The present-day configuration of Indonesia and SE Asia is the results of a long history of tectonic movements, volcanisms and global eustatic sea-level changes. Not indifferent to these dynamics, fauna and flora have been evolving and dispersing following a complicate pattern of continent-sea changes to form what are today defined as Sundaland and Wallacea biogeographical regions. The modern intraannual climate of Indonesia is generally described as tropical, seasonally wet with seasonal reversals of prevailing low-level winds (Asian-Australian monsoon). However at the interannual scale a range of influences operating over varying time scales affect the local climate in respect of temporal and spatial distribution of rainfall. Vegetation generally reflects climate and to simplify it is possible to distinguish three main ecological elements in the flora of Malaysia: everwet tropical, seasonally dry tropical (monsoon) and montane. Within those major ecological groups, a wide range of specific local conditions caused a complex biogeography which has and still attract the attention of botanists and biogeographers worldwide. Being one of the richest regions in the Worlds in terms of species endemism and biodiversity, Indonesia has recently gone through intensive transformation of previously rural/natural lands for intensive agriculture (oil palm, rubber, cocoa plantations and rice fields). Climate change represents an additional stress. Projected climate changes in the region include strengthening of monsoon circulation and increase in the frequency and magnitude of extreme rainfall and drought events. The ecological consequences of these scenarios are hard to predict. Within the context of sustainable management of conservation areas and agro-landscapes, Holocene palaeoecological and palynological studies provide a valuable contribution by showing how the natural vegetation present at the location has changed as a consequence of climate variability in the long-term (e.g. the Mid-Holocene moisture maximum, the modern ENSO onset, Little Ice Age etc.). The final aim of my PhD research is to compare the Holocene history of Jambi province and Central Sulawesi. In particular: - Reconstructing past vegetation, plant diversity and climate dynamics in the two study areas Jambi (Sumatra) and Lore Lindu National Park (Sulawesi) - Comparing the ecological responses of lowland monsoon swampy rainforest (Sumatra) and everwet montane rainforests (Sulawesi) to environmental variability (vulnerability/resilience) - Investigating the history of human impact on the landscape (shifting cultivation, slash and burn, crop cultivation, rubber and palm oil plantation) - Assessing the impact and role of droughts (El Niño) and fires - Adding a historical perspective to the evaluation of current and future changes.
In vielen tropischen Gebieten werden Regenwälder gerodet, um Holz und andere Waldprodukte zu gewinnen und Nahrungs-, Futter-, Faser- und Energiepflanzen anzubauen. Häufig wird angenommen, dass beim Roden natürlicher Wälder alle Funktionen und Leistungen des Waldes verloren gehen. Allerdings ist eine vollständige Konservierung in vielen Situationen nicht realistisch und aus ökologischer Sicht möglicherweise auch nicht erforderlich. Überraschenderweise wurden die Determinanten der Abholzung tropischer Regenwälder und die Rolle der daraus entstehenden agrarischen Nutzungssysteme für den Erhalt von Biodiversität und anderen ökologischen und sozioökonomischen Funktionen im Detail bisher nur wenig wissenschaftlich erforscht. Der Sonderforschungsbereich 990 (SFB 990 / EFForTS) verfolgt das Ziel, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber bereitzustellen, wie auf der Landschaftsskala die ökologischen Funktionen tropischer Regenwälder und landwirtschaftlicher Nutzungssysteme erhalten und verbessert werden können, bei gleichzeitiger Steigerung der menschlichen Wohlfahrt. Ebenso verfolgt der SFB die Frage, wie landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz besser integriert werden können. Die Forschung wird in einer der größten Tieflandregenwaldregionen Südostasiens durchgeführt, der Provinz Jambi in Sumatra, Indonesien. Gummi- und Ölpalmenplantagen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Nutzungssystemen in Jambi. Innerhalb der Provinz wurden zwei Landschaften und 36 Kernflächen für umfassende Analysen ausgewählt, die unterschiedliche Nutzungssysteme und Regenwaldreferenzflächen umfassen. In einer der Landschaften wurden zum Vergleich Flussufer- und nicht-Flussuferbereiche identifiziert. Zudem werden in zwei Experimenten in Ölpalmplantagen der Einfluss von Anreicherungskulturen sowie von unterschiedlichen Dünger- und Pestizidintensitäten erforscht. Bei den Analysen wird eine Vielzahl relevanter Aspekte untersucht und verglichen, z.B. ober- und unterirdische Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasser- und Nährstoffflüsse, Treibhausgasemissionen, sowie wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Dimensionen der Landnutzungsänderung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse von Synergien und Konflikten zwischen den unterschiedlichen ökologischen und sozioökonomischen Funktionen, deren detaillierte Kenntnis eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Agrarsysteme ist. Der SFB wird in enger Kooperation zwischen der Universität Göttingen und verschiedenen Partnerinstitutionen in Indonesien durchgeführt. Dieses Programm zur Erforschung von Transformationsprozessen in tropischen Tieflandregenwäldern ist mit Blick auf die sehr breite interdisziplinäre Ausrichtung und die Landschaftsperspektive international einzigartig.
