API src

Found 42 results.

Related terms

Befähigung lokaler Interessengruppen zur besseren Verwertung von Kunststoffabfällen durch Übertragung und Anpassung einer chemischen Recyclingtechnologie, Befähigung lokaler Interessengruppen zur besseren Verwertung von Kunststoffabfällen durch Übertragung und Anpassung einer chemischen Recyclingtechnologie

Verwertung von PUMA-Produkten

Im April 2012 führte PUMA das Rücknahmesystem Bring Me Back ein. Seither können Kunden in PUMA Stores weltweit gebrauchte Produkte zurückgeben, die dann durch die Firma I:CO der Weiterverwendung und Verwertung zugeführt werden. Auch die Produkte der neuen recyclefähigen und biologisch abbaubaren PUMA-InCycle-Kollektion, die seit März 2013 auf dem Markt sind, werden so erfasst. Hierzu gehört etwa das recycelbare PUMA Track Jacket, das zu 98 Prozent aus Polyester aus gebrauchten PET-Flaschen besteht. Der PUMA-Rucksack aus Polypropylen wird nach Gebrauch an den ursprünglichen Hersteller zurückgegeben, der das Material wieder zu neuen Rucksäcken verarbeitet. Durch solche Neuentwicklungen will PUMA seine Planungs- und Entscheidungsbasis verbessern. Deshalb hat sie bifa mit der Analyse abfallwirtschaftlicher Optionen für gebrauchte PUMA Produkte beauftragt. bifa untersuchte hierzu Referenzprodukte und Optionen für die Erfassung und Sortierung von Produkten und Materialien. 35 Pfade mit unterschiedlichen Verwertungs- und Beseitigungsansätzen wurden entwickelt und bewertet. Die Realisierungschancen der Pfade wurden dann dem zu erwartenden Nutzen insbes. für die Umwelt gegenübergestellt. Dabei wurde zwischen gut entwickelten und wenig entwickelten Abfallwirtschaften (Waste-Picking-Szenario W-P-Szenario) unterschieden. Es zeigte sich, dass Pfade, die im Szenario Abfallwirtschaft ökologisch nachteilig sind, im W-P-Szenario durchaus vorteilhaft sein können. Im W-P-Szenario sind zudem Pfade realisierbar, die in entwickelten Abfallwirtschaften keine Chance hätten. Die moderne Abfallverbrennung ist für W-P-Szenarien ökologisch vorteilhaft, aber dennoch eine schwierige Option. In entwickelten Abfallwirtschaften sollten Sammlung und Wiedereinsatz gebrauchter Schuhe und Textilien weiterentwickelt werden. Die folgenden generellen Empfehlungen wurden gegeben: - Der Einsatz von Recyclingmaterialien in PUMA-Produkten ist aus ökologischer Sicht zu empfehlen. Diese Erkenntnis wird auch durch die Ergebnisse der ersten ökologischen Gewinn-und-Verlust-Rechnung von PUMA belegt. Über die Hälfte aller Umweltauswirkungen entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette des Unternehmens werden bei der Herstellung von Rohmaterialien verursacht - Das Produktdesign sollte auch für bestehende Verwertungspfade optimiert werden, da realistischerweise nur ein Teil der Produkte über das Sammelsystem erfasst werden kann - Die ökologischen Vorteile von Produkten, die aus nur einem Material bestehen, kommen nur dann zum Tragen, wenn das Produkt nach Gebrauch aussortiert und das Material tatsächlich recycelt wird - Biol. abbaubare Produkte können auch Nachteile haben, zum Beispiel die schnellere Entwicklung von klimaschädlichem Methan bei ungeordneter Deponierung - Eine Verlängerung der Produktlebensdauer über den gesamten Lebenszyklus einschl. der Verwendung als Gebrauchtprodukt ist der effektivste Weg, Umweltlasten zu reduzieren. Meth. Ökobilanzierung und Systemanalyse (Text gekürzt)

EXIST-Forschungstransfer: House of Plasma

Machbarkeitsstudie zum Rezyklateinsatz bei transparenten Kunststoffanwendungen

Zielsetzung Anlass: Im Sinne des Klimaschutzes und der Schonung natürlicher Ressourcen muss in der Kunststoffbranche die bisherige Recyclingquote deutlich erhöht werden. In Deutschland liegt diese aktuell bei um die 30 %. Im Unterschied zum mittlerweile routinierten Recycling von PET-Flaschen besteht bei der Herstellung technischer und optischer Bauteile ein Akzeptanzproblem für das werkstoffliche Recycling und es muss ein Umdenken stattfinden. Die Gründe für die allgemeine Zurückhaltung und Vorbehalte zum Thema Recycling in diesem Bereich der Kunststoffverarbeitung begründet sich in der Unsicherheit bezüglich des Einsatzes von Rezyklaten mit definierten Eigenschaften und aus Gründen der Produzentenhaftung. Um hier ein Umdenken hin zu mehr Ressourceneffizienz zu erwirken und neue Prozessabläufe zu entwickeln, fehlen fundierte Untersuchungen und Daten, welche aussagen wieviel Prozent mechanisch recyceltes Material bei Neuware zur Herstellung transparenter, optischer Kunststoffbauteile eingesetzt werden kann, bevor es zu einem nicht tolerierbaren Verlust der optisch notwendigen Eigenschaften kommt (bspw. Transmission). Ziel: Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, den Einfluss der prozentualen Zugabe von typenreinem Rezyklat (PMMA, PC, PS) auf die optischen Eigenschaften von transparenten Formteilen zu untersuchen und verallgemeinerungsfähige Schlussfolgerungen in Form von Handlungsempfehlungen für die Industrie abzuleiten. Dabei gilt es, die Zusammenhänge in zwei Stufen zu untersuchen und zu beschreiben: 1. Beeinflussung der Materialeigenschaften durch unterschiedliche Mengen und Arten von Rezyklatzugaben 2. Beeinflussung der optischen Eigenschaften von transparenten Anwendungen in Abhängigkeit der durch Rezyklatzugabe veränderten Materialeigenschaften Der innovative Anspruch des Projektes besteht darin nachzuweisen, dass definierte typenreine Rezyklat-zugaben auch bei transparenten Anwendungen möglich sind und über Qualitätsklassen bzw. Anforderungskategorien eine Zuordnung zu realen Produktgruppen möglich wird. Mit Erreichung der Projektzielstellung dieser Machbarkeitsstudie und positiven Ergebnissen zur möglichen Steigerung des Rezyklateinsatzes sind die Voraussetzungen für: - die Untersuchung weiterer transparenter Kunststofftypen, - die Erweiterung der geometrischen Ansprüche an das Formteil, - die Hinzunahme weiterer und/oder anspruchsvollerer transparenter Anwendungen und - weiterführende Optimierungen zur Erhöhung des Rezyklateinsatzes gegeben

