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Wie grün sind bundesdeutsche Städte? - Fernerkundliche Erfassung und stadträumlich-funktionale Differenzierung der Grünausstattung von Städten in Deutschland (Erfassung der urbanen Grünausstattung)

Mit dem Weißbuch Stadtgrün 2017 hat sich der Bund den Arbeitsauftrag gegeben, urbanes Grün durch eine integrierte und nachhaltige Stadtentwicklungspolitik zu stärken. Valide, zeitreihenfähige und qualifizierte Informationen zur Grünausstattung und zum Grünvolumen fehlen aber bundesweit. Das Projekt zielt darauf ab, die Grünausstattung flächendeckend für alle deutschen Städte mittels Fernerkundung zu erfassen und ein Konzept für ein dauerhaftes Grünmonitoring zu definieren und umzusetzen. Ausgangslage: Zum urbanen Grün zählen grüne Freiräume innerhalb der Städte wie Parkanlagen, Friedhöfe, Kleingärten, Brachflächen, Spielbereiche und Spielplätze, Sportflächen, Straßenbegleitgrün und Straßenbäume. Hinzu kommen Grünflächen an öffentlichen Gebäuden, Naturschutzflächen, Wald und weitere Freiräume, die zur Gliederung und Gestaltung der Städte entwickelt, erhalten und gepflegt werden müssen. Auch private Gärten und landwirtschaftliche Nutzflächen sind ein wesentlicher Teil des städtischen Grünsystems. Bund, Länder und Kommunen benötigen fundierte Informationen, um sachlich-räumliche Defizite und kritische Entwicklungen beobachten und Handlungsbedarfe empirisch untermauern zu können. Grünflächen machen Städte für deren Bewohner attraktiv und steigern die allgemeine Umwelt- und Lebensqualität. Bei Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der Stadt wird der Freiraumqualität im Wohnumfeld eine erhebliche Bedeutung beigemessen. Denn gerade Bewohnern sozial benachteiligter Quartiere stehen häufig weniger wohnungsnahe Grünflächen und damit weniger Erholungsmöglichkeiten im direkten Wohnumfeld zur Verfügung. Während einige Städte seit Jahren ein Monitoring ihres Stadtgrüns betreiben und wiederkehrende Erhebungen des städtischen Grünvolumens und Biotopkartierungen durchführen, fehlen auf der bundesweiten Ebene zuverlässige und flächendeckende Informationen zu diesem Thema. Mit diesem Projekt sollen grundlegende Fragen zur Ausstattung deutscher Städte mit urbanem Grün beantwortet werden. Bisher sind gesamtstaatliche Aussagen dazu nur auf der Grundlage von geotopographischen Daten zu treffen. Satellitendaten (Sentinel-2) aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus bieten sich hier als vielversprechende alternative Informationsquelle an. Neben bundesweiten Auswertungen auf Basis der Satellitenbilder wird in diesem Projekt untersucht, welche weiteren Datenquellen zur Informationsgewinnung zum urbanen Grün zur Verfügung stehen und wie stabile Zeitreihen (unterschiedliche Phänologie zum Aufnahmezeitpunkt usw.) aufgebaut werden können. Dazu werden Testgebiete in sieben Fallstudienstädten definiert. Die Betrachtung erfolgt dabei auf unterschiedlichen Maßstabsebenen (Städte, Stadtteile, Quartiere etc.).

