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1) Ziel sind Forschungsbeiträge, die eine Umsetzung zentraler ICCM5-Beschlüsse im Sinne nachhaltiger Chemie und der Agenda 2023 Sustainable Development Goals befördern 2) Gezielte Beiträge u.a. - zur Bearbeitung von Issues of Concern; - zur beispielhaften Etablierung von Multi-Sektor-Multi-Stakeholder-Partnerschaften / Aktionsplänen u.ä. für spezifische Themen; - zur Fortsetzung der Indikatorenarbeit für die Fortschrittsermittlung zum von der ICCM5 beschlossenen Zielsystem (Strategic Objectives, Targets, Milestones); - zu möglichen weiteren Beschlüssen, deren Umsetzung prioritär ist und Forschungsbeiträge erfordert.
Akteure, die Chemikalien verwenden oder managen, sollen konzeptionell stimmige Ansätze für eine Transformation ihrer Praxis zu nachhaltiger Entwicklung erhalten. Dafür soll das Vorhaben zwei synergetische Aktivitäten entfalten. 1. Die Instrumente zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Chemikalien, der UBA-Leitfaden Nachhaltige Chemikalien und das korrespondierende IT-Tool SubSelect, sollen inhaltlich weiterentwickelt und technisch in einer Webanwendung vereinigt werden. Fachlich sollen ergänzend zu bestehenden Elementen u.a. Anforderungen der Kreislaufwirtschaft stärker berücksichtigt werden. Damit erhalten Industrieunternehmen praxisorientierte Unterstützung zur Nachhaltigkeitsbewertung und Auswahl von Chemikalien und chemischen Gemischen.2. Für einen chemie-intensiven Sektor (z.B. Bauprodukte) soll eine umsetzungsorientierte Roadmap entwickelt werden. Referenzpunkte für eine solche Transformationsroadmap sind die Agenda 2030 mit Einhaltung der planetaren Grenzen und Erreichen des Gemeinwohls. Die Roadmap/s soll/en anschlussfähig sein an UNEP-Aktivitäten zu Green and Sustainable Chemistry, Aktivitäten des ISC3, Erkenntnisse und Empfehlungen des Global Chemicals Outlook II, das GEF SAICM-Projekt 'Chemicals Without Concern', sowie die Entwicklung von Indikatoren für SAICM und SMCW beyond 2020. Aus dem ausgewählten Sektor sollen Beispiele identifiziert und die verwendeten Chemikalien mit der neuen Webanwendung auf ihre Nachhaltigkeit bewertet werden.
<p>Im Umgang mit Chemikalien geht es vor allem darum, negative Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit zu minimieren, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig den Nutzen von Chemikalienanwendungen für eine nachhaltige Entwicklung zu maximieren. Für dieses Ziel muss eine Vielzahl von Akteuren international zusammenarbeiten und konzertiert wirksame Instrumente zum globalen Chemikalienmanagement einsetzen.</p><p>Beyond 2020 - eine entscheidende Phase für das Chemikalienmanagement weltweit</p><p>Globale Trends zeigen ungebremst steigende Herstellungs- und Verwendungsmengen von immer zahlreicheren Chemikalien in zunehmend vielfältigeren Anwendungen und Erzeugnissen. Dadurch wachsen weltweit die Anforderungen an ein verantwortungsvolles Chemikalienmanagement. Gleichzeitig entwickeln sich jenseits bisheriger Industrie-Regionen neue Schwerpunkte der Chemieindustrie und rasch wachsende Konsummärkte.</p><p>2002 wurde auf dem Weltgipfel in Johannesburg das sogenannte 2020-Ziel für Chemikalienmanagement vereinbart. Es besagt im Kern, dass beim Umgang mit Chemikalien in allen Phasen ihres Lebenszyklus signifikante negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bis zum Jahr 2020 weltweit minimiert werden sollen. Bis zum Zieljahr 2020 wurde dies nicht erreicht. Das hat der <a href="https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/27651/GCOII_synth.pdf?sequence=1&isAllowed=y">Global Chemicals Outlook II</a> (GCO II) des <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UN#alphabar">UN</a>-Umweltprogramms (<a href="https://www.unep.org/">UNEP</a>) im April 2019 ausdrücklich bestätigt.