Gebietsbeschreibung Das zirka 740 ha große Waldgebiet der Dölauer Heide erstreckt sich im Nordwesten der Stadt Halle zwischen den Ortsteilen Dölau, Heide-Nord, Kröllwitz, Heide-Süd und Nietleben sowie der Saalkreisgemeinde Lieskau. Das LSG liegt im Osten der Landschaftseinheit Östliches Harzvorland an der Grenze zur Landschaftseinheit Unteres Saaletal. In dem Landschaftsschutzgebiet ergibt sich eine deutliche landschaftliche Differenzierung. Beginnend mit dem Langen Berg (129,5 m über NN) und sich nach Südwesten mit der Bischofswiese und dem Kolkturmberg (132,5 m über NN), dem Schwarzen Berg (129,0 m über NN) und dem Roten Berg (126,8 m über NN) fortsetzend, durchzieht ein Plateaurücken die Dölauer Heide. Von schmalen, steilen Abhängen begrenzt, überragt dieser die Umgebung um mehr als 20 Meter. Kurze, steil ansteigende Kerbtälchen und Erosionsschluchten, wie die Wolfsschlucht, gliedern die Plateauränder. Im Süden schließt sich die flache Zscherben-Nietlebener Platte an, die die Saaleaue hier im Westen begrenzt. Östlich der Bischofswiese erstreckt sich die durch den Krankenberg (111,0 m über NN) sowie durch kleine flachere oder steilere Porphyrhärtlingskuppen reliefierte Kröllwitzer Platte. Den nordwestlichen Teil des Gebietes durchzieht schließlich eine in tertiäre Lockersedimente eingebettete, kaum wahrnehmbare weite Talung, die vom Hechtgraben entwässert wird. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Während der älteren Trichterbecherkultur bestand in der Dölauer Heide eine bedeutende, etwa 20 ha umfassende Befestigung der Baalberger und der Salzmünder Kultur. Sie erstreckte sich auf das Plateau der Bischofswiese und bezog auch noch den südlichen Teil des Langen Berges in ihre Umwehrung mit ein. Zum Tonberg und zum Schwarzen Berg sowie zum Sporn des Langen Berges hin war die Siedlung durch vier bis sechs Gräben abgeriegelt, die sich teilweise noch als Bodenwellen im Gelände abzeichnen. Der Sporn des Langen Berges diente während der älteren Trichterbecherkultur als Bestattungsplatz. In der jüngeren Trichterbecherkultur wurde der Sporn vom Volk der Bernburger Kultur aufgesucht und mit einer Palisade befestigt. In der Bernburger Siedlung fand sich eine Salzsiederstätte, wobei die Sole vermutlich aus den Giebichensteiner Quellen geschöpft wurde. Es handelt sich hier um den ältesten Nachweis der Salzgewinnung aus Sole in Mitteleuropa und belegt für Halle eine über 4 500 Jahre alte Salzsiedetradition. Die Bewohner der Bernburger Kultur errichteten einem ihrer Häuptlinge auf dem Gelände der Bischofswiese einen mächtigen Grabhügel mit steinerner Grabkammer, die mit Ritzzeichen an den Wänden geschmückt ist und das Bild der Dolmengöttin zeigt. Die durch Tierknochen dokumentierte Artenzusammensetzung läßt für die Zeit der Trichterbecherkultur auf eine Umwelt schließen, die zum einen Lebensraum für Wildtiere wie Hirsch, Wildschwein, Reh und Dachs bot und demnach bewaldet war sowie zum anderen Haustiere wie Rind, Schaf, Ziege und Schwein beherbergte, was auf Wiesen und lichte Eichenmischwälder hindeutet, die in unmittelbarer Nähe zur Siedlung lagen. Als Kulturpflanzen wurden Emmer, Einkorn und Gerste angebaut. Auf die Trichterbecherkultur folgte die Kultur der Schnurkeramik, die das Plateau zwischen Langem Berg und Schwarzem Berg als Begräbnisstätte nutzte und dort an den Rändern entlang eine Kette von Grabhügeln errichtete. Die Anwesenheit von Menschen in der Dölauer Heide am Ende der Jungsteinzeit und in der frühen Bronzezeit belegen einzelne Bestattungen. Während der jüngeren Bronzezeit siedelten sich dann wieder Bevölkerungsgruppen auf der Bischofswiese und dem Langen Berg an und befestigten ihre Siedlung abermals mit einem Graben. Auch sie waren als Salzsieder tätig, wie zahlreiche Briquetagefunde bezeugen. Am Ende der Bronzezeit brach die Besiedlung in der Dölauer Heide ab. Nach urkundlichen Unterlagen und Flurnamenbefunden des 10. Jahrhundert erstreckte sich die Dölauer Heide innerhalb der Linie Kröllwitz-Lettin-Salzmünde-Zorges-Zscherben-Nietleben-Kröllwitz. Während der um diese Zeit ablaufenden Binnenkolonisation und während der Stadterweiterung von Halle im 12. Jahrhundert wurden die Waldbestände für den Bau der Block- beziehungsweise Fachwerkhäuser sowie für Feuerungszwecke von der Bevölkerung sehr stark dezimiert. Ein Pollendiagramm belegt, daß ab dem 13./14. Jahrhundert die Wälder um Halle bewirtschaftet und durch die sich herausbildende Mittelwaldwirtschaft geprägt waren und die für den Hausbau und die Schweinemast benötigten Eichen gefördert wurden. Am Ende des 16. Jahrhunderts ging die Dölauer Heide in Staatseigentum übergegangen. Der Administrator Christian Wilhelm führte eine planmäßige Pflege der Waldbestände ein. Er ließ die Bischofswiese aufforsten, baute sich hier ein Jagdhaus und unterhielt einen großen Tier- und Wildpark, in dem er jagen konnte. Mit dem Übergang der Dölauer Heide in kurfürstlich-brandenburgischen Besitz im Jahre 1680 und dann 1701 in königlich-preußisches Eigentum wurde eine zweckmäßige und rationelle Bewirtschaftung eingeführt. Trotz des Verbots wurden von den Anwohnern ständig Ziegen, Schafe und sonstiges Vieh in die Heide getrieben, das die Waldbestände schädigte. Wegen des trostlosen Zustandes der Wälder als Folge der übermäßigen Nutzung und der Einsicht, daß diese unbedingt geschützt werden müssen, sind im Herzogtum Magdeburg im 17. und 18. Jahrhundert diesbezügliche Gesetze und Verordnungen erlassen worden. Dies blieb anscheinend jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Im 18. Jahrhundert wurden als wichtigste Holzarten Eiche, Kiefer und Birke genannt. Auf über der Hälfte der Holzbodenforstfläche stockten Nadelhölzer. Der Holzbedarf stieg durch Zunahme der Bevölkerung und durch neue Verwendungszwecke sprunghaft an. Nach dem Einzug der französischen Armee in Halle im Oktober 1806 schlugen in der Dölauer Heide viele Einwohner aus der Stadt und der Umgebung ohne Genehmigung Bäume für den Eigenbedarf. Noch größere Schäden als diese Holzdiebstähle fügte der einsetzende Bergbau der Dölauer Heide zu. Nach zahlreichen kleineren Sandgruben folgten um 1840 Kohlenschächte. Als Folge der Bergbautätigkeit unter Tage kam es an mehreren Stellen zu Senkungen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit der Umwandlung der übernommenen Laubwaldungen in schnellwüchsige und ertragreiche Kiefernforste begonnen. Mit dem Übergang zum Hochwaldbetrieb begann die Intensivierung in der Forstwirtschaft. Die Fläche zwischen der Westgrenze der Heide und dem Lindbusch wurde nach Abschluß der Bergbautätigkeit um 1870 bis 1890 mit Kiefer, weniger mit Eiche und Rot-Buche, aufgeforstet und erreichte damals schon ungefähr die gegenwärtige Flächenausdehnung. Ab 1825 beeinflußte der in und um Nietleben und unter der westlichen Heide