Dieses im Angesicht des Klimawandels initiierte Projekt beschäftigt sich mit der Problematik, dass einige der gängigen Stadtbaumarten unter den zunehmend wärmeren und trockneren Sommern sowie unter neu eingewanderten Schädlingen und Erkrankungen so stark leiden, dass sie in vielen Fällen den ästhetischen Ansprüchen an einen Straßenbaum nicht mehr genügen (Bsp. Kastanienminiermotte), zu einer Gefährdung werden (Bsp. Bruchproblematik durch Massaria-Erkrankung an Platanen) oder gänzlich absterben (Bsp. Eschentriebsterben bei Fraxinusarten). In dem langfristig angelegten Projekt werden an Hand verschiedener Kriterien zukunftsträchtige Baumarten aus dem (süd-) osteuropäischen, aber auch nordamerikanischen und asiatischen Raum ausgewählt, die auf Grund ihrer Eigenschaften potentiell in der Lage sind, den prognostizierten Klimabedingungen unserer Städte zu trotzen. Diese Arten werden in drei bayerischen Städten aufgepflanzt.
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Veränderung der Umwelt und damit verbundenen Risiken stehen der Bevölkerung hauptsächlich über die Massenmedien zur Verfügung. Diese Informationen sind zusammen mit der individuellen Wahrnehmung von Umweltveränderungen die Grundlage für die subjektive Einschätzung von Umweltrisiken. Dabei werden impersonal risks zunehmend relevant: Risiken, die zwar nicht als direkte persönliche Bedrohung für das Individuum, sondern als Bedrohung für die Natur wahrgenommen werden, aus denen aber Konsequenzen für das Individuum resultieren (z.B. Klimaerwärmung). Die für die Erklärung individuellen Verhaltens essentiellen Zusammenhänge von Medienwirkungen, Informationsverarbeitung von naturwissenschaftlichen Themen und individueller Umweltwahrnehmung bei impersonal risks sind bislang nicht erforscht. Das hier vorgestellte interdisziplinäre Projekt (Kommunikationswissenschaft, Terrestrische Ökologie) will diesen Zusammenhang anhand eines Feldexperiments am Beispiel der Rosskastanienminiermotte, Cameraria ohridella, untersuchen. Dies ist eine invasive Art, deren Larven als Folge ihrer Fraßtätigkeit ein auffälliges Schadbild an Kastanienbäumen verursachen. Die Blätter verbräunen frühzeitig und fallen bereits im Juli und August ab. Diese Umweltveränderung ist für den Laien gut wahrnehmbar. Die Rosskastanie ist ein häufiger Baum in Deutschland, der Befall der Bäume innerhalb Deutschlands aber unterschiedlich. Die Kastanienmotte ist daher ein idealer Modellorganismus, mittels dessen die Umweltwahrnehmung von Individuen in der empirischen Untersuchung über die Auswahl unterschiedlich betroffener Gebiete variiert werden kann. Es wird ein Feldexperiment mit einer Rezipientenbefragung durchgeführt. Mittels naturwissenschaftlicher Ratingverfahren werden 12 Regionen in Deutschland ausgewählt, die sich im Befall der Kastanien und damit hinsichtlich der tatsächlichen Umweltveränderung für die Befragten deutlich unterscheiden. Das Projekt gliedert sich in drei Teilfragestellungen. Erstens wird untersucht, wie unterschiedliche mediale Informationen zu impersonal risks verarbeitet werden und welche Zusammenhänge sich mit der individuellen Umweltwahrnehmung zeigen. Zweitens wird untersucht, welche individuellen Faktoren von Informationsverarbeitung und Umweltwahrnehmung unterschiedliche subjektive Risikowahrnehmungen erklären. Dabei interessiert die Interaktion zwischen medialer Risikodarstellung und subjektiver Risikowahrnehmung und ob es bei Übereinstimmung von Darstellung und tatsächlicher Umweltveränderung zur Verstärkung der subjektiven Risikowahrnehmung kommt. Ergebnisse dazu sollen auch der Theoriebildung in der Kommunikationswissenschaft dienen. Drittens werden in dem Feldexperiment tatsächlich getätigte Handlungen evaluiert, um zu klären, welche Verhaltensadaptionen aus der subjektiven Risikowahrnehmung und der Informationsverarbeitung bei impersonal risks folgen und in wie weit diese durch Medienwirkungen erklärbar sind.
