Das Projekt DICES analysiert und entwickelt für kleine Inselstaaten (SIDS) Optionen der lokalen Implementierung von Küstenschutzstrategien als notwendige Anpassungsmaßnahmen im Zuge des projektierten Meeresspiegelanstiegs in ihrer ganzen gesellschaftlichen Breite. In Kooperation zwischen Küsteningenieuren, Umweltökonomen und Integrativen Geographen werden kommunales Handeln (societal action) in seiner kulturellen Rahmung untersucht, potentiell einsetzbare 'low-regret'- Strategien im Küstenschutz ermittelt und die Bereitschaft des bürgerlichen Engagements vor Ort an ausgewählten Fallstudien analysiert. Formelle und informelle Institutionen spielen bei der aktiven Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen eine genauso wichtige Rolle wie die Bereitschaft der betroffenen Küstengemeinden, sich an alternativen, lokalen Konzepten und darauf fußenden möglichen infrastrukturellen Vorkehrungen zum Küstenschutz zu beteiligen. Daher wird ein besonderer Fokus auf den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen (political reaction) liegen, unter denen Klimaanpassungsmaßnahmen überhaupt wahrgenommen und ergriffen werden können. Das Projekt verbindet auf methodischer und auf inhaltlicher Ebene die aktuelle Diskussion über einen klimawandelbedingten bzw. relativen Anstieg des Meeresspiegels und seine Auswirkungen auf lokaler Ebene mit der Diskussion über Handeln vor Ort als lokale Anpassungsstrategie an global bedingte Veränderungsprozesse. Im Rahmen der Untersuchung von zwei unterschiedlichen kleinen Inselstaaten werden existierende Governance-Strukturen analysiert und mit potentiellen, auf Basis probabilistischer Ansätze entwickelten Handlungsoptionen abgeglichen. Die Fallstudie Malediven wird dabei stellvertretend für einen eher top-down induzierten Governance-Ansatz untersucht, während Papua-Neuguinea mit seiner spezifischen politischen und gesellschaftlichen Organisation für den entgegen gesetzten, vornehmlichen bottom-up Ansatz des bürgerlichen Engagements steht. Die eingesetzte methodische Bandbreite reicht von Haushaltsbefragungen, Choice- und Feldexperimenten über numerische Modellierungen bis hin zu Fokusgruppen-Diskussionen mit Schlüsselpersonen (policy entrepreneurs) des Küstenschutzes. Die unterschiedlichen methodischen Instrumentarien werden integrativ entwickelt und weitgehend parallel in beiden Fallstudien eingesetzt. In der Synthesephase des Projektes werden die Ergebnisse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht und die interdisziplinäre Verschränkung des eingesetzten Methodenkanons kritisch evaluiert. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur fallstudienorientierten Analyse von Hemmnissen und Potentialen zum Umgang mit dem Meeresspiegelanstieg als eine Art lokale Bewältigungsstrategie. Die gewonnenen Ergebnisse werden auf ihre Übertragbarkeit hin überprüft und für die internationale SIDS Diskussion fruchtbar gemacht.
Im Rahmen der Untersuchung des geologisch jungen Tabar-Lihir-Fenis Inselbogens auf submarine epithermale Lagerstaettenbildung (EDISON PACIFIC) wurden in diesem Teilprojekt wasserchemische Arbeiten an Bord FS SONNE durchgefuehrt. Vorrangige Aufgabe war die Prospektion hydrothermaler Austritte ueber die Bestimmung der Gehalte an Methan und anderen leichtfluechtigen Kohlenwasserstoffen im Meerwasser. Zur Charakterisierung der hydrothermal beeinflussten Waesser wurden ozeanographische Profile (Temperatur, Druck, Lichtdurchlaessigkeit, Sauerstoffgehalt) aufgenommen. Zusaetzlich wurden Proben fuer die Analyse der Konzentration der Heliumisotope und der Kohlenstoffisotope des geloesten Methans gewonnen. Die Ergebnisse dieser Analysen erlauben den Charakter der hydrothermalen Exhalationen zu beschreiben. Ausgepraegte Anreicherungen an im Meerwasser geloestem Methan wurden im Arbeitsgebiet bei Lihir festgestellt, die in der Naehe des Edison Seamounts 473 nL/L erreichen. Die dadurch angezeigte hydrothermale Aktivitaet wurde durch Beobachtungen ausgedehnter Ventfaunen bestaetigt. In der Hafenbucht von Lihir wurden generell extrem hohe Methangehalte gemessen; sie betrugen im Oberflaechenwasser bis ueber 3000 nL/L und zeigen, dass in diesem Gebiet erhebliche Methanquellen bestehen. Analysen der atmosphaerischen Methankonzentrationen ergaben hier deutlich erhoehte Werte. Die auf Tanga und Feni direkt beprobten Hydrothermalwaesser wiesen Methankonzentrationen von bis 3090 bzw. ueber 6100 nL/L auf. Danach treten auch in diesem Gebieten methanangereicherte, hydrothermale Loesungen aus.
Die Europäische Kommission greift im Kampf gegen die illegale Fischerei härter durch und warnt die Philippinen und Papua-Neuguinea, dass sie als Länder eingestuft werden könnten, die die Kommission bei der Bekämpfung der illegalen, ungemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Fischerei) als nichtkooperativ betrachtet. Der Beschluss vom 6. Juni 2014 unterstreicht, dass diese Länder die illegale Fischerei nicht ausreichend bekämpfen. Es werden konkrete Mängel – wie das Fehlen eines abschreckenden Sanktionssystems für die IUU-Fischerei oder fehlende Maßnahmen zur Behebung von Schwachstellen bei der Überwachung und Kontrolle von Fischereitätigkeiten - aufgezeigt.
