Mithilfe von Ergebnissen veröffentlichter Studien zu Abwassereinleitungen und zu deren Auswirkungen auf die Meeresumwelt in Polargebieten sowie einer Befragung der Betreiber/Reedereien zur Praxis der Abwasserbehandlung/-einleitung an Bord von Schiffen in den Polargebieten sollen Daten und Informationen über das Aufkommen von Schwarz- und Grauwasser an Bord von Schiffen in den Polargebieten gesammelt und ausgewertet werden. Im Ergebnis der Datenzusammenstellung und Befragungen sollen an Bord ausgewählter Schiffe, Proben des Schwarz- und Grauwassers genommen und auf Inhaltsstoffe untersucht werden. Anhand der gewonnenen Informationen und durchgeführten Analysen sollen Rückschlüsse auf mögliche Wirkungen der durch Schiffe verursachten Verschmutzungen auf die Meeresumwelt und die Flora und Fauna entlang der arktischen und antarktischen Schifffahrtsrouten gezogen werden. Diese sollen dazu beitragen, die Wirkungen von Abwassereinleitungen im Genehmigungsprozess nach dem Umweltschutzprotokoll-Ausführungsgesetz besser bewerten zu können. Darüber hinaus soll eine fachliche Grundlage geschaffen werden, um die von der Bundesregierung verabschiedeten 'Leitlinien deutscher Arktispolitik' umzusetzen. Die gewonnenen Erkenntnisse und zu entwickelnden Regelungsoptionen sollen im Rahmen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und der Antarktisvertragsstaatenkonferenzen (ATCM) eingebracht werden und damit den deutschen Beitrag für die Vorbereitung internationaler Regelungen zur Behandlung und Einleitung von Grauwasser sowie allgemein strengere Vorschriften zur Einleitung von Abwässern fachlich unterstützen.
Mit dem Forschungsprojekt will Deutschland die Aktivitäten des Arktischen Rates zum Thema Meeresmüll flankieren und Methoden zum Monitoring von Strandmüll spezifisch für arktische Regionen evaluieren. Deutschland möchte die Arktischen Staaten dabei unterstützen, ein arktisweit einheitliches (oder zumindest vergleichbares) Verfahren zu etablieren, das es ermöglicht, den Umweltzustand arktischer Küstenabschnitte hinsichtlich des Vorhandenseins von Müll jetzt und in Zukunft zu erfassen und zu bewerten. So sollen bisher bestehende Methoden für die Erfassung und Quantifizierung von Müll an Küsten und Stränden zur Ist-Zustandsanalyse und Maßnahmenkontrolle im Hinblick auf den von PAME im Rahmen des 'Marine Litter'-Projekts bis 2021 zu entwickelnden regionalen Aktionsplan gegen Meeresmüll in der Arktis identifiziert und bewertet werden. Die bisher empfohlene und angewendete Methodik der Begehung von Strandabschnitten soll hierbei neuen technischen Methoden gegenübergestellt werden, die keine direkte Präsenz vor Ort erfordern. Ziel ist es, eine oder mehrere Methoden auszuwählen, die grundsätzlich geeignet wären, dass die Mitgliedsstaaten des Arktischen Rates Müll an Küsten und Stränden in der Arktisregion systematisch erfassen, überwachen und die Auswirkungen von Reduktionsmaßnahmen überprüfen könnten. Dabei sollen sowohl verschiedene fernerkundliche Verfahren (Satellitenaufnahmen) als auch luftgestützte Methoden (Überflüge und Kameraaufnahmen durch bemannte und unbemannte Fluggeräte) betrachtet, bewertet und mindestens eine Methode vor Ort validiert werden.
Der Klimawandel in der Arktis hat durch den drastischen Rückgang des Meereises schon jetzt sichtbare Auswirkungen auf die Meeresumwelt und die Lebensbedingungen der Menschen und führt zu einem Wandel der gesamten Region. Die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten der Nutzung, z.B. für die Fischerei, für die Schifffahrt (Nordwest- bzw. Nordostpassage) und die Rohstoffgewinnung, sind mit Gefahren für die Übernutzung der Bestände, mit großen Gefahren der Meeresverschmutzung durch Einbringen von Chemikalien bei der Förderung von Rohstoffen sowie durch Ölunfälle verbunden. Aufbauend auf den 'Leitlinien deutscher Arktispolitik' (2013), an deren Erstellung BMUB und UBA mitgewirkt haben, sollen im Rahmen dieses Vorhabens fachlich-strategische Konzepte und Umsetzungsstrategien für die Umweltkomponente der deutschen Arktispolitik erarbeitet werden, die eine fachlich fundierte Koordinierung der umweltrelevanten Grundsatzfragen und Themenfelder zur Arktis stützen. Die erarbeiteten strategischen Aspekte zur Integration ökologischer Werte werden die Argumentation der deutschen Vertretung in Arbeitsgruppen des Arktischen Rats und anderer relevanter Gremien unterstützen. Dazu sollen konkrete Aspekte der aktiven Mitarbeit des BMUB-Geschäftsbereichs, z.B. in den Arbeitsgruppen des Arktischen Rats, identifiziert werden.
