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Umweltbewegungen in westlichen Industriegesellschaften

Problemstellung: 1. Eine konsequente Umweltpolitik, national wie international, muss auf die Unterstuetzung der Bevoelkerung bauen koennen. Das Projekt untersucht die Entwicklung, Wichtigkeit und Ursachen des Umweltbewusstseins als Issue auf dem politischen Agenda im internationalen Vergleich der EG-Laender ('die Zehn') seit 1973. 2. Die Umweltbewegungen werden sowohl als Ausdruck der 'neuen Politik', als eine unter vielen neuen sozialen Bewegungen, verstanden, als auch als eine Reaktion auf unmittelbare Umweltbeeintraechtigungen. Im internationalen Vergleich wird versucht, die Ursachen der Unterstuetzung der neuen sozialen Bewegungen (und gruenen bzw. oekologischen Parteien) zu ergruenden, insbesondere hinsichtlich der Fragestellung: Wird die Umweltbewegung eher durch Betroffenheit oder durch kognitive und ideologische Mobilisierung ausgeloest? Zentrale Konzepte fuer die Analyse sind: Wertwandel, Ideologie, Integration (Akzeptanz), kognitive Mobilisierung, Theorie der 'policy-Arenen'. Zu 1. und 2. wird die Methode der Umfragedaten angewandt. Das Projekt hat zu diesem Zweck Fragebatterien im Eurobarometer in Auftrag gegeben.

Zusammenhang zwischen Armut und Umwelt. Analyse am Beispiel der Mongolei

Erforschung des Zusammenhanges zwischen Umweltverschmutzung und Armutsentstehung sowie zwischen Armut und Umweltverschmutzung. Ziele sind die Ableitung von wirtschaftlichen Handlungsempfehlungen.

GISMO - Ganzheitliche Integration von Sanierung und Modernisierung, Teilvorhaben D: Systemvalidierung und Anwendungsbeispiel

Das Ziel des Vorhaben ist Entwicklung einer integrierten, internet- und Datenbankbasierenden Bautechnologie zur Unterstützung der Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden in der Phase der baulichen Sanierung im bewohnten Zustand. Das Vorhaben hat insbesondere zum Ziel Ressourcenbedarf und Umweltbelastungen zu minimieren und die langfristige Qualität des Gebäudebestandes zu sichern durch die Kombination einer lebenszyklusbezogenen Strategie mit einer akteursbezogenen, kurzfristig einsetzbaren Planungstechnologie. Dadurch kann ein erhöhtes Qualitätsniveau bei geringeren Gesamtkosten (Investitions- und Nutzungskosten) und in kürzerer Zeit erreicht werden. Insbesondere sollen gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Ziele, im Sinne einer Politik der Nachhaltigkeit, verfolgt werden. Durch die Verwendung von innovativen Kommunikationsmitteln wird der Planungsablauf verbessert und für alle Beteiligten, insbesondere Bauherren und Mieter transparent gemacht. Die resultierende Projektierungstechnologie wird nach Projektende Bauherren und mittelständischen Unternehmen und Gruppen von Unternehmen über ein Internetportal zur Verfügung gestellt.

GISMO - Ganzheitliche Integration von Sanierung und Modernisierung, Teilvorhaben A: Management, Simulation und Bewertungswerkzeuge

Das Ziel des Vorhaben ist Entwicklung einer integrierten, internetbasierten Technologie zur Unterstützung der Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden in der Phase der baulichen Erneuerung unter Betrieb. Das Vorhaben hat insbesondere zum Ziel Ressourcenbedarf und Umweltbelastungen zu minimieren und die langfristige Qualität des Gebäudebestandes zu sichern durch eine Kombination einer lebenszyklusbezogenen Strategie mit einer akteursbezogenen, kurzfristig einsetzbaren Planungstechnologie. Dadurch kann ein erhöhtes Qualitätsniveau bei geringeren Gesamtkosten (Investitions- und Nutzungskosten) und in kürzerer Zeit erreicht werden. Insbesondere sollen gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Ziele, im Sinne einer Politik der Nachhaltigkeit, verfolgt werden. Durch die Verwendung von innovativen Kommunikationsmitteln soll sowohl der Planungsablauf verbessert und für alle Beteiligten, insbesondere Bauherren und Mieter transparent gemacht werden. Die resultierende Projektierungstechnologie wird Bauherren und mittelständischen Unternehmen und Gruppen von Unternehmen über ein Internetportal zur Verfügung stehen.

