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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Bodenkundliche Feuchtestufe - Frühjahrszahl (1991-2020)

Die Karte zeigt die Frühjahrszahl der Bodenkundlichen Feuchtestufe für den 30-jährigen Zeitraum 1991-2020. Die Bodenkundlichen Feuchtestufe (BKF) ermöglicht eine Aussage über die Feuchtesituation von Standorten. Sie gibt Auskunft über die mögliche landwirtschaftliche Nutzung und über Nutzungseinschränkungen aufgrund von Trockenheit oder Feuchte. Die BKF berücksichtigt bodenkundliche, hydrologische, morphologische und klimatische Kennwerte. Für die Beurteilung der Feuchtesituation werden 12 Feuchtestufen (von dürr bis nass) unterschieden. Ermittelt werden je nach Bodentyp auch nach Jahreszeit getrennte Werte (Frühjahrszahl/Sommerzahl, z.B. 6/2). Unterschiede zwischen Frühjahrs- und Sommerzahl können z.B. bei stauwasserbeeinflussten Böden auftreten, die im Frühjahr deutlich feuchter als im Sommer sein. Die Frühjahreszahl beschreibt den Feuchtezustand eines Standortes, bei stauwasserbeeinflussten Böden den Zustand in den Frühjahresmonaten, wenn Stauwasser auftritt.

Oekologie des Strauches Arthraerua leubnitziae in der Namibwueste

Das Projekt "Oekologie des Strauches Arthraerua leubnitziae in der Namibwueste" wird/wurde ausgeführt durch: Universität Hohenheim, Fakultät II Biologie, Institut für Botanik und Botanischer Garten, Fachgebiet Allgemeine Botanik.In den Jahren vor 1996 wurde durch umfangreiche Kartierungsarbeiten in der Namib-Wueste festgestellt, dass der Strauch Arthraerua leubnitziae nur in der Nebelzone verbreitet ist, dort aber von allen Vertretern der staendigen Vegetation am haeufigsten vorkommt. Darueber hinaus wiesen eine Reihe von vergleichenden Beobachtungen und Messungen (Gaswechsel, Wassergehalt der Gewebe) darauf hin, dass die Pflanzen im Gegensatz zu allen anderen Arten (ausgenommen Salsola sp.) auch waehrend der extremen und lange anhaltendem Duerreperioden ihren Wasserhaushalt aufrechterhalten koennen. Neben der Untersuchung der Wurzelsysteme und der Bestimmung der Bodenfeuchte, wurde mit eigens dafuer entwickelten Methoden (Dendrometrie an duennen Aesten, bidirektionale Massenflussmessung.) festgestellt, dass die Pflanzen zusaetzlich zu dem Stauwasser aus dem Boden, Nebelwasser ueber die oberirdischen Organe aufnehmen und dieses in die Wurzel verlagern koennen. Vorsichtige Bilanzierungen aus den vorliegenden, allerdings kurzfristigen Daten weisen darauf hin, dass die waehrend der Nacht aufgenommene Nebelfeuchte einen beachtlichen Teil des Transpirationsverlustes am darauffolgenden Tag abdecken. Zukuenftig wird versucht, durch langfristige Messungen am Standort eine Jahresbilanz des Wasserumsatzes zu erarbeiten und die Mechanismen dieser Art der Wasseraufnahme zu klaeren.

Forschungsgruppe (FOR) 2694: Large-Scale and High-Resolution Mapping of Soil Moisture on Field and Catchment Scales - Boosted by Cosmic-Ray Neutrons, Erfassung von Vegetation und anderen zeit-variablen Wasserstoffpools an der Landoberfläche

Das Projekt "Forschungsgruppe (FOR) 2694: Large-Scale and High-Resolution Mapping of Soil Moisture on Field and Catchment Scales - Boosted by Cosmic-Ray Neutrons, Erfassung von Vegetation und anderen zeit-variablen Wasserstoffpools an der Landoberfläche" wird/wurde gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft. Es wird/wurde ausgeführt durch: Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Bio-und Geowissenschaften (IBG), IBG-3 Agrosphäre.Es ist allgemein bekannt, dass andere Wasserstoffpools neben Bodenfeuchte die Neutronenzählrate von 'cosmic-ray neutron sensing' (CRNS) Detektoren beeinflussen. Bisher wurden diese zusätzlichen Pools meist als störende Einflüsse betrachtet, die korrigiert werden müssen. Dafür wurden verschiedene Ansätze zur Korrektur von Wasserstoff entwickelt, welcher zum Beispiel im Kristallwasser, in der organischen Substanz des Bodens, in der Atmosphäre oder in der Biomasse gespeichert ist. Es wurde gezeigt, dass solche Korrekturen wesentlich sind, um die Genauigkeit der mit CRNS erhaltenen SWC-Schätzungen zu verbessern. Aktuelle Publikationen zeigen, dass das Verhältnis von thermalen zu schnellen Neutronen (Nr) zur Schätzung von Biomasse genutzt werde kann und außerdem Informationen zu zeit-variablen Wasserstoffpools enthält. Beides soll im Rahmen des Forschungsmoduls VG untersucht werden. Das Projekt verfolgt zwei Hauptziele. Zunächst wollen wir universell gültige Methoden zur Korrektur von CRNS-basierten Bodenfeuchtemessungen für den Einfluss von zeit-variablen Wasserstoffpools wie Biomasse und Interzeption entwickeln. Dazu werden empirische Funktionen basierend auf zusätzlichen Messungen, wie Pflanzenparametern und Throughfall, getestet und kalibriert. Diese Messungen werden mit einem gekoppelten Boden-Vegetations-Modell integriert, das außerdem die Simulation des Interzeptionsspeichers ermöglicht. Zweitens, wollen wir Methoden entwickeln, um die Wasserstoffpools direkt aus dem CRNS-Signal - ohne zusätzliche Messungen und Kalibrierung - zu schätzen. Dazu werden wir die Verwendung des Nr untersuchen. Unter Verwendung geeigneter Neutronenenergie-Korrekturen werden wir verbesserte thermale und epithermale Neutronen-Signale erhalten, was eine bessere Untersuchung von Biomasse- und Interzeptionseffekten auf das Nr-Signal ermöglicht. Um diese Ziele zu erreichen, werden wir drei Arten von Feldexperimenten durchführen: a) dedizierte kontinuierliche Experimente an repräsentativen landwirtschaftlichen Standorten, b) Feldmesskampagnen einer Vielzahl von Feldern mit verschiedenen Nutzpflanzen mit dem Jülich Cosmic Rover und c) Analyse von Neutronen- und Biomassedaten aus dem bestehenden TERENO CRNS-Netzwerk. Die Messungen im Rahmen der Feldexperimente werden durch bodenhydrologische Modellierungen ergänzt, um Referenzinformationen mit verbesserter räumlicher und zeitlicher Auflösung zu erhalten (z.B. vertikale Verteilung von Bodenfeuchte im Profil; Auftreten von Stauwasser auf der Bodenoberfläche).Das Forschungsmodul VG wird gemessene Vegetationsparameter für die gemeinsamen Feldkampagnen (JFC) liefern, die insbesondere von RV, MC, HG und RS benötigt werden. In Zusammenarbeit mit NS wird der Einfluss von Biomasse und Interzeption auf das Nr modelliert. Durch DD verbesserte CRNS-Sensoren, werden für eine verbesserte Quantifizierung der Interzeption verwendet.

Protokoll zur Informationsveranstaltung zur Deichrückverlegung Sachau-Priesitz Kontext Ablauf Zu TOP 5 Fragen und Diskussion mit den Teilnehmenden