Städtebauliches Entwicklungskonzept zur Stärkung der Innenentwicklung

Im Rahmen des Baulandmobilisierungsgesetzes wurde das Baugesetzbuch u.a. um den § 176 a ergänzt. Die Stadt Kempten (Allgäu) hat ein Innenentwicklungskonzept gemäß § 176a BauGB beschlossen. Dieses soll eine wichtige Grundlage der weiteren Stadtentwicklung bilden. Im Sommer 2021 hat der Stadtrat der Stadt Kempten das Innenentwicklungskonzept beschlossen, das auf eine Nutzung von bislang unbebautem Bauland bzw. die Wiedernutzung von Brachflächen abzielt. Damit bildet es eine wichtige Grundlage auch für künftige Bebauungspläne. Mit dem Innenentwicklungskonzept sollen die Innenentwicklung und die Nutzung der hierfür bestehenden Flächenpotenziale im Bestand gestärkt werden. Im Rahmen der Erarbeitung des Innenentwicklungskonzeptes wurden die bestehenden Innenentwicklungspotenziale systematisch erfasst. Ausgehend davon wurde unter Berücksichtigung ökologischer, städtebaulicher Aspekte, des Aktivierungsaufwands, bestehender Eigentümerinteressen und kommunaler Prioritätensetzen das realisierbare Potenzial ermittelt. Im Gesamtplan wurden die Innenentwicklungspotenziale (Innenentwicklungskataster), prägenden Stadtstrukturen, ergänzende Potenziale, die Innenentwicklung begrenzende sowie unterstützende Faktoren in einer Karte dargestellt. Aufbauend auf diesen räumlich überlagerten Ergebnissen wurden Schwerpunktebereiche der Innenentwicklung identifiziert. Hierzu gehören auch großflächige Parkierungsanlagen, die bspw. durch Überbauung zusätzliche Flächen bieten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden außerdem Nachverdichtungspotentiale entlang von Straßen. Mit dem Innenentwicklungskonzept erhält die Stadt außerdem ein Werkzeug bei der Nutzung bereits erschlossener Flächen und Gebäude (Brachen, Baulücken, Gebäudeaufstockung, Umbau, Abriss/Neubau), um die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen. Mit Blick auf eine flächensparsame Siedlungsentwicklung ermöglichen die ermittelten Informationen über Flächenpotenziale und deren Verfügbarkeit einen engen Abgleich im Rahmen der Flächennutzungsplanung. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden zehn städtebauliche Leitlinien entwickelt. Innenentwicklung wird in diesem Zusammenhang als strategisches Instrument dargestellt. Schließlich sollen Innenentwicklungspotenziale standortabhängig und auf Basis einer integrierten Zielbetrachtung sowie der daraus resultierenden planerischen Abwägung passgenau genutzt werden. Im Sommer 2021 hat der Stadtrat der Stadt Kempten das Innenentwicklungskonzept beschlossen, das auf eine Nutzung von bislang unbebautem Bauland bzw. die Wiedernutzung von Brachflächen abzielt. Damit bildet es eine wichtige Grundlage auch für künftige Bebauungspläne. Mit dem Innenentwicklungskonzept sollen die Innenentwicklung und die Nutzung der hierfür bestehenden Flächenpotenziale im Bestand gestärkt werden. Im Rahmen der Erarbeitung des Innenentwicklungskonzeptes wurden die bestehenden Innenentwicklungspotenziale systematisch erfasst. Ausgehend davon wurde unter Berücksichtigung ökologischer, städtebaulicher Aspekte, des Aktivierungsaufwands, bestehender Eigentümerinteressen und kommunaler Prioritätensetzen das realisierbare Potenzial ermittelt. Im Gesamtplan wurden die Innenentwicklungspotenziale (Innenentwicklungskataster), prägenden Stadtstrukturen, ergänzende Potenziale, die Innenentwicklung begrenzende sowie unterstützende Faktoren in einer Karte dargestellt. Aufbauend auf diesen räumlich überlagerten Ergebnissen wurden Schwerpunktebereiche der Innenentwicklung identifiziert. Hierzu gehören auch großflächige Parkierungsanlagen, die bspw. durch Überbauung zusätzliche Flächen bieten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden außerdem Nachverdichtungspotentiale entlang von Straßen. Mit dem Innenentwicklungskonzept erhält die Stadt außerdem ein Werkzeug bei der Nutzung bereits erschlossener Flächen und Gebäude (Brachen, Baulücken, Gebäudeaufstockung, Umbau, Abriss/Neubau), um die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen. Mit Blick auf eine flächensparsame Siedlungsentwicklung ermöglichen die ermittelten Informationen über Flächenpotenziale und deren Verfügbarkeit einen engen Abgleich im Rahmen der Flächennutzungsplanung. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden zehn städtebauliche Leitlinien entwickelt. Innenentwicklung wird in diesem Zusammenhang als strategisches Instrument dargestellt. Schließlich sollen Innenentwicklungspotenziale standortabhängig und auf Basis einer integrierten Zielbetrachtung sowie der daraus resultierenden planerischen Abwägung passgenau genutzt werden. ratsinfo.kempten.de/bi/to0050.php?__ktonr=22516 ratsinfo.kempten.de/bi/to0050.php?__ktonr=22516