ERA-NET Forest Value: Management für eine multifunktionale Nutzung der europäischen Wälder im Zeitalter der Bioökonomie (MultiForest)

Zielsetzung: Das gleichzeitige Streben nach mehr Holzernte gemäß den bioökonomischen Zielen und der Erhöhung des Waldschutzes gemäß der EU-Biodiversitätsstrategie ist in Regionen und Ländern mit derzeit intensiver Holzproduktion möglicherweise nicht gleichermaßen erreichbar. Die daraus resultierende Inkohärenz der Politik aufgrund von Zielkonflikten und inkongruenter Umsetzung wird wahrscheinlich verwirrend sein und möglicherweise die Multifunktionalität der Wälder beeinträchtigen. Die Förderung der Erhaltung der Waldökosysteme im Hinblick auf die zahlreichen Erwartungen der Gesellschaft ist ein entscheidendes Ziel der Forstwirtschaft und der Forschung. Frühere Forschung hat sich mit der Frage sich widersprechender Wald- und Umweltpolitik hauptsächlich aus der Sicht der Governance befasst, wobei der Schwerpunkt nicht auf den Auswirkungen der Inkohärenz oder auf den Auswirkungen und der Wirksamkeit von Policy-Mixen lag. Um neue Politiken und Forstwirtschaftspraktiken zu entwickeln, die die potenziellen Kompromisse zwischen verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Beiträgen identifizieren und in Einklang bringen können, ist eine systematische Analyse der Politik, ihrer Umsetzung und ihrer langfristigen Auswirkungen erforderlich. Unser Projekt plant, eine solche Analyse durchzuführen, um eine solide Grundlage für die Lösung der sozial-ökologischen Landnutzungskonflikte zu schaffen, die durch politische Inkohärenz verursacht werden. Dieses Projekt beabsichtigt, neue Erkenntnisse für die Forstpolitik, die Forstwirtschaft und die Raumplanung zu gewinnen, indem es die Auswirkungen von Politiken und Managementpraktiken quantitativ analysiert und groß angelegte Waldprogramme entwickelt, die gleichzeitig die Holzproduktion erhalten oder steigern und die Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der Multifunktionalität in Wäldern gewährleisten können. Wir verwenden ein globales Modell, um nationale und regionale Schätzungen des Holzbedarfs in verschiedenen sozioökonomischen Entwicklungspfaden und Szenarien zur Klimaverminderung abzuleiten, und kombinieren Simulations- und Optimierungswerkzeuge mit einer umfassenden Reihe von Biodiversitätsindikatoren sowie monetären und nicht-monetären Wertindikatoren für Ökosystemdienstleistungen. Wir analysieren europäische und nationale Politiken, die auf mehrere Waldfunktionen ausgerichtet sind, entwickeln geeignete Multifunktionalitätsmetriken und kombinieren beteiligte Interessengruppen, um praktikable Politik- und Managementmaßnahmen zu identifizieren. Mit diesen Instrumenten bewerten wir empirisch und qualitativ die Nachhaltigkeitslücke, die sich aus der Inkohärenz der Politik ergibt. Aufgrund der Unterschiede zwischen den EU-Ländern und -Regionen in Bezug auf deren sozioökonomischen Rolle der Wälder oder in ihrer Verwaltung ist es sehr wahrscheinlich, dass die aus der Inkohärenz der Politik resultierende Nachhaltigkeitslücke geografisch sehr unterschiedlich ist. (Text gekürzt)

Lokaler, nationaler und internationaler umweltschonender Güterverkehr - Transformationsdialog und UBA Forum mobil und nachhaltig

Güterverkehr (GV) ist nicht nur für einen erheblichen Anteil der Treibhausgase verantwortlich, sondern verursacht Lärm, Luftschadstoffe, Flächen- und Ressourcenverbrauch. Umweltwirkungen des GV werden oftmals hingenommen, obwohl sie sich negativ auf Mensch und Umwelt niederschlagen. Dabei mangelt es insb. an einer integrierten, verkehrsträgerübergreifenden Betrachtung, die lokale, nationale und internationale GVe gemeinsam in den Blick nimmt, um Umwelt- und Klimawirkungen zu reduzieren. Im Vorhaben sollen systematisch integrierte Vorschläge für Maßnahmenbündel erarbeitet werden, die den urbanen, nat. und internat. GV umweltschonender machen können und deren Umsetzung angestoßen werden. Es gliedert sich in vier Arbeitspakete: 1) Analyse der Problemlage im GV mit besonderem Schwerpunkt auf den Umweltbelastungen jenseits von Treibhausgasen, wobei alle Verkehrsarten und diese von der Langstrecke bis zur letzten Meile betrachtet werden sollen. 2) Weiter- und Neuentwicklung geeigneter Indikatoren für umweltschonenden GV. Insbesondere für den Bereich der urbanen Mobilität sind geeignete Maßnahmenvorschläge, Konzepte und Lösungen zu erarbeiten. 3) Transformationshebel und -ansätze: Planung, Durchführung und Auswertung einer Akteursbeteiligung in Form eines digitalen #Güterverkehrsforums. Die Kurzsessions bei den jeweils eine eingeladene Expertenperson über a) die Vision für einen umweltschonenden GV und b) (eigene) Maßnahmen und Wünsche an die Politik referiert, werden in die sozialen Medien übertragen; anschließende soll intern und ohne Aufzeichnung mit UBA und BMU diskutiert werden. Über mindestens ein Jahr verteilt sollen etwa 15 Kurzsessions durchgeführt werden. 4) Die Organisation, Durchführung und Nachbereitung des UBA-Forums mobil & nachhaltig 'Umweltschonender Güterverkehr' sowie die Unterstützung bei der Erstellung einer UBA-Broschüre die eine Vision des umweltschonenden Güterverkehrs und die dafür nötigen Maßnahmen darstellt.

