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Nachhaltige Entwicklung gerecht gestalten

Das Bundeskabinett hat die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Sie steht unter dem Titel „Transformation gemeinsam gerecht gestalten”. Die nun beschlossene Version knüpft an die Strategie vom März 2021 an. Ihre Grundlage sind die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Über verschiedene Beteiligungsprozesse hatten auch Bürger:innen die Möglichkeit, eigene Ideen einfließen zu lassen. Darüber hinaus fanden Fachgespräche mit Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen statt, um die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie so lebensnah wie möglich zu gestalten. Noch fünf Jahre, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen Um die globalen Nachhaltigkeitsziele, die Sustainable Development Goals (SDG), bis 2030 zu erreichen, ist eine Verstärkung und Beschleunigung der bisherigen Anstrengungen erforderlich. So ist die Zahl der Hunger leidenden Menschen weltweit gestiegen, nicht zuletzt wegen der Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Auch der Zugang aller zu sanitärer Grundversorgung ist noch nicht gewährleistet. Aus diesem Grund ist ein höheres Tempo auf nationaler und internationaler Ebene notwendig. Daran knüpft die neu aufgelegte Strategie an. Sie zielt auf eine Welt ohne Hunger, Armut und Diskriminierung. Soziale Dimension von Nachhaltigkeit stärken Ein besonderes Anliegen der DNS 2025 ist die soziale Dimension der Nachhaltigkeit. Dieser integrale Bestandteil der Agenda 2030 formuliert den Anspruch, niemanden zurückzulassen und Ungleichheiten abzubauen. Um Ungleichheiten abzubauen, müssen mehr Bildungschancen und faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden, gleichzeitig müssen Diskriminierungen vermindert werden. Soziale Gerechtigkeit erfordert, dass Bildungs- und Verdienstchancen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Geschlechtergleichheit und die soziale Teilhabe von Jugendlichen, älteren Menschen sowie Menschen mit Behinderungen sind für die Weiterentwicklung der DNS zentrale Anliegen. Natürliche Lebensgrundlagen erhalten Zur nachhaltigen Entwicklung gehört auch die Umwelt- und wirtschaftliche Dimension. Mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen – wie zum Beispiel ausreichend verfügbares und sauberes Wasser, gesunde Luft, fruchtbare Böden, ein stabiles Klima sowie widerstandsfähige Ökosysteme – bleiben auch die Voraussetzungen für menschliche Entwicklungschancen erhalten. Ziel ist daher ein treibhausgasneutrales, umweltgerechtes Deutschland mit einer intakten und vielfältigen Natur. Der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen und der Schutz des Klimas haben positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Transformationsbereiche und Hebel Die vorgelegte Strategie legt den Fokus auf die sechs Transformationsbereiche, in denen großer Handlungsbedarf besteht, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Diese wurden bereits in der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie von 2021 festgelegt: Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit; Energiewende und Klimaschutz; Kreislaufwirtschaft; Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende; Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme; Schadstofffreie Umwelt. Daneben beschreibt sie das Regierungshandeln anhand von fünf Instrumenten, um die Ziele zu erreichen: Gesellschaftliche Mobilisierung und Teilhabe; Finanzen; Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit; Forschung, Innovation und Digitalisierung; Governance. Bei allem Handeln berücksichtigt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auch grenzüberschreitende Auswirkungen des nationalen Handelns. Die Maßnahmen müssen so ausgestaltet sein, dass sie die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in anderen Ländern nicht behindern. Die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie können Sie hier finden .

Investitionsbank Berlin (IBB)

Die IBB fördert gezielt Unternehmen und Initiativen, die zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit in Berlin beitragen. Mit vielfältigen Förderprogrammen unterstützen wir die Stadt bei der Erreichung der Klimaziele sowie die Stärkung einer inklusiven und gerechten Gesellschaft. Weitere Informationen Zeitraum: Das Projekt existiert seit Oktober 2020 . Wirkungskreis: Mit dem Projekt werden bis 100.000 Personen oder mehr erreicht. Transformationsfeld 4: Nachhaltige Wirtschaft, Finanzen und Konsum Das Transformationsfeld inkludiert die folgenden UN-Nachhaltigkeitsziele: 8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum 9. Industrie, Innovation und Infrastruktur 12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion 13. Maßnahmen zum Klimaschutz Mehr Informationen zum Transformationsfeld