Gute Praxisbeispiele kompakter und zugleich lärmarmer innerstädtischer Quartiere

Das aktuelle Programm des Bundesumweltministeriums vom Oktober 2015 'Neues Zusammenleben in der Stadt' fordert, das Leitbild der kompakten, integrierten und umweltfreundlichen Stadt schrittweise in die Realität umzusetzen. Ziel muss es sein, unsere Städte in jeder Hinsicht zu durchmischen: In den Nutzungen, in den sozialen Milieus und in der städtebaulichen Struktur. Hiervon profitieren die Menschen, die seit langem im Quartier wohnen und die Menschen, die neu in die Städte kommen. Die Herausforderung ist dabei, das Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe, Grün- und Freiraum, Versorgung und Verkehr in den Stadtquartieren umweltverträglich zu organisieren. Ziel des Vorhabens ist es, anhand einer Analyse ausgewählter Praxisbeispiele gute Lösungen für verdichtete, funktionsgemischte und dabei zugleich lärmarme Stadtquartiere aufzuzeigen. Einzubeziehen sind vorhandene innerstädtische Stadtquartiere (Wohngebiete, Mischgebiete, Kerngebiete), nachverdichtete innerstädtische Standorte und Neubauprojekte auf Stadtbrachen. Betrachtet werden sollen der Gewerbe-, Verkehrs-, Freizeit- und Gaststättenlärm in ihren Auswirkungen auf das Wohnen und die Freiraumnutzung. Die städtebaulichen, lärmschutztechnischen, ordnungsrechtlichen und organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen des bestehenden Rechtes sind zu ermitteln und zu bewerten. Die Problematik einer an Misch- oder Gewerbegebiete heranrückenden Wohnbebauung ist dabei einzubeziehen (innovative Maßnahmen zur Erreichung der Außenschutzziele) Die Ergebnisse der Fallstudienanalyse sollen in Form von Handlungsempfehlungen für die Akteure vor Ort, vor allem für die Planungsträger, aufbereitet werden. Zu untersuchen ist dabei auch, unter welchen Bedingungen die geplanten/ inzwischen umgesetzten Rechtsregelungen zur verstärkten Nutzungsmischung (z.B. die neue Baugebietskategorie 'Urbanes Gebiet) den Anforderungen an lärmarme Stadtquartiere gerecht werden können.