anfangs im Tiefbau, später im Tagebau umgehende Braunkohlenabbau nicht nur das Landschaftsbild durch Einsturztrichter, Restlöcher und den Heidesee, sondern vor allem auch die Grundwasserverhältnisse nachhaltig. Einst vorwiegend von agrarisch genutzten Flächen umgeben, erfolgte ab dem I. Weltkrieg eine allmähliche, und mit der Entwicklung der großen Neubaugebiete Halle-Neustadt und Heide-Nord einhergehende großflächige Bebauung des heidenahen Umlandes, die sich aktuell weiter fortsetzt. Hinzu kommen die zerschneidenden Wirkungen der S-Bahnstrecke und der vielbefahrenen Straße nach Harzgerode, die das Waldgebiet durchqueren. Obgleich damals noch weit vor den Toren der Stadt gelegen, widmeten sich bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts hallesche Bürger der Erschließung der Heide für die Erholung. Als erste Heidegaststätte öffnete 1848 der „Waldkater“. Die einzige herausragende touristische Attraktion, der auf dem Kolkturmberg gebaute Aussichtsturm, entstand bereits 1880. Die Bischofswiese war als Rastplatz ein zweiter Anziehungspunkt in der Heide. Die weitere Geschichte der Erholungsnutzung in der Dölauer Heide ist seit 1904 eng verbunden mit dem Wirken mehrerer Heidevereine. Ihrer Bedeutung als beliebtes städtisches Naherholungsgebiet Rechnung tragend, erfolgte schließlich 1972 die Unterschutzstellung als LSG. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Die Festgesteine im Untergrund der Dölauer Heide entstanden zwischen Rotliegendem und Trias. Im LSG sind Zechstein und Trias nicht zu beobachten. Die rotliegenden Porphyre stehen dagegen in Kuppen am Waldkater und am Dachsberg bzw. vom Kuhberg an. Zwischen den Kuppen und in Dölau erhielt sich der weiße wasserstauende Kaolin, der sich vor Ablagerung der tertiären Sedimente durch Verwitterung der Porphyre bildete. In Tertiär wurde der Kaolin umgelagert und in Kapseltone beziehungsweise Stubensande sortiert. Diese Sande bestimmen im wesentlichen den Untergrund der Dölauer Heide. Nördlich von Nietleben schalten sich Braunkohlenflöze in die tertiären Sedimente ein, die zum Teil im Tiefbau gewonnen wurden und deren Gewinnung im Tagebau den Heidesee hinterließ. Als charakteristische Festgesteine des Tertiärs entstanden die "Knollensteine", als die bei der Kaolinisierung freigewordene Kieselsäure (Quarz) Sande und Tone verfestigte. Die tertiären Sedimente werden vom Langen Berg über die Bischofswiese bis zum Schwarzen Berg durch Schmelzwasserkiese des Quartärs (Saalekaltzeit, Drenthestadium) bedeckt und vor Abtragung geschützt, so daß sich eine relativ ebene Hochfläche mit steilen Rändern bilden konnte. Zwischen dem Halle-Neustädter Friedhof und dem Lindbusch sowie am Krankenhaus Dölau wird die Hochfläche durch Geschiebemergel des Drenthestadiums bedeckt, der beim Abtauen des Inland-Gletschers hinterlassen wurde. Während der letzten Weichselvereisung wurde der Sand ausgeblasen und eine Steinsohle mit Windkantern blieb zurück, auf die eine geringmächtige Schicht äolischer Sedimente (Löß bis Flugsand) abgelagert wurde, die im Bereich der Heide völlig in die humose Bodenbildung der Jetztzeit (Holozän) einbezogen wurde. Die bodenkundliche Situation wird flächig dadurch bestimmt, daß über tertiären Sanden sowie über glazifluviatilen Sanden ein gering mächtiger weichselkaltzeitlicher Flugsand liegt, der an seiner Unterkante durch eine Steinsohle mit Windkantern gut zu erkennen ist. Aufgrund dieser Situation treten in der Dölauer Heide Eisen-Humus-Podsole aus pleistozänem Sand über tertiärem Sand, Braunerde-Podsole aus lehmigem Sand über pleistozänem Schmelzwassersand und verschiedene Pseudogleye auf, in denen sandiges Material über tonigem Material wie Kapselton und kaolinisiertes Material zu finden ist. In den Bachniederungen, zum Beispiel des Hechtgrabens nahe dem Heidebahnhof, tritt Humusgley aus Sand auf. Dort, wo noch Reste des Geschiebemergels vorhanden sind, kommen sandige Braunerden und Parabraunerden vor. Die an der Oberfläche auftretenden Porphyrkuppen werden von Rankern bis hin zu Braunerden überdeckt. Im Bereich des Heidesees finden sich rekultivierte Kippböden des Braunkohlenbergbaus. Der oberirdische Abfluß der Niederschläge erfolgt über wenige kleine Fließgewässer und Gräben. Im westlichen Bereich der Heide ist der Abfluß zur Salzke orientiert, im Norden erfolgt er über den Hechtgraben direkt zur Saale. Herthateich und Rehteich und einige schmale wasserführende Gräben treten als stehende Oberflächengewässer in der Heide auf. Sie sind durch veränderte Grundwasserverhältnisse und fehlende Zuflüsse heute weitgehend ausgetrocknet und weisen nur noch eine temporäre Wasserführung auf. Als markantes Oberflächengewässer erstreckt sich am Südrand der Heide bei Nietleben der fast 1 km lange und durchschnittlich 300 m breite Heidesee. Dieses auch als Bruchfeldsee benannte Gewässer entstand 1954 durch Flutung und Grundwasseranstieg des Tagebaurestloches der ehemaligen Braunkohlengrube Neuglück Der See gehört jedoch nicht mehr zum LSG. Die Dölauer Heide und die Stadt Halle liegen in der Übergangsregion vom niederschlagsarmen Binnenlandklima im Lee des Harzes (Herzynisches Trockengebiet) zum niederschlagsreicheren Binnenlandklima der Leipziger Tieflandsbucht. Kennzeichen sind ein mittlerer Jahresniederschlag unter 500 mm und ein ausgeprägter Jahresgang des Niederschlages mit Maximalwerten in den Sommermonaten und Minimalwerten im Winter. Dies verdeutlicht das Überwiegen der kontinentalen Klimaprägung mit warmen, strahlungs- und niederschlagsreichen Sommern sowie kalten, relativ trockenen Wintern. Die an der nahegelgenen Klimastation Halle-Kröllwitz im Saaletal gemessenen Werte von 0,3oC Januar- und 18,7oC Julitemperaturmittel gelten im wesentlichen auch für die Dölauer Heide, wenngleich das höher gelegene Waldgebiet vor allem im Sommer etwas kühler ist. Pflanzen- und Tierwelt Heute sind brombeerreiche Kiefern-Eichen-Mischbestände der am häufigsten vorkommende Forsttyp in diesem Landschaftsschutzgebiet. Daneben kommen in geringerem Umfang Kiefern-Reinbestände vor. Vorwiegend auf den Sandböden der Heide stocken brombeereiche Eichen-Dominanzbestände, die aus Trauben- und Stiel-Eiche in wechselnden Anteilen aufgebaut sind und einen hohen Altholzanteil besitzen. Einzelne Waldflächen sind durch das Vorkommen der Rot-Buche gekennzeichnet. Neben den artenarmen Reinbeständen dieser Art finden sich Mischbestände, in die Trauben- und Stiel-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde eingestreut sind. Nur in den beiden Naturschutzgebieten „Lindbusch“ und „Bischofswiese“ finden sich noch einzelne naturnähere Ausprägungen eines winterlindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes. An dem Westrand des Lindbusches kommt kleinflächig ein naturnaher Hainbuchen-Feldulmen-Hangwald vor. An den