Die negativen Auswirkungen klimawandelbedingter Wetterextreme sind besonders in Städten zu spüren. Hohe Flächenversiegelungsgrade und Bebauungsdichten verschärfen das Überflutungsrisiko durch Starkregen und die Bildung sommerlicher Hitzeinseln. Das Projekt AMAREX, kurz für "Anpassung des Managements von Regenwasser an Extremereignisse", untersucht Möglichkeiten zur Anpassung des Regenwassermanagements an die zunehmenden Extrembelastungen Starkregen und Trockenheit als Schlüsselbeitrag zur Klimafolgenanpassung. In diesem Rahmen wurden von den Berliner Wasserbetrieben Flächenpotentialkarten entwickelt, die durch die Verschneidung und Analyse öffentlich zugänglicher Daten, grundstücksscharfe Umsetzungspotentiale im Berliner Raum für unterschiedliche dezentrale Versickerungsmaßnahmen aufzeigt. Die Machbarkeitsanalyse von insgesamt sechs untersuchten Versickerungsmaßnahmen basiert auf geohydrologischen Gegebenheiten, die sich in der Versickerungsfähigkeit, Wasserdurchlässigkeit und dem einzuhaltendem Grundwasserflurabstand widerspiegeln, sowie für alle Versickerungsmaßnahmen allgemein geltende Planungshilfen. Allgemein geltende Planungshilfen: Für eine grobe Ersteinschätzung der Machbarkeit dezentraler Versickerungsmaßnahmen werden verschiedene Karten mit Bedingungen und Richtwerten aus geltenden Regelwerken, Richtlinien und Hinweisblättern in den allgemein geltenden Planungshilfen aufgeführt. Betrachtet wurden Abstandsregelungen zu Gebäudeflächen und Bäumen, bestehender Denkmalschutz, Wasserschutzzonen, Schutzgebiete und die Hangneigung. Diese ist für unterirdische Maßnahmen, wie Rigolen, vernachlässigbar. Eine Besonderheit bildet die vereinfachte Abschätzung des Verschmutzungsgrades oberflächig ablaufendem Niederschlagswassers von Verkehrs- und Gebäudeflächen nach geltendem Regelwerk. Die Betrachtung von Altlasten und unterirdisch liegenden Infrastrukturen wie Leitungsnetzen konnten in der Anlayse nicht aufgenommen werden. Versickerungsfähigkeit: Für eine grobe Ersteinschätzung der Machbarkeit dezentraler Versickerungsmaßnahmen wird die Versickerungsfähigkeit nach geltendem Regelwerk und fachlichen Annahmen bewertet. Die Karte der Versickerungsfähigkeit ist ein Verschnitt aus der Analyse der Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds und des Grundwasserflurabstands jeweils für alle untersuchten Versickerungsmaßnahmen. Die Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds wird über die Mächtigkeit der wasserdurchlässigen Schicht ab Geländeoberkante angegeben. Für unterschiedliche Versickerungsmaßnahmen sind unterschiedliche Mindestanforderungen an die Mächtigkeit der wasserdurchlässigen Schicht festgelegt. Zusätzlich muss für die Umsetzung von dezentralen Versickerungsmaßnahmen ein 1 Meter Abstand von Maßnahmensohle bis Bemessungsgrundwasserstand eingehalten werden. Für die untersuchten Versickerungsmaßnahmen wurden Regeltiefen festgelegt, um die jeweiligen einzuhaltenden Flurabstände flächendeckend auszuwerten. Daten zum Bemessungsgrundwasserstand sind nur für das Panke- und Urstromtal und der Wasserschutzzone III vorhanden. Für die Hochflächen Berlins wurden andere Grundwasserflurabstandsdaten ausgewertet. Häufig auftretendes Schichtenwasser in den Hochflächen erschwert die Umsetzung von Versickerungsmaßnahmen kann jedoch nicht kartenbasiert dargestellt werden, aufgrund saisonaler und örtlicher Schwankungen. Wasserdurchlässigkeit: Für eine grobe Ersteinschätzung der Machbarkeit dezentraler Versickerungsmaßnahmen wird die Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds nach geltendem Regelwerk und fachlichen Annahmen bewertet. Die Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds wird über die Mächtigkeit der wasserdurchlässigen Schicht ab Geländeoberkante angegeben. Für unterschiedliche Versickerungsmaßnahmen