Es wird versucht, die Grundlagen fuer ein Modell zu erarbeiten, das die populationsdynamischen Vorgaenge innerhalb des Systems Beutetier (Spinnmilbe Tetranychus urtieae) - Raeuber (Raubmilbe Ph. persimilis) beschreibt.
Die Gemeine Spinnmilbe Tetranychus urticae ist einer der beiden Hauptschädlinge des Kulturhopfens, zu dessen Kontrolle auf einem Großteil der Anbauflächen regelmäßig meist rein prophylaktisch Akarizide eingesetzt werden. Die nachhaltige Spinnmilbenkontrolle durch etablierte Populationen von Raubmilben im Bestand, wie sie in Deutschland z.T. im Wein- oder Obstbau praktiziert wird, ist derzeit im Hopfen nicht möglich, da bei der Ernte die oberirdischen Pflanzenteile fast komplett vom Feld entfernt werden und somit keine brauchbaren Strukturen für eine Überwinterung der Nützlinge zur Verfügung stehen. Dass es in dieser Kultur jedoch möglich ist, über den Einsatz gezüchteter Raubmilben eine befriedigende Spinnmilbenkontrolle zu erreichen, haben Vorversuche an unserer Forschungseinrichtung bereits gezeigt. In dem Vorhaben soll einerseits versucht werden, den Einsatz gezüchteter Raubmilben im Kulturhopfen zu optimieren. Hierzu werden unterschiedliche Methoden der Ausbringung sowie unterschiedliche Raubmilbenarten von verschiedenen Bezugsquellen vergleichend untersucht. Als wichtigstes Ziel des Projektes soll eine Standardmethode entwickelt werden, um über Untersaaten in den Fahrgassen oder das Anbringen alternativer Verstecke Winterquartiere für die Raubmilben zu schaffen, die eine Etablierung der Nützlinge und somit eine nachhaltige Spinnmilbenbekämpfung über mehrere Vegetationsperioden ermöglichen.
Der chemische Pflanzenschutz steht immer stärker in der Kritik. Umweltbelastung, Rückstände im Erntegut und die Resistenzbildung bei Schaderregern, ganz besonders bei Schadmilben, führen zu einer zunehmenden Bedeutung von biologischen Pflanzenschutzmaßnahmen. Raubmilben spielen innerhalb der biologischen Schädlingsbekämpfung eine bedeutende Rolle. Die Ursache dafür ist die hohe Vermehrungsrate und eine hohe Nahrungsspezifität der eingesetzten Raubmilbenarten. Schon zu Beginn des kommerziellen Einsatzes von Nützlingen zur Schaderregerbekämpfung in den 1960er Jahren wurden verschiedene Raubmilbenarten eingesetzt. Das waren zunächst die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis, ein Gegenspieler von Spinnmilben, und etwas später die Raubmilbe Amblyseius cucumeris, die gegen Thripse an-gewandt wird. Mittlerweile sind ca. 20 Arten in Europa verfügbar. Der Einsatz von Raubmilben im Freiland wird bisher aber nur wenig durchgeführt, obwohl Versuche zeigten, dass diese biologischen Verfahren auch hier sicher arbeiten. Die Ursache liegt überwiegend in der mangelnden Verfügbarkeit einzelner Raubmilbenarten. Das Nach-fragepotential für Raubmilben für das Freiland ist riesig. Mit dem FuE-Projekt sollen die Grundlagen geschaffen werden, um diesen Bereich verstärkt bearbeiten zu können. Der Bedarf an biologischen Bekämpfungsverfahren für gartenbauliche und obstbauliche Kulturen ist aus verschiedenen Gründen zunehmend. Aufgrund der Entwicklungskosten für Pflanzenschutzmittel konzentrieren sich die Agrochemiekonzerne auf Produkte für Kulturen mit großen Anbauflächen wie Mais, Reis, Weizen, Sojabohnen und Baumwolle. Dies führt zu einem Mangel an Produkten für Kulturen mit geringerer Flächengröße wie z.B. gärtnerische Kulturen. Die Rückstandsproblematik in gärtnerischen Kulturen ist groß, da oftmals Pflanzenschutz-maß nahmen zeitgleich zu Erntetätigkeiten durchgeführt werden müssen. Die Einhaltung von Wartezeiten nach einer chemischen Behandlung ist deshalb oft nicht möglich, so dass die Gefahr einer Grenzwertüberschreitung besteht. Intensivkulturen wie Gemüse und Obst sind einer ganzen Reihe von Schaderregern ausge-setzt. Wird ein intensiver chemischer Pflanzenschutz praktiziert, besteht die Gefahr von Re-sistenzbildung. Beim Nützlingseinsatz kann dies ausgeschlossen werden.
Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in der Stecklingsproduktion von Efeu durch Versuche zur Optimierung des Nützlingseinsatzes. Verbesserung der Überwachung durch Erprobung von Fangpflanzen in der laufenden Stecklingsproduktion. Zur Bekämpfung von Spinnmilben werden noch zwei (Phytoseiulus persimilis, Amblyseius californicus) von ursprünglich drei Nützlingsarten (Amblyseius cucumeris war nicht geeignet) erprobt. In zwei verschiedenen Gewächshäusern wird der prophylaktische Einsatz von A. californicus im Vergleich zum gemeinsamen Einsatz beider Arten nach dem ersten Auftreten der Spinnmilben durchgeführt. Zur Ermittlung des ersten Spinnmilbenauftretens werden Fangpflanzen (Buschbohnen) erstmals in dem Praxisbetrieb auf den Rolltischen eingesetzt. Ein möglicher Blattlausbefall wird durch regelmäßige visuelle Kontrollen überwacht. Der Einsatz einer Schlupfwespenart ist erst bei stärkerem Blattlausauftreten notwendig.
An Öko-Hopfen werden seitens der Abnehmer grundsätzlich die gleichen Qualitätsanforderungen gestellt wie an konventionell erzeugten Hopfen. Für die Öko-Hopfenpflanzer besteht das Problem, durch vorbeugende Maßnahmen und mit nach den jeweiligen Erzeugungsregeln zugelassenen Pflanzenschutzmitteln diesen Qualitätsstandard zu erreichen. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen Methoden zur Förderung von Nützlingen, insbesondere durch Schaffung von Überwinterungsquartieren erprobt und Pflanzenschutzmittel, die den Erzeugungsregeln entsprechen, getestet werden. Zwischenergebnissen in Schlagzeilen: des ersten Untersuchungsjahres 2002: (1) Einsatz und Etablierung von Raubmilben in Hopfengärten und Weiterentwicklung einer Methode zur Kontrolle der Gemeinen Spinnmilbe durch Leimbarrieren am Standort Buch: Großversuch mit vier Versuchsgliedern (Raubmilbeneinsatz, Raubmilbeneinsatz und Überwinterung, Leimapplikation, unbehandelt) a vier Wiederholungen. Wöchentliche Bonituren von Spinn- und Raubmilben vom 17.06. bis zum 26.08.2002. Anbringen von Filzstreifen an den Hopfensäulen als Winterquartier, Untersuchung der Streifen im März 2003.Ergebnisse: Der Raubmilbeneinsatz ist als Fehlschlag zu bezeichnen, da die freigelassenen Tiere keine nennenswerte Population am Hopfen auf-bauten und auch keine Tiere in den Filzstreifen überwinterten. Die Leimvariante schnitt am besten ab, allerdings wurde die Schadensschwelle zum Erntezeitpunkt in keinem Fall überschritten. (2) Biologische Blattlauskontrolle durch Florfliegenlarven und Quassia und Schaffung von Überwinterungsquartieren für Florfliegen im Hopfen am Standort Ursbach: Großversuch mit drei Versuchsgliedern (Einsatz von Florfliegenlarven, Quassia-Behandlung, unbehandelt) a vier Wiederholungen. Wöchentliche Bonituren aller Arthropoden vom 29.05. bis zum 30.08.2002. Versuchsernte. Exposition von 32 Florfliegenhotels an den Hopfensäulen und zwei Standorten im Offenland als Winterquartier, Untersuchung eines Teils der Hotels im Januar 2003. Ergebnisse: Der Wirkungsgrad der Quassia-Behandlung ist als sehr gut einzuschätzen. Der Florfliegeneinsatz ergab zumindest am 25.06. eine signifikante Reduktion der Blattlauszahlen um durchschnittlich 100 Tiere pro Blatt. Da die Blattlauspopulation in allen Parzellen bis Ende Juli völlig zusammenbrach, konnten bei der Versuchsernte allerdings weder qualitative noch quantitative Unterschiede zwischen den Versuchsgliedern ermittelt werden, d.h. der starke Blattlausbefall von Mitte Juni bis Mitte Juli hatte keinen Einfluss auf Ertrag oder Alpha-Säuren. Die Exposition der Florfliegenhotels ergab, dass die Variante an den Hopfensäulen mit durchschnittlich 254 überwinternden Tieren pro Hotel signifikant am besten abschnitt. Umgerechnet bedeutet diese Zahl, dass das antagonistische Potential eines Hotels im folgenden Frühjahr bei ca. 13 Millionen Blattläusen liegt. ...
Entwicklung von Mycoinsektiziden auf Basis von M. anisopliae zur Bekämpfung ausgewählter Schädlinge, Kenntnisse von Persistenz und Ausbreitung des Pilzes und Nebenwirkungen. Entwicklung von molekularen Markern und Methoden für das Monitoring von M. anisopliae und Erynia neoaphidis (Entomophthorales) Anpassung der Pilzproduktion an neue Bedürfnisse (andere Pilzarten, Sporenproduktion) und Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Schädlingen an oberirdischen Pflanzenteilen. Bekämpfung von Spinnmilben in Hopfen durch Ansiedelung von Raubmilben.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 50 |
| Land | 4 |
| Weitere | 2 |
| Wissenschaft | 9 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 50 |
| Text | 3 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
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| Geschlossen | 5 |
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| Boden | 19 |
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