FH-Impuls 2016 I: Authentifizierung von PET Recyclat für Lebensmittelverpackungen mit Hilfe datenintensiver Sensoren und Methoden des Maschinellen Lernens (PETauthent)

Geruchsreduktion von gebrauchten Kunststoffrezyklaten durch kontrollierte Bakterienkulturen in kreislaufgeführten Waschprozessen

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Derzeit stellt die Kontamination der Kunststoffabfälle mit Geruchsstoffen ein großes Problem dar, vor allem, wenn die Kunststoffabfällen rezykliert und zur Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden, da die Geruchswahrnehmung eines Produktes die Kaufentscheidung der Kunden stark beeinflusst. Im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens gilt es also, den Geruch von post-consumer Kunststoffabfällen und Rezyklaten weitgehend zu minimieren, um diese wiedereinzusetzen und einer wertvollen Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Momentan werden aber lediglich solche Kunststoffmaterialien recycelt, die eine hohe Reinheit und einen geringeren Verschmutzungsgrad aufweisen, wie z.B. PET-Flaschen, die über ein Pfandsystem getrennt erfasst werden und in einem aufwändigen Recyclingprozess zu einem hochwertigen PET-Recyclat verarbeitet werden. In der deutschen Verpackungsindustrie haben allerdings Folien mit 38,5% das größte Anwendungsgebiet. Um also langfristig höhere Recyclingquoten zu erreichen, ist es notwendig die großen Mengen an Folienabfällen aus post-consumer Abfällen zu recyclen. Das übergeordnete Ziel des Forschungsvorhabens bestand daher in der die Prüfung der Möglichkeit, geruchsaktive Substanzen oder die Verunreinigung, die zu Geruchsveränderungen in post consumer Folien führen, schon während der Kunststoffwäsche zu eliminieren, um eine Geruchsreduktion im Endprodukt Rezyklat zu erzielen. Das Schließen dieses Rohstoffkreislaufs durch einen innovativen Waschprozess soll das Recycling von post-consumer Folienabfällen effizienter, nachhaltiger und energiesparender gestalten. Industrielle Waschprozesse außerhalb der Recyclingbranche nutzen in letzter Zeit neben chemischen auch biologische Zusätze. Hier hat sich insbesondere ein biologischer Ansatz etabliert, bei dem das Waschwasser mit Bakterienimpflösungen (sogenannte 'PIP' - fortschrittliche probiotische Produkte) versehen wird. Die eingesetzten PIP Produkte gelten als sicher, FDA und EU Ecolabel zertifiziert und damit umweltfreundlich. Die einzusetzenden Bakterienlösungen enthalten neben natürlichen Spuren- und Nährstoffen ausschließlich Mikroorganismen der Risikogruppe 110, die nicht unter das Gentechnikrecht fallen. Es handelt sich dabei um keinen gefährlichen Stoff und ist nach ((EG)1272/2008) nicht kennzeichnungspflichtig. Die PIP Kultur verstoffwechselt organischen Schmutz aktiv und verhindert eine Umwandlung in riechende flüchtige Verbindungen bzw. kann auch, je nach Art des Mikroorganismus und Geruchssubstanz, geruchsbildende Mikroorgansimen verdrängen. Durch die Anreicherung der PIPs werden im Zuge dessen geruchsbildende Mikroorganismen weitgehend zurückgedrängt. Diese Methodik wird bereits erfolgreich eingesetzt in der Klinikhygiene, in Haushalt, Tiermast und Aquakultur, aber auch besonders in der industriellen Prozesswasseranwendung, beispielsweise in Kühltürmen und Klimaanlagen. Ein Einsatz in Recycling-Waschkreisläufen wurde bislang nicht untersucht. Der Lösungsansatz bestand darin, post-consumer Abfälle mit bakterienbeimpftem Wasser während der Kunststoffaufbereitung zu behandeln. Die gereinigten Kunststoffe wurden dazu olfaktorisch durch ein Testpanel bewertet und dem Stand der Technik gegenübergestellt. Die Antragsteller gehen davon aus, dass durch den Einsatz der Bakterien innerhalb der Kunststoffwäsche nur geringe Produktionsmehrkosten im Vergleich zu den bisherigen Prozessen verursacht werden. Die üblichen Waschtemperaturen können vermutlich mit dem Bakterieneinsatz reduziert werden. Des Weiteren werden keine hohen Investitionskosten erwartet, da sich das technische Prinzip der Waschanlagen nicht verändert wird.