Niedrige Wolken sind Schlüsselbestandteile vieler Klimazonen, aber in numerischen Modellen oft nicht gut dargestellt und schwer zu beobachten. Kürzlich wurde gezeigt, dass sich während der Haupttrockensaison im Juni und September im westlichen Zentralafrika eine ausgedehnte niedrige Wolkenbedeckung (engl. „low cloud cover“, LCC) entwickelt. Eine derart wolkige Haupttrockenzeit ist in den feuchten Tropen einzigartig und erklärt wahrscheinlich die dichtesten immergrünen Wälder in der Region. Da paläoklimatische Studien auf eine Instabilität hinweisen, kann jede Verringerung des LCC aufgrund des Klimawandels einen Kipppunkt für die Waldbedeckung darstellen. Daher besteht ein dringender Bedarf, das Auftreten, die Variabilität und die bioklimatischen Auswirkungen des LCC in westlichen Zentralafrika besser zu verstehen.Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Konsortium aus französischen, deutschen und gabunischen Partnern aufgebaut, zu dem Meteorologen, Klimatologen und Experten für Fernerkundung und Waldökologie gehören. Die meteorologischen Prozesse, welche die Bildung und Auflösung der LCC im Tagesgang steuern, werden anhand von zwei Ozean-Land-Transekten auf der Grundlage einer synergistischen Analyse von historischen In-situ Beobachtungen, von Daten einer Feldkampagne und anhand von atmosphärischen Modellsimulationen untersucht. Die Ergebnisse werden mit einem kürzlich entwickelten konzeptionellen Modell für LCC im südlichen Westafrika verglichen.Die intrasaisonale bis interannuale Variabilität des LCC wird durch die Analyse von In-Situ-Langzeitdaten und Satellitenschätzungen quantifiziert. Unterschiede im Jahresgang des LCC (d.h. jahreszeitlicher Beginn und Rückzug, wolkenarme Tage) und die Ausdehnung ins Inland werden dokumentiert. Ansätze, die auf Wettertypen und äquatorialen Wellen basieren, werden verwendet, um intrasaisonale Variationen des LCC zu verstehen. Die Auswirkungen lokaler und regionaler Meeresoberflächentemperaturen auf die LCC-Entwicklung und ihre Jahr-zu-Jahr Variabilität werden bewertet, wobei statistische Analysen und spezielle Sensitivitätsversuche mit einem regionalen Klimamodell verknüpft werden.Schließlich wird der Einfluss von LCC auf die Licht- und Wasserverfügbarkeit bzw. die Waldfunktion anhand von In-Situ-Messungen untersucht. Die Ergebnisse werden mit Messungen aus der nördlichen Republik Kongo, wo die Trockenzeit sonnig ist, sowie mit einem einfachen Wasserhaushaltsmodells, das an die Region angepasst ist, verglichen. Die Wasserhaushaltsanalysen sollen die Kompensations- oder Verstärkungseffekte von Regen im Vergleich zur potenziellen Evapotranspiration, beide moduliert durch die LCC, auf das Wasserdefizit aufzeigen.Die Ergebnisse von DYVALOCCA werden zum ersten konzeptionellen Modell für Wolkenbildung und -auflösung im westlichen Zentralafrika führen und eine Hilfestellung für die Bewertung von Klimawandel-Simulationen mit Blick auf potentielle Kipppunkte für die immergrünen Regenwälder in der Region geben.