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) führte am 21.11.2023 von 18.00 – 21.00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand der Planung der Deichrückverlegung Sachau-Priesitz durch. Die öffentliche Veranstaltung richtete sich an direkt von der Maßnahme betroffene Personen und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Geladen wurde über das Amtsblatt sowie die Website der Stadt, Aushänge sowie die Presse. 60 Personen waren der Einladung gefolgt. Weitere elf Personen vom LHW, dem begleitenden Planungsbüro sowie der externen Moderation nahmen teil. Ziel der Veranstaltung war, einen aktuellen Überblick über die verschiedenen Varianten für eine Deichrückverlegung zu geben, Rückmeldungen der örtlichen Bevölkerung einzuholen und mit den Anwesenden in den Dialog zu treten. Daher gab es auf der Veranstaltung ausreichend Zeit für die Fragen und Hinweise der Teilnehmenden. Der LHW und das projektbegleitende Planungsbüro beantworteten die Fragen der Teilnehmenden. TOP 1   Begrüßung durch die Moderation, Bürgermeisterin Heike Dorczok sowie Christian Jöckel, LHW inklusive Vorstellung der Beteiligten TOP 2   Impuls von Christian Jöckel, LHW: Kurzvorstellung des Programms Fluss-Natur-Leben und sowie die angrenzenden Hochwasserschutzmaßnahmen – insbesondere den Flutpolder Axien-Mauken. TOP 3     Erklärvideo zur Funktion von Deichrückverlegungen und Flutpoldern TOP 4   Präsentation zur Deichrückverlegung Sachau-Priesitz durch Mario Reipa (Planungsgesellschaft für Wasserbau & Wasserwirtschaft mbH PROWA Neuruppin) Pause inkl. Erläuterungen durch die Planer am ausliegenden Kartenmaterial TOP 5   Fragen und Diskussion mit den Teilnehmenden TOP 6   Abschluss und Ausblick Die Vortragsfolien zu den TOP 2 und 4 stehen als Download für Sie bereit. Das Erklärvideo erläutert die Funktionsweisen von Deichrückverlegungen und Flutpoldern. Sachau sei der einzige Ort an der Elbe ohne Hochwasserschutz. Es müsse schnell etwas geändert werden! Der LHW weist darauf hin, dass Sachau nicht der einzige Ort an der Elbe ohne Hochwasserschutz sei. Auch andere Orte, wie z.B. Bittkau hätten noch keinen Hochwasserschutz. Der Bau kann nur auf der Grundlage eines Baurechtes, hier eines Planfeststellungsbeschlusses erfolgen. Deshalb kann nicht sofort mit dem Bau begonnen werden. Es sei schon sehr viel Geld für die Hochwasserschutzprojekte rechts- und linksseitig der Elbe investiert worden. Warum sei eine Deichrückverlegung auf der Seite Sachau-Priesitz notwendig, wenn bereits auf der anderen Seite ein riesiger Flutpolder entsteht? Der Landkreis Wittenberg bildet mit der Kombination aus Deichrückverlegungen und Flutpoldern an Elbe und Schwarzer Elster einen Bearbeitungsschwerpunkt. Die Maßnahmen liegen vergleichsweise noch weit im Oberlauf, sodass auf den Hochwasserscheitel der Elbe gezielt eingewirkt werden kann. Die Maßnahmen sind in das Programm „Fluss, Natur, Leben“ eingebunden. Deiche, welche nicht mit Standorten aus dem Programm in Verbindung stehen, werden für ein HQ100 mit Freibord ertüchtigt. Bei den Voruntersuchungen für den Standort Sachau-Priesitz ist als Vorzugsvariante eine Deichrückverlegung an Stelle einer Sanierung die wirtschaftlichere Lösung gewesen. Im Zusammenspiel mit dem Flutpolder Axien-Mauken kann eine große Wirkung auf den Hochwasserscheitel und damit für den Hochwasserschutz erzielt werden. Die dafür durchgeführten Analysen sind notwendig und  es erfolgte daher auch keine unsachgemäße Verwendung von finanziellen Mitteln. Die beiden Projekte  korrespondieren sozusagen in ihrer Funktion, beeinflussen sich wechselseitig. In Priesitz wird die Retentionsfläche bereits bei kleineren Hochwässern überschwemmt. Der Flutpolder ist für ein extremes Hochwasser vorgesehen.. In dem Programm Fluss-Natur-Leben würde der Bezug auf das lebenswerte Leben zu wenig berücksichtigt! Ginge Ackerland verloren, dann stünde die Existenz der Landwirte auf dem Spiel. Mit der Deichrückverlegung solle aus Ackerland Grünland gemacht werden. Ziel der Deichrückverlegung ist es, eine Verbesserung aus der wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Zielstellung zu finden. Es solle nicht  Ackerland in Grünland umgewandelt werden und das Ziel des Programms sei nicht, die Lebensgrundlagen der Landwirte zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören. Die landwirtschaftliche Fläche sollte erhalten bleiben. Dem LHW sei bewusst, dass die hochwertigen Flächen bei Sachau und Priesitz nicht einfach ersetzt werden können. Die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Programm „Fluss, Natur, Leben“ verbessern den Hochwasserschutz und sind somit auch Daseinsvorsorge. Das Wasser sollte lieber dort behalten werden, wo es entstünde. Die Strategie zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Elbe ist ein länderübergreifendes Thema. Alle Bundesländer entlang der Elbe sowie Tschechien sind aufgefordert, Wasser in der Fläche zurückzuhalten. Beim Hochwasser 2013 sind extrem hohe Schäden enstanden. Im Vergleich dazu ist es wirtschaftlich, zukünftig diese Schäden durch den Bau von Flutpoldern und die Umsetzung von Deichrückverlegungen zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Sachsen-Anhalt sei ein Hochwasser-Transitland. Das Wasser müsse durch das Bundesland durchfließen. Kleine Rückhalte an verschiedenen Stellen im Oberlauf alleine reichten nicht aus; dieses ist wasserwirtschaftich keine Option. Es kann davon ausgegangen werden, dass es zukünftig mehr Starkregenereignisse geben werde, welche  zu Hochwasser führen können. Dieser Gefahr nachhaltig zu begegnen ist die Aufgabe des Programms „Fluss, Natur, Leben“ Hinter dem Programm „Fluss, Natur, Leben“ steht auch ein solidarischer Gedanke: Wenn wir an einer Stelle bauen, schützen wir nicht nur diesen einen Ort, sondern auch andere Orte mit. Wie werden Betroffene in den Entscheidungsprozess eingebunden? Heute wurde die Vorplanung vorgestellt. Bei  weiterem Bedarf zur Rücksprache kann der LHW kontaktiert werden. Auch bei besonderen Betroffenheiten kann das Gespräch gesucht werden. Der LHW informiere über die Maßnahmen jeweils dann, wenn es einen neuen Planungsstand gebe. Wie wird mit dem Stauwasser umgegangen? In den Planungen wird über ein gekoppeltes Oberflächen- und Grundwassermodell zu Hochwasserzeiten und außerhalb dieser der landseitigen Anfall von Oberflächen- und Grundwasser betrachtet. Im Ergebnis sind in beiden Varianten Schöpfwerke vorgesehen, welche im Bedarfsfall Oberflächenwasser / Stauwasser mittels Pumpen auf die Wasserseite des Deiches befördern, des Weiteren erfolgt dabei eine Unterstützung durch das Einbringen von Drainageleitungen zur Ableitung von Wasser im Untergrund. Ziel der Planungen ist es, dass außerhalb von Hochwassersituationen die Schöpfwerke nicht betrieben werden müssen. Alle mit der geplanten Hochwasserschutzanlage  zu querenden Fließgewässer erhalten ein Siel mit jeweiligen Verschlüssen Fälle Hochwasser und Nicht-Hochwasser werden betrachtet indem bei Bedarf diese Siele verschlossen werden Es ist darauf hinzuweisen, dass nach Rückgang eines Hochwassers die innerhalb der DRV eingestaute Fläche zügig zu entwässern ist, dies erfolgt u. a. durch die teilweise Ertüchtigung vorhandener bzw. Herstellung neuer Gräben bzw. Siele Wie notwendig sei die Deichrückverlegung überhaupt? Beim letzte Dammbruch war nur für 10 Stunden Hochwasser. Danach sei es wieder gleichhoch gewesen. Unter Beachtung der Varianten ist die Deichrückverlegung die sinnvollste/ verhältnismäßigste Lösung zur Herstellung eines Hochwasserschutzes Ein Flutpolder wäre an dieser Stelle nicht möglich, da das zur Verfügung stehende Volumen für eine gezielte Kappung der Hochwasserwelle zu gering ist. (Geht nur mit Sanierung Altdeich!) Warum muss der Deich links vom Wachhäuschen weggenommen werden und warum muss die Aue bei jedem Hochwasser geflutet werden? Ein geländegleicher Rückbau eines Teilabschnittes des Altdeiches ist sozusagen die Voraussetzung, um überhaupt von einer DRV sprechen zu können. Würde eine z.B. HQ20 Schwelle belassen werden, besteht nicht der eigentliche Effekt einer Deichrückverlegung. Bei dem Hochwasser 2002 ist das gesamte Stauwasser durch das vorhandene Siel (1,20m) abgelaufen. Situation in 2002 ist aufgrund des damaligen Deichbruches ist weder mit der Ist-Situation oder mit der vorliegenden Konzeption vergleichbar. Alle Varianten seien durchdacht. Über den Punkt des lebenswerten Lebens müsse aber  stärker nachgedacht werden! Man müsse die Varianten kleiner denken. Die beste Variante wäre, den Bestandsdeich zu ertüchtigen. Bei der Nutzung der besprochenen Flächen als Retentionsgebiet müsse die Dorfanlage geschützt werden. Die Sanierung auf der Trasse scheidet aufgrund bautechnischer und naturschutzfachlicher Aspekte und den teilweise bis an den Alt-Deich angrenzenden Altgewässern aus. Varianten, welche unweit des Altdeiches verlaufen scheiden ebenfalls aus (DRV). Sämtliche bisherige Varianten wurden im Zuge der Planungen eingehend geprüft und bewertet. Der Schutz der Dorflagen ist integraler Bestandteil der Planungen. Es geht darum, dass die Ortschaften bei Hochwasser geschützt werden.

Bodenempfindlichkeit: Empfindlichkeit bei Bewässerungen

Andererseits können Grundwasseranstau- bzw. Bewässerungsmaßnahmen zur Vernässung von staunässeempfindlichen und natürlicherweise trockenen, terrestrischen Böden führen. Die Bodenfunktionen sind durch das Fehlen bzw. das Vorhandensein von Grund- und Stauwasser und durch ein sehr geringes Wasserspeichervermögen geprägt. Folglich reagieren natürlicherweise trockene Böden empfindlich auf Vernässung.

INSPIRE - BFD50: Nitratrückhaltevermögen

Die Verlagerung von Nitrat mit dem Sickerwasser ist als ausschlaggebender Faktor einer Grundwassergefährdung anzusehen. Sie steigt mit der Sickerwasserrate, die sich vor allem aus dem jährlichen Wasserbilanzüberschuss ergibt und verringert sich mit der Verweildauer des Wassers im Boden sowie dem dadurch vermehrten Nitratentzug durch die Pflanzen. Die Verweildauer hängt vor allem von der Feldkapazität ab, die für den durchwurzelbaren Bodenraum ermittelt wird. Das Nitratrückhaltevermögen nimmt bei stauwasserbeeinflussten Standorten durch potenzielle Denitrifikation und die längere Verweilzeit des Stauwassers im Wurzelraum (erhöhter Entzug durch die Pflanzen) zu. In tonreichen Böden, die zur Bildung von Trockenrissen neigen, kann es trotz hoher Feldkapazität bei Niederschlagsereignissen nach längeren Trockenzeiten zu einer Nitratverlagerung kommen. Derartige Böden (Pelosole, Terrae Fuscae) werden ebenfalls bei der Bestimmung des Nitratrückhaltevermögens berücksichtigt. Böden aus organogenen Substraten zeichnen sich grundsätzlich durch ein hohes Rückhaltevermögen aus. Aufgrund ihres erhöhten Mineralisationspotenzials ist aber eine Gefährdung des Grundwassers (z.B. nach einer Melioration) nicht auszuschließen. Diese Standorte sind ebenfalls gesondert gekennzeichnet. Das erhöhte Mineralisationspotenzial wird aber bei der Einstufung nicht berücksichtigt.

Wasserhaushalt

Die Geodaten „Wasserhaushalt“ charakterisieren den Standort hinsichtlich der Menge an pflanzenverfügbarem Bodenwasser. Diese ergibt sich im Wesentlichen aus der Niederschlagssumme in der Vegetationsperiode, den Speicherkapazitäten und Drainageeigenschaften der Böden, dem Grundwasseranschluss, der Reliefsituation sowie nicht zuletzt aus dem Verdunstungsanspruch des Baumes. Weitere Einflussgrößen wie Stauwasser, Grundwasser, Überflutung oder Moorstandorte gehen nicht in die Bestimmung der hier dargestellten Wasserhaushaltsstufe ein.

