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Immissions- und Strahlenschutz (GB 2)

• Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz für den Freistaat Sachsen • Überwachung der anlagenbezogenen Radioaktivität nach dem Atomgesetz am Forschungsstandort Rossendorf • Überwachung von Lebensmitteln (u. a. Amtshilfe für die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen) • Betrieb der Radonberatungsstelle • Überwachung der anlagenbezogenen Radioaktivität nach der Verordnung zur Gewährleistung von Atomsicherheit und Strahlenschutz an den Standorten der Wismut GmbH • Überwachung der anlagenbezogenen Radioaktivität an den Altstandorten des Uranerzbergbaus • Aufsichtliche Messungen nach der Strahlenschutzverordnung inkl. Sicherheitstechnisch bedeutsame Ereignisse und Nukleare Nachsorge • Der Geschäftsbereich ist akkreditiert nach ISO 17025 für alle relevanten Prüfverfahren im Bereich Immission und Emission. Fachbereich 20 - Zentrale Aufgaben • Probenentnahmen und Feldmessungen (ohne Messungen und Probenentnahmen im Rahmen der Radonberatung) u. a. Probenentnahmen aus Fließgewässern, Messung der nuklidspezifischen Gammaortsdosisleistung • Organisation und Logistik für die von externen Probenehmern gewonnenen und dem Geschäftsbereich 2 zu übergebenden Proben. Betrieb der Landesdatenzentrale und der Datenbank zur Umweltradioaktivität im Freistaat Sachsen • Unterstützung der beiden Landesmessstellen bei der Einführung und Pflege radiochemischer Verfahren Fachbereiche 21, 22 - Erste und Zweite Landesmessstelle für Umweltradioaktivität Laboranalysen • nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz • zur Überwachung der Wismut-Standorte • zur Überwachung des Forschungsstandort Rossendorf • zur Überwachung der Altstandorte des Uranbergbaus • zur Lebensmittelüberwachung • zu den aufsichtlichen Kontrolltätigkeiten des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft u. a. in den Medien Wasser, Boden, Luft, Nahrungs- und Futtermittel. Analysierte Parameter: u. a. gamma- und alphastrahlende Radionuklide (z. B. Cäsium-137, Cobalt-60, Kalium-40, Uran-238); Strontium-90; Radium-226 und Radium-228). Fachbereich 23 - Immissionsmessungen Kontinuierliche Überwachung der Luftqualität durch Betrieb des stationären Luftmessnetzes des Freistaates (Online-Betrieb von 30 stationären Messstationen mit Übergabe der Messdaten ins Internet): • Laufende Messung der Luftgüteparameter SO2, NOx, Ozon, Benzol, Toluol, Xylole, Schwebstaub, Ruß • Gewinnung meteorologischer Daten zur Einschätzung der Luftgüteparameter • Sammlung von Schwebstaub (PM 10- und PM 2,5-Fraktionen) und Sedimentationsstaub zur analytischen Bestimmung von Schwermetallen, polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Ruß • Absicherung der Messdatenverarbeitung und Kommunikation • Betreiben einer Messnetzzentrale, Plausibilitätskontrolle der Daten und deren Übergabe an das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und an die Öffentlichkeit • Absicherung und Überwachung der vorgegebenen Qualitätsstandards bei den Messungen durch den Betrieb eines Referenz- und Kalibrierlabors • Sicherung der Verfügbarkeit aller Messdaten zu > 95% • Weiterentwicklung des Luftmessnetzes entsprechend den gesetzlichen Anforderungen • Betreuung eines Depositionsmessnetzes (Niederschlag) mit zehn Messstellen • Betrieb von drei verkehrsnahen Sondermessstellen an hoch belasteten Straßen • Durchführung von Sondermessungen mit Immissionsmesswagen und mobilen Containern • Betrieb von Partikelmesssystemen im Submikronbereich (Zählung ultrafeiner Partikel) in Dresden • Betrieb von Verkehrszähleinrichtungen und Übernahmen dieser Verkehrszähldaten sowie von Pegelmessstellen der Städte in den Datenbestand des Luftmessnetzes Fachbereich 24 - Emissionsmessungen, Referenz- und Kalibrierlabor Der Fachbereich befasst sich mit der Durchführung von Emissionsmessungen an ausgewählten Anlagen aus besonderem Anlass im Auftrag des LfULG. Beispiele: • Emissionsmessungen an Blockheizkraftwerken in der Landwirtschaft (Geruch, Stickoxide, Gesamtkohlenstoff und Formaldehyd). • Ermittlung der Stickstoff-Deposition aus Tierhaltungsanlagen für Geflügel und Rinder (Emissionsmessungen von Ammoniak, Lachgas, Methan, Wasser, Kohlendioxid, Feuchte, Temperatur und Luftströmung , Ammoniak-Immissionsmessung mit DOAS-Trassenmesssystem). • Untersuchung von Emissionen aus holzgefeuerten Kleinfeuerungsanlagen zur Abschätzung von Auswirkungen der novellierten 1. BImSchV. • Unterstützung des LfULG bei der Überwachung bekannt gegebener Messstellen nach § 26 BImSchG.