LUA-Bilanz Lebensmittelüberwachung 2015

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-Bilanz Lebensmittelüberwachung Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2015 Foto: LUA Untersuchte und beanstandete Lebensmittelproben 2015 WarengruppeProbenbeanstandet Beanstandungen in Prozent Zusatzstoffe21062,9 %Eier und Eiprodukte25193,6 %Obst und Gemüse1.880683,6 %Nüsse, Nusserzeugnisse, Knabberwaren299144,7 %Schokolade, Kakao u. Erzeugnisse, Kaffee, Tee487244,9%Kräuter und Gewürze303196,3 %Fette und Öle276259,1%Brühen, Suppen, Soßen415419,9 %Getreide, Backwaren und Teigwaren160016010,0 %Wein428845110,5 %Alkoholische Getränke (außer Wein)5596010,7 %Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt & zur Körperpflege*115512911,2 %Lebensmittel für besondere Ernährungsformen6517611,7 %Milch und Milchprodukte98212112,3 %Fische, Krusten-,Schalen-, Weichtiere & Erzeugnisse5948113,6 % Fleisch, Geflügel, Wild und Erzeugnisse286640714,2 % Eis und Desserts89713114,6% Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt5939215,5 % Kosmetika3525716,2 % Alkoholfreie Getränke76314519,0 % Fertiggerichte4889719,9 % Zuckerwaren4228720,6 % Proben insgesamt20.3312300 11,3 % * Bekleidung, Wäsche, Kurzwaren, Accessoires, Hygieneartikel, Spielwaren und Scherzartikel, Reinigungsmittel; (Die Gesamtproben- und Beanstandungszahlen der EU-Berichtstabelle und der nationalen Berichtstabelle unterscheiden sich grundsätzlich, da den Zahlen abweichende Zählalgorithmen zu Grunde liegen) 2 Bilanz der Lebensmittelüberwachung: Weiterhin wachsam sein!taten“ aufmerksamen Verbrauchern auf, die sich dann zu Recht bei den Behörden beschweren. Den „großen Knall“ gab es in Rheinland-Pfalz im Jahr 2015 nicht. Aber die Lebensmittelüberwa- chung muss weiterhin im Interesse der Verbrau- cherinnen und Verbraucher wachsam sein. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat im Jahr 2015 die Untersuchung von Lebensmitteln, Bedarfsge- genständen und Kosmetika mit einer Beanstan- dungsquote von 11,3 Prozent abgeschlossen. Ins- gesamt entsprachen 2.300, der quer durch den Warenkorb entnommenen 20.331 Proben, nicht den gesetzlichen Vorgaben. Damit ging der pro- zentuale Anteil beanstandeter Proben gegenüber 12,7 Prozent im Vorjahr leicht zurück.Unmittelbar gesundheitsgefährdend war auch eine Schleckmuschel aus Kunststoff mit unförmi- gen Ausfransungen, die die zarte Haut von Kin- dern verletzen können. Zudem können die kleinen Kunststoffteile absplittern und von Kindern ver- schluckt werden. Dasselbe gilt für die Laugenbre- zeln aus einer Bäckerei, bei denen das Laugensalz zum Bestreuen der Brezeln mit Spülmaschinensalz „gestreckt“ wurde. Das Etikett „gesundheitsschädlich“ bekamen 39 Proben. In Relation zur Gesamtprobenzahl ist der Anteil mit 0,19 Prozent jedoch äußerst gering. In 17 Fällen waren krankmachende Keime die Ursa- che für eine Beanstandung, möglicherweise be- dingt durch den heißen Sommer 2015. Zum Glück kam es nur selten zu Erkrankungen. Nachgewie- sen wurden zum Beispiel VTEC (Verotoxinbilden- de E. Coli Bakterien) in sieben unterschiedlichen Rohmilchkäsesorten. Listerien oder Salmonellen fanden sich sowohl in Rohmilchkäse als auch in feinen Backwaren, ge- räucherten Forellen und Wurstwaren aus Mett. In einer Portion gekochtem Reis aus einer Gemein- schaftseinrichtung, in mehreren Sprossen eines Herstellers sowie in einer Portion Steak mit Nu- delauflauf und Soße wurde Bacillus cereus nach- gewiesen. In sieben Fällen führte das toxische Ei- weißabbauprodukt Histamin bei Thunfisch bzw. beim Thunfischanteil auf Pizzen oder in Salaten zu einer Beanstandung wegen Gesundheitsgefahr. Trotz Hightech in der Produktion finden immer wieder Fremdkörper als unerwünschte Beigaben den Weg ins Lebensmittel. 2015 fanden die Sach- verständigen Glassplitter, Holzspäne, Metallfäden, Plastikkörper, Küchenschaben oder verkokelte Pulverklumpen in sechs verschiedenen Produk- ten. In der Regel fallen diese unappetitlichen „Zu- Restrisiko: In Käse aus Rohmilch werden immer wieder Keime nachgewiesen. (Foto: © A_Bruno, fotolia) In die Kategorie vorbeugender gesundheitlicher Verbraucherschutz gehörte die Beanstandung zweier Mineralwässer mit sehr hohem Urangehalt, Süßkirschen mit Pflanzenschutzmittelrückständen deutlich über der akuten Referenzdosis, ein Nah- rungsergänzungsmittel mit hoher Konzentration von Synephrin und Koffein oder Hirsebällchen mit erhöhten Tropanalkaloidwerten. Mängel wie die- se sind zwar nicht unmittelbar gesundheitsschäd- lich, werden aber mit Blick auf die Langzeitwir- kung dennoch beanstandet. Pyrrolizidinalkaloide gehören zu den Pflanzengift- stoffen, die in Unkraut enthalten sein können, das zusammen mit Gemüse auf den Feldern wächst. Das „Gemeine Greiskraut“ (kurz „Kreuzkraut“) hat vor einigen Jahren Schlagzeilen gemacht, weil unter anderem in Rheinland-Pfalz angebau- ter Rucola damit verunreinigt war. Die rheinland- pfälzischen Erzeugerbetriebe haben seither um- fangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen und 3 Eigenkontrollen etabliert, um Greiskraut-Verun- reinigungen in Rucola auszuschließen. Dennoch kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass Un- krautbestandteile zusammen mit dem Salat in die Verpackung und in den Handel gelangen. Betrachtet man alle Beanstandungen des Jah- res 2015, also auch die nicht gesundheitsrele- vanten wegen Irreführung oder falscher Kenn- zeichnung sind nach wie vor die Zuckerwaren mit 20,6 Prozent Spitzenreiter in der Beanstandungs- quote. Dahinter verbergen sich zum Teil fehlen- de oder unvollständige Angaben zu den verwen- deten Farbstoffen, mit denen die Verbraucher zum Kauf von Süßigkeiten animiert werden sollen – beispielsweise das intensive Rot von kandierten Früchten oder die möglichst realitätsnahen farbi- gen Marzipanfiguren in der Weihnachtszeit. Oft wird er zwar durch die Angabe „mit Farbstoff“ in- formiert, unterlassen wird aber - bewusst oder unbewusst - entweder die von der EU vorgeschrie- bene Nennung der Einzelfarbstoffe oder der bei bestimmten Farbstoffen vorgeschriebene Hinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. Stark im Trend liegen Alternativen zu Zucker. Im Handel werden z.B. Sirupe aus diversen zuckerhal- tigen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen angeboten. Vor allem Verbraucher, die unter einer Zuckerunver- träglichkeit leiden, müssen wissen, welche Zucker- bestandteile diese Sirupe enthalten. Bei 4 von 20 untersuchten Reissirupen entsprachen die Angaben auf dem Etikett nicht den Vorgaben. Verboten sind auch Verfälschungen von Honig mit nektarliefern- den Pflanzenteilen. Da Sirupe billiger als echter Honig sind, werden