Im Rahmen des Projekts soll aus bodengebundenen Wolkenseitenmessungen der reflektierten Strahlung mittels eines abbildenden Spektrometersystems von tropischer hochreichender Konvektion auf das Vertikalprofil der mikrophysikalischen Eigenschaften der Wolke geschlossen werden. Damit soll die vertikale Entwicklung von hochreichender Konvektion, die eine wesentliche klimarelevante Rolle spielt, unter Berücksichtigung des Einflusses von Aerosolpartikeln und von thermodynamischen Bedingungen auf das Tropfenwachstum charakterisiert werden. Die geplanten Messungen sollen auf einem 320 m hohen Messturm (ATTO: Amazonian Tall Tower Observatory), der kürzlich im brasilianischen Regenwald errichtet wurde, stattfinden. ATTO ist mit Messgeräten ausgestattet, die meteorologische, chemische und Aerosolparameter liefern. Die Messregion bietet ideale Beobachtungsbedingungen mit klar definierten Jahreszeiten (Regen- und Trockenzeit), täglicher Konvektion und variablen Aerosolbedingungen. Aus den Messungen eines neuen abbildenden Spektrometersystems, SPIRAS (SPectral Imaging Radiation System) sollen Vertikalprofile der thermodynamischen Phase und der Partikelgröße mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung und mit Hilfe von adaptierten Verfahren unter Verwendung von dreidimensionalen Strahlungstransportsimulationen abgeleitet werden. Damit sollen vertikale Bereiche, die das Tropfenwachstum beschreiben (Diffusion, Koaleszenz, Mischphasenbereich und Vereisung), identifiziert werden. Zusätzliche Messungen einer Infrarotkamera und eines scannenden Depolarisations-Lidars werden für die Höhen- und Temperaturbestimmung der beobachteten Wolkenelemente herangezogen. Zusätzlich werden die Polarisationsmessungen des Lidars zur Bestimmung der thermodynamischen Phase verwendet, um den wichtigen Phasenübergang zu identifizieren. Mit Hilfe der gewonnenen Daten werden außerdem Annahmen (Effektivradius als konservative Wolkeneigenschaft) wie sie von Ableitungsverfahren zur Bestimmung von mikrophysikalischen Wolkenprofilen aus Satellitenmessungen gemacht werden, überprüft.
Der hochdiverse tropische Regenwald weist eine Fülle verschiedener struktureller Parameter auf, die sich je nach Exposition und Meereshöhe graduell oder abrupt ändern. Schichtung, Bestandesarchitektur, Lebensformenanteile (Palmen, Baumfarne, Hochstauden, Epiphyten etc.), Diversitätsgrößen, Durchwurzelung, Nähr- und Spurenelementverteilung ändern sich entlang von Höhengradienten oder auch entsprechend unterschiedlicher Störungsregime. Beispiele dieser Kenngrößen und ihrer Funktion sollen erfasst werden und insbesondere mit dem Auftreten der Baumlücken verknüpft werden. Baumlücken ('gaps') spielen für die Regeneration und damit Erhaltung der hohen Biodiversität und heterogenen Bestandesstruktur in Primärwäldern eine entscheidende Rolle. Wahrscheinlich lässt sich in Primärwäldern ein großer Teil der für jede Art wesentlichen Kennfaktoren, wie Regenerationsdynamik, Keimung, Jungwuchs, Alterspyramide, Zuwachsraten, etc. aus der Baumlückendynamik ableiten. Für Bergregenwälder muß dies allerdings erst noch aufgezeigt werden. Die Einbeziehung verschiedener Störungsursachen rezenter Baumfallücken gibt Hinweise auf mögliche Entwicklungsrichtungen der Waldlücken, also auch auf ihre mögliche weitere Sukzession. Je nach Artenzahl an vorkommenden Baumarten sind vergleichende Untersuchungstransekte notwendig, die in Ecuador einerseits, in Costa Rica andererseits zur Verfügung stehen und damit ideale Vergleichsmöglichkeiten bieten.
