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Umweltbewusstseinsstudie 2022

Der vorliegende wissenschaftliche Bericht zur repräsentativen Hauptbefragung der Umweltbewusstseinsstudie 2022 beinhaltet eine genauere Darstellung zu deren Methodik sowie umfangreiche Analysen der Befragungsergebnisse unter Anwendung inferenzstatistischer Methoden, insbesondere von Regressionsanalysen. Die Ergebniskapitel zu den erfassten Zeitreihenfragen, neuen Befragungselementen und Fragen zum Schwerpunktthema, dem ökologischen Umbau der Wirtschaft, stellen vor allem die Ergebnisse der Regressionsanalysen zu diesen Fragen dar. In den Analysen zeigte sich ein signifikanter Einfluss der Werteorientierung, der Bildung, des Alters und der Wohnregion für unterschiedliche umweltbezogene Einschätzungen, Meinungen und Verhaltensweisen in der Bevölkerung, sodass diese wertebezogenen und soziodemografischen Merkmale hier offenbar einen sinnvollen Beitrag zur Beschreibung und Erklärung leisten. Insgesamt konnte aber oft nur ein kleiner Teil der Unterschiede zwischen Menschen in ihren umweltbezogenen Einschätzungen, Meinungen und Verhaltensweisen durch die erfassten wertebezogenen und soziodemografischen Merkmale erklärt werden. Das abschließende Kapitel widmet sich der Ableitung von Empfehlungen für die Umweltpolitik und Umweltkommunikation, für Themen zukünftiger Forschung und für zukünftige Umweltbewusstseinsstudien. Hierin wird unter anderem empfohlen, Typisierungen von Menschen in zukünftigen Umweltbewusstseinsstudien nicht allein aus soziodemografischen Merkmalen und der Werteorientierung von Menschen abzuleiten, sondern weitere potenzielle Einflussbedingungen des umweltbezogenen Denkens, Fühlens und Handelns von Menschen einzubeziehen, um aussagekräftige Zielgruppenklassifikationen entwickeln zu können. Weiterhin wird empfohlen, in Forschung und Politik Befürchtungen in der Bevölkerung zu negativen sozialen Effekten von Umwelt-, Natur- und Klimaschutzmaßnahmen verstärkt zu berücksichtigen. Quelle: Forschungsbericht

Der UBA-CO2-Rechner als wissenschaftliches Erhebungsinstrument

Jährlich greifen mehrere hunderttausend Nutzende auf den CO2-Rechner zu und berechnen damit ihre persönliche CO2e-Bilanz. Mittels eines neuen Datenspeicherungskonzepts können Daten der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Zur Einordnung der Angaben im CO2-Rechner werden auch soziodemographische Daten abgefragt. Für die erstmalige Auswertung im Rahmen dieses Berichts wurden Daten aus dem Zeitraum vom 15.10.2020 bis 31.12.2020 herangezogen. Insgesamt wurde ein Datensatz mit 4.079 Einträgen übermittelt. Zunächst wurde die Qualität des Datenansatzes überprüft, um die Verwertbarkeit der Daten zu gewährleisten. Nach einer umfangreichen Datenanalyse wurden verschiedene Datenchecks und Bereinigungen durchgeführt. Nach der Durchführung der Checks zur Bereinigung des Datensatzes sind 1.707 Einträge übriggeblieben. Die Gesamtschau der Analyse verschiedener Variablen führt zum Ergebnis, dass der Datensatz trotz verschiedener Ausreißer, die sich innerhalb der Bereiche eliminieren lassen, für eine Auswertung brauchbar ist. Der nutzbare Datensatz zeichnet sich durch eine Vielzahl verschiedener Variablen aus, die mit Daten aus der Statistik (z.B. Mikrozensus, Mobilität in Deutschland, AG Energiebilanzen etc.) abgeglichen werden können. Einige Optimierungsschritte in der Datenerhebung, die zu einer deutlichen Verbesserung der Datenauswertung führen, wurden bereits von KlimAktiv im CO2-Rechner umgesetzt. Das betrifft insbesondere die Abfragemaske zum Geschlecht sowie die zusätzlich integrierte Frage zur Gemeindegröße, in der die Nutzenden wohnen. Quelle: Forschungsbericht