Nachhaltigkeit im globalen Handel mit Wildpflanzen: Die Rolle und Handlungsmöglichkeiten deutscher Marktteilnehmer und Konsumenten

Wesentlich mehr pflanzliche Inhaltsstoffe in Produkten unseres Alltags entstammen der Besammlung wildwachsender Pflanzen als weitläufig angenommen, oft verbunden mit Problemen bezüglich der biologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Wie können Unternehmen, Handel, Konsumenten, Behörden und andere Akteure zusammenarbeiten, um mehr Nachhaltigkeit in den Wertschöpfungsketten wildgeernteter Pflanzenarten zu erreichen?

UBA und BfN für nachhaltige und gerechte Transformation Europas

UBA und BfN für nachhaltige und gerechte Transformation Europas Die neue Europäische Kommission sollte weiterhin eine ehrgeizige Politik verfolgen, die Treibhausgasemissionen und Umweltverschmutzung reduziert, Biodiversität schützt und die Lasten gerecht verteilt. Das ist der Kern eines gemeinsamen Empfehlungspapiers des Umweltbundesamts (UBA) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) für die zukünftige Klima-, Umwelt- und Naturschutzpolitik in Europa. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den Schwung in der europäischen Gesetzgebung zu erhalten, der durch den „European Green Deal“ im Jahr 2019 eingeleitet wurde. In den letzten Jahren wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Die Bemühungen müssen jedoch fortgesetzt werden, um einen lebenswerten Planeten zu gewährleisten. Das Umweltbundesamt und das Bundesamt für Naturschutz haben in einem Scientific Opinion Paper Empfehlungen zusammengestellt, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten können. Grundprinzipien Um eine wirksame Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik zu ermöglichen, bedarf es eines integrierten Ansatzes. Dazu gehören die Verbesserung der nachhaltigen Zusammenarbeit und globaler Partnerschaften zum Aufbau von Allianzen und zur Stärkung des Wandels, Investitionen in Forschung und Bildung, die Identifizierung von Rückschlägen bei gleichzeitiger Offenheit für Dialoge, die Stärkung der sozialen Dimension, die Integration von ⁠ Nachhaltigkeit ⁠ und digitalem Wandel und schließlich die Berücksichtigung nachhaltigkeitsorientierter Wirtschaftspolitik und Innovationen. ⁠ Klimaschutz ⁠ und Energie Angesichts weiterhin steigender Temperaturen ist nach wie vor dringendes Handeln geboten, etwa die bessere gesetzliche Verankerung der Energieeffizienz, die Förderung innovativer Lösungen zur Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks der energieintensiven Produktion sowie die Förderung der Nutzung natürlicher und technischer Senken zum Ausgleich unvermeidbarer Emissionen, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Emissionen bis zum Jahr 2040 um 95 Prozent zu senken. Zero Pollution Ambition Verschmutzungen, insbesondere durch Chemikalien, und Lärmbelastung, haben schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Gleichzeitig werden Chemikalien für einen grünen und digitalen Wandel benötigt. Dafür muss die Nachhaltigkeit im Chemiesektor gefördert und die Europäische Chemikalienverordnung ⁠ REACH ⁠ überarbeitet werden. Es braucht finanzielle Anreize für Landwirte zur Umstellung auf nachhaltige Produktionsmethoden und neue Regeln, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Um die Lärmbelastung zu senken, müssen Vorschriften für Fahrzeug- und Reifenhersteller verschärft werden. ⁠ Biologische Vielfalt ⁠ und ⁠ Ökosystemleistungen ⁠ Natur, Landschaft