Mykotoxine sind Metaboliten des Sekundärstoffwechsels mikroskopisch kleiner Pilze, vor allem der Gattung Aspergillus, Penicillium und Fusarium. In bestimmten Konzentrationen wirken sie toxisch für Mensch, Tier und Pflanze. Die als Feldpilze bekannten Fusarien bilden Mykotoxine (Trichothezen und Zearalenon) zum Teil schon während der Wachstums- und Reifungsphase des heimischen Futtergetreides und beim Mais. Trichothezen (Deoxynivalenol, DNO) übt eine zytotoxische Wirkung aus, indem es die Protein- und DNA-Synthese hemmt. Aufgrund seiner hohen Zytotxizität greift die Substanz an verschiedenen Systemen des Körpers ein, so dass infolge einer Abwehrschwäche Fruchtbarkeitsstörungen (Unfruchtbarkeit, Umrauschen), Aborte, Totgeburten und mimifizierte Früchtte sowie Uterusatrophie bei Sauen insbesondere bei Jungsauen aufgetreten sind. Im Gegensatz dazu sind die Zearalenone nicht toxisch. Ihre Aktivität im Tier besteht in einer östrogenen Wirkung, die zu Veränderungen an den Fortpflanzungsorganen und zu Fruchtbarkeitsstörungen beim Schwein führen. Ein Einfluss von Mykotoxin auf die Fruchtbarkeit wurde bisher weitgehend nach Fütterung von mykotoxin-haltigen Futtermitteln beobachtet. Grundlagenerkenntnisse über direkte negative Einflüsse von Mykotoxinen auf die Fruchtbarkeit können mit Hilfe von Untersuchungen mittels In-vitro-Kultivierung von Eizellen und Embryonen, ovariellen und uterinen Zellen gewonnen werden. Die physiologische Aktivität der genannten Zelltypen des weiblichen Reproduktionstraktes kann über funktionelle Tests gemessen werden, die ihrerseits darüber Auskunft geben, in welchem Maße die Leistungen dieser Zellen bzw. Embryonen störanfällig gegenüber Zearalenon und Trichothezen sind.
Im Hinblick auf die Ursache der cytoplasmatisch-kerngenischen männlichen Sterilität beim PET2-Plasma konnte sowohl ein neuer offener Leserahmen orf288 identifiziert werden, der für ein 10,6-kDa-Protein mit einer potentiellen Transmembrandomäne kodiert, als auch ein zusätzliches 5'-deletiertes atp9 Gen (orf231). Der orf288 wird in Blättern der männlich sterilen Pflanzen (PET2) und der fertilitätsrestaurierten Hybride exprimiert. Bei der Überexpression des orf288 in E. coli erwies sich dieser als cytotoxisch, ebenso der orf231. Es muss geklärt werden, ob der orf288 für das spezifische 12,4-kDa-Protein im PET2-Plasma kodiert. Außerdem sind für die Wirkungsweise die Lokalisation innerhalb der Mitochondrien und eine mögliche Assoziation mit anderen mitochondrialen Proteinkomplexen von Bedeutung. Zudem muss der Einfluss des Restorergens RfPET2 auf die Transkription und Expression des Genprodukts des orf288 und/oder des orf231 in den Blüten untersucht werden. Über die Transformation von Tabak mit einem Konstrukt zur antherenspezifischen Expression des orf288 und/oder orf231 soll der ursächliche Zusammenhang zwischen der männlichen Sterilität und diesen orfs erbracht werden.
Obwohl bei Triticale partielle Fremdbefruchtung vorkommt, werden derzeit bei der Entwicklung neuer Sorten Methoden der Linienzüchtung eingesetzt. Untersuchungen zur Heterosis lassen jedoch erkennen, dass die Hybridzüchtung eine aussichtsreiche Alternative zur Linienzüchtung darstellt. Es gilt nun, die genetischen und methodischen Grundlagen zu untersuchen, ein stabiles System für die cytoplasmatisch männliche Sterilität (CMS) zu etablieren und die Restorerfähigkeit zu analysieren. Auf Basis von Untersuchungen zur genetischen Diversität werden Konzepte zur Entwicklung Heterotischer Gruppen erarbeitet.