Die Regenwälder des Kongobeckens erstrecken sich über mehrere Länder in Zentralafrika und bilden das zweitgrößte tropische Regenwaldgebiet der Welt. Seit Jahrtausenden bewohnen indigene Völker (Pygmäen) diese Wälder und stehen in engem Kontakt mit den Bantu-Völkern. Kolonialmächte nutzten bestehende Handelsrouten zur Ausbeutung der Wälder und siedelten die Einheimischen entlang von Straßen um. Die Holzindustrie begann im frühen 20. Jahrhundert und führte zu erheblichen Umwelt- und Sozialauswirkungen. Schutzgebiete wurden eingerichtet, um die Biodiversität zu erhalten, aber der Druck durch menschliche Aktivitäten nimmt zu. Das Sangha-Trinational (TNS) ist ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet. Es wurde 2021 von der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) als Welterbestätte anerkannt und beherbergt viele Arten, darunter Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) und westliche Flachlandgorillas (Gorilla gorilla). Das TNS fördert den Ökotourismus und stärkt die kulturelle Identität der Einheimischen. Trotz dieser Erfolge bedrohen illegale Jagd und Holzfällerei die Wildtierpopulationen und die Lebensgrundlagen der lokalen Gemeinschaften. Erfolgreiche Schutzgebiete erfordern effektive Überwachung, lokale Beteiligung, ausreichende Finanzierung und angemessene rechtliche Rahmenbedingungen. Das TNS, unterstützt von internationalen Organisationen, ist eines der bestverwalteten Gebiete im Kongobecken. Dennoch stellen illegale Jagd und Holzfällerei eine Bedrohung dar. Trotz erfolgreicher Schutzmaßnahmen, Tourismus und existierendem Treuhandfonds bleibt die Finanzierung schwierig. Die Wälder im Kongobecken, insbesondere im TNS, stehen vor erheblichen Herausforderungen: zunehmende Randdegradation, Brandrodung, Holzfällerei, Klimawandel, illegale Bergbauaktivitäten und Mensch-Wildtier-Konflikte. Langfristige Maßnahmen, Schutz- und Klimaschutzstrategien sowie nachhaltige Finanzierungsmechanismen sind entscheidend, um ökologische Werte zu bewahren und Konflikte zu minimieren.
Mehrere Umweltarchive aus der Serra do Tabuleiro und Serra Geral, gelegen im Biodiversitätzentrum Mata Atlantica im südlichen Brasilien, sollen anhand der Pollen-, Sporen-, Holzkohle- und Sedimentanalyse untersucht, zeitlich datiert, und die ermittelten Daten mit Hilfe multivariater Datenanalysemethoden ausgewertet werden. Diese Studien bilden eine Grundlage zur Entwicklung, zum Verständnis der Stabilität bzw. Dynamik heutiger Ökosysteme einschließlich ihrer Biodiversität und damit auch zum nachhaltigen Schutz und Management der artenreichen Vegetation Südbrasiliens. Für die Serra do Tabuleiro soll u.a. geklärt werden, ob die vorhandenen Grassländer natürlich sind oder vom Menschen verursacht wurden und ob die isolierten Vorkommen von Araukarienwäldern aus einem eiszeitlichen Refugium in diesem Küstengebirge stammen. Für die Serra Geral soll zusätzlich die Entstehung und Dynamik der scharfen Grenze zwischen Wald und Grasland untersucht werden. Die Rolle von Bränden und Klimaveränderungen und deren Einfluss auf die Vegetation soll in beiden Gebieten bearbeitet werden. Eingebunden sind die paläoökologischen Untersuchungen in zwei internationale Forschungsprojekte.