Rändern der Dölauer Heide wird durch Siedlungstrukturen, Verkehrswege, aber auch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung die Entwicklung von naturnahen Waldrandstrukturen weitgehend verhindert. Waldmäntel fehlen oder sind im allgemeinen nur schmal entwickelt, unter den Schirm angrenzender Bäume gedrängt und sehr lückig strukturiert. In ihrer Artenzusammensetzung finden sich oft nitrophile Arten und standortfremde Gehölze. Nur am Südrand der Dölauer Heide kommen noch gut ausgeprägte Waldmantelgebüsche vor, die dem Schlehen-Liguster-Gebüsch (Ligustro-Prunetum) zugeordnet werden können. Aktuelle Verbreitungsmuster ausgewählter Pflanzenarten innerhalb der Dölauer Heide lassen im Vergleich mit früheren Angaben allgemeine Florenveränderungen erkennen. Durch Eutrophierung, Immissionsschäden und frühere forstliche Nutzungsweisen sind die Vorkommen vieler seltener Arten deutlich zurückgegangen. Typische Arten des winterlindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes lassen nur geringe Veränderungen ihrer Vorkommen erkennen. Die Ausbreitung von Neophyten und Gartenflüchtlingen, die ehemals von den Rändern ausging, hat im gesamten Heidegebiet stark zugenommen. Die Dölauer Heide ist in einem Umkreis von etwa 10 km das größte zusammenhängende Waldgebiet. In ihr existiert eine reichhaltige Fauna mit zumeist typischen Wald- beziehungsweise Waldrandbewohnern. Sie gehört zu den vogelreichsten Gebieten der Umgebung von Halle und wird an avifaunistischer Artenvielfalt nur durch die üppigen Auengehölze an Saale und Elster übertroffen. Der im Nordwesten gelegene Winterschlafplatz der Waldohreulen hatte zeitweise sogar überregionale Bedeutung. Im derzeitigen Brutvogelbestand sind mit Mittelspecht, Rotmilan, Schwarzmilan und Wespenbussard nur noch vier Rote Liste-Arten Sachsen-Anhalts als Brutvögel nachweisbar. Ihre Aktionsräume sind flächenübergreifend, ihre Brutreviere liegen insbesondere in den ungestörteren und naturnäheren Wald- und Forstgesellschaften des Westteiles der Dölauer Heide. Mit 46 terrestrisch lebenden Arten, darunter drei Arten der Roten Liste Sachsen-Anhalts, erweist sich die Schneckenfauna der Dölauer Heide als relativ artenreich. Dabei weist die Dölauer Heide ein spezifisches Faunenbild auf, das in Sachsen-Anhalt keine Parallele kennt. Entwicklungsziele Die Dölauer Heide hat als flächenmäßig größtes stadtnahes Waldgebiet für eine naturnahe Erholung eine wichtige Bedeutung. Forstliche Nutzungsansprüche sind daher Naturschutz- und Erholungsfunktionen unterzuordnen. Durch eine ökologisch orientierte Waldbewirtschaftung sind vielfältige, reich strukturierte Laubmischwälder aus den Baumarten der potentiell natürlichen Vegetation, das heißt Trauben-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde, als Hauptbaumarten zu entwickeln. Daneben bleiben einige Kiefern-Laubholz-Mischbestände erhalten. Eingestreut sind weiterhin einzelne Buchenabteilungen. Nachpflanzungen nichtheimischer Baumarten werden nicht mehr vorgenommen. Ein Netz gut gekennzeichneter Haupt- und Nebenwege lenkt Erholungssuchende durch die Dölauer Heide. Breite Säume entlang der Wege und an Wegekreuzungen, die je nach Standortbedingungen von unterschiedlicher Artenzusammensetzung sind, erhöhen die Habitatvielfalt im Wald und führen zu einer Bereicherung des Naturerlebens. Dazwischen liegen nur wenig zugängliche Waldgebiete, die Rückzugsgebiete und Ruhezonen für die Fauna darstellen. Einzelne Erholungsschwerpunkte, wie der Heidesee, der Kolkturmberg mit seinem Aussichtsturm, randlich gelegene Ausflugsgaststätten und Waldspielplätze, bleiben als attraktive Ausflugsziele bestehen.Diese Besucherlenkung wird den Störungseinfluß und den Belastungsdruck auf andere Waldteile zu reduzieren. Exkursionsvorschläge Vom Hubertusplatz aus führt der zentrale Hauptweg vorbei an der Gaststätte „Waldkater“ direkt zum Aussichtsturm Kolkturmberg. Bis dorthin werden die verschiedenen Wald- und Forstgesellschaften durchquert. Vom Kolkturm aus bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Dölauer Heide und die verschiedenen Landschaften um die Stadt Halle, vom Saaledurchbruch durch den Halleschen Vulkanitkomplex über die Porphyrkuppenlandschaft mit dem von Sendeanlagen und der Kirche gekrönten Petersberg bis hin zu den Kupferschiefer- und Kalihalden des Mansfelder Hügellandes. Der Kolkturmweg führt dann direkt weiter bis zum Heidesee, einem Restgewässer des Braunkohlenbergbaues, und von dort entlang des Waldrandes und der Salzmünder Straße beziehungsweise über Nietleben zur S-Bahn. Mehrere Tafeln informieren entlang des Weges über die Dölauer Heide und ihre Tier- und Pflanzenwelt. Von der Straßenbahn-Endhaltestelle in Kröllwitz aus läuft man am besten im Wald parallel zum Brandbergweg und zur Waldstraße bis zur Gaststätte „Knolls Hütte“. Dabei werden verschiedene Waldgesellschaften berührt. Anschließend werden nacheinander die Bischofswiese und der Schwarze Berg erreicht. Auf letzterem befinden sich freigelegte Grabhügel der Schnurkeramikkultur mit wiederhergestellten Steinkistengräbern. Vor dem Aufstieg zur Bischofswiese informiert am Sandbergweg eine Tafel über die urgeschichtliche Besiedelung. Im Bereich des Plateaus dieser Berge können die durch Ausgrabungen freigelegten urgeschichtlichen Siedlungsspuren besichtigt werden. Vom Schwarzen Berg aus führt der Weg zurück bis zum am Fuße des Kellerberges gelegenen Rehteich. Vom Kellerberg aus bieten sich einige reizvolle Ausblicke. Neben der Bischofswiese beherbergt auch der Kellerberg noch einige seltene thermophile Pflanzenarten. Auf dem vom Hubertusplatz zum Heidebahnhof führenden Naturlehrpfad erreicht man dann vom Kellerberg aus den S-Bahnhaltepunkt Heidebahnhof. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 07.10.2019
Ehrenamtliches Engagement stellt ein maßgebliches Standbein für den Naturschutz in Deutschland dar. Erste Naturschutzvereine wurden bereits vor mehr als 100 Jahren gegründet und auch Flächenerwerb durch Vereine zur Sicherung bedrohter Gebiete findet seit Langem statt. Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 kam es beispielsweise im Kontext des Verkaufs ehemaligen Staatseigentums der DDR auch zur Veräußerung bzw. kostenlosen Übertragung von Naturschutzflächen (sogenanntes Nationales Naturerbe), in dessen Rahmen insbesondere Naturschutz-Stiftungen und -Vereine bzw. -Verbände als neue Flächeneigentümer vielfältige Verpflichtungen übernahmen. Viele Erfolge des Naturschutzes gehen auf diesen kontinuierlichen ehrenamtlichen Einsatz zurück. Diese Sachverhalte waren für das BfN Anlass, im Jahr 2015 auf der Insel Vilm eine Tagung durchzuführen, auf der verschiedene Stiftungen, Vereine und Verbände ihre Erfolge im Flächen- und Gebietsschutz explizit vorstellten. Dieser Band fasst die Ergebnisse der Tagung zusammen.