LSG Untere Havel

Gebietsbeschreibung Die Havel entspringt in einem kleinen See der Mecklenburger Seenplatte. Sie hat über 340 km Fließstrecke hinter sich, wenn sie bei Havelberg auf die Elbe trifft. Knapp 230 Kilometer Havellauf sind schiffbar. Das LSG umfaßt Landschaftsteile im Norden des Elbe-Havel-Winkels von der Elbe im Westen bis zur Havel im Osten beziehungsweise der Straße Kümmernitz-Damerow im Nordosten und von der Landesgrenze im Norden bis zu den Kamernschen und Rehberger Bergen im Süden. Als Erweiterungsgebiet sichergestellt wurde das im Süden anschließende Ländchen im Elbe-Havelwinkel um den Schollener See bis zum Schollener Forst und der Ferchelschen Heide im Süden. Die Landschaftseinheiten Perleberger Heide und Rhin-Havel-Luch werden auch vom LSG repräsentiert. Teile des Landschaftsschutzgebietes liegen in den drei Landschaftseinheiten Ländchen im Elbe-Havel-Winkel, Werbener Elbetal und Tangermünder Elbetal. Das LSG wird weiträumig durch die Niederungen der unteren Havel und der Elbe mit ihren auentypischen Flußlandschaften geprägt, die sich westlich an das untere Rhinluch (Land Brandenburg) anschließen. Die Havelniederung wird nördlich sowie südlich durch flachwellige Moränenlandschaften begrenzt, auf denen ausgedehnte Kiefernforste bestockt sind. Das sind im Norden die Perleberger Heide und die Grundmoräne nördlich von Havelberg zwischen Müggenbusch und Kümmernitz mit dem Langen Berg (51,9 m über NN). Im Süden sind es die Klietzer Hochfläche, die Kamernschen und die Rehberger Berge sowie das Ländchen Schollene. Die Rehberger Berge bilden mit 110,3 m über NN die höchste Erhebung des LSG. Diese Berge werden von artenarmen Kiefernforsten beherrscht, die nur an wenigen Stellen von kleinflächigen Laubholzbeständen unterbrochen werden. In den Übergängen von den trockenen Hochlagen zur Flußniederung finden mehrfach noch Erlen-Bruchwälder einen zusagenden Wasserhaushalt, während ehemalige Niedermoore durch die mit starken Entwässerungen verbundene intensive Grünlandbewirtschaftung degradiert sind. Die großen weiten Flächen der Niederung werden von einer agrarisch genutzten, dadurch aber auch ausgeräumten Kulturlandschaft aus Feldern und Wiesen geprägt, die von Gräben mit Staudensäumen, einzelnen Kopfweiden, Hecken oder Gehölzen durchzogen wird. Das südlich angrenzende Erweiterungsgebiet ist eine schwach reliefierte Landschaft, die von Gräben durchzogen wird und einzelne inselartige Kiefernforste auf Pleistozänstandorten aufweist. Hier befindet sich in einem flachen Becken mit angrenzenden Niedermoorstandorten der stark verlandete Schollener See mit einer mittleren Wassertiefe von nur 1 m und einer starken Schlammschicht, die teilweise als Heilschlamm, sogenannte Pelose, abgebaut wird. Ebenfalls im Erweiterungsgebiet befindet sich im Übergang von der Moränenlandschaft zur Niederung die sogenannte „Mahlitzer Kultur“, ein Niedermoorgebiet von zirka 350 ha Fläche mit einer etwa 100 Jahre alten Moordammkultur. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Das Elbe-Havel-Gebiet wurde schon frühzeitig besiedelt, erste menschliche Spuren stammen aus der Mittelsteinzeit. Der Fischreichtum der Havel und ihrer Nebengewässer wird die Ansiedlung von Menschen begünstigt haben. Siedlungen der Jungsteinzeit häufen sich auf dem Gebiet und im Umkreis der Stadt Havelberg und bei Schollene, wo sie der Straße von Neuschollene nach Molkenberg folgen, finden sich aber auch in Höhe von Kuhlhausen und Jederitz auf dem südlichen wie auch auf dem nördlichen Ufer der Havel. Das Gebiet der Prignitz zwischen Havel und Landesgrenze war dagegen unbesiedelt. Dies ändert sich auch in den folgenden Perioden nicht. Eine Ausnahme bildet hierbei nur ein Wohnplatz bei Nitzow, der von der Bronzezeit bis in die Kaiserzeit hinein besiedelt blieb. Die Besiedlung begann in der mittleren Jungsteinzeit mit der Alttiefstichkeramikkultur, von der Wohnplätze auf dem Domhügel und vom Großen Burgwall bei Havelberg überliefert sind. Ihr folgte zunächst die Elbehavel-Kultur sowie in der späten Jungsteinzeit die Schönfelder- und zuletzt die Einzelgrabkultur. Während sich aber in der jüngeren Bronzezeit die Siedlungsdichte bei Havelberg lockerte, nahm sie bei Schollene vor allem am Südufer des Sees leicht zu. Zudem traten Siedlungen zwischen Molkenberg und Kamern und zwischen Kamern und Jederitz neu hinzu. Es wurde demnach erstmals das Land zwischen Havel und Elbe als Siedelraum erschlossen. Gleichzeitig wurde nun die Gegend um Kuhlhausen aufgegeben. Bronzehortfunde bei Schollene und Molkenberg belegen eine gewisse Wohlhabenheit der ansässigen Bevölkerung. Die Besiedlung der Eisenzeit entsprach weitgehend der der Bronzezeit, wobei Wohnplatzkontinuität nur in wenigen Fällen anzutreffen war. Die Germanen der römischen Kaiserzeit zogen sich wieder aus dem Hinterland an die Havel bei Molkenberg und Havelberg zurück. Im 7. Jahrhundert drangen Slawen bis in das Gebiet an der Elbe vor und siedelten hier bis zur erfolgreichen deutschen Ostexpansion im 12. Jahrhundert. Von den Slawen wurden an der Havel bei Schollene, Nierow, Damerow und östlich Havelberg kleinere Burgwälle errichtet. Weitere slawische Befestigungen lagen in der Altstadt und auf dem Dombezirk von Havelberg. Die nach der Ostexpansion einsetzende stärkere Besiedlung brachte dann die ersten größeren Waldrodungen, aber auch erste Deichbauten mit sich. Besonders die sich ansiedelnden Holländer legten einzelne Polder an, die später zu einem gesamten System verbunden wurden. Die errichteten Deiche zwangen Elbe und Havel in eine Bettführung und unterbanden die ungehinderte Mäandrierung dieser Tieflandflüsse. Dennoch blieb aber die Hochwassergefahr für die dort siedelnden Menschen. Erst die verstärkten Kultivierungsbemühungen unter Friedrich II. und die Verlegung der Havelmündung 8 km elbeabwärts führten zur Verminderung dieser Gefahren und zur Förderung der Landwirtschaft, die bisher nur auf den trockenen Höhenlagen betrieben werden konnte. Auf den Havelwiesen konnte das Grünland zur Heugewinnung genutzt werden. Dennoch kam es in der Folgezeit zu Deichbrüchen wie beispielsweise 1855, und zu verheerenden Überschwemmungen. Dazu trugen insbesondere der Rückstau der Elbe in die Havel und die zahlreichen Laufverbindungen zwischen Elbe und Havel im Elbe-Havel-Winkel bei, die der Elbe das Einfluten in die Havelniederung ermöglichten. Die Entwicklung Berlins zu einer Großstadt erforderte Transport- und Handelswege, so daß der Ausbau der Havel zu einer Schiffahrtsstraße mit mehreren Staustufen begann und die untere Havel begradigt und verbreitert wurde. Doch 1926/27 kam es erneut zu einem verheerendem Hochwasser, bei dem große Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche fast zwei Jahre überschwemmt blieben. Mit dem Bau der Schleuse in Havelberg und der Wehre Quitzöbel, Neuwerben und Gnevsdorf wurde von 1927 bis 1954, mit Unterbrechung durch den II. Weltkrieg, die Sicherung der unteren Havel gegen Hochwasserschäden vollendet. Zur Schaffung von Produktionssicherheiten für eine intensive Landwirtschaft wurden ab der zweiten Häfte der 1960er Jahre großflächige Komplexmeliorationen, verbunden mit dem Umbau des alten Grabensystems durchgeführt, dessen Schöpfwerke nun mit einem erheblichen Energieaufwand Wasser heben können. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Das Landschaftsschutzgebiet befindet sich im Bereich der Maximalausdehnung des Brandenburger Stadiums der Weichselvereisung. Teil dieser Randlage ist der Stauchendmoränenkomplex der Kamernschen Berge, der im Süden in den Klietzer und Schollener Sander übergeht. Die weichselkaltzeitlich geformte Landschaft hat durch die hydrologischen Beziehungen zwischen Elbe und Havel eine starke nachweichselkaltzeitliche Überprägung erfahren. Überflutungen und langanhaltende Vernässung führten zur Bildung von Auenlehmen und Niedermooren. Das LSG umfaßt einen Teil der Jungmoränenlandschaften im Nordosten Sachsen-Anhalts, Teile des Berliner und Eberswalder Urstromtales, der Elbeaue mit der Arneburger Elberinne und den Sandauer Niederterrassen sowie der unteren Havelaue. Die Jungmoränenlandschaften bilden nördlich Havelberg die große, weit nach Brandenburg reichende Kyritzer Platte, auf der Geschiebelehme weit verbreitet sind. Zur Elbe- und zur Havelaue sind Steilufer ausgebildet mit Höhen bis 30 m. Auf der Kyritzer Platte sind Braunerde-Fahlerden aus Geschiebedecksand beziehungsweise Flugsand über Geschiebelehm und Acker-Braunerden aus Geschiebedecksand über Schmelzwassersand verbreitet. Auf den ausgedehnten Dünen bei Nitzow kommen Regosole bis Podsole vor. Unter Wald haben sich podsolige Braunerden bis Braunerde-Podsole aus sandigen Deckschichten über Schmelzwassersanden entwickelt. An die Kyritzer Platte schließt sich nach Süden das Berliner und Eberswalder Urstromtal mit den westlichen Ausläufern der Dosseniederung und des Rhinluchs an. Hier sind auf Niederungssand Gleye mit unterschiedlich starker Grundwasserbeeinflussung entwickelt. Auf den Dünen dominieren wie auch auf den Hochflächen Regosole bis Podsole. In den Randbereichen der Dünen beziehungsweise in geringmächtigen Flugsanddecken über Niederungssand sind Gley-Podsole und Podsol-Gley-Braunerden ausgebildet. Auf den Brand-Wiesen und in der Niederen Lake sowie südlich Wörplitz sind Niedermoorböden verbreitet. In der Unteren Havelaue dominieren tonige Auensedimente über tiefem Sand. In diesen Substratprofilen sind vorwiegend Gley-Pseudogleye ausgebildet. Diese Böden sind normal- bis tiefhumos, haben Stauwasser im oberen Profilteil und häufig gespanntes Grundwasser im Untergrund. Daneben kommen in den tiefer- beziehungsweise höherliegenden Bereichen Gleye und Pseudogley-Vegas vor. Typisch für diese Landschaft ist das Vorkommen auenlehm- oder auentonbedeckter Niedermoore und Moorbildungen über Auenton. Seltener sind Gley-Vegas aus lehmigem Auensand. Die Niederterrasseninseln zwischen Sandau und Schönfeld sind von Sanddünen und Flugsanddecken begleitet. Hier sind Gleye