Calcium supply in tropical soils is variable and frequently low. In spite of the heterogeneous Ca supply, some plant species, such as figs, maintain high Ca concentrations in their tissues. Figs are keystone species with more than proportional importance for the functioning of a tropical rain forest. High Ca concentrations in fig fruits may render them particularly attractive for frugivorous vertebrates. We propose to study the whole Ca cycling from soil through a selected fig species, Ficus insipida Willd. and frugivorous bats, their main dispersers, back to soil. The study will be conducted in Panama on sites differing in soil Ca status to assess the importance of soil Ca availability for fig fruit content and bat reproduction. We will quantify aboveground Ca fluxes for 16 trees along a gradient of Ca availability in soil. We will determine (1) Ca concentrations in soils, figs and leaves, (2) nutritional quality of fig and other bat-dispersed fruits and their importance for Ca balance in relation to reproduction of fruit-eating bats, (3) Ca fluxes with litterfall, throughfall, stemflow, bat pellets and faeces, (4) the importance of the contribution of bats to the Ca cycle of individual fig trees, and (5) the effect of fig trees on soil Ca concentrations.
<p> <p>Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) sind enttäuschend und spiegeln die komplexe geopolitische Situation wider, die substanzielle Fortschritte verhinderte. Der angedachte Fahrplan für den vollständigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas scheiterte an starken Widerständen. Trotz der immensen Differenzen konnten viele Detail-Beschlüsse und kleine Erfolge erzielt werden.</p> </p><p>Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) sind enttäuschend und spiegeln die komplexe geopolitische Situation wider, die substanzielle Fortschritte verhinderte. Der angedachte Fahrplan für den vollständigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas scheiterte an starken Widerständen. Trotz der immensen Differenzen konnten viele Detail-Beschlüsse und kleine Erfolge erzielt werden.</p><p> <p>Am Samstagabend, den 22. November 2025, endete die 30. Weltklimakonferenz (COP30) im brasilianischen Belém mit fast 27 Stunden Verspätung. Trotz äußerst intensiver Verhandlungen blieb der letztlich von allen Staaten verabschiedete Ergebnistext hinter den Zielen der brasilianischen COP-Präsidentschaft zurück. So hatte Brasiliens Präsident Lula da Silva zum Start der COP30 das ambitionierte Ziel formuliert, gemeinsam einen Weg für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschließen. Druck für eine erfolgreiche COP kam auch aus der brasilianischen, insbesondere auch der indigenen Zivilgesellschaft vor Ort, die auf den Straßen von Belém zahlreiche Proteste organisierte und am Abend des zweiten Verhandlungstags sogar auf das COP-Gelände vordrang.</p> <p>In der zweiten Verhandlungswoche hatte sich ein Bündnis aus mehr als 80 Staaten gefunden, um die im Jahr 2023 auf der 28. Weltklimakonferenz (COP28) in Dubai gemeinsam getroffene Entscheidung zum Übergang weg von fossilen Energieträgern („Transitioning away from Fossil Fuels“) in einen verbindlichen Prozess umzuwandeln. Für einen konkreten Fahrplan zum globalen Ausstieg aus den fossilen Energien ließ sich aber letztendlich kein Konsens aller Staaten bilden. In erster Linie ist hierfür der starke Widerstand von öl- und gasreichen Nationen, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, verantwortlich. Die Regierung der USA hatte an der Konferenz gar nicht erst teilgenommen. Ein Durchbruch blieb damit aus. Im Abschlussplenum kündigte COP30-Präsident André Corrêa do Lago aber die Erstellung eines solchen Fahrplans und eines Fahrplans zum Stopp der Entwaldung unter seiner noch elf Monate andauernden Präsidentschaft an.</p> Vorreiterallianz für Fahrplan zum Ausstieg aus Fossilen <p>Die Dynamik auf der COP30 zeigte deutlich, dass eine starke Allianz von progressiven Staaten im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> vorangehen muss, um in Zukunft gemeinsame Fortschritte zu erzielen. Dem sollte sich Deutschland anschließen und zusammen mit der EU die eigenen Klimaschutzambitionen stärken.