API src

Found 173 results.

Related terms

Zeitliche und räumliche Dynamik der Mutationslast des Antarktischen Prädatoren Arctocephalus gazella

Die Resilienz natürlicher Populationen gegen Umweltveränderungen wird von der Menge schädlicher Mutationen in der Population, d.h. ihrer Mutationslast bestimmt. Deren Fitnesseffekt hängt vom Selektionsdruck und der Populationsgröße ab, welche beide in Raum und Zeit veränderlich sind. Auswirkungen dieser Dynamik auf die Mutationslast sind wenig erforscht, was unser Verständnis der Gefährdung von Arten durch Umweltveränderungen behindert. Drastische Reduzierungen der Populationsgröße führen zu Inzucht, was die Mutationslast stärker exponiert und selektiv wirksam macht. Dies verursacht eine Fitness-Reduktion betroffener Individuen, ermöglicht aber auch eine Entfernung schädlicher Mutationen durch Purging, was die Mutationslast langfristig verringern kann. Folglich hat Übernutzung in der Vergangenheit die Mutationslast vieler Arten beeinflusst, vor allem in der Antarktis, wo Robben- und Walfang große ökologische Auswirkungen hatten. In meinem Projekt plane ich durch Genomsequenzierung räumliche und zeitliche Dynamiken der Mutationslast in Antarktischen Pelzrobben zu erforschen. Dabei verfolge ich drei komplementäre Ziele. Erstens werde ich räumliche Dynamiken der Mutationslast durch den Vergleich von sechs Populationen mit unterschiedlicher effektiver Populationsgröße und Geschichte untersuchen. Erkenntnisse zur Mutationslast dieser Populationen liefern Aufschluss über deren Gefährdung durch Umweltveränderungen. Zweitens werde ich Langzeit-Dynamiken der Mutationslast durch eine Quantifizierung von Purging zu verschiedenen Zeitpunkten der Populationsgeschichte analysieren. Ein Vergleich von Regionen innerhalb des Genoms welche vor, während und nach dem durch Robbenjagd verursachten Flaschenhals von Inzucht betroffen waren, wird über das genetische Erbe dieses Eingriffes aufklären. Schließlich werde ich kurzfristige Dynamiken der Mutationslast untersuchen, indem ich den Umwelteinfluss auf die Mutationslast einer rückläufigen Population in Südgeorgien analysieren werde. Dort hat sich der Selektionsdruck auf die Robben durch den von Erwärmung getriebenen Rückgang des Antarktischen Krills erhöht. Eine einzigartige, vier Jahrzehnte umfassende Langzeitstudie erlaubt hier die Erforschung des Zusammenhangs der Mutationslast und dem Fitnessmerkmal „Rekrutierungs-Erfolg“. Dies kann zeigen, ob aktuelle Umweltveränderungen die Mutationslast durch Purging verringern, was für die Beständigkeit der Populationen relevant ist. Mein Projekt kombiniert hochauflösende genomische Verfahren mit einem herausragenden Untersuchungssystem und verspricht neue Erkenntnisse zur Beständigkeit eines antarktischen Prädatoren. Diese sind essentiell für das Verständnis der Resilienz des Ökosystems des Südpolarmeeres. Durch die Einführung moderner genomischer Methoden in ein polares Modellsystem werde ich zum SPP beitragen können, zudem werde ich mich durch Kollaborationen und das Ausrichten eines Workshops zu reproduzierbarem coding in die breitere SPP-Gemeinschaft integrieren.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1158: Antarctic Research with Comparable Investigations in Arctic Sea Ice Areas; Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten, Wirts-Mikroben Interaktionen in einer sich veränderten Welt: Steuergrössen für das Darmmikrobiom von Robben in der Antarktis und Konsequenzen für die Fitness der Tiere

