Multitrophische Interaktionen sind die zugrundeliegenden Mechanismen vieler Ökosystemfunktionen in artenreichen Gemeinschaften. Anstatt zwischenartliche Wechselwirkungen direkt zu erfassen, wird in Studien zum Einfluss von Landnutzungsintensität auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen die Abundanz und Vielfalt von Arten bestimmt oder Prozessraten ermittelt. Heute ermöglichen Fortschritte in der DNA-Sequenzierung die empirische Untersuchung einer Vielzahl von Interaktionen. Ziel des SMaTI-Projektes ist es daher, trophische Interaktionen und Ökosystemprozessraten von Kleinsäugern (Eulipotyphla, Rodentia) und ihre Reaktion auf Landnutzungsintensität und Biodiversität im Wald und Grasland empirisch zu erfassen. Kleinsäuger spielen eine entscheidende Rolle für zahlreiche Ökosystemprozesse in natürlichen und bewirtschafteten Ökosystemen, wie beispielweise Samenprädation und Herbivorie. Trotz des großen Einflusses von Kleinsäugern auf Pflanzen- (durch herbivore Rodentia) und Invertebratengemeinschaften (durch carnivore Eulipotyphla), ist weitgehend unbekannt wie die Intensität der Landnutzung die Ernährung von Kleinsäugern beeinflusst. Im Rahmen des SMaTI Projekts sollen Änderungen trophischer Interaktionen entlang des Landnutzungsgradienten durch Metabarcodierung pflanzlicher und tierischer DNA im Mageninhalt von Mäusen, Wühlmäusen und Spitzmäusen analysiert werden. Diese detaillierte Momentaufnahme der Ernährung wird durch Informationen zur langfristigen Ressourcennutzung ergänzt. Dazu werden stabile Isotope im Muskelgewebe der Kleinsäuger untersucht. Der Einfluss von Kleinsäugern auf Samen- und Insektenprädation wird mittels einer Kombination aus Cafeteria-Experiment und Kamerabeobachtung erfasst. Diese Methode ermöglicht es Prädatoren zu identifizieren und den Pro-Kopf-Verbrauch von exponiertem Saatgut und tierischer Beute durch verschiedene Konsumentengruppen zu ermitteln. Die vorgeschlagene Studie ist die erste, die darauf abzielt, Veränderungen in der Ernährung von Kleinsäugern entlang eines systematisch gewählten Landnutzungsgradienten zu erfassen. Dabei werden detaillierte Daten zu trophischen Interaktionen wichtige Einblicke in Mechanismen gewähren, die der Dynamik der Artenzusammensetzung und den ökologischen Prozessen in komplexen Ökosystemen zugrunde liegen.
Im UFOPLAN-Projekt 'Rückstande von als Rodentizid ausgebrachten Antikoagulanzien in wildlebenden Biota', welches 2013 zum Abschluss kommen wird, konnte festgestellt werden dass auch durch sachgemäße Ausbringung von Rodentizidködern Umweltrisiken bestehen bleiben. So wurde festgestellt, dass ein Expositionspfad von antikoagulanten Rodentiziden der Fraß von Rodentizidködern durch kleine Nicht-Ziel-Säugetiere (Waldmäuse, Spitzmäuse) ist. Vor dem Hintergrund der neu gewonnenen Erkenntnisse soll im Folgeprojekt experimentell überprüft werden, ob die bei der Biozidzulassung vorgeschriebene gute fachliche Praxis das Umweltrisiko tatsächlich minimieren kann, welche weiteren Risikominderungsmaßnahmen durchführbar und effektiv wären (z.B. Verwendung bestimmter Köderformen, jahreszeitliche Ausbringung) und inwieweit die Vergiftung von Nicht-Zielorganismen einen Einfluss auf deren Populationsentwicklung hat. Des Weiteren sollen umfangreiche Proben von Wildtieren aus verschiedenen Regionen systematisch auf ihre Belastung mit antikoagulanten Rodentiziden untersucht werden, insbesondere aus Regionen mit landwirtschaftlicher Tierproduktion. Hierzu gehören Untersuchungen an geschossenen Füchsen und anderem jagdbaren Wild. Zusätzlich sollen nichtinvasive Methoden zur Probename wie das Sammeln von Gewöllen und Kot (Greifvögel, Füchse) eingesetzt werden. Die Ergebnisse des Projektes werden dafür verwendet, die Zulassungsauflagen für antikoagulante Rodentizide zu prüfen und ggfs durch weitere Maßnahmen zu ergänzen