</p> <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Präsident Dirk Messner zieht folgende Bilanz:</p> <p>„Das in Brasilien erzielte Ergebnis ist alles andere als ideal, vor allem, weil es keine klare Aussage und keinen Zeitplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen enthält und damit hinter den Erwartungen zurückbleibt, die der brasilianische Präsident Lula zu Beginn der Konferenz formuliert hatte. Öl- und Gasexportinteressen von Ländern wie Saudi-Arabien, Russland und den USA haben gemeinsame Klimafortschritte blockiert. Auch China hat klare Aussagen zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern verhindert. Aber vor dem Hintergrund einer zersplitterten geopolitischen internationalen Arena wurde immerhin eine freiwillige Vereinbarung getroffen, eine Roadmap für einen solchen Ausstieg zu diskutieren. Das ist der Silberstreif am Horizont und sollte nicht unterschätzt werden. Und es ist besser als gar kein Ergebnis.</p> <p>Deutschland und die Europäische Union müssen nun daran arbeiten, so viele Länder wie möglich mit ins Boot zu holen, um diese Roadmap in den kommenden Jahren zu verwirklichen.“</p> <p>Denn ohne den Ausstieg aus den fossilen Energien sind weder 1,5 °C noch 2 °C globale Erwärmung einhaltbar.</p> Langsam aber stetig: Klimaverhandlungen wirken <p>Bei dem auf den ersten Blick enttäuschenden Ergebnis von Belém liegt die Frage nahe, was die vielen mühsamen Verhandlungen unter der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12827">Klimarahmenkonvention (UNFCCC)</a> und dem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/89763">Übereinkommen von Paris (ÜvP)</a> nützen. Die Antwort: sehr viel! Denn zur Bilanz von Belém gehört auch, dass eine Vielzahl an Detailbeschlüssen verabschiedet wurde, die die Umsetzung des ÜvP stärken und weiter vorantreiben, wenn auch langsam. Beispielsweise soll die Finanzierung zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> bis 2035 verdreifacht werden, auch der Fonds für Schäden und Verluste durch den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> sowie der Mechanismus zur Unterstützung von Ländern für einen sozial gerechten Übergang („Just Transition Work Programme“) wurden arbeitsfähig gemacht. Freiwillige Initiativen wie die „Tropical Forest Forever Facility“ sollen zudem künftig helfen, den Schutz von Regenwäldern weltweit zu finanzieren.</p> Zehn Jahre Paris: Eine andere Welt als vor 2015 <p>Vor Verabschiedung des Übereinkommens von Paris (ÜvP) auf der Weltklimakonferenz im Jahr 2015 zeigten die Projektionen der globalen Treibhausgasemissionen, dass die Welt auf eine Erwärmung von mindestens 3,6 °C bis zum Jahr 2100 zusteuerte<em>. </em>Durch das internationale Klimaabkommen sind jedoch seit 2015 weltweit sehr viele einzelne, nationale Maßnahmen für den Klimaschutz ergriffen worden, die zusammengenommen eine große Wirkung erzielt haben.</p> <p>Diese kollektive Wirkmacht des multilateralen Prozesses zeigt sich insbesondere beim starken Ausbau der erneuerbaren Energien (vor allem Solar- und Windenergie) sowie in deutlich gesteigerter Energieeffizienz. Die heutigen Projektionen belegen deshalb schon eine klare Verbesserung im Vergleich zur Lage vor Verabschiedung des Übereinkommens von Paris: Bei Fortführung der bisher beschlossenen Politiken und Umsetzung der bisher eingereichten neuen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/116052">nationalen Klimaschutzpläne (NDCs – Nationally Determined Contributions)</a> sowie langfristigen Strategien ergibt sich bis zum Jahr 2100 eine Erwärmung von etwa 2,6 °C. Die Minderung der Erderwärmung um ein Grad Celsius bedeutet de facto eine andere Welt, was <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> wie Ernteausfälle durch Dürren, Meeresspiegelanstieg, Überschwemmungen und Hitzewellen betrifft (siehe <a href="https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/">IPCC 2023</a><em>).