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Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft und Stickstoffüberschuss

<p> <p>Stickstoff ist ein essenzieller Nährstoff für alle Lebewesen. Im Übermaß in die Umwelt eingebrachter Stickstoff führt aber zu enormen Belastungen von Ökosystemen.</p> </p><p>Stickstoff ist ein essenzieller Nährstoff für alle Lebewesen. Im Übermaß in die Umwelt eingebrachter Stickstoff führt aber zu enormen Belastungen von Ökosystemen.</p><p> Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft <p>Eine Maßzahl für die Stickstoffeinträge in Grundwasser, Oberflächengewässer, Böden und die Luft aus der Landwirtschaft ist der aus der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz ermittelte Stickstoffüberschuss (siehe Abb. „Saldo der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in Bezug auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche“). Überschüssiger Stickstoff aus landwirtschaftlichen Quellen gelangt als Nitrat in Grund- und Oberflächengewässer und als Ammoniak und Lachgas in die Luft. Lachgas trägt als hochwirksames <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a> zur Klimaerwärmung bei. Der Eintrag von Nitrat und Ammoniak führt zur Belastung des Grundwassers als wichtige Trinkwasserressource, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/versauerung">Versauerung</a> von Böden, Nährstoffanreicherung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a>) in Land- und Wasserökosystemen und Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt (siehe „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/stickstoff#einfuhrung">Umweltbelastung der Landwirtschaft – Stickstoff</a>“).&nbsp;</p> <p>Ein Diagramm zeigt den zeitlichen Verlauf des Stickstoffüberschusses zwischen 1990 und 2023 für Einzeljahre und im gleitenden 5-Jahresmittel. Erkennbar ist eine Abnahme im 5-jährigen Mittel von 117 auf 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr. Das Ziel für 2026-2030 sind 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr.</p> <strong> Saldo der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in Bezug auf die landwirtschaftlich ... </strong> <p>___<br> * jährlicher Überschuss bezogen auf das letzte Jahr des 5-Jahres-Zeitraums (aus gerundeten Jahreswerten berechnet)<br> ** 1990: Daten zum Teil unsicher, nur eingeschränkt vergleichbar mit Folgejahren. 2023: Daten teilweise vorläufig<br> *** Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, bezogen auf das 5-Jahres-Mittel des Zeitraums 2026 - 2030</p> Quelle: <p>Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) 2025, Statistischer Monatsbericht Kap. A Nährstoffbilanzen und Düngemittel, Nährstoffbilanz insgesamt von 1990 bis 2023 (MBT-0111260-0000)</p> Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/DE_Indikator_AGRI-01_Stickstoffueberschuss-Landwirt_2026-03-05_0.pdf">Diagramm als PDF (99,24 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/DE-EN_Indikator_AGRI-01_Stickstoffueberschuss-Landwirt_2026-03-05_1.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (90,90 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Die Stickstoff-Gesamtbilanz setzt sich zusammen aus den Komponenten Flächenbilanz (Bilanzierung der Pflanzen- bzw. Bodenproduktion), Stallbilanz (Bilanzierung der tierischen Erzeugung) und der Biogasbilanz (Bilanzierung der Erzeugung von Biogas in landwirtschaftlichen Biogasanlagen). Der Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz ergibt sich aus der Differenz von Stickstoffzufuhr in und Stickstoffabfuhr aus dem gesamten Sektor Landwirtschaft (siehe Schaubild „Schema der Stickstoff-Gesamtbilanz der Landwirtschaft“). Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> wird vom Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius-Kühn-Instituts und dem Umweltbundesamt berechnet und jährlich vom BMLEH veröffentlicht (siehe&nbsp;<a href="https://www.bmel-statistik.de/fileadmin/daten/0111260-0000.xlsx">BMLEH, Tabellen zur Landwirtschaft, MBT-0111-260-0000</a>).