Der Drosselabfluss und Beckeninhalt eines Stauraumkanals mit oben liegender Entlastung (SKO) im Trennsystem wird über einen Bodenfilter gereinigt. Die Bodenfilteranlage ist zur Begrenzung des Flächenbedarfs gegenüber den Empfehlungen aus den Regelwerken kleiner dimensioniert worden, so dass sich eine hohe hydraulische Belastung des Filters ergibt. Im ersten Betriebsjahr wurde die Filteranlage messtechnisch begleitet, um Erfahrungen solch hoch belasteter Anlagen zu sammeln. Folgende Ergebnisse lassen sich aus dieser Untersuchung zusammenfassen: - Nach einer Langzeitsimulation wird der Filter im Plan-Zustand (voller Anschluss des Einzugsgebietes) im Mittel mit 165 m/a und im Ist-Zustand mit 140 m/a belastet, was deutlich über dem empfohlenen Wert des DWA-M 178 mit 50 m/a liegt. Dabei werden im Ist-Zustand rd. 60 Prozent des Niederschlagsabflusses im Bodenfilter behandelt. - Die Ablaufkonzentration der untersuchten Filteranlage zeigt im Vergleich mit Ablaufwerten anderer Filteranlagen relativ ähnliche Ablaufwerte, so dass eine funktionierende Filtrationsleistung festzustellen ist mit einer üblichen Reinigung der Zuflüsse. - Die gemessenen Wirkungsgrade liegen folglich in einem üblichen Bereich für Bodenfilteranlagen im Trennsystem bzw. zur Straßenwasserbehandlung. - Im Winterhalbjahr ließ die Durchlässigkeit des Filtersubstrates durch die eingetragenen Sedimente und die ständige Beschickung des Filters so stark nach (Kolmation), dass der Filter zeitweise außer Betrieb genommen werden musste. In diesen Zeitraumen erfolgte keine Behandlung der Regenabflüsse im Filter. Durch diese Maßnahmen konnte eine Abtrocknung der Filteroberfläche erfolgen, die zur Sedimentstrukturierung auf dem Filter und in Kombination mit dem Schilfaustrieb im Frühjahr zur Regeneration der Durchlässigkeit führte. Die Programmierung von Beschickungspausen zur Verminderung der Kolmationsneigung wurde vorgeschlagen. Bei der Wahl von Beschickungspausen ist zwischen der ausreichenden Abtrockenzeit der FilterfIäche und der behandelten Wassermenge abzuwägen. Hier könnten unterschiedliche lange Beschickungspausen im Sommer und Winter zur Optimierung beitragen.
Gehobene Erlaubnis der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg für die Einleitung von mit Abwasser vermischtem Niederschlagswasser (Mischwasser) aus dem Einzugsgebiet der Kläranlage Niederkirchen, aus den Ortsteilen Morbach, Heimkirchen und Wörsbach in verschiedene Gewässer(OT) • Regenüberlaufbecken (RÜB) „Morbach“ in den Moorbach • Umbau Regenüberlauf (RÜ) „Heimkirchen“ in den Steinbach • Regenüberlaufbecken (RÜB) Niederkirchen „Ortsmitte“ in den Odenbach • Stauraumkanal (SRK) „KA Niederkichen“ in den Odenbach • Stauraumkanal (SRK) OT Wörsbach, in den Wörsbach
Gehobene Erlaubnis der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach für die Einleitung von gereinigtem Abwasser aus der Kläranlage Reuschbach und Mischwasser aus dem Stauraumkanal, in den Reuschbach sowie auf Genehmigung zum Bau und Betrieb.
Gehobene Erlaubnis der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau für die Einleitung von gereinigtem Abwasser aus der Kläranlage Miesau (Buchholz) und Mischwasser aus dem Stauraumkanal, in den Neuwoogbach sowie auf Genehmigung zur Umstellung der biologischen Stufe auf einstraßige Betriebsführung.
Ziel des Forschungsvorhabens war es, zu Überprüfen, ob die Kombination aus Stauraumkanälen mit Wirbelabscheidern zu einem besseren Gewässerschutz führt. Da ein solches Bauwerk in dieser Form nicht existiert, kann die Funktionalität nur über Simulationsrechnungen funktionieren. Da die für die Simulation von Wirbelabscheidern benötigten Modelle nur im Modellmaßstab entwickelt wurden, müssen sie an großtechnischen Modellen noch verifiziert und kalibriert werden. Bereits in der ersten Phase dieses Projektes (finanziert von der Emschergenossenschaft), konnte der Wirkungsgrad des Wirbelabscheiders bestimmt werden. Allerdings konnte das Modell nicht verifiziert werden. Daher wurde für die Phase II der Zulauf zum Wirbelabscheider so umgebaut, dass er regelbar war. Allerdings konnte auch durch diese Modifikation die Modellgleichung nicht verifiziert werden. Daher wurde im Rahmen der Phase II ein neues Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe Bauwerke und Bauwerkskombinationen besser miteinander verglichen werden können, ohne detaillierte Simulationen durchführen zu müssen. Durch das neue Verfahren konnte gezeigt werden, dass eine Kombination aus einem Wirbelabscheider und einem Stauraumkanal mit oben liegender Entlastung zu einem besseren Gewässerschutz führt.