solche Verfälschungen immer wieder festgestellt – 2015 war dies bei sechs Pro- ben eines importierten Vielblütenhonigs der Fall. Platz zwei in der Beanstandungsquote belegen mit 19,9 Prozent die Fertiggerichte. Diese Waren- gruppe umfasst eine ganze Palette von Produkten. Sie reicht von der Pizza über Mittagstischange- bote bis hin zur Fluggastversorgung. Hauptbean- standungsgrund waren Kennzeichnungsmängel. Zum Beispiel war auf den Speisekarten von asiati- 4 schen Imbissläden die Verwendung von Glutamat gar nicht oder nicht korrekt kenntlich gemacht. Klassisch sind auch erhöhte Keimzahlen wegen mangelhaften Temperaturmanagements. Ver- braucher klagen immer wieder, dass sie nach dem Verzehr von warm gehaltenen Fertiggerichten ge- sundheitliche Beschwerden hatten. Beschwer- den gibt es auch wegen „Aluminium-Fraß“. So nennt man die dunklen Verfärbungen, die entste- hen, wenn beispielsweise gekochte Teigwaren im Metalltopf mit Aluminiumfolie abgedeckt aufbe- wahrt werden. Da die Bewohner keine Alternative bei der Es- sensversorgung haben, wird bei Gemeinschafts- verpflegung in Seniorenheimen vom Landesun- tersuchungsamt geprüft, ob die angebotenen Mahlzeiten den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entsprechen. Dies war 2015 bei etwa jeder zweiten Probe der Fall. Hauptsächlicher Grund für die Abweichung von den DGE-Standrads waren zu hoher Brenn- wert, zu hohe Gehalte an Fett und/oder Koch- salz sowie zu niedrige Gehalte an Magnesium. Die Abweichungen werden sowohl der für Senioren- heime zuständigen staatlichen Aufsicht als auch den betroffenen Einrichtung mitgeteilt – verbun- den mit einem Beratungsangebot, wie die Mängel durch Änderungen im Speiseplan behoben wer- den können. An dritter Stelle bei den Beanstandungsquo- ten rangieren mit 19 Prozent die alkoholfreien Er- frischungsgetränke. Probleme bereiten vor al- lem Trauben- und Apfelsäfte aus Winzerbetrieben bzw. von kleineren Saftherstellern. Entweder wur- de Ascorbinsäure nachgewiesen, ohne dass diese im Zutatenverzeichnis aufgeführt wurde, oder sie wurde im Zutatenverzeichnis als „ Vitamin C“ an- gegeben, ohne dass die erforderliche Vitaminmen- ge im Erzeugnis vorhanden war. Die erhöhte Glycerin bzw. Gluconsäurewerte, die in fünf Winzertraubensäften nachgewiesen wur- den, sind ein Hinweis darauf, dass faules und teil- weise angegorenes Lesegut verwendet wurde. Acht Traubensäfte aus dem Handel wiesen zwar ebenfalls auffällige Glycerin bzw. Gluconsäure- werte auf. Diese lagen jedoch unter den im „Code of practice“ genannten Maximalwerten. Der Trend alkoholfreie Erfrischungsgetränke nicht in deutscher Sprache zu kennzeichnen, setzt sich fort. Offensichtlich geht es hierbei um die Umge- hung der Pfandpflicht. Dies trifft auch auf einen Energydrink zu, der in einer PET Flasche mit einem Volumen von 3,001 Litern angeboten wurde. Vier Energy Drinks wurden aufgrund der Überschrei- tung des Tauringrenzwertes beanstandet. Ein Thema, das die Lebensmittelüberwachung schon immer sehr beschäftigt hat, sind Pflanzen- schutzmittelrückstände in Obst und Gemüse. Das LUA hat im vergangenen Jahr insgesamt 727 Pro- ben aus der Kategorie „Obst und Gemüse“ auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht und musste 4 davon beanstanden. Auch Proben aus ökologischer Erzeugung wurden entsprechend ih- rer Marktbedeutung (Marktanteil etwa 5 Prozent) vom LUA untersucht. Ergebnis: Abgesehen von ei- ner Probe Paprika aus Italien hat das LUA in kei- ner der 33 geprüften Bio-Proben Pestizidrückstän- de gefunden. Bei Proben aus konventioneller Erzeugung wurden bei jeder zweiten Probe (52 Prozent) aus Deutsch- land und aus dem EU-Ausland Pestizidrückstän- de unterhalb der zulässigen Höchstmenge festge- stellt. Bei Proben aus Drittländern waren es sogar 58,5 Prozent. Gut zu wissen: Beim Obst und Ge- müse aus rheinland-pfälzischem konventionellen Anbau lag der Anteil Proben mit Rückständen bei nur 44,4 Prozent. In 29 Prozent aller Proben wur- den mehrere Wirkstoffe unterhalb der zulässigen Höchstmenge nachgewiesen. Mehrfachrückstän- de traten 2015 besonders in Tafeltrauben, Erdbee- ren, Johannisbeeren, Äpfeln und Rucola auf. Bei den Kosmetika lag die Beanstandungsquo- te mit 16,2 Prozent etwa auf dem Niveau der Vor- jahre. Zwei Produktgruppen waren besonders auf- fällig. Mehrere Pasten zur Bemalung der Haut enthielten zusätzlich zu dem in der EU zur Fär- Mit Pflanzenschutzmitteln behandelt? Die Untersu- chung im Labor bringt es ans Licht. (Foto: LUA) bung der Haut nicht zugelassenen Hennafarbstoff noch chemisch-synthetische organische Farbstof- fe. Eine Paste enthielt zudem den verbotenen In- haltsstoff Phenol, in einem weiteren Produkt wur- de mit 1,5 Prozent Methylparaben das Vierfache des erlaubten Höchstgehaltes für dieses Konser- vierungsmittel nachgewiesen. Von 24 in Thai-Massagesalons entnommenen Massageölen mussten acht beanstandet werden, weil sie allergene Parfümstoffe enthielten, die in der Produktkennzeichnung nicht genannt waren. Auch in Öl-Mischungen, die in den Massagesalons vor der Verwendung selbst angerührten wurden, wurden zum Teil hohe Gehalte an allergenen Par- fümstoffen gefunden. Chrom(VI) in Lederwaren: Überwachung zeigt Wirkung Steter Tropfen höhlt den Stein: Durch die Ausla- gerung der Gerbung und der Produktion von Le- derwaren in sogenannte Billiglohnländer sind immer wieder Lederwaren mit krebserregen- dem Chrom(VI) belastet. Mit der Einführung ei- nes nationalen Grenzwertes für das krebserregen- de Chrom(VI) in Bedarfsgegenständen aus Leder im Jahr 2010 begann das Thema nach und nach in der öffentlichen Aufmerksamkeit anzukommen – nicht zuletzt durch die wöchentlichen Meldungen über belastete Produkte im europäischen Schnell- warnsystem RAPEX. 