&nbsp;</p> <p>Der Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz ist als mittlerer Überschuss aller landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland zu interpretieren.&nbsp;Regional unterscheiden sich die Überschüsse jedoch teilweise stark voneinander. Grund dafür sind vorrangig unterschiedliche Viehbesatzdichten und daraus resultierende Differenzen beim Anfall von Wirtschaftsdünger. Um durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> und Düngerpreis verursachte jährliche Schwankungen auszugleichen wird ein gleitendes 5-Jahresmittel errechnet.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/3_schaubild_schema-n-gesamtbilanz_0.png"> </a> <strong> Schema der Stickstoff-Gesamtbilanz der Landwirtschaft </strong> Quelle: verändert nach Häußermann Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_schaubild_schema-n-gesamtbilanz_0.pdf">Schaubild als PDF (47,21 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p>Die Ergebnisse der Bilanzierung zeigen einen deutlich abnehmenden Trend bei den Stickstoffüberschüssen über die gesamte Zeitreihe (siehe Abb. „Saldo der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in Bezug auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche“). Im Zeitraum 1994 bis 2023 ist der Stickstoffüberschuss im gleitenden 5-Jahresmittel von 117 Kilogramm Stickstoff pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche und Jahr (kg N/ha*a) auf 70 kg N/ha*a gesunken. Das entspricht einem jährlichen Rückgang von über 1 % sowie einem Rückgang über die Zeit um 40 %. Die Reduktion des Stickstoffüberschusses zu Beginn der 1990er Jahre ist größtenteils auf den Abbau der Tierbestände in den östlichen Bundesländern zurückzuführen. Der durchschnittliche Rückgang des Stickstoffüberschusses über die gesamte Zeit von 1994 bis 2023 beruht auf einem effizienteren Einsatz von Stickstoff-Düngemitteln, Ertragssteigerungen in der Pflanzenproduktion, höhere Futterverwertung bei Nutztieren und gesunkenen Tierzahlen.&nbsp;Seit 2015 ist der Überschuss besonders stark zurückgegangen. Der wesentliche Treiber dieses Rückgangs ist der deutlich verminderte Einsatz von Mineraldüngern. Dies ist u.a. auf eine verschärfte Düngegesetzgebung, der beschleunigten Einführung emissionsarmer Ausbringungstechnologien, mehrerer Dürrejahre und höherer Düngemittelpreise nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine zurückzuführen.&nbsp;</p> <p>Im Jahr 2016 wurde in der&nbsp;<a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/2335292/3962877378d74837d4f4c611749b6172/2025-05-13-dns-2025-data.pdf">Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie</a> der Bundesregierung (BReg 2016) ein Zielwert von 70 kg N/ha*a für das gleitende 5-Jahresmittel von 2028-2032 verankert. Mit der <a href="https://www.bundesregierung.de/resource/blob/976072/2335292/c4471db32df421a65f13f9db3b5432ba/2025-02-17-dns-2025-data.pdf?download=1">Weiterentwicklung</a> der Strategie in 2025 wurde der Zeitraum für die Zielerreichung auf die Jahre 2026 bis 2030 vorgezogen.&nbsp;</p> </p><p> Bewertung der Entwicklung <p>Das Ziel der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wird mit Veröffentlichung des Bilanzjahres 2023 erstmalig erreicht, was einen großen Erfolg darstellt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass es keiner weiteren Anstrengungen mehr Bedarf, die Stickstoffeinträge in die Umwelt weiter zu reduzieren oder auch dass die Überschüsse in den kommenden Jahren auf dem Niveau bleiben werden. Vielmehr ist dies als ein Teilziel zu betrachten, auf dem Weg Umwelt, Gesundheit und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> insgesamt vor zu hohen Stickstoffeinträgen zu schützen.