</em> Trotzdem steuern wir auch mit aktuellen Projektionen noch auf eine Zukunft mit Klimawandelfolgen zu, an die wir uns als Menschheit kaum anpassen können. </p> Ist das 1,5-Grad-Ziel von Paris weiterhin erreichbar? <p>In der Entscheidung zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/90901">Globalen Bestandsaufnahme (Global Stocktake)</a> aus dem Jahr 2023 wurden unter anderem die Ziele vereinbart, bis 2030 die weltweit installierte Kapazität an erneuerbaren Energien zu verdreifachen, die jährliche Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln sowie auch die Emissionen von Nicht-CO2-Treibhausgasen substanziell zu verringern, insbesondere von Methan. Würden diese drei Ziele erreicht und die dafür notwendige Politik sowie die daraus folgende Abkehr von fossilen Brennstoffen konsequent fortgeführt, dann könnte die Erwärmung auf 1,7 °C begrenzt werden (<a href="https://climateactiontracker.org/publications/cop30-briefing-energy-methane-goals/">Climate Action Tracker 2025</a>).</p> <p>Wenn die Weltgemeinschaft zusätzlich weitere umfassende Maßnahmen ergreifen würde – insbesondere einen globalen Stopp der Entwaldung und die Stärkung der Ökosysteme insgesamt, um sie wieder stärker als CO2-Senke nutzen zu können – ließe sich schließlich das Ziel des ÜvP erreichen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/114877">die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5 °C zu begrenzen</a>.</p> <p>UBA-Präsident Dirk Messner verdeutlicht den Handlungsdruck:</p> <p>„Die Wissenschaft ist eindeutig: Wenn wir die globale Erwärmung nicht verlangsamen, werden wir unter extremen Wetterereignissen wie Dürren, Hurrikanen, Überschwemmungen und Hitzewellen leiden, die menschliche und wirtschaftliche Verluste verursachen werden. Große Ökosysteme, wie der Grönland-Eisschild oder das Amazonas-Regenwaldsystem, könnten kollabieren. Die COP30 war kein Wendepunkt, um endlich klare Weichen zur Klimaneutralität zu stellen.“</p> <p>Alle Entscheidungstexte der Weltklimakonferenz COP30 werden in den UN-Sprachen auf der <a href="https://unfccc.int/cop30/belem-political-package">Webseite des UN-Klimasekretariats</a> veröffentlicht.</p> </p><p>Informationen für...</p>
Unter Einsatz der wichtigsten bekannten morphologischen und funktionellen Parameter eines Regenwaldes wurde auf der Basis einer individiumsbezogenen Berechnung und naturnahen Bildschirmdarstellung ein Regenwaldmodell konstruiert, mit dem die wesentlichsten Vorgänge simuliert werden können. Dazu gehören etwa Regeneration, Artenverteilung, Konkurrenz, Artendominanz, Biomasseverteilung und -entnahme, Trockenheitstoleranz u. v. m. Dadurch ist es möglich sowohl angewandte Probleme der Forstwirtschaft als auch theoretische Fragestellungen zu lösen. In einem komplexen praxisorientierten Computermodell können Abläufe des Regenwaldwachstums und der Regenwaldevolution wirklichkeitsnahe simuliert werden. Zusätzlich zu Nährstoffbilanzen, Lichtwerten und zahlreichen ökologischen Einflüssen wird das Wachstum und Aussehen des Waldes naturnahe am Bildschirm sichtbar gemacht und kann per Maus analysiert und verändert werden. Nachdem nunmehr das Modell funktioniert, soll es als Experimentalfeld für auch angewandte Fragestellungen dienen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 352 |
| Kommune | 1 |
| Land | 6 |
| Weitere | 5 |
| Wissenschaft | 223 |
| Zivilgesellschaft | 9 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 3 |
| Ereignis | 26 |
| Förderprogramm | 317 |
| Repositorium | 1 |
| Text | 19 |
| unbekannt | 1 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 14 |
| Offen | 349 |
| Unbekannt | 4 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 318 |
| Englisch | 86 |
| andere | 1 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 5 |
| Bild | 1 |
| Datei | 28 |
| Dokument | 15 |
| Keine | 236 |
| Webseite | 118 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 275 |
| Lebewesen und Lebensräume | 367 |
| Luft | 205 |
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| Wasser | 183 |
| Weitere | 351 |