5 Im Mai 2015 wurde der deutsche Grenzwert von drei Milligramm pro Kilogramm Chrom(VI) auch in das europäische Chemikalienrecht (REACH- Verordnung) übernommen. Da es sich bei Leder- waren größtenteils um global vertriebene Produk- te (z.B. Schuhe, Handschuhe, etc.) handelt, war dies der nächste konsequente Schritt, um die Situation für die Verbraucher zu verbessern. Die RAPEX-Mel- dungen zu Chrom(VI) erfolgen nun auch aus den anderen EU-Staaten, und die Überwachungsbe- hörden aller Länder der Europäischen Union wer- den über das Schnellwarnsystem informiert.Nickel in Schmuck und Spielzeug: Eine unendliche Geschichte Durch die zwangsläufig folgende Rücknahme be- troffener Produkte vom Markt wird der Druck auf die Importeure und Lieferanten weiter erhöht – mit ganz konkreten Auswirkungen: Inzwischen werden sogar bei den Discountern Produkte aus pflanzlich gegerbten Ledern angeboten. Inzwi- schen dürfte auch bei den Verbrauchern angekom- men sein, dass qualitativ hochwertige Lederwaren nicht zu jedem Preis produziert werden können.Nickel ist in vielen Metallgegenständen des All- tags als Legierungsbestandteile enthalten, bei- spielsweise in Modeschmuck und Piercing-Ge- genständen sowie in Bekleidungszubehör wie Knöpfen, Nieten oder Schnallen. Kinder können auch über Spielzeug mit Nickel in Kontakt kom- men. Um eine Sensibilisierung gegen Nickel oder eine Kontaktallergie bei bereits bestehender Sen- sibilisierung zu vermeiden, sollte die Exposition gegenüber Nickelionen vor allem im Kindesalter gering gehalten werden. Spielzeug muss daher so produziert werden, dass eine erhöhte Nickellässig- keit ausgeschlossen ist. Hierzu leistet auch das LUA seinen Beitrag. Alle Lederproben mit Hautkontakt werden routinemä- ßig auf das krebserregende Chrom(VI) untersucht. Im Jahr 2015 waren dies 177 Proben, von denen 15 beanstandet wurden. Untersuchungsschwer- punkte sind vor allem Schuhe (drei Beanstandun- gen) und Handschuhe (sechs Beanstandungen). Aber auch bei drei Lederjacken, zwei Handy-Hül- len und einer Geldbörse wurde Chrom(VI) über dem Grenzwert nachgewiesen. Fünf der beanstan- deten Gegenstände wurden im europäischen RA- PEX-System veröffentlicht, weil sie auch in andere europäische Länder geliefert worden waren. Hintergrund Wie kommt das Chrom(VI) in die Lederwaren? Die Gründe sind häufig mangelnde Fachkompe- tenz beim Gerbprozess, ungeeignete Chemikali- en und fehlerhafte Nachbehandlung des Leders. Nicht zuletzt können auch die langen Transport- wege der Produkte im Schiffscontainer bei Hit- ze und hoher Luftfeuchtigkeit die Bildung von Chrom(VI) fördern. 6 Allergien gegenüber Nickel sind seit vielen Jah- ren bekannt, es ist das häufigste Kontaktallergen in Europa. Etwa jedes zehnte Kind ist gegenüber Nickel sensibilisiert, bei erneutem Kontakt kön- nen sie mit einer Allergie reagieren. Obwohl es seit Jahren Grenzwerte gibt, müssen immer noch regelmäßig Gegenstände, die mit dem mensch- lichen Körper in Kontakt kommen, beanstandet werden, weil sie Nickel freisetzen. In der sogenannten REACH-Verordnung ist für die Nickelfreisetzung aus Erzeugnissen mit direktem und längerem Hautkontakt ein Grenzwert von 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter und Woche (µg/ cm²/Woche) festgelegt. Stäbe von Ohrringen oder Piercingschmuck dürfen eine Nickellässigkeit von 0,2 µg/ cm²/Woche nicht überschreiten. Trotz dieser nunmehr seit mehr als einem Jahr- zehnt bestehenden Grenzwerte wurden auch im Jahr 2015 im LUA wieder erhöhte Nickelabga- ben gemessen. Dies betraf insbesondere die Pro- duktgruppe der Ohrstecker und Ohrringe (5 von 16 Proben). In der europäischen Richtlinie für Spielzeug ist zwar kein spezifischer Grenzwert festgelegt wor- Foto: © dudek, fotolia den; allerdings stellt die erläuternde Leitlinie klar, dass der Grenzwert von 0,5 µg/ cm²/Woche der REACH-Verordnung auch für Spielzeug mit län- gerem Hautkontakt anwendbar ist. Im Jahr 2015 wiesen fünf im LUA untersuchte Spielzeugproben eine erhöhte Nickellässigkeit auf. Auffällig wa- ren unter anderem Metallteile (z.B. Achsen) von Spielzeug-Eisenbahnen bzw. Schiebe-Spielzeug für Kleinkinder. Für fünf der auffälligen Proben wur- den Meldungen in das europäische Schnellwarn- system RAPEX eingestellt, weil die Gegenstände auch in andere europäische Länder geliefert wor- den waren. sind. Weil mit bestimmten Geschmacksrichtun- gen oder Früchten aber bestimmte Farben assozi- iert werden, gleichen die Hersteller den Farbver- lust nachträglich wieder aus. Teilweise hat sich der Verbraucher an bestimmte Farben bei Lebensmit- teln derart gewöhnt, dass er ungefärbte Lebens- mittel als unappetitlich empfindet. Hintergrund Für die Entwicklung einer Sensibilisierung gegen- über Nickel ist nicht der Gehalt an metallischem Nickel in den Produkten entscheidend, sondern die Freisetzung des Nickelions aus dem Material. Nickelionen können während des Tragens von Be- kleidung oder Schmuck oder beim Spielen mit ni- ckelhaltigem Spielzeug durch den Schweiß frei- gesetzt werden. Zur Prüfung der Nickellässigkeit eines Gegenstandes wird dieser für die Dauer von einer Woche bei einer Temperatur von 30 Grad in eine künstliche Schweißlösung eingelegt. Die Konzentration des in der Prüflösung gelösten Ni- ckels wird anschließend analytisch bestimmt. Farbstoffe in Lebensmitteln: Trend geht zum „clean labeling“ Das Auge isst mit: Eine appetitliche Farbe ist bei Lebensmitteln seit jeher ein wichtiges Verkaufs- argument. Verbraucher erwarten optisch anspre- chende Produkte, und die Industrie hilft bei der Lebensmittelproduktion eifrig nach. Weil den syn- thetischen Farbstoffen mit E-Nummer ein negati- ves Image anhaftet, werden zunehmend färbende Lebensmittel wie Rote-Bete-Saft eingesetzt. Gründe für das Färben von Lebensmitteln gibt es viele. Oft verlieren Lebensmittel im Laufe der Her- stellung ihre natürliche Farbe und man würde ih- nen sofort ansehen, dass sie verarbeitet worden Eindeutig: Synthetische Farbstoffe müssen im Zutaten- verzeichnis gekennzeichnet werden. (Foto: LUA) Rechtlich gesehen handelt es sich bei Lebensmit- telfarbstoffen um Zusatzstoffe. Die Anwendung der derzeit rund 40 zugelassenen Farbstoffe ist stark reglementiert. So dürfen beispielsweise un- behandelte Lebensmittel wie Fleisch und Milch nicht gefärbt werden. Einige Farbstoffe dagegen sind nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen oder dürfen nur in bestimmten Mengen einge- setzt werden. In der Regel müssen verwendete Farbstoffe im Zutatenverzeichnis oder auf einem Schild an der Ware zu kennzeichnen. Färbende Lebensmittel wie z.B. Paprikapulver oder Rote-Bete-Saft fallen dagegen nicht unter die Zusatzstoffe und dürfen somit bei der Herstellung von Lebensmitteln all- gemein als Zutat verwendet werden. Im LUA werden viele Produktgruppen auf Farb- stoffe untersucht. Der Warenkorb reicht von Süß- 7 waren, Erfrischungsgetränken, alkoholhaltigen Getränken bis zu Fleischwaren, Milcherzeugnissen, Backwaren und Gewürzen. Dabei wird den Analy- tikern Einiges abverlangt: Bei Farbstoffen oder fär- benden Lebensmitteln handelt es sich chemisch betrachtet um eine bunte Palette an natürlichen und synthetischen Substanzen und Extrakten, so dass mit unterschiedlichsten Analysenmethoden gearbeitet werden muss. Im Jahr 2015 wurden im LUA insgesamt 194 Pro- ben auf Farbstoffe untersucht. Bei zwei Fleischzu- bereitungen wurden dabei Substanzen nachgewie- sen, die für diese Produktgruppe nicht zugelassen sind. Bei 14 Proben (Fleischwaren, Backwaren, Süßwaren, Speiseeis) entsprach die Deklaration von nachgewiesenen Farbstoffen nicht den