</p><p>Über das künftige internationale Chemikalien- und Abfallmanagement haben die Staaten und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Stakeholder#alphabar">Stakeholder</a> auf der Fünften Weltchemikalienkonferenz (International Conference on Chemicals Management - <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/die-weltchemikalienkonferenz-warum-wir-sie-brauchen">ICCM5</a>) entschieden. Ende September 2023 wurden unter deutschem Vorsitz in Bonn <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/neues-globales-rahmenwerk-fuer-chemikalien">zukunftsweisende Beschlüsse</a> gefasst und lassen dem Strategischen Ansatz zu Internationalem Chemikalienmanagement (SAICM) das Global Framework on Chemicals – For a Planet Free of Harm from Chemicals and Waste (GFC) folgen.</p><p>Bewährte Instrumente nutzen, verbreiten und weiterentwickeln</p><p>Trotz der Fortschritte in vielen Bereichen sind aus Sicht des Umweltbundesamtes erheblich stärkere Entschlossenheit und konsequentere Orientierung aller Akteure auf dieses übergreifende gemeinsame Ziel dringend notwendig. Politisch und fachlich kann das neue Zielsystem des GFC die konkrete Abstimmung und Umsetzung der zahlreichen dafür erforderlichen Maßnahmen und Beiträge deutlich erleichtern. Gleichzeitig ist die zweite große Herausforderung eines erheblichen Kapazitätsaufbaus zu bewältigen, denn vielerorts müssen geeignete Instrumente des Chemikalienmanagements erst noch eingerichtet werden. Weltweit müssen die besten Praktiken kontinuierlich verbreitet und weiterentwickelt werden, um den Zielen des GFC auch global näher zu kommen und gleichzeitig die anderen Ziele der <a href="https://sdgs.un.org/2030agenda">Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung</a> voranzutreiben. Wichtige bereits existierende Bausteine und Grundlagen dafür sind:</p><p>Nachhaltige Entwicklung im und mit Chemikalienmanagement konsequenter vorantreiben</p><p>Das 2020-Ziel wenigstens "beyond 2020" zu erreichen erfordert aus Sicht des Umweltbundesamts aber deutlich mehr. Zur konsequenten Ausrichtung aller Maßnahmen im Chemikalienmanagement - genannten wie ungenannten, verbindlichen wie zahlreichen freiwilligen - muss ein umfassendes, für viele auch transformatives Konzept für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-management/nachhaltige-chemie-0">Nachhaltige Chemie</a> eine zukunftssichere fachliche Orientierung für unternehmerisches, zivilgesellschaftliches und behördliches Handeln im Chemiesektor liefern. Für diese übergreifende Orientierung ist eine breite Verständigung aller Akteure und Interessenträger über zahlreiche spezifische Aspekte und geeignete Indikatoren erforderlich. Dies gilt zum Beispiel auch im Zusammenhang mit der Entwicklung einer funktionierenden und „ungiftigen“ Kreislaufwirtschaft, für die unsere Produktions- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum">Konsummuster</a> und unser <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen">Umgang mit Ressourcen</a> neu organisiert werden müssen.</p><p>Noch deutlicher wird dies mit Blick auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/sdgs-herausforderung-fuer-die-1">SDG</a> (Sustainable Development Goals), die die Weltgemeinschaft im Folgeprozess zum Rio-Gipfel erarbeitet und im September 2015 als Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung verabschiedet hat. SDG-Unterziel 12.4 sieht vor, einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus zu erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich zu verringern. Dass dieses Ziel weltweit auch nach Ablauf der ersten Halbzeit der Agenda 2030 bei weitem noch nicht erreicht ist, verdeutlicht den enormen Handlungsdruck.