Endlagersuche in Frankreich Die Endlagersuche in Frankreich ist weit fortgeschritten. Die hochradioaktiven Abfälle der französischen Atomkraftwerke sollen in einem tiefengeologischen Endlager bei Bure entsorgt werden – ca. 120 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze zum Saarland entfernt. Zum Inhalt springen Ausblenden Einblenden Atomenergienutzung und Entsorgung radioaktiver Abfälle in Frankreich Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle 1960er bis 1980er Jahre 1990 bis 2009 2009 bis heute Karte Frankreichs mit Endlager-Standorten Aktueller Stand des Endlagervorhabens Cigéo Weitere Schritte bis zur Inbetriebnahme des Endlagers Verfassungsgericht billigt Endlager-Pläne Beteiligungsmöglichkeiten im Verfahren Stellungnahmeverfahren (enquêtes publiques) Öffentliche Debatten (débats publics) und Dialogformate Seit 2006 öffentlich durchgeführte Debatten und Dialogveranstaltungen Einbindung Deutschlands Überblick: Wichtige Akteure Wichtige Dokumente Kurzüberblick über die französische Endlagersuche In Frankreich existieren bereits drei Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle . Die Planungen für ein tiefengeologisches Endlager für hochradioaktive und langlebige mittelradioaktive Abfälle sind weit fortgeschritten. Es soll in einer Tongestein - Formation in 500 m Tiefe bei Bure in den Départements Meuse und Haute-Marne errichtet werden. Im Januar 2023 hat die Vorhabenträgerin den Baugenehmigungsantrag für das Endlager eingereicht ( Meldung des BASE zur Einreichung des Baugenehmigungsantrags ). Eine Entscheidung über die Baugenehmigung wird für den Zeitraum 2025-2027 erwartet. Atomenergienutzung und Entsorgung radioaktiver Abfälle in Frankreich Atomenergie ist der wesentliche Baustein in der Energieversorgung der Republik Frankreich. Derzeit werden 56 Reaktoren an 18 Standorten mit einer Nennleistung von ca. 61 GW betrieben. Sie erzeugten in den vergangenen Jahren rund 70% des Stroms in Frankreich. Betreiber aller AKW ist der Staatskonzern EDF ( Electricité de France ). In Frankreich werden abgebrannte Brennelemente wiederaufbereitet, d.h. Uran und Plutonium werden abgetrennt und zu neuen sog. Mischoxid- (MOX) Brennelementen verarbeitet. Daher sind abgebrannte Brennelemente derzeit nicht zur Endlagerung vorgesehen. Die bei der Wiederaufbereitung entstehenden Abfälle, z.B. wärmeentwickelnde Spaltprodukte, werden in sogenannten Kokillen verglast. Sie werden als hochradioaktive Abfälle für eine spätere Endlagerung zwischengelagert. Neben der Nutzung der Kernenergie zur Energiegewinnung fallen schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle auch in der Forschung, Medizin sowie aus industrieller sowie der militärischen Nutzung an. Gegenwärtig gibt es in Frankreich drei Endlager für diese schwach- und mittelradioaktiven Abfälle. Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle CSA (Centre de stockage de l’Aube) das CSA ( Centre de stockage de l’Aube ) liegt in Soulaines im Département Aube; in Betrieb seit 1992; schwachaktiver und kurzlebiger mittelaktiver Abfall; Kapazität 1 Mio m³; bisher ist dieses Lager zu einem Drittel befüllt; CIRES (Le Centre Industriel de Regroupement, d’Entreposage et de Stockage) das CIRES ( Le Centre Industriel de Regroupement, d’Entreposage et de Stockage ) liegt in Morvilliers im Département Aube; in Betrieb seit 2003; Abfälle mit sehr geringer Aktivität hauptsächlich aus Rückbau; Kapazität 650.000 m³; Lagerung erfolgt an der Oberfläche; CSM (Centre de la stockage de la Manche) das CSM ( Centre de la stockage de la Manche ) liegt bei La Hague; in Betrieb von 1969-1994; eingelagert wurden 527.000 m³ schwach- und mittelaktiver Abfall; inzwischen abgedeckt und rekultiviert; das Lager soll für 300 Jahre überwacht werden; In Ergänzung zum CSA in Soulaines wird ein weiteres oberflächennahes Lager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall benötigt. Dieses soll 70.000 m³ Graphit aus gasgekühlten Reaktoren und 47.000 m³ radiumhaltige Abfälle aus der Produktion von Katalysatoren und elektrischen Komponenten sowie der Verarbeitung von Mineralen und Metallen aufnehmen. Laut Studien von 2008 waren bisher zwei Standorte in der engeren Auswahl: Auxon und Pars-lès-Chavanges im Département Aube; beide Gemeinden zogen sich aber aus dem Verfahren zurück. Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt es derzeit nicht, jedoch steht der Standort fest und die Planungen zur Errichtung sind weit fortgeschritten. Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle 1960er bis 1980er Jahre Ab den 1960er Jahren wurden hochradioaktive Abfälle in Frankreich zunächst an den Standorten der beiden Atomindustrieanlagen La Hague und Marcoule zwischengelagert. Mit dem massiven Ausbau der zivilen Nutzung der Atomenergie ab 1974 nahm auch die Menge des hochradioaktiven Abfalls deutlich zu. Bereits in den 1970er und 1980er Jahren startete die französische Regierung daher mehrere Versuche, potenziell geeignete Standorte für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Tongestein, Schiefer, Steinsalz und Kristallingestein zu untersuchen, die jedoch aufgrund von Protesten in den untersuchten Gebieten im Jahr 1990 gestoppt wurden. 1990 bis 2009 In der Folge verabschiedete die französische Regierung 1991 ein Gesetz, das ein Forschungsprogramm zur Errichtung von Untertage-Forschungslaboren definierte. Nach einer vertieften Untersuchung von insgesamt vier Standorten wurde im Jahr 1998 eine 160 Millionen Jahre alte Tonformation bei Bure in den Départements Meuse und Haute-Marne als Standort für ein Untertage-Forschungslabor ausgewählt. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 2000. Auf Basis der im Forschungslabor durchgeführten Untersuchungen wurde ein 250 km² großes Gebiet in der Nähe des Labors identifiziert, das potenziell geeignete geologische Bedingungen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle aufweist. 2006 verabschiedete die französische Regierung ein Gesetz, das die tiefengeologische Endlagerung für hochradioaktive sowie langlebige mittelradioaktive Abfälle vorschreibt. Gleichzeitig beauftragt das Gesetz die für Endlagerung zuständige Organisation Andra ( Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs ) damit, konkrete Planungen für ein Endlager in Umgebung des Forschungslabors zu erstellen. 