und biologische Vielfalt sind inhärent wertvoll und müssen geschützt, erhalten und entwickelt werden. Darüber hinaus sind die biologische Vielfalt und intakte Ökosysteme unerlässlich für das menschliche Wohlergehen, einschließlich der Ernährungssicherheit, des Klimaschutzes sowie der ⁠ Anpassung an den Klimawandel ⁠. Um dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken, müssen Anreize für Projekte zur Wiederherstellung der Natur geschaffen werden. Es braucht Grenzen für die intensive Landwirtschaft in Gebieten mit empfindlichen Ökosystemen und eine Förderung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft und Fischerei. Dieses Engagement muss auch auf die Bereiche Finanzen, Verkehr, Wasser und Energie ausgeweitet werden. Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssysteme Die Landwirtschaft ist von intakten Umwelt- und Klimabedingungen abhängig und erbringt wichtige gesellschaftliche Leistungen, vor allem im Bereich Nahrungsmittelproduktion, aber auch für die Energieerzeugung. Zugleich trägt sie jedoch selbst zu zahlreichen Krisen bei. Daher müssen nachhaltige und dennoch erschwingliche Ernährungssysteme gefördert werden, etwa durch Anreize für Landwirte, Produktionsmethoden anzuwenden, die die Gesundheit der Böden und die Wasserqualität verbessern. Wichtig ist aber auch eine wirksame Aufklärung der Landwirte und der breiten Öffentlichkeit über die Notwendigkeit einer guten Boden- und Gewässerqualität für die Erzeugung von bezahlbaren Futter- und Lebensmitteln. Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltiger Konsum Das Konzept der Kreislaufwirtschaft zielt auf die Schonung von Ressourcen ab und ist ein wirtschaftliches Gesamtkonzept, das den gesamten Produktlebenszyklus und seine Materialien sowie die dringend erforderliche absolute Reduzierung der Endnachfrage berücksichtigt. Um den Fortschritt in Richtung Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen, sind Maßnahmen wie die Umsetzung der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte und die Verbesserung der erweiterten Herstellerverantwortung sowie die Anpassung von Verordnungen wie der Bauprodukte-Verordnung an die Grundsätze der Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Darüber hinaus kann die Förderung einer kreislauforientierten und umweltgerechten Bioökonomie dazu beitragen, die Ziele des „European Green Deal“ zu erreichen. Klimaanpassung Die Anpassung an den Klimawandel ist von entscheidender Bedeutung, um die zunehmenden Risiken des Klimawandels, wie Hitzewellen und Wasserknappheit, zu bewältigen. Zu den Empfehlungen gehören die Stärkung und Finanzierung von Klimaanpassungsinstrumenten, die Förderung naturbasierter Lösungen für das ⁠ Klima ⁠ und die biologische Vielfalt, die Gewährleitung der „Wasser-Resilienz“ sowie die Stärkung unseres Wasserhaushalts. Auch muss die Widerstandsfähigkeit von Städten durch grün-blaue Infrastruktur gestärkt werden, das heißt, städtische Flächen für Grünflächen, Bäume und Gewässer ausgeweitet werden. Weitere Mechanismen Vier Schlüsselmechanismen sind für eine erfolgreiche integrierte Umsetzung der oben genannten Empfehlungen essenziell: ein nachhaltiges Finanzsystem, eine Integration von Digital- und Nachhaltigkeitspolitik, die konsequente Berücksichtigung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsparametern in der Kohäsionspolitik sowie eine entsprechende Schwerpunktsetzung in der EU-Forschungspolitik und im Programm „Horizon Europe“.

Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 nimmt Bauen im Bestand in den Fokus

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Umweltbundesamt (UBA) loben den Bundespreis UMWELT & BAUEN zum dritten Mal aus. Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Steffi Lemke würdigt der Bundespreis UMWELT & BAUEN Projekte, welche die Werte der europäischen Initiative Neues Europäisches Bauhaus – Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion – ganzheitlich umsetzen. Ab sofort werden in vier Kategorien Vorbilder für das Bauen im Bestand gesucht. Die Ausschreibung richtet sich an Vordenker*innen aus den Bereichen Architektur, Fachplanung und Bauprodukte. Teilnahmeschluss ist der 18. November 2024. Die Preisverleihung findet am 7. April 2025 statt. Im Fokus des Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 steht der Gebäudebestand. Weder die Treibhausgasemissionen noch die Inanspruchnahme von Ressourcen oder das Abfallaufkommen des Bausektors lassen sich mit nachhaltigem Neubau ausreichend reduzieren. Gesucht werden daher energetische Sanierungen, Modernisierungen Umbauten, Aufstockungen und Nachverdichtungen, welche ⁠ Klimaschutz ⁠ und -anpassung, Kreislauffähigkeit, Energieeffizienz und ⁠ Biodiversität ⁠ mit Suffizienzstrategien und sozialen Gesichtspunkten in Einklang bringen. „Ziel des Wettbewerbs ist insbesondere, die Vereinbarkeit von ⁠ Nachhaltigkeit ⁠- und Klimaschutzorientierung sowie der sozialen Dimension aufzuzeigen. Erfolgreicher Klimaschutz bedeutet auch, alle Teile der Bevölkerung mit einzuschließen. Mit dem Preis möchten wir Bau- und Umbauprojekte fördern, die soziale, ökologische und ökonomische Aspekte mitdenken“, sagt ⁠ UBA ⁠-Präsident Dirk Messner. Preiswürdig sind vor allem Resultate, die sich auf andere Gebäude übertragen lassen und so zu einer Beschleunigung der Bauwende beitragen. Die Preisträgerprojekte werden der Öffentlichkeit und den Medien auf einer Preisverleihung am 7. April 2025 im Bundesumweltministerium in Berlin vorgestellt. Sie werden zu Vorbildern für nachhaltiges Bauen und können politische Entscheidungen positiv beeinflussen. Auf der Website des Umweltbundesamts werden die ausgezeichneten Projekte detailliert präsentiert. Durch das UBA produzierte Videoportraits informieren die interessierte Öffentlichkeit. Kategorien und Teilnahmebedingungen: Der Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 wird in den Kategorien „Wohngebäude“, „Nicht-Wohngebäude“, „Quartier“ sowie „Sonderpreis für Bauprodukte, bautechnische oder digitale Innovationen” verliehen. Die Bauwerke müssen vorbildlich und in Deutschland bereits realisiert sein. Bei Quartieren genügt eine teilweise Realisierung. Die Innovationen des Sonderpreises müssen marktverfügbar sein. Projekte einreichen können alle Projektbeteiligten wie Bauträger, Architektur- und Planungsbüros, Hersteller oder Forschungseinrichtungen ab sofort bis zum 18. November 2024. Mehrfachbewerbungen in verschiedenen Kategorien sind möglich. Näheres zu den Teilnahmebedingungen, das Bewerbungsformular sowie die Preisträger der Vorjahre sind hier online zu finden . Hintergrund: Die aktuelle Sanierungsrate bei Immobilien in Deutschland genügt den Klimaschutzzielen nicht. Der Bundespreis UMWELT & BAUEN 2025 fördert durch die Auszeichnung von Best Practice-Beispielen innovative Technologien, eine fortschrittliche Architektursprache sowie die Wertschätzung der Bevölkerung für die Rohstoffe, die Historie, die Arbeitsleistung und die Baukultur, welche sich in Bestandsgebäuden manifestiert. Nach heutigen Effizienzanforderungen errichtete Neubauten machen nur einen kleinen Anteil des Gebäudebestandes aus und können dessen Energiebedarf daher kaum senken. Eine Intensivierung von Ersatzneubauten ist hinsichtlich der einhergehenden Inanspruchnahme von Ressourcen nicht zielführend. Das Erhalten und Weiterentwickeln des Bestands muss daher zum Standard werden. Weitere Informationen finden Sie hier . Quelle: Pressemitteilung UBA

Neue Allianzen für Nachhaltigkeitspolitik – Systematisierung der sozialen Dimension von Umweltpolitik

Das Erkennen der sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen von Umweltpolitik ist ein wichtiger Schlüssel zu ihrer erfolgreichen und sozialverträglichen Umsetzung. Vor diesem Ausgangspunkt präsentiert der Bericht Ergebnisse einer Literaturstudie zur Systematisierung der sozialen Dimensionen von Umweltpolitik und widmet sich dabei unterschiedlichen Facetten des Themas. Zunächst werden zentrale Konzepte und verschiedene Zugänge zu sozialer ⁠ Nachhaltigkeit ⁠ beleuchtet. Anschließend wird exemplarisch auf die sozialen Dimensionen in der Verkehrs- und Energiepolitik eingegangen und dabei zwischen ihren sozialen Effekten (bspw. „Energiearmut“ oder „gesundheitliche Belastungen durch Verkehr“) und ihrer sozialen Bedingtheit (bspw. aufgrund gesellschaftlicher Zeit-, Raum- und Siedlungsstrukturen) differenziert. Es wird zudem beleuchtet, welche sozialen Aspekte im Rahmen bestehender Instrumente zur Politikfolgenabschätzung konzeptionell als auch praktisch berücksichtigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich verschiedenen Transformationsforschungs-Perspektiven und nimmt soziale Dimensionen gesellschaftlicher Wandelprozesse und Dynamiken von Umweltpolitik in den Blick. Veröffentlicht in Texte | 133/2021.