Atomrechtliche Aufsicht

Radioaktivitätsmessungen im Rahmen der atomrechtlichen Aufsicht des LfUG

Mehr Bedeutung für den radiologischen Notfallschutz

Mehr Bedeutung für den radiologischen Notfallschutz Hybride Bedrohungen stellen auch BfS vor neue Herausforderungen BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: Laurin Schmidt/bundesfoto Mit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat der Zivilschutz auch in Deutschland neue Bedeutung erlangt. Bei dieser Entwicklung muss der radiologische Notfallschutz nach Einschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) konsequent mitgedacht werden. Denn im Ukraine-Krieg, der am 24. Februar 2022 begann, sind kerntechnische Anlagen etwa in Saporischschja oder Tschornobyl (russ. Tschernobyl) wiederholt in Kampfhandlungen einbezogen worden. Selbst der Einsatz von Nuklearwaffen scheint in Europa inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. "Bedrohungen, die lange Zeit als unwahrscheinlich galten, sind zurück auf der Agenda" , sagt BfS -Präsidentin Inge Paulini. Das BfS habe seine eigenen Notfallplanungen intensiviert. Paulini betont: "Die sicherheitspolitische Neuausrichtung beschränkt sich nicht nur auf die militärische Vorbereitung, sondern betrifft auch den Zivilschutz, also den Schutz der Bevölkerung in einem Verteidigungsfall. Deutschland ist den möglichen Herausforderungen nur gewachsen, wenn auch die Bevölkerung geschützt ist, und sie in der Lage ist, sich selber zu schützen." "Die neue internationale Sicherheitslage erfordert zusätzlich die Vorbereitung auf langanhaltende Risikoszenarien, auf unterschiedliche Krisen-Situationen, die sich überlagern könnten, und sogenannte hybride Bedrohungen" , führt Paulini aus. Dazu könnten Cyberangriffe und Desinformationskampagnen gehören. BfS ist Behörde mit zentralen Sicherheitsaufgaben Zusammenarbeit im Radiologischen Lagezentrum Das BfS ist eine Behörde mit zentralen Sicherheitsaufgaben beim Schutz der Bevölkerung vor radiologischen Gefahren. In einem speziellen Krisenstab, dem Radiologischen Lagezentrum des Bundes ( RLZ ), ist das BfS zuständig für die Erstellung des "Radiologischen Lagebilds". Dies enthält Informationen zur aktuellen radiologischen Situation und Prognosen zum weiteren Verlauf sowie zu Radioaktivitätsmessungen. Mit der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr ( NGA ) ist das BfS zudem Partner im Unterstützungsverbund CBRN , um bei der Bewältigung von polizeilich relevanten radiologischen Lagen zu unterstützen. Dabei kann es sich um den Fund radioaktiver Quellen handeln oder auch um den Einsatz sogenannter Schmutziger Bomben. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wird immer wieder über Kampfhandlungen im Zusammenhang mit kerntechnischen Anlagen berichtet. Als am 4. März 2022 russische Truppen das größte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja angriffen und besetzten, war die Angst vor einem nuklearen Unfall groß. Seitdem kam es immer wieder zu Zwischenfällen, zuletzt bei einem durch einen Drohnenangriff ausgelösten Brand im stillgelegten Kernkraftwerk Tschornobyl. Regelmäßige Übungen zum Schutz der gesamten Bevölkerung BfS beobachtet Lage in der Ukraine Messwerte aus der Ukraine sowie den Nachbarstaaten lieferten in den vergangenen drei Jahren keine Hinweise auf eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen . Das BfS beobachtet die Lage vor Ort seit Beginn des Krieges intensiv. Mitarbeiter*innen des BfS überprüfen regelmäßig Daten aus Messeinrichtungen in der Ukraine. Dafür stehen ungefähr 600 verschiedene Einrichtungen sowohl vonseiten der Behörden vor Ort als auch der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Das BfS berechnet zudem seit Beginn des Krieges mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes ( DWD ) zweimal täglich, ob Luftmassen aus der Ukraine nach Deutschland gelangen könnten. Damit die Abläufe im Ernstfall funktionieren, müssen sie regelmäßig geübt werden. Das BfS organisiert daher regelmäßig mit anderen Behörden, mit den Ländern und mit Nachbarstaaten Übungen. Dies gibt nicht nur den Mitarbeiter*innen Sicherheit, sondern erhöht auch den Schutz der Bevölkerung insgesamt. Damit die Menschen besser wissen, wie sie sich im Ernstfall schützen können, schlägt das BfS vor, den sogenannten Warntag oder den Tag des Bevölkerungsschutzes weiterzuentwickeln. "Dies kann auch unkonventionell geschehen, beispielsweise in Form einer Frage aufs Handy, was in einem realen Notfall zu tun wäre oder sich Gedanken zu machen, welcher Raum als Schutzraum geeignet wäre" , ergänzt Paulini. Stand: 21.02.2025

Analytische Untersuchungen, Umweltüberwachung Aufgaben

spezialanalytische Umweltuntersuchungen mit den Schwerpunkten der Boden- und Luftanalytik sowie von hochtoxischen organischen Spurenstoffen in Lebens- und Futtermitteln, Böden, Sedimenten u. a. Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt durch Messungen an Lebensmitteln, Wasser und Abwasser, Pflanzen und Böden fachliche Gutachten im Bereich Gentechnik und Biotechnologie experimentelle gentechnische Überwachung Spezialanalytik, Gentechnik-Sicherheit, Biotechnologie Umweltradioaktivität, Strahlenschutz