Wie wirkt ionisierende Strahlung? Wenn ionisierende Strahlung auf den menschlichen Körper trifft, können Schäden in einzelnen Zellen oder Geweben entstehen. Ob und in welchem Ausmaß eine Strahlenexposition zu einem gesundheitlichen Schaden führt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der absorbierten Strahlenmenge, der Strahlenart und davon, welches Organ oder Gewebe des Körpers hauptsächlich betroffen ist. Für Spätfolgen einer Strahlenexposition sind Veränderungen der DNA von besonderer Bedeutung. Wenn ionisierende Strahlung auf den menschlichen Körper trifft, können Schäden in einzelnen Zellen oder Geweben entstehen. Das liegt daran, dass die Strahlungsenergie chemische Verbindungen ( Moleküle ) auseinanderbrechen kann. Auch einzelne Elektronen, also elektrisch geladene Teilchen, können aus Verbindungen herausgeschlagen werden. So kann Strahlung direkt alle Elemente der Zelle, wie zum Beispiel DNA (Moleküle, die die Erbinformation tragen) oder Proteine schädigen. Andererseits kann Strahlung auch mit dem Wasser interagieren, das in Zellen reichlich vorhanden ist, und Radikale bilden. Diese sehr reaktionsfreudigen Stoffe können wiederum auf Zellbestandteile treffen und diese schädigen. Für Spätfolgen einer Strahlenexposition sind Veränderungen der DNA von besonderer Bedeutung. Reparaturmechanismen der Zelle Normalerweise ist die Zelle in der Lage, Strahlenschäden korrekt zu reparieren, sodass keine negativen Folgen auftreten. Schafft sie das nicht, stirbt sie in der Regel ab. Dafür hat der menschliche Körper raffinierte, strukturierte Programme zur Verfügung ( z. B. Apoptose). Bei massiven Schäden durch eine Bestrahlung mit sehr hohen Strahlendosen funktionieren aber auch diese Vorgänge nicht mehr und die Zelle stirbt unkontrolliert ab (Nekrose). Besonders gefährlich ist jedoch, wenn die DNA einer Zelle geschädigt wird und der Schaden entweder gar nicht oder fehlerhaft repariert wird, während die Zelle gleichzeitig weiter überlebt. So können genetisch veränderte (mutierte) Zellen entstehen, die sich weiter vermehren und z. B. eine Krebserkrankung auslösen. Strahlenwirkungen auf den Organismus Ionisierende Strahlung wirkt aber nicht nur auf die DNA. Sie kann auch die Struktur und Funktion von Zellen verändern. Das kann Entzündungsreaktionen, Zellalterung oder Funktionsverlust auslösen und unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Katarakte (Trübungen der Augenlinse) verursachen. Ob und in welchem Ausmaß eine Strahlenexposition zu einem gesundheitlichen Schaden führt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der absorbierten Strahlenmenge, der Strahlenart und davon, welches Organ oder Gewebe des Körpers hauptsächlich betroffen ist. Im System des Strahlenschutzes werden Strahlenwirkungen in zwei unterschiedliche Kategorien eingeteilt: „ stochastische Effekte“ auf der einen Seite und "Gewebeeffekte" (auch deterministischen Effekte genannt) auf der anderen Seite. Vergleich zwischen deterministischen und stochastischen Strahlenschäden Deterministische Strahlenschäden (Gewebeschäden) Stochastische Strahlenschäden Beschreibung Schäden, die nur oberhalb eines Schwellenwertes der Dosis in nennenswertem Ausmaß auftreten Später auftretende Schäden aufgrund von Zellen, deren DNA (Erbmaterial) geschädigt wurde Ursache des Schadens Abtötung oder Fehlfunktionen zahlreicher Zellen Mutationen und nachfolgende Vermehrung von einzelnen mutierten Zellen (Körperzellen oder Keimzellen) Dosis -Abhängigkeit Je höher die Strahlendosis, desto schwerer der Strahlenschaden Je höher die Strahlendosis, desto höher die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Strahlenschadens Dosis - Schwellenwert ca. 500 Millisievert ( mSv ); beim ungeborenen Kind ca. 50 bis 100 mSv Nicht vorhanden Beispiele Rötungen der Haut, Haarausfall, Unfruchtbarkeit, akute Strahlenkrankheit, Fehlbildungen und Fehlentwicklungen des