sind unterschiedliche Mindestanforderungen an die Mächtigkeit der wasserdurchlässigen Schicht festgelegt. Grundwasserflurabstand: Für eine grobe Ersteinschätzung der Machbarkeit dezentraler Versickerungsmaßnahmen wird der Grundwasserflurabstand nach geltendem Regelwerk und fachlichen Annahmen bewertet. Für die Umsetzung von dezentralen Versickerungsmaßnahmen muss ein 1 Meter Abstand von Maßnahmensohle bis Bemessungsgrundwasserstand eingehalten werden. Für die untersuchten Versickerungsmaßnahmen wurden Regeltiefen festgelegt, um die jeweiligen einzuhaltenden Flurabstände flächendeckend auszuwerten. Daten zum Bemessungsgrundwasserstand sind nur für das Panke- und Urstromtal und der Wasserschutzzone III vorhanden. Für die Hochflächen Berlins wurden andere Grundwasserflurabstandsdaten ausgewertet. Häufig auftretendes Schichtenwasser in den Hochflächen erschwert die Umsetzung von Versickerungsmaßnahmen kann jedoch nicht kartenbasiert dargestellt werden, aufgrund saisonaler und örtlicher Schwankungen.
Die zwei Kartenthemen bestehen jeweils aus mehreren thematisch und räumlich unterschiedlichen Ebenen. Die Ebenen sind teilweise voneinander unabhängig aussagekräftig. Die Starkregenhinweiskarte basiert maßgeblich auf folgenden Produkten: Hinweiskarte Starkregen des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie topografische Senkenanalyse der BWB, starkregenbedingte Feuerwehreinsätze der Berliner Feuerwehr für das Land Berlin. Die Hinweiskarte Starkregen wurde vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in Zusammenarbeit mit den Ländern für die gesamte Fläche Nord- und Ostdeutschlands (11 Bundesländer) im Zeitraum 2023/2025 erarbeitet. Für Berlin-Brandenburg wurde dies in einem Los durchgeführt. Die Karte zeigt die simulierten Überflutungsflächen und -tiefen sowie Fließgeschwindigkeiten /-richtungen für folgende Szenarien: außergewöhnliches Ereignis: 100-jährliches Niederschlagsereignis (T = 100a, Dauerstufe 1 Stunde) mit einem Euler-Typ II Niederschlagsverteilung. extremes Ereignis: 100 mm Niederschlagsereignis in einer Stunde (T extrem) mit einem Blockregenverteilung. Grundlage hierfür sind diverse Geodaten des Bundes und der Länder, insbesondere ein hochaufgelöstes digitales Geländemodell sowie Daten zur Flächennutzung, wie zum Beispiel zur Bebauung. Die Ergebnisse basieren auf einer Modellierung der oberflächlich abfließenden Regenmenge, ähnlich dem Modell für die Starkregengefahrenkarte Berlins (siehe unten). Allerdings wurden die Versickerungsleistung des Untergrundes und das Kanalnetz nicht in die Berechnungen einbezogen und stellen somit eine erhebliche Vereinfachung dar (weitere Informationen finden sich hier ). Die topographische Senkenanalyse ist das Ergebnis einer Analyse des Digitalen Geländemodells (ATKIS® DGM – Digitales Geländemodell, 2021) unter Berücksichtigung der Gebäudeflächen und Durchfahrten sowie Geschossinformationen (ALKIS®- Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem, 2021), welche durch die BWB im Jahr 2022 durchgeführt wurde. Es erfolgte eine GIS-Analyse zur Ermittlung der Senken, Fließwege und Abflussakkumulation basierend auf dem vorgeglätteten DGM. Die Gebäude wurden als nicht überströmbare Abflusshindernisse in das DGM integriert und Senken in umschlossenen Innenhöfen ausgeschlossen. Folgende Senkenattribute wurden basierend auf einer zonalen Statistik abgeleitet und werden in den Sachdaten dargestellt: Fläche Einzugsgebiet (DrainArea [m²]) Fläche Senke (FillArea [m²]) Maximale Tiefe der Senke (FillDepth [cm]) Geländehöhe Senkenbasis (BottomElev [m]) Geländehöhe maximaler Füllstand (FillElev [m]) Füllvolumen (FillVolume [m³]) Basierend auf folgenden Parametern wurden die relevanten Senken ermittelt: Senkentiefe mindestens 20 cm, Senkenfläche mindestens 4 m², Senkenvolumen