Strom- und Gasverbrauch ab der zweiten Jahreshälfte 2022 gesunken

<p>Ein Vergleich der Quartalszahlen des Strom- und Gasverbrauchs zeigt erstmals seit vier Jahren einen Rückgang. Beide Verbräuche liegen ab der 2. Jahreshälfte 2022 unter denen der letzten vier Jahre. Die Aktivitäten und politischen Maßnahmen zum Energiesparen müssen ausgebaut und verstetigt werden, um daraus eine echte stabile Trendwende zu machen.</p><p>Zunächst die bekannte Nachricht: Der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/p?tag=Primrenergieverbrauch#alphabar">Primärenergieverbrauch</a>⁠ (PEV) und der ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/e?tag=Endenergieverbrauch#alphabar">Endenergieverbrauch</a>⁠ (EEV) in Deutschland entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten so, dass die festgelegten Ziele beim bisherigen Tempo verfehlt werden. Der PEV sinkt zu langsam: Gerade einmal um knapp 15 Prozent reduzierte er sich seit 2008, bis 2030 müssten es laut Effizienzstrategie 2050 der Bundesregierung eigentlich 30 Prozent sein. In den verbleibenden gut sieben Jahren müsste der PEV so stark sinken wie in den letzten rund 14 Jahren – also mit doppeltem Tempo. Beim EEV ist die Diskrepanz noch deutlicher: Er sank seit 2008 nur um fünf Prozent und stagniert damit nahezu. Ziel für 2030 des „Arbeitsplan Energieeffizienz“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/k?tag=Klimaschutz#alphabar">Klimaschutz</a>⁠ (⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/b?tag=BMWK#alphabar">BMWK</a>⁠) von 2022 ist eine Minderung um 24 Prozent gegenüber 2008. Insgesamt sprechen die Zahlen also eine klare Sprache: Wir befinden uns nicht auf den Zielpfaden und müssen deutlich besser werden (siehe Abb. 1 &amp; 2).</p><p>Weil aber die Daten zum EEV und PEV nur verzögert vorliegen – letztes vorläufig verfügbares Datenjahr ist 2021 – und aktuelle Trends und Maßnahmen sich daher kaum ablesen lassen, lohnt ein vertiefter Blick. Und der könnte Hoffnung machen. Wesentlich aktueller als PEV oder EEV liegen Daten zu Strom- und Gasverbrauch vor. Beide Verbräuche sind in Deutschland im quartalsweisen Vergleich mit den Vorjahren ab der zweiten Jahreshälfte 2022 deutlich gesunken.</p><p>Beginnen wir mit dem <strong>Gasverbrauch</strong>: Während sich der Verbrauch im ersten und zweiten Quartal 2022 noch nicht wesentlich von den gleichen Quartalen der Vorjahre unterscheidet, verbessert sich die Situation dann deutlich: Die Verbräuche der letzten zwei Quartale 2022 liegen 20 Prozent – und damit sehr deutlich – unter den vier Vorjahresquartalen, und auch im ersten Quartal 2023 setzt sich der Trend fort. Detaillierte Rückschlüsse auf die konkreten und sektorspezifischen Ursachen des Einsparens lassen die Quartalszahlen zunächst nicht zu. Dies können auf der positiven Seite Verbesserungen wie Effizienzfortschritte durch verbesserte Technik, Brennstoffwechsel zu strombasierten Anwendungen, temporäres Abschalten energieintensiver Prozesse in der Industrie wie zeitweises Herunterfahren von (Schmelz-)Öfen, ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/s?tag=Suffizienz#alphabar">Suffizienz</a>⁠-Maßnahmen wie Temperaturabsenkungen, u.ä. sein. Ebenfalls Gasverbrauchsmindernd, aber aus Klimaschutz-Sicht negativ schlägt dabei ein Brennstoffwechsel zu anderen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Heizöl zu Buche, wie es beispielsweise <a href="https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/uba-prognose-treibhausgasemissionen-sanken-2022-um">bei den Kraftwerken der Stromerzeugung vorkam</a>. Die Energieverbrauchsreduktion dürfte aus einem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Maßnahmen beziehungsweise aus vielen kleinen Faktoren resultieren. Denn beim Energiesparen gilt, dass es nicht „einen“ großen Hebel, sondern viele kleinteilige Potenziale gibt, die allesamt zu heben sind. Auch sind die Angaben noch nicht witterungsbereinigt – sie haben aber durch den mehrjährigen Vergleich eine gute Aussagekraft. (Abb. 3)</p><p>Ähnlich rückläufig entwickelt sich der <strong>Stromverbrauch</strong>: Auch hier bleibt der Verbrauch in den ersten beiden Quartalen 2022 noch durchschnittlich, um ab dem dritten Quartal unter die jeweiligen letzten Vergleichszeiträume zu sinken. Im Sommer (Quartal 3) 2022 liegt er 5,2 Prozent, im vierten Quartal 7,1 Prozent, und in Quartal 1 von 2023 8,3 Prozent unter dem Mittelwert der vier letzten Vergleichszeiträume. Damit liegt die Reduktion unter der vom Gas, dürfte gleichzeitig aber weniger witterungsbedingt sein, weil Strom bislang weniger zum Heizen