&nbsp;Besonders im Hinblick auf die Umweltziele zur Verringerung der Nitratbelastung des Grundwassers - aufgrund seiner großen Bedeutung als Trinkwasserressource -, zur Minderung des Stickstoffeintrags in Nord- und Ostsee sowie zur Begrenzung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a> aquatischer und terrestrischer Ökosysteme ist das Ziel von 70 kg Stickstoff pro Hektar nicht ausreichend. Denn hier kommt es weniger auf den durchschnittlichen nationalen Stickstoffüberschuss, sondern viel mehr auf die regionale Verteilung der&nbsp;Stickstoffüberschüsse an. Einen&nbsp;Überblick über die Verteilung der Überschüsse liefert <a href="https://gis.uba.de/maps/resources/apps/lu_nflaechenbilanzueberschuss/index.html?lang=de&amp;vm=2D&amp;s=9193427.02702703&amp;r=0&amp;bm=tpol&amp;c=1150000%2C6683301.2629420925&amp;l=nfbue_daten%2C%7E18b29039bd5-layer-2%28-2%2C-3%2C-4%2C-5%2C-6%29">die Karte zu den regionalen N-Flächenbilanzüberschüssen</a>.&nbsp;</p> </p><p> Stickstoffzufuhr und Stickstoffabfuhr in der Landwirtschaft <p>Die Stickstoffzufuhr in der landwirtschaftlichen Gesamtbilanz setzt sich aus mehreren Quellen zusammen. Dazu zählen vor allem Mineraldünger, importierte Wirtschaftsdünger, Kompost und Klärschlamm, die Stickstoffdeposition aus der Luft, die biologische Stickstoffbindung durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a>, Co-Substrate für die Bioenergieproduktion sowie Futtermittelimporte. Die Stickstoffabfuhr erfolgt über pflanzliche und tierische Marktprodukte.</p> <p>Zwischen 1990 und 2023 lag die durchschnittliche Stickstoffzufuhr bei 186 kg N/ha*a. Sie erreichte 1990 mit 209 kg N/ha*a ihren Höchstwert und sank bis 2023 auf ein Minimum von 143 kg N/ha*a. Bis 2017 blieb die Zufuhr weitgehend konstant, in den letzten sechs Jahren ging sie jedoch deutlich um durchschnittlich 8 kg N/ha*a zurück. Die Stickstoffabfuhr betrug im gesamten Zeitraum durchschnittlich 87 kg N/ha*a. Sie stieg bis 2017 kontinuierlich auf 98 kg N/ha*a an und ist seitdem leicht rückläufig. Aktuell liegt sie bei 89 kg N/ha*a. Durch den stärkeren Rückgang der Zufuhr im Vergleich zur Abfuhr hat sich der Stickstoffüberschuss deutlich verringert (siehe Abb. „Zu-und Abfuhr der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz, 1990-2023“).</p> <p>Im Jahr 2023 stammten 42 % der <u>Stickstoffzufuhr</u> aus Mineraldüngern, 24 % aus inländischem Tierfutter und 15 % aus Futtermittelimporten. Weitere Beiträge kamen aus der biologischen Stickstofffixierung von Leguminosen (10 %), aus atmosphärischer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/deposition">Deposition</a> (3 %), aus Co-Substraten für die Biogasproduktion (2 %) sowie aus Saat- und Pflanzgut (1 %). Wirtschaftsdünger und betriebseigene Futtermittel werden in der Flächenbilanz, nicht jedoch in der Gesamtbilanz berücksichtigt (siehe Abb. „Stickstoff-Zufuhr zur landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in 2023“).</p> <p>Die <u>Stickstoffabfuhr</u> erfolgte 2023 zu 68 % über pflanzliche Marktprodukte und zu 32 % über Fleisch, Schlachtabfälle und andere tierische Produkte (siehe Abb. „Stickstoff-Abfuhr aus der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in 2023“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/4_Abb_N-Zu-und_Abfuhren_Zeitreihe_2026-03-05.png"> </a> <strong> Zu-und Abfuhr der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz, 1990-2023 </strong> Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft / Ernährung und Heimat <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/4_Abb_N-Zu-und_Abfuhren_Zeitreihe_2026-03-05.png">Bild herunterladen</a> (279,67 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_N-Zu-und_Abfuhren_Zeitreihe_2026-03-05.pdf">Diagramm als PDF</a> (57,58 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_N-Zu-und_Abfuhren_Zeitreihe_2026-03-05.