit bereits durchgeführten Maßnahmen stehen könnte, durch die ein ähnlich starker Eingriff in den Untergrund erfolgt ist. Auf Grundlage der Ausführungen Landkreis Friesland, des LBEG und nach eigener Prüfung erklärt das BASE sein Einvernehmen hinsichtlich der Erteilung der Zulassung für oben genanntes Vorhaben aufgrund des § 21 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 StandAG. Die Erteilung des Einvernehmens ist nicht selbständig anfechtbar. Berlin, 23.11.2022 Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Im Auftrag

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