und Gley-Braunerden bis Gley-Podsole aus Sand die vorherrschenden Böden. Die Arneburger Elberinne unterscheidet sich von der umgebenden Auenlandschaft durch das verstärkte Auftreten sandiger Auensedimente und, da es sich überwiegend um Retentionsräume handelt, durch die häufigen Überflutungen. Die typischen Böden sind Vegas und Paternien bis Gleye aus Auensand. Im Süden ist der nordöstliche Teil des Schollener Landes in das LSG einbezogen. Das Schollener Land ist eine größere Hochflächeninsel im Grenzbereich der Westbrandenburgischen Niederungen zur Elbeaue. Das Landschaftsbild setzt sich aus den weichselzeitlichen Sanderflächen und der sandigen Kamernschen Endmoräne des Brandenburger Stadiums der Weichselvereisung zusammen. In Geschiebedecksanden über Schmelzwassersanden sind Braunerden bis Podsol-Braunerden, seltener Braunerde-Podsole ausgebildet. Bei Schollene sind auf dem nordöstlichen Randbereich der Endmoräne durch das oberflächennahe Vorkommen von Geschiebemergeln Übergangsmoore und Quellmoore sowie in den flachen Tälern Niedermoore entwickelt. Die Moorböden sind teils naturnah, hier befindet sich nach der Bodenschätzung in Sachsen-Anhalt das Flurstück mit der höchsten Wasserstufe. Überwiegend sind sie aber durch Entwässerung beeinflußt. In den Tälern und Niederungen sind mit den Moorböden Gleye und Humusgleye aus lehmigem Sand vergesellschaftet. Die hydrologischen Bedingungen werden von der Elbe und der zufließenden Havel bestimmt. Bei starkem Hochwasser können große Teile der Havelniederung auch als Retentionsraum der Elbe dienen, wozu ein umfangreiches System wasserbaulicher Anlagen errichtet wurde. Durch das 1937 errichtete Wehr bei Quitzöbel und die Verlegung der Havelmündung wurde jedoch im wesentlichen ein derartiger Rückstau verhindert. Gleichzeitig verringerte sich die aktuelle Überflutungsfläche der Havel im Betrachtungsraum von 140 km2 auf 90 km2. Zahlreiche Gräben durchziehen die Havelniederung und entwässern das Gebiet zur Havel. Die bedeutendsten sind Trübengraben, Rütschgraben und Neue Jäglitz. Das größte Standgewässer ist der Schollener See, der wegen seiner Bedeutung als Lebensraum einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt als gesondertes NSG ausgewiesen worden ist. Der Kamerner See wird teilweise von dem Trübengraben durchflossen. In den sandigeren höheren Lagen des Gebietes erfolgt die Grundwasserneubildung. Das Grundwasser fließt generell zur Havel mit durch die Grabenniederungen bedingten Abweichungen. Die Höhe des Grundwassers schwankt in Abhängigkeit der Wasserstände von Elbe und Havel. Das Landschaftsschutzgebiet ist dem Klimagebiet des stark maritim beeinflußten Binnentieflandes zuzurechnen. Die Jahresmittel der Lufttemperatur liegen nördlich der Havelmündung bei 8,1 bis 8,5oC und südlich bei 8,6 bis 9,0oC. Eine ähnliche Differenzierung ergibt sich bei den mittleren Temperaturen im Juli. So ist es in diesem Monat im südlichen Bereich mit zirka 18oC etwas wärmer als im nördlichen. Keine räumliche Differenzierung zeigen die mittleren Lufttemperaturen im Januar. Sie liegen bei -1,0 bis -0,6oC. Die mittlere jährliche Niederschlagshöhe liegt im Gebiet zwischen 500 und 550 mm. Innerhalb des Gebietes sind die Niederungen Kaltluftentstehungsgebiete mit erhöhter Frostgefährdung und Nebelintensität. Wärmebegünstigt sind südexponierte Moränenhänge. Die weiten, offenen Flächen der Niederungen unterliegen einer Gefährdung durch Winderosion. Pflanzen- und Tierwelt Als potentiell natürliche Vegetation in Überflutungsauen ist auf den länger überfluteten Standorten der Weichholzauenwald und auf den höhergelegenen Standorten der Hartholzauenwald anzusehen. Auf überflutungsfernen, ärmeren Standorten kamen Straußgras-Eichenwälder beziehungsweise Eichen-Hainbuchenwälder, auf grundwasserbeeinflußten Standorten Pfeifengras-Eichenwälder und auf Moorstandorten Erlen-Bruchwald und Erlen-Eschenwald vor. Gegenwärtig finden sich im LSG weidendominierte Reste der Weichholzaue auf langanhaltend überfluteten Uferstandorten der Havel, besonders aus Silber-, Bruch-, Korb- und Mandel-Weide. An Standorten ehemaliger Hartholzauenwälder finden sich heute allenfalls noch kleinere Gruppen von Stiel-Eichen oder Flatter-Ulmen oder Einzelbäume sowie Hecken aus Weißdorn und Schlehe. Im südlichen Erweiterungsgebiet stocken auf Niedermoorstandorten naturnahe Walzenseggen-Erlenbrüche mit Wasser-Schwertlilie als auffälliger Pflanzenart und stellenweisen Vorkommen von Moor-Birken. Entsprechend des Verlandungsstadiums sind in den Gewässern der unteren Havelniederung Wasserpflanzen verbreitet, so Gelbe Teichrose, Spreizender und Schwimmender Wasserhahnenfuß, Wasser- und Teichlinsen, Froschbiß und Flutendes Sternlebermoos. Auch die Röhrichtpflanzen wie Schilf, Breit- und Schmalblättriger Rohrkolben, Igelkolben und Teich-Simse sind stark vertreten. Jedoch auch Kalmus, Strand-Simse und Schwanenblume kommen kleinflächig vor. Schlank-, Ufer- und Blasen-Segge bilden größere Bestände ebenso wie auf etwas trockneren Stellen das Rohr-Glanzgras. Floristische Besonderheiten stellen Lauch-Gamander, Sumpf-Wolfsmilch, Röhricht-Brennessel und Färber-Scharte dar. Auf die ausgedehnte Verlandungsvegetation des Schollener Sees mit seinen schwimmenden Inseln und Schwingdecken sei hier nur hingewiesen. In den Staudenfluren an den Gewässern finden sich Vertreter der sogenannten Stromtalpflanzen, die in Mitteleuropa nur in großen Flußauen vorkommen, besonders die Weidenblättrige Schafgarbe. Weit verbreitete Uferstauden sind dagegen Dreiteiliger Zweizahn, Wasserfenchel und Wasser-Sumpfkresse. An einigen Stellen mit trockenfallenden Uferstandorten der Havel sind Strandlingsgesellschaften mit Nadel-Simse, Zwerg-Binse, Fuchs-Segge und Schlammling zu finden. Die Grünland-Vegetation ist abhängig vom Standort und vom Grad der Intensität der Bewirtschaftung. So kommen beispielsweise im Gebiet Rohrglanzgras- und Wasserschwadenbestände neben Knickfuchsschwanz- und Straußgras-Flutrasen, Brenndolden-, Fuchsschwanz- und Glatthaferwiesen vor, von denen die Brenndolden-Wiesen durch das Auftreten mehrerer Stromtalarten wie Brenndolde, Nordisches Labkraut, Silau, Kümmel-Silge, Gräben-Veilchen, Gottesgnadenkraut und Vielblütiger Hahnenfuß, besonders bemerkenswert sind. Wenn auch viele Niedermoorwiesen durch Entwässerung und Intensivnutzung in artenarme Wirtschaftswiesen überführt wurden oder durch Nutzungsaufgabe verbuschten, sind im Erweiterungsgebiet um den Schollener See in gewässernahen Bereichen noch einige ausgeprägte Niedermoorwiesen erhalten geblieben. Hier findet man sowohl Kohldistelwiesen als auch Pfeifengraswiesen und Quellmoorwiesen der Spitzblütigen Binse, wenn auch oft nur kleinflächig. Bemerkenswert sind neben den bestandsbildenden Arten dort unter anderem Igel-, Rasen-, Schwarzschopf- und Gelb-Segge, Großer und Kleiner Klappertopf, Schachblume, Breitblättriges und Geflecktes Knabenkraut sowie Sumpf-Sitter. Entsprechend dieser vielfältigen Biotopausstattung findet im Gebiet an der unteren Havel auch eine artenreiche Tierwelt Lebensraum. Hier konnten 51 Säugetierarten nachgewiesen werden. An der Havel mit ihren Nebengewässern in der Überflutungsaue lebt wieder ein Bestand des Elbebibers, der seit der Neuansiedelung im Jahr 1965 alle Gewässer der Havel- und Elbeaue im LSG wiederbesiedelt hat. Seit Beginn der 1990er Jahre gibt es auch wieder Nachweise vom bis dahin verschwundenen Fischotter, der gegenwärtig versucht, auch die Havelniederung wieder zu besiedeln, wie es Beobachtungen, Fährten sowie Losungsplätze an Havel, Dosse und Trübengraben belegen. Igel, Maulwurf und mehrere Spitzmausarten besiedeln als Insektenfresser das Gebiet. Elf Fledermausarten sind aus dem Gesamtgebiet der unteren Havel bekannt, die wohl auch alle, zumindest auf ihren Jagdflügen, das LSG frequentieren. Einige von ihnen wie Großer Abendsegler und Braunes Langohr bewohnen Baumhöhlen in vorhandenen Altbäumen im Gebiet, andere leben auf Dachböden in den Ortschaften wie Graues Langohr oder Zwergfledermaus. Wie auch andernorts weist der Bestand des Feldhasen im LSG einen starken Rückgang auf. Von den Mäusen und Wühlmäusen kommen die allgemein verbreiteten Arten auch im LSG vor. Besonders die Zwergmaus findet in den ausgedehnten Riedflächen und den Uferstaudenfluren reichlich Gelegenheit, ihre kugelförmigen Halmnester zu errichten. Die aus Nordamerika stammende Bisamratte ist an allen Gewässern anzutreffen. Neben den vorkommenden einheimischen Raubtierarten wie Fuchs, Dachs, Stein- und Baummarder, Iltis, Mauswiesel und Hermelin wurden auch die eingewanderten Arten Waschbär, Marderhund und Mink nachgewiesen, mit deren weiterer Verbreitung und Vermehrung gerechnet werden muß. Von den Paarhufern kommen Reh und Wildschwein auch in der offenen Flur vor, während der Rothirsch nur in den Gebieten am Schollener See und am Stremel ausreichend Deckung findet. Das Gebiet der unteren Havel, das mit dem Gülper See in Brandenburg seine Fortsetzung findet, ist ein international bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet einer artenreichen Vogelwelt, von der bisher 135 bis 140 Arten als Brutvögel und etwa 80 Arten als Gastvögel nachgewiesen wurden. An den Gewässern mit ihren Röhrichten brüten neben mehreren Entenarten auch Haubentaucher und Graugans sowie Trauer- und Flußseeschwalben in kleinen Brutkolonien und die Lachmöwe in einer Kolonie zwischen 200 und 2 000 Brutpaaren auf dem Schollener See. Wasser- und Tüpfelralle, Rohrdommel, mehrere Rohrsängerarten, Blaukehlchen, Rohr-, Feld- und Schlagschwirl und Bartmeise sind Bewohner der Schilfgürtel. Die Beutelmeise baut an den Ufergehölzen ihre Hängenester. Die in den angrenzenden Wäldern brütenden Greifvögel kommen auf ihren weitreichenden Jagdflügen bis in die Niederung, so daß hier neben Habicht, Mäusebussard, Turmfalke und Rohrweihe auch Rot- und Schwarzmilan sowie See- und Fischadler beobachtet werden können. Die Wiesenbrüter haben wie vielerorts durch die Intensivnutzung starke Bestandseinbußen