recht- lichen Vorgaben. Erfreulicherweise wurden 2015 keine verbotenen Farbstoffe wie. z. B. die gesund- heitsschädlichen Sudanfarbstoffe bei den Unter- suchungen festgestellt. Die Ergebnisse des LUA bestätigen zudem den all- gemeinen Trend des „clean labeling“: Die Her- steller versuchen, auf deklarationspflichtige Zu- satzstoffe – und somit auf Substanznamen oder E-Nummern im Zutatenverzeichnis - zu verzich- ten. Sie werden stattdessen immer häufiger durch färbende Lebensmittel ersetzt. Ausreißer gibt es allerdings auch in dieser Pro- duktgruppe. Spitzenreiter in Sachen Farbstof- fe war 2015 eine Marzipanfigur, bezeichnet als „Weihnachtsmaus“. Im Zutatenverzeichnis war le- diglich „Farbstoff“ deklariert, die Marzipanfigur wies aber eine Palette von sieben verschiedenen Farbstoffen auf, die mit ihrer jeweiligen Bezeich- nung im Zutatenverzeichnis hätten aufgeführt werden müssen. Des Weiteren fehlte der bei Azo- farbstoffen (E 104, E 110, E 122 und E 124) zusätz- lich erforderliche Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. 8 Olivenöl: Strenge Regeln sollen hochwertige Produkte schützen Olivenöl wird im Mittelmeerraum schon seit Jahr- tausenden als Speiseöl verwendet und wird seit vielen Jahren auch in Mitteleuropa sehr geschätzt. Für das mediterrane Produkt gelten in der EU strenge Regeln für Qualität, Herkunft und Kenn- zeichnung. Leider werden sie nicht immer einge- halten oder sogar vorsätzlich umgangen. Die sensorischen und chemischen Anforderungen an Olivenöl sind durch EU-Verordnungen geregelt und strenger als für andere Ölarten. Per Verord- nung geregelt ist auch, dass Olivenöl nur in be- stimmten Qualitätsstufen verkauft werden darf. Im Wesentlichen wird in Deutschland „natives Olivenöl extra“ angeboten. Es handelt sich dabei um die höchste Qualitätsstufe. Die nächst niedri- gere Stufe „natives Olivenöl“ und „Olivenöl“ (Mi- schung aus raffiniertem und nativem Olivenöl) werden selten angeboten. Gelegentlich werden Proben der untersten Stufe „Oliventresteröl“, wel- ches raffiniert ist und zur Geschmacksgebung et- was natives Olivenöl enthält, angeboten. Bereit für die Analyse: Olivenöle im Labor. (Foto: LUA) Nachdem die Ernte 2014/15 schlecht ausgefallen war und es an guten Ölen innerhalb der EU fehlte, waren Verfälschungen zu befürchten - sei es durch verschleiertes Anbieten von minderer Qualität als auch durch Umetikettieren von arabischem bzw. nordafrikanischem Olivenöl in EU-Olivenöl. Ein weiteres Problem sind Kleinhändler, die von „Ver- wandten“ aus dem Mittelmeerraum direkt impor- tieren und Olivenöle hier mit oftmals unzulässiger Kennzeichnung anbieten. Gelegentlich wird noch Olivenöl in Beisein des Kunden als lose Ware ab- gefüllt. Dies ist nach geltendem Recht unzulässig. 2015 wurden im LUA 21 Olivenöle untersucht, acht davon wurden beanstandet. Ein Olivenöl, das in Kleinmengen direkt aus Italien importiert wur- de, hatte einen derart hohen Gehalt an freien Säu- ren, dass es in keiner Qualitätsstufe verkehrsfä- hig war. Zusätzlich war die Kennzeichnung nicht in Ordnung. Der Verbraucher hätte für das Öl den- noch tief in die Tasche greifen müssen: Es wurde im einem Geschäft für 17,95 Euro angeboten. Zwei Olivenöle wurden bei der sensorischen Über- prüfung von der höchsten Qualitätsstufe (natives Olivenöl extra) zur zweithöchsten Qualitätsstufe (natives Olivenöl) herabgestuft. Zwei weitere Öle hatten Kennzeichnungsmängel. Zwei Öle wurden unzulässiger Weise lose an Verbraucher abgegeben. Der gravierendste Verstoß war 2015 eine Pro- be natives Olivenöl extra in einem 5-Liter-Kanis- ter aus einem italienischen Gastronomiebetrieb. Die chemische Untersuchung ergab, dass es sich um Sojaöl handelte, dass leicht grün gefärbt war. Optisch ergab dies den Anschein von Olivenöl, je- doch zeigten bereits Geruch und Geschmack, dass es sich nicht um Olivenöl handeln konnte. Das Öl war in Geruch und Geschmack ganz schwach nussig – die charakteristische Olivenölnote fehl- te vollständig. Die chemische Analyse bestätigte dies. Derartige Verfälschungen sind auch in ande- ren Bundesländern aufgefallen. Manchmal sind Beschwerden aber auch unbe- gründet. Olivenöl hat einen intensiven charakte- ristischen Geruch und Geschmack, der es von den in Mitteleuropa angebauten Ölarten deutlich un- terscheidet. Dies kann dazu führen, dass Verbrau- cher gute Olivenöle (bitter, herb) als „schlecht“ oder „verdorben“ empfinden und als Verbrau- cherbeschwerde abgeben. Wegen dieser Unter- schiede im Geschmacksempfinden und weil vie- len Verbrauchern Erfahrung bei Olivenölen fehlt, wurden jahrelang Qualitäten nach Mitteleuropa eingeführt, die in den Herkunftsländern eher als schlecht angesehen wurden. Großküchen & Lebensmittelhersteller: Kontrolleinheit IKER überprüft Betriebe Rheinland-Pfalz wurde im Jahr 2015 von Lebens- mittelkrisen verschont. Für IKER, die Interdiszipli- näre Kontrolleinheit Rheinland-Pfalz, gab es den- noch viel zu tun: Nach einem festgelegten Plan standen intensive Betriebskontrollen bei Großbä- ckereien, Herstellern von verzehrsfertigen Obst- und Gemüseerzeugnissen, Systemgastronomen, Großküchen und Nahrungsergänzungsmittelher- stellern auf dem Programm. Bei den insgesamt 56 Besuchen gemeinsam mit den vor Ort zuständigen Lebensmittelüberwa- chungsbehörden ging es darum zu überprüfen, ob und wie die gesetzlichen Vorgaben zu betriebli- chen Eigenkontrollen und zum Aufbau von Kon- zepten nach den Grundsätzen des HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) eingehalten werden. Bei HACCP gilt es, präventiv bei der Her- stellung von Lebensmitteln systematisch alle Fak- toren zu ermitteln, die ein potenzielles Gesund- heitsrisiko für den Verbraucher darstellen. Dann wird nach Lösungen gesucht, die Risiken zu ver- meiden oder sie auf ein akzeptables Niveau zu re- duzieren. Gefahren, die mit einem HACCP-Konzept be- herrscht werden sollen, können biologischer (krankmachende Keime), chemischer (Rückstän- de) oder physikalischer (Fremdkörper) Natur sein. Bei der Gefahrenanalyse müssen die Betriebe prü- fen, welche Gefahren bei ihren Produkten eine Rolle spielen können. So kann es sich bei Fremd- körpern in verzehrsfertigem Salat neben Steinen vom Feld beispielsweise auch um Metall- oder Plastikteile aus defekten Maschinen handeln. Bei seinen Kontrollen geht IKER im Detail der Fra- ge nach, wie die Betriebe im Umgang mit kri- tischen Kontrollpunkten aufgestellt sind: Wie berücksichtigt der Betrieb mögliche Verschmut- zungen der Salatköpfe und werden sie bei der Rei- nigung und Zubereitung sicher entfernt? Wie und vor allem wie häufig werden Maschinen und Mes- ser kontrolliert um sicherzustellen, dass von die- 9