<p>Neue Leitlinien deutscher Arktispolitik </p><p>In der Arktis erwärmt sich die Luft zwei- bis dreimal schneller als im globalen Mittel. Neben dem Klimawandel gefährden zunehmende wirtschaftliche Aktivitäten die Umwelt der Arktis. Mit den Leitlinien übernimmt Deutschland mehr Verantwortung für die Region und bekennt sich zu einem konsequenten Klima- und Umweltschutz als wesentliches Element deutscher Arktispolitik.</p><p>Eine Region im Wandel</p><p>Die Erkenntnisse der Polar- und Klimaforschung sagen voraus, dass sich die Arktis in Zukunft weiter verändern wird. Für das letzte Jahrhundert wurde im weltweiten Vergleich ein besonders starker Temperaturanstieg in der Arktis verzeichnet. Die Lufttemperatur erwärmt sich dort zwei- bis dreimal schneller als die globale Mitteltemperatur. In der Arktis betrug der Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert etwa 2° Celsius im Mittel, in manchen Regionen sogar 5° Celsius. Bis zum Jahr 2100 gehen Klimafachleute von einer Erwärmung von bis zu 6° Celsius aus.</p><p>Die Veränderungen in der Arktis wirken sich über Rückkopplungsprozesse auf das gesamte Erdsystem aus. Bereits jetzt verändert sich das atmosphärische Strömungssystem über der Nordhalbkugel und beeinflusst das Wettergeschehen in Europa und damit auch in Deutschland. Das Abschmelzen des kontinentalen Eises und das Auftauen des Permafrostbodens haben globale Auswirkungen, wie einen Anstieg des Meeresspiegels oder eine Veränderung der Atmosphärengase. Mit der Verringerung der sommerlichen Meereisausdehnung sind die arktischen Ökosysteme einer stetig wachsenden Belastung ausgesetzt, da die Rohstoffvorkommen der Arktis leichter zugänglich und Schifffahrtswege in bisher unzugängliche Meeresgebiete ausgedehnt werden.</p><p>Zentrale Elemente zukünftiger deutscher Arktispolitik</p><p>Mit den Arktisleitlinien hebt die Bundesregierung die Bedeutung einer ganzheitlichen deutschen Arktispolitik und die gemeinsame Verantwortung aller Akteure für diese sensible Region hervor. Maßgebend für das umweltpolitische und wirtschaftliche Handeln der Bundesregierung in der Arktis sind das Vorsorge- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/v?tag=Verursacherprinzip#alphabar">Verursacherprinzip</a>. Neben der Einhaltung bestehender internationaler und regionaler Übereinkommen und Klimaschutzzielen ist Deutschland unter anderem bestrebt, die Seeschifffahrt in der Arktis umweltverträglicher zu gestalten, um die Auswirkungen durch Abgase, Abwasser und Abfälle, durch Unterwasserlärm und die Einschleppung nicht-heimischer Arten zu verringern. Deutschland setzt sich für rechtsverbindliche Regelungen für eine ökologisch verträgliche Erkundung von Bodenschätzen und deren Abbau unter höchsten Umweltstandards ein. Ein weiteres wichtiges Anliegen sind die Ausweisung von Schutzgebieten und Ruhezonen sowie die nachhaltige Nutzung der lebenden Meeresressourcen, um die einzigartige arktische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=Biodiversitt#alphabar">Biodiversität</a> zu erhalten. Bei allem Handeln muss die besondere Stellung der indigenen Bevölkerung in der Arktis beachtet werden, um deren Rechte auf Freiheit, Gesundheit und Selbstbestimmung in ihrem Lebensraum zu wahren.</p><p>Rolle des Umweltbundesamtes</p><p>Die Reduzierung von Umweltverschmutzungen und Stoffeinträgen in der und in die Arktis sowie die Weiterentwicklung bestehender internationaler, umweltrelevanter Regelungen zum Schutz der Arktis sind aktuelle Themen. Die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamtes arbeiten aktiv in Arbeitsgruppen des Arktischen Rates oder beraten das Auswärtige Amt in Umweltfragen.</p><p>Weitere Informationen und die Leitlinien finden Sie auf der <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/blob/257426/0c93a2823fcff8ce9f6bce5b6c87c171/arktisleitlinien-data.pdf">Internetseite des Auswärtigen Amtes</a>.<br><br>Weitere Informationen zur Arktis finden Sie außerdem auf den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/arktis">Themenseiten des UBA</a> und auf der <a href="https://www.bmuv.de/themen/internationales/weitere-multilaterale-zusammenarbeit/die-arktis/leitlinien-deutscher-arktispolitik">Internetseite des BMUV. </a></p>
