Das Projekt "Computergestuetzte Methoden und Verfahren zur Bewertung und Optimierung der Umweltvertraeglichkeit von Produkten auf der Basis von Referenzmodellen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bochum, Lehr- und Forschungsbereich Datenverarbeitung, Arbeitsgruppe Integrierte Informationssysteme durchgeführt. Die Umweltvertraeglichkeit eines Produktes waehrend des gesamten Produktlebenszyklus wird primaer in den Phasen Produktplanung, Entwicklung und Konstruktion sowie Arbeitsplanung festgelegt. Ein effektives Instrumentarium, das es Entwicklern, Konstrukteuren und Arbeitsplanern ermoeglicht, die Umweltvertraeglichkeit eines Produktes im Vorhinein zu bewerten und zu optimieren, ist heute noch nicht verfuegbar. Ziel des Projektes ist es, ein Stufenmodell zur Bewertung und Optimierung der Umweltvertraeglichkeit von Produkten zu entwickeln und in ein Informationssystem zur Entwicklung und Produktion umweltvertraeglicher Produkte umzusetzen.
Das Projekt "Effiziente Transportketten in Entsorgungsnetzwerken modular und umweltgerecht gestaltet (ETIENNE)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Dresden, Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliche Umweltökonomie durchgeführt. In der Entsorgungsbranche tätige Unternehmen führen aufgrund der Kunden- und Aufkommensstruktur und -verteilung bisher in großem Umfang LKW-Transporte durch. Auch Reststoffaufkommen von überregionalen Kunden werden per LKW angeliefert. Die Unternehmen stellen keine Überlegungen zur Nutzung der Bahn aus ökologischer und ökonomischer Sicht an. Eine Vernetzung zwischen Verursacher-Transporteur-Entsorger-Transporteur-Verwerter ist nur in Teilen vorhanden. Für das Projekt wurde als Oberziel definiert, die durch Transportleistungen im Bereich der Kreislauf- und Abfallwirtschaft entstehenden Umweltbelastungen durch eine integrative Betrachtung ökologischer, ökonomischer und technisch/ technologischer Faktoren zu verringern. Im Mittelpunkt steht dabei die Verkehrsvermeidung und -verlagerung durch Maßnahmen des Logistikmanagements. Es wird untersucht, mit welchen Maßnahmen LKW-Fahrleistungen bei der Abholung von Reststoffen beim Verursacher und bei der Auslieferung von Recyclingstoffen an Verwerter verringert und wodurch solche Transporte auf die Bahn verlagert werden können. Es soll ein Referenzmodell des ökologieorientierten und effizienten Entsorgungsunternehmens entwickelt werden. Dieses Referenzmodell enthält Strategieempfehlungen, zentrale Prozessketten, Aufgabenbeschreibungen, Ressourcenzuordnungen, Informationsstrukturen und konkrete Handlungsempfehlungen. Wesentliche Aufgaben wie die Auswahl und Planung von Transportbeziehungen, der Einsatz von Verkehrsträgern auf diesen Beziehungen, die Standortplanung und schließlich die operative Geschäftsabwicklung können mit Hilfe des Referenzmodells umweltorientiert und effizient gestaltet werden. Daneben werden Detaillösungen für den Systemzugang zu den Zielverkehrsträgern, für technische Systemelemente und für die Schnittstellen zwischen Transport- und Umschlagsystemen entwickelt. Zur Verankerung des Umweltmanagements in Unternehmen werden Konzepte zur Einführung und Fortschreibung von Umweltmanagementsystemen erarbeitet. Zur Messung und Bewertung der Umweltleistung wird das an der Professur vorliegende Environmental Performance Measurement-Modell in Bezug auf Logistikprozesse weiterentwickelt. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit: Universität Leipzig, Lehr- und Forschungsbereich Verkehrsbau/ Verkehrssystemtechnik; Kreiswerke Delitzsch GmbH; Mitteldeutsche Umwelt und Entsorgung GmbH (MUEG), Braunsbedra; Acerplan Planungsgesellschaft mbH, Halle; DB Cargo AG, Marktbereich Baustoffe und Entsorgung, Leipzig.
Das Projekt "Teilprojekt D 04: Demontageorientierte Informationstechnische Infrastruktur" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Berlin, Fachbereich 11 Maschinenbau und Produktionstechnik, Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb durchgeführt. Industrielle Unternehmen im Bereich der Konsum- und Investitionsgueter werden gegenwaertig mit der Situation konfrontiert, dass der heutige hohe Informationsbedarf durch die unterschiedlichen in den Produktlebenszyklusphasen zu beruecksichtigenden Anforderungen aufgrund zusaetzlicher, demontageorientierter Zielsetzungen zukuenftig noch gesteigert wird. Die dadurch bedingten Informationsfluesse zwischen allen Beteiligten des Produktlebenszyklus - sowohl mit dem Lebenszyklusphasen mitlaufend als auch ihnen entgegen - erfordern zu ihrer Realisierung eine geeignete informationstechnische (IT-) Infrastruktur. Diese muss eine raeumlich und zeitlich verteilte Kommunikation gewaehrleisten um im Produktlebenszyklus immanente Raum- und Zeitdisparitaeten zu ueberwinden. Zur zeitlichen Verteiltheit zaehlt auch, dass Informationen prognostiziert und in Form eines ruecklaufenden Informationsflusses in der Gegenwart antizipiert werden muessen, da aktuelle Rahmenbedingungen nicht ohne weiteres auf zukuenftige Demontageprozesse uebertragen werden koennen. Die anforderungsgerechte Gestaltung der Werkzeuge zur Realisierung der zeitlich und oertlich verteilten, multidirektionalen demontageorientierten Informationsfluesse erfordert eine modellhafte Abbildung einer demontageorientierten IT-Infrastruktur. Hierzu wurde ein Referenzmodell erarbeitet, in dem saemtliche, die demontageorientierte Produkt- und Prozessplanung betreffende Anforderungen beruecksichtigt werden. In dem Referenzmodell wurden sowohl grundsaetzliche Anforderungen der Informationslogistik, des Informationsmanagements und der Kooperation verteilter Systeme als auch demontagespezifische Anforderungen wie die ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus und Ueberbrueckung von Zeitdisparitaeten beruecksichtigt. Die Informationsbereitstellung, die Informationsinstandhaltung und das Zukunftsmonitoring stellen im Bereich der Kommunikations- und Informationsdienste die wesentlichen Funktionen dar. Das Referenzmodell definiert die Grundlage fuer die Modellierung produkt- oder produktgruppenspezifischer virtueller IT-Infrastrukturen als dessen konkrete Instantiierung. Aufbauend auf einem Kennzahlensystem zur Bewertung verschiedener Alternativen virtueller IT-Infrastrukturen wird die Auswahl einer geeigneten Loesung unterstuetzt und damit die Planungssicherheit der betroffenen Unternehmen erhoeht. Neben oekonomischen Groessen kann die Bewertung oekologischer, technologischer und anderer Merkmale im Sinne einer multikriteriellen Optimierung beruecksichtigt werden. Die Arbeiten bei der Entwicklung des Referenzmodells haben gezeigt, dass Rahmenbedingungen und Strukturen virtueller Infrastrukturen sehr komplex sein koennen und eine analytische Beschreibung der Leistungsmerkmale nicht ohne weiteres moeglich ist. Hier bietet der Einsatz der Simulationstechnik ein grosses Potential, virtuelle Infrastrukturen zu optimieren.