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Scrubber-Abwasser: Einleitverbote zum Schutz der Meere empfohlen

Scrubber-Abwasser: Einleitverbote zum Schutz der Meere empfohlen Das Umweltbundesamt hat die Auswirkungen der Abwassereinleitungen aus Abgasreinigungsanlagen von Seeschiffen (Scrubber) auf die Meeresumwelt untersuchen lassen. Das Scrubber-Abwasser enthält Schadstoffe wie Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, seine Einleitung in die Meere wird als äußerst bedenklich eingestuft. Einleitverbote – mindestens regional – werden empfohlen. Im Auftrag des Umweltbundesamtes (⁠ UBA ⁠) untersuchte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit weiteren Partnern im Projekt „Environmental Impacts of Discharge Water from Exhaust Gas Cleaning Systems on Ships (ImpEx)“ im Zeitraum von 2020 bis 2023 Abwasserproben von vier Schiffen auf die Schadstoffbelastung und deren ökotoxikologische Wirkung. Sowohl wasserlösliche als auch partikelgebundene Schadstoffe wurden erfasst. Insbesondere Vanadium, Nickel, Kupfer, Eisen und Zink sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (⁠ PAK ⁠) reichern sich im Abwasser der Scrubber an und können bei Meeresorganismen zu Genmutationen oder Vergiftungen führen. In Labortests wurde die Gesamttoxizität des Abwassers an marinen Leuchtbakterien, Algen und Ruderfußkrebsen untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass das Abwasser je nach Scrubber-System als „praktisch nicht toxisch“ bis „hochgradig toxisch“ und „extrem toxisch“ zu bewerten ist. Darüber hinaus erfolgten spezifische Tests auf mutagene und dioxinähnliche Wirkung, die in vielen Proben ebenfalls nachgewiesen werden konnten. Einleitverbote für Scrubber-Abwasser empfohlen Die Ergebnisse begründen den dringenden Handlungsbedarf: Als erste Maßnahme schlägt das BSH vor, in besonders sensiblen Meeresgebieten (Particular Sensitiv Sea Areas) und/oder küstennahen Gebieten ein Einleitverbot auszusprechen. Ein globales Verbot, Scrubber-Abwasser in die Meeresumwelt zu leiten, wird als nur langfristig umsetzbare Maßnahme bewertet, da für überregionale Meeresgebiete die Entscheidungen auf internationaler Ebene in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) getroffen werden. Um diesen Prozess voranzubringen, wurden die Studienergebnisse auch bei dem zuständigen Umweltschutzgremium (MEPC) der IMO eingereicht. Das UBA setzt sich dort sowie auf regionaler Ebene (Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee – HELCOM und des Nordostatlantiks – ⁠ OSPAR ⁠) und national im Rahmen des Maßnahmenprogramms für die Nord- und Ostsee zur Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtline (MSRL) für eine Minderung der Scrubber-Abwassereinleitungen ein. Scrubber-Technik verlagert Schadstoffeintrag von der Luft ins Wasser Scrubber sind Abgasreinigungssysteme, die als Alternative zu schwefelreduziertem Kraftstoff für Seeschiffe zugelassen sind. Dabei wird Meerwasser im Abgas versprüht, um den Schwefel aus diesem auszuwaschen. Neben dem ausgewaschenen Schwefel gelangen weitere Schadstoffe wie Schwermetalle, Ölrückstände und auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (⁠ PAK ⁠) in das Abwasser. Dieses Wassergemisch aus zum Teil langlebigen und krebserregenden Schadstoffen wird oftmals fast ungereinigt ins Meer eingeleitet und belastet somit die Meeresumwelt. Heute setzen ungefähr 25 Prozent der Welthandelsflotte (bezogen auf die Tragfähigkeit der Schiffe) Scrubber ein. So können die Schiffe weiter mit kostengünstigem Schweröl fahren. Im „open-loop“-Verfahren von Scrubbern wird Meerwasser verwendet und direkt wieder ins Gewässer eingeleitet. Im „closed-loop“-Verfahren wird das Wasser mehrfach verwendet, teilweise gereinigt und kann für einen gewissen Zeitraum an Bord in Tanks gespeichert werden. Wird dieses Abwasser nicht im Hafen entsorgt, sondern außerhalb von Verbotszonen eingeleitet, wird befürchtet, dass dort Hot Spots, Gebiete mit besonders hoher Schadstoffbelastung, entstehen.

LUBW Monatsthema: 101 Jahre Seenforschung – Die Seen Baden-Württembergs immer im Blick