Umweltbewusstseinsstudie 2018

Die Umweltbewusstseinsstudie besteht seit 1996 und wurde im Jahr 2018 zum zwölften Mal durchgeführt. Der Abschlussbericht dient der ausführlichen Darstellung des methodischen Vorgehens, der wichtigsten inhaltlichen Ergebnisse sowie der Dokumentation bisher nicht veröffentlichter Teilberichte. Dazu gehören die Ergebnisse einer Kurzbefragung für das Jahr 2019, welche nach verschiedenen sozio-demografischen Merkmalen betrachtet und interpretiert werden. Zudem sind Erkenntnisse aus nachgelagerten Fokusgruppen dargestellt, die im Oktober 2019 durchgeführt wurden, sowie die Ergebnisse eines Rezipient*innen-Workshops und daraus resultierende Hinweise für die Ausgestaltung zukünftiger Studien. Veröffentlicht in Texte | 171/2021.

Vielfalt in der aktuellen Phase der Beteiligung

Im Mai feiert die EU den Europäischen Monat der Vielfalt . Auch in der Öffentlichkeitsbeteiligung wird Vielfalt der Teilnehmenden und Perspektiven als Gütekriterium verstanden. Insbesondere auf Repräsentativität und Inklusion ausgelegte Beteiligungsformate wie z.B. Bürgerräte setzen durch die gezielte Zusammensetzung auf Diversität. Nach den ersten vier öffentlichen Sitzungen des Planungsteams Forum Endlagersuche (PFE) hat das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ( BASE ) die soziodemografischen Merkmale der Anmeldedaten zu den öffentlichen Sitzungen dieses aktuellen Beteiligungsformats ausgewertet. Das BASE als Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle erhebt bei den Anmeldungen zu Veranstaltungen standardmäßig soziodemografische Merkmale der Teilnehmenden. Diese Abfrage liefert wichtige Hinweise zur Zusammensetzung der Teilnehmenden bei einzelnen Veranstaltungen, aber auch zur Entwicklung der Zusammensetzung über die Zeit. Nach den ersten vier öffentlichen Sitzungen des Planungsteams Endlagersuche zeigt die Analyse der Anmeldungen zu den öffentlichen Sitzungen auf, welche Zielgruppen sich in dieser Phase bislang besonders stark beteiligen und welche Zielgruppen weniger vertreten sind: 1. Kommunen stark vertreten Kommunale Vertreter:innen sind die Zielgruppe, die sich am häufigsten zu den öffentlichen Sitzungen der PFE angemeldet hat. Im Durchschnitt kamen 37 % aller Anmeldungen von Vertreter:innen kommunaler Gebietskörperschaften. Die zweitstärkste Personengruppe sind Bürger:innen (durchschnittlich 25 % der Anmeldungen). Wissenschaftler:innen machen 12 % und Vertreter:innen von gesellschaftlichen Organisationen bislang 6 % der Anmeldungen aus. 2. In Gender- und Altersvielfalt gibt es noch deutlichen Aufholbedarf Etwa ein Drittel der Angemeldeten ordnen sich dem weiblichen Geschlecht zu. In Bezug auf das Alter der Angemeldeten zeigt sich, dass durchschnittlich nur etwa 5 % der Angemeldeten unter 30 Jahre alt sind. 3. Bundesländer mit vielen Teilgebieten auch aktivere Mitgestalter:innen des Suchverfahrens Die meisten Anmeldungen konnten aus Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin verzeichnet werden. Somit gingen Anmeldungen insbesondere aus Bundesländern mit vielen Teilgebieten ein, sowie aus Berlin mit einer hohen Dichte an politischen Institutionen, die an der Endlagersuche beteiligt sind. Aus Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kamen hingegen keine bis sehr wenige Anmeldungen. Im Juni 2022, nach dem ersten Forum Endlagersuche, wird das gemeinsame Wirken seit Beginn des Prototypen ab Dezember 2021 ausgewertet. Als Teil der Auswertung ist u.a. ein öffentlicher Workshop zur Weiterentwicklung des Prototypen in der letzten Juniwoche geplant. 18.05.2022