</p><p>Darüber hinaus ergibt sich aus der Agenda 2030, dass die Bedeutung von versiertem Chemikalienmanagement für die nachhaltige Entwicklung insgesamt noch zu oft unterschätzt wird. Denn viele Lösungen sind auf wesentliche Beiträge aus dem Chemiesektor angewiesen, zum Beispiel bei Bekämpfung von Armut, Hunger, Klimawandel, bei der Sicherung von Gesundheit, Hygiene, Ernährung, sauberem Wasser, sauberer Energieversorgung, und für viele andere gesellschaftliche Bedürfnisse und Herausforderungen mehr. Wenn sich Chemiesektor und Chemikalienmanagement dabei umfassend an einem übergreifenden Konzept nachhaltiger Chemie orientieren, tragen sie damit entscheidend zur nachhaltigen Entwicklung bei. Umgekehrt wird <em>business as usual</em> – laut GCO II keine Option! – so hohe Kosten für die Gesellschaft verursachen, dass eine Transformation auch aus diesem Grund immer dringlicher wird.</p><p>Mit Blick auf SDG 17 („Partnerschaften zum Erreichen der Ziele“) ist bemerkenswert, dass Transparenz und Kooperation der betroffenen Stakeholder für das Finden wirksamer Lösungen oft entscheidend sind. Solche kooperativen Ansätze sind wesentliche Elemente sowohl im Strategischen Ansatz SAICM und seinem Nachfolger GFC als auch zur praktischen Umsetzung eines umfassenden Konzepts für Nachhaltige Chemie. Mit dem eigenständig agierenden International Sustainable Chemistry Collaborative Centre <a href="https://isc3.org/">ISC3</a> entstand 2017 als Initiative und Beitrag Deutschlands eine international vernetzte und besonders dialogorientierte Institution, die genau mit diesem Gedanken die Nachhaltige Chemie weltweit fördern und verbreiten soll.</p><p>Die Rolle des Umweltbundesamts</p><p>Das Fachgebiet "Internationales Chemikalienmanagement" (IV 1.1) des Umweltbundesamts agiert als Deutsche Kontaktstelle (National Focal Point) zu SAICM/GFC sowie den Übereinkommen von Stockholm und Minamata. Es adressiert den oben skizzierten Arbeits- und Entwicklungsbedarf mit eigenen Arbeiten und einer Reihe von Projekten des Umweltressortforschungsplans, sowie in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Facheinheiten des ganzen Hauses und mit dem <a href="https://www.bmuv.de/">BMUV</a>.</p><p>Bei Produktion und Einsatz von Chemikalien ist letztlich immer die Frage zu beantworten, welchen gesamtgesellschaftlichen Nutzen und Schaden dies bedeutet. Die politischen Entscheidungsträger müssen ökonomische, soziale und ökologische Argumente abwägen, wenn sie über geeignete – das heißt im Sinne der oben genannten Ziele wirksame und dabei möglichst effiziente – Maßnahmen eines verantwortungsvollen Chemikalienmanagements entscheiden. Strikte gesetzliche Regelungen können genauso wichtig sein wie ökonomische Lenkungsinstrumente oder freiwillige Programme. Entscheidend sind sorgfältige Konzeption, angemessene Ressourcen zur Umsetzung und wirksames Zusammenspiel aller Maßnahmen.</p><p>Das Umweltbundesamt ist als Partner in diesem Zusammenspiel besonders dafür verantwortlich, mit wissenschaftlichen Methoden ökologische Grenzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ermitteln. Wo die ökologischen bzw. planetaren Grenzen noch unklar sind, identifizieren wir Leitplanken im Sinne des Vorsorgeprinzips und nach bestem verfügbarem Wissen, die uns vor fatalem Überschreiten dieser Grenzen bewahren sollen.</p><p>Mehr aktuelle Informationen</p><p>Das International Institute for Sustainable Development (<a href="https://www.iisd.org/">IISD</a>) ist ein kanadisches Forschungsinstitut, das sich seit über 30 Jahren mit nachhaltiger Entwicklung weltweit beschäftigt. Als gemeinnützige Organisation wird es u.a. von verschiedenen Regierungen, einigen Institutionen der Vereinten Nationen, Stiftungen und aus dem Privatsektor finanziell unterstützt, so auch vom <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMUV#alphabar">BMUV</a>. Seit 2016 betreibt das IISD das „<a href="http://sdg.iisd.org/">SDG Knowledge Hub</a>“ – ein Online-Ressourcenzentrum mit Nachrichten zur Umsetzung der Agenda 2030.</p><p>Das Earth Negotiations Bulletin (<a href="https://enb.iisd.org/">ENB</a>) berichtet unabhängig und zeitnah über die Verhandlungen der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung und ist ebenfalls ein Projekt des IISD. Aktuelle Informationen zu <a href="https://enb.iisd.org/topics/chemicals-wastes">Chemikalien und Abfällen</a> sind auf der spezifischen Themenseite des ENB zu finden.</p>