Wirbeltiere sind mit einer großen Zahl von Mikroorganismen assoziiert. Diese mikrobiellen Gemeinschaften tragen um Größenordnungen mehr Gene als ihre Wirte und erfüllen Funktionen, die im Genom des Wirts nicht kodiert sind. Der Magen-Darmtrakt zeichnet sich durch ein sehr diverses Mikrobiom aus. Beim Menschen wird eine verminderte mikrobielle Vielfalt im Darm mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, darunter Autoimmunerkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit. Über die Beziehung zwischen Darmmikroben und Gesundheit in wild lebenden Wirbeltierpopulationen ist jedoch nur wenig bekannt, da dort eine höhere genetische Variation und eine ausgeprägte Umweltheterogenität die Auswirkungen des Darmmikrobioms auf den Wirt modulieren oder sogar überlagern können. Diese große Lücke in unserem Wissen über die Wechselwirkungen zwischen Wirt und Mikrobiom behindert unser Verständnis von Widerstandsfähigkeit und Anpassung von wild lebenden Tieren an den Klimawandel. In diesem Projekt untersuchen wir die antarktischen Pelzrobben und wollen verstehen wie sich Veränderungen im Darmmikrobiom der Tiere auf die Fitness von unterschiedlichen Wildpopulation auswirken. Als Steuergröße wird das verringerte Nahrungsangebot für einige Wildpopulationen genutzt, dass sich durch den Klimawandel in manchen Regionen der Antarktis ergeben hat. Entsprechend untersuchen wir zwei interagierende Umweltstressoren - Nahrungsbeschränkung und soziale Dichte. Das Projekt konzentriert sich auf das kritische Entwicklungszeitfenster zwischen der Geburt und der Ernährungsunabhängigkeit und wird die Auswirkungen wichtiger intrinsischer und extrinsischer Faktoren auf das Darmmikrobiom und sein Zusammenspiel mit mehreren fitnessrelevanten Phänotypen wie Wachstum, Überleben, Stresshormonspiegel, Immunfunktion und Genexpression aufklären. Darüber hinaus wird ein kürzlich entwickelter Einzelnukleotid-Polymorphismus-Array eine robuste Bewertung der modulierenden Auswirkungen des Wirtsgenotyps ermöglichen, einschließlich der vererbbaren genetischen Variation und der genetischen Qualität, ausgedrückt als Inzucht und immunogenetische Vielfalt. Wir stellen die Hypothese auf, dass eine geringere Nahrungsverfügbarkeit die mikrobielle Vielfalt im Darm verringert und die Prävalenz mukolytischer und proinflammatorischer Taxa erhöht, was sich negativ auf die Fitness des Wirts auswirkt. Diese Auswirkungen könnten bei Individuen mit schlechter genetischer Qualität besonders ausgeprägt sein, da diese weniger effektiv in der Lage sind, schädliche Mikroben zu bekämpfen, und dies auch unter stressigen Bedingungen mit hoher Dichte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die Kombination von phänotypische Parametern der Individuen mit mikrobiellen Daten, erstmals mechanistische Einblicke in die Wirts-Mikroben-Interaktionen einer Wildtierart möglich werden, was Vorhersagen über langfristige Populationstrends und das Management des empfindlichen Ökosystems des Südlichen Ozeans ermöglicht.

Felsenpinguine als Zeiger für Ökosystemwandel im subantarktischen Südpolarmeer

In marinen Lebensräumen können Seevögel als wertvolle Indikatoren für Nahrungsressourcen und die Produktivität des marinen Ökosystems dienen. Studien zeigen deutliche Veränderungen in marinen Ökosystemen, und eine Art, die auf solche Veränderungen empfindlich reagiert, ist der Südliche Felsenpinguin Eudyptes chrysocome (IUCN-Kategorie gefährdet). Analysen neuerer und historischer Daten deuten darauf hin, dass Felsenschreibepinguine in einem sich erwärmenden Ozean schlechter überleben und sich vermehren und dass der Klimawandel sie in mehreren Phasen der Brut- und Nicht-Brutsaison beeinflussen kann. Mehr als ein Drittel der Gesamtpopulation dieser Art brütet auf den Falklandinseln, wo die Populationen besonders stark zurückgehen, und unsere früheren Studien (2006-2011) hier haben auf reduzierte Überlebenswahrscheinlichkeiten unter zunehmend warmen Meerestemperaturen und leichtere Eier unter wärmeren Umweltbedingungen hingewiesen. Die zugrunde liegenden Ursachen für diese Veränderungen sind jedoch noch wenig bekannt. Das vorliegende Projekt knüpft an frühere Studien an, aber wir werden neu verfügbare Technologien anwenden, nämlich viel kleinere GPS-Beschleunigungs-Datenlogger, um die noch unbekannten Phasen der Brutzeit und die für die Futtersuche verwendete Energie zu untersuchen, und Analysemethoden aus dem Machine Learning („künstliche Intelligenz“) und der Energielandschaften-Modellierung. Komponentenspezifische stabile Isotopenanalysen und Metabarcodierung von Kotproben werden zudem eingesetzt, um die Ernährung während der verschiedenen Phasen des Brutzyklus zu untersuchen. Wir werden auch Zeitrafferkameras einsetzen und über "Penguin watch" - ein Toolkit zur Extraktion großflächiger Daten aus Kamerabildern und zur Einbeziehung der Öffentlichkeit - bürgernahe Wissenschaft betreiben. Insgesamt wollen wir verstehen, warum Südliche Felsenpinguine eine besonders empfindliche Art bei sich erwärmenden Meeresbedingungen sind.

