Das Projekt "Untersuchungen zu umweltbedingten Erkrankungen bei Studierenden unter besonderer Beruecksichtigung ihrer Wohn- und Arbeitssituation" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bielefeld, AG2 Bevölkerungsmedizin und biomedizinische Grundlagen - Gesundheitslabor durchgeführt. Im Rahmen der an der Universitaet Bielefeld mit dem WS 96/97 beginnenden Gesundheitsberatung fuer Studierende wird vom Gesundheitslabor eine umweltorientierte Gesundheitsberatung angeboten. Die Beratung wird in Bezug auf umweltrelevante Erkrankungen mit dem Schwerpunkt indoor-Gifte evaluiert werden. In Hinsicht auf den durch indoor-Gifte vermutlich ausgeloesten Formenkreis von Erkrankungen, zu denen das Sick-building-Syndrom und das Multiple-chemical-sensitivity-Syndrom gerechnet werden, soll eine Population von betroffenen Studenten biomedizinisch (Spirometrie, Biomass-Index) und immunologisch-physiologisch (weisses Blutbild, Leukozytensubpopulation, Cotininbestimmung, Monooxidase-Aktivitaet, Stressfaktoren) sowie mit Hilfe des Biomonitorings im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht werden. Das Spektrum der moeglichen Ausloeserfaktoren dieser Erkrankungen soll auf sozio-oekonomische und psychische Faktoren unter Verwendung eines Fragebogens erweitert werden. Ziel des Projektes ist es, weitere Erkenntnisse ueber die Ursachen des Formenkreises Sick-building-Syndrom/Multiple-chemical-sensitivity-Syndrom zu gewinnen.
Das Projekt "Einfluss des Lärms auf psychische Erkrankungen des Menschen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Dresden, Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin durchgeführt. Aufgabenbeschreibung: Die Lärmwirkungsforschung konzentrierte sich bisher hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen von Geräuschen vor allem auf die körperlichen Wirkungen chronischer Geräuschbelastung (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen). Psychische Erkrankungen (z. B. unipolare Depressionen) wurden eher nachranging berücksichtigt. Die wenigen bisher bekannten Studien zeigen jedoch einen signifikanten Zusammenhang zwischen chronischer Geräuschbelastung und der unipolaren Depression. Diese ist beispielsweise das am stärksten repräsentierte Krankheitsbild der bedeutenden Lärmwirkungsstudie NORAH (Noise Related Annoyance, Health and Cognition). Da die bisherigen Studien mit Krankenkassendaten arbeiten, ist davon auszugehen, dass sie das tatsächliche Risiko, an Depressionen zu erkranken, unterschätzen. Des Weiteren ist zu vermuten, dass eine chronische Geräuschbelastung auch weitere psychische Störungsbilder beeinflusst. Hierzu gibt es bislang kaum fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Ziel des Forschungsvorhabens ist daher, den komplexen Wirkungszusammenhang zwischen chronischer Geräuschbelastung und psychischen Erkrankungen grundlegend zu untersuchen. Hierzu zählt einerseits die Erkenntnisse über unipolare Depression und den Wirkmechanismus von chronischer Geräuschbelastung auf die unipolare Depression zu vertiefen. Andererseits umfasst dies die Erweiterung des Forschungsspektrums der psychischen Erkrankungen durch die Untersuchung weiterer psychischer Störungsbilder.