Radioökologielabor

Radioökologielabor Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände Im Radioökologielabor des BfS wird die radioaktive Kontamination in Lebensmitteln und Umweltmedien gemessen. Die Beschäftigten führen Felduntersuchungen und Laborexperimente durch und entwickeln radiochemische Methoden zur schnellen Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Das Radioökologielabor ist Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände Mitglied des internationalen Labornetzwerks ALMERA (Analytical Laboratories for the Measurement of Environmental Radioactivity). Das Radioökologielabor des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) misst die radioaktive Kontamination hauptsächlich in Lebensmitteln und Umweltmedien, führt Felduntersuchungen und Laborexperimente durch und entwickelt radiochemische Methoden insbesondere zur schnellen Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Die wissenschaftlichen Untersuchungen und Messungen sind die Grundlage, um die für den Transport und die Anreicherung radioaktiver Stoffe in der Umwelt maßgeblichen Prozesse zu verstehen und durch radioökologische Modelle zu beschreiben. Sie tragen ferner dazu bei, Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung auszusprechen, wenn große Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt freigesetzt werden. Ziel von Felduntersuchungen, Laborexperimenten und der Methodenentwicklung ist die radioaktive Kontamination von Umweltmedien sowie Lebensmitteln zu erfassen, die für den Transport und die Anreicherung radioaktiver Stoffe in der Umwelt verantwortlichen Prozesse zu verstehen und durch radioökologische Modelle zu beschreiben, die Entwicklung oder Optimierung radiochemischer Verfahren zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien, die Entwicklung von Schnellmethoden zum Einsatz im Notfallschutz oder in Fällen der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr, die Festschreibung der Verfahren in Analysevorschriften und Messanleitungen. Messungen: Grundlage für Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung Werden, etwa nach einem Kernkraftwerksunfall, große Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt freigesetzt, liegt die Hauptverantwortung für die Radioaktivitätsmessungen bei den entsprechenden Landesbehörden der betroffenen Länder. Ergänzend wird die radioaktive Kontamination von Umweltproben und Lebensmittelproben auch im Radioökologielabor des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) gemessen. Ziel ist es, die radiologische Situation möglichst schnell zu erfassen. Auf Grundlage der von den Ländern gemeldeten Daten und eigenen Messergebnissen können die Expertinnen und Experten des BfS politischen Entscheidungsträgern zeitnah wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung empfehlen. Das Radioökologielabor ist zudem Leitstelle für Arzneimittel und deren Ausgangsstoffe sowie Bedarfsgegenstände. Im Rahmen der Leitstellentätigkeit werden beispielsweise Tees, Kräuter und Gewürze stichprobenartig untersucht. In der Analysewaage wird die Kalibrierung einer Pipette überprüft. Überwachung der radioaktiven Kontamination nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl Auch mehr als dreieinhalb Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) überwacht das Radioökologielabor die Entwicklung der radioaktiven Kontamination durch Messungen von Umwelt- und Lebensmittelproben. Im Blickpunkt stehen vor allem Lebensmittel aus dem Wald, wie etwa Pilze und Waldbeeren, die auch heute noch erhöhte Gehalte des Radionuklids Cäsium-137 aufweisen können. Ziele der Schnellmethoden Entwicklung radiochemischer Verfahren Ein weiterer Schwerpunkt des Radioökologielabors ist die Entwicklung oder Weiterentwicklung radiochemischer Verfahren zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern in Lebensmitteln und Umweltmedien. Von besonderem Interesse sind hierbei Schnellmethoden, die im Rahmen des Notfallschutzes oder in Fällen der Nuklearspezifischen Gefahrenabwehr eingesetzt werden. Darüber hinaus unterstützt das Radioökologielabor Studierende an Hochschulen bei der Erstellung ihrer Abschlussarbeit (Bachelor, Master, PhD ). Ausstattung Instrumentarium des Radioökologielabors: Messgeräte zur Messung von Alpha-, Beta und Gamma- Strahlung Zur Vorbereitung und radiochemischen Aufbereitung der Proben stehen unter anderem Mühlen, Trockenschränke, Veraschungsöfen, Geräte zum Mikrowellenaufschluss, Kühlzentrifugen sowie Chemieabzüge zur Verfügung. Zur apparativen Ausstattung des Radioökologielabors gehören ferner Reinstgermanium-Detektoren zur Messung von Gammastrahlern sowie mehrere Messsysteme zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement Wie in allen Laboren des Bundesamtes für Strahlenschutz haben Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung einen hohen Stellenwert. Das Radioökologielabor nimmt regelmäßig an Vergleichsmessungen (Ringversuchen und Leistungsprüfungen) teil. Zudem soll durch die angestrebte Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 (DAkkS) die hohe fachliche und technische Kompetenz des Radioökologielabors nachgewiesen werden. Das Radioökologielabor organisiert selbst Ringversuche nach § 161 StrlSchG (Strahlenschutzgesetz). Internationale Vernetzung Das Radioökologielabor ist Mitglied des internationalen Labornetzwerks ALMERA (Analytical Laboratories for the Measurement of Environmental Radioactivity) der IAEA und nimmt regelmäßig an ALMERA Leistungsprüfungen teil. Stand: 11.12.2024