Populationsmodell des Auerhuhns in den Schweizer Alpen: Grundlagen für den Artenschutz

Das Auerhuhn ist eine stark gefährdete Brutvogelart der Schweiz. Veränderungen in der Zusammensetzung und Nutzung des Waldes haben dazu geführt, dass sich die Bestände dieses Raufusshuhns in den letzten drei Jahrzehnten halbiert haben. Deshalb sollen die Lebensraumansprüche des attraktiven Waldvogels vermehrt in der Planung und Umsetzung von Waldreservaten und der Bewirtschaftung von Wäldern der höheren Lagen berücksichtigt werden. Auf der kleinen räumlichen Ebene sind die Habitatsansprüche der Art durch Untersuchungen in West- und Mitteleuropa (Storch 1993, 2002, Schroth 1994) und Skandinavien relativ gut bekannt. Dagegen werden die Populationsprozesse auf der Ebene der Landschaft erst in Ansätzen verstanden (Sjöberg 1996, Kurki 2000). Entsprechend konnte man die Bestandsrückgänge in den meisten Gebieten Europas noch nicht stoppen, da einerseits genauere Kenntnisse über das Zusammenspiel und die relative Bedeutung der einzelnen Faktoren fehlen (Habitatqualität, Störungen, Prädatoren, Witterung-Klima, Huftierkonkurrenz), und andererseits noch nicht versucht wurde, die Bestandsentwicklung im grossen landschaftlichen Massstab als Metapopulationsdynamik zu verstehen. Es ist das primäre Ziel dieses Projekts, ein räumlich explizites Metapopulationsmodell des Auerhuhns für einen grossen Landschaftsausschnitt der Schweizer Alpen zu erarbeiten. Dabei sollen die erwähnten Einflussfaktoren möglichst umfassend berücksichtigt werden. Die Arbeit soll modellhaft zeigen, dass für das Verständnis von Populationsvorgängen von raumbeanspruchenden Wildtierarten eine Analyse und Bewertung von lokal bis überregional wirksamen Einflussfaktoren notwendig sind. Die Ergebnisse sollen zudem als konzeptionelle Grundlage für den Nationalen Aktionsplan Auerhuhn und für regionale Artenförderungsprojekte dienen. Folgende Fragen und Themen sind für das Projekt von zentraler Bedeutung: Wie gross ist das landschaftsökologische Lebensraumpotenzial für das Auerhuhn in den Alpen, wie ist es räumlich verteilt? Wie verteilen sich die lokalen Auerhuhnpopulationen in diesen Potenzialgebieten? Wie gross sind die Bestände? Welche Faktoren beeinflussen den Status von Lokal- und Regionalpopulationen? Welche Populationen haben abgenommen oder sind verschwunden, welche sind stabil (Source-Sink-Mechanismen)? Zwischen welchen räumlich getrennten Populationen besteht ein Austausch? Welche Landschaftselemente wirken als Barrieren? Entwickeln einer nicht-invasiven Methode für die genetische Differenzierung von Populationen, sowie für Bestandsschätzungen und Monitoring.