Gehirns beim Ungeborenen Krebs Bei manchen Erkrankungen, die auch als Folge von Strahlung auftreten können, ist der genaue Zusammenhang zwischen Strahlendosis und Erkrankungsrisiko noch unklar. Insbesondere ist nicht gesichert, dass es für sie eine Schwellenwertdosis gibt, also eine Dosis, die dafür mindestens nötig ist. Und falls es einen solchen Wert gibt, wo dieser genau liegt. Ziele des Strahlenschutzes Der Strahlenschutz ist darauf ausgerichtet, die Gesundheit des Menschen zu schützen. Er hat das Ziel, Gewebeschäden ( deterministische Strahlenschäden) zuverlässig zu verhindern und das Risiko für stochastische Schäden auf ein vernünftigerweise erreichbares Maß zu reduzieren (ALARA-Prinzip). Stand: 30.06.2026
<p>Veränderungen und Risiken durch den Klimawandel</p><p> Erhöhung der CO2-Konzentration <p>Der Mais zählt zu den C4-Pflanzen. Diese weisen bei momentanen Kohlenstoffdioxidkonzentrationen in der Atmosphäre bereits maximale Photosyntheseraten auf und auch die Wassernutzungseffizienz ist schon vergleichsweise hoch. Dementsprechend ist durch einen weiteren Anstieg der Kohlenstoffdioxidkonzentration kein oder ein nur sehr gering ausgeprägter CO2-Düngeeffekt zu erwarten.<br> Mittels vergleichender Experimente können indirekte Verbesserungen durch steigende CO2-Konzentrationen festgestellt werden.<br> Bei C4-Pflanzen bleibt die Trockenmassebildung auch bei geringer Wasserverfügbarkeit und steigenden CO2-Konzentrationen hoch. Der Ertrag sinkt, die gute Wassernutzungseffizienz der C4-Pflanzen gleicht dies jedoch aus. Bei C3-Pflanzen können dagegen eindeutige Reaktionen auf trockene Wachstumsbedingungen nachgewiesen werden. (5)</p> Phänologische Phasen <p>Im Allgemeinen wird erwartet, dass sich im Zuge des Klimawandels die phänologischen Phasen der Vegetation verändern – genauer verfrühen und verlängern. Davon sind auch die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen betroffen.<br> In Baden-Württemberg konnte beim Vergleich der Mittelwerte der Perioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2011 festgestellt werden, dass sich das Auflaufen des Mais um durchschnittlich sieben Tage verfrüht und die Ernte um vier Tage verspätet hat. Dementsprechend hat sich die Vegetationsperiode um elf Tage verlängert. (6)<br> Es ist zu erwarten, dass sich solche Entwicklungen im Laufe der Zeit weiter verstärken werden.</p> Bewässerungsbedarf <p>Die Maispflanze hat mit einem Transpirationskoeffizienten von 180 bis 350 Liter Wasser pro Kilogramm Trockenmasse einen verhältnismäßig geringen Wasserbedarf. Allerdings können längere Trockenperioden speziell in der Blütephase, die sich in Mitteleuropa von Juli bis September erstreckt (7), zu deutlichen Ertragseinbußen von bis zu 30 % führen, denn hier wird die Grundlage für die Kolben- und Kornbildung gelegt (8).<br> Dementsprechend kann auch in Rheinland-Pfalz die Bewässerung der Maisfelder eine zukünftig notwendige Maßnahme zur Sicherung der Erträge darstellen. Speziell auf Böden mit einer geringen Wasserspeicherkapazität ist dies unumgänglich. Bei optimaler Bodenfeuchtigkeit (nutzbare Feldkapazität 50 %) können Ertragssteigerungen von bis zu 15 % im Vergleich zur Variante ohne Bewässerung festgestellt werden (8).<br> Die momentane Einstufung der Maisanbauflächen in Rheinland-Pfalz weist eine mittlere Toleranz gegenüber der Gefahr durch Trockenstress auf, zukünftig wird sich der Anteil der Flächen mit einer sehr geringen Toleranz jedoch deutlich ausweiten (9).