Von Kraftfahrzeugen werden nachweislich Schwermetalle (Blei, Cadmium, Zink, Platin) emittiert, die u.a. zu einer Kontamination der straßenbegleitenden Vegetation führen. Das Ausbringen von Streusalz auf Straßen und Wegen trägt zudem zur Schadstoffbelastung bei. Ziel des Vorhabens ist, Proben von Böschungsmähgut an unterschiedlich stark befahrenen Straßen sowie Laubproben aus dem Stadtgebiet von München an Straßen, Plätzen und Parks zu sammeln und auf den Gehalt von Fremdstoffen (Salze, Schwermetalle, organische Stoffe) zu untersuchen. Zum Erhalt statistisch abgesicherte Ergebnisse sollen jeweils zwei Probenahmekampagnen durchgeführt werden. Über die statistische Auswertung wird die Korrelation zwischen den Schadstoffgehalten und der jeweiligen Verkehrsdichte ermöglicht. Die Ergebnisse werden anschließend mit Untersuchungen aus den Jahren 1985- 1987 verglichen. Damit soll die bisher fehlende Grundlage geschaffen werden, die Belastung des Straßenbegleitgrüns bei unterschiedlichen Emissionsbedingungen zu prüfen, um die ökologisch sinnvolle Verwertung dieses organischen Materials durch fundierte Daten zu ermöglichen und ggf. anhand des Verkehrsaufkommens stärker belastetes Material bereits im Vorfeld ausscheiden zu können. Darüber hinaus werden zusätzlich aktuelle Fragestellungen aus dem Pflanzenschutz zu behandelt. Konkret beziehen sich diese Untersuchungen auf die in Bayern 1993 erstmals nachgewiesene Miniermotte an Kastanien, die über Mazedonien und Österreich eingeschleppt wurde. Versuche haben gezeigt, dass ohne gezielte Gegenmaßnahmen dieser Schädling Kastanien innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringt, allerdings durch den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Confidor WG70 (Wirkstoff Imidacloprid) erfolgreich bekämpft werden kann. Weitgehend unbekannt sind dagegen die zeitlichen Veränderungen der Wirkstoffkonzentrationen des Imidacloprids in den behandelten Bereichen, die Mobilität des Wirkstoffes im Boden und die räumlichen Verteilungen innerhalb der verschiedenen Höhenetagen eines behandelten Baumes. Daher sollen durch laborchemische Untersuchungen die langfristige direkte Belastung des Baumes und die indirekte potentielle Belastung von Böden z.B. durch die Kompostierung des Laubs zu ermitteln. Hierzu werden auch Versuche zur Bodenverlagerung durchgeführt und Sickerwasserproben untersucht.
Invasive alien species are recognized as one of the leading threats to biodiversity. They also impose enormous costs on agriculture, forestry and human health. In Europe and elsewhere, most countries are presently developing national and international strategies to assess the full scope of the danger represented by invasive non-indigenous species, and to take the necessary measures to prevent and manage the threat effectively. The initial step in a national programme against non-indigenous species must be a survey of the species already established in the country, as well as those species which are likely to invade the country in the near future, together with their perceived, actual and potential economic and environmental impact. In this project, we propose to carry out an inventory of non-indigenous insects in Bulgaria, Macedonia and Albania. The general objective of the project is to provide these three countries wit information on invasive alien insects in the Balkans and to develop local expertise in the field of invasive alien species management. This will allow the development of national strategies against alien insects, and non-indigenous organisms in general. Firstly, a database on non-indigenous insects established in Bulgaria, Macedonia and Albania will be set up. Then, we will provide informative fact sheets for the 30-40 main invasive, or potentially invasive, insects in the region. Finally, we will analyse the data to extract information on pathways, species or ecosystems traits that make them prone to invasion, and we will incorporate these analyses into similar studies carried out as part of on-going European projects on risk and impact assessment. In addition, as a case study, we are assessing the impact of the horse-chestnut leaf miner, Cameraria ohridella, an invasive moth which first appeared in the Balkans in the 1980s before spreading to the whole of Europe, and which is suspected to threaten the few remaining endemic stands of horse-chestnut (Aesculus hippocastanum) in the Balkans.