Mg, O, and H isotope composition and Mg concentration of monthly precipitation of northwest Germany from 2014 to 2017

The data set consists of magnesium (Mg), oxygen (O), and hydrogen (H) isotope signatures and Mg concentrations of monthly collected precipitation and daily snow samples. Samples were collected between December 2014 and June 2017 in the village of Gevelsberg (NW Germany, 51.32°N, 7.32°E) at 206 m above sea level. Rainwater was collected daily using a funnel connected to a 5 liter PET canister. The collected water was transferred into a second canister to store the monthly sample. Snow samples were separately collected on the days of snowfall in ca. 5 m distance to the rainwater collection site using 500 ml PET bottles. The full snow thickness was sampled using a small scoop. All collected monthly and daily snow samples were filtered using 0.45µm cellulose-acetate filters (Sartorius) and stored in a fridge. Subsequent analysis of rain and snow samples include Mg concentration analysis using an ICP-OES (iCAP 6500 DUO, Thermo Fisher Scientific) and Magnesium isotope composition analysis using an MC-ICP-MS Neptune (Thermo Fisher Scientific) at the Ruhr-University Bochum, Germany. Oxygen and hydrogen isotope composition was determined using cavity ring-down spectrometry (L2140i, Picarro) at Innsbruck University, Austria.