Das Projekt "Handlungsempfehlungen für eine überzeugende Umweltberichterstattung: Nutzbarmachung von Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von ZEUS GmbH für angewandte Psychologie Umwelt- und Sozialforschung durchgeführt. a) Ausgangslage: Wie Menschen Informationen wahrnehmen und bewerten, wird maßgeblich von der Art der Präsentation, vom Kontext und den verwendeten Argumentationsmustern beeinflusst. Auch persönliche Einstellungen und das kognitive Schema der Rezipient/-innen spielen eine Rolle. Die Kapazitäten neue Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu bewerten sind dabei begrenzt. Für die Umweltberichterstattung stellt sich daher die Frage: Was ist entscheidend, damit Botschaften wahrgenommen und verstanden werden. Zielsetzung: Erkenntnisse der Kognitionspsychologie und Entscheidungstheorie haben bereits Eingang in eine Vielzahl von Wirtschafts- und Politikbereichen gefunden und sollen mit diesem Vorhaben für die Umweltberichterstattung nutzbar gemacht werden. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, damit umweltpolitischen Botschaften in Zukunft noch besser wahrgenommen und verstanden werden. Herangehensweise: Um der Forschungsfrage nachzugehen, soll im Vorhaben untersucht werden, inwieweit Erkenntnisse aus der Kognitionspsychologie und Entscheidungstheorie, etwa zur Sprache und visuellen Wahrnehmung, für die Umweltberichterstattung genutzt werden können. Dabei sollen unter anderem Überstrahlungseffekte (Halo-Effekt), assoziative Aktivierungen, Anker-Effekte und Verlustaversion berücksichtigt werden. b) Arbeitspakete und Output: 1) Spezifische Auswertung von Erkenntnissen aus der Wahrnehmungspsychologie, Kognitionspsychologie und Entscheidungstheorie für die Umweltberichterstattung 2) Analyse der bestehenden Umweltberichterstattung und Differenzierung (nach verschiedenen Zielgruppen und Produkten); 3) Entwicklung von allgemeinen Handlungsempfehlungen 4) Durchführung von Workshops und Reallaboren zur Kommunikation der Ergebnisse an andere Fachgebiete im UBA 5) Umsetzung der Ergebnisse für ausgewählte Beispiele (best practice). Produkte: Differenzierte Handlungsempfehlungen für die Umweltberichterstattung Umsetzung der Empfehlungen für ausgewählte Beispiele.
Das Projekt "Teilvorhaben Entwicklung von Konzepten zur Verringerung der physischen und psychischen Belastung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Ordinariat für Arbeitsmedizin, Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin durchgeführt. Ziel des Verbundes ist die Entwicklung und Erprobung einer tragfähigen Gesamtlösung für den Gesundheits- und Arbeitsschutz in der Offshore-Windindustrie, die erstmals die drei Komponenten Kompetenzentwicklung, Koordination und lernförderliche Unternehmenskultur integriert. Im Teilvorhaben werden Arbeits- und Gesundheitsanalysen auf Offshore-Windenergie-Anlagen durchgeführt. Ziel ist es, entsprechende physische und psychische Gefährdungen, Risiko- und Schutzfaktoren für die Gesundheit der Beschäftigten unter Einbezug von geschlechter- und lebensaltersspezifischen Aspekten zu ermitteln. Auf dieser Grundlage wird ein Konzept entwickelt, welches begründete Empfehlungen für nachhaltige, gesundheitsfördernde Maßnahmen und praktikable Lösungsmodelle zur Reduzierung der Arbeitsbelastungen sowie zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz darstellt. Das erste Arbeitspaket umfasst eine Literaturrecherche der aktuellen Daten über physische und psychische Gefährdungen, Risiko- und Schutzfaktoren sowie zum aktuellen Stand des Gesundheitsmanagements in der Offshore-Windenergiebranche. Im zweiten Arbeitspaket werden physische und psychische Gefährdungsbeurteilungen, Arbeits- und Gesundheitsanalysen in Form von Leitfrageninterviews, teilnehmenden Beobachtungen, Fragebogenerhebungen sowie arbeitsmedizinischen Untersuchungen entwickelt, durchgeführt und ausgewertet. Im dritten Arbeitspaket werden Lösungsmodelle sowie Handlungsempfehlungen unter Einbezug der Analyseergebnisse entwickelt und in ein Konzept zur Reduktion physischer und psychischer Arbeitsbelastungen auf Offshore-Windenergie-Anlagen integriert. Im vierten Arbeitspaket wird das Konzept in Aus- und Weiterbildungseinheiten der Verbundpartner zur Kompetenzentwicklung der Offshore-Mitarbeiter umgesetzt und evaluiert. Im fünften Arbeitspaket werden die Projektergebnisse veröffentlicht.