Towards more sustainable management of material resources in Europe

Raw materials are essential for modern economies and the transition to a climate-neutral and sustainable Europe as laid out in the European Green Deal (EGD). However, obtaining raw materials can also be associated with adverse environmental and social impacts along the supply chain. Europe is dependent on raw material imports, e.g., for metal and metalloids required for low-carbon technologies or modern information and communication systems. Achieving the ambitious goals of the EGD, therefore, requires robust knowledge and data on primary and secondary material flows and stocks to better manage these and strengthen the competitiveness of European industry. Against this background, the European Commission's (EC) Raw Materials Information System (RMIS) aims at providing a structured knowledge base related to non-fuel, non-agricultural raw materials from primary to secondary sources. Among the RMIS' overarching goals are to facilitate: (1) the availability, coherence, and quality of knowledge required by EU raw materials policies and EC services, and (2) access to key raw materials information from knowledge bases within and beyond Europe. This report summarizes results of an ongoing cooperation between the European Environment Agency (EEA) and the EC Joint Research Centre (JRC) on compiling knowledge around the security and sustainability of raw materials. For this, relevant EEA projects and additional data sources are summarized both at EU-level and in a pilot investigation for four EIONET countries (i.e., Germany, Spain, Ireland, and Portugal), and ideas for monitoring the performance of the EU raw materials situation are presented. Using a country-questionnaire, data and knowledge available at the national level are highlighted and data needs from the perspective of the countries summarized. Results from this study highlight that a wide range of high-quality data and information are already available to monitor the raw materials situation of individual EU countries. EIONET-countries hold detailed information with regard to: (1) mining, supply, and trade, (2) investments and the regulatory (mining) framework, (3) indicators and data about environmental, social and governance, and circular economy/resource efficiency aspects, and (4) pilot studies on emerging topics (e.g., environmental criticality or material stocks). Such information could be taken up by the RMIS in specific sections of the country profiles or dedicated tiles such as on "Member state legislation" or the "RMIS knowledge gateway". However, some of the data and information on mining can be outside the scope of EIONET (with a focus on Europe's environment) and future data collection efforts might involve other relevant institutions such as national geological surveys. Some of the quantitative data needs of the EIONET-countries such as on materials stocks, footprint indicators, spending on repair, or the production of CRMs could be taken up when developing an RMIS indicators dashboard. The dashboard highlights aspects at EU member state level for the thematic areas of security of supply, material & resource efficiency, priority value chains, environmental sustainability, and social sustainability (responsible sourcing) across the EU-27 countries. Future research is required to account for additional data needs by EIONET such as on circular economy skills profiles or the residence time of materials in the economy. It is hoped that the indicator dashboard provides solid background information to complement RMIS country profiles and the EEA knowledgebase on raw materials, and to kick-off a continued exchange within EIONET on specific data/knowledge availabilities and needs. © European Union, 2022

Neue Allianzen für Nachhaltigkeitspolitik - Systematisierung der sozialen Dimension von Umweltpolitik