verwendet wird als Gas. Auch lag der Fokus der Energiespar-Appelle der Bundesregierung primär auf dem Gassparen. (Abb. 4)</p><p>Auch der Stromverbrauch pro Person, der eine schwankende Bevölkerung berücksichtigt, stützt die Interpretation und macht die Aussage ein Stück weit valider: durchschnittlicher Verbrauch im ersten Halbjahr 2022, reduzierter Verbrauch ab dem dritten Quartal 2022. (Abb. 5)</p><p>Als naheliegender Einflussfaktor für die „plötzlichen“ Energieeinsparungen wird oftmals ein Einbruch der Produktion in Industrie und Gewerbe oder die Verlagerung der Produktion etwa ins Ausland wegen gestiegener Energiepreise vermutet. Der Blick auf die sektorspezifischen und makroökonomischen Indikatoren bestätigt diese These jedoch nicht. Auch wenn derartige Effekte teilweise auftreten können, eine durchschlagende Wirkung haben sie offenbar nicht gehabt: So ist der Gasverbrauch der Industrie, ähnlich wie der Gasverbrauch insgesamt, im dritten und vierten Quartal 2022 überdurchschnittlich gesunken (siehe Abb. 6). Gleichzeitig ist die <strong>Bruttowertschöpfung der Industrie im Jahr 2022 nicht substanziell oder gar korrelierend zum Gasverbrauch eingebrochen</strong> (siehe Abb. 7). Das produzierende Gewerbe scheint seine Energieeffizienz also eher durch die Abkehr von Erdgas oder dessen effizienteren Einsatz gesteigert zu haben.</p><p>Der mehrjährige Vergleich zeigt, mit den oben gemachten Einschränkungen (ausstehende Temperaturbereinigung, unklarer Einfluss der einzelnen Politikinstrumente- und Maßnahmen, u.a.), dass sowohl Gas- als auch Stromverbrauch ab dem dritten Quartal 2022 merklich gesunken sind. Dabei deuten die Wirtschaftsindikatoren an, dass dies nicht primär auf das Einschränken oder Verlagern der Produktion in Industrie und Gewerbe zurückzuführen ist. Die Bundesregierung hat erste Maßnahmen erlassen, Bevölkerung und Industrie haben reagiert. Wenn sich diese Entwicklung final bestätigt, wäre das nach den völlig unzureichenden Einsparungen der letzten Jahrzehnte ein erstes Signal, das Mut macht: Energiesparen kann grundsätzlich gelingen.</p><p>Vor allem aber legt die Betrachtung innerhalb des Jahres 2022 nahe, bei der die Einsparungen zeitlich mit Beginn der Aufrufe zum Energiesparen durch die Bundesregierung und mit den neuen Rahmenbedingungen zusammenfallen, dass die getroffenen Maßnahmen und Politikinstrumente wie die Kurz- und Mittelfristverordnung zur Energiesicherheit (EnSikuMaV und EnSimiMaV) und die Einspar-Aktivitäten der Bevölkerung und Industrie zu wirken beginnen. Umso wichtiger ist es, diese erste Umkehr jetzt auszubauen und vor allem zu verstetigen. Und zwar sowohl auf der individuellen Ebene, als auch strukturell unterfüttert, indem die Bundesregierung den Rahmen entsprechend setzt.</p><p>Dringend notwendig sind also weitere Maßnahmen und Politikinstrumente, wie beispielsweise ein ehrgeiziges Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Auch die angekündigten Novellen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sollten zwingend genutzt werden, die Weichen verbindlich und ambitioniert für mehr Energieeffizienz und den Austausch von fossilen Gas-Anwendungen durch effizientere Lösungen wie Wärmepumpen zu stellen. Neben diesen wichtigen Rahmensetzungen sollten alle Akteursgruppen (Bürger*innen, Gewerbe, Handel, Industrie und öffentliche Hand) die erprobten Einspar-Aktivitäten fortsetzen. Energiesicherheit wird auch zukünftig wichtig bleiben, und Energie wertvoll. Es gibt keinen Grund, sie wieder über im Winter geöffnete Ladentüren, nächtlich beleuchtete Gebäude und Werbetafeln, oder ineffiziente fossile Heizungsanlagen zu verschwenden.</p><p>Was aus Klimaschutz-Sicht bis 2030 notwendig ist, etwa der Ausbau erneuerbarer Wärmenetze und das Austauschen von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen, hat das Umweltbundesamt im Positionspapier "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/treibhausgasminderung-um-70-prozent-bis-2030">Treibhausgasminderung um 70 Prozent bis 2030: So kann es gehen!</a>" zusammengefasst. Welche Maßnahmen kurzfristig in der Krisensituation helfen können, zeigt das Kurzpapier "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/aus-der-energiekrise-durch-effizienz-suffizienz">Aus der Energiekrise durch Effizienz und Suffizienz</a>". Denn ohne weitere Anstrengungen besteht die Gefahr, dass der Verbrauch (wie schon einmal nach dem Jahr der Corona-Maßnahmen) wieder zurückschießt. Die Herausforderung bleibt, daraus einen stabilen Trend zu machen. Erfreulicherweise zeigen auch noch die jüngsten Daten fürs erste Quartal 2023 in die richtige Richtung, auch hier sinkt der Gas- und Stromverbrauch weiter.