erlitten, dennoch gehören Bekassine und Kiebitz zu den verbreiteten, Großer Brachvogel, Uferschnepfe und Rotschenkel zu den seltenen Brutvögeln. Der in den Dörfern brütende und in den Niederungsgebieten nahrungsuchende Weißstorch hat im Elbe-Havel-Winkel einen Verbreitungsschwerpunkt. In dem im Erweiterungsgebiet des LSG gelegenen Dorf Molkenberg brüten alljährlich 7 Weißstorchpaare. In der offenen Landschaft brüten mit Neuntöter, Raubwürger, Sperbergrasmücke, Wacholderdrossel und Ortolan gefährdete beziehungsweise nur sporadisch vorkommende Vogelarten. Zu den Zugzeiten im Frühjahr und Herbst, teilweise auch im Winter, fallen besonders die zu Tausenden zählenden Gänseschwärme der Saat- und Bleßgänse, aber auch große Schwärme der hier rastenden oder verweilenden Kraniche sowie Sing- und Zwergschwäne auf. Die Feuchtgebiete wie die Überschwemmungsflächen an der unteren Havel sind auch geeigneter Lebensraum für eine Amphibienfauna, von der Rotbauchunke, Erdkröte, Moor- und Grasfrosch, Knoblauch- und Kreuzkröte, See- und Teichfrosch sowie Kamm- und Teichmolch regelmäßig im Gebiet vorkommen. Von den Reptilien ist nur die Ringelnatter regelmäßig im Gebiet zu erwarten. Im Gebiet der unteren Havel kommen 33 Fischarten vor. Während es sich bei der überwiegenden Anzahl um euryöke Arten handelt, besteht durch die Überschwemmungshäufigkeit auch die Möglichkeit des Einwanderns anspruchsvoller Arten. So finden sich in der Havel, wenn auch oft nur vereinzelt, solche gefährdeten Fischarten wie Maräne, Stint, Rapfen, Döbel, Zope, Quappe und Wels. Aufgrund der geringen Abwasserbelastung ist die Havel der einzige Fluß in Sachsen-Anhalt, auf dem durchgängig, also auch zu DDR-Zeiten, eine gewinnbringende Berufsfischerei ausgeübt wurde. Die Vielzahl der im Landschaftsschutzgebiet vorkommenden Wirbellosen kann nur summarisch genannt werden. Hervorgehoben seien lediglich die in temporären Überflutungsgewässern im zeitigen Frühjahr lebenden, seltenen Kleinkrebse Siphonophanes grubei und Lepidurus apus. Artenreichtum, der für dieses Gebiet noch längst nicht voll erfaßt ist, dokumentieren Eintags-, Stein-, Schlamm- und Köcherfliegen, 39 Libellenarten, die zahlreichen Laufkäfer sowie die über 300 Schmetterlingsarten. Die nachgewiesene Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten in Verbindung mit der reichhaltigen Biotopausstattung führte gemeinsam mit dem Land Brandenburg zur länderübergreifenden Ausweisung eines Teilgebietes als „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ auf der Grundlage der UNESCO-Konvention „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung“ (RAMSAR-Gebiet). Entwicklungsziele Gemäß dem Artenspektrum der Fauna und Flora des LSG ist als das wesentlichste Entwicklungsziel die Erhaltung weiträumiger, im Winter und Frühjahr flach überstauter Grünlandflächen anzusehen, um die Lebensbedingungen für die Wiesenbrüter und die durchziehenden Vogelscharen zu erhalten und zu verbessern. Diese Wiesen wären extensiv zu nutzen, das heißt Reduzierung der Mineraldüngung sowie schonende Mahd beziehungsweise Beweidung. Die Erhaltung der flußauentypischen Vegetation ist Voraussetzung für die Bewahrung des Landschaftscharakters und der Biotopausstattung des Gebietes. Die aktuell nicht mehr vorkommenden Weichholz- und Hartholzauenwälder sollten an geeigneten Stellen wieder entwickelt werden. Vorhandene Erlen-Eschenwälder sowie Erlen-Bruchwälder sind unbedingt zu erhalten. Die Niedermoorbereiche können durch gezielte Vernässungen regeneriert werden. Ein ökologisch orientierter Betrieb aller wasserbaulichen Anlagen, insbesondere der Stauanlagen und Schöpfwerke, sollte den Wasserhaushalt des Gebietes so steuern, daß sowohl die Grundwasser- und Überflutungsverhältnisse den Schutzzielen entsprechen, als auch eine Bewirtschaftung des Grünlandes ermöglicht und zugleich eine ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer zumindest zeitweise erreicht wird. Gleichzeitig sollte durch die Errichtung von Fischaufstiegsanlagen - vorzugsweise Umgehungsgerinnen - sowie durch die Anbindung beziehungsweise den Wiederanschluß von Altarmen und Nebenarmen die ökologische Durchgängigkeit dauerhaft hergestellt werden. Exkursionsvorschläge Fuß- und Radwanderungen Zur Erschließung des Gebietes durch Rad- oder Fußwanderungen ist ein Wanderwegenetz vorhanden, das jedoch weiter entwickelt wird. Naturkundlich orientierte Wanderungen sollten stets mit dem Besuch der Naturschutzstationen in Parey oder Ferchels verbunden werden, um sich dort mit den erforderlichen Informationen zu versehen oder aber an Führungen durch das Gebiet teilzunehmen. Neben Wanderungen durch die eindrucksvolle Flußniederung bietet auch die bewaldete Moränenlandschaft im Norden des LSG diese Möglichkeit, insbesondere von Müggenbusch, Kümmernitz oder Waldfrieden aus. Havelberg und andere Orte Wanderungen oder Exkursionen im Gebiet können mit einem Besuch der Stadt Havelberg mit dem markanten Dom St. Marien auf dem Domberg verbunden werden. Dieser 1170 geweihte, ursprünglich im romanischen Stil erbaute, nach einem Brand jedoch gotisch neuerrichtete Dom mit seiner bemerkenswerten Innenausstattung bildet mit den umgebenden Stiftsgebäuden und dem angeschlossenen Prignitz-Museum für Besucher einen komplexen Anziehungspunkt. Weitere Bauten in der Stadt sind ebenso sehenswert, zum Beispiel die ehemalige Dekanei, die ehemalige Domprobstei und die ehemalige Domschule. Weitere Sehenswürdigkeiten des Landschaftsschutzgebietes sind die Pfarrkirche St. Nikolai in Sandau mit ihrem massiven Westturm und die bemerkenswerten Dorfkirchen in Nitzow, Schollene, Kamern, Schönfeld und Garz. Auch eine Fahrt zum Havelwehr bei Quitzöbel bietet Gelegenheit, die Flußlandschaft zu erleben und sich mit den technischen Möglichkeiten der Hochwasserabwehr vertraut zu machen. Verschiedenes Hochwasserschutz in der Havelniederung Das Leben der Menschen in den Auen von Elbe und Havel war ein ständiger Kampf gegen die Naturgewalt des Wassers. Daher begannen im 12. Jahrhundert die sich im Zuge der Ostkolonisation im Gebiet zwischen Elbe und Havel ansiedelnden Holländer erste Deichbauten als Einzelpolder zu errichten. Durch eine anschließende allmähliche Verbindung dieser Einzelpolder entstanden Deichsysteme. Obwohl in der nachfolgenden Zeit der Elbedeichbau weiter vorangetrieben wurde, war durch den Rückstau in der Havel die Hochwassergefahr im Elbe-Havel-Winkel noch nicht gebannt. Da mit diesem Dammbau sozusagen eine künstliche Wasserscheide zwischen Elbe und Havel gelegt wurde, führte dies zu einer hohen Belastung der Deichkörper, so daß Deichbrüche nicht ausblieben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Deicherhaltung vernachlässigt, so daß sogar bestehende Siedlungen wieder aufgegeben werden mußten. Friedrich II. veranlaßte dann die Intensivierung der Kultivierung und legte Deichschauordnungen fest. 1771/72 wurde die Havelmündung durch die Anlage eines Trennungsdeiches zwischen Elbe und Havel 8 km elbeabwärts verlegt. Damit wurde die Rückstauhöhe der Elbe um 1,3 m und damit die Hochwassergefahr an der unteren Havel verringert. Dennoch sorgten Deichbrüche weiterhin für verheerende Katastrophen wie zum Beispiel im Jahr 1855. Eine weitere Verlegung der Havelmündung elbeabwärts und eine dadurch zu erwirkende weitere Verringerung der Rückstauhöhe wurde gefordert, aber wegen Geldmangels nicht verwirklicht. In der Zeit von 1906 bis 1912 erfolgte aus wirtschaftlichen Erwägungen ein Ausbau der Havel zur Schiffahrtsstraße mit Staustufen. Der Rückstau in der Havel wirkte jedoch nach wie vor, und 1926/27 kam es zu einem erneuten verheerenden Hochwasser. So wurden in der Zeit nach 1927 Maßnahmen durchgeführt, die eine bessere Abwehr von Hochwassergefahren ermöglichen. Das 1937 fertiggestellte Wehr bei Quitzöbel sowie die nach dem II. Weltkrieg errichteten Wehre bei Neuwerben und Gneusdorf sind ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzsystems an der unteren Havel. Auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird heute die Bedienung der Wehrgruppe Quitzöbel im Zusammenhang mit der möglichen Flutung der Havelpolder zur Abwehr von Hochwassergefahren an Elbe und Havel genutzt. Pelose aus dem Schollener See Durch das Zusammentreffen mehrerer Faktoren wie Größe der Wasserfläche, Wassertiefe, Exposition zur Hauptwindrichtung und anderen hat sich im Schollener See eine mächtige Schlammschicht von relativ einheitlicher Konsistenz herausgebildet. Es handelt sich um den fruchtbaren Schlamm Gyttja. Dieser entsteht unter zunächst aeroben Bedingungen, also unter Sauerstoffeinfluß durch bakterielle und koprogene, das heißt Umwandlung über die Darmtätigkeit der in der obersten Schlammschicht lebenden Zuckmückenlarven, Umformung pflanzlicher und tierischer Reste, besonders jedoch aus einer Vielzahl abgestorbener Kieselalgen, den Diatomeen. Später bei Stärkerwerden der Schicht unter anaeroben Bedingungen, also unter Sauerstoffabschluß, geht der Schlamm in Fäulnis über. Diese sozusagen zweistufige Umwandlung führt im Gegensatz zur echten Faulschlammbildung zu einer anderen stofflichen Zusammensetzung, beispielsweise sind weniger labilprotobituminöse Substanzen enthalten. Durch einen geringeren Anteil an Eisensulfid (FeS) weist diese Schlammart eine hellbraune Farbe auf und wird im Unterschied zu anderen Schlämmen als Pelose bezeichnet. Diese Schlammschicht ist etwa 8 m stark, so daß im Schollener See etwa 270 000 m3 Pelose lagern. Diese Pelose hat ein ungewöhnlich hohes Wärmebindungsvermögen, eine chemisch einwandfreie Beschaffenheit und wird daher in der balneologischen Therapie zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen sowie von Erkrankungen der Leber- und Gallenwege eingesetzt. Zu diesem Zweck wird die Pelose des Schollener Sees von Arbeitsflößen mit Hebeeinrichtungen aus gehoben und zu den Behandlungseinrichtungen abtransportiert. Da sie steril ist, bedarf sie keiner weiteren Aufbereitung. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 07.10.2019