Gemeinsam Arten schützen mit dem Landesprogramm 'Aktion Grün

Aktualisierte Neuauflage [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, ERNÄHRUNG UND FORSTEN GEMEINSAM ARTEN SCHÜTZEN Mit dem Landesprogramm „Aktion Grün“ IMPRESSUMINHALTHerausgeber: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-PfalzVORWORT Umweltministerin Ulrike Höfken4 EINLEITUNG „Aktion Grün“ – schützt unsere Arten6 Redaktion: Torsten Kram, Franziska Richter, Franz Froeßl Satz und Layout: HDW Neue Kommunikation GmbH, Saarbrücken / Mainz www.aktion-gruen.de Stand: März 2020 Druck: Druckhaus Franz Seibert GmbH & Co. KG Sitz Osthofen Bildnachweis: Titelseite: S.H.exclusiv – stock.adobe.com; S. 5: MUEEF; S. 7: Tom Bayer/Fotolia (oben), Horst Jegen (unten links), MUEEF (unten rechts); S. 8: Nationalpark Hunsrück-Hochwald/Konrad Funk; S. 9: Pixabay; S. 10: Dr. Ulrich Hampl; S. 13: sborisov/Fotolia; S. 14: iStock.com/emer1940; S. 17: Dr. Christoph Otten; S. 19: Ralf Lorig; S. 20: Dieter Goebel-Berggold (links oben), Klaus Wendling (rechts oben), Heinz Strunk (rechts Mitte), Klaus Wendling (links unten), Julius Kramer (rechts unten); S. 23: Moritz Schmitt/Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz; S. 24: Kosolovskyy/ Fotolia; S. 25: Eva-Maria Finsterbusch; S. 27: Bettina Alwins (links), Josef Groß (rechts); S. 28: Fancy/Veer/Corbis (Plainpicture); S. 29: Alexandra Fruth; S. 31: Pixabay; S. 33: Peter Breuer; S. 35: Edith Cleres-Thein; S. 36: Landesforsten Rheinland-Pfalz – Hansen/Lamour; S. 38: DLR Eifel (oben), KÖL (unten); S. 40: MUEEF; S. 41: termis1983 – stock.adobe.com; S. 42: Rainer Michalski (links), Eckhard Vogel (rechts); S. 43: MUEEF; S. 45: Heinz Strunk (links), Landesforsten Rheinland-Pfalz – Hansen/Lamour (2. von links), Heinz Strunk (2. von rechts), Heinz Stetzuhn (rechts) PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ 1. Natur erleben 8 2. Natur verstehen 10 3. „Aktion Grün“ schmeckt 12 4. Artenreiches Grünland 14 5. Rheinland-Pfalz blüht 16 6. Natur verbinden 18 7. Artenreich, vielfältig und bunt 20 8. Moorschutz 22 9. Ehrenamt – natürlich gemeinsam 24 AKTION BLAU PLUS Mehr Raum für Bäche und Flüsse 26 MITMACHEN: GEMEINSAM ARTEN SCHÜTZEN Was können Sie persönlich tun? Was können Kommunen tun? Was können Schulen und Kitas tun? Was kann die Landwirtschaft tun?30 32 34 36 AKTION GRÜN VOR ORT UND AKTIV Mitmachen, einpflanzen, blühen lassen Schützen, schmecken, essen Wein, Weizen, Wildbienen „Aktion Grün“-Kommunen 40 41 42 43 BIODIVERSITÄTSSTRATEGIE FÜR RHEINLAND-PFALZ Klare Ziele für den Erhalt der Artenvielfalt 44 SERVICE Weitere Informationen 46 Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Landesregierung Rheinland-Pfalz herausgegeben. Sie darf weder von Parteien, noch Wahlbewerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahlen. Missbräuchlich ist während dieser Zeit insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben parteipolitischer Informationen der Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehen- den Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. 2 3 VORWORT Werden Sie Teil unserer „Aktion Grün“ Auf vielfältige Art und Weise bringen wir mit der „Aktion Grün“ Brachflächen in Städten zum Blühen, schaffen neue Stätten der Umweltbildung an Schulen und Kitas und kooperieren mit Landwirtinnen und Landwirten, um Raum für bedrohte Arten zu schaffen. Wenn auch Sie etwas zum Erhalt der Artenvielfalt in Rheinland-Pfalz bei- tragen möchten, egal ob als Privatperson, Verein oder Schulklasse, können Sie Teil der „Aktion Grün“ werden. Wir leisten damit außerdem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Eine Zukunftsaufgabe, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. „Wir möchten die Aktion Grün in alle Regionen von Rheinland-Pfalz tragen: Denn überall gilt es, Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten.“ 4 Das Land Rheinland-Pfalz stellt für vier Jahre insgesamt neun Millionen Euro für die „Aktion Grün“ zur Verfügung. Damit fördern wir vielfältige Maßnahmen, Projekte und Aktionen im ganzen Land. Diese Mittel ergänzen die „regulären“ Landesmittel, die innerhalb der Agrarumweltmaßnahmen, im Wald und im Gewässerschutz in Projekte des Naturschutzes fließen. So bunt und abwechslungsreich unsere Tier- und Pflanzenwelt hier in Rheinland-Pfalz ist, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten unseres Aktionsprogramms für mehr Artenvielfalt. Ganz besonders aber möchte ich betonen: Es reicht nicht, wenn der Naturschutz alleine agiert: Alle gesellschaftlichen Gruppen, von der Landwirtschaft über den Naturschutz bis hin zur Politik, zu den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern, müssen hier Hand in