</p> Früh- und Spätfrost <p>Der Mais ist eine wärmeliebende Pflanze und deshalb relativ frostempfindlich. Allerdings ist die Gefahr beeinträchtigender Schäden abhängig vom Entwicklungsstand. Noch nicht gekeimter Mais übersteht Frost ohne Probleme. Hat die Keimung schon stattgefunden aber die Keimlinge sind noch nicht aufgelaufen, sind keine bleibenden Schäden zu erwarten, jedoch kommt es in solchen Fällen häufig zur Spiralbildung, das heißt der Mais wächst der Wärme entgegen und damit während der Frostperiode in tiefere Bodenschichten. Nach dem Auflaufen sind die Maispflanzen kurzzeitig bis -3 °C frosthart. Es kommt dabei lediglich zu einem Wachstumsstopp und verblassten Blättern, irreversible Schäden bleiben jedoch aus. (10)<br> Bei längeren Frösten unter -3 °C frieren die Pflanzen jedoch ab. Im Herbst wird die Kornabreife bei Temperaturen unter -2 °C vorzeitig beendet. (11)<br> Da sich das Auflaufen der Maispflanzen bereits nachweisbar verfrüht hat und sich die Übergangsjahreszeiten verkürzen, steigt hiermit auch die Gefahr von Ertragseinbußen durch Spätfröste im Frühjahr deutlich an.</p> Starkregen und Hagel <p>Die Anfälligkeit des Mais für Starkregen und Hagel ist abhängig von dem Entwicklungsstadium der Pflanze. Befindet sich der Vegetationskegel noch geschützt unter der Erde, so ist eine vollständige Regeneration in den meisten Fällen möglich und es sind keine oder nur sehr geringe Ertragsverluste zu verzeichnen. Im fortgeschrittenen Wachstumsstadium kann der Hagelschlag im schlimmsten Fall durch Verletzungen des Vegetationskegels zum Absterben der Maispflanze führen. Werden die unteren Blätter der Pflanze beschädigt, hat dies meist keine Auswirkungen auf den Ertrag. Die Blätter am Kolben und aufwärts sind von größerer Bedeutung. (12)<br> Bei Staunässe als Folge von Starkregenereignissen wird das Wachstum der Pflanze deutlich beeinträchtigt. Die Pflanzen bleiben unterdurchschnittlich klein, sind häufig gelb gefärbt und haben ein schwaches Wurzelsystem mit möglichen Faulstellen, die ein Risiko für verschiedene Pilzinfektionen darstellen. (13)<br> Nehmen die Starkniederschläge speziell im Frühjahr zu, so steigt auch die Gefahr von Ertragseinbußen durch Hagelschäden und Staunässe.</p> Erosion <p>Die Erosionsanfälligkeit einer Fläche wird von vielen Faktoren bestimmt. Neben der Bodenart, dem Humusgehalt des Oberbodens, der Bearbeitungsform und Bearbeitungsrichtung sind das Gefälle, die Hanglänge und der Bewuchs entscheidend (14).<br> Die Erosionsgefahr beim Maisanbau ist vergleichsweise hoch. Dies ist auf den späten Bestandsschluss der Pflanzen zurückzuführen. Dementsprechend ist der Anbau von Mais auf Ackerflächen mit einer Hangneigung von mehr als 5 % zu vermeiden. Zudem ist die Mulchsaat als ein bodenschützendes und erosionsvermeidendes Verfahren zu empfehlen. Der hohe Gehalt organischen Materials im oberen Teil der Ackerkrume unterstützt auch bei Berücksichtigung der Starkregen die Stabilität des Bodens und wirkt damit der Oberflächenerosion entgegen. Zudem wird hierdurch der Abtrag von organischem Material und Nährstoffen durch den Oberflächenabfluss bei starken Regenfällen vermindert und somit auch der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft Rechnung getragen. (2)</p> Hitzestress <p>Der Mais als wärmeliebende Pflanze weist eine hohe Toleranz gegenüber Hitzeperioden auf. Bei ausreichender Wasserversorgung kommt es erst bei Lufttemperaturen über 40 °C zu Schädigungen und damit zu Ertragseinbußen (15). Andere Studien besagen, dass es bei Temperaturen über 35 °C zur Sterilität der Pollen und damit zu einer gestörten Befruchtung der Pflanzen kommt (16).<br> In Abhängigkeit von der Temperaturentwicklung in Rheinland-Pfalz kann es dementsprechend zur Beeinträchtigung des zukünftigen Maisanbaus kommen. Durch die Zusatzbewässerung kann dem jedoch entgegengewirkt und eine Ertragsstabilität erreicht werden (9).</p> Schädlinge und Krankheiten <strong>Setosphaeria-Blattfleckenkrankheit:</strong><p>Die Setosphaeria-Blattfleckenkrankheit zählt zu den wirtschaftlich wichtigsten Maiskrankheiten in Deutschland. 