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Ressortforschungsplan 2024, Allianzen für den Umweltschutz II: Transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Umwelt-/Sozialverbänden und Wissenschaft zu Fragen einer sozial gerechten Ressourcenwende

Das Vorhaben knüpft an das Projekt 'Analyse der Möglichkeiten einer besseren Beteiligung von Umweltverbänden an Debatten und transdisziplinären Forschungen am Beispiel Ressourcenpolitik' (FKZ 3718 11 109 0) an. Ziel ist es, die Arbeit des erfolgreichen Netzwerks „Ressourcenwende“ weiter auszubauen und die Erfahrungen dieser Kooperationsform zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft für andere Prozesse aufzubereiten und nutzbar zu machen. Am Beispiel des Netzwerks Ressourcenwende soll eine Roadmap zur Verstetigung der Zusammenarbeit entwickelt werden, die anderen Netzwerken als Vorlage dienen kann. Die bestehenden strategischen Allianzen sollen ausgeweitet werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Abbildung sozialer Perspektiven zu legen ist. Darüber hinaus sollen aus dem Netzwerk heraus transformative Projekte in Forschung und Zivilgesellschaft entwickelt und angestoßen sowie neue Methoden und Ansätze erprobt und kommuniziert werden.

Ressourceneffizienz und natürliche Ressourcen im internationalen Kontext II (Folgeprojekt)

Gegenstand des Forschungsprojekts ist die wissenschaftliche Auswertung und Aufbereitung von internationalen Studien und Forschungsergebnissen zum Thema Ressourceneffizienz/Ressourcenschonung/Circular Economy. Dies beinhaltet z.B. für Deutschland relevante Forschungsaktivitäten und Veröffentlichungen des UNEP International Resource Panel (IRP), der OECD, G7 und G20. Das BMUV ist Mitglied des IRP Steuerungsausschusses (steering committee) und nimmt an den regelmäßigen IRP-Sitzungen teil. Schwerpunkt des Vorhabens beinhaltet die im Vorfeld von Sitzungen des IRP Steering Committees verfassten und versendeten wissenschaftlichen Studien auszuwerten. Es soll eine politische Bewertung der Studien vorgenommen werden, d. h. es sollen Handlungsempfehlungen für die Ausrichtung der themenbezogenen Umweltpolitik abgeleitet werden und das BMUV/UBA in der Vorbereitung von und ggfs. Teilnahme bei Sitzungen unterstützt werden (z.B. durch kurze Briefings zu den wesentlichen Inhalten mit Darstellung der Relevanz für Deutschland und Erstellen von möglichen Sprechpunkten). Übergreifendes Ziel ist einerseits das Monitoring von neuen potenziell relevanten Studien für die deutsche Ressourcenpolitik, andererseits die praktische Unterstützung des BMUVs/UBAs in der Vorbereitung der Sitzungsdokumente sowie der Auswertung von relevanten Sitzungsergebnissen.

