Im Januar 1995 bezog die Hauptgeschäftsstelle der Internationalen Solarenergie-Gesellschaft (ISES) ihren neuen Sitz in der Villa Tannheim, in der Wiesentalstraße in Freiburg. Vor dem Umzug sollte die Villa, im Sinne des neuen Hausherren, energetisch saniert werden. Die zum Teil solare Umrüstung der unter Denkmalschutz stehenden Villa war eine Herausforderung: es galt einen Altbau mit sehr hohem Energieverbrauch in ein modernes Niedrigenergiehaus zu verwandeln. Dabei sollte das historische äußere Erscheinungsbild erhalten bleiben. Das Projekt wurde als eines der Demonstrationsprojekte der IEA Task 21 'Solar Energy in Building Renovation' international begleitet. Phase 1: Sanierung. Alle wesentlichen baulichen Maßnahmen wurden bis zur Übergabe des Gebäudes an die ISES am 26. Januar 1995 fertiggestellt. Das Maßnahmenpaket der Sanierung umfaßte folgende Punkte: allseitige Wärmedämmung der Gebäudefassaden mit 8 cm Wärmedämmung bis zum Kellersockel. Zum Erhalt des architektonischen Gesamtbildes wurden die Fensterlaibungen aus wärmedämmenden Altglas-Recycling-Materialien nachgebildet. Dämmung des Dachstuhls durch eine 10 bis 20 cm starke Wärmedämmung auf Altpapierbasis durch Einblasen in die geschaffenen Hohlkammern. Dämmung des Kellerfußbodens durch eine Perlite-Schüttung. Einsatz des neu entwickelten Transparenten Wärmedämmverbundsystems der Sto AG. 50 m2 dieses Fassadendämmsystems wurden auf der Westfassade des Gebäudes erstmalig in einer werksseitig vorgefertigten Variante installiert. Einsatz der neuen Dreifach-Verglasungen der Interpane 'iplus3x' (k=0,4 W/m2K). Einbau eines 7,5 m2 großen Flachkollektors der Fa. Paradigma zur Brauchwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Phase 2: Meßtechnische Evaluierung. Im Anschluß an die Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme wurde das Projekt bis zum Ende der Projektlaufzeit meßtechnisch begleitet. Schwerpunkte bildeten neben dem thermischen Energieverbrauch die Bewertung der TWD-Fassade und des Kollektorbetriebs.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Die Zielsetzung des Vorhabens war, ein Bürogebäude zu realisieren, das hohen Komfortansprüchen genügt, sich jedoch auch in der 'zweiten Miete', also in niedrigen Betriebskosten, auszeichnet. Aufgrund der Lage des Gebäudes an einer vielbefahrenen Straße, war es erforderlich, eine Lärmbelästigung der Nutzer des Gebäudes zu verhindern. Dies war bei üblicher Fensterlüftung nahezu ausgeschlossen. Daneben soll das Raumprogramm flexibel organisiert sein, um die Möglichkeit der Vermietung bzw. des Verkaufs zu erleichtern. Fazit: Die prinzipielle Auslegung der Komponenten hat sich bestätigt und die Funktion konnte nachgewiesen werden. Die messtechnische Untersuchung belegt wie essentiell die Einregulierungsphase der Steuer- und Regelungstechnik des Gebäudes ist. Nach den vorliegenden Ergebnissen ist diese Phase noch nicht zur Zufriedenheit aller Bereiche umgesetzt. Es können noch weitere Optimierungspotentiale erschlossen werden.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Am südlichen Ortsrand von Zwiesel im Bayerischen Wald entstand ein Büro- und Ausstellungsgebäude, bei dem mittels Optimierung von aktiver und passiver Sonnenenergienutzung der Einsatz von fossiler Heizenergie nicht mehr nötig ist. Es wurde dabei versucht, die Balance zwischen aktiven und passiven Systemen zu finden. Bestehende Bautechniken, insbesondere im Bereich des Holzbaus, wurden gemäß den Möglichkeiten der regionalen Bauwirtschaft unter Verwendung regional verfügbarer Baustoffe weiterentwickelt. Es kamen verschiedene Holzfenstersysteme zum Einsatz, die dem Passivhaus-Standard entsprechen. Es wird der Einfluss eines nicht hinterlüfteten Fassadenkollektors auf den effektiven U-Wert einer nach Süden gerichteten Leichtbauwand bei normaler Nutzung des Kollektors für die Beheizung des Gebäudes untersucht. Die 110 m2 Fassadenkollektor heizen einen zentral im Gebäude stehenden Pufferspeicher, aus dem das Gebäude ganzjährig beheizt wird. Fazit: Beim Naturpark-Informationshaus wurde bei der Auswahl der Baustoffe, der Baukonstruktionen und beim Energiekonzept von Anfang an auf Qualität, Ökonomie und Ökologie geachtet. Nachhaltiges Wirtschaften beim Bau und Betrieb dieses Gebäudes war oberstes Gebot. In der Konsequenz der Umsetzung ist dieses Gebäude ein Vorbild für zukünftiges Bauen. Man kann sowohl das Gesamtkonzept als auch Teile davon auf jedes andere Gebäude übertragen. Bei diesem Gebäude, so der Bayerische Umweltminister Schnappauf, 'wird Innovation in Einklang mit Ökologie gebracht. Das ist eine Steilvorlage zum Nachahmen und Spitze in Mitteleuropa'. Der Menschheitstraum vom Perpetuum-Mobile wird hier ein Stück Wirklichkeit, ohne dass die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden. Es ist auch nicht notwendig, die Kernfusion auf die Erde zu holen, wenn man die technischen Möglichkeiten der Sonnenenergienutzung umsetzt.