Stromdaten der Elbe und die sich daraus ergebenden maximalen Geschwindigkeiten über Grund zwischen der Tonne 31 und der Tonne 125

WSA Elbe-Nordsee Hamburg, den 21.03.2024 Die seit dem 01.02.2019 in Wirkbetrieb befindenden Höchstgeschwindigkeitsregelung auf der Elbe zwischen der Tonne 31 und der Tonne 125 für Fahrzeuge ab 90 m Länge ist weiterhin unverändert gültig. Die Überwachung der Geschwindigkeiten wird durch die Verkehrszentralen Cuxhaven und Brunsbüttel durchgeführt. Bereiche Höchstgeschwindigkeiten durchs Wasser Bereich Tonne 31 bis Tonne 47 Bereich Tonne 47 bis Tonne 55a Bereich Tonne 55a bis Tonne 63 Bereich Tonne 63 bis Tonne 79/WS2 Bereich Tonne 79/WS2 bis Tonne 107/Reede Bereich Tonne 107/Reede bis Tonne 119/HN1 Bereich Tonne 119/HN1 bis Tonne 125 15 kn 15 kn 14 kn 14 kn 12 kn 12 kn 10 kn Es wurden für bestimmte Fahrwasserabschnitte und für definierte Zeiträume des Tideverlaufs Strömungswerte in 15 Minutenwerten rechtsverbindlich festgelegt. Aus der im jeweiligen Fahrwasserabschnitt zulässigen Geschwindigkeit durchs Wasser ergibt sich unter Einbeziehung dieser definierten Strömungswerte die zulässige Geschwindigkeit über Grund. In den Verkehrszentralen wird die vom Schiff per AIS übermittelte Geschwindigkeit über Grund von allen Schiffen über 90 m Länge überwacht. Dienstgebäude Hindenburgufer 247 24106 Kiel Telefax (0431) 3394-348 Kasse Bundeskasse Kiel Adolfstraße 14/18 Postfach 1142 24096 Kiel (0431) 595-1 Konten Landeszentralbank Kiel 210 010 09 (BLZ 210 000 00) Seite 1 von 8 Stromdaten der Elbe zwischen der Tonne 31 und der Tonne 125 Zeitbereich vor bzw. nach Hochwasser -6,5 bis -6,25 -6,25 bis -6,0 -6,0 bis -5,75 - 5,75 bis -5,5 -5,5 bis -5,25 -5,25 bis -5,0 -5,0 bis -4,75 -4,75 bis -4,5 -4,5 bis -4,25 -4,25 bis -4,0 -4,0 bis -3,75 -3,75 bis -3,5 -3,5 bis -3,25 -3,25 bis -3,0 - 3,0 bis -2,75 - 2,75 bis -2,5 - 2,5 bis -2,25 - 2,25 bis -2,0 - 2,0 bis -1,75 -1,75 bis -1,5 -1,5 bis -1,25 -1,25 bis -1,0 -1,0 bis -0,75 -0,75 bis -0,5 -0,5 bis -0,25 -0,25 bis HW HW bis 0,25 0,25 bis 0,5 0,5 bis 0,75 0,75 bis 1,0 1,0 bis 1,25 1,25 bis 1,5 1,5 bis 1,75 1,75 bis 2,0 2,0 bis 2,25 2,25 bis 2,5 2,5 bis 2,75 2,75 bis 3,0 3,0 bis 3,25 3,25 bis 3,5 3,5 bis 3,75 3,75 bis 4,0 4,0 bis 4,25 4,25 bis 4,5 4,5 bis 4,75 4,75 bis 5,0 5,0 bis 5,25 5,25 bis 5,5 5,5 bis 5,75 5,75 bis 6,0 Tn 31 – Tn 47 Bezugsort Cuxhaven (zulässige Fahrt durchs Wasser 15 Knoten) Strömungsgeschwin- digkeiten in Knoten Ebbe 2,8 Ebbe 2,7 Ebbe 2,7 Ebbe 2,6 Ebbe 2,4 Ebbe 2,2 Ebbe 2,1 Ebbe 1,5 Ebbe 1,0 Ebbe 0,7 Ebbe 0,4 Stauwasser (0,0) Flut 0,8 Flut 1,3 Flut 1,7 Flut 1,9 Flut 2,2 Flut 2,3 Flut 2,4 Flut 2,5 Flut 2,5 Flut 2,4 Flut 2,4 Flut 2,3 Flut 2,2 Flut 2,0 Flut 1,7 Flut 1,6 Flut 1,3 Flut 1,2 Flut 1,0 Flut 0,6 Flut 0,3 Stauwasser (0,0) Ebbe 0,3 Ebbe 0,5 Ebbe 0,7 Ebbe 1,1 Ebbe 1,4 Ebbe 1,7 Ebbe 2,1 Ebbe 2,3 Ebbe 2,4 Ebbe 2,6 Ebbe 2,8 Ebbe 2,9 Ebbe 2,9 Ebbe 2,9 Ebbe 2,8 Ebbe 2,8 Dienstgebäude Hindenburgufer 247 24106 Kiel Maximale Geschwindigkeit über Grund (Fahrt über Grund) See- Ham Ham burg- burg See 12,2 17,8 12,3 17,7 12,3 17,7 12,4 17,6 12,6 17,4 12,8 17,2 12,9 17,1 13,5 16,5 14,0 16,0 14,3 15,7 14,6 15,4 15,0 15,0 15,8 14,2 16,3 13,7 16,7 13,3 16,9 13,1 17,2 12,8 17,3 12,7 17,4 12,6 17,5 12,5 17,5 12,5 17,4 12,6 17,4 12,6 17,3 12,7 17,2 12,8 17,0 13,0 16,7 13,3 16,6 13,4 16,3 13,7 16,2 13,8 16,0 14,0 15,6 14,4 15,3 14,7 15,0 15,0 14,7 15,3 14,5 15,5 14,3 15,7 13,9 16,1 13,6 16,4 13,3 16,7 12,9 17,1 12,7 17,3 12,6 17,4 12,4 17,6 12,2 17,8 12,1 17,9 12,1 17,9 12,1 17,9 12,2 17,8 12,2 17,8 Telefax (0431) 3394-348 Kasse Bundeskasse Kiel Adolfstraße 14/18 Postfach 1142 24096 Kiel (0431) 595-1 Konten Landeszentralbank Kiel 210 010 09 (BLZ 210 000 00) Seite 2 von 8 Tn 47 – Tn 55a Zeitbereich vor bzw. nach Hochwasser Bezugsort Brunsbüttel (zulässige Fahrt durchs Wasser 15 Knoten) Strömungsgeschwin- digkeiten in Knoten -6,5 bis -6,25 Ebbe 2,3 -6,25 bis -6,0 Ebbe 2,1 -6,0 bis -5,75 Ebbe 2,0 - 5,75 bis -5,5 Ebbe 1,8 -5,5 bis -5,25 Ebbe 1,6 -5,25 bis -5,0 Ebbe 1,3 -5,0 bis -4,75 Ebbe 0,9 -4,75 bis -4,5 Ebbe 0,5 -4,5 bis -4,25 Stauwasser (0,0) -4,25 bis -4,0 Flut 0,8 -4,0 bis -3,75 Flut 1,0 -3,75 bis -3,5 Flut 1,2 -3,5 bis -3,25 Flut 1,6 -3,25 bis -3,0 Flut 1,8 -3,0 bis -2,75 Flut 2,0 -2,75 bis -2,5 Flut 2,2 -2,5 bis -2,25 Flut 2,2 -2,25 bis -2,0 Flut 2,3 -2,0 bis -1,75 Flut 2,2 -1,75 bis -1,5 Flut 2,2 -1,5 bis -1,25 Flut 2,2 -1,25 bis -1,0 Flut 2,1 -1,0 bis -0,75 Flut 2,0 -0,75 bis -0,5 Flut 1,8 -0,5 bis -0,25 Flut 1,7 -0,25 bis HW Flut 1,6 HW bis 0,25 Flut 1,4 0,25 bis 0,5 Flut 1,2 0,5 bis 0,75 Flut 0,9 0,75 bis 1,0 Flut 0,7 1,0 bis 1,25 Flut 0,4 1,25 bis 1,5 Stauwasser (0,0) 1,5 bis 1,75 Ebbe 0,3 1,75 bis 2,0 Ebbe 0,6 2,0 bis 2,25 Ebbe 0,9 2,25 bis 2,5 Ebbe 1,2 2,5 bis 2,75 Ebbe 1,3 2,75 bis 3,0 Ebbe 1,6 3,0 bis 3,25 Ebbe 1,8 3,25 bis 3,5 Ebbe 2,0 3,5 bis 3,75 Ebbe 2,2 3,75 bis 4,0 Ebbe 2,3 4,0 bis 4,25 Ebbe 2,3 4,25 bis 4,5 Ebbe 2,4 4,5 bis 4,75 Ebbe 2,4 4,75 bis 5,0 Ebbe 2,4 5,0 bis 5,25 Ebbe 2,3 5,25 bis 5,5 Ebbe 2,3 5,5 bis 5,75 Ebbe 2,2 5,75 bis 6,0 Ebbe 2,2 Dienstgebäude Hindenburgufer 247 24106 Kiel Maximale Geschwindigkeit über Grund (Fahrt über Grund) See- Ham Ham burg- burg See 12,7 17,3 12,9 17,1 13,0 17,0 13,2 16,8 13,4 16,6 13,7 16,3 14,1 15,9 14,5 15,5 15,0 15,0 15,8 14,2 16,0 14,0 16,2 13,8 16,6 13,4 16,8 13,2 17,0 13,0 17,2 12,8 17,2 12,8 17,3 12,7 17,2 12,8 17,2 12,8 17,2 12,8 17,1 12,9 17,0 13,0 16,8 13,2 16,7 13,3 16,6 13,4 16,4 13,6 16,2 13,8 15,9 14,1 15,7 14,3 15,4 14,6 15,0 15,0 14,7 15,3 14,4 15,6 14,1 15,9 13,8 16,2 13,7 16,3 13,4 16,6 13,2 16,8 13,0 17,0 12,8 17,2 12,7 17,3 12,7 17,3 12,6 17,4 12,6 17,4 12,6 17,4 12,7 17,3 12,7 17,3 12,8 17,2 12,8 17,2 Telefax (0431) 3394-348 Kasse Bundeskasse Kiel Adolfstraße 14/18 Postfach 1142 24096 Kiel (0431) 595-1 Konten Landeszentralbank Kiel 210 010 09 (BLZ 210 000 00) Seite 3 von 8