Hand zusammenarbeiten, um den Schutz und die nachhaltige Erhaltung unserer Arten zu sichern. Denn der Trend ist alarmierend! Allein die Hälfte der Brutvogelarten im Land und zwei Drittel der Schmetterlinge sind gefährdet. Mit der „Aktion Grün“ wollen wir nicht nur die Weichen stellen, sondern das Ruder he- rumreißen: Wir möchten sie in alle Regionen von Rheinland-Pfalz tragen. Wir möchten Lust machen auf Blühflächen mit heimischen Arten in Städten und Gemeinden. Wir möchten seltenen Arten eine Zukunft geben. Und wir möchten, dass die „Aktion Grün“ hilft, das Artensterben zu stoppen. Ulrike Höfken Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz Wir zeichnen Kommunen aus, die sich engagieren und arbeiten eng mit Menschen im Ehrenamt zusammen, die ihre Region kennen und schützen wollen. Sie sehen: Mit dem Aktionsprogramm beschreiten wir konsequent den Weg für den Erhalt unserer Artenvielfalt. Damit schützen wir unsere eigene Lebensgrundlage. Lassen Sie es uns gemeinsam anpacken! 5 EINLEITUNG „Aktion Grün“ – schützt unsere Arten Artenvielfalt ist bunt: ob blühende Wiesen, summende Bienen, krabbelnde Käfer oder schillernde Schmetterlinge. Artenvielfalt ist aber noch viel mehr: Sie ist die Voraus- setzung dafür, dass unsere Ökosysteme funktionieren. 80 Prozent unserer Kultur- pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen – sie garantieren dadurch unsere Lebensgrundlage. Doch die Situation für Insekten und Bestäuber ist ernst: 60 Prozent aller Wild-Bienenarten und 65 Prozent der Schmetterlinge sind gefährdet – auch der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge werden immer seltener. Neun Millionen Euro für mehr Artenvielfalt 6 Die „Aktion Grün“ ist unsere Antwort auf das Artensterben. Sie ist Aktionsprogramm und Aktionsbündnis zugleich. Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Land- wirtschaft, Gesellschaft und Kommunen wollen wir unsere Naturräume, wie Wie- sen, Wälder und Gewässer, schützen und so das Aussterben von Tier- und Pflanzen- arten aufhalten. Wir setzen uns ein für mehr Ökolandbau, Erneuerbare Energien, Gewässerschutz und gute Ernährung, aber auch für nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Klimaschutz. Insgesamt fördert das rheinland-pfälzi- sche Umweltministerium eine Vielzahl an Projekten, die dem Natur- und Artenschutz dienen: vom Moorschutz über Arten- schutzkonzepte, Biotopvernetzung und Grünlandschutz bis zum Erhalt von alten Kulturpflanzen sowie der Umsetzung von Umweltbildungsmaßnahmen. Auch der Öko-Aktionsplan zur Stärkung des Ökologischen Landbaus ist eng mit der „Aktion Grün“ verknüpft, ebenso die „Aktion Grün schmeckt“ mit ihrem Schwerpunkt auf nachhaltiger Ernährung und dem Erhalt alter Sorten und Rassen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen unsere vielen Projekte und Maßnahmen der „Aktion Grün“ vor. Die Grundlage aller Aktivitäten bildet die Biodiversitätsstrategie des Landes: Darin hat sich Rheinland-Pfalz bereits 2015 klare Ziele gesetzt und Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt formuliert. Mehr dazu lesen Sie auf den Seiten 44 und 45. www.aktion-gruen.de 7 PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ PROJEKTE DER „AKTION GRÜN“ Natur erleben Auf der Suche nach Ruhe, aber auch auf der Suche nach Abenteuern zieht es die Menschen in die Natur. Dabei gilt es jedoch, sensible Lebensräume im Wald zu respektieren. Ein Ziel der „Aktion Grün“ ist es deshalb, Naturschutz und Naturerlebnis in Einklang zu bringen. Die Möglichkeiten, Natur in Rheinland-Pfalz zu erleben, sind vielfältig: Unser Land ist reich an Wäldern, Wiesen und Weiden, Flüssen, Auen und Seen, Gebirgen, Felsen und Tälern. Jede dieser einzigartigen Land- schaften bietet eigene vielfältige Möglich- keiten, ob beim Wandern oder Radfahren, beim Klettern oder Paddeln. Naturschutz und Naturerlebnis verbinden: beim Wandern, Paddeln, Klettern oder Radfahren. Unsere Naturparks, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen oder der National- park Hunsrück-Hochwald sind hier besonders wichtige Partner mit vielen attraktiven Angeboten. Wir verbinden die Einrichtung von Erlebnis- pfaden mit Besucherlenkung zum Schutz ökologisch sensibler Bereiche und fördern die Vernetzung von Naturerlebnis mit Regio- nalität und historischem Erbe. Ein Beispiel ist das Projekt „Wooge und Triftbäche im Pfälzerwald“. Um das Naturerlebnis für jede und jeden zu ermöglichen, gibt es im Nationalpark Rangertouren für Rollstuhl- fahrer und in Gebärdensprache ausgebildete Tourenbegleiter. Getreu unserem Grundsatz: Wir erleben Natur gemeinsam! Mehr Informationen: www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de www.pfaelzerwald.de 8 9