Aufgabenbeschreibung: Das Jahr 2020 ist der Meilenstein für die Ziele des Rio-Gipfels von 1992, des Weltgipfels von Johannesburg 2002 sowie des Rio+20 Gipfels 2012 und markiert zugleich auch das Mandatsende des Strategischen Ansatzes für Internationales Chemikalienmanagement (SAICM). Das Projekt soll zukunftsweisend aus der Perspektive der Chemikaliensicherheit Beiträge zur weiteren Ausgestaltung des aus den oben genannten Konferenzen folgenden Nachhaltigkeitsprozesses erstellen und Elemente zur Ausgestaltung eines Folgeprozesses für SAICM erarbeiten. Es schließt dabei nahtlos an ein Projekt aus dem Jahr 2015 an und unterstützt insbesondere die deutsche Präsidentschaft des SAICM-Bureaus. Dies bezieht sich zum einen auf die Erreichung der Ziele bis 2020, zum anderen aber insbesondere auf den inter-sessionalen Prozess, der die Chemikaliengovernance nach 2020 (beyond 2020) ausgestaltet. Ziele: SAICM sollte dabei durch einen möglichst verbindlichen Rahmen ersetzt werden, der Synergien bei der Umsetzung existierender multilateralen Umweltübereinkommen (MEA) konsequent nutzt, ambitionierte Ziele für den Schutz von Mensch und Umwelt festlegt, die Elemente der nachhaltigen Chemie integriert, den Anschluss sowie die Vernetzung an die laufenden Nachhaltigkeitsprozesse (z.B. Entwicklung der Sustainable Development Goals SDG) sicherstellt und hierfür möglichst konkrete fachliche Instrumente des Chemikalienmanagements integriert.
<p>Fachtagung Innenraumluft 2024 | Call for Papers </p><p>Vom 6. bis 8. Mai 2024 findet die Fachtagung „Innenraumluft 2024 - Messen, Bewerten und Gesundes Wohnen“ im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau statt. Sie wird gemeinsam vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR), der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute e. V. (AGÖF e. V.) und dem Umweltbundesamt ausgerichtet.<br> Der Call for Papers ist eröffnet!</p><p>Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen thematische Schwerpunkte auf das Messen und Bewerten der Raumluftqualität sowie zu gesundem Wohnen gesetzt werden. Vor dem Hintergrund, dass der Mensch den überwiegenden Teil des Tages in Innenräumen verbringt, ist es erforderlich eine gute Raumluftqualität zu gewährleisten, um die Gesundheit nicht zu gefährden. Dazu sollen auf der Tagung neueste wissenschaftliche Entwicklungen auf dem Gebiet der Innenraumhygiene, Ergebnisse zu toxikologischen Fragestellungen und Wirkungsbeurteilungen, Beispiele zur Entwicklung neuer analytischer Methoden und nicht zuletzt aktuelle Fallbeispiele aus der gutachterlichen Praxis vorgestellt werden.</p><p>Falls Sie sich mit einem Beitrag in Form eines Posters oder eines Vortrages an unserer Veranstaltung beteiligen möchten, bitten wir Sie uns bis zum 30.11.2023 einen Abstract zu zusenden.</p><p>Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Einreichung eines Abstracts finden Sie unter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/innenraumluft-2024#undefined">Innenraumluft 2024 | Umweltbundesamt</a> .</p>
<p>Erstes Virtuelles SAICM Stakeholder Briefing </p><p>Am 05.10.2020 trafen sich 61 nationale Stakeholder des Strategischen Ansatzes für ein Internationales Chemikalienmanagement (SAICM). Ziel der von Dr. Minu Hemmati moderierten Veranstaltung war es, deutsche Stakeholder über den Stand der Verhandlungen und über die Planungen im Intersessionalen Prozess (IP) bis zur fünften Konferenz zum Internationalen Chemikalienmanagement (ICCM5) zu informieren.