Private Flugreisen - Umweltbewusstsein und CO2-Kompensation

Dieser Flyer stellt Befragungsergebnisse aus der Umweltbewusstseinsstudie 2018 zum Thema Flugreisen und freiwillige Kompensationszahlungen vor. Die Angaben der Befragten zur Häufigkeit privater Flugreisen in den vergangenen 12 Monaten werden nach sozio-demografischen Merkmalen differenziert. Es zeigen sich deutliche Unterschiede in Hinblick auf das Alter und das Einkommen der Befragten: jüngere Personen sowie Personen aus einkommensstarken Haushalten sind häufiger geflogen. 30 Prozent der Befragten kennen die Möglichkeit zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasemissionen, die durch das Fliegen verursacht werden. Acht Prozent aller Befragten geben an, schon einmal einen derartigen Ausgleich für ihre durch Flugreisen verursachten ⁠ CO2 ⁠-Emissionen geleistet zu haben. Die Daten beruhen auf einer internetbasierten Repräsentativerhebung mit rund 2.000 Personen. Veröffentlicht in Flyer und Faltblätter.

Umweltbewusstseinsstudie 2018

Die Umweltbewusstseinsstudie (UBS) 2018 ist die zwölfte Umweltbewusstseinsstudie seit 1996. Sie wurde vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben, um das Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Bevölkerung in Deutschland zu untersuchen. Nach über 20 Jahren Umweltbewusstseinsforschung im Umweltressort diente die UBS 2018 darüber hinaus der Reflektion der bisherigen Forschungsarbeiten sowie dem Ausloten methodischer und konzeptioneller Verbesserungsmöglichkeiten. Dabei sollte auch kritisch nach der Rezeption der UBS bei verschiedenen Zielgruppen gefragt werden. Der vorgelegte Bericht dient der Darstellung des methodischen Vorgehens, der wichtigsten inhaltlichen Ergebnisse sowie der Dokumentation bisher nicht veröffentlichter Teilberichte. Zunächst werden Ergebnisse eines Rezipienten- und Rezipientinnen-Workshops dargestellt und die daraus resultierenden Hinweise für die Ausgestaltung künftiger Studien beschrieben. Daneben wird auf das Resultat der weiterentwickelten Kenngrößen zur Messung des Umweltbewusstseins eingegangen und es werden Ergebnisse zur systematischen Rekonstruktion von bestehenden Zeitreihen zum Umweltbewusstsein vorgestellt. Zudem geht der Bericht ausführlich auf die Ergebnisse einer Zwischenerhebung im Jahre 2019 ein und ordnet diese in den Kontext des Aufkommens der Fridays for Future Bewegung ein. Die Ergebnisse werden auch nach verschiedenen sozio-demografischen Merkmalen betrachtet und interpretiert. Außerdem werden Erkenntnisse aus nachgelagerten Fokusgruppen dargestellt, die im Oktober 2019 durchgeführt wurden und ein tieferes Verständnis der Ergebnisse der Repräsentativbefragungen ermöglichen. Darüber hinaus werden die Daten aus den qualitativen und quantitativen Zugängen im Hinblick auf die Zuschreibung von Verantwortung an verschiedene Akteure (wie Politik, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger) gebündelt betrachtet und interpretiert. Der Bericht schließt mit einigen methodischen Anregungen für künftige Umweltbewusstseinsstudien und deren Einbettung in die Umweltpolitik der Bundesregierung. Quelle: Forschungsbericht

Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2021

Key-Visual Stadt-Land-Plus - ©iStock.com/Hallgerd Gleichwertige Lebensverhältnisse fördern – attraktive Regionen gestalten Mit der vierten Statuskonferenz zur Fördermaßnahme wurden insbesondere die Herausforderungen zur Herstellung und Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse als ein Querschnittsthema von "Stadt-Land-Plus" thematisiert und die Arbeiten der Verbundvorhaben in diesem Lichte diskutiert. Zur Konferenz waren weit über 200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis registriert und viele beteiligten sich aktiv an den unterschiedlichen Formaten. Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sowie positiver Erfahrungen aus dem Vorjahr, wurde die Veranstaltung online durchgeführt. Das Programm finden Sie hier. Kurzstatements Katrin Fahrenkrug eröffnet das Streitgespräch und bittet um eine Stellungnahme zu der Frage, ob Stadt und Land gleich seien und was den Unterschied zwischen Stadt und Land ausmache. Frau Bülow , antwortet, dass Stadt und Land nicht gleich sind und es zahlreiche Unterschiede gebe, wie wir leben, einkaufen und arbeiten. Frau Bülow ergänzt, dass sie in den bisherigen Ausführungen die Frage des Ehrenamtes vermisst habe. Alle Orte erhalten durch das Ehrenamt ein Gesicht und unterstützen die Daseinsvorsorge. Diese Vielfalt muss erhalten bleiben. Frau Witte , weist auf die unterschiedlichen Lebensentwürfe in Stadt und Land hin. Sie erläutert, dass es nach der Typisierung viele verschiedene Raumtypen von Land und Stadt gebe und nicht beide Orte gegeneinander ausgespielt werden sollten. Außerdem ist sie der Meinung, dass eher das Land die Stadt möglich mache und nicht andersherum (woher kommen die Ressourcen, die in der Stadt genutzt werden?). Es gilt sich gegenseitig ernst zu nehmen und Kooperationen auszubauen. Herr Kawka , vertritt die These, dass es DAS Land und DIE Stadt nicht gibt. Vielmehr sollen die Teilräume nach Ebenen unterschieden werden, Siedlungs- und Freiräume identifiziert, sowie soziodemografische Faktoren wie eine hohe Kinderarmut zur Differenzierung herangezogen werden. Allgemein hält Herr Kawka fest, dass sich Verhaltensweisen und Lebensentwürfe sicherlich angeglichen haben, doch ist es nicht festzustellen, ob Gemeinsamkeiten oder Unterschiede überwiegen. Herr Dr. Fassbinder , stellt fest, dass die Unterschiedlichkeit von großem Wert ist und die Diversität in der Siedlungslandschaft erhalten bleiben muss. Die Kreisstadt Greifswald übernimmt in Mecklenburg-Vorpommern eine Funktion als Oberzentrum, wobei die in anderen dichter besiedelten Regionen nicht auffallen würde. Die Diversität muss nicht nur erhalten, sondern auch sinnvoll gestaltet werden. Herr Dehne , übernimmt das Wort und stimmt zu, dass die Art des Lebens Unterschiede aufweise. Die Art und Weise, wie Leben im Öffentlichen oder Privaten stattfindet, sei ein Beispiel. Sesshaftigkeit hat auch Bedeutung für Zufreidenheit. Herr Dehne konstatiert außerdem, dass die Bezeichnung Speckgürtel zwar eine geläufige, aber seiner Meinung nach keine gelungene Beschreibung für die deutsche Siedlungsstruktur und –entwicklung ist. Ein Merkmal für die Stadt ist die Frage der Organisation der Kultur und des Zusammenlebens. In der Stadt herrscht eine andere kritische Masse und so weist die Großstadt auch eine stärkere Wirtschaft und Synergieeffekte auf. Im ländlichen Raum hingegen spielt die Selbstorganisation und Privatheit eine größere Rolle als in der Stadt. Festzuhalten gilt es jedoch auch, dass sich die Dinge vermischen. Dadurch wird Vielfalt gegeben. Diskussion Die anschließende Diskussion greift die Thematik der gleichwertigen Lebensverhältnisse auf. Obwohl Gleichwertigkeit schwer messbar ist, bedeutet Gleichwertigkeit eine stabile Grundstruktur der Daseinsvorsorge vor Ort . Einzelne Regionen und deren Teilräume bieten jedoch nicht einmal diese Grundstruktur und ein Gegensteuern erweist sich als kompliziert, ergänzt Frau Witte. Herr Dehne erkennt jedoch keine Landflucht durch mangelnde Daseinsvorsorge, umgekehrt besteht eher eine hohe Lebenszufriedenheit in dünner besiedelten Räumen. Insbesondere in Ostdeutschland besteht natürlich immer noch eine kritische demografische Situation, jedoch ist Herr Dehne vorsichtig die These zu stützen, der ländliche Raum stirbt. Er plädiert dafür genauer hinzusehen, wer wieder in den ländlichen Raum zieht. Als Bürgermeisterin der Gemeinde Hollingstedt in Schleswig-Holstein, berichtet Frau Bülow aus ihrer Erfahrung, dass vor 10 Jahren überlegt wurde, wie Daseinsvorsorge gesichert werden kann. Die rückläufigen Zahlen von damals existieren