mindestens 2 m³, Senkeneinzugsgebiet mindestens 200 m². Der Datensatz der Feuerwehreinsätze zeigt Meldungen der Berliner Feuerwehr in Bezug auf ,,Wasser”, welche anhand des Meldungstextes mit Starkregen in Verbindung zu bringen sind und an Starkregentagen aufgenommen wurden. Der Datensatz wurde durch die Berliner Feuerwehr erfasst und durch die BWB prozessiert (sogenannter Überflutungsatlas). Die BWB haben die Feuerwehreinsätze mit den Niederschlagsdaten der BWB an diesem Tag und Ort abgeglichen und ein anzunehmendes Wiederkehrintervall (T) des aufgetretenen Niederschlagsereignisses zugeordnet. Dopplungen wurden entfernt. Folgende Attribute wurden abgeleitet und werden in den Sachdaten dargestellt: Datum (angelegt) Wiederkehrintervall (T) Ortsteil Die Daten wurden räumlich über die Berliner Adressdatei geocodiert. Der Zeitraum der Meldungen umfasst einerseits den Zeitraum 2005 bis 2017 anderseits 2018 bis 2021. Diese Datensätze wurden zu einem Datensatz von 2005 bis September 2021 zusammengefasst. Zwecks Aggregierung und Darstellung wurden die Daten auf Blockteilflächen und Straßenflächen des Informationssystems Stadt und Umwelt (ISU5 2021) zusammengefasst und klassifiziert. In Berlin wird die Analyse zu Starkregengefahren auf Basis eines gekoppelten 1D-Kanalnetz und eines 2D-Oberflächenabflussmodells (1D/2D gekoppeltes Modell) durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird die Berechnung der Abflussvorgänge im Kanalnetz (1D) mit der zweidimensionalen hydrodynamischen Modellierung der Oberflächenabflüsse (2D) kombiniert, um einen bidirektionalen Austausch von Wasservolumen, d.h. einen Austausch in beide Richtungen, zwischen Oberfläche und Kanalnetz an den Schächten und Straßenabläufen zu berücksichtigen. Die Erarbeitung der Starkregengefahren erfolgt basierend auf der von den BWB und der für Wasserwirtschaft zuständigen Senatsverwaltung gemeinsam entwickelten Leistungsbeschreibung „Erstellung von Starkregengefahrenkarten für Berliner Misch- bzw. Regenwassereinzugsgebiete“. Voraussetzung sind Daten zu Topographie, Gebäuden, Straßen, Versiegelung und bodenkundlichen Kennwerten sowie Kanalnetzdaten . Für die 1D-Modellierung des Kanalnetzes wird das aktuelle Kanalnetz (Misch- oder Trennkanalisation) der BWB verwendet. Die Entwässerungsinfrastruktur wird durch ein Kanalnetzmodell abgebildet, wobei dieses u.a. Schächte, Straßenabläufe, Haltungen und Haltungsflächen berücksichtigt. Auf Grundlage des digitalen Geländemodells wird ein detailliertes, lückenloses und überlappungsfreies 2D-Oberflächenmodell erstellt und um standardisierte Dachformen der Gebäudedaten ergänzt. Mauern oder Bordsteine werden durch Bruchkanten berücksichtigt. Die Oberflächenbeschaffenheit des Untersuchungsgebietes beeinflusst die Abflussbildung und -konzentration, daher wird basierend auf den entsprechenden Datengrundlagen (siehe Kapitel Datengrundlage) zwischen Gebäudeflächen, Straßen und Wegen, Gewässer und Grünflächen unterschieden. Mauern, Bordsteine oder ähnliche linienhafte Elemente können Abflusshindernisse darstellen, werden aufgrund der Auflösung jedoch nicht durch das DGM abgebildet und werden – falls sie abflussrelevant sind – nachträglich über Bruchkanten berücksichtigt. Maßgebliche Datensätze für Gebäudeflächen sind die ALKIS-Gebäude und der Datensatz der Gründächer (im Bereich der Kleingärten). Bei der Abflussbildung von Dachflächen wird zwischen einleitenden und nicht einleitenden Dächern basierend auf den Daten der Erfassung des Niederschlagsentgelts unterschieden. Einleitende Dächer werden in der Modellierung als direkt an den Kanal angeschlossen betrachtet (1D-Abflussbildung). Bei nicht einleitenden Dächern erfolgt die Abflussbildung über das Oberflächenabflussmodell. In diesem Fall wird der effektive Niederschlag auf die umliegende Oberfläche