Das Projekt "DAS: Bildungsmodule für Kinder- und Jugendärzte/innen - gesundheitliche Folgen des Klimawandels" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Klinikum der Universität München - Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin durchgeführt. Klimawandelbedingte gesundheitliche Gefahren werden die Gesundheitssysteme zunehmend vor neue Herausforderungen stellen, wie hitzebedingte Gesundheitsprobleme, Allergien und Atemwegserkrankungen, Neuauftreten von (vektorübertragenen) Infektionskrankheiten, erhöhtes Hautkrebsrisiko aufgrund starker UV-Strahlung, Unfälle aufgrund von Extremwetterereignissen und infolgedessen psychische Belastungen. Kinder gelten dabei als spezielle Risikogruppe, welche in Deutschland überwiegend von Kinder- und Jugendärzten/Innen medizinisch betreut wird, inkl. auch präventivmedizinischer Maßnahmen. Im Rahmen des Projektes wird ein zielgruppenorientiertes Bildungsangebot als Blended-Learning-Angebot für Kinder- und Jugendärzte/Innen zur pilothaften Umsetzung entwickelt, welches sich an bereits etablierte ärztliche Fort- und Weiterbildungen anlehnt und in einem für die Zielgruppe gewohnten Umfeld mögliche gesundheitliche Folgen des Klimawandels thematisiert, Kenntnisse über gesundheitliche Folgen verbessert, nötige Fähigkeiten für neue Herausforderungen in Diagnostik, Therapie und Prävention schafft, sowie Aspekte des Klimaschutzes beinhaltet. Durch Kooperationen, z.B. mit der Bundesärztekammer besteht Unterstützung bei der Entwicklung sowie Anerkennung als ärztliche Fortbildung durch die Landesärztekammern. Die Module werden im Rahmen der Nachhaltigkeit als Fortbildungsangebot für Kinder- und Jugendärzte/Innen verstetigt und schließlich auf Fortbildungsangebot weiterer Fachgebiete übertragen.
Das Projekt "ERA-NET Wood Wisdom: Konkurenzfähige Materialien aus Holz für den Innenbereich und Systeme für moderne Holzkonstruktionen (Wood2New)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Holzforschung Austria - Österreichische Gesellschaft für Holzforschung durchgeführt. Das Projekt 'Konkurrenzfähige Materialien aus Holz für den Innenbereich und Systeme für moderne Holzkonstruktionen (Wood2New)' unterteilte sich neben der Projektkoordination und dissemination in sechs wesentliche AP e: AP1 beschäftigte sich mit relevanten Europäischen Rahmenbedingungen, AP2 mit speziellen Eigenschaften sowie der Haptik von Holzoberflächen, AP3 behandelte das Thema Innenraumluft und Wohlbefinden in Holzhäusern, AP4 widmete sich der subjektiven Wahrnehmung von Holz, in AP5 wurde die Anwendung von Holz im Innenraum mit Fokus auf Design untersucht, während AP6 die Kommerzialisierung und Vermarktung von Holzprodukten beinhaltete. Die Projektkoordination erfolgte durch Aalto University (Finnland), am Projekt waren Partner aus Belgien, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Österreich und Schweden beteiligt. Das österreichische Projektteam war vorrangig in den Bereichen Holzoberflächen sowie Innenraumluft und Befindlichkeit in Holzhäusern aktiv. Das Forschungsprogramm beinhaltete sowohl theoretische Ansätze als auch experimentelle Untersuchungen im Labor- und Realmaßstab. In unseren Breiten verbringt der Mensch den Großteil seiner Zeit in Innenräumen, was einen signifikanten Einfluss auf sein physisches und mentales Wohlbefinden hat. Besonders wichtig ist die Innenraumumgebung im Gesundheits- und Wohnbereich, die Nachfrage nach 'gesunden Häusern' steigt stetig. Der Einsatz wettbewerbsfähiger Materialien aus Holz in diesem Kontext war Gegenstand der durchgeführten Untersuchungen. Zu den konkreten Zielen zählte 1 die Identifikation von Potential und Grenzen bezüglich des Einsatzes von Holz im Innenraum 2 die Untersuchung positiver Effekte von Holz auf das menschliche Wohlbefinden 3 die Entwicklung von multifunktionellen Materialien, Designs und Systemen für Neubau und Renovierung in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung und Gesundheit. Die wichtigsten Projektergebnisse sind in folgender Auflistung zusammengefasst: Im Rahmen von AP1 erfolgte die Publikation eines Berichtes, der eine Zusammenstellung holzrelevanter, europäischer, gesetzlicher Regelungen für den Baubereich enthält. Im AP2 konnten neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Feuchtepufferkapazität und latenter Wärme verschiedener Holzarten gewonnen werden, zudem