'Stadtgrüninseln' - Facetten von urbanem Grün zur Stadtteilbegrünung in Freiimfelde

Ausgangslage: Freiimfelde ist ein innerstädtisches Quartier im Osten von Halle, das Problemlagen im sozialen sowie städtebaulichen Bereich prägen. Im Westen begrenzt das Quartier eine neue, vier Meter hohe Schallschutzwand entlang der Bahnflächen, die es von der übrigen Innenstadt trennt. Im Norden schließt sich das leer stehende ehemalige Schlachthofareal an. Stark befahrene Hauptstraßen im Süden und Osten beeinträchtigen zudem die örtliche Wohn- und Lebensqualität. Obwohl sich das Image des Quartiers in den vergangenen Jahren erheblich verbessert hat, überwiegen dort nach wie vor soziale Defizite und mangelhafte Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig bergen die brachliegenden Flächen erhebliches ökologisches Potenzial: Hier entstanden naturräumliche Oasen, die in der dicht bebauten Innenstadt einen Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen darstellen sowie wichtige Funktionen für den naturräumlichen Verbund und die Kaltluftproduktion übernehmen. Der steigende Baudruck bedroht diese wichtigen ökologischen Flächen jedoch zunehmend in ihrer Existenz. Ziele und Konzept: Die Stadt Halle will in Kooperation mit Eigentümern und zivilgesellschaftlichen Akteuren die Aufenthalts- und Erholungsqualität des Quartiers durch die Entwicklung und planungsrechtliche Sicherung von urbanem Grün auf Brachflächen stärken. Dafür hat sie drei unterschiedliche Konzepte entwickelt: die Sicherung und Stärkung einer entstandenen 'Wildnis' als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme; die gemeinschaftliche Gestaltung einer Brachfläche als 'Bürgerpark'; die Steigerung der Attraktivität des Quartiers durch 'Urban LandArt', einer Kombination aus Streetart und Landart.

Die Rolle von Grünen Innovationszonen zur Revitalisierung deutscher und mexikanischer Städte

Aktuell durchlaufen viele Städte wirtschaftsstrukturelle Veränderungen. In diesen von 'Schrumpfung' betroffenen Städten findet sich eine Vielzahl von ehemals industriell genutzten Brachflächen. Diese bieten Potenziale für eine nachhaltige Umnutzung ehemals ökologisch belasteter Standorte und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in innovativen Bereichen der Bioökonomie. Die Umsetzung innovativer Produktionsverfahren in Verbindung mit einem städtischen Entwicklungsprogramm im Bereich der Bioökonomie ist bislang nicht erforscht. In der Stadtentwicklung wurde zuletzt die neue Planungskategorie der 'Green Innovation Areas' eingeführt, um innovativen Lösungen zur Brachflächenrevitalisierung Raum zu geben. Die Umnutzung städtischer Brachflächen bietet neue Lösungen für Branchen der Bioökonomie und ermöglicht einen städtischen Revitalisierungsprozess. Als Teil der deutsch-mexikanischen Forschungszusammenarbeit verfolgt GIAGEM folgende Ziele: - Forschung: Verbesserung der Nutzung von städtischen Flächen als 'Green Innovation Areas' für Branchen der Bioökonomie und Umsetzung in deutschen und mexikanischen Städten. - Vernetzung: Die Beteiligung beider Partner im Rahmen eines strategischen Wissens-Austausches in Bezug auf aktuelle Projekte in den Bereichen grüne Infrastruktur zur Bioökonomischen-Landnutzung in Green Innovation Areas.

Die re-produktive Stadt. Die Stadt verändern, um die Energie- und Nachhaltigkeitswende zu schaffen, Teilprojekt D: Zukunftstechnik