heute jedoch nicht mehr und in zahlreichen Dörfern gibt es keinen Leerstand mehr. Frau Bülow führt diesen Erfolg auch auf die Digitalisierung und andere Anstrengungen zurück. Eine zukünftige Herausforderung ist der Bedarf an kleinteiligem Wohnraum im ländlichen Raum. Frau Hennig führt die aktuelle Situation im ländlichen Raum auf die Art und Weise zurück, wie geplant wurde. Obwohl Hinweise aus dem ländlichen Raum auf bestehende Nachfrage kamen, wurde nicht vorgesorgt. Ein großes Problem ist, dass es an Daten fehlt und Informationen dazu, wie Menschen wohnen wollen. Frau Hennig weist darauf hin die Veränderung der Baukultur zu beachten und wirbt für mehr Empirie in der Raumplanung. Herr Fassbinder berichtet aus seinen Erfahrungen als Oberbürgermeister der Hansestadt Greifswald. Eine ausreichende Grundversorgung von der Gesundheit über die Bildung wird grundsätzlich erwartet und die langfristige Sicherung ist abhängig von einer vorausschauenden Planung . An diesem Punkt haben falsche Prognosen ein großes Problem dargestellt. Die Landesregierung hielt an falschen Bevölkerungsprognosen fest und der Staat zog sich in vielen Gebieten zurück. Als Resultat kann der Staat teilweise seine Aufgabe nicht mehr erfüllen, vor Ort präsent zu sein (z. B. bei sozialen Problemen). Aus Bundessicht der Raumentwicklung stellen diese Herausforderungen des unvorhergesehenen Wachstums in einst schrumpfenden Regionen jedoch eher „Luxusprobleme“ dar. Die Frage der Gleichwertigkeit wird Herrn Kawka zufolge in anderen Regionen Deutschlands entschieden, die immer noch stark vom demografischen Wandel und Abwanderungen betroffen sind und deren Daseinsvorsorge infolgedessen erhebliche Lücken aufweist. So verharrt z. B. der Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt in seinem Status und wird heute als Raum mit besonderem Handlungsbedarf beschrieben. Herr Kawka stellt die Frage, in welchen Räumen zukünftig die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse entschieden werden wird. In diesem Zusammenhang weist er auf eine Karte vom Umweltbundesamt hin, welche Teilräume prognostiziert, die zukünftig vom Klimawandel betroffen sein werden. Außerdem sollte Augenmerk auf die ehemaligen Braunkohleregionen gelegt, aber auch der Alpenrand beachtet werden. Grundsätzlich sind strategische Handlungskonzepte von Bund und Ländern notwendig, die auch die Jugendlichen einbeziehen. Herr Dehne unterstützt die Meinung, dass Überalterung eines der hartnäckigen Probleme sei. Aus seinen Erfahrungen heraus trugen Zahlen und Daten jedoch auch häufig zu Stigmatisierung bei und es muss genau in den jeweiligen Teilraum geschaut werden. Ein Blick hinein in die Vielfalt eröffnet soziale Unterschiede in den Regionen , die geprüft werden müssen. Botschaften Zum Schluss des Streitgesprächs bittet Frau Fahrenkrug um die Nennung eines Punktes, der verstärkt diskutiert werden sollte: Wie gestalten wir das Umland und was macht sie aus? Die bisherige Planung des Speckgürtels kommt anderen Regionen nicht zugute. (Frau Hennig) Es soll dafür gesorgt werden, dass Staat, Bildung, Gesundheit und Sicherheit vor Ort präsent sind. (Herr Fassbinder) Raumordnung soll mit Mobilität integriert gedacht und Regulierungen mit Entscheidungsträgern vor Ort überlegt und entschieden werden. (Frau Bülow) Ein Stück mehr Gelassenheit durch mehr dezentrale Verantwortung ist wichtig und mehr Vertrauen in die Selbstverwaltung der unterschiedlichen Räume. So könnten vielleicht auch Zwergschulen in sehr ländlich geprägten Räumen Eingang finden. (Frau Witte) Das Thema Klimaschutz und der Umgang in den Kommunen und Regionen mit den Auswirkungen des Klimawandels wird an Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung der nachhaltigen Mobilität sowie Gerechtigkeit in Stadt und Land zentrale Aufgaben. Politische Konzepte sollen die unterschiedlichen Räume und Lebensmodelle berücksichtigen (Herr Dehne) Gleichwertigkeit betrifft vor allem die schwächsten Regionen und schwächsten Stadtteile – hier sollten die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohnern berücksichtigt und in den Austausch getreten werden, um mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. (Herr Kawka) Die Kostenwahrheit sollte auf die Agenda rücken. Viele Subventionen sind nötig, um ein Leben in allen Ecken des Landes zu ermöglichen und diese teilweise impliziten Subventionen, z. B. Straßenkilometer, sollen bewusst getätigt und mitgedacht werden. (Herr Wagner) Die Kurzpräsentationen der unterschiedlichen Verbundprojekte sind auf den Webseiten der Verbundvorhaben nachzuschauen. Eine Übersicht der Verbundvorhaben finden Sie hier .