Messübung 2016 in Tschornobyl

Messübung 2016 in Tschornobyl Das BfS hat vom 26. bis zum 29. September 2016 zusammen mit der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde eine Messübung in der 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk in Tschornobyl (Russisch: Tschernobyl) (Ukraine) durchgeführt. Neben dem Training der Messung von Radioaktivität unter besonderen Bedingungen leistete die Messübung einen Beitrag zur Aktualisierung der Beschreibung der radiologischen Lage rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl. In einem Online-Tagebuch hat Dr. Daniel Esch, Physiker beim BfS, von der Messübung berichtet. 30-Kilometer-Zone des Reaktors Tschernobyl mit eingeblendetem Messgebiet (Rechteck) und Lage der zwei Messfelder Kapachi und Buryakovka Quelle: OpenStreetMap; QGIS 2016 Vom 26. bis zum 29. September 2016 führten Beschäftigte des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) zusammen mit Mitarbeitern der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde (State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine) eine Messübung in der 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk in Tschornobyl (Ukraine) durch. Unterstützt wurde das BfS dabei auch von der Staatsagentur für die Verwaltung des Sperrgebiets und dem Tschornobyl-Zentrum für nukleare Sicherheit, radioaktiven Abfall und Radioökologie. Dabei fanden Messungen in den Gebieten Kapachi, Buryakovka sowie in der Stadt Prypjat statt. Die Messteams des BfS setzten sich aus 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den sechs BfS -Standorten zusammen. Messübung Neben dem Training der Messung von Radioaktivität unter besonderen Bedingungen leistete die Messübung einen Beitrag zur Aktualisierung der Beschreibung der radiologischen Lage rund um das Kernkraftwerk Tschornobyl. Online-Tagebuch: Messübung Tschornobyl 2016 Messung mit einem In-Situ-Messgerät in der verlassenen Stadt Prypjat, Ukraine Üben für den Ernstfall: Dr. Daniel Esch ist Physiker beim Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ). In einem Online-Tagebuch berichtete er von einer Messübung, die das BfS vom 26. bis zum 29. September 2016 zusammen mit der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde (State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine) in der 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk in Tschornobyl, Ukraine, durchgeführt hat. Ukrainische und deutsche Teams haben gemeinsam die Messung von Radioaktivität unter besonderen Einsatzbedingungen trainiert und dazu beigetragen, die aktuelle radiologische Lage in der 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk zu erfassen. Ziel der Übung war die praktische Aus- und Weiterbildung von Personal für den Einsatz unter Bedingungen mit erhöhter ionisierender Strahlung. Stand: 10.10.2024

Messübung 2018 in Tschornobyl (Videotagebuch)