verteilt, indem das Prinzip der Randverteilung angewendet wird. Straßen und Wege umfassen alle befestigten Flächen, wie Straßen, Wege, Plätze und private versiegelte Flächen. Die Abflussbildung dieser Flächen erfolgt über das 2D-Oberflächenabflussmodell und es wird nicht zwischen einleitend und nicht einleitend unterschieden. Als Gewässerflächen werden alle stehenden Gewässer und Fließgewässer aus dem ALKIS-Datensatz angenommen. Alle restlichen Flächen werden als Grünflächen angesetzt. Für diese Flächen werden im Modell entsprechende Abflussparameter, wie Benetzungs- und Muldenverluste sowie Anfangs- und Endabflussbeiwerte, basierend auf Literaturwerten, angesetzt. Das Modell bildet den Rückhalt der Vegetation (Interzeption), die Versickerungsfähigkeit des Bodens und die Oberflächenrauheiten ab. Für Hochwasserrisikogebiete (SenMVKU, 2024) wurden in Berlin im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie bereits Hochwassergefahrenkarten erarbeitet und Überschwemmungsgebiete ausgewiesen. Um keine Überschneidungen mit den Starkregengefahrenkarten zu erzielen, werden diese Gewässer als hydraulisch voll leistungsfähig angenommen. Außerdem wird für bestimmte Gewässer (z.B. Gewässer 1. Ordnung, Nordgraben) angenommen, dass diese bei kurzen Starkregenereignissen ausreichend hydraulisch leistungsfähig sind. Ein „Anspringen“ ist erst bei länger anhaltenden, räumlich ausgeprägteren Niederschlagsereignissen zu erwarten. Das Modell geht davon aus, dass ein Austritt von Wasser und somit eine Überflutung von diesen Gewässern methodisch nicht möglich ist. Außerdem werden diese Gewässer mit einem einheitlichen Vorflutwasserstand für ein mittleres Hochwasser (für das seltene und außergewöhnliche Ereignis) sowie für ein 100-jährliches Hochwasser (für das extreme Ereignis) angenommen. Im Modell werden für das seltene und außergewöhnliche Ereignis die tatsächlichen Gewässerverrohrungen bzw. -durchlässe angesetzt. Für das Szenario Extremereignis gilt, dass Durchlässe teilverklaust (Durchmesser > 0,5 m (> DN 500)) oder vollständig verklaust (Durchmesser ≤ 0,5 m (≤ DN 500)) angenommen werden, es sei denn, ein Raumrechen verhindert eine Verklausung. Mit dem aufgestellten Modell werden die Überflutungen von Niederschlagsszenarien mit unterschiedlicher Jährlichkeit berechnet, wobei für die Niederschlagshöhen die koordinierte Starkniederschlagsregionalisierung und -auswertung (KOSTRA) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zugrunde gelegt werden. Es kommt die Revision des Datensatzes KOSTRA-DWD-2020 zum Einsatz. Folgende Szenarien werden im Rahmen des Starkregenrisikomanagements in Berlin betrachtet: seltenes Ereignis : 30 bzw. 50-jährliches Niederschlagsereignis (T = 30a bzw. T = 50a, Dauerstufe 180 Min.) mit einer Euler-Typ II Niederschlagsverteilung außergewöhnliches Ereignis : 100-jährliches Niederschlagsereignis (T = 100a, Dauerstufe 180 Min.) mit einer Euler-Typ II Niederschlagsverteilung extremes Ereignis : 100 mm Niederschlagsereignis in einer Stunde (T extrem) mit einer Blockregenverteilung. Basierend auf einer Sensitivitätsanalyse wurde die maßgebliche Dauerstufe mit 180 Minuten für Berlin ermittelt, wobei hier der höchste Wasserstand als maßgeblich betrachtet wird. Für die Intensität und für den zeitlichen Niederschlagsverlauf wird die Euler-Typ II Verteilung (seltenes und außergewöhnliches Ereignis) oder ein Blockregen mit einer Regendauer von 60 Minuten (extremes Ereignis) angenommen. Neben der Beregnungszeit, die der Dauerstufe der betrachteten Szenarien entspricht, wird in der Modellierung jeweils eine einstündige Nachlaufzeit berücksichtigt. Die Plausibilitätsprüfung erfolgt aufgrund der Ergebnisse des außergewöhnlichen Ereignisses. Es werden unplausible Abflusspfade und Wasseransammlungen ggf. durch Ortsbegehungen