2009 bis heute 2009 schlug die Andra ein 30 km² großes Gebiet nördlich des Forschungslabors vor, um in diesem Bereich konkrete Planungen für ein Endlager zu erstellen. Hier befindet sich in rund 500 m Tiefe eine 130 m mächtige Schicht aus Tongestein, in der das Endlager errichtet werden soll. Das Gebiet gehört zur geologischen Struktur des „Pariser Beckens“ und befindet sich in Luftlinie etwa 120 km von der deutschen Grenze zum Saarland entfernt. Insgesamt sollen in dem Endlager 83.000 m³ radioaktive Abfälle eingelagert werden, davon 10.000 m³ hochradioaktive Abfälle und 73.000 m³ langlebige mittelradioaktive Abfälle. Nach Genehmigung durch die Regierung legte die Andra 2012 eine erste Planungsskizze für das Endlager vor. Das Projekt erhielt den Namen Cigéo ( Centre industriel de stockage géologique ). Karte Frankreichs mit Endlager-Standorten Karte Frankreichs mit AKW-Standorten, den bereits existierenden Lagern für schwach-und mittelradioaktive Abfälle in La Hague (CSM), Soulaines (CSA) und Morvilliers (CIRES). In der Nähe von Bure befindet sich der Standort für das geplante Endlager für hochradioaktive Abfälle (Projekt Cigéo). © BASE Verantwortliche Akteure Zuständig für die Durchführung des Cigéo-Projekts und den Betrieb des Forschungslabors ist die Agence Nationale pour la gestion des Déchets Radioactifs (Andra). Sie hat als Vorhabenträgerin die Aufgabe, mögliche Standorte zu erkunden, die Anlagen zu planen, Genehmigungen einzuholen und das Endlager letztlich zu betreiben. Die Andra befindet sich in Staatseigentum und untersteht der Aufsicht derjenigen Ministerien, die jeweils für die Politikfelder Energie, Forschung und Umwelt zuständig sind. Sie agiert damit unabhängig vom Betreiberunternehmen der französischen Atomkraftwerke – dem mehrheitlich in Staatseigentum befindlichen Konzern Electricité de France (EDF). Die Aufsicht über das Cigéo-Projekt führt die Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN). Sie ist eine unabhängige Behörde, die über die Sicherheit aller nuklearen Anlagen in Frankreich wacht. Sie prüft die Vorschläge der Andra und erteilt Genehmigungen. Unterstützt wird die ASN von dem Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire ( IRSN ). Das IRSN ist eine Forschungs- und Sachverständigenorganisation, die für die wissenschaftliche Bewertung von nuklearen und radiologischen Risiken zuständig ist. Nach einem öffentlichen Beteiligungsprozess im Zeitraum 2013-2014 folgte 2016 ein weiteres Gesetzgebungsverfahren, das die Vorschläge der Andra bestätigte und weitere Anforderungen an das Endlager definierte. So legt das Gesetz fest, dass das Endlager reversibel sein muss. Reversibilität (Umkehrbarkeit) wird hierbei als die Möglichkeit verstanden, Entscheidungen nochmals zu revidieren bzw. zu überdenken und dadurch Handlungsmöglichkeiten für zukünftige Generationen offenzuhalten. Als Bestandteilt der Reversibilität ist zudem eine Rückholbarkeit der eingelagerten Abfälle über die gesamte Betriebsphase vorgesehen. Darüber hinaus schreibt das Gesetz vor der regulären Inbetriebnahme des Endlagers eine Pilotphase vor, in der die Sicherheit des Endlagers unter realen Bedingungen geprüft werden soll. Zuletzt hat der französische Staatsrat ( Conseil d‘Etat ) im Sommer 2022 die Gemeinnützigkeit des Cigéo-Projekts festgestellt ( déclaration d’utilité publique – DUP ). Dies schafft eine wichtige Voraussetzung für die weiteren Schritte zur Genehmigung und Errichtung des Endlagers. Die Erklärung der Gemeinnützigkeit ermöglicht es der Andra, im Bedarfsfall Grundbesitzer:innen zu enteignen. Darüber hinaus schafft sie eine rechtliche Grundlage für die Errichtung notwendiger Infrastruktur wie Straßen- und Schienenanschlüsse sowie Elektrizitäts- und Wasserversorgung. Aktueller Stand des Endlagervorhabens Cigéo In den letzten Jahren erarbeitete die Andra den Antrag auf die Erteilung einer Baugenehmigung ( demande d’autorisation de création – DAC ), der am 16.01.2023 beim zuständigen Ministerium für die Energiewende ( Ministère de la Transition energétique ) eingereicht wurde. Die Einreichung des Baugenehmigungsantrags ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Endlagers. Im nächsten Schritt wird die französische Aufsichtsbehörde ASN die Unterlagen prüfen und eine Stellungnahme veröffentlichen. Anschließend können Gebietskörperschaften, Behörden sowie weitere Gremien und Organisationen Stellungnahmen einreichen ( consultation réglementaire ) und ein öffentliches Stellungnahmeverfahren ( enquête publique ) ist vorgesehen. Erst danach wird die französische Regierung per Dekret über die Genehmigung entscheiden. Querschnitt des Endlagervorhabens Cigéo. © Andra Insgesamt veranschlagt die Vorhabenträgerin einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren für diese Schritte. Der Baugenehmigungsantrag umfasst insgesamt 23 Unterlagen. Zu den wichtigsten Dokumenten gehören ein vorläufiger Sicherheitsbericht, eine Risikomanagement-Studie, ein aktualisierter Umweltbericht sowie ein Masterplan zur Umsetzung des Gesamtvorhabens. Weitere Informationen zum Baugenehmigungsantrag in englischer Sprache finden sich auf der Website der Andra . Weitere Schritte bis zur Inbetriebnahme des Endlagers Wenn die französische Regierung den Antrag genehmigt, darf die Vorhabenträgerin die Oberflächen- und Schachtanlagen sowie die ersten unterirdischen Einlagerungsstrukturen errichten. Eine Einlagerung radioaktiver Abfälle ist jedoch erst nach Erteilung einer Betriebsgenehmigung durch die französische Aufsichtsbehörde ASN ( Autorité de Sûreté Nucléaire ) vorgesehen. Diese wird für den Zeitraum 2035-2040 angestrebt. Der geplante Ablauf des Endlagervorhabens Cigéo reicht von 2022 (Feststellung der Gemeinnützigkeit des Cigéo-Projekts durch den französischen Staatsrat) bis zum Jahr 2150 (geplanter endgültiger Verschluss des Endlagers). © Andra Mit Beginn der Bauarbeiten startet auch die gesetzlich vorgeschriebene Pilotphase. Noch während der Errichtungsphase sind erste Tests im Probebetrieb mit inaktiven Behältern vorgesehen. Nach Erteilung der Betriebsgenehmigung sollen im Rahmen der Pilotphase zunächst langlebige mittelradioaktive und anschließend hochradioaktive Abfälle eingelagert und beobachtet werden. Im