BioDivProtect: Management nachhaltiger Seeigelfischerei und Schutz von Meereswäldern (MUrFor) - Datenkoordination und Projektmanagement

Schwerpunktprogramm (SPP) 1158: Antarctic Research with Comparable Investigations in Arctic Sea Ice Areas; Bereich Infrastruktur - Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten, Genomische Analyse zu Einflüssen des Klimawandels auf eine abnehmende Seebärenpopulation in der Antarktis

Ein rascher Klimawandel in der Antarktis wird starken Selektionsdruck auf fitnessrelevante Merkmale ausüben. Jedoch haben nur wenige empirische Studien bisher diesen veränderten Selektionsdruck im Zuge des Klimawandels sowie dessen demographische Konsequenzen quantifiziert. Außerdem haben sich die meisten Untersuchungen bislang auf additive genetische Effekte (z.B. Allelfrequenzänderungen) fokussiert. Es ist aber mittlerweile klar, dass auch Heterozygotie einen entscheidenden Beitrag individuellen Fitness hat, und dadurch auch auf das Wachstum der gesamten Population und damit deren Aussterbenswahrscheinlichkeit.Eine exzellente Gelegenheit die genetischen und phänotypischen Auswirkungen eines vom Klimawandel veränderten Selektionsdrucks zu untersuchen bietet unsere Langzeitstudie von Antarktischen Seebären im Südpolarmeer. Wir haben kürzlich gezeigt, dass die Anzahl der Seebärenmütter seit 1980 um 25% zurückgegangen ist, und dass gleichzeitig das Geburtsgewicht der Jungen sich um 8% reduziert hat. Beides scheint außerdem auf den Rückgang der Antarktischen Krillbestände zurückgeführt werden zu können. Interessanterweise hat auch die Heterozygotie der adulten Weibchen um 17% zugenommen, was durch einen verstärkten Selektionsdruck auf Jungtiere mit geringer Heterozygotie erklärt werden kann. In dieser Studie haben wir jedoch nur neun Mikrosatellitenmarker verwendet, wodurch der zugrundeliegende Mechanismus unklar bleibt. Haben diese genetischen Marker den Grad der Inzucht der Individuen gemessen oder waren sie nur zufällig an fitnessrelevante Gene gekoppelt? Das zu untersuchen und die beteiligten Gene zu identifizieren ist sowohl wichtig um die Art der Selektion zu verstehen, als auch deren evolutionäre Dynamik in einem sich rasch verändernden Habitat.Wir haben vor, 576 Individuen aus drei Jahrzenten der Langzeitstudie genotypisieren. Der resultierende Datensatz wird aus über 80,000 genomweiten Einzelnukleotidpolymorphismen bestehen und klären, ob Inzuchtdepression zur Variation in individueller Fitness beiträgt. Zudem werden wir verschiedene komplementäre Ansätze verwenden, um die Bedeutung bestimmter genomischer Abschnitte zu untersuchen, sowie möglicherweise die Bedeutung von Kandidatengenen. Schlussendlich werden wir tiefer in die Frage eintauchen, ob Heterozygotie mit der Gewichtszunahme von Seebärenjungen korreliert ist und damit einen der wichtigen Bausteine der Fitness von Jungtieren darstellt. Dieses Projekt wird damit in einzigartiger Weise tiefe Einsichten in die Folgen des Klimawandels für einen Antarktischen Top-Prädator liefern.

