Die Biodiversitätsstrategie der Stadt Osnabrück soll vorhandene Planungen, bereits laufende und neue Aktivitäten bzw. Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Stadtgebiet bündeln und aufeinander abstimmen. Um die bisher erfolgreich geleistete Arbeit zu intensivieren, erfolgt die Umsetzung ausgewählter beispielhafter Maßnahmen parallel zur Erarbeitung der Biodiversitätsstrategie.
In Kooperation mit der Abteilung Tiefbau wird bei Straßen- und Ingenieurbauprojekten der landschaftsbauliche Teil von der Fachabteilung Klimaschutz, Naturschutz und Stadtgrün bearbeitet. Durch die Pflanzung von Bäumen, die Herstellung von Staudenpflanzen und Wiesenflächen wird sowohl eine gestalterische Qualität im Straßenraum geschaffen aber auch ein entscheidender Beitag zur Verbesserung des Stadtklimas und ein Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität in der Stadt erreicht. Bäume spenden Schatten, verbessern durch Verdunstung das Stadtklima sind Lebensraum für Insekten und Vögel. Stauden und Wiesenflächen beleben das Straßenbild, sind Lebensraum für Insekten und jede nicht versiegelte Fläche dient der Stabilisierung des Wasserhaushaltes. In diesem Sinne wird geplant und gebaut, es wird versucht, die Standorte, die in der versiegelten, aufgeheizten Stadt für die Bäume eine Herausforderung darstellen zu optimieren. Unterirdisch wird der durchwurzelbare Raum vergrößert, Spezialsubstrate werden eingebaut. Zudem wird die Berliner Stadtbaumkampagne von der Gruppe Freiraumgestaltung und Landschaftsbau organisiert und durchgeführt. Bild: Kirk und Specht Landschaftsarchitekten Straßen In Kooperation mit der Abteilung Tiefbau der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt entstehen Tiefbauprojekte mit einem qualifizierten Grünanteil. Weitere Informationen
Zielsetzung:
Mit der Einführung moderner Fahrgastunterstände in Leipzig wurde ein erster Schritt in Richtung klimagerechter Stadtgestaltung getan. Allerdings blieb bislang weitgehend unbeantwortet, inwieweit diese Strukturen mit Dachbegrünung tatsächlich zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der urbanen Biodiversität beitragen. Erste Forschungsarbeiten und lokale Beobachtungen deuten darauf hin, dass Standortfaktoren wie Beschattung, Bebauungsdichte oder umliegende Vegetation erheblichen Einfluss auf die Vegetationsentwicklung und die Funktionalität der begrünten Dächer nehmen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Städten wie Hamburg, dass begrünte Haltestellen wertvolle Rückzugsräume für Insektenarten bieten können.
Vor diesem Hintergrund nimmt das Vorhaben „FaGULab - Fahrgastunterstände Leipzig Reallabor“ eine bestehende Wissenslücke in den Blick: Es fehlen belastbare Daten zur ökologischen Wirksamkeit der bereits umgesetzten Dachbegrünungen in Leipzig sowie zur Frage, wie Pflege, Nachsteuerung und Standortanpassung gestaltet sein müssten, um die Wirksamkeit dieser kleinen grünen Infrastrukturelemente langfristig zu sichern. Zudem ist bislang unklar, welche wirtschaftlichen und sozialen Potenziale ein zivilgesellschaftlich unterstützter Pflege- und Erhaltungsansatz bieten könnte - beispielsweise durch Patenschaften oder Bildungspartnerschaften.
Ziel des Projekts ist es daher, in einem transdisziplinären Ansatz datenbasierte Erkenntnisse über ökologische, soziale und ökonomische Effekte begrünter Fahrgastunterstände zu gewinnen. Dabei sollen Schüler:innen, Wissenschaftler:innen, Verwaltungsakteur:innen und zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam in einem Reallaborformat kooperieren. Zunächst stehen schulische Arbeitsgemeinschaften im Mittelpunkt, in denen Jugendliche unter fachlicher Anleitung Daten erheben, Biodiversität erfassen und Messreihen durchführen. Im Anschluss wird in einem Reallabor gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden eine Strategie für eine nachhaltige Stadtbegrünung entwickelt.
Das Projekt zielt darauf ab, begrünte Haltestellen nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als ökologische Lernorte und Experimentierfelder zu begreifen - mit der Vision, dass jede begrünte Fläche zählt. Langfristig sollen daraus Handlungsempfehlungen für eine wirksamere, insektenfreundlichere und sozial tragfähige Umsetzung städtischer Begrünungsmaßnahmen abgeleitet und idealerweise in das Verwaltungshandeln integriert werden.