CO2-Fußabdrücke im Alltagsverkehr

CO2-Fußabdrücke im Alltagsverkehr Menschen in Großstädten verursachen meist geringere CO2-Emissionen durch ihre täglichen Wege als Menschen auf dem Land. Wird täglich fast nur das Auto genutzt, sind die CO2-Emissionen etwa fünfmal so hoch wie bei ÖPNV-Nutzern ohne Führerschein. Auch das Einkommen spielt eine Rolle, zeigt eine UBA-Studie, die den CO2-Fußabdruck der Mobilität im Alltag verschiedener Bevölkerungsgruppen untersuchte. Eingerechnet wurden alltägliche Wege etwa zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten. Nicht betrachtet wurde die Mobilität außerhalb des Alltags, wie Urlaubsreisen. Dabei wurden die Gruppen nach verschiedenen Merkmalen voneinander abgegrenzt, zum Beispiel nach soziodemografischen Merkmalen (beispielsweise Alter), nach ökonomischem Status (etwa nach Höhe des Einkommens) oder auch nach der Einstellung gegenüber verschiedenen Verkehrsmitteln. Einige Ergebnisse in Kürze: Menschen in Metropolen und Großstädten haben, vor allem wegen der kürzeren Wege, einen geringeren CO 2 -Ausstoß pro Weg als Menschen in eher ländlich geprägte Regionen. Menschen mit sehr hohem ökonomischen Haushaltsstatus emittieren für ihre Alltagsmobilität mehr als doppelt so viel CO 2 wie Menschen mit sehr niedrigem ökonomischen Haushaltsstatus. Der Lebensabschnitt, in denen Menschen berufstätig sind, ist der mit den höchsten CO 2 -Emissionen. Hier liegen die Emissionen etwa doppelt so hoch wie in den Altersgruppen unter 20 Jahren und über 60 Jahren. Menschen, die fast nur das Auto für ihre täglichen Wege nutzen, emittieren für ihre Alltagsmobilität etwa 5-mal so viele Treibhausgase wie Menschen ohne Pkw-Führerschein, die den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Bisherige Untersuchungen zu den CO 2 -Emissionen des Personenverkehrs liefern meist nur Abschätzungen zu den gesamten Emissionen. Aussagen zu den individuellen Emissionen, also dem CO 2 -Fußabdruck bestimmter Bevölkerungsgruppen, sind bisher nicht umfassend erfolgt. Für die Studie wurde zum einen das Emissionsberechnungsmodell TREMOD (Transport ⁠ Emission ⁠ Model) des ⁠ UBA ⁠ verwendet, zum anderen die Datensätze der Verkehrserhebung „Mobilität in Deutschland“ (MiD) des Bundesverkehrsministeriums. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im UBA-TEXTE-Band 224/2020 „CO 2 -Fußabdrücke im Alltagsverkehr“ .

Breast-feeding duration and maternal age contributing to the body burden of perfluorinated alkylated substances (PFAS)