</p><p>Bei alledem gilt es, Energieeffizienzpolitik sinnvoll mit Sozialpolitik zu flankieren, damit Einsparmaßnahmen nicht mit Nachteilen (Energiearmut u.ä.) für vulnerable Gruppen einhergehen, sondern im Gegenteil zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Denn Klimaschutz und ein gutes Leben lassen sich verbinden, und mit entsprechenden Maßnahmen lassen sich klimapolitische Instrumente sozial ausgestalten, wie eine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/co2-bepreisung-sollte-kann-soziale-ungleichheit">UBA-Publikation</a> zeigt.</p><p>Instrumente zum Energiesparen: EnEfG, EnSikuMaV, EnMimiMaV<p>Aktuell befindet sich das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) im finalen Gesetzgebungsverfahren, nachdem das Bundeskabinett den <a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/04/20230419-kabinett-beschliesst-energieeffizienzgesetz.html">Gesetzentwurf im April 2023 beschlossen</a> hat. Wenn das EnEfG ambitioniert umgesetzt wird bietet es Chancen, die Energieeinsparungen zu verstetigen und den Energieverbrauch weiter zu reduzieren.</p><p>Das Bundeskabinett hatte im August 2022 <a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/08/20220824-habeck-treiben-energieeinsparung-weiter-voran-bundeskabinett-billigt-energieeinspar-verordnungen.html">zwei Energieeinsparverordnungen gebilligt</a>. Beide Verordnungen basieren auf dem Energiesicherungsgesetz (§ 30 EnSiG) und leisten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Sie enthalten konkrete Maßnahmen zum kurzfristigen Energiesparen insbesondere für die Heizperioden und adressieren die öffentliche Hand sowie Unternehmen und private Haushalte. Neben dem Einsparen von Gas (z.B. durch Temperaturabsenkung und technisches Optimieren von Heizungsanlagen) sind auch Maßnahmen enthalten, die den Stromverbrauch senken (z.B. nächtliches Verbot von beleuchteten Werbetafeln), da dies dazu beiträgt, die Stromerzeugung mit Gas zu verringern.</p></p><p>Aktuell befindet sich das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) im finalen Gesetzgebungsverfahren, nachdem das Bundeskabinett den <a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/04/20230419-kabinett-beschliesst-energieeffizienzgesetz.html">Gesetzentwurf im April 2023 beschlossen</a> hat. Wenn das EnEfG ambitioniert umgesetzt wird bietet es Chancen, die Energieeinsparungen zu verstetigen und den Energieverbrauch weiter zu reduzieren.</p><p>Das Bundeskabinett hatte im August 2022 <a href="https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/08/20220824-habeck-treiben-energieeinsparung-weiter-voran-bundeskabinett-billigt-energieeinspar-verordnungen.html">zwei Energieeinsparverordnungen gebilligt</a>. Beide Verordnungen basieren auf dem Energiesicherungsgesetz (§ 30 EnSiG) und leisten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Sie enthalten konkrete Maßnahmen zum kurzfristigen Energiesparen insbesondere für die Heizperioden und adressieren die öffentliche Hand sowie Unternehmen und private Haushalte. Neben dem Einsparen von Gas (z.B. durch Temperaturabsenkung und technisches Optimieren von Heizungsanlagen) sind auch Maßnahmen enthalten, die den Stromverbrauch senken (z.B. nächtliches Verbot von beleuchteten Werbetafeln), da dies dazu beiträgt, die Stromerzeugung mit Gas zu verringern.</p><p>Gerade einmal um knapp 15 % reduzierte er sich im Zeitraum 2008 bis 2021 – bis 2030 müssten es laut „Effizienzstrategie 2050“ eigentlich 30 % sein. (Abb. 1)</p><p>Ziel der Bundesregierung ist bis 2030 eine Minderung um 24% gegenüber 2008. (Abb. 2)</p><p>Er liegt in den letzten 2 Quartalen 2022 20 % unter den 4 Vorjahresquartalen. (Abb. 3)</p><p>Er liegt im 3. Quartal 2022 5 % und im 4. Quartal 2022 7 % unter dem Mittelwert der 4 letzten Vergleichszeiträume. (Abb. 4)</p><p>Der Stromverbrauch pro Person, der eine schwankende Bevölkerung berücksichtigt, sank nach durchschnittlichem Verbrauch im 1. Halbjahr ab dem 3. Quartal 2022. (Abb. 5)</p><p>Er reduzierte sich – ähnlich wie der Gasverbrauch insgesamt in Deutschland – im 3. und 4. Quartal 2022 überdurchschnittlich. (Abb. 6)</p><p>Anders als der Gasverbrauch ist die Bruttowertschöpfung der Industrie 2022 nicht substanziell eingebrochen, was gegen erhebliche Produktionsverlagerungen spricht. (Abb. 7)</p><p>Der Stromverbrauch sank im 3. Quartal 2022 um 5 % und im 4. Quartal 2022 um 7 % gegenüber dem Durchschnitt der 4 Vorjahreszeiträume. Der Gasverbrauch sogar um rund 20 % bzw. 22 %. (Abb. 8)</p>