</p><p>In ihrer Begrüßung hob Dr. Jutta Klasen, Leiterin des Fachbereichs IV „Chemikaliensicherheit“ im Umweltbundesamt, hervor, dass SAICM und das internationale Chemikalien- und Abfallmanagement für das Umweltbundesamt von großer Bedeutung sind. Insbesondere der im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> angesiedelte nationale Focal Point (vertreten durch Dr. Hans-Christian Stolzenberg, Leiter des Fachgebiets IV 1.1) hat ein besonderes Interesse am Dialog mit den deutschen Stakeholdern.</p><p>In einer gemeinsamen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zspTUDcCQFU&feature=youtu.be">Videobotschaft</a> warben UNEP Exekutivdirektorin Inger Andersen und Bundesumweltministerin Svenja Schulze dafür, die durch die Corona-Pandemie bedingte Verschiebung von ICCM5 gewonnene Zeit zu nutzen, um die Verabschiedung eines ambitionierten globalen Chemikalien- und Abfallmanagements vorzubereiten. Die Corona-Pandemie beleuchtet einmal mehr, wie stark die weltweite Produktion und der globale Handel mit Chemikalien und deren Folgeprodukten angewachsen ist. Gleichzeitig gibt es erste Hinweise, dass Menschen, deren Gesundheit bereits aufgrund einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Exposition#alphabar">Exposition</a> gegenüber bestimmten gefährlichen Chemikalien vorgeschädigt ist, möglicherweise anfälliger für schwere Verläufe einer Infektion sind. Sie wiesen darauf hin, dass ein Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele ohne ein sachgerechtes und sicheres Management von Chemikalien und Abfällen nicht möglich ist und luden alle <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Stakeholder#alphabar">Stakeholder</a> dazu ein, sich aktiv an den virtuellen Formaten zur Vorbereitung der ICCM5 zu beteiligen.</p><p>Frau Sahler erläuterte, dass im Bureau Einvernehmen darüber bestand, dass durch gemeinsames Arbeiten in virtuellen Formaten möglichst viele Fortschritte in den einzelnen Verhandlungsfeldern erreicht werden sollen, um einen erfolgreichen Abschluss der ICCM5 zu ermöglichen. Sie wies darauf hin, dass neben der Beschlussfassung über das SAICM Nachfolge-Instrument auch eine High-level Declaration verabschiedet werden soll, mit der das politische Engagement für das SAICM Nachfolge-Instrument sowie die darüberhinausgehenden Aktivitäten für ein umweltverträgliches Chemikalien- und Abfallmanagement als ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 gestärkt werden sollen. Alle Stakeholder sind dazu aufgerufen, Vorschläge zu möglichen Elementen der High-level Declaration bis zum 21 Oktober 2020 über das saicm [dot] chemicals [at] unep [dot] org (SAICM Sekretariat) oder das IGII3 [at] bmu [dot] bund [dot] de (Referat IG II 3) (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMU#alphabar">BMU</a>) einzureichen. Die Vorschläge werden von einer eigens eingerichteten virtuellen informellen Arbeitsgruppe aus je drei Vertreter*innen der unterschiedlichen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UN#alphabar">UN</a>-Regionen, Stakeholder und Sektoren gesammelt und strukturiert. Frau Sahler lud alle Teilnehmenden ausdrücklich dazu ein, über schriftliche Beiträge sowie über die verschiedenen virtuellen Arbeitsgruppen aktiv am Prozess teilzunehmen und sich regelmäßig über die <a href="http://www.saicm.org/">SAICM Webseite</a> über den Prozess und den aktuellen Stand der Diskussionen zu informieren. Frau Sahlers gesamten Beitrag sowie ihre Antworten auf Fragen der Stakeholder finden Sie im Videomitschnitt ab Minute 18:50.