LSG Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal

Gebietsbeschreibung Das Gebiet gehört zu einer Reihe von LSG, die in den verschiedenen Landschaften des Flämings ausgewiesen wurden und künftig in den Naturpark „Fläming“ eingebunden werden sollen. Das LSG „Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal“ ist das östlichste dieser Gebiete. Der westlichste Teil des Schutzgebietes ist der Apollensberg nördlich Apollensdorf, der als Stauchendmoräne direkt bis an das Elbetal vordringt. Die LSG-Grenze verläuft von hier nördlich entlang der Landkreisgrenze. Die Stadt Zahna wird großräumig im Norden, Westen und Süden umgangen. Der Kienberg südlich von Zahna ist Bestandteil des LSG. Unter Einschluss des Gallunberges verläuft die Grenze nördlich und westlich von Piesteritz zum Apollensberg. Das LSG liegt nahezu vollständig in der Landschaftseinheit Rosslau-Wittenberger Vorfläming und greift nur in der Kropstädter Heide kleinflächig auf den Hochfläming über, der hier nach Osten ausläuft. Das Schutzgebiet erfasst die von den Flämingfließgewässern Zahna-, Riesche-, Krähe-, Fauler, Trajunscher und Apollensdorfer Bach zertalten Hochflächen des Vorflämings, die überwiegend von Wald eingenommen werden. Die Waldbestockung wird durch Kiefernforsten bestimmt. Nur kleinflächig, wie beispielsweise am Kienberg oder an den Rändern der Täler, sind naturnahe Laubwälder ausgebildet. Den landschaftlichen Reiz des Gebietes bestimmen ganz wesentlich die Täler, in denen durch Gehölze gegliedertes Grünland das Landschaftsbild prägt. Die Ortslagen sind i. d. R. von weiten Rodungsinseln umgeben, die für Ackerbau genutzt werden. Feldwege werden vielfach von Obstgehölzen gesäumt. An einigen Straßen sind Alleen ausgebildet. Auf der Achse Wittenberg-Reinsdorf-Nudersdorf greifen Siedlungsstrukturen weit in das Landschaftsschutzgebiet hinein und erzeugen eine stark zergliederte Grenzziehung. Mit Woltersdorf, Külso und Dietrichsdorf treten innerhalb des LSG bzw. an dessen Rand Rundlingeals interessante Siedlungsformen auf. Landschafts- und Nutzungsgeschichte Wie in allen Bereichen im Fläming erfolgte im Mittelalter eine weitgehende Rodung der Wälder und ihre Folgenutzung als Hutungen, Heiden und Triften sowie Acker- und Grünland in den Tälern. Schaf- und Ziegenhutung, Rinderweide, Zeidlerei u. a. prägte die Flächen. In den verbliebenen Waldflächen fanden Streunutzung, Reisigentnahme, Laubschnitt und Brennholzgewinnung statt. Dies führte zur Degradierung der Wälder und ihrer Standorte. Eine Besonderheit der mittelalterlichen Nutzung war der Weinbau, der viele geeignete Flächen im Vorfläming einnahm. Ein klassischer Weinberg war der Apollensberg. Heute ist der Weinbau im Gebiet vollständig erloschen. Erst mit Ende des 18. Jh. und dem Übergang zur Kahlschlagnutzung entstanden die Kiefernforsten. Noch im 19. Jh. waren weite, heute bewaldete Flächen in landwirtschaftlicher Nutzung. Für die Woltersdorfer Heide beispielsweise ist belegt, dass diese noch 1851 überwiegend landwirtschaftlich genutzt wurde. Erst später wurde das Gebiet großflächig vom Forstamt Glücksburg aufgeforstet. Mit der Aufforstung des Vorflämings entwickelte sich auch die heute vorhandene Verteilung der Wald- und Offenlandflächen. Die Siedlungen wurden schrittweise von Wald umschlossen, so dass sie heute auf Rodungsinseln liegen. An den Bächen wurden zahlreiche Mühlen betrieben. Am bekanntesten ist die Külsoer Mühle als Ausflugsgaststätte. Durch die Mühlenstaue kam es zur Abflussverzögerung, die Vernässung und Moorbildung in den Tälern verursachte. Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Das LSG erfasst Teile des vorwiegend durch das saale-kaltzeitliche Inlandeis geprägten Flämings. Das Gelände fällt von Norden, von der Kropstädter Heide (ca. 150 m ü. NN), nach Süden, zum Elbetal (ca. 70 m ü. NN), zwar tendenziell ab, wird jedoch durch abwechslungsreiche Reliefkleinformen belebt. Diese kamen vor allem durch die stauchende Wirkung des Inlandeises zustande, die sichbesonders deutlich zwischen Straach, Reinsdorf und Jahmo widerspiegelt. Hier treten zahlreiche langgestreckte Sattel-Mulden-Strukturen auf. Ihre Streichrichtung ist WSW-ENE. Die Sättel sind aufgebrochen und haben Abstände von 200 bis 400 m. Es stehen Bildungen des Tertiärs in Form von miozänen Sanden (Quarz-, Glimmer- und Formsand), Tonen (Flaschenton) und Braunkohlen an. Die wenig widerständigen sandigen und kohligen Sedimente wurden meist erodiert. Dadurch treten die geologischen Sättel als Depressionen, d. h. Tälchen und Becken, in Erscheinung. Häufig wurden sie durch Rohstoffgewinnung noch vertieft. Einige der alten Abbaugruben, z. B. bei Reinsdorf, sind heute wassergefüllt. Im Bereich der geologischen Mulden hingegen präparierte die Erosion anstehende widerständige Sande und Kiese des Pleistozäns als Geländerücken heraus (Reliefumkehr). So bildet der Michelsberg bei Grabo mit 185 m ü. NN die größte Erhebung des LSG. Um Grabo treten auch Reste frühglazialer, südlicher Terrassenschotter auf. Recht monoton sind die Hochflächen aus meist saale-kaltzeitlichem, seltener elster-kaltzeitlichem Geschiebemergel, wie sie großflächig östlich von Schmilkendorf und westlich von Zahna vorkommen. Nur einzelne Sölle beleben hier das Relief. Große Sandergebiete liegen zwischen Kropstädt, Euper und Bülzig. Sie entstanden durch Schmelzwässer des warthe-stadialen Inlandeises der Saale-Kaltzeit, die vom Hohen Fläming nach Süden abflossen und dabei ältere Geländeformen verschütteten oder zerstörten. Südlich von Bülzig gehen die Sander in Talsande des ehemaligen Breslau-Bremer Urstromtals über. Das LSG gehört zu den Bodengroßlandschaften der Sander, sandigen Platten und sandigen Endmoränen der Altmoränenlandschaften. Im zentralen Teil des Wittenberg-Rosslauer Vorflämings sind gegenüber anderen Bodenlandschaften dieser Großlandschaft, insbesondere im hier beschriebenen Landschaftsausschnitt, große Unterschiede im Bodeninventar vorhanden, das örtlich kleinflächigwechselt. Dieser Wechsel ist durch die anstehenden Lockergesteine bedingt. Insbesondere im Bereich der Stauchendmoräne kommen unterschiedliche tertiäre Sedimente in eng benachbarten schmalen Streifen vor und beeinflussen die Bodenentwicklung. Im LSG überwiegen die Sand-Böden. Es sind Braunerden und Acker-Braunerden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, die in lehmigem Geschiebedecksand über Bändersand bzw. in schwach schluffigem Geschiebedecksand über Schmelzwassersand ausgebildet sind. Unter Wald, insbesondere unter Kieferbeständen, sind die Sand-Böden in unterschiedlichem Maße versauert und ausgewaschen, d. h. podsoliert. Damit ist die Ausbildung einer sauren, stickstoffarmen Humusauflage, die als Rohhumus bezeichnet wird, verbunden. Alte, wahrscheinlich mittelalterliche Ackerhorizonte sind häufig und begünstigen die Podsolierung. Eine verbreitete Erscheinung ist die Eutrophierung der ansonsten sauren Sand-Böden im Südteil des LSG. Sie äußert sich in höheren pH-Werten und erhöhten Nährstoffgehalten der Böden, so dass der Auflagehumus und die Bodenvegetation nicht in Übereinstimmung mit dem Horizontprofil der Böden stehen. In den Bereichen tertiärer Schluff- und Tonvorkommen sind abhängig von deren Tiefenlage lehmunterlagerte Sand-Böden bis Pseudogleye ausgebildet, die durch gestautes Bodenwasser nur schwach beeinflusst bzw. durch Stauwasser bestimmt sind. Das Vorkommen tertiärer feinkörniger Quarzsande, verbunden mit ihrer Einmischung in den Geschiebedecksand oder in Flugsanddecken, begünstigt ebenfalls die Podsolierung. Auf den Geschiebelehm-Vorkommen sind, entsprechend ihrer Position im Gelände und der Tiefenlage, Braunerde-Fahlerden bis Parabraunerde-Pseudogleye aus Sandlöss über Geschiebelehm oder aus Geschiebedecksand über Geschiebelehm ausgebildet. Die Entkalkungstiefe dieser Böden liegt meistens unterhalb 1,5 m unter Gelände. In dieses Bodenmosaik der grundwasserfernen Hochflächen sind kleinere Niederungen und Täler mit Gleyen sowie verbreitet Humus- und Anmoorgleyen aus meist sandigen Substraten und selten Niedermoore eingeschaltet. Diese sehr unterschiedliche Bodenausstattung ist eine Ursache für das abwechslungsreiche Landschaftsbild. Während der Weichsel-Kaltzeit lag der Fläming südlich des Inlandeises im Bereich einer periglazialen Kältesteppe. Auf Dauerfrostboden entstanden auch in den sonst gut wasserdurchlässigen Sanden linienartige Abflussbahnen. Während die oberen, mit Talsand gefüllten Abschnitte dieser Periglazialtälchen heute oft trocken liegen, werden tiefere Teile von Bächen genutzt, z. B. Rieschebach, Krähebach, Zahnabach u. a. Beiderseits der Vorfluter stehen die jüngsten Sedimente des LSG in Form von fluviatilen Ablagerungen und Moorbildungen an. Das Gebiet weist ein ausgeprägtes hydrographisches System auf, das zur Entwässerung des Gebietes beiträgt. Die größeren Fließgewässer haben einen im Wesentlichen von Norden nach Süden gerichteten Verlauf und münden in die Elbe. Die bedeutendsten Fließgewässer sind der Zahnabach im Osten und der Rieschebach im Westen des LSG. Kleinere Bäche, die ebenfalls in die Elbe oder die größeren Bäche münden, sind Krähe-, Fauler, Trajunscher und Apollensdorfer Bach. Klimatisch liegt das LSG im Übergangsbereich vom wärmegetönten und damit durch subkontinentales Klima geprägten Elbetal zu den niederschlagsreicheren und kühleren Gebieten des Hochflämings. Während der mittlere Jahresniederschlag im Elbetal bei Wittenberg zwischen 540 bis 560 mm beträgt, steigter im Vorfläming bis auf 580 mm und erreicht im Hochfläming nördlich Wittenberg sogar 600 bis 620 mm. Die Jahresmitteltemperaturen um 8,5 °C im Vorfläming entsprechen den großklimatischen Verhältnissen dieses Raumes und weisen im Zusammenhang mit dem Sommermaximum im Juli auf eine regionale Klimagunst. Diese wird durch das Elbetal gefördert. Sie weist bei Wittenberg eine Jahresmitteltemperatur von 8,6 °C auf. Im Hochfläming dagegen werden nur Werte von 8,1 °C erreicht. Pflanzen- und Tierwelt Die Potentiell Natürliche Vegetation des Vorflämings im Landschaftsschutzgebiet würde flächig vom Knäulgras-Linden-Hainbuchenwald nährstoffreicherer Standorte und dem Wachtelweizen-Linden-Hainbuchenwald ärmerer Standorte gebildet. Am Südrand des Gebietes bei Zörnigall tritt auf den Niederterrassen bereits Pfeifengras-Stieleichenwald auf. Frischere Standorte in Tälern und an deren Rändern werden vom Waldziest-Stieleichen-Hainbuchenwald eingenommen. Die Täler selbst weisen auf moorigen Standorten Walzen-Seggen-Erlenbruchwald auf, der auf mineralischen Nassstandorten in Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald übergeht. Mit dem landschaftlichen Wechsel zum Hochfläming wird der Hainbuchenwald südlich des