1995 trat die Krankheit erstmals in der Oberrheinebene und weiteren überdurchschnittlich warmen Anbaugebieten in Deutschland auf. Sie wird über den Pilz <em>Setosphaeria turcica</em> ausgelöst, dessen Vorkommen speziell durch feuchtwarme Witterung im Frühsommer bestimmt wird. Temperaturen zwischen 24 und 30 °C in Kombination mit etwa zehnstündiger Blattnässe stellen die optimalen Voraussetzungen für das Auskeimen und Eindringen der Sporen in das Blattgewebe dar. Nach etwa 10 bis 14 Tagen können bereits neue Sporen an den Blattunterseiten gebildet werden. Unter solch optimalen Bedingungen sind mehrere Entwicklungszyklen in einem Sommer möglich. Starke Sommertrockenheit reduziert dagegen das Risiko eines wirtschaftlich bedeutenden Befalls.<br> Die Infektion äußert sich durch kleine, längliche, wässrig aussehende Flecken an den unteren Blättern der Pflanze, die zu langgestreckten oder streifigen, graugrünen bis hellbraunen Läsionen heranwachsen können. Bei starkem Befall können ganze Teile der Blattspreite absterben. (17)<br> Um die Blattfleckenkrankheit zu vermeiden, sind verschiedene präventive Maßnahmen wichtig. Da die Infektion von Maisstoppeln und Maisstroh des Vorjahres ausgeht, sind die Fruchtfolge und die Sortenwahl entscheidend. Aber auch die Bodenbearbeitung spielt eine Rolle. Die Maisstoppeln des Vorjahres als Ausgangspunkte für die Infektion sollen möglichst vollständig in den Boden eingearbeitet werden, denn hierdurch wird das Infektionsrisiko im Folgejahr vermindert. (18)<br> Da die Setosphaeria-Blattfleckenkrankheit durch feuchtwarme Frühsommerwitterung gefördert wird, ist anzunehmen, dass ihre Bedeutung im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen wird.</p><strong>Maiszünsler:</strong><p>Dem Maiszünsler wird besonders in Süddeutschland eine große Bedeutung zugeschrieben. Ab Juni fliegen die vollentwickelten Schmetterlinge und legen speziell an Maispflanzen ihre Eier an den Blattunterseiten ab. Etwa 7 bis 14 Tage später schlüpfen die Raupen und bohren sich von oben nach unten in den Stängel der Pflanze ein. Dadurch wird die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanze gemindert. In Abhängigkeit von der Höhe der Schäden lässt sich demnach auf die Befallsphase schließen.<br> Je weiter unten an der Pflanze Fraßschäden zu erkennen sind, desto größer ist das Risiko sekundärer Infektionen durch verschiedene Pilze. Die Überwinterung erfolgt in den Maisstoppeln und ab Mai des Folgejahres beginnt die Verpuppung zum Schmetterling.<br> Symptome, die auf den Maiszünsler hinweisen, sind geknickte und abgebrochene Maisfahnen sowie Fraßlöcher an den Bruchstellen.<br> Die Möglichkeiten zur Bekämpfung des Schädlings sind recht vielseitig. Tiefes Unterpflügen der Maisstoppeln und des Maisstrohs im Herbst des Vorjahres ist bei konsequenter und flächendeckender Anwendung sehr effektiv. Dadurch wird den Larven das Verlassen des Bodens im nächsten Frühjahr deutlich erschwert. Tritt dennoch im Sommer der Befall ein, so können verschiedene chemische Insektizide angewandt werden, aber auch das Aussetzen der Trichogramma-Schlupfwespen ist eine effektive Möglichkeit, den Entwicklungszyklus des Käfers zu unterbrechen. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in das Gelege des Maiszünslers und unterbinden damit den Schlupf der Larven. (19)<br> Warme und trockene Witterung im Juli fördert die Entwicklung der Larven und den Schlupf. Demnach ist zu erwarten, dass die Belastung des Maisanbaus zukünftig mit den steigenden Sommertemperaturen zunehmen wird.</p><strong>Maiswurzelbohrer:</strong><p>Bei dem Maiswurzelbohrer handelt es sich um einen kleinen Blattkäfer, der 2011 das erste Mal in Rheinland-Pfalz verzeichnet wurde. Das Weibchen legt im Vorjahr etwa 400 Eier im Boden ab, die dort überwintern. Im Folgejahr schlüpfen ab der zweiten Hälfte der Vegetationszeit des Mais die Larven, die für die typischen Fraßschäden an den Wurzelsystemen der Maispflanzen verantwortlich sind. Durch die Schädigungen an den Pflanzen steigt mit dem Maiswurzelbohrerbefall auch die Gefahr von Pilzinfektionen. Im Anschluss verpuppt sich die Larve und kurze Zeit später schlüpft der Käfer. Dieser befällt nicht nur das Wurzelsystem, sondern beeinträchtigt auch die Kornausbildung und damit den Ertrag, da er gezielt an den Narbenfäden des weiblichen Blütenstandes frisst. (20)<br> Nach dem Reifungsfraß können bis zu drei Mal pro Jahr Eier gelegt werden, wobei nach jeder Eiablage der Reifungsfraß folgt.