geprüft, und nicht berücksichtigte, hydraulisch relevante Strukturen nachgepflegt. Die Methode ist sehr daten- und rechenintensiv, so dass sie nicht berlinweit, sondern nur für ausgewählte Bereiche sukzessive angewandt werden kann. Dafür bietet sie relativ genaue und belastbare Ergebnisse und mit der Methode lassen sich die Abflussbildung und Abflusskonzentration nachvollziehen. Es werden kontinuierlich weitere Gebiete mit der gekoppelten 1D/2D Simulation gerechnet und anschließend online verfügbar gemacht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, für welche Gebiete bisher Starkregengefahrenkarten erarbeitet wurden.
Angabe der Wasserhöhe in m, extremes Szenario, >>> 100-jährig, N20000 = 90,0 mm/h
Rund 50 lokale Projekte öffnen ihre Türen in Themenwoche zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über einzelne konkrete Maßnahmen informieren: sei es bei einer Wanderung im Moor, um neue Bewirtschaftungsformen nasser Moore kennenzulernen, bei Ausstellungen über Seegraswiesen und Meeresschlick, die große Mengen an Kohlenstoff speichern oder bei Aktionen rund um die Entsiegelung von gepflasterten Flächen in der Stadt, damit neue Grünflächen die Umgebung kühlen und Niederschläge aufnehmen können. Die vielfältigen Aktionen laden zum Mitmachen und Nachahmen ein und zeigen, wie Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen zum Klimaschutz beitragen und sich besser vor den Folgen des Klimawandels wappnen können. Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen. Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“ BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“ „Die ANK-Themenwoche zeigt, wie wichtig konkretes Handeln für den Schutz unserer Natur und die biologische Vielfalt ist. Angesichts der raschen Veränderungen unseres Klimas und der zunehmenden Folgen von Hitze, Trockenheit und Extremwetterereignissen brauchen wir intakte Ökosysteme und konkrete Maßnahmen vor Ort. Rheinland-Pfalz konnte die Möglichkeiten des Aktionsprogramms bereits intensiv nutzen und dabei überdurchschnittlich viele Fördermittel für das Land gewinnen: Seit 2023 wurden rund 2.063 Projekte angestoßen und mehr als 130 Millionen Euro an ANK-Mitteln im Land gebunden. Besonders viele Vorhaben gibt es im Bereich Wald mit 1.836 Projekten sowie im Bereich der Siedlungs- und Verkehrsflächen mit 174 Projekten. Zugleich reicht die Bandbreite über verschiedene Handlungsfelder: Der Herxheimer Bruch ist ein tolles Beispiel dafür, wie im Siedlungsbereich naturnahe Räume geschaffen und Beiträge zur Klimaanpassung geleistet werden. Mit dem Projekt ReMooS werden wichtige Schritte für den Schutz und die Wiedervernässung von Mooren gegangen, während die geplante Renaturierung der Nister natürliche Gewässerstrukturen stärken und den Wasserrückhalt verbessern soll. Die ANK-Themenwoche bietet eine gute Gelegenheit, solche Projekte vorzustellen und zu zeigen, was natürlicher Klimaschutz vor Ort bewirken kann“, sagte die rheinland-pfälzische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Christine Schneider. Unter dem Motto „Natur stärken – Klima schützen“ bietet die ANK-Themenwoche ein vielseitiges Programm für Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Interessierte in ganz Deutschland. Wie funktioniert Natürlicher Klimaschutz eigentlich? Welche Rolle spielen dabei Moore, Auen, Wälder, Meere oder die Natur in unseren Städten? Wie kann natürlicher Klimaschutz vor Ort gelingen? Die Teams der teilnehmenden ANK-Förderprojekte stellen ihre Arbeit vor und informieren anschaulich, wie die Renaturierung von Mooren funktioniert, wie Wildnisflächen im Wald zum Natur- und Artenschutz beitragen, Auen und naturnahe Küsten oder Stadtgrün den Wasserhaushalt stärken und die Natur insgesamt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels wird – und welchen großen Nutzen Menschen und Wirtschaft davon haben. Die Projekte zeigen zugleich anderen Kommunen und Regionen, welche Lösungen sich vor Ort übertragen lassen. Höhepunkt der ANK-Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger anbieten. Im Rahmen des Aktionstages werden auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen gebündelte Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“ veranstalten. Darüber hinaus finden weiter Aktivitäten online unter #ANKWoche26 statt. Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis im Bundesumweltministerium in Berlin ab, bei der die Impulse aus der Praxis für den Natürlichen Klimaschutz im Vordergrund stehen. Veranstaltet wird die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK). Hintergrundinformationen Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten. Weiterführende Informationen ANK-Themenwoche Weitere Informationen zur Themenwoche finden Sie unter: https://www.bundesumweltministerium.de/WS7552 Veranstaltungskalender der ANK-Projekte in der ANK-Themenwoche: www.kompetenzzentrum-nk.de/veranstaltungen/ Ein Livestream der Abschlussveranstaltung wird am 14. Oktober 2026 auf der Website des BMUKN übertragen: www.bundesumweltministerium.de/livestream Das vollständige Programm der Abschlussveranstaltung finden Sie unter https://www.kompetenzzentrum-nk.de/veranstaltungen/abschlussveranstaltung-ank-themenwoche/ In einem BMUKN-Infopapier erhalten Sie weitere Informationen zum ANK, und was bisher erreicht wurde, unter: https://www.bundesumweltministerium.de/DL3532 Eine Übersicht über die Förderungen im ANK finden Sie unter: https://www.kompetenzzentrum-nk.de/foerderung/
Um den Osten Magdeburgs noch besser vor extremen Hochwassern zu schützen, wird die Landeshauptstadt mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums drei Gräben ausbauen. Den Förderbescheid über rund 3,64 Millionen Euro aus dem Programm „Sachsen-Anhalt KLIMA III“ hat Minister Prof. Dr. Armin Willingmann heute an Oberbürgermeisterin Simone Borris überreicht. Inklusive des Eigenanteils will die Stadt insgesamt gut 4,36 Millionen Euro investieren. Die Gräben Neugrüneberg, Schwanengraben und Graben A durchziehen den ostelbischen Raum und entwässern über das Grabensystem Furtlake in den Ehlekanal. Die drei Gewässer sollen umfassend ertüchtigt werden, um der dortigen Vernässung entgegenzuwirken und gleichzeitig besseren Schutz vor Starkregen zu bieten. Dafür sollen ein durchgehendes Sohlgefälle hergestellt und ausreichend dimensionierte Sohlprofile geschaffen werden. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt Magdeburg bereits mehrere Gräben ausgebaut und ein Schöpfwerk errichtet, um den Hochwasserschutz in Ostelbien zu stärken. Willingmann sagte: „Ich freue mich, dass wir ein derart wichtiges kommunales Projekt zum Hochwasserschutz fördern können. Gerade die östlich der Elbe lebenden Magdeburger haben bei den Jahrhundertfluten 2002 und 2013 die enormen Gefahren am eigenen Leib erleben müssen. Aber auch kleinere Hochwasser wie 2006 oder 2010 sorgten durch zunehmende Vernässung für Schäden an Bausubstanz und Infrastruktur. Und letztlich ist es mit Blick auf steigende Gefahren durch Starkregen infolge des fortschreitenden Klimawandels umso wichtiger, vorhandene Entwässerungssysteme fit für die Zukunft zu machen. Diese Investition der Landeshauptstadt unterstützen wir gern.“ Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris unterstrich die Bedeutung der Förderung für die geplanten Arbeiten. „Noch für dieses Jahr sind unter anderem der Ausbau des Grabens Neugrüneberg vom Schwarzkopfweg bis zum Gübser Weg auf einer Länge von etwa 815 Metern sowie der Neubau mehrerer Rohrdurchlässe vorgesehen. Das entsprechende Vergabeverfahren steht kurz vor dem Abschluss. Mein Dank gilt dem Land Sachsen-Anhalt für die Unterstützung.