Mit dem Weißbuch Stadtgrün 2017 hat sich der Bund den Arbeitsauftrag gegeben, urbanes Grün durch eine integrierte und nachhaltige Stadtentwicklungspolitik zu stärken. Valide, zeitreihenfähige und qualifizierte Informationen zur Grünausstattung und zum Grünvolumen fehlen aber bundesweit. Das Projekt zielt darauf ab, die Grünausstattung flächendeckend für alle deutschen Städte mittels Fernerkundung zu erfassen und ein Konzept für ein dauerhaftes Grünmonitoring zu definieren und umzusetzen.
Ausgangslage:
Zum urbanen Grün zählen grüne Freiräume innerhalb der Städte wie Parkanlagen, Friedhöfe, Kleingärten, Brachflächen, Spielbereiche und Spielplätze, Sportflächen, Straßenbegleitgrün und Straßenbäume. Hinzu kommen Grünflächen an öffentlichen Gebäuden, Naturschutzflächen, Wald und weitere Freiräume, die zur Gliederung und Gestaltung der Städte entwickelt, erhalten und gepflegt werden müssen. Auch private Gärten und landwirtschaftliche Nutzflächen sind ein wesentlicher Teil des städtischen Grünsystems.
Bund, Länder und Kommunen benötigen fundierte Informationen, um sachlich-räumliche Defizite und kritische Entwicklungen beobachten und Handlungsbedarfe empirisch untermauern zu können. Grünflächen machen Städte für deren Bewohner attraktiv und steigern die allgemeine Umwelt- und Lebensqualität. Bei Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der Stadt wird der Freiraumqualität im Wohnumfeld eine erhebliche Bedeutung beigemessen. Denn gerade Bewohnern sozial benachteiligter Quartiere stehen häufig weniger wohnungsnahe Grünflächen und damit weniger Erholungsmöglichkeiten im direkten Wohnumfeld zur Verfügung.
Während einige Städte seit Jahren ein Monitoring ihres Stadtgrüns betreiben und wiederkehrende Erhebungen des städtischen Grünvolumens und Biotopkartierungen durchführen, fehlen auf der bundesweiten Ebene zuverlässige und flächendeckende Informationen zu diesem Thema.
Mit diesem Projekt sollen grundlegende Fragen zur Ausstattung deutscher Städte mit urbanem Grün beantwortet werden. Bisher sind gesamtstaatliche Aussagen dazu nur auf der Grundlage von geotopographischen Daten zu treffen. Satellitendaten (Sentinel-2) aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus bieten sich hier als vielversprechende alternative Informationsquelle an.
Neben bundesweiten Auswertungen auf Basis der Satellitenbilder wird in diesem Projekt untersucht, welche weiteren Datenquellen zur Informationsgewinnung zum urbanen Grün zur Verfügung stehen und wie stabile Zeitreihen (unterschiedliche Phänologie zum Aufnahmezeitpunkt usw.) aufgebaut werden können. Dazu werden Testgebiete in sieben Fallstudienstädten definiert. Die Betrachtung erfolgt dabei auf unterschiedlichen Maßstabsebenen (Städte, Stadtteile, Quartiere etc.).
Ein Praxisleitfaden zu BNE in der Offenen Jugendarbeit. [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Zukunft
gestalten.
Jugendliche
beteiligen.
Ein Praxisleitfaden zu BNE in der
Offenen Jugendarbeit.
Einstieg
Liebe Leser:innen,
junge Menschen erleben heute eine Welt, die sich rasant
verändert. Klimawandel, soziale Ungleichheiten und
globale Krisen prägen ihren Alltag. Gleichzeitig wird von
ihnen erwartet, in komplexen Fragen schnell eine klare
Haltung zu finden, oft bevor genug Raum für Fragen und
Zweifel bleibt. Viele Jugendliche wünschen sich deshalb
Orte, an denen sie sich orientieren, ausprobieren und
eigene Antworten entwickeln können.
Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) bietet dafür idea-
le Voraussetzungen. Sie schafft Räume, in denen junge
Menschen ernst genommen werden, Verantwortung
übernehmen und Zukunft gestalten können. Bildung für
nachhaltige Entwicklung (BNE) knüpft an diese Stärke
an. Sie verbindet globale Fragen mit der Lebenswelt jun-
ger Menschen und macht erfahrbar, dass nachhaltiges
Handeln im Kleinen beginnt und im gemeinsamen Tun
wächst.
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung arbeitet seit
vielen Jahren daran, Bildung für nachhaltige Entwicklung
in der Offenen Kinder und Jugendarbeit zu stärken.
Dazu gehören auch Projekte wie Zukunftsformer, in de-
nen Erfahrungen gesammelt und Impulse entwickelt
wurden, die in diese Publikation eingeflossen sind. Im
Auftrag und mit Unterstützung des Ministeriums für
Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-
Pfalz konnten wir diesen Weg weiter vertiefen. Unser
Dank gilt allen Fachkräften, Jugendlichen und Partnern,
die ihre Erfahrungen geteilt und Einblicke in ihre Praxis
ermöglicht haben.
Diese Publikation möchte Einrichtungen unterstützen,
eigene Wege in der Bildung für nachhaltige Entwicklung
zu finden. Sie setzt auf Praxisnähe und auf das, was im
Alltag von Jugendhäusern möglich und sinnvoll ist. Sie
bündelt Erkenntnisse aus der Praxis, stellt Werkzeuge
bereit und lädt Teams ein, gemeinsam zu entdecken, wie
nachhaltige Entwicklung im Jugendhaus lebendig werden
kann.
3
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen: BNE, Beteiligung und
Gestaltungskompetenzen4
Methoden: Beteiligung und
BNE praktisch gestalten 26
Warum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA)
unverzichtbar ist5
Vertiefung, Reflexion und Ausblick35
Gestaltungskompetenzen:
Was junge Menschen brauchen, um Zukunft
zu gestaltenZertifizierung zum fairen Jugendhaus:
„Wenn Nachhaltigkeit Teil der Kultur wird,
dann bleibt sie.“6
36
Jugendbeteiligung:
Wie nachhaltiges Lernen wirksam wirdCheckliste: BNE starten im Jugendhaus38
9Vernetzung & Förderung40
Persönliche Perspektive:
BNE beginnt im Alltag10Ausblick & Trends:
Was BNE in der OKJA in den kommenden
Jahren prägen wird42
Aus der Praxis für die Praxis14Reflexion & Teamgespräch44
Praxisbeispiel 1: „Ich sage dir schon,
wenn du Panik kriegen musst.“15Impressum47
Praxisbeispiel 2: Wenn der Wald zum
Erlebnisraum wird18Praxisbeispiel 3: „Wir kochen Zukunft“ – Wie ein
Jugendzentrum in Trier BNE lebendig macht21Erlebnisbericht:
Das JugendKlimaForum Rheinland-Pfalz –
Beteiligung über die Veranstaltung hinaus24
4
Grundlagen:
BNE, Beteiligung
und Gestaltungs-
kompetenzen
5
Warum Bildung für nachhaltige
Entwicklung (BNE) in der Offenen
Kinder- und Jugendarbeit (OKJA)
unverzichtbar ist
Nachhaltige Entwicklung ist eine gesamtgesellschaftli-
che Aufgabe. Sie betrifft ökologische Herausforderungen
ebenso wie soziale Gerechtigkeit, demokratische Teil-
habe, kulturelle Vielfalt und die Frage, wie wir in Zukunft
zusammenleben wollen. Bildung für nachhaltige Entwick-
lung (BNE) unterstützt junge Menschen dabei, diese Zu-
sammenhänge zu verstehen und sich als selbstwirksame
Akteur:innen in ihrer Welt zu erleben.
Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) bietet dafür be-
sonders gute Voraussetzungen. Sie schafft zwangfreie
Räume, in denen junge Menschen eigene Interessen ver
folgen, Verantwortung übernehmen und neue Perspek
tiven – jenseits des schulischen Kontexts – entwickeln
können. Im Unterschied zur Schule stehen keine Prüfun-
gen und Bewertungen im Vordergrund. Entscheidend
sind Beziehungen, Beteiligung und die Möglichkeit, Ideen
auszuprobieren. Dadurch entstehen informelle Lernge-
legenheiten, die unmittelbar an den Alltag der Jugend-
lichen anschließen.
BNE kann in diesem Umfeld wachsen, weil sie nicht an
Unterrichtsformate gebunden ist. Sie findet statt, wenn
Jugendliche gemeinsam kochen, einen Raum gestalten,
ein Projekt planen, ein Fest organisieren oder im Stadt-
teil aktiv werden. Nachhaltige Entwicklung wird im Tun
erfahrbar, im (Aus-)Handeln und im gemeinsamen Ent-
scheiden. Jugendliche erleben, dass ihre Ideen Wirkung
haben und dass Veränderungen möglich sind, wenn sie
Verantwortung übernehmen.
Jugendhäuser sind Räume, in denen verschiedene Lebens-
realitäten aufeinandertreffen. Diese Vielfalt bietet be
sondere Chancen für nachhaltige Bildung. Jugendliche
lernen, Interessen auszuhandeln, Konflikte zu bearbeiten
und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Sie erfahren,
dass Zukunft nicht festgelegt ist, sondern gemeinsam ge-
staltet werden kann.
BNE in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bedeutet
nicht, zusätzliche Programme einzuführen, sondern be-
stehende Stärken weiterzuentwickeln und bewusst Räu-
me zu schaffen, in denen junge Menschen Orientierung
finden und Zukunft gestalten können.
BNE ist Haltung. Sie beginnt,
wenn junge Menschen erleben,
dass ihr Handeln zählt und dass
Zukunft nichts Abstraktes ist,
sondern jeden Tag entsteht.
Der Fokus in Richtung eines umweltschonenderen Flugverkehrs liegt einerseits in der Reduktion der Nachfrage und andererseits in der umweltverträglicheren Abwicklung des Flugverkehrs. Zur Ermittlung der Potenziale einer verringerten Nachfrage ist die Zusammenstellung des Status Quo mittels Literatur- und Studienrecherche sowie Auswertung erforderlich: Wer fliegt wie, wie oft, wohin und aus welchen Gründen mit welchem Haushaltsnettoeinkommen? Welche Möglichkeiten bestehen, Buchungsmuster aufzubrechen und inwieweit lässt sich die Nachfrage beeinflussen (Potenziale des Nicht-Fliegens u.a. öffentliche Wahrnehmung des Fliegens (Flugscham versus Statuswirkung), unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit? Wie und mit welchen kommunikativen Mitteln können das Wissen um die Umweltwirkungen wie z. B. Nicht-CO2-Effekte oder Lärm, das Wissen um Kostenwahrheit Angebotsregulierungen, Zertifikathandel die Nachfrage beeinflussen? Wie lassen sich Alternativen kommunizieren bzw. inwiefern sind Alternativen möglich, welche Anreize sind erforderlich und wirksam? Wie können ggfs. auch Superreiche adressiert werden? Der Luftverkehr gehört global zu den emissionsintensiven Sektoren. Emissionsreduktionen sind insbesondere vor dem Hintergrund der vereinbarten Klimaziele dringend erforderlich. Diese sind auf technischer bzw. technologischer Ebene möglich sowie durch strukturelle und individuelle Veränderungen. Auch fiskalische und marktbasierte Maßnahmen spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle, da sie u. a. zu einer Verteuerung von Flügen führen können, aber damit auch Gerechtigkeitsfragen aufwerfen. Ziel ist es, empiriebasierte Potenziale zur Senkung der Nachfrage im Flugverkehr zu ermitteln (z. B. in einem Reallabor) und davon abgeleitet mit Hilfe einer Kommunikationsstrategie Wissen und Maßnahmen zur Reduktion des Flugverkehrs unter Berücksichtigung von Gerechtigkeitsaspekten zu erarbeiten um den Handlungsdruck zu kommunizieren und damit zu erhöhen.