Deutsch-amerikanische Umwelt- und Ressourcengeschichte

Bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sichern reichlich vorhandene natürliche Ressourcen des nordamerikanischen Kontinents die Existenz der ersten deutschen Emigranten verschiedenster religiöser Minderheiten. Die Gründungen von deutschen Siedlungen in Pennsylvania und North Carolina zeigen schon frühe Maßnahmen des Waldschutzes und einer ersten nachhaltigen Holznutzung, die sowohl auf einer Inventarisierung des Ressourcenpotenzials als auch auf einer entsprechenden Nutzungskontrolle basieren. Im 18. und 19. Jahrhundert wird dagegen die deutsche Auswanderung nicht nur durch landwirtschaftliche Missstände, sondern auch durch eine regional aufkommende 'Holznot' verstärkt, die Bauern, Handwerker und Arbeiter gleichermaßen betrifft. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden erste Eisen- und Glashüttenstandorte in Pennsylvania, New York State und anderen Staaten an den großen Seen gegründet, die zunächst stark an die Ressource Holz und Steinkohle gebunden sind und entsprechend negative Auswirkungen auf Wald und Umwelt zeigen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind aufgrund der großen Entwaldungen erste Anfänge einer nordamerikanischen Naturschutzbewegung zu erkennen. In der Folgezeit werden vermehrt Kahlflächen aufgeforstet und zu Ende des 19. Jahrhunderts erste forstliche Ausbildungsstätten von deutschen Forstwissenschaftlern gegründet. Ein intensiver deutsch-amerikanischer Fachaustausch findet bis Ende der 1930er Jahre statt. Erste Studien zeigen, dass eine retrospektive Forschung wertvolle Rückschlüsse auf die Entwicklung des deutsch-amerikanischen Wald- und Naturverständnisses ermöglicht eine in heutiger Zeit noch weitgehend unbeachtete, dafür aber umso wichtigere Komponente der Umweltwahrnehmung. Gleichzeitig ist die besondere Bedeutung eines nachhaltigen Ressourcenmanagement aufzuzeigen. Folgende wissenschaftliche Fragen lassen sich ableiten: - Sozial- und mentalitätsgeschichtlich: In welcher Form und in welchem Maße wirkten sich Erfahrungen erlebter Ressourcenknappheit der Auswanderer auf Reaktionen auf die sich im 19. Jahrhundert zunehmend verschlechternde Waldressourcenqualität in den USA aus ? - Umweltgeschichtlich: Ist bereits im 18. und 19. Jahrhundert eine dezidierte Umweltwahrnehmung im deutsch-amerikanischen Auswanderungsmilieu festzustellen ? - Forstgeschichtlich: Inwiefern trägt eine von außerhalb der Staatsgrenzen erfolgte kritische Betrachtung sowohl nordamerikanischer als auch deutscher Waldbewirtschaftung dazu bei, auf beiden Seiten forsthistorische Aussagen des 19. und 20. Jahrhunderts zu relativieren ? - Ressourcenpolitisch: Welche Ansatzpunkte liefert eine zeitnähere und räumlich verlagerte Untersuchung der Ressourcenproblematik in den USA, um die heutige Gesellschaft und Politik für einen nachhaltigen Umgang mit ihren Lebensressourcen zu sensibilisieren ?

Entwicklung der politischen Debatte zur Ressourceneffizienz in Deutschland bis 2059

Baseline Studie zu Biokraftstoffen 2008

Die Europäische Union fördert die Nutzung von Biokraftstoffen und anderen erneuerbaren Energien im Transportwesen. Die im April 2009 entsprechend neu aufgelegte Richtlinie für Erneuerbare Energien sieht vor, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transport eingesetzten Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien stammen. Außerdem gibt die EU-Richtlinie vor, welche Nachhaltigkeitsanforderungen die Biokraftstoffe erfüllen müssen, die im Geltungsbereich der Richtlinie gehandelt werden. Im Rahmen eines zweijährigen Projekts hat Ecofys für die Europäische Kommission untersucht, welche Auswirkungen auf Nachhaltigkeit von einer Biokraftstoffnutzung in der EU zu erwarten sind. Dieser Abschlußbericht enthält grundlegende Informationen zu Herstellung und Nutzung von Biokraftstoffen, zur Herkunft der Rohstoffe und den damit verbundenen Dynamiken im internationalen Handel und der Politik. Es ist zugleich eine Analyse der Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Landnutzungsänderung. Im Jahr 2008 wurde der Großteil der in der EU verbrauchten Biokraftstoffe in Europa produziert (ca. 70 Prozent). Auch die zur Herstellung der Biokraftstoffe verwendeten Rohstoffe stammten mehrheitlich aus Europa (ca. 60 Prozent). Außerhalb der EU sind nationale Rechtsvorschriften noch nicht auf die Nachhaltigkeitsanforderungen vorbereitet, die die EU für Biokraftstoffe anlegt. Freiwillige Zertifizierungssysteme werden jedoch weitgehend akzeptiert und in Ländern angewandt, die viel zum europäischen Biokraftstoffmarkt beitragen, wie Brasilien, Indonesien oder Malaysia. Das Projekt war eine Zusammenarbeit zwischen Ecofys, Winrock, Agra CEAS, der Chalmers University und IIASA.