</p><p>Frau Nalini Sharma, Principal Coordinator des SAICM Sekretariats, erläuterte den intersessionalen Prozess. Sie stellte die vier Diskussionsthemen der vier virtuellen Arbeitsgruppen vor:</p><p>und erläuterte, welche Diskussionsthemen nach ihrer Einschätzung in den einzelnen Gruppen diskutiert werden. Sie betonte den informellen Charakter der vier Arbeitsgruppen und dass diese nicht die Verhandlungen im intersessionalen Prozess ersetzen, jedoch entscheidend zur Vorbereitung beitragen werden. Die Gruppen sind offen für die Partizipation aller Stakeholder und Sektoren. Die konkrete Arbeitsweise wird von den Gruppen bzw. deren Co-Facilitators selbst festgelegt. Online-Meetings sollen mit E-Mail-Kommunikation kombiniert werden, um möglichst allen Stakeholdern eine Beteiligung zu ermöglichen. Um die Transparenz des Prozesses sicherzustellen wird der aktuelle Stand aus allen Arbeitsgruppen regelmäßig online veröffentlicht. Die Ergebnisse der virtuellen Arbeitsgruppen werden für die Verhandlungen im vierten IP Treffen in als Verhandlungsdokumente zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus verwies Nalini Sharma auf die geplanten Technical Briefings, die über den bisherigen Stand verschiedener Themen und Prozesse informieren werden. Die Briefings finden virtuell statt und sind für alle Stakeholder zugänglich. Die genauen Termine werden in Kürze auf der SAICM Webseite veröffentlicht. Weitere Informationen zu den Arbeitsgruppen und den Planungen des SAICM Sekretariats sowie Frau Sharmas Antworten auf Fragen der Stakeholder finden Sie im Videomitschnitt der Veranstaltung ab Minute 32:11.</p><p>Dr. Jutta Emig, Referatsleiterin IG II 3, BMU, berichtete über die Prioritäten im SAICM Prozess aus Sicht der Bundesregierung, für die ein Erfolg der ICCM5 von großer Bedeutung bleibt. Dabei gilt u.a. dem sog. „Enabling Framework“ besondere Aufmerksamkeit, das sektorübergreifend eine verbesserte Kooperation der verschiedenen institutionellen Akteure im internationalen Chemikalien- und Abfallmanagement bewirken soll. Hierzu dient auch die High-level Declaration, die den Weg dafür ebnen soll, dass das umweltverträgliche Chemikalien- und Abfallmanagement auf höchster UN-Ebene als wiederkehrender Tagesordnungspunkt verankert wird.</p><p>Bei der Diskussion über die Objectives and Targets sollte mindestens das Ambitionsniveau des jetzigen SAICM sowie der Ziele der 2030 Agenda gehalten werden. Daher setzt sich die Bundesregierung dafür ein, eine begrenzte Anzahl strategischer Oberziele zu formulieren, wie sie bereits jetzt im Dokument „Compilations of Recommendations“ enthalten sind. Diese sollen durch präzise, konkrete, aktivitätsorientierte, messbare (engl. SMART) Unterziele unterlegt und mit einem Zeithorizont von 2030 versehen werden. Auch bedarf es nach Ansicht der Bundesregierung eines Unterziels zur nachhaltigen Chemie. <br>Kapazitätsbildung und Finanzierung sind zentrale Fragestellungen im Verhandlungsprozess. Die Bundesregierung setzt sich für die Implementierung des „Integrated Approach to Financing“ im Sinne der 2030 Agenda ein. Ein wichtiges Element hierin ist das Special Programme, das den Kapazitätsaufbau weiterhin unterstützen soll.</p><p>Die Bundesregierung plädiert außerdem für die Einrichtung eines eigenständigen Panels zur Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik (engl. Science-Policy Interface, SPI), orientiert an Modellen wie dem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/i?tag=IPCC#alphabar">IPCC</a> oder der IPBES. Diesbezüglich hofft die Bundesregierung auch auf einen progressiven Beschluss auf der UNEA-5.</p><p>Den Beitrag von Dr. Jutta Emig und ihre Antworten zu Fragen der Stakeholder finden Sie im Videomitschnitt der Veranstaltung ab Minute 51:00.</p><p>In ihrem Ausblick dankte Dr. Jutta Emig allen Teilnehmenden für die rege Beteiligung und kündigte an, dass die Bundesregierung weitere Online-Veranstaltungen plant. Sie nannte „Chemikalien und Gesundheit“ sowie „Chemikalien und Landwirtschaft“ als mögliche Themen. Die Stakeholder sind eingeladen, Präferenzen oder weitere Themenvorschläge bei Maro Luisa Schulte (schulte [at] adelphi [dot] de) einzureichen. Den Ausblick finden Sie im Videomitschnitt ab Minute 01:18:20.</p>