Zeitraum 2040-2050 ist eine abschließende Bewertung der Pilotphase und eine Entscheidung über die weitere Einlagerung der radioaktiven Abfälle geplant. Der endgültige Verschluss des Endlagers ist derzeit für das Jahr 2150 vorgesehen. Verfassungsgericht billigt Endlager-Pläne Das französische Verfassungsgericht hat Ende Oktober 2023 eine Klage gegen das Endlagervorhaben Cigéo abgewiesen. Umweltverbände und Anwohner:innen hatten angegeben, dass die Vorsichtsmaßnahmen des geplanten Endlagers nicht ausreichen würden, um kommende Generationen zu schützen. Vor allem die vorgesehene Rückholbarkeit der radioaktiven Abfälle für 100 Jahre spreche aber für die verfassungsmäßige Generationengerechtigkeit, so das Gericht. Beteiligungsmöglichkeiten im Verfahren Die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Cigéo-Projekts strukturiert sich entlang gesetzlicher Vorgaben. Die wichtigsten Beteiligungsformate sind Stellungnahmeverfahren ( enquêtes publiques ), öffentliche Debatten ( débats publics ) und verschiedene Dialogformate. Stellungnahmeverfahren ( enquêtes publiques ) Öffentliche Stellungnahmeverfahren ( enquêtes publiques ) sind bei umweltrelevanten Vorhaben in Frankreich in der Regel vorgeschrieben – so auch für das Endlagervorhaben Cigéo. Sie finden im Verfahrensablauf jeweils vor zentralen Entscheidungen statt und werden von einem unabhängigen Kommissar ( Commissaire Enquêteur ) oder einer Kommission ( Commission d’Enquête ) überwacht und durchgeführt. Zuletzt wurde ein solches Stellungnameverfahren im Herbst 2021 im Vorfeld der Entscheidung zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Cigéo-Projekts durchgeführt. Insgesamt gingen aus der Öffentlichkeit über 4.000 Rückmeldungen ein. Vor der Entscheidung über den aktuell vorliegenden Baugenehmigungsantrag ist ein weiteres Stellungnahmeverfahren vorgesehen. Öffentliche Debatten ( débats publics ) und Dialogformate Das französische Umweltrecht garantiert das Recht auf Information und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Vorhaben mit Auswirkungen auf die Umwelt. Eine staatliche Kommission – die Commission Nationale du Débat Public (CNDP) – wacht darüber, dass diese Vorgabe eingehalten wird. Sie legt für jedes Vorhaben individuell die spezifisch durchzuführenden Öffentlichkeitsbeteiligungsformate fest. So kann sie eine öffentliche Debatte ( débat public ) veranlassen, bei der sie selbst als neutrale Instanz die Ausrichtung und Organisation übernimmt. Und sie kann die Projektverantwortlichen damit beauftragen, öffentliche Dialogformate durchzuführen – sogenannte „Konzertationen“ ( concertations ). In beiden Fällen stellt die CNDP Garant:innen, die den Beteiligungsprozess unabhängig begleiten und einen Bericht über die Ergebnisse verfassen. Seit 2006 öffentlich durchgeführte Debatten und Dialogveranstaltungen Im Rahmen des Cigéo-Vorhabens wurden bislang zwei öffentliche Debatten durchgeführt, die jeweils im Vorfeld der Gesetzgebungsverfahren von 2006 und 2016 stattfanden. Sie bestanden aus einer Reihe an landesweiten öffentlichen Diskussionsveranstaltungen, die dazu dienten, unterschiedliche Positionen, Themen und Argumente im nationalen Diskurs sichtbar zu machen und die Meinungsbildung zu fördern. So trug die öffentliche Debatte im Vorfeld des Endlagergesetzes von 2016 maßgeblich dazu bei, dass eine Pilotphase und die Reversibilität als Anforderungen an das Endlager festgelegt wurden. Weiterhin führt die Andra unter Aufsicht der CNDP regelmäßig sogenannte „Konzertationen“ ( concertations ) durch. Hierbei handelt es sich um öffentliche Dialogveranstaltungen, die den Austausch zwischen Projektverantwortlichen und Öffentlichkeit zu spezifischen Themenbereichen sicherstellen sollen. Seit 2017 hat die Andra mehrere solcher Dialogprozesse angeboten. Zuletzt fanden von Januar 2021 bis März 2022 in Vorbereitung auf den Baugenehmigungsantrag Dialogprozesse zur Pilotphase und zur Gesamtprojektplanung des Endlagers statt. Vor der Entscheidung über den aktuell vorliegenden Baugenehmigungsantrag sind weitere „Konzertationen“ geplant. Einbindung Deutschlands Die Beteiligung der deutschen Öffentlichkeit an den Endlagerprojekten von Nachbarstaaten findet im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung auf Grundlage der Espoo-Konvention statt. 2013 erstellte das Öko-Institut für die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland sowie das Großherzogtum Luxemburg ein Gutachten zu möglichen grenzüberschreitenden Aspekten des Cigéo-Projekts . Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass im Wesentlichen keine erheblichen grenzüberschreitenden Umweltauswirkungen zu erwarten seien. Das Öko-Institut schränkt diese Aussage jedoch gleichzeitig etwas ein, da die bisherigen Annahmen der Andra zur Langzeitsicherheit auf einer Übertragung der Befunde aus dem Untertagelabor beruhen. Die Übertragbarkeit auf Cigéo müsse noch nachgewiesen werden. Auskünfte für die deutsche Öffentlichkeit Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen das BASE unter frankreich@base.bund.de zur Verfügung. Im Jahr 2021 führte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) im Zusammenhang mit der Beantragung der Gemeinnützigkeit für das Cigéo-Projekt (DUP) eine kursorische Prüfung möglicher grenzüberschreitender Umweltauswirkungen durch. Diese ergab, dass bisher keine Anhaltspunkte vorliegen, von der Einschätzung des Öko-Instituts abzuweichen. Gleichwohl kam das BASE zu dem Schluss, dass eine abschließende Bewertung erst möglich ist, sobald die vollständigen Unterlagen des Baugenehmigungsantrags vorliegen, und identifizierte eine Reihe von Aspekten, die vertieft zu betrachten sind. Der entsprechende Bericht des BASE steht im Download-Bereich zur Verfügung. Überblick: Wichtige Akteure Regulierungs- und Aufsichtsbehörden Autorité de Sûreté Nucléaire - ASN (Behörde für nukleare Sicherheit) zentral zuständige Aufsichtsbehörde für alle zivilen nuklearen Einrichtungen in Frankreich Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs – Andra (Nationale Agentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle) Träger des Abfallmanagements für alle französischen radioaktiven Abfälle betreibt die existierenden Lager für kurzlebige sowie mittelaktive radioaktive Abfälle und das Untertagelabor