Am 25. Mai 2016 teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit, dass sich die größten Fischereiunternehmen ab diesem Tag freiwillig selbstverpflichtet haben in der Arktis die neuen Fanggründe, die durch den Klimawandel zugänglich werden, nicht zu erschließen. Die gesamte norwegische Hochsee-Fischereiflotte habe zugesagt, ihre Schiffe in Zukunft aus den bislang unzugänglichen, unangetasteten Gebieten in der norwegischen Arktis fernzuhalten. Und große Konzerne wie McDonald’s, Iglo, die britische Supermarktkette Tesco sowie der größte Verarbeiter von gefrorenem Fisch in Europa, Espersen, verzichten neben vielen anderen ab jetzt auf den Verkauf von Kabeljau aus bisher eisbedeckten Gewässern. Fangflotten, die dennoch ihre Kabeljau-Fischerei in diese Gebiete ausdehnen, werden somit in Zukunft den Inhalt ihrer Netze nicht mehr an diese Großabnehmer verkaufen können. Greenpeace führt an, dass die Selbstverpflichtung der Firmen nötig geworden sei, weil es eine gesetzliche Regelung für die Fischerei in den betroffenen Gebieten noch nicht gibt. Mindestens 70 Prozent des atlantischen Kabeljaus, der in Supermärkten auf der ganzen Welt landet, stammt bereits aus der Barentssee.
Das übergeordnete Ziel dieses Vorhabens ist der langfristige Schutz bedeutsamer mariner Arten und Lebensräume in der Arktis und in der Antarktis. Zu diesem Zweck sollen im Rahmen des Vorhabens wissenschaftliche Grundlagen zur Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange bei der Ausweisung von Meeresschutzgebieten in der Arktis und in der Antarktis erarbeitet werden. Das Projekt wird als Verbundprojekt mit dem WWF Neuseeland durchgeführt. Der WWF Deutschland trägt als federführender Verbundpartner alle Eigenanteile des Gesamtprojekts. (i) Arktis - OSPAR-Kommission: Erarbeitung von wissenschaftlichen Beiträgen zu dem im Rahmen der OSPAR-Kommission laufenden Prozess zur Überarbeitung des Vorschlages zur Ausweisung eines Meeresschutzgebietes im nordostatlantischen Sektor der Arktis ('Arctic Ice High Seas MPA'). Wissenschaftliche Überarbeitung des entsprechenden Fachvorschlages unter Berücksichtigung der Positionen der OSPAR-Vertragsstaaten mit dem Ziel der (Wieder-)Vorlage bei relevanten OSPAR Sitzungen. Teilnahme an ausgewählten OSPAR-Sitzungen mit anschließender Aufbereitung der Ergebnisse. (ii) Antarktis - CAMLR-Kommission: Erarbeitung von Analysen & naturschutzfachlichen Positionen im Rahmen des CCAMLR-Prozesses zur Ausweisung von Meeresschutzgebieten im Südpolarmeer, einschließlich des Weddellmeeres. Erstellung von Zusammenfassungen relevanter Dokumente zur Vorbereitung von CCAMLR-Sitzungen. Erarbeitung von Verhandlungspositionen und -strategien für nationale & internationale Abstimmungsgespräche. Teilnahme an ausgewählten CCAMLR-Sitzungen und Aufbereitung der Ergebnisse. Erstellung von naturschutzfachlichen Beiträgen für den Prozess der Überarbeitung der ATCM-Guidelines zur Ausweisung von Meeresschutzgebieten.
Eine einheitliche Erfassung von Strandmüll in der Arktis ist für die Bewertung des Umweltzustandes entscheidend und ermöglicht die Erfolgskontrolle von Maßnahmen gegen Kunststoffmüll zum Schutz der marinen Umwelt. In diesem Projekt wurden fernerkundliche Methoden - wie Satellitenbilder und Drohnenaufnahmen - genutzt, um Strände in der Arktis effizient zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Kombination aus Satellitenbildern, Drohnenaufnahmen und traditioneller Kartierung am effektivsten ist, und die Befliegung mit Drohnen großes Potential für ein langfristiges ⥠Monitoring⥠von Strandmüll birgt. Zukünftige Studien sollten eine höhere Auflösung nutzen, um auch kleinere Müllansammlungen zu erfassen. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, die Umweltbelastung in der Arktis besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Quelle: umweltbundesamt.de
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