Im Nachhaltigkeitsdiskurs hat, neben der ökologischen und ökonomischen, auch die soziale Dimension seit langem einen festen Platz. Dennoch herrscht über die Konzeptualisierung sozialer Nachhaltigkeit im Diskurs ebenso wenig Einigkeit und Klarheit wie über die Konzeptualisierung des 'Sozialen' im Allgemeinen in der Soziologie, wo unterschiedliche Theorieschulen seit Jahrzehnten um die Deutung dieses so zentralen und doch so schwer zu fassenden Begriffes diskutieren. Im Fokus dieses Papiers steht dabei insbesondere die Systematisierung der sozialen Dimensionen von Umweltpolitik. Die vorliegende Literaturstudie nähert sich der Herausforderung auf unterschiedlichen Ebenen. Zunächst werden Quellen ausgewertet, die sich explizit mit der Herausforderung der sozialen Dimension im Kontext des Nachhaltigkeitsbegriffes befassen und mögliche Zugänge analysieren. Im folgenden Abschnitt werden dafür zentrale Konzepte und Dimensionen der verschiedenen Zugänge zu sozialer Nachhaltigkeit weiter vertieft (Kapitel 2 für die substanzielle Nachhaltigkeit und Kapitel 3 für den prozeduralen Zugang). In Kapitel 4 werden die verschiedenen Zugänge für zwei konkrete Politikfelder (Verkehrs- und Energiepolitik) beleuchtet. Kapitel 5 stellt eine weitere Fokussierung und Vertiefung dar: Hier wird untersucht, wie die substanzielle Dimension sozialer Nachhaltigkeit in der Politikfolgenabschätzung berücksichtigt wird. Kapitel 6 fokussiert dann auf die prozedurale Seite und diskutiert institutionenökonomische Zugänge zum gesellschaftlichen Wandel sowie die Multi-Level Perspektive transformativen Wandels. Schließlich werden in Kapitel 7 die "Ökologische Modernisierung 2.0" und damit "Soziale Veränderungsprozesse und die Dynamik von Umweltpolitik" thematisiert. Quelle: Forschungsbericht

Touristische Mobilität im ländlichen Raum

Reisen und Tagesausflüge in ländliche Räume erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Mit mehr als 100 Mio. Ankünften im Jahr 2017 macht der Tourismus im ländlichen Raum 56,5% des Deutschlandtourismus aus, hinzukommen Tagesreisen. Auch wenn dieser Trend für die vergleichsweise strukturschwachen ländlichen Räume wirtschaftlich gesehen wünschenswert ist, bringt der durch den Tourismus generierte Verkehr diverse negative Folgeerscheinungen mit sich. Der Status quo der touristischen Mobilität im ländlichen Raum zeigt, dass dem MIV (PKW, Motorrad und Wohnmobil/Wohnwagen) mit einem Anteil von 83% an den Hauptverkehrsmitteln bei der Anreise im Zeitraum von 2011 bis 2018, die primäre Rolle zukommt. Doch gerade der MIV steht im Konflikt mit einer nachhaltigen Entwicklung des Tourismus und den gesuchten Reisemotiven wie intakte Natur und Erholung. Die durch den Verkehr, insbesondere den MIV verursachten Folgeerscheinungen reichen von Lärm- und Schadstoffemissionen über Flächenverbrauch und -zerschneidung bis hin zu Emissionen von klimaschädlichen Gasen und wirken sich negativ auf Mensch und Umwelt aus. Folglich ist eine Verlagerung der touristischen Mobilität im ländlichen Raum vom MIV auf den ÖV notwendig. Die Mobilitätsangebote vieler ländlicher Regionen sind jedoch nicht oder zu wenig auf die Bedürfnisse von Touristen ausgerichtet, daher bedarf es ganzheitliche Konzepte aus einer Kombination von Push- und Pull-Faktoren, welche einen Umstieg ermöglichen, bzw. beschleunigen. Ein umweltfreundliches, ganzheitliches und bedarfsorientiertes Mobilitätskonzept, welches die Bedürfnisse der Touristen mitberücksichtigt, kann neben der Reduzierung von umwelt- und gesundheitsschädlichen Folgeerscheinungen auch einen Beitrag zur Daseinsvorsorge und gesellschaftlichen Teilhabe leisten, in dem es ein umfangreicheres Angebot bietet, welches durch den Tourismus mit kofinanziert werden könnte. Für eine erfolgreiche Verkehrswende im Tourismus müssen ÖV-Angebote ähnlich attraktiv sein, wie der eigene PKW und eine durchgehende Mobilität während des Aufenthalts gewährleisten, doch auch schon vor der eigentlichen Reise müssen Hürden, die einem Umstieg vom MIV auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel im Weg stehen, ausgeräumt werden. Dabei sind die Erweiterung der Angebote und die Aufwertung der Qualität, Steuerung von Nachfrageströmen, aktive Information zu und aktive Vermarktung von ÖV-Angeboten sowie finanzielle Anreize wichtige Stellschrauben, die zur Attraktivitätssteigerung genutzt werden können. Auf der anderen Seite können Restriktionen und Gebühren den MIV betreffend zu den gewünschten Ergebnissen beitragen. Welche Aspekte entlang der Customer Journey mit Blick auf die ökonomische, ökologische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit dabei zu berücksichtigensind, beleuchtet dieser Beitrag. Quelle: Forschungsbericht