Fischotter - Flyer

Ein Comeback auf leisen Pfoten [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] VERBUNDPROJEKT OTTERLAND Das Fischotterprojekt in Rheinland-Pfalz ist Teil des BfN-Verbund­projekts „Deutschland wieder Otterland“. Insgesamt 9 Modellregionen werden Maßnahmen zur regionalen Reduktion von Gefährdungen und Beeinträch- tigungen identifizieren und umsetzen. Das übergeordnete Ziel ist die natürliche Wiederausbreitung des Fischotters in Deutschland in südwestlicher Richtung zu begleiten und, wo möglich, den Erhaltungszustand der Populationen durch die Wiedervernetzung von Gewässerlandschaften zu verbessern. Die Stiftung Natur und Umwelt (SNU) koordiniert und verantwortet die Umsetzung in Rheinland-Pfalz. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) leitet das Verbundprojekt und fungiert als Ansprechpartner für die teilnehmenden Modellregionen, unterstützt vom Helmholtz-Zentrum für Umwelt­forschung (UFZ). STIFTUNG NATUR UND UMWELT RHEINLAND-PFALZ Diether-von-Isenburg-Str. 7 55116 Mainz Tel. 06131 165070 www.snu.rlp.de OTTERLAND ­RHEINLAND-PFALZ? ERWARTUNGSGEBIET MIT CHANCE Gestaltung + Grafiken: igreen/Jonathan Fieber Titelfoto: istock/Michael Cooper Fotos v. l. n. r.: istock/ViktorCap, igreen/Jonathan Fieber Dieses Faltblatt gibt die Auffassung und Meinung des Zu­wendungs­empfängers des ­Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen. STIFTUNG NATUR UND UMWELT RHEINLAND-PFALZ DER FISCHOTTER LUTRA LUTRA … ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher, der sich dank seiner An- passungen wie wasserabweisendem Fell und Schwimmhäuten effektiv im Wasser bewegt. Er ist vorwiegend nacht- aktiv und ernährt sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von k­ leineren Säuge- tieren und Insekten. Trotz ihres adaptiven Erfolgs führten Lebensraumverlust, Ver­schmutzung und Jagd zu signifikanten Populationsrückgängen. Dank gezielter Schutzmaßnahmen ist in einigen Gebieten eine positive Trendwende in der Popula- tionsentwicklung zu verzeichnen. GEWÄSSERLANDSCHAFTEN WIE FLÜSSE UND SEEN 5 – 7 cm 7 – 9 cm Fischotter Fakten Alter:bis zu 16 Jahre Größe:bis zu 1,2 m Gewicht:bis zu 12 kg Nahrung:Fische, Amphibien, Klein­säuger, Wirbellose, Schalentiere Verbreitung: europaweit Gefährdung: Straßenverkehr, Lebensraum- verlust, Fischerei WILDTIER DES JAHRES 2021 … sind entscheidend für Biodiversität und bieten ökologische Korridore für A ­ rten wie den Fischotter. Ihre Vernetzung er­möglicht die Wanderung zwischen Habitaten, was essentiell für Nahrungssuche, Fort- pflanzung und genetische Vielfalt ist. Die Schaffung und Erhaltung dieser Korridore in Rheinland-Pfalz können eine Rückkehr und langfristig bestehende Ottervor­ kommen in der Zukunft unterstützen. PROJEKTZIELE IN RLP Das Otter-Projekt in Rheinland-Pfalz verfolgt drei Hauptziele: • Die Sammlung, Ergänzung und ­ nalyse vorhandener Daten zur A Identi­fizierung von Wanderbarrieren • Die Kommunikation und Kooperation mit allen Interessengruppen, um einen breiten Konsens zu schaffen und langfristige Projekterfolge zu erzielen. • Die Entwicklung von Handlungs­ empfehlungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren, um potentielle Konflikte zu minimieren Fotos v. l. n. r.: istock/edevansuk, Otterspotter.de, igreen/Jonathan Fieber (2)

Spurensuche Gartenschläfer

Die Bestände des Gartenschläfers (Eliomys quercinus) sind in den letzten Jahrzehnten europaweit massiv zurückgegangen. Das Projekt zielt darauf ab, die Ursachen für den Bestandsrückgang zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um die Bestände des Gartenschläfers in einem großen Teil seines deutschen Verbreitungsgebietes zu sichern.