Zahnabachtales vom Straußgras-Eichenwald abgelöst, der in der Kropstädter Heide in einen Komplex von Schattenblümchen-Buchenwald und Waldmeister-Buchenwald wechselt. Die aktuelle Waldvegetation wird aber überwiegend von Kiefernforsten bestimmt. Naturnahe Waldgesellschaften treten nur kleinflächig und vor allem in den Tälern und an den Talrändern sowie im Bereich der ehemaligen Truppenübungsplätze auf. In den Tälern kommen Erlen-Bruchwald, an quelligen Standorten Schaumkraut-Erlenbruchwald, Erlen-Eschenwald und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald vor. Von den Talflanken des Rieschebachtals wird Straußgras-Eichenwald und Honiggras-Eichenwald beschrieben. Kleinflächig ist im Bereich des Hochflämings auch Eichen- und Buchenwald vorhanden. In der Woltersdorfer Heide ist Eichen-Birkenwald verbreitet. Im frischen Waldziest-Stieleichen-Hainbuchenwald des Kienberges konzentrieren sich Vorkommen floristischer Besonderheiten des Gebietes. Hier wachsen Süße Wolfmilch, Sanikel, Hain-Wachtelweizen und Ährige Teufelskralle. Das strukturreiche Gebiet des Flämings bietet auch einer artenreichen Vogelwelt Lebensraum. Als bestandsgefährdete Art bewohnt der Sperber die Waldgebiete, Baumfalke und Wespenbussard sind Brutvögel im Kienbergwald. Der Schwarzspecht brütet in den Buchenbeständen. Wachtel und Rebhuhn sind Bewohner der Äcker im Gebiet. Weitere im LSG vorkommende seltene Arten sind Ortolan und Sperbergrasmücke in den offenen und mit Gehölzen durchsetzten Landschaften. Charakteristische Lebensgemeinschaften der Täler sind die Feucht- und Quellwiesen. In den Bachauen wachsen auf nährstoffreichen, basenarmen, feuchten Standorten die Engelwurz-Kohldistel-Gesellschaft und die Gesellschaft der Spitzblütigen Binse. Auf den anmoorigen Quellstandorten sind weiterhin auch Binsen-Pfeifengras-Wiesen ausgebildet. Auf frischen Standorten sind Glatthaferwiesen entwickelt. Die Feuchtwiesen werden aufgrund der standörtlichen Bedingungen, ihrer geringen Flächigkeit und der Ertragslage oft nicht mehr bewirtschaftet und entwickeln sich dann zu Staudenfluren aus Großem Mädesüß, Wald-Engelwurz und Brennnessel. Weiterhin bilden sich Dominanzgesellschaften aus Wiesen-Fuchsschwanz, Rohr-Glanzgras, verschiedenen Seggenarten und der Wald-Simse aus. Die Pfeifengraswiesen weisen bemerkenswerte Arten auf. Dazu gehören Kümmel-Silge, Schmalblättriges Wollgras, Kleiner Baldrian, Sumpf-Veilchen, Wassernabel und Sumpf-Farn. Von besonderer floristischer Bedeutung sind das Redbachquellgebiet mit dem Vorkommen des Breitblättrigen Knabenkrauts und das Feuchtgebiet am Küchenholzgraben mit dem hier ebenfalls vorkommenden Breitblättrigen Knabenkraut sowie Beständen der Arnika und des Lungen-Enzians. Die Tierwelt der Täler setzt sich aus charakteristischen Arten zusammen. Zahna und Rischebach werden vom Elbebiber besiedelt. An den sauberen Fließgewässern kommt die Gebirgsstelze vor. In den renaturierten Flämingbächen siedeln Bachneunauge, Schmerle, Drei- und Neunstachliger Stichling und Bachforelle in stabilen Beständen. Bewohner des gehölzdurchsetzten Offenlandes ist der Neuntöter. In den Wäldern und an Waldrändern siedeln Habicht, Grünspecht, Buntspecht und Kleinspecht, Pirol, Garten-, Mönchs- und Klappergrasmücke. Blindschleiche und Waldeidechse sind verbreitet. Die Feldsölle und ehemalige Abbaugruben sind wichtige Amphibienlaichgewässer und Libellenlebensräume. Rotbauchunke, Erdkröte, Gras- und Teichfrosch treten auf. Die Ringelnatter kommt ebenfalls vor. Von besonderer Bedeutung für das Gebiet sind die Vorkommen von Trocken- und Magerrasen sowie Heiden auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen, aber kleinflächig verstreut auch im gesamten Gebiet. Hier sind großflächig Wolfsmilch-Besenheiden anzutreffen, die einen unterschiedlichen Grad der Verbuschung zeigen. Auch Silbergras-Pionierfluren oder Trockenrasen sowie Nelken-Grasnelken-Magerrasen sind großflächig vorhanden. In den Rasenbreitet sich zunehmend das Land-Reitgrasaus. In den Heidegesellschaften leben Blauflüglige Ödlandschrecke, Warzenbeißer, Rotleibiger Grashüpfer und Gefleckte Keulenschrecke. Auch aus der Gruppe der Laufkäfer wurden charakteristische Arten nachgewiesen. An Heiden gebundene Wildbienen im Gebiet sind Heidekraut-Sandbiene, Heidekraut-Seidenbiene und die in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedrohte Filzbiene. Auch zahlreiche Schmetterlingsarten sind aufgrund ihrer Ernährungsgrundlage an die Besenheide gebunden. Charakteristische Kriechtiere der trockenen offenen Lebensräume sind Kreuzkröte, Zauneidechse und Blindschleiche. Leitarten der Vögel der Offenlandschaften im Gebiet sind Heidelerche, Neuntöter, Raubwürger, Brachpieper und Ziegenmelker. Auch der Wiedehopf wurde im Gebiet beobachtet. Der Apollensberg stellt einen weiteren standörtlichen Komplex für wärmeliebende Lebensgemeinschaften dar, der schon von Botanikern wie August Zobel zu Beginn des 20. Jh. erforscht wurde. Zahlreiche, sehr bemerkenswerte, damals nachgewiesene Arten sind heute verschwunden. Fehlende extensive Nutzung der Magerrasen, Verbuschung, Verwaldung und nicht zuletzt die militärische Nutzung durch sowjetische Streitkräfte sind Ursachen dafür. Dennoch finden sich heute noch sehr artenreiche Magerrasen vom Typ der Mädesüß-Wiesenhafer-Gesellschaft. Hier wachsen neben den namensgebenden Arten Kleines Mädesüß und Flaumiger Wiesenhafer u. a. auch Heide-Günsel, Ästige Graslilie, Hügelmeier, Skabiosen-Flockenblume, Berg-Haarstrang und Rauhes Veilchen. Staudensäume, Mantelgebüsche und xerotherme Wälder bilden ein eng verflochtenes Mosaik. Vegetationskundlich können der Hirschwurz-Storchschnabel-Saum, das Liguster-Schlehen-Gebüsch und der Schwalbenwurz-Eichen-Trockenwald unterschieden werden. Entwicklungsziele Im LSG sollen Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes gesichert, gepflegt und entwickelt werden. Dazu sind die typischen landschaftlichen Reliefformen und die Wald-Offenland-Verteilung zu erhalten. Neben den Kiefernforsten, die langfristig zu naturnäheren Laub- und Mischwäldern umzuwandeln sind, gilt der Schutz insbesondere den Eichen-Hainbuchen-, Eichen-Kiefern-, Traubeneichen-Rotbuchen-, Erlen-Eschen- und Erlenbruchwäldern, die den naturnahen Charakter des Gebietes betonen. In den Tälern sind die Fließgewässer und das Grünland, insbesondere die Feuchtwiesen und deren Gliederung durch Gehölze, zu bewahren und zu entwickeln. Die charakteristischen Siedlungsstrukturen sind zu erhalten und vor allem ist die harmonische Einbindung der Orte in die umgebende Landschaft zu sichern. Eingriffe durch Bodenabbau, Zersiedlung, Bau von Versorgungstrassen u. a., die das gewachsene Landschaftsbild verändern und die Erholungseignung der Landschaft beeinträchtigen, sollen unterbunden werden. Naturschutzfachlich bedeutsame Offenbiotope innerhalb der Wälder sind zu sichern und zu pflegen. Die wasserwirtschaftlichen Zielstellungen konzentrieren sich auf die Bachtäler. Hier sollen Grundwasserabsenkungen vermieden und die Fließgewässer nach ökologischen Zielstellungen erhalten und entwickelt werden. Dabei kommt neben der Gewährleistung der ökologischen Durchgängigkeit sowohl den morphologischen als auch den Güte- und Abflussparametern eine komplexe Bedeutung zu. Zur Wiederherstellung des typischen Landschaftscharakters der Täler gehört die Mehrung des Feuchtgrünlandes; die Nutzung soll auf die extensive Bewirtschaftung des Grünlandes ausgerichtet werden. Zur Verbesserung der Standortverhältnisse ist der Flurholzanbau zuprüfen. Trocken- und Magerrasen sowie Heiden, insbesondere auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen der Woltersdorfer und der Teucheler Heide, sollen erhalten und gepflegt werden. Zur Sicherung von artenreichen Ackerwildkrautfluren auf armen Sandäckern und dörflichen Ruderalfluren sind geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten. Alle auf das Landschaftsbild, die Lebensgemeinschaften und den Naturhaushalt ausgerichteten Maßnahmen sollen auch einen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der Erholungseignung des Gebietes leisten. Landschaftsverträgliche Erholungsformen, wie Wandern und Radfahren, sollen durch geeignete Infrastrukturentwicklungen gefördert werden. Auch Zielstellungen der Umweltbildung und -erziehung sollten mit denen der Erholung verbunden werden. Exkursionsvorschläge Kienberg und Zahnabachtal Von Zahna aus durch das Zahnabachtal erschließt ein breiter Weg das Waldgebiet des Kienberges. Hier stocken auf frischen bis feuchten Standorten naturnahe Wälder, von denen die Eichen-Hainbuchenwälder besonders artenreich sind. Den Kienberg selbst zeichnen deutliche Reliefformen in der sonst ebenen Landschaft aus. Am Südrand des Kienbergwaldes kann man den Weg über Bülzig zurück nach Zahna oder weiter entlang des Zahnabachtales zur Külsoer Mühle wählen. Weiter entlang des Zahnabachtals gelangt man zu den Rundlingen Külso und Dietrichsdorf mit einer neuromanischen Backstein-Dorfkirche von 1864. In der Kirche befindet sich ein Altarbild aus der ersten Hälfte des 16. Jh., vermutlich von LUCAS CRANACH D. J. Zahnabachtal zwischen Wüstemark undJahmo Von Zahna aus gelangt man Richtung Rahnsdorf in das Zahnabachtal, an dessen südlichem Talrand ein Weg über Wüstemark nach Köpnick und Jahmo führt. An der Zahna sind verschiedentlich die Spuren des Elbebibers zu bemerken. Grünland, Ufergehölze und kleine Bruchwälder begleiten den Bachlauf. In Jahmo befindet sich eine im Kern romanische Feldsteinkirche, die im 18. Jh. verändert wurde. Durch die Kropstädter Heide kann man auf verschiedenen Wegen nach Kropstädt gelangen. Auch in Kropstädt befindet sich eine im Kern spätromanische Dorfkirche, die später mehrfach verändert wurde. Von Kropstädt führt ein Weg über Wüstemark und Woltersdorf zurück nach Zahna. Rieschebachtal Durch das Rieschebachtal wählt man Wegeabseits der befahrenen Straße und gelangt von Reinsdorf über Nudersdorf nach Straach. Von hier kann man den Rückweg durch die Wälder in Richtung Schmilkendorf wählen. Apollensberg Die weit gegen das Elbetal vorgeschobene Stauchendmoräne des Apollensberges, auf dem vor wenigen Jahren ein großes Metallkreuz errichtet wurde, kann von Apollensdorf aus erreicht werden. Der Apollensberg bietet besonders den botanisch Interessierten vielfältige Erlebnisse; jedermann wird bei klarer Sicht den guten Ausblick über das Elbetal hinüber zur Dübener Heide schätzen. Vom Apollensberg aus kann man den Weg nach Norden in Richtung Reinsdorf fortsetzen oder weiter den Elbetalrand entlang nach Griebo, durch die „Grieboer Schweiz“, bis nach Coswig wandern. veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 31.07.2019

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