So ein langer Schwanz ist schon eine feine Sache: Man kann damit beim Wuseln über Stein- und Geröllhalden prima balancieren oder sich kräftig nach oben stemmen, wenn man eine senkrechte Wand erklimmen will. Die Alpenspitzmaus jedenfalls tut dies, und dabei hilft der knapp sieben Zentimeter und damit etwa körperlange Schwanz enorm. Und noch etwas ist für Sorex alpinus typisch: ihr samtiges, schieferschwarzes Fell. Ihren Namen trägt sie übrigens zu recht, lebt sie doch in den feucht-kühlen Wäldern der submontanen und tiefsubalpinen Höhenstufe, wie die Tiergeografen ihren Lebensraum nennen. Solche Regionen findet man in Baden-Württemberg am Alpenrand und im Schwarzwald, vereinzelt aber auch auf der Schwäbischen Alb – und daher in diesen Gegenden auch die Alpenspitzmaus. Und weil sie so gut klettern kann, lebt sie dort bevorzugt in fels- und geröllreichen Hangwäldern und an Stellen, wo größere Ansammlungen von Steinblöcken zu finden sind, so genannte Blockhalden. Außerdem findet man sie in Gräben sowie im feuchten Uferbereich von Hoch- und Mittelgebirgsbächen. Wie können wir dieser Art helfen? Wegen ihrer versteckten Lebensweise am Boden ist es jedoch ein ziemlich schwieriges Unterfangen, Alpenspitzmäuse zu beobachten oder gar zu fangen. Auch der sonst übliche Nachweis von Spitzmäusen – nämlich in den Gewöllen von Schleiereulen, einem ihrer größten Feinde – ist kaum möglich, weil Schleiereulen in den hoch gelegenen Lebensräumen der Alpenspitzmaus fast nie jagen. Die Gewölle der Käuze, die in diesen Regionen der Alpenspitzmaus nachstellen, sind nur selten zu finden. So sind die Forscher beim Nachweis der Alpenspitzmaus oft auf zufällige Funde oder Beobachtungen angewiesen – was auf der Schwäbischen Alb immerhin zu zwei Nachweisen geführt hat. Insgesamt ist jedoch sicher, dass die Alpenspitzmaus sehr selten ist.Die Ausweisung von Naturschutzgebieten im Schwarzwald mit Lebensräumen, die für die Alpenspitzmaus typisch sind, ist ein wichtiger Beitrag zum Überleben dieser Art. So wird insbesondere auf die Durchgängigkeit von kleinen Rinnsalen und Bächen auch unter Wirtschaftswegen geachtet. Hierzu notwendig sind breite Profile, damit neben dem Wasser noch ein Uferstreifen besteht. Möchten Sie aktiv werden für den Alpenspitzmaus? Am ehesten kann man dieser bedrohten Art helfen, wenn man die wenigen, für sie geeigneten Lebensräume im Schwarzwald pflegt und erhält. - zurück zur Übersicht der Säugetier-Artensteckbriefe -
This dataset includes European presence data and sources for Crocidura leucodon, Crocidura suaveolens, Crocidura russula, Sorex araneus, Sorex coronatus, Sorex minutus and Suncus etruscus. Gathered from GBIF and several European museums. Further, it includes the code to run two distinct Joint Species Distribution Models (JSDM): Pollock et al. (2014) and Clark et al. (2018).
Laut fachlicher Stellungnahme vom 07.07.2010 soll das Vorhaben Grundlagen für eine effiziente Kooperation von Bund und Ländern bei der Erarbeitung von Artenaktionsplänen für gefährdete und in Deutschland vorkommende Tierarten schaffen, die zur Erfüllung von internationalen und europäischen Verpflichtungen Deutschlands im Tierartenschutz sowie zur Unterstützung von Maßnahmen des nationalen Schutzes der biologischen Vielfalt erforderlich sind. Das Vorhaben wird in zwei thematische Blöcke unterteilt: a) Konzeption für die Aufgabenverteilung und das Kooperationsverfahren von Bund und Ländern bei der Erarbeitung von nationalen Arten-Aktionsplänen. Es sollen Vorschläge erarbeitet werden, welche Teilaufgaben abgrenzbar sind, wo Schnittstellen bestehen, wie der Abstimmungsprozess mit Dritten verlaufen soll und wie sich die Kosten verteilen könnten. Dieser Vorhabensteil soll den Weg ebnen für ein systematisches Vorgehen bei der Konzeption und Umsetzung von Aktionsplänen. b) Am Beispiel von fünf Tierarten aus unterschiedlichen taxonomischen Gruppen (Kleine Hufeisennase, Gelbbauchunke, Moorente, Sumpfspitzmaus, Wachtelkönig) soll die Erarbeitung der Maßnahmen- und Schutzpläne umgesetzt werden. Es sollen also nationale Artenaktionspläne zum Schutz dieser Arten unter Beteiligung der Länder und betroffener Verbände erarbeitet werden. Dabei sind die bereits bestehenden internationalen Aktionspläne aus verschiedenen Konventionen, Abkommen und Richtlinien für diese Arten zu beachten. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen in einem Ausschuss der LANA vorgestellt und diskutiert werden. Zudem sollen die bis zu fünf erarbeiteten Arten-Aktionspläne in den BfN-Skripten veröffentlicht werden.