Masterplan-Tourismus-Sachsen-Anhalt-2027_Kurzfassung.pdf

Masterplan Tourismus Sachsen-Anhalt 2027 KU R Z FAS SU N G I N H A LT E D I TO R I A L Liebe Leserinnen und Leser, Urlaub in Sachsen-Anhalt liegt voll im Trend. Die Zahl der Übernachtungen steigt kontinuierlich und hat 2019 den neuen Rekordwert von mehr als 8,6 Millionen erreicht. Mit einem Plus von jährlich 3,1 Prozent seit 2015 haben wir auch im Vergleich der mitteldeutschen Länder die Nase deutlich vorn. Auch wenn gerade der Tourismus durch die Corona-Pandemie und deren Eindämmung im Jahr 2020 stark gelitten hat, werden die Besucherzahlen zumindest auf mittlere Sicht weiter steigen. Gerade Sachsen-Anhalt wird davon profitieren, dass die Deut- schen stärker im Inland auf Entdeckungstour gehen. Denn unser Bundesland verbindet wie kaum ein anderes Reiseziel in Deutschland Kulturdichte mit Naturweite sowie Erlebnis mit Erholung. Inhalt 1 Anlass und Einführung 2 Prozessübersicht und Beteiligungsmodule 3 Mission und Vision für den Sachsen-Anhalt-Tourismus 4 Leitlinie und Leitziele für die Landestourismusentwicklung 5 Positionierungsstrategie für das Reiseland Sachsen-Anhalt 6 Handlungsfelder und Leitprojekte 7 Umsetzungsstrategie und Umsetzungsmanagement 2 3 4 5 6 9 15 19 Dass in den vergangenen Jahren immer mehr Gäste Sachsen-Anhalt besuchen, hat auch mit den richtigen Weichenstellungen im 2020 auslaufenden „Masterplan Tourismus“ zu tun. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf der erfreulichen Entwicklung nicht ausruhen, sondern mit der Neuauflage des Masterplans erneut kräftige Impulse für das Reiseland Sachsen-Anhalt setzen. Mit dieser Kurzfassung geben wir einen Überblick über die erfolgreiche Weiterentwicklung des Tourismus zwischen Arendsee und Zeitz bis ins Jahr 2027. Für wei- tere Informationen steht Ihnen auch die Langfassung unter www.mw.sachsen-anhalt.de zur Verfügung. Tourismusangebote und -werbung künftig stärker aus Kundensicht denken. Dafür wird auch das Marketing umgestellt – weg vom Bauchladenprinzip hin zu mehr Fokussierung auf absolute Highlights. Indem wir unsere Zugpferde wie Himmelsscheibe, Bauhaus oder Elberad- weg noch deutlicher ins Schaufenster stellen, wollen wir mehr Lust auf Sachsen-Anhalt machen und unser Image stärken: als modernes Kulturreiseland mit hoher Servicequalität im Herzen Deutschlands. Weitere Ziele im Masterplan: mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung, hö- here Wertschöpfung und attraktivere Arbeitsplätze sowie effektivere Tourismusstrukturen. Mit diesem Rückenwind wollen wir bis 2027 die Schallmauer von elf Millionen Übernachtungen durchbrechen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit der Er- arbeitung des neuen Masterplans dazu beitragen wollen, die Erfolgsgeschichte des Sachsen-Anhalt-Tourismus auch in den nächsten Jahren fortzuschreiben. Die Strategie, die als „living paper“ natürlich nicht in Stein gemeißelt ist, muss nun mit voller Kraft von den Akteuren im Land mit Leben erfüllt werden. Hier sind Tourismusverbände und die Landesregierung ebenso gefragt wie Kommunen, gewerbliche Kammern, Vereine und Hochschulen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Sachsen-Anhalt als Reiseland noch attraktiver zu machen. Ihr Dabei rücken wir die Gäste und deren Bedürfnisse noch konsequenter in den Mittelpunkt. Unser Anspruch: Prof. Dr. Armin Willingmann Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digi- talisierung des Landes