Denkanstöße 14 - Der Luchs in West- und Mitteleuropa

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] DER LUCHS IN WEST- UND ­MITTELEUROPA Denkanstöße 14 D 14 | Mai 2023 Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland,16. bis 19. Juni 2019 Die Denkanstöße basieren auf den Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland, 16. bis 19. Juni 2019. Diese wurden ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht in den CATnews Nr. 14 – Herbst 2021. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Übersetzung des Newsletters CATnews – Special Issue – The Eurasian lynx in Continental Europe. Herausgeber: Christine und Urs Breitenmoser. Co-Chairs IUCN / SSC, Cat ­Specialist Group, KORA, Stiftung KORA, Talgut-Zentrum 5, CH-3063 Ittigen CATnews ist der Newsletter der Cat Specialist Group, einer Sektion der Species Survival Commission SSC der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Die Bezeichnung der geografischen Einheiten in dieser Veröffentlichung und die Darstellung des Materials bedeuten nicht, dass dies der Meinung der IUCN über den rechtlichen Status eines Landes, eines Territoriums oder eines ­Gebiets oder seiner Behörden oder über die Abgrenzung oder Grenzen entspricht. Wir danken für die gute Kooperation! INHALT 1. Herausforderungen für die ­Erhaltung des Eurasischen ­Luchses in Kontinentaleuropa – eine Einführung4 2.Erhaltungszustand des Eura­sischen Luchses in West- und Mitteleuropa7 3.Erhaltung der nordosteuropäischen Tieflandpopulation des Eurasischen Luchses14 4.Erhaltungsbedarf der Luchs­population in den Karpaten 19 5.Balkanluchs und das „Balkan Lynx Recovery Programme“ 26 6.Herausforderungen bei der Erhaltung der böhmisch-bayerisch-öster­reichischen ­Luchspopulation  7. 31 Der Eurasische Luchs im Dinarischen Gebirge und in den südöstlichen ­Alpen und die Notwendigkeit einer Bestandsstärkung 35 8.Die Entwicklung der Harzer Luchs­population 41 9.Situation des Luchses im Juragebirge 48 10. Situation des Eurasischen Luchses in den Vogesen 56 11. Wiederansiedlung des E ­ urasischen Luchses im Pfälzerwald, ­Deutschland 62 12. Die Rückkehr des Luchses in den Nordwesten Polens 71 13. Schritte zu einer Luchspopulation im Schwarzwald? 74 14. Der Beitrag von Trittstein-­Ansiedlungen zur Verbesserung der Verbreitung des Luchses 76 15. SCALP: Monitoring des Eurasischen Luchses in den Alpen und darüber hinaus  82 16. Günstiger Erhaltungszustand und Management auf Populations­ebene – die böhmisch-bayerisch-öster­reichische Luchspopulation als Fallbeispiel  87 17. Grenzüberschreitende Zusammen­arbeit bei der Erhaltung des ­Luchses unter der Schirmherrschaft der Oberrheinkonferenz 91 18. Auswirkungen der Fragmentierung und Vernetzung von Luchs­habitaten auf die Populationsgenetik in K ­ ontinentaleuropa 94 19. EUROLYNX: Wissenschaftliche Zusammen­arbeit bei der Untersuchung der Bewegungsökologie des Eurasischen Luchses in seinem Verbreitungs­gebiet  99 20. Gesundheitsüberwachung im Wildtierschutz: Erfahrungen mit dem ­Eurasischen Luchs in der Schweiz 21. EAZA-Zuchtprogramme als Quelle für Luchswiederansiedlungen  105 124 22. Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa 127 3| URS BREITENMOSER1*, JOCHEN KREBÜHL2, CHRISTOPH HEIDER3 & CHRISTINE ­BREITENMOSER-WÜRSTEN4 1. HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE ­ERHALTUNG DES EURASISCHEN ­ LUCHSES IN KONTINENTALEUROPA – EINE EINFÜHRUNG Der Eurasische Luchs Lynx lynx besiedelte einst ganzGegenwärtig gibt es in Kontinentaleuropa drei kleine bis Kontinentaleuropa, wurde aber einerseits mit demmittelgroße autochthone und elf winzige bis kleine wieder- Rückgang der Wälder und des Wildtierbestandes undeingeführte Populationen, die sich auf 23 Länder verteilen andererseits dem menschlichen Bevölkerungswachstum,(von Arx et al. 2021). In den letzten Jahren wurden neue der Ausdehnung der Anbauflächen und der Zunahme derWiederansiedlungsprojekte initiiert (z. B. Idelberger et Viehbestände allmählich verdrängt. Die endgültige Aus-al. 2021, Tracz et al. 2021). Es wurden Anstrengungen rottung der Restpopulationen erfolgte im Laufe des 19.unternommen, um getrennte Populationen miteinander zu Jahrhunderts. Eine Ausnahme bildeten die Populationenverbinden (Molinari et al. 2021), und die genetische Sa- im nordosteuropäischen Tiefland, in den Karpaten undnierung früherer Wiederansiedlungspopulationen wurde im südlichen Dinarischen Gebirge, die alle in den spätendiskutiert und – in einem Fall (Fležar et al. 2021) – bereits 1940er Jahren ein Minimum erreichten, aber schließlichin Angriff genommen. Solche Projekte erfordern den Zu- überlebten (für einen Überblick über den historischengang zu geeigneten Ausgangstieren und den Transport Rückgang und die Originalliteratur siehe Breitenmoser &von umgesiedelten Luchsen über internationale Grenzen Breitenmoser-Würsten 2008). Die Wiederansiedlungspro-hinweg. Gemäß den IUCN-Leitlinien für Wiederansied- gramme begannen vor fast 50 Jahren; nicht ausschließ-lungen und andere Umsiedlungen zu Erhaltungszwecken lich, aber meistens mit Fundtieren aus der slowakischen(IUCN/SSC 2013), aber auch gemäß den EU- und/oder Population. Bis heute wurden Eurasische Luchse innationalen Rechtsvorschriften müssen für solche Er- Kontinentaleuropa in Frankreich, der