in Meuse/Haute-Marne befindet sich im Eigentum des Staates ist eine von den Betreiberunternehmen der Atomkraftwerke unabhängige Institution Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire – IRSN (Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit): IRSN ist eine Forschungs- und Sachverständigenorganisation ist für die wissenschaftliche Bewertung von nuklearen und radiologischen Risiken zuständig Betreiber Électricité de France – EDF Betreiber aller Atomkraftwerke in Frankreich Orano (ehemals AREVA) staatlicher Industriekonzern zuständig für Uranbergbau, -anreicherung, Brennstoffverarbeitung und Wiederaufarbeitung, Nukleartechnik, medizinische Anwendungen, Rückbau, Transport, Lagerung Wichtige Dokumente Bericht des BASE zu möglichen erheblichen grenzüberschreitenden Umweltauswirkungen des Endlagervorhabens Cigéo (15.06.2021) CSA (Centre de stockage de l’Aube) das CSA ( Centre de stockage de l’Aube ) liegt in Soulaines im Département Aube; in Betrieb seit 1992; schwachaktiver und kurzlebiger mittelaktiver Abfall; Kapazität 1 Mio m³; bisher ist dieses Lager zu einem Drittel befüllt; CIRES (Le Centre Industriel de Regroupement, d’Entreposage et de Stockage) das CIRES ( Le Centre Industriel de Regroupement, d’Entreposage et de Stockage ) liegt in Morvilliers im Département Aube; in Betrieb seit 2003; Abfälle mit sehr geringer Aktivität hauptsächlich aus Rückbau; Kapazität 650.000 m³; Lagerung erfolgt an der Oberfläche; CSM (Centre de la stockage de la Manche) das CSM ( Centre de la stockage de la Manche ) liegt bei La Hague; in Betrieb von 1969-1994; eingelagert wurden 527.000 m³ schwach- und mittelaktiver Abfall; inzwischen abgedeckt und rekultiviert; das Lager soll für 300 Jahre überwacht werden; Regulierungs- und Aufsichtsbehörden Autorité de Sûreté Nucléaire - ASN (Behörde für nukleare Sicherheit) zentral zuständige Aufsichtsbehörde für alle zivilen nuklearen Einrichtungen in Frankreich Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs – Andra (Nationale Agentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle) Träger des Abfallmanagements für alle französischen radioaktiven Abfälle betreibt die existierenden Lager für kurzlebige sowie mittelaktive radioaktive Abfälle und das Untertagelabor in Meuse/Haute-Marne befindet sich im Eigentum des Staates ist eine von den Betreiberunternehmen der Atomkraftwerke unabhängige Institution Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire – IRSN (Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit): IRSN ist eine Forschungs- und Sachverständigenorganisation ist für die wissenschaftliche Bewertung von nuklearen und radiologischen Risiken zuständig Betreiber Électricité de France – EDF Betreiber aller Atomkraftwerke in Frankreich Orano (ehemals AREVA) staatlicher Industriekonzern zuständig für Uranbergbau, -anreicherung, Brennstoffverarbeitung und Wiederaufarbeitung, Nukleartechnik, medizinische Anwendungen, Rückbau, Transport, Lagerung Meldung des BASE v. 18.01.2023 zum Endlagervorhaben in Frankreich Endlagersuche Frankreich: Baugenehmigung beantragt Informationen der Vorhabenträgerin Andra Informationen der Andra zum Endlagervorhaben Cigéo (in englischer Sprache) Mitteilung der Andra zur Einreichung des Baugenehmigungsantrags für das Endlagervorhaben Cigéo (17.01.2023; in englischer Sprache) Gutachten des Öko-Instituts zum Endlagerprojekt Cigéo Öko-Institut-Gutachten: Wissenschaftliche Beratung und Bewertung grenzüberschreitender Aspekte des französischen Endlagervorhabens Cigéo in den Nachbarländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Großherzogtum Luxemburg Mehr erfahren über die Endlagersuche in Deutschland Endlagersuche-Infoplattform
Das Projekt "Untersuchung des Phasenzustands und der photochemischen Alterung von braunem Kohlenstoff und deren Auswirkungen auf die mikrophysikalischen und optischen Eigenschaften von Aerosolen und Wolken" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Das Verständnis darüber, wie lichtabsorbierende atmosphärische Aerosole, insbesondere brauner Kohlenstoff (BrC-Aerosole), das Klima beeinflusst, bleibt eine zentrale Unsicherheit in der Atmosphärenforschung. Vorläufige, an einzelnen Tröpfchen von BrC-Aerosolen durchgeführte Experimente haben gezeigt, dass gängige atmosphärische Prozesse wie Aerosolverdunstung und simulierte Sonneneinstrahlung zu einer Änderung des Phasenzustands des Aerosols von flüssigen Tröpfchen zu einer semi-festen Phase führen. Diese Änderung des Phasenzustands wirkt sich auf die Bildung von Wolkentröpfchen und die nachfolgenden optischen Eigenschaften der Wolken aus (z.B. die Absorption und Streuung der Sonnenstrahlung und die Lebensdauer der Wolken). Daher zielt dieser Projektantrag darauf ab, den Einfluss des BrC-Aerosol-Phasenzustands und der photochemischen Alterung auf die mikrophysikalischen und optischen Eigenschaften von Aerosolen und Wolken zu bestimmen. Für die Experimente sollen die Einrichtungen des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung - Atmosphärische Aerosolforschung (IMK-AAF) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) genutzt werden, darunter Einzelpartikelexperimente, die mit einer elektrodynamischen Waage (EDB) durchgeführt werden, sowie Aerosol-Ensemble-Messungen, die mit der Aerosol- und Wolkensimulationskammer AIDA durchgeführt werden. Zu den Hauptzielen des Projekts, das Einzelpartikelmessungen beinhaltet, gehören die Untersuchung des Phasenzustands und der Morphologie verschiedener Arten von BrC-Aerosolen über einen Bereich atmosphärisch relevanter Bedingungen; die Bestimmung des Phasenzustands von BrC-Aerosolen, wenn es mit einer anorganischen Komponente gemischt wird; und die Bestimmung des Effekts der photochemischen Alterung auf den Phasenzustand sowie die chemische Zusammensetzung und die optischen Eigenschaften von BrC-Aerosolen. Die Hauptziele des Projekts, das Aerosol-Ensemble-Messungen beinhaltet, sind die Untersuchung des Einflusses des Phasenzustands von BrC-Aerosol und der photochemischen Alterung auf die Bildung von Wolkentröpfchen sowie die Eiskeimbildung und die damit verbundenen optischen Eigenschaften von Aerosol und Wolken. Insgesamt wird dieses Projekt das Verständnis der Rolle von lichtabsorbierenden Aerosolen für das Klima verbessern.