Antikoagulante Rodentizide (AR) sind häufig eingesetzte Wirkstoffe zur Schadnagerbekämpfung im Biozidbereich, die aber auch Nichtzielarten gefährden können. Im Projekt konnten Rückstände von AR in Kleinsäugern, die nicht Ziel der Anwendung sind (z.B. Spitzmäuse, Waldmäuse) und Prädatoren, die Kleinsäuger erbeuten, nachgewiesen werden. 61% der Leberproben von Füchsen und 32% von Eulen- und Greifvogelproben wiesen AR-Rückstände auf. Mit steigender Entfernung zum Anwendungsort sank der Anteil belasteter Kleinsäuger. Schleiereulen, die häufig auf landwirtschaftlichen Betrieben vorkommen, scheinen ARs auch über Nichtziel-Kleinsäuger (z.B. Apodemus-Arten) aufzunehmen. Die Untersuchungen belegen die verbreitete Umweltbelastung durch die weitläufige Anwendung von AR zur Nagetierbekämpfung.
Nagetiere sind wichtige Reservoire für die Übertragung von Krankheitserregern auf Mensch, Haus- und Nutztiere. Zu solchen Infektionskrankheiten gehören Hantaviruserkrankungen, Leptospirose und Tularämie. Das Klima bzw. zu erwartende Effekte vom Klimawandel könnten durch Wetterextreme aber auch indirekt über Landnutzung und Biodiversität Veränderungen der Nagetier-Populationsdynamik und der Veränderung der Durchseuchung von Populationen mit Pathogenen hervorrufen. Das komplexe Zusammenspiel dieser Faktoren kann das Risiko für Humaninfektionen mit Nagetier-übertragenen Pathogenen erheblich beeinflussen. Im Projekt sollte deshalb der kombinierte Effekt von klimatischen Änderungen auf die Populationsentwicklung gesundheitlich relevanter Kleinsäuger (Nager und Spitzmäuse als Reservoire für Zoonoseerreger - d.h. von Tieren auf den Menschen übertragene Erreger) untersucht werden. Dies geschah anhand von Zeitserienanalysen von Erhebungen verschiedener Nagetiere. Diese Zeitserien waren in ihrem räumlichen und zeitlichen Umfang einzigartig und bisher noch nicht zusammenhängend wissenschaftlich untersucht worden. In einem zweiten Projektschwerpunkt sollte empirisch ermittelt werden, inwieweit ein Zusammenhang zwischen Kleinsäuger-Biodiversität und Prävalenz, Erregerlast und der Vielfalt von Nagetier-übertragenen Pathogenen besteht. Der Zusammenhang von Biodiversität mit dem Vorkommen von Pathogenen bei wildlebenden Nagetieren erfolgt mit Probenmaterial aus Freilandarbeiten im Bereich des Hainich-Dün im Westen Thüringens. Die Projektergebnisse zeigten einen starken Effekt sowohl individueller Faktoren als auch Faktoren auf Ebene der Populationen auf die Pathogendynamik. Diese Effekte unterschieden sich je nach betrachtetem Pathogen, wobei spezifische Eigenschaften der Pathogene (u.a. Artspezifität und Umweltstabilität) diese Effekte maßgeblich beeinflussten. Klimatische Effekte könnten sich auf verschiedenen zeitlichen Skalen auswirken. Die Ergebnisse zeigten, dass kurzfristige klimatische Extreme, die Persistenz unterschiedlicher Pathogene innerhalb der Wirtspopulation beeinflussten. Langfristige, großflächige Klimaszenarien schienen hingegen bei der räumlichen Synchronisation unterschiedlicher krankheitsübertragender Nagerarten eine wichtige Rolle zu spielen. Die Projektergebnisse können im Sinne eines OneHealth-Ansatzes dazu dienen, die Voraussetzungen für Anpassungsmöglichkeiten bezüglich Klimawandel und Humangesundheit zu schaffen. Quelle: Forschungsbericht