Messübung 2018 in Tschornobyl (Videotagebuch) Üben für den Ernstfall: Vom 3. bis zum 7. September 2018 führte das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) zusammen mit der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde (State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine) eine Messübung in der 30-Kilometer-Zone um das Kernkraftwerk in Tschornobyl (Russisch: Tschernobyl), Ukraine, durch. D. Esch, S. Seifert und H. John (BfS) Drei Teilnehmer des BfS berichteten in kurzen Videos von der Übung: Dr. Stefan Seifert ist Physiker und arbeitet als wissenschaftlicher Referent im BfS in Freiburg. Als Übungsleitung begleitete er die Übung. Dr. Daniel Esch ist Physiker und arbeitet als wissenschaftlicher Referent im BfS in Salzgitter. In der Übung übernahm er die Rolle des Einsatzleiters und berichtete aus dieser Perspektive. Hermann John ist In-situ-Techniker im BfS in Rendsburg. Als Übungsteilnehmer leitete er ein Messteam, mit dem er im Übungsgelände unterwegs war. Messung der Ortsdosisleistung und Aufbau eines Gammaspektrometers in Schutzausrüstung Selbst 32 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl werden in der 30-Kilometer-Zone um das dortige Kernkraftwerk immer noch erhöhte Strahlungswerte verzeichnet. Im Rahmen einer Messübung trainierte das BfS vom 3. bis 7. September 2018 dort in einer radioaktiv kontaminierten Umwelt den Ablauf mobiler Messungen, die Koordinierung von Messteams und die Übertragung und Auswertung der ermittelten Daten. In der Messübung wurde die Situation nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk simuliert. Vor Ort waren die einzelnen Messteams teilweise mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken in Fahrzeugen oder zu Fuß mit rucksackgestützten Messsystemen im Einsatz, um die Ortsdosisleistung und die Bodenkontamination an unterschiedlichen Orten innerhalb der Sperrzone von Tschornobyl (Russisch: Tschernobyl) zu erfassen. Die so gewonnenen Messdaten wurden per mobiler Datenübertragung nach Deutschland übermittelt, wo sie in der Messzentrale des BfS weiterverarbeitet und für ein radiologisches Lagebild ausgewertet wurden. Videotagebuch In einem Videotagebuch berichteten die BfS -Mitarbeiter Daniel Esch, Hermann John und Stefan Seifert von der Übung. 10. September 2018: Fazit Daniel Esch: "Es ist jetzt Montagmorgen und alle Teilnehmer sind nach Berlin zurückgekehrt. Aus Sicht der Einsatzleitung war die Messübung ein voller Erfolg. Insbesondere hat die Kommunikation mit dem Messteams hervorragend geklappt. Und auch alle Messaufträge wurden durchgeführt." Hermann John: "Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass vor Ort im Feld alle Messgeräte und Fahrzeuge einwandfrei funktioniert haben. Die Datenübertragung hat geklappt und auch die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Teams vor Ort klappte super." Stefan Seifert: "Aus Sicht der Übungsleitung muss ich auch sagen, die Übung war ein voller Erfolg. Die Übungsziele wurden erreicht, und was natürlich das Wichtigste ist: Alle Teilnehmer sind gesund und wohlbehalten in Berlin wieder angekommen. Es gab keine Unfälle, es hat sich keiner kontaminiert, und auch die Inkorporationsmessungen sind jetzt abgeschlossen, und wir wissen, dass es keine Inkorporationen gab." 9. September 2018: Ankunft in Berlin-Karlshorst Daniel Esch: "Es ist jetzt Sonntagabend kurz nach halb sieben, und gerade ist das letzte Fahrzeug des BfS in Berlin angekommen. Hinter mir findet noch eine kurze Abschlussbesprechung statt, bevor dann alle Teilnehmer zurück zu ihren Hotelzimmern fahren. Morgen werden dann alle nochmal zur Dienststelle kommen, um eine abschließende Ganzkörpermessung durchzuführen." 8. September 2018: Abfahrt aus Tschernobyl Daniel Esch: "Es ist jetzt Samstagmorgen, 8 Uhr, und wir haben uns gerade formiert, um die Stadt Tschernobyl in der Sperrzone zu verlassen. In etwa einer halben Stunde werden wir den äußeren Kontrollposten passieren und dann weiter Richtung ukrainisch-polnische Grenze fahren, die wir nach etwa 500 Kilometern erreichen werden." 7. September 2018: Ein Besuch in Reaktorblock 3 Daniel Esch: "Ich befinde mich hier in Reaktorblock 3 des Kernkraftwerks in Tschernobyl. Dieser Reaktorblock wurde auch nach der Katastrophe von 1986 noch bis in das Jahr 2000 weiterbetrieben, und lieferte auch solange Elektrizität für die Ukraine." 7. September 2018: Messgeräte werden für den Transport nach Deutschland verpackt Daniel Esch: "Hallo, es ist jetzt Freitagmorgen, und gestern wir haben unsere Messkampagne in der Sperrzone von Tschernobyl erfolgreich beendet. Hinter mir wird gerade die Messausrüstung in die mitgebrachten Kisten gepackt und zum Abtransport mit der Spedition vorbereitet. Wir werden morgen früh in Richtung Deutschland aufbrechen und am Sonntagabend wieder in Berlin-Karlshorst eintreffen." 6. September 2018: Mobiles Messen in der verlassenen Stadt Prypjat Daniel Esch: "Hallo, ich befinde mich hier in der verlassenen Stadt Prypjat in der Sperrzone von Tschernobyl. Hinter mir sehen Sie Gebäude, die nach dem Reaktorunglück 1986 evakuiert werden mussten. Wir trainieren hier heute das mobile Messen in urbanen Gebieten und werden an ausgewählten Punkten gammaspektrometrische Messungen vornehmen, um den Nuklidvektor der damals deponierten Radioaktivität zu ermitteln." 