<p>Der als “Polit-Oscar” bekannte Future Policy Award des World Future Council zeichnet Gesetze aus, die gerechte, nachhaltige und friedvolle Gesellschaften fördern. 2020 werden Gesetze und Maßnahmen gesucht, die den Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien regulieren oder verbieten und so die Gesundheit von Menschen und die Umwelt schützen. Bis 30. Juni 2020 können Sie Vorschläge einreichen.</p><p>Der <a href="https://www.worldfuturecouncil.org/de/p/2020-schutz-vor-gefaehrlichen-chemikalien/">Future Policy Award</a> der Stiftung World Future Council, auch bekannt als “Polit-Oscar”, ist der erste Preis, der Gesetze auf internationaler Ebene auszeichnet. Seit 2009 wählt der World Future Council jedes Jahr ein Politikfeld aus, in dem innovative Lösungen besonders wichtig sind. 2020 werden Gesetze und Maßnahmen gesucht, die den Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien regulieren oder verbieten. Mit dem Nominierungsaufruf lädt die Stiftung dazu ein, wirkungsvolle Gesetze und politische Maßnahmen zu nominieren, die die Gesundheit von Menschen, insbesondere von Kindern, und die Umwelt schützen. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> unterstützt das Projekt über die Verbändeförderung.</p><p>Der World Future Council ruft Expertinnen und Experten dazu auf, Gesetze und Maßnahmen für den Preis zu nominieren. Die nötigen Unterlagen befinden sich auf der <a href="https://www.worldfuturecouncil.org/p/call-for-nominations-fpa-2020/">Website des Word Future Council</a>. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2020. Danach folgt der Auswahlprozess, bei dem das Forschungsteam der Stiftung die sieben Prinzipien zur Gesetzgebung für nachhaltige Entwicklung und andere Indizes zur Prüfung der Gesetze anwenden wird. Darauf basierend wird eine Liste mit den Vorschlägen zusammengestellt, die in die engere Auswahl kommen. Diese wird dann von einer internationalen und unabhängigen Experten-Jury evaluiert.</p><p>Die Preisverleihung wird während der 5. Internationalen Konferenz zum Chemikalienmanagement (ICCM5) in Bonn stattfinden. Der Future Policy Award wird in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UNEP#alphabar">UNEP</a>), dem Strategic Approach to International Chemicals Management (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/o?tag=OECD#alphabar">OECD</a>) und dem United Nations Institute for Training and Research (UNITAR) sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMU#alphabar">BMU</a>), des Umweltbundesamts (UBA), der Michael Otto Stiftung und der Jua Foundation verliehen. Mehr zum Thema finden Sie auf <a href="http://www.worldfuturecouncil.org/de/chemikalien">www.worldfuturecouncil.org/de/chemikalien</a>.</p>
Dieses Projekt soll Fragestellungen bearbeiten, die sich aus den Aktivitäten zur Einrichtung des Internationalen Netzwerks und Kompetenzzentrums für Nachhaltige Chemie sowie der Diskussion auf EU-Ebene zur Weiterentwicklung des Strategischen Ansatzes für Internationales Chemikalienmangement (SAICM) über sein Mandatsende 2020 hinaus ergeben. Hierfür sind folgende Themen relevant: i) Inhaltliche Erarbeitung von fachlichen Themenschwerpunkten des IKNC ermitteln sowie awareness raising der Institution IKNC in wichtigen Schwellen- und Entwicklungsländern; ii) vertiefte Analyse der Synergien zwischen den multilateralen Umweltübereinkommen (MEA, Stockholm etc) und SAICM in Bezug auf Inhalte und Akteure (Status quo und Perspektiven, Hemmnisse und Potenziale); iii) Analyse der GEF (Global Environment Facility), welche Fortschritte GEF-finanzierte Projekte bisher dem nachhaltigen Chemikalienmanagement gebracht haben und welche Perspektiven sich daraus für den nächsten replenishment-Zyklus ergeben; iv) die Rolle der Nachhaltigen Chemie in SAICM post2020 und weitere konzeptionelle Ausgestaltung des SAICM-Folgeprozesses; v) Vergleich der Beiträge einschlägiger MEA, von SAICM und Nachhaltiger Chemie zu den SDG (Sustainable Development Goals); vi) geeignete Indikatoren für die unter ii), iii), iv) und v) durchgeführten Analysen finden.