Das Projekt "The waste dilemma: the attempt of Germany and Italy to deal with the waste management regulation in two European countries" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bielefeld, Graduiertenkolleg 724 'Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft: institutionelle und epistemische Transformationen der Wissensproduktion und ihre gesellschaftlichen Rückwirkungen' durchgeführt.
Das Projekt "Rossbywellenpakete im Klimawandel und Auswirkungen auf Wetterextreme in Europa" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Der Anstieg globaler thermodynamischer Variablen, wie der mittleren Oberflächentemperatur und der Wasserdampfkonzentration auf Grund erhöhter Treibhausgaskonzentrationen ist ein robustes Signal in Klimawandelprojektionen. Diese Erwärmung geschieht jedoch nicht gleichmäßig, was sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene zu großen Unsicherheiten innerhalb der Strömungsmuster der Atmosphäre führt. Diese Unsicherheiten hindern uns daran, robuste Aussagen über die zukünftigen Eigenschaften von Wetterextremen in bestimmten Regionen zu treffen. Die vorgeschlagene Arbeit wendet kürzlich entwickelte Diagnostiken für Rossbywellenpakete auf ein Klimamodell-Ensemble mit vielen Mitgliedern an, um Änderungen in ihren charakteristischen Eigenschaften zu untersuchen und diese Änderungen von der internen Klimavariabilität zu unterscheiden. Die wichtigste Neuerung dieser Diagnostiken besteht darin, dass sie räumlich und zeitlich lokal sind und sich daher gut zur Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Rossbywellenpaketen und kleiner skaligen Wetterphänomenen wie Zyklonen und langlebigen Hochdruckgebieten eignen. Darüber hinaus wird im Rahmen dieses Projekts ein wirbelfreier Hintergrundzustand definiert, der unabhängig von den Wellen ist und daher in der Lage ist Trends in den Welleneigenschaften von Trends im zonalen Strömungsmittel zu unterscheiden. Abschließend wird mit Hilfe dieser Analysen untersucht, wie sich Änderungen des Strömungsmusters in der Atmosphäre auf Temperaturextreme und Starkniederschlagsereignisse in bestimmten Regionen, insbesondere in Europa, auswirken.
Das Projekt "Energy Transitions, Ownership, and the City: understanding the institutional and material politics around urban infrastructure transitions (ETOC)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung e.V. durchgeführt. While the German energy transition, Energiewende, is often portrayed as a rural phenomenon, it is widely recognised that the reconfiguration of urban energy systems is a key strategy of climate change mitigation. Thus, there has been a politics revolving about issues how to readjust these systems both technologically and organisationally. In many German cities, debates about to which end urban energy grids should be run, resulted in conflicts about deprivatising urban energy systems - either through state or cooperative ownership. This dissertation project focusses on the cities of Berlin and Hamburg both of which have experienced major conflicts about the future of the city's energy grid and provision. Beyond claims for public ownership in both cities, social movements active in these processes stipulated a reorientation of energy provision towards ecological sustainability and social justice. Resulting from these, the city of Hamburg witnessed the formation of a green municipal energy supplier in 2009 and a successful referendum on transferring the energy grids into local public ownership in 2013 - while, in Berlin, a similar referendum was not successful in the same year. Based on the empirical analysis of these processes, this PhD project seeks to 1) to describe changes in the actor landscape and urban energy governance; 2) to enlighten the complex institutional politics around urban infrastructure transitions, and (3) to grasp the socio-material nexus in processes of public infrastructure appropriation.
Das Projekt "An integrated data fusion approach to use geophysical measurements in hydrological models" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Bio-und Geowissenschaften (IBG), IBG-3 Agrosphäre durchgeführt. Geophysical measurements are a valuable source of information for the parameterization of hydrological models. Traditionally, relevant information on hydrological properties and/or state variables is obtained in a sequential approach from geophysical measurements: the geophysical survey data are inverted first, and the information thus obtained is used within the hydrological model. The aim of this project is to further develop an alternative so-called coupled hydrogeophysical inversion approach to use geophysical data in hydrological models that overcomes some of the limitations of the sequential approach. In this approach, geophysical measurements are directly included in the hydrological inverse problem by coupling a forward model of the geophysical measurements with a hydrological model and minimizing the difference between modeled and observed data by perturbing the relevant hydrological flow and transport parameters. The development of this coupled inversion approach was started in the first phase of the project. In this second phase, it will be further developed and tested on two experimental data sets consisting of electrical resistivity measurements in the saturated zone and self-potential and electrical resistivity measurements in the unsaturated zone. The first data set has already been acquired and the second data set will be acquired in this second phase. The analysis of these experiments will aim to determine both effective and spatially variable flow and transport properties from the available geophysical and conventional hydrological measurements.
Das Projekt "Integrated system of data collection technologies for mapping soil properties (DIGISOIL)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bureau de Recherches Géologiques et Minières durchgeführt. Objective: The multidisciplinary DIGISOIL consortium intends to integrate and improve in situ and proximal measurement technologies for the assessment of soil properties assessment and soil degradation indicators, going from the sensing technologies to their integration and their application in (digital) soil mapping (DSM). In addition, our SMEs experience will allow to take into account the feasibility of such developments based on economical constraints, reliability of the results and needs of the DSM community. In order to assess and prevent soil degradation and to benefit from the different ecological, economical and historical functions of the soil in a sustainable way, there is an obvious need for high resolution and accurate maps of soil properties. The core objective of the project is to explore and exploit new capabilities of advanced geophysical technologies for answering this societal demand. To this aim, DIGISOIL addresses four issues covering technological, soil science and economic aspects: (i) the validation of geophysical (in situ, proximal and airborne) technologies and integrated pedo-geophysical inversion techniques (mechanistic data fusion) (ii) the relation between the geophysical parameters and the soil properties, (iii) the integration of the derived soil properties for mapping soil functions and soil threats, (iv) the evaluation, standardisation and sub-industrialization of the proposed methodologies, including technical and economical studies.
Das Projekt "Innovation und Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft in Zentral-Osteuropa: Herausforderungen und Perspektiven" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik durchgeführt. Ziel des Projektes ist die vergleichende Analyse der Strategien und Umsetzung der Priva-tisierung der Waldbewirtschaftung in zentral-osteuropäischen Staaten, insbesondere die Strategien der 'institutionellen Innovationen' in der staatlichen Verwaltung in der Administ-ration von Privatwaldeigentümer und Staatswaldbewirtschaftungsbetrieben, sowie der do-kumentierten wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Effekte der Privatisierung. Gleichzeitig soll damit eine solide standardisierte Wissensgrundlage für weiterführende vergleichende Untersuchungen zu spezifischen Themengebieten in der Zukunft geschaffen werden, im Sinne einer Internationalisierung der Forschung im Dienste der Ressourcensicherung.
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Bund | 15 |
Land | 1 |
Type | Count |
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Förderprogramm | 13 |
unbekannt | 3 |
License | Count |
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geschlossen | 3 |
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Language | Count |
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Deutsch | 10 |
Englisch | 8 |
Resource type | Count |
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Dokument | 1 |
Keine | 12 |
Webseite | 3 |
Topic | Count |
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Boden | 13 |
Lebewesen & Lebensräume | 15 |
Luft | 8 |
Mensch & Umwelt | 16 |
Wasser | 10 |
Weitere | 16 |