6. September 2018: Der verlassene Jahrmarkt in Prypjat Stefan Seifert: "Hallo, herzlich willkommen zu unserem Videotagebuch. Wir sind hier in Prypjat, das ist eine kleine Stadt, die etwas nördlich des verunglückten Reaktors in Tschernobyl liegt. Wir haben auch hier Messungen durchgeführt, unter anderem In-Situ-Messungen und Messungen der Ortsdosisleistung, und ich stehe jetzt gerade vor einem der, wenn man so will, Wahrzeichen. Das ist ein Bild, das wahrscheinlich jeder kennt, ein alter Jahrmarkt mit einem Riesenrad, das dann natürlich so stehen geblieben ist, wie es eben nach der Katastrophe verlassen werden musste." 5. September 2018: Dekontamination eines LKW Daniel Esch: "Hallo, ich befinde mich hier in der zentralen Dekontaminationshalle des Sperrgebiets Tschernobyl. Hinter mir wird gerade ein LKW dekontaminiert, bei dem bei der Ausfahrtkontrolle eine unzulässige Kontamination festgestellt wurde. Hier wird er nach einer erneuten Ausmessung komplett dekontaminiert und danach zur Weiterfahrt freigemessen." 5. September 2018: Messungen im Feld Hermann John: "Hallo, heute ist der 5.9., Tag 3 der Tschernobyl-Messübung, und wir befinden uns hier im Feld. Nachdem wir gestern großräumig die Lage mobil mit den Fahrzeugen ermittelt haben, lautet die heutige Messaufgabe, die Durchführung von In-Situ-Messungen und die Bestimmung der Ortsdosisleistung durch mobile Messtrupps zu prüfen." 4. September 2018: Zwischenfazit aus der Übungsleitung Stefan Seifert: "Hallo, herzlich willkommen zu unserem Videotagebuch. Ich melde mich hier aus unserem Hotel in Tschernobyl, wo wir einen kleinen Raum für die Einsatzleitung eingerichtet haben, die heute unseren ersten richtigen Messtag begleitet hat. Das ist aus Sicht der Übungsleitung sehr gut gelaufen. Die Einsatzleitung hatte ein bisschen mit der Datenübertragung der Messteams zu kämpfen, die natürlich die Daten übertragen müssen, so dass die Einsatzleitung live mitverfolgen kann, wo unsere Messteams gerade sind. Wie gesagt, da gab es ein paar Probleme, aber ansonsten hat die Einsatzleitung das aus der Sicht der Übungsleitung hervorragend gelöst." 3. September 2018: Vorbereiten der Messgeräte Hermann John: "Hallo, heute ist Montag, Tag 1 in Tschernobyl, und wir haben gerade unser Equipment aus dem Lager geholt. Wir sind gerade dabei, die Gamma-Detektoren mit flüssigem Stickstoff einzukühlen. Diese werden benötigt, um im Feld ein Gammaspektrum zwecks Nuklidbestimmung aufzunehmen." 2. September 2018: Ankunft in der Sperrzone von Tschernobyl Daniel Esch: "Es ist jetzt Sonntagabend, und wir sind gerade am Kontrollposten zum Eingang der Sperrzone von Tschernobyl angekommen. Wir haben seit gestern etwa 1.300 Kilometer zurückgelegt, und werden gleich, nachdem wir den Kontrollposten passiert haben, weiter zum Hotel fahren. Dort, in Tschernobyl, werden wir dann morgen früh unser Equipment auspacken, um alles für die Messungen vorzubereiten." 1. September 2018: Start in Berlin Daniel Esch: "Guten Morgen, es ist Samstag, kurz nach acht, und ich stehe hier an der Dienststelle des BfS in Berlin-Karlshorst. In wenigen Minuten werden wir starten, um heute 800 Kilometer durch Polen zurückzulegen, bis wir heute Abend unser Hotel an der polnisch-ukrainischen Grenze erreichen." 31. August 2018: Messung im Ganzkörperzähler Daniel Esch: "Heute ist Freitag, und morgen früh geht es los Richtung Tschernobyl. Ich befinde mich hier im Ganzkörperzähler des BfS in der Dienststelle Berlin-Karlshorst. In diesem Ganzkörperzähler werden mithilfe eines Gamma-Detektors die in den Körper aufgenommenen radioaktiven Stoffe gemessen. Um feststellen zu können, wie viele radioaktive Stoffe während der Übung aufgenommen wurden, werden alle Teilnehmer in diesem Ganzkörperzähler vor und nach der Übung ausgemessen und die daraus resultierende Strahlenbelastung ermittelt." Vorstellungsrunde Zum Auftakt des Videotagebuches stellen sich Daniel Esch, Hermann John und Stefan Seifert kurz vor und erklären ihre Rollen und Aufgaben in der Messübung: Daniel Esch Daniel Esch: "Mein Name ist Daniel Esch. Ich arbeite als Physiker im Bundesamt für Strahlenschutz in der Abteilung 'Radiologischer Notfallschutz'. Das BfS führt in der nächsten Woche eine Messübung in der Sperrzone von Tschernobyl durch. Ich werde in den nächsten Tagen im Rahmen eines Videotagebuchs aus Sicht der Einsatzleitung von dieser Messübung berichten." Hermann John Hermann John: "Hallo, mein Name ist Hermann John. Ich bin In-Situ-Messtechniker des Bundesamtes für Strahlenschutz am Standort in Rendsburg. In der nächsten Woche während der Übung in Tschernobyl werde ich mit einem Messteam im Feld unterwegs sein und dann von dort von dieser Arbeit im Videotagebuch berichten." Stefan Seifert Stefan Seifert: "Hallo, mein Name ist Stefan Seifert. Ich bin Physiker. Ich arbeite für das Bundesamt für Strahlenschutz in der Abteilung Notfallschutz, und ein Teil dieser Abteilung führt in der kommenden Woche in der Sperrzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl eine Messübung durch. Bei dieser Messübung bin ich auch dabei, da bin ich in der Übungsleitung, und aus dieser Funktion in der Übungsleitung werde ich in einem Videotagebuch auch in der kommenden Woche berichten." Stand: 10.10.2024