Nachdem durch den Ausbau der kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen die Schadstofffrachten, die in die Gewässer eingeleitet werden, erheblich reduziert wurden, kommt im Hinblick auf die Gewässerreinhaltung der weiteren Reduzierung der Belastung durch Mischwasserentlastungsanlagen und den Einleitungen von Regenwasser in die Gewässer eine besondere Bedeutung zu. Es sind daher zum Schutz der Gewässer vor übermäßiger hydraulischer und stofflicher Belastung durch Mischwassereinleitungen entsprechende Maßnahmen zur des Mischwasserbehandlung vorzusehen. Dies geschieht meist in Form von Regenüberlaufbecken, in denen das Mischwasser mechanisch gereinigt wird. Als Grundlage für die Bemessung und konstruktive Gestaltung der Entlastungsanlagen im Mischsystem gelten die Richtlinien des Arbeitsblattes-A 128 (ATV 1992) als technisches Regelwerk. Außer dieser konventionellen Möglichkeit der Mischwasserbehandlung zur Einhaltung der Mindestanforderungen werden in letzter Zeit auch vermehrt Retentionsbodenfilter eingesetzt. Mit diesem innovativem Verfahren ist es möglich, neben den Mindestanforderungen auch weitergehende Anforderungen an die Mischwasserbehandlung zu erfüllen. Gegenüber der rein mechanischen Reinigungswirkung von konventionellen Regenüberlaufbecken kann mit einem Bodenfilter - abgesehen von der Absetzwirkung - auch eine hohe biologische Reinigungsleistung erzielt werden. Ein Retentionsbodenfilter wird i.d.R. einer bereits bestehenden Entlastungsanlage (Regenüberlaufbecken, Stauraumkanal etc.) nachgeschaltet. Das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz beauftragte daher mit Schreiben vom 04. Juni 2002 das Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der Universität Kassel mit dem Untersuchungsvorhaben 'Retentionsbodenfilter in Hessen'. Dieser Auftrag umfasst die wissenschaftliche Betreuung der baulichen Maßnahmen an drei neuen Retentionsbodenfilterstandorten (Zierenberg-Oberelsungen, Breidenbach-Wiesenbach und Breidenbach-Kleingladenbach) und die wissenschaftliche Begleitung des jeweils nachfolgenden Betriebszeitraumes von ca. 1,5 bis 2 Jahren. Gleichzeitig soll der Messbetrieb an dem seit 1994 in Betrieb befindlichen Retentionsbodenfilter Fulda-Fellenweg wieder aufgenommen werden, um Aussagen über das Langzeitverhalten von Retentionsbodenfiltern zu ermöglichen. Ziel des Vorhabens ist es, die noch bestehenden Unsicherheiten in der Bemessung und Planung von Retentionsbodenfilteranlagen aufzuheben und 'Empfehlungen für Bemessung, Bau und Betrieb von Retentionsbodenfiltern' zu erarbeiten.
Durch das IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur wurden nun gemeinsam mit dem Aggerverband die Wasserstandsmessdaten von insgesamt fast 500 Messjahren ausgewertet, um das Entlastungsverhalten von mehr als 100 Regenbecken systematisch zu bewerten. Exemplarisch wird aufgezeigt, wie die Daten der bereits vielfach vorhandenen Wasserstandsmessungen gezielt genutzt werden können, um die Funktion und die Leistungsfähigkeit von Niederschlagswasserbehandlungsanlagen, auch mit Blick auf mögliche Fremdwasserabflüsse, zu bewerten. Ziel ist es, Fremdwasserprobleme auf der Basis bereits vorhandener Messdaten zu erkennen und die Sanierungspriorität abzuschätzen.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Ablagerungen in Stauraumkanälen verfestigen sich, reduzieren auf lange Sicht die Leistungsfähigkeit des Kanals und verursachen Geruchsbelästigungen. So entsteht ein Bedarf für die Reinigung der Kanäle, die regelmäßig erfolgen muss. Das durch die Firma LIWATECH entwickelte Schwallspülungskonzept stellte eine kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Hochdruckreinigungen dar, die sehr energieaufwändig sind und zu unbeabsichtigten Schädigungen der Kanäle führen können. Im Projekt sollten die Möglichkeiten und Anwendungsgrenzen des Reinigungskonzeptes praktisch (Messprogramm) und theoretisch (Numerische Modellierung) untersucht werden. Fazit: Es zeigte sich im Rahmen der Untersuchungen im Offenbacher Projekt, dass mit der neuartigen Schwallspülklappe von LIWATECH Ablagerungen im Kanal erfolgreich gelöst und weitertransportiert werden können. Im Bereich der Kanalreinigung besteht nach den Erfahrungen der Projektpartner jedoch noch ein großes Potenzial für Neu- und Weiterentwicklungen sowie weiterer Forschungsbedarf speziell für die Bemessung von Anlagen zur Reinigung großer Kanalstrecken über 400 m bis zu mehreren Kilo-metern Kanallänge mit einer (Schwallspülungs-)Reinigungseinheit.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 24 |
| Land | 31 |
| Weitere | 3 |
| Wissenschaft | 5 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 17 |
| Text | 13 |
| Umweltprüfung | 9 |
| WRRL-Maßnahme | 1 |
| unbekannt | 8 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 17 |
| Offen | 27 |
| Unbekannt | 4 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 48 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 2 |
| Dokument | 18 |
| Keine | 25 |
| Webseite | 8 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 23 |
| Lebewesen und Lebensräume | 34 |
| Luft | 20 |
| Mensch und Umwelt | 48 |
| Wasser | 44 |
| Weitere | 48 |