Das Institut für Seenforschung der LUBW begeht dieses Jahr sein 101-jähriges Jubiläum. In einem Festakt wurde die langjährige Arbeit gewürdigt und in spannenden Vorträgen vorgestellt. Seit dem Jahr 1920 wird der Zustand der Seen in Baden-Württemberg systematisch erforscht. Nach intensiver, auch international beachteter Grundlagenforschung, helfen die heute gewonnenen Erkenntnisse dabei, die vielen hundert Seen des Landes zu schützen und ihre wertvollen Funktionen zu erhalten. Um das Ökosystem See zu verstehen, arbeiten Fachleute aus mehreren Arbeitsgebieten zusammen und bewerten gemeinsam den Zustand der Seen in Baden-Württemberg. In einem seit dem Jahr 2007 erscheinenden Arbeitsbericht fasst das ISF alljährlich die wichtigsten sedimentologischen, physikalischen, chemischen und biologischen Ergebnisse der zuvor untersuchten Seen einzelner Projekte zusammen. Hydrobiologie – Was in den Seen Baden-Württembergs wuselt Ein wichtiges Untersuchungsgebiet des ISF ist die Hydrobiologie. Darunter fällt beispielsweise die Erfassung der Phytoplankton-Biomasse der Seen. Zum Phytoplankton gehören verschiedene Algen und Cyanobakterien. Die Gesamtbiomasse und die Artenzusammensetzung des Phytoplanktons sind ein Indikator für die Nährstoffbelastung eines Sees. Bild zeigt: Mikroskopaufnahme von Phytoplankton im Bodensee, Quelle: LUBW Aber auch andere Kleinstlebewesen, wie Wasserflöhe und Ruderfußkrebse sind als Konsumenten des Phytoplanktons für das ISF von Interesse. Manchmal tauchen auch außergewöhnliche Arten auf. So wurde erst dieses Jahr zum ersten Mal der Süßwasser-Borstenwurm im Bodensee durch das ISF nachgewiesen. Invasive Arten spielen bei den Untersuchungen der Seen eine wichtige Rolle. So breitet sich die Quagga-Muschel rasant im Bodensee aus. Erstmals gefunden wurde sie im Jahr 2016. Durch ihre frei im Wasser schwimmenden Larven konnte sie seitdem in alle Bereiche des Sees vordringen. Das ISF überprüft regelmäßig das Auftreten von „Neuankömmlingen“, die ursprünglich nicht im Bodensee vorkamen. Dazu zählen auch die Schwebegarnele oder der Höckerflohkrebs. 101 Jahre Arbeit für die Seen im Land Bild zeigt: Rednerin Eva Bell, Präsidentin der LUBW, während des Festaktes, Quelle: LUBW Die hydrobiologischen Untersuchungen waren auch Thema in einem der drei Fachvorträge, die im Rahmen des Festakts gehalten wurden. Außerdem wurden die Herausforderungen der Hydrochemie in einem Beitrag gezeigt: Nachdem ursprünglich die Nährstoffe stark im Vordergrund standen, sind seit geraumer Zeit anthropogene Spurenstoffe eine Herausforderung. In einem weiteren spannenden Vortrag referierten Mitarbeitende des ISF über den Fortschritt der Untersuchungsmethoden - vom Senkblei zu numerischen Modellen und Satelliten gestütztem Monitoring. Im anschließenden Festakt kamen auch Umweltministerin Thekla Walker MdL, Präsidentin Eva Bell und Ulrich Müller, Minister a.D. und Vorsitzender des Vereins der Freunde des ISF, zu Wort. Sie erinnerten an die langjährige Historie und würdigten die wichtige und erfolgreiche Arbeit des ISF. Mehr zum Thema:

EU-Kommission lehnt Genehmigung von Antifouling-Wirkstoff ab

Cybutryn, besser bekannt unter dem Handelsnamen Irgarol®, ist ab dem 27. Januar 2017 nicht mehr als Wirkstoff in Antifouling-Produkten zulässig. Dies hat die EU-Kommission bereits am 27. Januar 2016 beschlossen. Antifouling-Wirkstoffe sollen Aufwuchs (Fouling) durch Einzeller, Algen und kleine Tiere – wie Seepocken oder Muscheln – auf Schiffsrümpfen verhindern, indem sich die Wirkstoffe langsam aus der Farbe lösen und ins umliegende Wasser gelangen. Dort schaden sie auch den lokalen Ökosystemen, zu denen Wasserpflanzen, Ruderfußkrebse und Algen gehören. Wenn im Frühjahr frisch gestrichene Bootskörper zu Wasser gelassen werden, gelangen auf diesem Weg besonders viele Biozide in die Gewässer. Mit Cybutryn wird zum ersten Mal ein Wirkstoff der Produktart Antifouling aufgrund von unannehmbaren Umweltrisiken nicht genehmigt. Restmengen von Antifouling-Produkten mit Cybutryn müssen bis zum Stichtag – 27. Januar 2017 – entsorgt werden.

Seen/Messprogramm Biologie (StALU MS Neubrandenburg)

Erfassung biologischer Parameter an stehenden Gewässern.

Marine Art des Monats November 2010

Die Marine Art des Monats im November 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist Stephos longipes – ein Eiscopepode. Stephos longipes ist ein kleiner calanoider Copepode, der um den antarktischen Kontinent beheimatet ist. Copepoden (Ruderfußkrebse) sind unter einem bis etwa zwölf Millimeter große Krebstiere, die im Meer von den flachen Schelfgebieten bis in größte Tiefen vorkommen. In den meisten Meeresgebieten stellen sie sowohl die häufigste als auch die artenreichste Gruppe im Zooplankton.

Seen/Meßprogramm Biologie (StALU VP Stralsund)

Erfassung biologischer Parameter an stehenden Gewässern.

Densities of benthic taxa with depth (CON 01-01 and CON 01-04 expeditions).

Abstract

Vertical distribution in the sediment of the different animal groups found in station CON01-433 (Vydrino Shoulder) in the abyssal zone of Lake Baikal, expressed as the number of individuals per m2.

Abstract

Vertical distribution in the sediment of the different animal groups found in station CON01-416 (Continent Ridge) in the abyssal zone of Lake Baikal, expressed as the number of individuals per m2.

Abstract

Vertical distribution in the sediment of the different animal groups found in station CON01-427 (Posolskoe Bank) in the dimictic zone of Lake Baikal, expressed as the number of individuals per m2.

Abstract

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