Analytische Untersuchungen, Umweltüberwachung Aufgaben

spezialanalytische Umweltuntersuchungen mit den Schwerpunkten der Boden- und Luftanalytik sowie von hochtoxischen organischen Spurenstoffen in Lebens- und Futtermitteln, Böden, Sedimenten, u. a. Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt durch Messungen an Lebensmitteln, Wasser und Abwasser, Pflanzen und Böden fachliche Gutachten im Bereich Gentechnik und Biotechnologie experimentelle gentechnische Überwachung

Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt als Arbeitgeber Darauf dürfen Sie sich freuen: Bewerben über Interamt:

Beim Landesamt für Umweltschutz (LAU) arbeiten Sie für die obere Landesbehörde für Natur- und Umweltschutz in Sachsen-Anhalt. Das LAU gehört zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums. An insgesamt sechs Standorten in Sachsen-Anhalt erfassen LAU-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter eine Vielzahl von Daten über den Zustand der Umwelt, bereiten diese auf und bewerten sie. Ob Naturschutz oder Klimawandel und Luftüberwachung, die Wasserversorgung im Land, Radioaktivitätsmessungen, Corona-Viren im Abwasser, illegale Müllentsorgung oder Wölfe in der Nachbarschaft – bei uns sind vielfältige Themen vertreten und Sie sind ganz nah dran. Ein freundliches, positives Arbeitsklima wird bei uns gelebt. So gehören regelmäßige Dienstberatungen und Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräche genauso in den Arbeitsalltag wie unsere jährlichen Veranstaltungen, denn zweimal pro Jahr kommt die ganze Belegschaft zusammen und feiert gemeinsam: beim Sommerfest im LAU-Garten und zur Weihnachtsfeier im Saal. An unserem frisch und energieeffizient sanierten Hauptsitz in Halle erwarten Sie helle, moderne Büroräume mit höhenverstellbaren Schreibtischen, ein barrierefreier Zugang sowie ein strukturreiches, naturnahes Gelände mit Wildblumen und Obstbäumen zum Spazieren und ausreichend (auch kostenfreie)  Parkmöglichkeiten. Bisher nehmen 35 % unserer Mitarbeitenden mindestens einen Heimarbeitstag pro Woche in Anspruch – Tendenz steigend. 20 % unserer Mitarbeitenden arbeiten ihrem Wunsch entsprechend in Teilzeit. Unsere Gleitzeitordnung ermöglicht die flexible Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Mehrfach im Jahr werden im LAU Fachkolloquien zu verschiedenen Themen angeboten, an denen Sie als künftige Kollegin/künftiger Kollege selbstverständlich teilnehmen und sich informieren können. Weiterbildung ist ein fester Bestandteil der Arbeit beim Land Sachsen-Anhalt. Es gibt eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten, die Sie wahrnehmen können, in Präsenz an verschiedenen Standorten im Land, zunehmend aber auch online. Im Landesamt für Umweltschutz finden Sie Ihre sinnstiftende Aufgabe und helfen Sachsen-Anhalts Umwelt zu bewahren! Dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) liegt der nachhaltige Umgang mit Ressourcen besonders am Herzen. Wir verzichten daher auf Bewerbungen per Post oder E-Mail und arbeiten mit Interamt, einem modernen Stellenportal für den öffentlichen Dienst. Die elektronische Übermittlung von Bewerbungsdaten sorgt für eine schnelle Prüfung der Bewerbungen und ein zügiges Auswahlverfahren. Wichtige Hinweise Um sich online bewerben können, müssen Sie sich zuerst bei Interamt mit Ihren persönlichen Daten registrieren . Die Registrierung ist kostenlos und hat diverse Vorteile: individuelle Suche mit eigenen Such-Profilen, Benachrichtigung bei passenden Stellen, sich mit einem Bewerberprofil von Arbeitgebern finden lassen, Überblick über Ihre Bewerbungen und Suchanfragen, Hinzufügen von Dokumenten zu bereits versandten Bewerbungen, Änderung persönlicher Daten im Profil selbst vornehmen. Die vertrauliche Behandlung Ihrer Daten ist für uns selbstverständlich. Hier finden Sie Hinweise zum Datenschutz (DSGVO) im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.