In der re-produktiven Stadt wird systematisch nach Möglichkeiten gesucht, ungenutzte Ressourcen wie Grünschnitt, Sonne, Wind, Brachflächen etc. und Sekundärressourcen wie beispielsweise Abwärme und Abfälle als Ausgangspunkte für etwas Neues zu betrachten, sie zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner weiterzuverwenden oder gleich die Prozesse, die sie hervorbringen, zu verändern. Wissenschaftlich formuliert lautet dieser konzeptionell-gestalterische Ansatz in Anlehnung an das (Re)Produktivitätskonzept von Biesecker/Hofmeister (2006): die städtischen Produktions- und Konsumtionsprozesse so zu gestalten, dass die stofflich-energetische und die wirtschaftlich-soziale Re-Produktionsfähigkeit der Stadt erhalten bleibt oder sich gar verbessert - denn nur so wird sie nachhaltig und damit dauerhaft überlebensfähig. Ziel ist es, mit der systematischen Verbesserung dieser Re-Produktionsfähigkeit der Stadt Bitterfeld-Wolfen die Blaupause eines möglichen Transformationspfades für den Stadttypus der flächigen, mittelgroßen, polyzentralen Stadt zu entwickeln, die für eine Energie- und Nachhaltigkeitswende neue Ansatzpunkte und als Ergebnis neue Stadtbilder und Stadtlandschaften verspricht. Um die Nutzung des solaren Potenzials (solare Einstrahlung, Temperaturdifferenzen / Luftströmungen, Verdunstungsleistung) einer re-produktiven Stadt zu optimieren, streben Fraunhofer IMWS und CSP im Teilprojekt 'Zukunftstechnik' (TP4) Innovationen in den Bereichen adaptive Fassadensysteme, energetisch aktive Stadtmöbel und stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der reproduktiven Stadt in gemeinsamer experimenteller Arbeit im Stadtlabor (AP1-3) an.

Teilprojekt 4 Gesundheit^Teilprojekt 3 Sozialstruktur und terrestrische Ökologie^BIOTIP - URBANTIP - Kipppunkte urbaner Meta-Ökosysteme^Teilprojekt 2 Ökonomie, Teilprojekt 1 Gewässerqualität, Indikatoren und Projektkoordination

Städte sind komplexe Meta-Ökosysteme, bestehend aus unterschiedlichen Ökosystem-Untereinheiten (z.B. Brachflächen, Gewässer). Menschliche Überformungen und Beeinträchtigungen können zum Kippen von Ökosystemzuständen führen. URBANTIP entwickelt einen Metrik für urbane ökosystemare Gesundheit, um Kipppunkte für Ökosystemleistungen und Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Sozialstruktur zu identifizieren. Erstmalig werden dazu 3 Datenquellen aus dem Ruhrgebiet miteinander verschnitten: (1) Qualität und Quantität von urbanen Ökosystemen; (2) Sozialraumanalyse Emscherraum; (3) Heinz-Nixdorf-Recall Kohortenstudie zur Gesundheit und Konstitution von knapp 5.000 Menschen. Es wird ein Metrik urbaner ökosystemarer Gesundheit zur Identifikation und Quantifikation von Kipppunkten entwickelt und hinsichtlich des Zusammenhangs mit sozialen und gesundheitlichen Daten analysiert. Szenarien zu sozialen und ökologischen Maßnahmen zur Vermeidung von Kipppunkten werden ausgewertet und einer ökonomischen Betrachtung unterzogen.

