Der deutschlandweite Datensatz enthält Informationen zum mittleren (2016-2018) Phosphoreintrag über Regenwassereinleitungen in Gewässer (in kg/a). In Siedlungsgebieten wird das von versiegelten Flächen abfließende Niederschlagswasser entweder in Misch- oder Trennkanalisationen gesammelt. Dieser Datensatz umfasst die Phosphoreinträge in Gewässer über die Regenwasserkanäle des Trennsystems. Der Datensatz liegt vor: Auflösung: MoRE-Modellgebiete (Analysegebiete) Eine grundsätzliche Beschreibung des methodischen Vorgehens und der genutzten Modelleingangsdaten findet sich in (Fuchs, S.; Brecht, K.; Gebel, M.; Bürger, S.; Uhlig, M.; Halbfaß, S. (2022): Phosphoreinträge in die Gewässer bundesweit modellieren – Neue Ansätze und aktualisierte Ergebnis-se von MoRE-DE. UBA Texte | 142/2022 (Link siehe INFO-LINKS)). Die simulierten Daten sind keine absolut gültigen Ergebnisse, sondern stehen im Kontext erforderlicher methodischer Annahmen bei der Erstellung und Verarbeitung. Sie sind u.a. von im angewandten Modell geltenden Annahmen, der Modellstruktur, der Parameterschätzung, der Kalibrierungsstrategie und der Qualität der Antriebsdaten abhängig.
In einem städtischen Einzugsgebiet wurden exemplarisch die Schnittstellen der Stadtentwässerung (Kläranlage, Mischwasserüberlaufe, Regenwassereinleitungen) über ein Jahr auf den Eintrag von Bioziden beprobt. Es wurde gezeigt, dass der Mischwasserüberlauf für die Stoffgruppe Biozide die relevanteste Emissionsquelle im Gesamtsystem darstellt. Hier wurden die höchsten Konzentrationen für Einzelstoffe detektiert. Insbesondere für die Gruppe der Schutzmittel wurden erhöhte Konzentrationen im städtischen Gewässer bei Regenwetterbedingungen ermittelt, was auch die Relevanz von diffusen, regenwasserbedingten Einträgen unterstreicht. Insgesamt konnte am Beispiel der Stadt Karlsruhe verdeutlicht werden, dass das kommunale Abwassersystem eine relevante Eintragsquelle für die Stoffgruppe Biozide im urbanen Gebiet und damit eine Herausforderung für den Gewässerschutz darstellt.
Das 2017 initiierte Vorhaben zu Biozid-Einträgen über Kläranlagen in Gewässer (FKZ 3717634040) hat gezeigt, dass das kommunale Abwassersystem ein Sammelbecken vieler verschiedener Stoffe ist. Neben den Einträgen von vor allem organischen Spurenstoffen über das gereinigte Abwasser in die Gewässer stellen Einträge bei Starkregenereignissen über Mischwasserentlastungen und Regenwassereinleitungen relevante Eintragsquellen dar. In dem vorgeschlagenen Projekt soll der Pfad des Eintrags von Bioziden, die Verteilung der Stoffe im Gewässer und die Auswirkung auf die Gewässerqualität untersucht werden. Es bietet sich hierbei die einmalige Möglichkeit, die Infrastruktur eines bereits Ende 2019 gestarteten Vorhabens (FKZ 3719212020) zu nutzen. In dem Vorhaben ist geplant, exemplarisch in einem städtischen Einzugsgebiet die Schnittstellen der Stadtentwässerung (Kläranlage, Mischwasserüberläufe und Regenwassereinleitungen der Trennkanalisation) zu beproben, da hierfür die verfügbare Datenbasis zur Abschätzung der Stoffeinträge nach wie vor unzureichend ist. Im Untersuchungsgebiet besteht bereits eine Kooperation mit der Stadt, wodurch sich die Kosten hinsichtlich des Aufbaus und Betrieb der Messstellen, bei Nutzengewinn für alle Beteiligten, verringern. Neben den genannten Schnittstellen der Stadtentwässerung (insgesamt 6 Messstellen) sollen an jedem Probenahmepunkt jeweils vor und nach Einleitung ebenfalls Untersuchungen im Vorfluter erfolgen. Es sind Vorkenntnisse für einige Standorte bereits vorhanden, da im Vorfeld im Rahmen von anderen Projekten wie z.B. dem o.g. Kläranlagenmonitoring an diesen Standorten bereits beprobt wurde. Die Relevanz der verschiedenen Eintragspfade soll bewertetet und mit statistisch gesicherten Daten hinterlegt werden. Hierbei soll insbesondere für die maßgeblich im urbanen Raum angewendete Stoffgruppe Biozide der Beitrag der Mischwasserüberläufe und der Regenwassereinleitungen an der Belastung der Oberflächengewässer beurteilt werden.