Schweiz, Deutsch-haltungsmaßnahmen eine geeignete Ausgangspopulation land, Polen, der Tschechischen Republik, Italien, Öster-ermittelt, der Erhaltungszustand der Ausgangspopulation reich und Slowenien wieder angesiedelt (siehe Beiträge inbewertet und tierärztliche Gesundheitsvorkehrungen ge- dieser Sonderausgabe). Einige Wiederansiedlungsprojek-troffen werden, um die Übertragung von Krankheitserre- te scheiterten bereits in einem frühen Stadium, und allegern zu verhindern. Die „traditionellen“ Quellpopulationen neu entstandenen Populationen der Wiederansiedlungenin den Karpaten und vor allem in der Slowakei haben sind immer noch relativ klein, meist isoliert und weisenjedoch ihre eigenen Erhaltungsprobleme (Kubala et al. einen recht hohen Grad an Inzucht auf, unter anderem2021), was (erneut) die Diskussion über die Nutzung von aufgrund der begrenzten Anzahl von NachzuchttierenErhaltungszuchtprogrammen als Quelle für Wiederansied- (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008).lungen ausgelöst hat (Lengger et al. 2021). Letztendlich sollten diese jetzt isolierten Populationen alle zu wenigen 1 2 3 4 |4 IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz *Email: u.breitenmoser@kora.ch Stiftung Natur und Umwelt RLP, Mainz, Deutschland HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH, Siegburg, Deutschland IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz großen und lebensfähigen Metapopulationen zusammen-Die Ergebnisse des Symposiums sind in dieser Sonder- geführt werden, um die negativen Auswirkungen derausgabe zusammengefasst. Im Anschluss an die Be- Fragmentierung ihres Lebensraums abzumildern (Premierstandsaufnahme erarbeiteten die Teilnehmenden Empfeh- et al. 2021). Erschwerend kommt hinzu, dass Kontinen-lungen (Bonn Lynx Expert Group 2021), um den Schutz taleuropa drei phylogenetisch unterschiedliche Linien desdes Luchses in Kontinentaleuropa zu koordinieren. Die Eurasischen Luchses beherbergt, die als gültige Unter-Ergebnisse des Bonner Workshops wurden dem Sekreta- arten anerkannt sind (Kitchener et al. 2017). Ist also jederriat und dem Ständigen Ausschuss des Übereinkom- Luchs überall willkommen? Wie sollen wir Gebiete für diemens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Unterarten in denjenigen Regionen abgrenzen, in denenPflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume wir keine Informationen über die ursprünglichen Bewoh-(Berner Konvention) des Europarates vorgelegt, der am 6. ner haben?Dezember 2019 die Empfehlung Nr. 204 (Ständiger Aus- schuss 2019) verabschiedete. Diese ist mit den am Ende Diese Fragen und die komplexe Situation erfordern einedieses Sonderheftes vorgestellten Empfehlungen (Bonner einvernehmliche Strategie zum Schutz des EurasischenLuchsexpertengruppe 2021) deckungsgleich. Luchses, vereinbarte Standards und Protokolle, die die internationale und interregionale Zusammenarbeit erleich-Die geografische Bezeichnung ‚Kontinentaleuropa‘ be- tern, sowie gemeinsame Leitlinien und einen koordiniertenzieht sich im Kontext des vorliegenden Tagungsbandes Ansatz für den Erhalt des Luchses in Kontinentaleuropa.und der Empfehlungen auf das historische und aktuelle Aktuelle Herausforderungen sind z. B.Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses südlich der 1. die Abgrenzung von Erhaltungseinheiten, 2. die genetische Sanierung von Inzuchtpopulationen, 3. die Ausgangspopulationen für weitere Umsiedlungen, 4. die Vernetzung kleiner Populationen und 5. das Management von Luchspopulationen im Hinblick auf die Koexistenz mit Menschen. großen autochthonen Populationen in Fennoskandina- vien und Russland. Die Bonner Konferenz konzentrierte sich auf die biologischen und ökologischen Aspekte im Hinblick auf die Wiederherstellung lebensfähiger Meta- populationen des Luchses in dieser Region. Obwohl wir uns der Bedeutung der menschlichen Dimension eines solchen Unterfangens voll bewusst sind, konnten wir Vom 16. bis 19. Juni 2019 trafen sich rund 50 Luchsex-aus praktischen Gründen nicht auch die sozialwissen- pertinnen und -experten in Bonn (Abb. 1, Anhang I), umschaftlichen Aspekte der Luchserhaltung behandeln. Alle über den Erhalt des Eurasischen Luchses in Kontinental-Teilnehmenden waren sich jedoch einig, dass die Dis- europa zu diskutieren. Ziele des Workshops waren,kussionen in Bonn fortgesetzt werden sollten und dass in 1. den Erhaltungszustand der kontinentalen Luchspo- pulationen und die Durchführung von Projekten zur Erhaltung des Luchses zu überprüfen, 2. Empfehlungen für einen koordinierten langfristigen An- satz zur Wiederansiedlung und Erhaltung des Luchses in West- und Mitteleuropa zu diskutieren und 3. sich auf die Entwicklung von Standards und gemein- samen Protokollen für die praktische Erhaltungsarbeit zu einigen. Zukunft weitere Themen des Luchserhalts in Kontinental- europa behandelt werden müssen. Die Bonner Luchskonferenz wurde gemeinsam von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der Stiftung Natur und Umwelt (SNU) Rheinland-Pfalz, der IUCN SSC Cat Specialist Group und der Stiftung KORA organisiert. Finanzielle Unterstützung wurde großzügig von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der SNU, dem EU-Förderprogramm LIFE und dem Europarat (Berner Konvention) gewährt. 5|