Perfluoroalkyl substances (PFAS) such as perfluorooctanoic acid (PFOA) and perfluorooctanesulfonic acid (PFOS) are ubiquitously found in humans across all age groups. The German Environmental Survey for Children and Adolescents carried out from 2014 to 2017 (GerES V) revealed detectable blood plasma levels of PFAS in all participants. Two third of the participants had blood plasma levels above the limit of quantification (0.25-0.50 (micro)g/L) simultaneously for PFOA, PFOS, and perfluorohexane-1-sulphonic acid (PFHxS). The health-based guidance values I (HBM-I) derived by the German Human Biomonitoring Commission of 2 (micro)g/L for PFOA and 5 (micro)g/L for PFOS were exceeded by 21% and 7% of the participants. For these participants adverse health effects cannot be ruled out with sufficient certainty. Another 0.2% even exceeded the HBM-II value for PFOS of 20 (micro)g/L for the general population and 10 (micro)g/L for women of child-bearing age, respectively, which is regarded as intervention or action level. PFAS are found to substantial extent even in the youngest children born after the ban of PFOS in 2006, underlining the problematic and long-lasting effects of persistent chemicals. PFAS contamination is evident globally in various environmental compartments, food as well as breast milk. The aim of this study is to quantify the effect of relevant sources of PFAS exposure on children and adolescents in Germany, including various sociodemographic characteristics, living environment, dietary preferences, breast-feeding history, and tap water contamination. Breast-feeding duration and maternal age are significantly correlated with log-transformed plasma concentrations of PFOA, PFOS, and PFHxS (pearson correlation coefficients 0.12-0.24, p < 0.001) - i.e. higher maternal age and longer breast-feeding duration are associated with higher PFAS levels in the offspring. Multivariate analyses are used to quantify the contribution of exposure sources to internal PFAS exposure. The results suggest that, while breast-feeding is generally encouraged due to its various positive health effects, recommendations regarding breast-feeding duration should consider the PFAS burden of mothers especially when they have their first child only at relatively high age. © The Authors 2021

Lärmbelästigungssituation in Deutschland

Umgebungslärm ist eine der bedeutsamsten Umweltprobleme der heutigen Zeit, die sich schädlich auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen 587 000 gesunde Lebensjahre aufgrund von Belästigung von Umgebungslärm verloren. Belästigung ist eine komplexe Reaktion auf Geräusche, die durch emotionale und kognitive Reaktionen sowie eine Störung des Verhaltens gekennzeichnet ist. Die Lärmbelästigungssituation in Deutschland wurde bislang turnusmäßig alle zwei Jahre vom Umweltbundesamt ohne Kenntnis der Exposition erfasst. Darüber hinaus sind viele Forschungsvorhaben auf die Untersuchung der Lärmwirkung einzelner zentraler Lärmquellen beschränkt. In diesem Forschungsprojekt wurde eine Lärmbelästigungserhebung geplant und durchgeführt, die repräsentativ im Hinblick auf die Verteilung der Umgebungslärmbelastung in Deutschland ist und die von den unterschiedlichen Umgebungslärmquellen ausgehende Belästigung erfasst. Als Untersuchungsgebiete wurden bundesweit stellvertretende Großräume im Norden, Osten, Süden und Westen der Bundesrepublik genutzt. Innerhalb der Großräume wurde die Lärmbelästigungssituation für unterschiedliche Verdichtungsräume (Innenstadt, städtisches Randgebiet, ländliche Lage/Raum) erhoben. Für die Verkehrslärmquellen Straßen, Schienen- und Luftverkehr wurden adressgenaue Berechnungen von Geräuschpegeln durchgeführt, bei Vorliegen von den Umgebungslärmquellen Industrie und Gewerbe wurden abgeschätzte Pegel verwendet und vorhandene Windenergieanlagen wurden vermerkt. In der Belästigungsbefragung wurde neben der Belästigung für alle hier untersuchten Lärmquellenarten weitere Faktoren wie Wohnbedingungen, Schlafstörungen und soziodemographischen Faktoren erfasst. Die Umweltbewusstseinsstudie des Umweltbundesamtes zeigt wiederholt, dass sich viele Menschen neben Straßenverkehrslärm insbesondere auch durch Nachbarschaftslärm belästigt fühlen (BMU/UBA, 2019; 2017; 2012; 2010). Dieser ist jedoch aufgrund vielfältiger Geräuschkomponenten schwierig zu erfassen. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, wurde im Vorfeld der Befragungsstudie eine qualitative Annäherung an Nachbarschaftslärm in Form von Fokusgruppen durchgeführt. Dabei wurde mit Anwohnenden unterschiedlicher räumlicher Gebiete (Land, Randlage, Innenstadt) die Wahrnehmung und Erfahrung von und mit Nachbarschaftslärm diskutiert. Die Ergebnisse wurden bei der Erstellung des Fragebogens integriert. In diesem Bericht sind Konzept und Durchführung der Studie dargestellt. Die erhobenen Daten wurden nach Aufbereitung und Verknüpfung der Befragungs- und Geräuschpegeldaten als anonymisierte Datensätze zur Auswertung an das Umweltbundesamt weitergeleitet. Quelle: Forschungsbericht

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