Entdeckung des ersten kunststoffabbauenden Bakteriums

Ein Forschungsteam aus Japan beschreibt in der Ausgabe vom 11. März 2016 der Zeitschrift Science den ersten bekannten Mikroorganismus, der in der Lage ist, den Kunststoff PET abzubauen und komplett stofflich zu verwerten. Das japanische Forscherteam aus Kyoto, Yokohama und Yamaguchi hat in Proben aus einer Recyclingstation für PET-Flaschen ein bislang einzigartiges Bakterium (Ideonella sakaiensis) in einem Konsortium mehrerer Mikroorganismen identifiziert, das in der Lage ist, PET-Kunststoff zu verwerten.

3D-Druck aus Verpackungsmüll 3D-Druck aus Verpackungsmüll

Beim Catering auf Langstreckenflügen fällt eine große Menge an Verpackungsmüll an, welcher nach der Landung am Flughafen entsorgt werden muss. Die Fluglinie KLM Royal Dutch Airlines recycelt nun die anfallenden leeren PET-Flaschen, um diese in einem 3D-Druckprozess zu Werkzeugen für die Reparatur der Flugzeuge zu verarbeiten. Bisher kaufte die Fluglinie das zum 3D-Drucken benötigte Filament von externen Lieferanten ein. Nun werden die Tonnen an Kunststoffflaschen, die jedes Jahr am Amsterdamer Flughafen Schiphol anfallen an ein Recyclingunternehmen geliefert, welches daraus hochwertige Kunststoffpellets herstellt. Diese sind das Hauptmaterial für das 3D-Druck-Filament. Seit geraumer Zeit setzt das Unternehmen 3D-Drucker bei Reparatur und Wartung ein, um diese Prozesse zu beschleunigen. Beispielsweise werden beim Lackieren der Flugzeuge des Typs Boeing 737 spezielle 3D-gedruckte Stopfen eingesetzt, die verhindern, dass die Felgenlöcher überlackiert werden. Durch den Einsatz von Kunststoffpellets aus recyceltem PET konnten die Kosten für das 3D-Druck-Filament von 60 €/kg auf 17 €/kg reduziert werden. Bis 2030 will die Fluggesellschaft das Abfallaufkommen um 50 % gegenüber dem Jahr 2011 reduzieren. Dafür soll sowohl weniger Abfall produziert, als auch die Recyclingquote erhöht werden. Im Jahr 2018 konnte KLM das Abfallaufkommen bereits um 9 % senken und 28 % des anfallenden Abfalls rezyklieren.

1 2 3 4 5