Arten und Lebensräume

Berlin verfügt über eine hohe Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Hierzu gehören Relikte der ursprünglichen Naturlandschaft, wie Wälder, Moore und naturnahe Flüsse, der historischen Kulturlandschaft, wie Wiesen und Magerrasen sowie auch typisch urbane Lebensräume, wie Parkanlagen und Stadtbrachen. Selbst Gebäude können bestimmte Lebensraumfunktionen haben. Diese vielfältige Ausstattung ist eine wesentliche Voraussetzung für Berlins biologische Vielfalt. Weitere Anstrengungen sind erforderlich, um diese Lebensräume zu stärken und dem Artenverlust entgegenzuwirken. Spezielle Maßnahmen und Programme richten sich an die Bedürfnisse einzelner Artengruppen, wie Fledermäuse, Amphibien, Vögel oder Insekten. Bild: Klemens Steiof Vögel und Glas Wer biologische Vielfalt fördern will, muss auch Bauten und andere Elemente der Stadt in den Blick nehmen. Sie können Vielfalt fördern oder hemmen. Glasfassaden sind für viele Vögel eine große Gefahr. Wer vogelfreundliches Glas verwendet, schaltet diese Todesfalle aus. Vögel und Glas Weitere Informationen Bild: Fischereiamt Berlin Was tun gegen invasive gebietsfremde Arten? Die biologische Vielfalt Berlins ist ständig im Fluss – auch, weil immer wieder bislang nicht heimische Arten dazukommen. Einige von ihnen sind invasiv: Sie gefährden die heimische Flora und Fauna. Die Senatsverwaltung überwacht ihre Ausbreitung und steuert wo nötig gegen. Was tun gegen invasive gebietsfremde Arten? Weitere Informationen Bild: SenMVKU Artenhilfsprogramm Fledermäuse Was Fledermäuse angeht, ist Berlin die Hauptstadt Europas. Seit mehr als 30 Jahren zählt die Stadt in einem Artenhilfsprogramm, wie viele hier überwintern. Die Zahl steigt – nicht zuletzt, weil wichtige Winterquartiere eigens für die streng geschützten Tiere hergerichtet wurden. Artenhilfsprogramm Fledermäuse Weitere Informationen Bild: Christo Libuda (Lichtschwärmer) Teile von Natur und Landschaft sichern Beträchtliche Teile Berlins stehen unter Schutz. Dadurch bleiben Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen erhalten und können sich weiterentwickeln. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Schutzgebieten. Teile von Natur und Landschaft sichern Weitere Informationen Bild: Christo Libuda (Lichtschwärmer) Berliner Biotopverbund Erst der Austausch zwischen Populationen sichert die biologische Vielfalt. Das ist ein Grund, warum Berlin so viel unternimmt, um Biotope zu vernetzen. Die anderen: Tiere können im wachsenden Biotopverbund leichter zwischen ihren Quartieren wandern, sich ausbreiten und neue Lebensräume erobern. Berliner Biotopverbund Weitere Informationen Bild: Berliner Forsten Mischwaldprogramm Berlins Wälder sind Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen und ein Ort, an dem wir Menschen uns erholen. Damit das auf lange Sicht so bleibt, baut Berlin seine Wälder Schritt für Schritt zum Mischwald um. Mischwald ist widerstandsfähiger und kommt besser mit dem Klimawandel zurecht. Mischwaldprogramm Weitere Informationen Bild: Carsten Fischer / Naturfotografie Naturnahe Waldbewirtschaftung Wie man einen Wald bewirtschaftet, ist entscheidend für seine Artenvielfalt. Die Berliner Forsten bewirtschaften die Wälder der Stadt naturnah: Holz wird nachhaltig verwertet, natürliche Prozesse werden gefördert. Ergebnis sind gesunde und strukturreiche Wälder, in denen man Natur erleben kann. Naturnahe Waldbewirtschaftung Weitere Informationen Bild: Christo Libuda (Lichtschwärmer) Kleingewässer – Blaue Perlen für Berlin Pfuhle, Gräben und Teiche sind artenreiche Biotope. In Berlin fördert das Programm „Blaue Perlen für Berlin“ ihre ökologische Aufwertung. Das Programm fokussiert Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft auf diese kleinen Gewässer. Kleingewässer – Blaue Perlen für Berlin Weitere Informationen Bild: Forstamt Pankow / Detlef Schwarz Wasser in die Landschaft! Trockenheit macht Mensch und Natur zu schaffen. Im Klimawandel nimmt sie zu. Berlin geht deshalb neue Wege, um den Wasserkreislauf zu verbessern: Regenwasser und gereinigtes Abwasser sind wertvolle Ressourcen – und können den Wasserhaushalt der Landschaft stabilisieren. Wasser in die Landschaft! Weitere Informationen Bild: Justus Meißner/Stiftung Naturschutz Berlin Kompensation von CO₂-Immissionen bei Dienstflügen - "Klimaschutzabgabe" für Moore Berlins Moore sind Lebensraum seltener und hoch spezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Deshalb renaturiert sie die Stiftung Naturschutz nach und nach – mit Geldern aus der Klimaschutzabgabe der Berliner Behörden. Kompensation von CO₂-Immissionen bei Dienstflügen - "Klimaschutzabgabe" für Moore Weitere Informationen Bild: SenMVKU / Doron Wohlfeld Berlins Gewässer: klares Wasser, naturnahe Ufer Berlins ausgedehnte Gewässerlandschaften sind ein Schatz für die biologische Vielfalt. Deshalb tut die Stadt alles, um die Wasserqualität immer weiter zu verbessern und naturnahe Ufer zu erhalten und zu entwickeln. Berlins Gewässer: klares Wasser, naturnahe Ufer Weitere Informationen

Brachflächen Bassum Landkreis Diepholz

Erfasste Brachflächen auf dem Gebiet der Stadt Bassum (Verwaltungseinheit Bassum) im Landkreis Diepholz

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