wurden die haptischen Eigenschaften verschiedenster Holzoberflächen erforscht. Im AP3 wurde die Innenraumluftqualität in neu errichteten, bewohnten Häusern in Holzbauweise evaluiert. Im Rahmen von AP4 wurde ein Forschungsbericht über die subjektive Wahrnehmung von Holz im Innenraum veröffentlicht, in dieser Studie wurden Fokusgruppen aus sechs europäischen Ländern berücksichtigt. Als Outcome von AP5 wurde basierend auf den erhaltenen Forschungsergebnissen ein Ideenbuch für die Verwendung von Holz in Nassräumen veröffentlicht, das 25 neu entwickelte Designs beinhaltet. In AP6 wurden Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Vermarktung von Holzprodukten im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfungskette ermittelt. (Text gekürzt)
Das Projekt "Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes bei Legehennen in Praxisbetrieben" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz durchgeführt. Legehennen in der Boden- und Freilandhaltung zeigen Verhaltensstörungen wie Kannibalismus und gegenseitiges Erdrücken. Die Ursachen der Verhaltensstörungen sind vielfältig und für den einzelnen Halter nicht beherrschbar. Einflußfaktoren für Kannibalismus, Federpicken, Erdrückungsverluste und andere Verhaltensstörungen in Legehennenbe sollen ermittelt, Empfehlungen zur Verbesserung des Tierschutzes mit dem Ziel des Verzichtes auf das Schnabelkupieren und andere tierschutzproblematische Maßnahmen in den Betrieben erstellt werden.
Das Projekt "Im Fluss: Förderung der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern in der Donauregion durch Wissenstransfer (SHARE)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Lüneburg, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Kompetenztandem Vernetzte Versorgung durchgeführt. Das Projekt 'Im Fluss: Förderung der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern in der Donauregion durch Wissenstransfer' (SHARE) hat das Ziel, ein interdisziplinäres Netzwerk zwischen Forschungseinrichtungen in Deutschland und in den Donauländern zum Thema psychische Gesundheit im Beruf aufzubauen. Mit der symeda GmbH wird dabei auch ein innovatives Kleinunternehmen (KMU) eingebunden, das die wissenschaftlichen Partner bei der technischen Umsetzung von Ideen zum Wissenstransfer in die Wirtschaft unterstützt. Durch die Entwicklung von Strategien, wie psychische Gesundheit von Arbeitnehmern in der Donauregion, insbesondere in KMU, gestärkt werden kann, soll die Basis für künftige gemeinsame Projekte gelegt werden, die die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Donauraum nachhaltig stärken. In der ersten Förderphase kommt es durch Workshops und Besuche des Projektkoordinators in den Donau-Partnerländern zu einer intensiven Vernetzung. In der zweiten Förderphase wird ein gemeinsames Projekt angebahnt. Geplant ist die Konzeptualisierung einer Plattform zur E-Wissensvermittlung zum Thema psychische Gesundheit für Unternehmen im Donauraum, vor allem für KMU.
Das Projekt "Teilprojekt: Chronobiologische Wirkungen künstlicher Beleuchtungen in der Nacht" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsgesellschaft für Arbeitsphysiologie und Arbeitsschutz e.V. - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) durchgeführt. Die urbane nächtliche Beleuchtung wirkt mutmaßlich auf die physiologischen Funktionen und auf die Gesundheit des Menschen. Als Folge der nächtlichen Beleuchtung werden u.a. eine erhöhte Inzidenz bösartiger Tumore und der Winterdepressionen sowie eine Zunahme von Schlafstörungen erwartet. Als Ursache hierfür werden partielle Suppressionen der Melatoninsynthese sowie eine Instabilität der zirkadianen Phasenlage vermutet. Das hier skizzierte Teilprojekt ist durch 3 Arbeitspakete strukturiert. In AP1 ist experimentell zu klären, ob urbane nächtliche Beleuchtungsszenarien schon eine partielle Hemmung der Melatoninsynthese und eine Instabilität der Phasenlage bewirken. Dabei sollen insbesondere zeitlich variierende Lichtszenarien berücksichtigt werden. In AP2 ist im Rahmen von Feldbeobachtungen zu prüfen, ob Änderungen nächtlicher Beleuchtungsszenarien das Schlafverhalten und die Cortisol-Aufwachreaktion beeinflussen. In AP3 sind basierend auf umfangreichen Literaturrecherchen zu ermitteln, welche weiteren gesundheitlichen Folgen möglich sind, und geeignete Forschungsansätze hierfür zu entwickeln.