Insekten leisten einen wichtigen Beitrag zum Abbau von totem Holz (vgl. Untersuchungen von BENSE für die FVA), die Arthropodenfauna trägt wesentlich zur Bereicherung der ökologischen Vielfalt im Lebensraum Wald bei. Am Beispiel des Bannwaldes 'Bechtaler Wald' wird daher in Ergänzung zu den Untersuchungen von Hohlfeld (1994-2001) über die Avifauna, von TURNI (1994-2001) über Kleinsäuger und Spitzmäuse und Turni und Zhuber-Okrog (1994-2001) über die Gastropodenfauna die Sukzession der epigäischen Arthropoden nach Sturmwurf untersucht, um die Biodiversitätsänderungen zu belegen. Der Bechtaler Wald ist für diese Untersuchung in idealer Weise geeignet: Dort führte die Abteilung Botanik und Standortskunde in den Jahren 1994 bis 1996 eine umfangreiche Untersuchung verschiedener Faunengruppen (Vögel, holzbewohnende Käfer, Laufkäfer, Spinnentiere, Spitzmäuse und Mäuse, Asseln, Ameisen durch (Bücking 1998; Hohlfeld 1998; Loch 2000, Kobel-Lamparski und Lamparski unveröffentlicht; Mertens, unveröffentlicht). Basierend auf diesen Ergebnissen können durch Wiederholungsaufnahmen die Auswirkungen des Sturmes 'Lothar' vom Dezember 1999 auf die Fauna dargestellt werden. Circa 80 Prozent des Bestandes wurden geworfen. Vermutet werden starke Auswirkungen auf die typische Waldfauna. Für die Untersuchungen werden je vier Probekreise im Bann- und vier im benachbarten Wirtschaftswald ausgewählt. Dabei wird jeweils zwischen geworfenen und unbeeinträchtigten (kein Windwurf) Standorten unterschieden, so dass die Untersuchungen Vergleiche auf zweierlei Ebene zulassen: Es wird - genau wie in den Untersuchungen 1994 bis 1996 - ein Vergleich von Bann- und Wirtschaftswald ermöglicht und darüber hinaus kann die Sukzession der epigäischen Fauna nach Windwurf unabhängig vom Bewirtschaftungszustand beobachtet werden.
Von der Art liegen nur von fünf deutschen Fundorten Nachweise vor, acht davon aus den 1950er Jahren, einer aus dem Jahr 2004 (R. Kraft, schriftl. Mitt.). Eine gezielte Nachsuche auf 20 Probeflächen in 10 unterschiedlichen Gebieten mit geeigneten Habitaten zwischen 1.014 und 1.643 m üNHN im Allgäu und in Oberbayern in den Jahren 2017 und 2018 (Genehmigungen der Regierungen von Schwaben und Oberbayern vorliegend) erbrachte keine neuen Nachweise (Meinig & Boye, unveröffentl. – Abb. 12). Allerdings lassen die Ergebnisse aus dem Jahr 2018 kaum Rückschlüsse auf ein generelles Fehlen der Art auf den Probeflächen zu, weil die Nagetierdichten in diesem Jahr extrem niedrig waren. Während im Jahr 2017 in 200 Fallennächten 42 Nager gefangen wurden, konnten 2018 während 240 Fallennächten nur drei Kleinsäuger gefangen werden, zwei davon Spitzmäuse.
Es werden die langfristigen oekosystemaren Folgewirkungen von Insektizidapplikation gegen die Tsetsefliege im Hochland von Adamaoua untersucht. Nachdem in Vorlaeuferprojekten die unmittelbare Wirkung des Dieldrins bis zu einem Jahr nach der Anwendung erfasst wurde, sollen nun an den Punkten des Oekosystems, die sich als kritisch erwiesen haben, gezielt die langfristigen Folgen untersucht werden. Es handelt sich um den limnischen Bereich: Abundanzen und Rueckstaende in den hoeheren Gliedern der Nahrungskette, um die epigaeische Arthropodenfauna, um die Populationen der insektenfressenden Fledermaeuse und der Spitzmaeuse und um Rueckstaende in einigen Arten insektenfressender Voegel und in Greifen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 14 |
| Land | 5 |
| Weitere | 5 |
| Wissenschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Förderprogramm | 7 |
| Taxon | 1 |
| Text | 10 |
| unbekannt | 5 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 16 |
| Offen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 22 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 3 |
| Datei | 1 |
| Dokument | 6 |
| Keine | 11 |
| Webseite | 7 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 14 |
| Lebewesen und Lebensräume | 24 |
| Luft | 9 |
| Mensch und Umwelt | 22 |
| Wasser | 12 |
| Weitere | 20 |