Sonderforschungsbereich (SFB) 990: Ökologische und sozioökonomische Funktionen tropischer Tieflandregenwald-Transformationssysteme (Sumatra, Indonesien), Teilprojekt C02: Soziokulturelle und institutionelle Transformationsprozesse im ländlichen Jambi

Das Projekt verfolgt zwei Hauptziele der Kulturlandschaftsforschung: i) Erklärung der räumlichen und zeitlichen soziokulturellen Heterogenitäten durch Untersuchung der sozio-ökonomischen Stadt-Land-Beziehungen und soziokultureller Strömungen, und ii) Erklärung der regional verschiedenen Ressourcenpolitiken und -planungen durch Analyse der Governance-Ansätze auf unterschiedlichen räumlichen und administrativen Skalen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die gesetzliche Regelungsvielfalt Zugangs- und Eigentumsverhältnisse und das sozial-ökologische System erheblich beeinflusst. Die Arbeiten werden anhand von Fallstudien unter Anwendung qualitativer Methoden durchgeführt.

Comparative Evaluations of Innovative Solutions in European fisheries management (CEVIS)

Konflikte um naturale Grundstoffe vom 18. bis zum 20. Jahrhundert; Umwelt- und Ressourcenökonomik: Theorie und Praxis staatlich regulierter Ressourcennutzung im Übergang zur Moderne (18. und frühes 19. Jahrhundert)

Aufgabe dieses Forschungsbereichsvorhabens ist es zu untersuchen, wie im Kameralismus das Problem natürlicher Ressourcen sowohl in den theoretischen Überlegungen der kameral-wissenschaftlichen Publizistik als auch in den praxisbezogenen Anleitungen der kameralistischen Verwaltungspraxis das Problem natürlicher Ressourcen gelöst worden ist. Insbesondere ist der Frage der Nachhaltigkeitsidee nachzugehen und zu prüfen, welche Bedeutung ihr als gemeinwohlverpflichtete Ressourcenpolitik zum Ausgleich divergierender Bedürfnis- und Nutzungsinteressen bis um 1850 konkret zukam. Für eine solche Prüfung ist herauszuarbeiten, welches Wertkonzept den kameralistischen ressourcenpolitischen Vorschlägen zugrunde liegt und welche Annahmen über die Beziehung von individueller und staatlicher 'Glückseligkeit' hinter diesen Vorschlägen stehen. Überprüft werden soll die These, dass die Positionen der neoklassischen Umwelt- und Ressourcenökonomie zu diesen Fragestellungen, nämlich das Konzept des sowohl einen instrumentellen Wert als auch einen anthropozentrischen Eigenwert umfassenden ökonomischen Gesamtwertes einer natürlichen Ressource sowie die regulative wohlfahrtsökonomische Idee eines dem Gemeinwohl verpflichteten Diktators schon im Kameralismus vertreten sind. Weiterhin ist danach zu fragen, welche Effekte obrigkeitlich-administrative Interventionen wie Preistaxen, Verbote, Beschränkungen oder Privilegien für die Einführung neuer Produktionstechniken und die Erweiterung des Marktangebots oder die Versorgung der Konsumenten hatten.