INTERREG

INTERREG, auch die „Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ)“ genannt, ist Teil der Kohäsionspolitik der Europäischen Union. Wesentliches Ziel dieser Politik ist es, die wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion zwischen den verschiedenen Gebieten der Europäischen Union zu stärken und Entwicklungsunterschiede zu verringern. Das INTERREG-Programm wird aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördert und bildet seit mehr als 30 Jahren einen Rahmen für grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Kooperationen in Europa. 2014 begann die 5. Förderperiode des INTERREG-Programms, die bis 2020 laufen wird.

Internationaler Politik- und Wissenstransfer

<p>Umweltbelastungen machen nicht an Grenzen halt. Deshalb werden die Wege zu mehr Umweltschutz und zu einer nachhaltigen Entwicklung zunehmend auf internationaler Ebene verhandelt. Lösungsansätze können dabei nur mit gemeinsamem Weitblick und über Staatsgrenzen hinausgefunden werden.</p><p>Internationaler Politik- und Wissenstransfer</p><p>Das ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>⁠ unterstützt in seinen Partnerländern auf vielfältige Art und Weise und mit unterschiedlichen Instrumenten den Aufbau personeller und institutioneller Kapazitäten im Umweltbereich. Das Angebot des Politik- und Wissenstransfers richtet sich vor allem an die neuen EU-Mitgliedsstaaten, die Staaten der Europäischen Nachbarschaftspolitik sowie weitere Entwicklungs- und Schwellenländer. Ziel ist es, durch aktive Beratung relevante Akteure bei der Formulierung und Umsetzung der nationalen Umweltpolitik zu unterstützen. Dabei steht die Übertragung von internationalen Umweltprogrammen und -maßnahmen auf die nationale Ebene der Partnerländer im Fokus. Hierzu zählt unter anderem die Übernahme geltender EU-Rechtsvorschriften im Umweltbereich in nationales Recht. Die Unterstützung bezieht sich sowohl auf klassische Handlungsfelder wie beispielsweise Abfallwirtschaft, Chemikaliensicherheit, Gewässerschutz und Luftreinhaltung als auch auf Öffentlichkeitsbeteiligung, Umweltbildung und Green Economy.<br><br>Das UBA entwickelt praktische Lösungen zu unterschiedlichen Umweltschutzfragen. Diese beruhen vor allem auf Forschungsergebnissen, den Erfahrungswerten aus der gelebten deutschen und europäischen Praxis sowie der aktiven Mitwirkung an der Weiterentwicklung internationaler Übereinkommen. Des Weiteren wirkt das UBA in vielfältigen Abstimmungs- und Regelungsprozessen sowie Gremien als wichtiger und anerkannter Partner mit. Daher hat es umfangreiches Wissen und Erfahrung zu Verwaltungsfragen, organisatorischen und rechtlichen Zuständigkeiten sowie Interaktionen beteiligter Akteure auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene.</p><p>Entwicklung der Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarländern</p><p>Ein Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten des Umweltbundesamtes liegt, z.B. im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/kooperation-in-mittel-osteuropa-dem-kaukasus/beratungshilfeprogramm-des-bmub">Beratungshilfeprogramm</a> auf der Zusammenarbeit mit den Ländern Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus, Zentralasiens und anderen Nachbarländern der EU. Die politischen Umwälzungen der frühen 1990er Jahre, die Einbeziehung in die Verhandlungen über internationale Umweltschutzverträge und die Aussicht auf neue EU-Beitritte stellten viele Regionen vor neue Herausforderungen.</p><p>Der politische Wandel in Osteuropa vor mehr als zwei Jahrzehnten hat die Voraussetzungen für eine stärkere Umweltpolitik geschaffen. Noch vor Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen schloss Deutschland mit einigen der Beitrittskandidaten bilaterale Umweltabkommen ab. Die ost- und mitteleuropäischen Staaten, die der EU 2004 beigetreten sind, durchliefen einen schnellen Wandel, wobei die Notwendigkeit, die strengen Umweltstandards der EU umzusetzen, zu einer beeindruckenden gesetzgeberischen Dynamik führte. Dennoch wird die Umsetzung solcher Standards weiterhin eine Herausforderung bleiben. Die deutsche Regierung ist bemüht, diesen Prozess kontinuierlich zu unterstützen. Das Hauptziel dieser Bemühungen umfasst auch die Zusammenarbeit mit den östlichen Partnerländern, bei der im Rahmen der <a href="https://www.eeas.europa.eu/eeas/european-neighbourhood-policy_en">European Neighbourhood Policy</a> (ENP) die Vereinbarung zwischen der EU und den Partnerländern über spezifische Bereiche wie Bestrebungen zu Umwelt- und Wirtschaftsreformen berücksichtigt werden. Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, die institutionellen Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen und die Unterzeichnerstaaten bei der Ratifizierung und Umsetzung internationaler Umweltverträge zu unterstützen.</p><p>Instrumente der Zusammenarbeit</p><p>Für die Zusammenarbeit mit den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus, Zentralasiens sowie weiteren an die EU angrenzenden Staaten nutzt das UBA verschiedene Instrumente: Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/kooperation-in-mittel-osteuropa-dem-kaukasus/beratungshilfeprogramm-des-bmub">Beratungshilfeprogramm </a>(BHP) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz ermöglicht den Austausch und Transfer von Wissen und Erfahrung in die Zielregion, um die dortigen Umweltverwaltungen zu stärken, Umweltstandards zu heben und Umweltinvestitionen vorzubereiten. Das UBA koordiniert projektbasiert die notwendigen Abstimmungen zwischen den Beteiligten, setzt die Projekte administrativ um und begleitet sie fachlich, wenn sie in seiner Zuständigkeit liegen.</p><p>Das postgraduale Fortbildungsprogramm <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/internationale-zusammenarbeit/unep-unesco-bmub-fortbildungsprogramm">UNEP /UNESCO/ BMUV International Training Programme on Environmental Management for Developing Countries</a> bietet jedes Jahr in Deutschland einen Lang- und mehrere Kurzkurse zum Umweltmanagement für Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern an. Ziel des Fortbildungsprogramms ist es, den Teilnehmenden Wissen und Problembewusstsein zu globalen Umweltprozessen sowie Methoden zur nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung zu vermitteln.<br><br>Das Instrument <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/kooperation-in-mittel-osteuropa-dem-kaukasus/twinning-instrument-der-eu">Twinning </a>wurde von der Europäischen Kommission im Zuge der EU-Erweiterung geschaffen. Wegen des großen Erfolgs wird dieses Instrument nunmehr nicht nur in den Staaten, die der EU beitreten oder Anwärter auf einen EU-Beitritt sind, sondern auch in europäischen Nachbarstaaten eingesetzt. Als nachgeordnete Behörde unterstützt das UBA die Umweltpolitik der Bundesregierung, die die Chance aufgreift, von der EU geförderte Verwaltungspartnerschaften aufzubauen, um die Behörden dieser Staaten bei der Übernahme oder der Angleichung an den <a href="https://ec.europa.eu/neighbourhood-enlargement/policy/conditions-membership_en">Acquis communautaire</a> (gemeinschaftlicher Besitzstand der EU) und bei der Entwicklung moderner Verwaltungen zu unterstützen.</p><p>Das UBA beteiligt sich zudem an bilateralen Umweltdialogen mit politischen und wissenschaftlichen Akteuren aus anderen Staaten. Beispielsweise hat das UBA seine Expertise in die „<a href="https://www.giz.de/de/downloads/giz2015-en-IGEG_factsheet_web.pdf">Indo-German Expert Group on Green and Inclusive Economy</a>“ eingebracht. Diese Expertengruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus indischen und deutschen Forschungsinstituten und politischen Think Tanks bietet eine Plattform, um sich über notwendige Rahmenbedingungen und Perspektiven für eine emissionsarme, ressourcen-effiziente und sozial ausgewogene Wirtschaftsentwicklung auszutauschen und gemeinsam Empfehlungen für die Politik und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu erarbeiten. Im Rahmen der indisch-deutschen bilateralen Zusammenarbeit wurde durch das Indian Institute of Technology, Madras und das Umweltbundesamt gemeinsam ein Positionspapier zu nachhaltigen Lebensstilen („<a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2695/dokumente/giz2015-en-igeg_3_sustainable-lifestyles_0.pdf">Sustainable Lifestyles – Pathways and choices for India and Germany</a>“) erarbeitet. Weitere Papiere zu einer grünen und inklusiven Transformation („<a href="https://www.giz.de/de/downloads/giz2014-en-IGEG_1_green-and-inclusive-transformation.pdf">Exploring Pathways towards a green and inclusive transformation</a>“), zur Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch („<a href="https://www.giz.de/de/downloads/giz2014-en-IGEG_2_decoupling-econimic-growth.pdf">Decoupling economic growth from resource consumption</a>“) und zu nachhaltigen Stadtkonzepten („<a href="https://www.giz.de/de/downloads/giz2015-en-IGEG_4_sustainable_cities.pdf">Sustainable Cities – inclusive, green and competitive</a>“) entstanden mit weiteren Kooperationspartnern.</p>