<br> Bei dem Maiswurzelbohrer handelt es sich um einen Fruchtfolgeschädling. Besonders häufig und wirtschaftlich relevant tritt dieser auf Flächen mit einem Maisanteil von mehr als 50 % an der Fruchtfolge auf. Wird dieser Anteil auf ein Drittel reduziert, so können deutlich reduzierte Ertragsverluste verzeichnet werden. (21)<br> Verschiedene Studien zeigen bereits, dass die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers durch steigende Temperaturen im Frühjahr positiv beeinflusst wird. Dementsprechend ist zukünftig mit einer erhöhten Belastung des Maisanbaus durch diesen Schädling zu rechnen. (22)</p></p><p> Literatur Literatur<p>[1] Deutscher Bauernverband. Der Mais – Anbau und Verwendung. DBV Deutscher Bauernverband. [Online] o. J. [Zitat vom: 14. September 2017.]</p><p>[2] Peyker, W., et al., et al. Leitlinie zur effizienten und umweltverträglichen Erzeugung von Silomais zur Fütterung und Nutzung als Gärsubstrat in Biogasanlagen. Jena: Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, 2007.</p><p>[3] Diepenbrock, W., Ellmer, F. und Leon, J. Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Stuttgart: Eugen Ulmer KG, 2009.</p><p>[4] LKSH. Anbautelegramm Mais. Rendsburg: Landwirtschaftkammer Schleswig-Holstein, o. J.</p><p>[5] Weigel, H.-J., et al., et al. Mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre: Wie reagieren Kulturpflanzen? [Buchverf.] J. L. Lozán, et al., et al. Warnsignal Klima: Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen. 2014, 4.6.</p><p>[6] Flaig, H., Holz, I. und Franzaring, J. Phänologie der Kulturpflanzen als Indikator für den Klimawandel in Baden-Württemberg. Landinfo. Mai 2014, S. 49-53.</p><p>[7]. pflanzenforschung.de. Mais Zea mays. pflanzenforschung.de. [Online] o. J. [Zitat vom: 06. Oktober 2017.] <a href="http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/pflanzen-im-fokus/mais/">www.pflanzenforschung.de/de/themen/pflanzen-im-fokus/mais/</a>.</p><p>[8] Fricke, E. und Riedel, A. Erträge durch Beregnung absichern. Hannover: Landwirtschaftskammer Niedersachsen, o. J.</p><p>[9] Trapp, M., Tintrup gen. Suntrup, G. und Kotremba, C. Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und den Weinbau in Rheinland-Pfalz. [Hrsg.] RLP Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. 2013.</p><p>[10] Krauß, H. Schadet der Frost dem gelegten Mais? agrarheute. [Online] 19. April 2017. [Zitat vom: 14. September 2017.] <a href="https://www.agrarheute.com/pflanze/mais/schadet-frost-gelegten-mais-522751">www.agrarheute.com/pflanze/mais/schadet-frost-gelegten-mais-522751</a>.</p><p>[11] KWS. Mais Anbauplaner. Einbeck: KWS SAAT SE, o. J.</p><p>[12] Reimers, A. Hagelschäden an jungen Maispflanzen. Buxtehude: Pioneer Hi-Bred Northern Europe Sales Division GmbH, 2012.</p><p>[13] proplanta. Infothek Mais: Staunässe. proplanta – Das Informationszentrum für die Landwirtschaft. [Online] o. J. [Zitat vom: 14. September 2017.] <a href="http://www.proplanta.de/Mais/Staunaesse-Mais_Pflanze1141979702.html">www.proplanta.de/Mais/Staunaesse-Mais_Pflanze1141979702.html</a>.</p><p>[14] Umweltbundesamt. Erosion. Umweltbundesamt. [Online] 15. März 2016. [Zitat vom: 06. September 2017.] <a href="http://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/bodenbelastungen/erosion#textpart-1">www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/bodenbelastungen/erosion</a>.</p><p>[15] LUBW. Hitzebelastung. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. [Online] o. J. [Zitat vom: 14. September 2017.]