Berlin treibt Klimaanpassung in Städten und nachhaltige Ressourcenpolitik voran

Berlin setzt sich auf der heute in Leipzig zu Ende gehenden Umweltministerkonferenz (UMK) der Länder und des Bundes entschieden für eine stärkere Klimaanpassung in urbanen Räumen sowie für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen ein. Auf Initiative von Umweltsenatorin Ute Bonde standen dabei insbesondere die Resilienz von Ballungsräumen gegenüber den Folgen des Klimawandels sowie das Phosphorrecycling im Fokus. Ballungsräume sind in besonderem Maße von zunehmenden Hitzeperioden, Starkregenereignissen und Luftbelastungen betroffen. Gleichzeitig erschwert ein hoher Versiegelungsgrad die natürliche Klimaanpassung und verstärkt die Belastungen für die Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund hat die Umweltministerkonferenz auf Initiative Berlins den Bund aufgefordert, ein spezifisches Finanzierungsinstrument für Städte und Metropolregionen zu schaffen. Mit den Mitteln sollen gezielt Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt werden – darunter die Verbesserung und Vernetzung städtischer Grün- und Wasserflächen, die Entsiegelung von Böden sowie die Wiederherstellung stadtnaher Ökosysteme. Bestehende Förderprogramme greifen häufig zu kurz, da sie überwiegend auf den ländlichen Raum ausgerichtet sind. „Gerade dicht besiedelte Städte müssen wir konsequent auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten. Resiliente Ballungsräume sind eine zentrale Voraussetzung für Gesundheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Stabilität. Berlin zeigt, wie Klimaanpassung im urbanen Raum konkret umgesetzt werden kann“, erklärte Senatorin Ute Bonde . Neben der Klimaanpassung setzt sich Berlin auch für eine nachhaltige Ressourcenpolitik ein. Auf Initiative Berlins war ein weiterer Schwerpunkt der UMK daher das Phosphorrecycling aus Klärschlämmen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus geopolitisch sensiblen Regionen zu reduzieren und die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken. Die Umweltministerinnen und -minister bekräftigten, dass an der ab 2029 geltenden Pflicht zur Phosphorrückgewinnung festgehalten wird. Zugleich fordern sie den Bund auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen zügig so anzupassen, dass recycelter Phosphor wirtschaftlich konkurrenzfähig wird. Dies soll Investitionen in entsprechende Anlagen fördern und die Kreislaufwirtschaft stärken. Mit diesen Initiativen unterstreicht Berlin seine Rolle als Treiber einer integrierten Klima- und Ressourcenpolitik – mit besonderem Fokus auf die Herausforderungen und Potenziale urbaner Räume.

Energieforschungsplan EVUPLAN, Aufbau eines Registers für Rechenzentren in Deutschland und Entwicklung eines Bewertungssystems für energieeffiziente Rechenzentren

a) Zielstellung, fachliche Begründung: Forschung, Wirtschaft und Politik suchen nach Lösungen, um die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen durch die IKT zu reduzieren. Rechenzentren werden derzeit weder statistisch erfasst, noch existiert eine Datenbasis in der die Energieverbräuche der RZ in Deutschland anhand gemessener oder von den Unternehmen bilanzierter und gemeldeter Zahlen enthalten sind. Dieser Umstand macht es schwierig, die Energieeffizienz von Rechenzentren und die Entwicklung der Energieverbräuche der Branche zu bewerten. Das Vorhaben soll Rahmenbedingungen schaffen, die zur Erhöhung der Energieeffizienz in den deutschen RZ beitragen. Anhand eines entwickelten Standards soll die jeweilige Situation, in Bezug auf die Energieeffizienz des RZ, transparent und nachvollziehbar gemacht werden. b) Output Das Vorhaben hat folgende Schwerpunkte: 1. Klassifizierung der RZ in Deutschland anhand von Marktdaten, Umfragen und weiteren Recherchemöglichkeiten. Entwicklung eines zentral raumbezogenen Informationssystems, das in der Form einer Landkarte für RZ im Internet veröffentlicht werden soll.2. Prüfung von Möglichkeiten, ob und wie eine möglichst vollständige und kontinuierliche Datenerfassung der RZ erreicht werden kann.3. Entwicklung eines nationalen Bewertungssystem für energieeffiziente RZ und Ermittlung von Eigenschaften und Indikatoren, die geeignet sind einen Energieindex berechnen zu können und somit die RZ im Bestand zu bewerten.4. Entwicklung einer Software, die für die Berechnung der Energieeffizienz eines Rechenzentrums alle relevanten Berechnungen durchführt und dem Nutzer der Software ein Ergebnis der Berechnung generiert.5. Untersuchung der Machbarkeit eines EU-Bewertungssystems für RZ. Auf drei Begleitkreistreffen sollen die Ergebnisse des VH mit der Fachöffentlichkeit diskutiert werden.

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