Im Norden Papua Neuguineas, in der Region YUS auf der Huon-Halbinsel, wurde das erste offizielle Schutzgebiet mit einer Fläche von 76.000 ha geschaffen. Die Abkürzung YUS steht für die drei Hauptflüsse in der Region – Yupno, Urawa und Som. Es gilt als erste "Conservation Area", bei der sich Naturschutz und ländliche Entwicklung verbinden sollen und gilt damit als Modell für den Aufbau weiterer Conservation Areas in Papua Neuguinea.
Es wird der von Einfluss von CO2-Austritten auf das Habitat, die biogeochemischen Prozesse und die mikrobielle Diversität untersucht. Da Lebensformen, Gemeinschaftsstrukturen und ihr Funktionieren adaptiv sein können, sind Feldarbeiten an natürlichen CO2-reichen Habitaten essentiell. Die Versauerung des Meerwassers durch CO2 wird von einer Vielzahl chemischer Veränderungen, wie z.B. höheren Konzentrationen von Spurenelementen und Nährstoffen, begleitet. Wir werden wichtige mikrobielle Prozesse, vor allem Primärproduktion, Sauerstoff- und Sulfatreduktion und Stickstoff-Fixierung im Sediment, in Biofilmen und in der Wassersäule entlang eines CO2-Gradienten untersuchen. Weiterhin erforschen wir die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Küstenbewohner. Während zweier Ausfahrten zu CO2-Quellen in Papua-Neu Guinea werden ständig Messungen und Probennahmen vorgenommen. Die physikalisch-chemische Dynamik wird in situ mit Mikro- und Makrosensoren gemessen. Zudem werden Daten-Logger für Hydrodynamik, Temperatur, Licht, Sauerstoff, pH und pCO2 eingesetzt. Die Proben werden auf Nährstoffe und Metalle hin untersucht. Mikrobielle Prozessraten werden mit stabilen Isotopen, Mikrosensoren und optischen Verfahren untersucht. Mittels nanoSIMS wird der Einbau von stabilen Isotopen auf Zellebene analysiert, welches gleichzeitig eine Artbestimmung (mittels HISH) erlaubt. Außerdem wird die mikrobielle Diversität mittels DNA-Analysen untersucht. Der Effekt der Ozeanversauerung auf die mikrobielle Diversität wird durch statistische Methoden berechnet und mit den entsprechenden mikrobiellen Prozessraten in Verbindung gebracht. Experten der Umweltökonomie werden während der Ausfahrten untersuchen, in wie weit die Zukunftserwartungen der lokalen Bevölkerung durch die Abnahme der Biodiversität beeinflusst wird.
Es wird beabsichtigt, neue Daten aus kritischen Wassermassenstockwerken des westlichen Pazifiks zu gewinnen, die es uns ermöglichen, die eiszeitliche 'Tiefenwasser-Reservoir'-Hypothese zu testen (EISPAC). Zusätzlich werden zwei Stationen, die im IODP-Vollantrag 799 (Paleoceanographic records of the Western Pacific Warm Pool variability) als Bohrlokationen vorgeschlagen worden sind, seismisch vermessen (SIODP). Weiterhin gilt es zu klären, ob die gegenwärtigen Prozesse, die den hydrologischen Kreislauf im Bereich des westlichen äquatorialen Pazifiks steuern, auch in der Vergangenheit das regionale Klima gesteuert haben und wie sie sich unter wechselnden Randbedingungen verändert haben (WESTWIND). Es sollen an 6 Stationen in Wassertiefen von 800m bis größer als 4000 m östlich vor Mindanao Multicorer, Schwerelot und Kranzwasserschöpfer eingesetzt werden, um hochauflösende Sediment- und Wasserproben zu gewinnen und untersuchen (EISPAC). Es sollen zwei vorgeschlagene IODP-Bohrlokationen südlich vor Mindanao und nördlich von Papua-Neuguinea seismisch (Multi-channel Seismik) vermessen werden (SIODP). Es sollen an 8 Stationen nördlich von Papua-Neuguinea, nördlich und südlich von Irian Jaya und östlich von Mindanao die Wassersäule und die Sedimente hochauflösend beprobt und untersucht werden (WESTWIND).
Im Rahmen dieses Antrages möchten wir eine Kooperation zwischen Forschern von NIWA und GNS Science (Neuseeland) sowie GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Deutschland) im Bereich des Themenfeldes Marine Gefahren Abschätzung mit dem Schwerpunkt Hangrutschungen aufbauen. Submarine Hangrutschungen können Infrastruktur auf dem Meeresboden zerstören (z.B. Kabel, Plattformen) und destruktive Tsunamis auslösen (z.B. in Papua-Neuguinea im Jahr 1998 mit 2000 Todesopfern). Die anfängliche Zusammenarbeit soll dazu beitragen, das Gefährdungspotential von Hangrutschungen und damit assoziierter Tsunamis im Cook Strait Canyon vor Neuseeland zu quantifizieren. Der Cook Strait Canyon kann als Fallbeispiel für andere hoch-energetische Canyon-Systeme verwendet werden. Während eines Workshops in Neuseeland (15. - 20. November 2012) soll diskutiert werden, welche Techniken für diese Fragestellung geeignet bzw. benötigt werden. Während des Workshops soll ein erster Entwurf eines Antrages für eine Forschungsfahrt in der Cook Straße erstellt werden. Dieser Entwurf soll während eines Gegenbesuches der neuseeländischen Kooperationspartner in März 2013 fertig gestellt werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 16 |
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|---|---|
| Ereignis | 2 |
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| Text | 1 |
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