</p><p>[16] Gömann, H., et al., et al. Landwirtschaft. [Buchverf.] G. Brasseur, D. Jacob und S. Schuck-Zöller. Klimawandel in Deutschland – Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven. Berlin Heidelberg: Springer Spektrum, 2017, S. 183-192.</p><p>[17] Zellner, M. Mais: Welche Blattflecken wirklich gefährlich sind. top agrar. 12 2003, S. 58-61.</p><p>[18] Dezernat Pflanzenschutzdienst. Krankheitsbekämpfung im Mais. Hessen Regierungspräsidium Gießen. [Online] 11. Januar 2017. [Zitat vom: 25. September 2017.] <a href="http://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/ratgeber-pflanzenschutz/mais/krankheitsbekaempfung/">pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/ratgeber-pflanzenschutz/mais/krankheitsbekaempfung/</a>.</p><p>[19] LfL. Maiszünslerbekämpfung – welche Möglichkeiten gibt es und was ist dabei zu beachten? Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. [Online] o.J., D. [Zitat vom: 25. September 2017.] <a href="https://www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/030323/index.php">www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/030323/index.php</a>.</p><p>[20] Baufeld, P., Unger, J.-G. und Heimbach, U. Westlicher Maiswurzelbohrer – ein bedeutender Quarantäneschädling an Mais. Braunschweig: Julius Kühn-Institut, 2011.</p><p>[21] LfL. Der Westliche Maiswurzelbohrer – ein gefährlicher Schädling im Maisanbau. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. [Online] o. J., E. [Zitat vom: 25. September 2017.] <a href="http://www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/033170/index.php">www.lfl.bayern.de/ips/blattfruechte/033170/index.php</a>.</p><p>[22] Wilstermann, A. TP 11: Auswirkungen des Klimawandels auf wichtige Schädlinge im Maisanbau. [Online] Klimafolgenforschung in Niedersachsen, o. J:. [Zitat vom: 16. Oktober 2017.]</p></p>
Problemstellung: POPs (persistent organic pollutants) sind schwer abbaubare organische Schadstoffe, die sich in organischem Material und in der Nahrungskette anreichern. Für Mensch und Tier bergen sie eine ganze Reihe von Gefahren. Dazu zählen Anomalien und Deformationen von Embryonen ebenso wie gestörte Entwicklungsabläufe im Baby- und Kindesalter. Des weiteren sind solche Chemikalien die Ursache von Krebserkrankungen und sie schädigen das Nerven- sowie das Immunsystem. Auch wirken einige dieser Stoffe im Organismus wie körpereigene Hormone und stören deshalb den Hormonhaushalt. Dies führt bei einigen Tiere zu Störungen der Fruchtbarkeit bis hin zu Unfruchtbarkeit. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaft verflüchtigen sich POPs in den warmen Regionen und werden in der Atmosphäre über weite Distanzen transportiert. In kalten Regionen kondensieren sie dann wieder aus und reichern sich an. Besonders stark belastet sind daher Arktis und Antarktis, die weit entfernt von den Regionen liegen, wo POPs tatsächlich produziert und verwendet werden. Auch in den Alpen ist es kalt und zusätzlich bilden diese eine Barriere für Luftmassen aus allen Windrichtungen. Es liegt daher nahe, zu vermuten, dass POPs auch in den Alpen in hohen Konzentrationen vorkommen. Nachdem erste Studien diese Vermutung bestätigt haben, wurde das Project MOPNARPOP (Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent and other Organic Pollutants) gestartet, um die momentane Situation im Alpenraum abzuschätzen. Beteiligt sind Österreich, Deutschland, die Schweiz, Italien und Slowenien mit Unterstützung des Alpine Space Programme (INTERREG IIIB) der EU. Zielsetzung: MONARPOP untersucht POPs und andere organische Schadstoffe bezüglich Langstreckentransport und Mengen, die in abgelegene Alpenregionen verfrachtet werden; Windrichtungen aus welchen die grössten Mengen verfrachtet werden; regionaler Unterschiede im Alpenraum; unterschiedlichen Höhenlagen; momentanen Mengen, die in den alpinen Wäldern gebunden sind; möglichen biologischen Auswirkungen der gefundenen Mengen.