Konsequenzen aus den nationalen Berichten 2013 und 2019 nach Art. 12 der Vogelschutz-RL und Analyse geeigneter Managementmaßnahmen und der Umsetzung in Vogelschutzgebieten

Im Jahr 2013 ist der nationale Bericht nach Art.12 der Vogelschutzrichtlinie nach einem neuen Berichtsformat erstellt und an die Europäische Kommission übermittelt worden. Die Berichtsinhalte enthalten erstmals auch Angaben zu Status und Trends der heimischen Vogelarten. Für die Triggerarten, die Anlass der Ausweisung der Vogelschutzgebiete waren, sind auch Daten zu Beeinträchtigungen und Gefährdungen, zur Abdeckung in Vogelschutzgebieten sowie zu Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen zusammengestellt worden. Im Jahr 2019 ist der nächste Vogelschutzbericht mit diesen Berichtsinhalten an die Europäische Kommission zu übermitteln. Aufbauend auf den Ergebnissen der Berichte von 2013 und 2019 und des begleitenden F+E-Vorhabens 'Zusammenstellung und Aufbereitung der Daten für den nationalen VSchRL-Bericht 2019' (FKZ 3517 81 0500) sollen die Management- und Schutzmaßnahmen für Vogelarten mit Schwerpunkt in den gemeldeten Vogelschutzgebieten analysiert werden, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes abzuleiten, insbesondere für Vogelarten mit abnehmenden Bestandstrends. Daher sollen im Projekt u. a. folgende Punkte bearbeitet werden: - Auswertung der Berichtsdaten von 2013 und 2019 zu Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen aus den Bundesländern und Vergleich der Ergebnisse - Ableitung weiterer / zusätzlicher Maßnahmen aus den ermittelten Ursachen der Bestandsrückgänge - Erarbeitung von Managementempfehlungen, die die maßgeblichen Ursachen der Bestandsrückgänge adressieren - Vergleichende Untersuchung zum Stand der Managementplanung und Umsetzung in den Bundesländern und Identifizierung von Best practice Beispielen.

1 2 3 4 516 17 18