Digitale Kommune/Region - Soziokulturelle Auswirkungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

In diesem transdisziplinären Projekt mit hohem empirischen Anteil sollen die soziokulturellen, gesellschaftlichen Auswirkungen in sog. smarten Kommunen unter Vorsorgeaspekten einer guten Umwelt-, Sozial- und Gesellschaftspolitik durchleuchtet werden. Derzeit bleibt diese das gesellschaftliche Zusammenleben verändernde Kehrseite von netzbasierten, cyberphysikalischen Infrastrukturen häufig hinter Effizienzbetrachtungen und Sicherheitsfragen unterbeleuchtet, auch in integrierten Stadt- und Regionalentwicklungskonzepten sind diese gesteigerten Digitalisierungs- und KI-Level unberücksichtigt. Eine sozial robuste Gestaltung digitaler kommunaler und regionaler Infrastrukturen wird ansatzweise mit der smarticipate-Plattform erkundet. Darauf aufsetzend soll das Projekt unter der Überschrift 'Gutes Leben für alle in der digitalen Kommune/Region' künftige Forschungsfragen aus den Bereichen Beteiligung, Mitgestaltung und Gouvernmentalität sondieren und zuspitzen, denn die KI-basierte, innovationsorientierte Wettbewerbsstadt führt eine Steuerung zweiter Ordnung von sozialen Prozessen im Gepäck mit: Digitale, urbane Transformation trifft auf partizipative urbane Gouvernance, KI-basiertes Quartiersmanagement auf gemeinwohlorientierte Rückeroberung des öffentlichen Raums. Es gilt vorauszudenken und gesellschaftsverheerende Irreversibilitäten rechtzeitig zu erkennen, die der digitale Tunnelblick innovationsverliebt ausblendet. Wie gehen Smartness und gesellschaftliche Teilhabe, Technologiepotenziale mit guter Lebens- und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zusammen? Dies kann z. B. in Fokusgruppen (experimentierfreudige Kommunen sowie Kommunen mit ausgefeilten analogen Beteiligungsstrukturen) diskutiert werden. Die Betrachtung sollte interkommunal/regional sein wie es auch die KI-basierten Infrastrukturen sind.

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