“ 34 Vorhaben mit Landesprogramm Klima III gefördert Mit dem Programm „Sachsen-Anhalt KLIMA III“ unterstützt das Umweltministerium kommunale Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Insgesamt werden 35 Millionen Euro aus EU-Mitteln für Investitionen von Kommunen in Starkregenmanagement, Hochwasserschutz und Klimaresilienz bereitgestellt. Davon entfallen 25 Millionen Euro auf Maßnahmen zum Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement und 10 Millionen Euro auf Projekte zur Stärkung der Klimaresilienz. Bislang wurden im Bereich Hochwasser und Starkregen landesweit 34 Maßnahmen mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro bewilligt. Hintergrund : Das Elbehochwasser im Jahr 2002 hat in Sachsen-Anhalt Schäden von rund zwei Milliarden Euro verursacht; 2013 waren es landesweit zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro. Seit 2002 hat das Umweltministerium ca. 1,6 Milliarden Euro zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Sachsen-Anhalt investiert, davon rund 53 Millionen Euro im Stadtgebiet von Magdeburg. Waren nach dem Hochwasser 2002 lediglich 5 Prozent der Deiche standsicher/DIN-gerecht, entsprechen heute bereits rund 75 Prozent (968,5 von insgesamt 1.283,9 km) den allgemein anerkannten Regeln der Technik. 18 Prozent der Deiche (224,8 km) haben Anpassungsbedarf wie etwa eine notwendige Erhöhung oder fehlende Deichverteidigungswege; sie bieten aber dennoch wirksamen Hochwasserschutz. Aktuell gelten 7 Prozent der Deiche (90,6 km) als nicht standsicher; viele davon liegen aber im unmittelbaren Bereich von Deichrückverlegungen und Flutpoldern. Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Threads , Bluesky , Mastodon und X
Bodenerosionsgefährdung der Acker- und Rebflächen mit einer Hangneigung >3%. Die Einteilung in zwei Klassen basiert auf den mittleren, langjährigen Bodenabtragwerten der Allgemeinen Bodenabtraggleichung (ABAG) im 100 m Raster. Die Klasse "gering und mittel" entspricht einem mittleren, langjährigen Bodenabtrag von 1 bis 3 t/ha/a und die Klasse "hoch und sehr hoch" >3 t/ha/a.
Die Risikoanalyse Starkregen im Rahmen des Kommunalen Starkregenrisikomanagements in Baden-Württemberg enthält ein einfaches Verfahren zur Beurteilung des Eintragsrisikos von "Schlamm" in die Fließwege des bei Starkregen an der Geländeoberfläche konzentriert abfließenden Wassers (LUBW 2019: "Leitfaden Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg" - Anhang 6). Es berücksichtigt die Faktoren Landnutzung, Hangneigung und Bodenabtrag, die in dem Datensatz Bodenabtragklassen bereits zusammengefasst sind sowie deren räumliche Lage im Bezug zu Abflussbahnen und Fließwegen.
Lineare Elemente der bevorzugten Oberflächenwasserbewegung (Abflussbahnen, Tiefenlinien) oberhalb der Vorfluter und außerhalb der Siedlungen
Angabe der Wasserhöhe in m, seltenes Szenario, 20-jährig, N20 = 38,1 mm/h
Angabe der Wasserhöhe in m, außergewöhnliches Szenario, 100-jährig, N100 =50,0 mm/h
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 95 |
| Kommune | 34 |
| Land | 134 |
| Weitere | 51 |
| Wirtschaft | 2 |
| Wissenschaft | 4 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 3 |
| Förderprogramm | 20 |
| Text | 137 |
| Umweltprüfung | 42 |
| unbekannt | 42 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 179 |
| Offen | 61 |
| Unbekannt | 4 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 244 |
| Englisch | 7 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 3 |
| Bild | 35 |
| Datei | 31 |
| Dokument | 33 |
| Keine | 73 |
| Multimedia | 1 |
| Webdienst | 3 |
| Webseite | 152 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 178 |
| Lebewesen und Lebensräume | 236 |
| Luft | 203 |
| Mensch und Umwelt | 239 |
| Wasser | 203 |
| Weitere | 244 |