Seit 1990 breitet sich die Miniermotte Cameraria ohridella in ganz Mitteleuropa aus und gefaehrdet durch ihr Massenauftreten unsere Kastanienbaeume. Mit molekularen Methoden (zunaechst Allozymanalysen) soll die genetische Variabilitaet mehrerer sueddeutscher Populationen erfasst werden, um daraus auf das Ausbreitungsmuster rueckschliessen zu koennen. Die Studie koennte als Grundlage einer biologischen Bekaempfung dieses aggressiven Schaedlings dienen.
Begruendung des Vorhabens: Mit der Rosskastanienminiermotte ist in unserem Faunenkreis ein neues Schadinsekt aufgetaucht, das sich mit sehr grosser Geschwindigkeit, offensichtlich unbehindert von natuerlichen Feinden ausbreitet und nach bisheriger Einschaetzung eine potentielle Gefaehrdung hiesiger Rosskastanien darstellt, die nicht nur als aesthetische Elemente sondern auch als oekologische Refugien das staedtisch-doerfliche Gruen, Parkanlagen und Biergaerten sowie als Alleebaeume Strassenzuege bereichern. Es ist Ziel des hier beantragten Vorhabens, Grundlagen fuer eine biologisch fundierte und oekologisch vertraegliche Schadensbegrenzung zu erarbeiten.
Das interdisziplinaere Projekt CONTROCAM beschaeftigt sich mit der Rosskastanienminiermotte, Cameraria ohridella, einem faunenfremden Kleinschmetterling, der sich in den letzten Jahren ueber weite Gebiete Europas ausgebreitet hat. Ein erstes Ziel von CONTROCAM ist eine Bestandsaufnahme des momentanen Befalls und eine Abschaetzung der zukuenftigen Bedeutung von C. ohridella fuer die Rosskastanien sowohl in europaeischen staedtischen Oekosystemen als auch an den natuerlichen Standorten am Balkan. Die potentielle Gefaehrdung der europaeischen Forstwirtschaft durch einen moeglichen Wirtswechsel der Motte auf andere Baumarten wird ueberprueft. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von nachhaltigen Bekaempfungsmethoden, wie z.B. der Einsatz von Pheromonen, biologische Schaedlingsbekaempfung und kulturtechnische Massnahmen. Weiters werden die Epidemiologie und die Verbreitungsmechanismen der Motte studiert. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen wird ein IPM-taugliches Bekaempfungskonzept fuer die Miniermotte erstellt, das in allen geographischen, wirtschaftlichen und klimatischen Regionen der EU angewendet werden kann. Ausserdem wird die Fallstudie an C. ohridella als Modell verwendet, um Strategien fuer den Umgang mit zukuenftigen, eingeschleppten Schaderregern zu entwickeln.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 10 |
| Europa | 1 |
| Land | 8 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 10 |
| Text | 7 |
| unbekannt | 1 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 8 |
| Offen | 10 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 17 |
| Englisch | 2 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 4 |
| Keine | 8 |
| Webseite | 9 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 12 |
| Lebewesen und Lebensräume | 18 |
| Luft | 12 |
| Mensch und Umwelt | 18 |
| Wasser | 12 |
| Weitere | 17 |