Sachsen-Anhalt 1 1 ANL ASS UND EINFÜHRUNG Anlass und Einführung cht schön. Der Masterplan Tourismus Sachsen- Anhalt stellt den strategischen Rahmen des Landes zur Stärkung der Tourismuswirtschaft sowie zur Positionierung des Landes und seiner Destinationen am Tourismusmarkt dar. Er formuliert die Vision und Leitziele für das Reiseland Sachsen-Anhalt, definiert die strategische Positionierung und benennt Handlungsfelder sowie Leitprojekte. Als gemeinsame Landesstrategie forciert der Masterplan Tourismus ein gemeinsames Wirken der gesamten Tourismuswirtschaft und die Weiterentwick- lung der touristischen Strukturen auf lokaler, regionaler und Landesebene. Der Masterplan Tourismus ist in erster Linie ein wirtschaftspolitisches Instrument, das aufgrund der vielfältigen Bezüge zu anderen Fachgebieten weitere Politikfelder berührt und fachübergreifende Abstimmun- gen erfordert. Er ist als „lebendiges“ Strategiepapier zu verstehen, welches fortlaufend weiterentwickelt sowie den sich ändernden Gegebenheiten angepasst wird, wofür der Masterplan die passenden Prozessinstrumente besitzt. Der bisher gültige Masterplan Tourismus 2020 mit seinen Zielen, Handlungsfeldern und Maßnahmen wird mit dem neuen Zeithorizont bis zum Jahr 2027 fort- geschrieben. Neben dem Erreichen des Zeithorizontes des Masterplans 2020 machen insbesondere verän- derte Markt- und Rahmenbedingun- gen eine neue Positionsbestimmung des Tourismus in Sachsen-Anhalt sowie eine fokussierte Weiterent- wicklung des Tourismus erforder- lich. Zu berücksichtigen sind hierbei gesellschaftliche Entwicklungen im 2 3 Kontext eines immer stärker werdenden Nachhaltigkeits- bewusstseins, kurzfristige bis mittelfristige Effekte der Corona-Pandemie sowie langfristige Veränderungen im Urlaubs- und Konsumverhalten, die durch den fortlaufen- den technologischen Wandel stark beeinflusst werden. Auch globale Megatrends, wie u. a. in den Bereichen Digitalisierung, Mobilität oder Nachhaltigkeit, müssen mit Bezug auf die Zukunftsausrichtung des Reiselandes berücksichtigt werden. Die hieraus steigenden Anfor- derungen an das touristische Produkt, das inszenierte Produkterlebnis und die Zusammenstellung von Erlebnis- kompositionen erfordern zudem eine kritische Reflexion und Weiterentwicklung der touristischen Aufgaben, Organisationen und Zusammenarbeitsstrukturen im touristischen System. Gerade die Effekte der Corona-Pandemie zeigen sehr deutlich, wie kurzfristig externe Einflüsse eine Re- aktion und ein gemeinsames Handeln erfordern und wie wichtig funktionierende und aufeinander abgestimmte Management- und Marketingstrukturen im Tourismus sind. Bereits jetzt ist ersichtlich, dass der nach der Corona- Pandemie wiedereinsetzende Tourismus sowohl noch stärker vom Aufmerksamkeits- und Erlebniswettbewerb als auch von neuen Erwartungshaltungen im digitalen Service und in der Besucherlenkung beeinflusst werden wird. Der Evaluierungsprozess und die Weiterentwicklung des Masterplans Tourismus Sachsen-Anhalt 2027 erfüllen damit die wichtige Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die zukünftige Tourismusentwicklung und den Tourismus in Sachsen-Anhalt zukünftig noch wettbewerbsfähiger zu machen, um die vorhandenen Potenziale im Tourismus noch besser heben und mehr Wertschöpfung, aber auch mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Wirt- schaftszweig Tourismus erzielen zu können.

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