Das Projekt "Numerische Simulation der Dynamik von Flüssigschlick (MudSim)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bundesanstalt für Wasserbau durchgeführt. Problemstellung und Ziel: In vielen Bereichen der Deutschen Küste führt eine zunehmende Verschlickung von Häfen, Hafenzufahrten und Teilabschnitten der Ästuare zu hohen Unterhaltungskosten. Besonders in strömungsberuhigten Zonen akkumuliert der Schlick und konsolidiert letztendlich. Diese konsolidierten Schlickschichten sind nur mit hohem Aufwand zu mobilisieren oder abzutragen. Fragestellungen des Suspensionstransports werden mit hydrodynamischen numerischen Modellverfahren untersucht. Die derzeitig etablierten und erprobten Modellverfahren sind jedoch kaum in der Lage die Dynamik von Flüssigschlick (fluid mud, hochkonzentrierte Schlicksuspension) zu simulieren. Dies begründet sich in den besonderen rheologischen Eigenschaften von Flüssigschlick. Das Fließverhalten von Flüssigschlick entspricht nicht einem Newtonschen Fluid, wie Klarwasser. Jedoch basieren die hydrodynamischen numerischen Modelle in der Regel auf diesem Ansatz. In diesem Forschungsprojekt soll daher ein bestehendes und bewährtes hydrodynamisches Modellverfahren für die Simulation von Flüssigschlick erweitert werden. Bedeutung für die WSV: Mit Hilfe des Verfahrens MudSim sollen zukünftig erforderliche Maßnahmen auch in ihrer Wirkung auf Schlicktransport und Schlickakkumulation untersucht werden können, um Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen im Hinblick auf die Minimierung dieser Prozesse ausrichten zu können. Zudem sollen hiermit bestehende und zukünftige Managementstrategien zur Umlagerung und Unterbringung hoch konzentrierter Schlicksuspensionen und konsolidierter Schlicke verbessert werden. Untersuchungsmethoden: Grundlegend für die Entwicklung neuer Methoden zur numerischen Simulation von Flüssigschlick sind die Erforschung rheologischer Eigenschaften und die Bestimmung der charakterisierenden Parameter zur Beschreibung von Flüssigschlick. Einer der wichtigsten charakterisierenden Parameter für das Verhalten von Flüssigschlick ist der Feststoffgehalt, bzw. die dazu proportionale Dichte. Dieser Parameter wird für die numerische Modellierung genutzt, indem der Wasserkörper und die Schlicksuspension in Schichten gleicher Dichte unter Annahme einer stabilen Schichtung unterteilt werden. Diese Schichten gleicher Dichte, Isopyknen, bilden die vertikale Diskretisierung im Modell. Jeder Isopykne wird ein bestimmtes rheologisches Verhalten (Newtonsches, nicht-Newtonsches Fluid) zugeordnet. Der konzeptionelle isopyknische Modellansatz ist besonders für die Modellierung stark geschichteter Strömungen geeignet. Das isopyknische Modell ist um die entscheidenden Transportprozesse wie Deposition, Konsolidierung, Entrainment und Fluidisierung sowie um rheologische Ansätze für Schlicksuspensionen zu erweitern. Die Rheologie von Flüssigschlick wird über den Spannungstensor im Modell realisiert. Durch rheometrische Laboruntersuchurigen werden Zusammenhänge von Schubspannung und Scherrate sowie Viskosität und Scherrate in Abhängigkeit von der Suspensionskonzentration ermittelt. usw.
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Bund | 55 |
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Resource type | Count |
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Webseite | 5 |
Topic | Count |
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Boden | 30 |
Lebewesen & Lebensräume | 49 |
Luft | 39 |
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