Das Projekt dient der Erarbeitung von Konzepten und Beiträgen, die Deutschland in den politischen Prozess um die Ausgestaltung eines Folgeprozesses, kurz: SAICM post 2020, einbringen kann. Einer Analyse und Bewertung des aktuellen SAICM-Prozesses hinsichtlich der Erreichung des 2020-Zieles folgt die Ableitung von Zielen und Unterzielen sowie inhaltlichen Schwerpunkten eines neuen Prozesses. Diese Arbeiten integrieren auch Überlegungen, wie das Leitbild einer Nachhaltigen Chemie zukünftig stärker im internationalen Chemikalienmanagement verankert werden kann. Auf Grundlage der Analyse werden Parameter einer SAICM post 2020-Plattform definiert. Die Ausgestaltung dieser Parameter soll gemeinsam mit den SAICM-Akteuren in Deutschland und europäisch/international diskutiert und definiert werden. Die Erkenntnisse des Projektes fließen parallel in einen partizipativen Prozess auf EU-Ebene ein, der die Überlegungen weiterentwickelt. Vorgesehen sind insgesamt 6 Workshops mit Vertretern der EU Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission in Brüssel, ca. 20 Interviews mit SAICM-Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene, und die Befragung von etwa 300 Akteuren im SAICM-Prozess.
Die Probleme und Schäden wegen nicht-nachhaltigen Chemikalienmanagements, wie steigender Ressourcenverbrauch verbunden mit der Freisetzung von klimawirksamen Gasen oder langlebigen Schadstoffen, nehmen weltweit zu. Produktion, Verarbeitung und Anwendung von Chemikalien finden zunehmend in Nicht-OECD-Ländern statt, gleichzeitig möchte die Staatengemeinschaft dort ein nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen. Das Jahr 2020 markiert das Mandatsende des Strategischen Ansatzes für Internationales Chemikalienmanagement (SAICM). Dies bedeutet, dass auch im Bereich des nachhaltigen Chemikalienmanagements die Akteure post-2020-Ziele definieren und adressieren müssen. Das Forschungsvorhaben soll ein Umsetzungskonzept für den Organisationsaufbau (Organisationsform und Businessplan) eines internationalen Kompetenzzentrums Nachhaltige Chemie (IKNC) sowie dessen Verknüpfung mit internationalen Aktivitäten (insb. UNEP) erarbeiten. Für eine effektive Arbeit des Kompetenzzentrums ist eine Partnerschaft mit nationalen und internationalen Experten wichtig. Um dies zu erreichen, soll das Projekt ein internationales Netzwerk Nachhaltige Chemie (inkl Internetpräsenz) entwickeln und etablieren. Das Netzwerk soll als Impulsgeber technische und wissenschaftliche Ansätze zusammenführen und qualitativ hochwertige Anforderungen einer Nachhaltigen Chemie auf internationaler Ebene entwickeln und diskutieren. Zudem soll das Projekt für die inhaltliche Gestaltung des IKNC ausgewählte fachliche Inhalte im Themenfeld Nachhaltige Chemie (Identifizierung von Forschungsbedarf, Analyse von Nachhaltigkeitsinitiativen und die Rolle der Nachhaltigen Chemie im internationalen Chemikalienmanagement post 2020) erarbeiten.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 57 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 11 |
| Text | 29 |
| unbekannt | 16 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 45 |
| Offen | 12 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 36 |
| Englisch | 16 |
| andere | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 2 |
| Dokument | 20 |
| Keine | 20 |
| Webseite | 34 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 18 |
| Lebewesen und Lebensräume | 31 |
| Luft | 13 |
| Mensch und Umwelt | 57 |
| Wasser | 11 |
| Weitere | 57 |