Im dem Projekt werden methodische und materielle Grundlagen zur Züchtung einer sterilen Kamillesorte erarbeitet. Die Züchtung von triploider Kamille stellt hierfür einen aussichtsreichen Weg dar und diese könnte - ähnlich wie die triploiden Sorten bei Obst- und Zierpflanzen - deutliche Vorteile gegenüber diploiden oder tetraploiden Sorten aufweisen, insbesondere das Fehlen einer langanhaltenden, agronomisch problematischen Feldkontamination mit Kamillesamen sowie eine Ertragssteigerung aufgrund verstärkter Blühwilligkeit und längerer Blühdauer. Während sterile triploide Sorten in der Obst- und Zierpflanzenzüchtung seit langem einen festen Platz haben, wären sie bei Arznei- und Gewürzpflanzen, d. h. auch bei Kamille, eine absolute Neuheit. Ein Ziel ist es zu bestätigen, dass triploide Kamillepflanzen die vermuteten Anforderungen hinsichtlich Sterilität und Blühverhalten erfüllen (erster Meilenstein). Hierzu werden Triploide mit verschiedenem genetischen Hintergrund (spontan in Sorten und Populationen entstanden und aus gezielten interploiden Kreuzungen zwischen di- und tetraploiden Pflanzen erhalten) in einer Anbauprüfung getestet und analysiert. Zur Erreichung des Vorhabenzieles sind männlich sterile, weiblich fertile Pflanzen nötig (zweiter Meilenstein). Diese könnten entweder als Mutterpflanzen zur Erzeugung triploider Kamille dienen oder direkt bei geschlossenem Feldanbau als sterile Population die angestrebten Ziele (fehlender Samenausfall, längere Blühdauer) erreichen. Bereits begonnene Arbeiten einen geeigneten Sterilitätsmechanismus bei Kamille zu finden werden fortgeführt. Es wird an der Selektion von weiblich fertilen und männlich sterilen (MS) bzw. selbstinkompatiblen Kamillepflanzen und der Entwicklung / Induktion von männlich sterilen (MS/CMS) Pflanzen gearbeitet.
Im Projekt werden Züchtungsstrategien für eine optimale Nutzung von Hybridgerste in Biogas-Fruchtfolge entwickelt. Basis sind Mutter- und Vaterlinien aus Zuchtprogrammen der Wirtschaftspartner. Ein publiziertes und etabliertes CMS-System (cytoplasmatische männliche Sterilität) soll in unterschiedliche Mutterlinien eingebracht werden. Durch Untersuchung mit hocheffizienten molekularen Techniken werden Marker zur Selektion von CMS- bzw. Restorerlinien entwickelt. Mit Hilfe eines Gametozides werden 230 Testhybriden erstellt, die an sechs Standorten auf Merkmale hin phänotypisiert werden, die für Verwendung von Wintergerste als Biogassubstrat wichtig sind (Spätsaatverträglichkeit, Winterhärte, Strohstabilität, Resistenz gegen Pilz- und Viruskrankheiten). Merkmale, die mit Stresstoleranz und Vitalität im Zusammenhang stehen, wie Wurzelwachstum Prolingehalt und C13 Discriminierung werden untersucht. Eine Assoziationsstudie ermöglicht die Identifizierung von neuen Markern für Merkmale im Zusammenhang mit der Nutzung von Wintergerste als nachwachsendem Rohstoff. Mit Elternlinien und Testhybriden werden am WZW, der LfL und am IBG-2 molekulare Grundlagen von Heterosis aufgeklärt. Die beteiligten Unternehmen führen Feldversuche an 6 Orten durch. Durch Assoziationskartierung an der LfL können stressrelevante Gene identifiziert und das Ausmaß an Heterosis abgeschätzt werden. Mit markergestützer Selektion ist die spezifische Kombinationsfähigkeit von Elternlinien optimierbar.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 58 |
| Europa | 2 |
| Land | 3 |
| Weitere | 4 |
| Wissenschaft | 30 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 56 |
| Text | 5 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 6 |
| Offen | 58 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 63 |
| Englisch | 7 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 4 |
| Keine | 30 |
| Webseite | 33 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 31 |
| Lebewesen und Lebensräume | 64 |
| Luft | 21 |
| Mensch und Umwelt | 63 |
| Wasser | 23 |
| Weitere | 62 |