Vorbereitet für das Unwahrscheinliche

Vorbereitet für das Unwahrscheinliche Radiologischer Notfallschutz nach der Zeitenwende Gastbeitrag von BfS -Präsidentin Dr. Inge Paulini in der Magazinreihe "Moderner Katastrophenschutz" des Behördenspiegel Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Sicherheitsempfinden in Europa verändert. Seit Beginn des Krieges ist die Sorge groß, dass kerntechnische Anlagen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Selbst ein Einsatz von Kernwaffen scheint nicht mehr gänzlich ausgeschlossen. Und während die Kämpfe in der Ukraine unvermindert andauern, sorgt seit vergangenem Jahr auch der Krieg im Nahen Osten weltweit für Besorgnis. Krisen, Kriege und Konflikte rücken Gefahren, die lange Zeit undenkbar erschienen, wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung. Schon die Covid-19-Pandemie und die Klimakrise haben für erhebliche Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt – und diese wurde durch die Kriege noch verstärkt. Die sicherheitspolitische Zeitenwende darf sich daher nicht nur auf die militärische Vorbereitung beschränken, sondern muss auch die zivile Verteidigung und insbesondere den Zivilschutz einbeziehen. Vorbereitung auch für vermeintlich unwahrscheinliche Fälle Jodtabletten Viele Bürgerinnen und Bürger stellten zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 bange Fragen nach Bunkern oder schützender Kleidung. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) verzeichnete ein immenses Informationsbedürfnis zum Thema Jodtabletten im Zusammenhang mit einem möglichen Austritt von radioaktiven Stoffen . Die Frage danach, wie man sich selbst und die Nächsten im Katastrophenfall schützen kann, ist wieder relevant geworden. Um die Bevölkerung in einer Krise schützen zu können, braucht es gute Vorbereitung, auch für vermeintlich unwahrscheinliche Fälle, eine enge Abstimmung aller Akteure und eine verständliche Kommunikation – und das dauerhaft. Zivil- und Katastrophenschutz sind nicht nur bei oder kurz nach einem Ereignis von Bedeutung. Radiologisches Lagezentrum als übergeordneter Krisenstab Deutschland hat sich für einen möglichen radiologischen Notfall in den vergangenen Jahren gut aufgestellt. Nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima 2011 wurden hierzulande viele Prozesse noch einmal überarbeitet und verbessert. So ist das Radiologische Lagezentrum des Bundes (RLZ) als übergeordneter Krisenstab für radiologische Notfälle eingerichtet worden. Expertinnen und Experten verschiedener Institutionen bewerten unter Federführung des Bundesumweltministeriums die Lage und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab. Ziel ist es, Informationen an zentraler Stelle zusammenzuführen und im Notfall schlanke Strukturen zu nutzen. Maßgebliche Abläufe sind in einem Allgemeinen Notfallplan festgelegt, der 2023 verabschiedet wurde. Das BfS ist im Radiologischen Lagezentrum für die Messungen der Radioaktivität , für das Erstellen von sogenannten Lagebildern , die einen Überblick über den Unfall sowie Empfehlungen für Schutzmaßnahmen enthalten, sowie für die Krisenkommunikation zuständig. 1.700 Sonden zur Messung von Radioaktivität Dafür verfügt das Bundesamt über ein umfassendes Radioaktivitätsmessnetz : Mit 1.700 Messsonden über ganz Deutschland verteilt ist das Messnetz für die sogenannte Ortsdosis -Leistung ( ODL ) das umfangreichste weltweit. Damit verfügt Deutschland über ein effektives Frühwarnsystem. Wenn der Radioaktivitätspegel an einer Messstelle einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, wird automatisch eine Meldung ausgelöst. Die Fachleute des BfS beobachten auch die Situation in der Ukraine seit Beginn des Krieges intensiv. Ein möglicher Unfall mit radioaktiven Stoffen in der Ukraine hätte für Deutschland voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen. Im schlimmsten Fall könnten bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht mehr in den Handel gebracht werden und dürften nicht mehr verzehrt werden. Selbst bei der Reaktorkatastrophe von Tschornobyl (russ.: Tschernobyl) 1986 waren weitergehende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, wie etwa Jodtabletten oder gar Evakuierungen, nicht erforderlich. Anerkennung als Teil der kritischen Infrastruktur erforderlich Auch nach dem Atomausstieg in Deutschland müssen wir mit Blick auf das europäische Ausland und mögliche internationale Krisen reaktionsfähig sein. Zu den wichtigen Aufgaben der nächsten Jahre zählen das ODL -Messnetz gegen Angriffe von außen zu schützen und die Durchhaltefähigkeit der Krisenstäbe in langen Bedrohungslagen zu stärken. BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Aus Sicht des BfS ist das Radiologische Lagezentrum elementar für die nationale Krisenvorsorge und muss deshalb als Teil der kritischen Infrastruktur anerkannt werden. Auch in einer Multi-Krise darf die Einsatzfähigkeit nicht beeinträchtigt werden. Zivilschutz ist ein zentrales sicherheitspolitisches Handlungsfeld im Rahmen der Gesamtverteidigung, das weiterentwickelt und ausgebaut werden muss. Dafür braucht es die entsprechende Ausstattung und politische Unterstützung. Zugleich braucht es einen Bewusstseinswandel, um für künftige Krisen gewappnet zu sein: Dafür müssen sich die einzelnen Akteure - vom Bundeskanzler bis zum Landrat oder zur Bürgermeisterin und zu den Einsatzkräften - stärker vernetzen. Erforderlich ist ein gemeinsames Verständnis unterschiedlicher Katastrophenszenarien aus allen Bereichen sowie die Bereitschaft, nicht nur auf den eigenen kleinen Bereich zu achten, sondern auf den kompletten Prozess. Schnittstellen müssen berücksichtigt und Auswirkungen auf andere Bereiche, etwa in Wirtschaft und Gesellschaft, stärker bedacht werden. Auch heikle Themen müssen benannt werden Ein weiterer wichtiger Baustein des Krisenmanagements ist die Kommunikation. 2022 gab nur knapp die Hälfte der Befragten in einer Studie des BfS an, sie vertraue darauf, dass der Staat sie im Falle eines Unfalls in einem Kernkraftwerk schützen werde. Zugleich zeigte die Studie, dass Aufklärungsbedarf dahingehend besteht, wie sich die Bevölkerung bei einem möglichen Unfall im Umgang mit radioaktiven Stoffen verhalten soll. Hier besteht weiterhin deutlicher Verbesserungsbedarf. Bürgerinnen und Bürger müssen über mögliche Bedrohungen im Bilde sein und wissen, wie sich davor schützen können. Auch heikle Themen müssen klar benannt werden. Dazu gehört, über die Risiken des Einsatzes von Kernwaffen und die möglichen Folgen öffentlich transparent zu informieren. Wir können nicht erwarten, dass uns die Menschen vertrauen, wenn wir nicht offen mit Informationen zu Risiken umgehen. Dies alles erfordert einen dauerhaften Einsatz für den Zivil- und Katastrophenschutz. Um auch auf Dauerbedrohungslagen entsprechend reagieren zu können, braucht es Ressourcen und den Willen zur intensiven Zusammenarbeit, kurz: Es braucht politische Priorität. Diese aufrecht zu erhalten, auch wenn die Aufmerksamkeit möglicherweise wieder nachlässt, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Stand: 20.09.2024

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