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (757,93 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/5_Abb_N-Zufuhren_Anteile_2026-03-05.png"> </a> <strong> Stickstoff-Zufuhr zur landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in 2023 </strong> Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft / Ernährung und Heimat <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/5_Abb_N-Zufuhren_Anteile_2026-03-05.png">Bild herunterladen</a> (119,91 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_N-Zufuhren_Anteile_2026-03-05.pdf">Diagramm als PDF</a> (36,68 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_N-Zufuhren_Anteile_2026-03-05.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (746,79 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/6_Abb_N-Abfuhren_Anteile_2026-03-05.png"> </a> <strong> Stickstoff-Abfuhr aus der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz in 2023 </strong> Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft / Ernährung und Heimat <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/6_Abb_N-Abfuhren_Anteile_2026-03-05.png">Bild herunterladen</a> (88,19 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Abb_N-Abfuhren_Anteile_2026-03-05.pdf">Diagramm als PDF</a> (34,71 kB) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/6_Abb_N-Abfuhren_Anteile_2026-03-05.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten</a> (746,41 kB) Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Maßnahmen zur Verringerung der Überschüsse <p>Um den Stickstoffüberschuss weiter zu verringern und die damit verbundenen Umweltziele zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-nitrat-im-grundwasser">Nitrat im Grundwasser</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-eutrophierung-durch-stickstoff">Eutrophierung von Ökosystemen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-eutrophierung-der-meere">Stickstoffeinträge in Küstengewässer</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-emission-von-luftschadstoffen">Emissionen von Luftschadstoffen</a> zu erreichen, sollten die Stickstoffzufuhr in der Landwirtschaft weiter reduziert und der eingesetzte Stickstoff effizienter genutzt werden. Die Voraussetzung dafür ist ein möglichst geschlossener Stickstoffkreislauf. Um dies zu erreichen müssen Maßnahmen umgesetzt werden, die dazu führen, dass die Anwendung von Mineraldünger reduziert wird, importierte Futtermittel durch heimische ersetzt werden und die Anzahl von Nutztieren reduziert und gleichmäßiger auf die landwirtschaftliche Fläche verteilt wird. Zudem sollte die Effizienz der Stickstoffnutzung durch weitere Optimierungen des betrieblichen Nährstoffmanagements, wie standortangepasste Bewirtschaftungsmaßnahmen, geeignete Nutzpflanzensorten und passende, vielfältige Fruchtfolgen verbessert werden.&nbsp;</p> </p><p> Die Düngeverordnung <p>Die <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/index.html">Düngeverordnung</a> definiert „die gute fachliche Praxis der Düngung“ und gibt vor, wie die mit der Düngung verbundenen Risiken zu minimieren sind. Sie wurde 2017 und 2020 umfassend&nbsp;novelliert um Strafzahlungen als Folge des Urteils des EuGHs gegen Deutschland wegen Verletzung der EU-Nitratrichtlinie zu verhindern. Dieses Ziel wurde vorerst erreicht. Die kurzfristige Wirkung der Maßnahmen der Düngeverordnung soll zukünftig im Rahmen eines Wirkungsmonitorings geprüft werden, um eine schnelle Nachsteuerung von Maßnahmen vor allem in den mit Nitrat belasteten und von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a> betroffenen Gebieten zu erreichen. Informationen zu den Novellierungen finden sich&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/grundwasser/nutzung-belastungen/faqs-zu-nitrat-im-grund-trinkwasser#was-ist-der-unterschied-zwischen-trinkwasser-rohwasser-und-grundwasser">hier</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Indikator: Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft

<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche ist seit 1994 im 5-Jahres-Mittel um 40 % zurückgegangen.</li> <li>Das Ziel der Bundesregierung ist es, den Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz im Mittel der Jahre 2026 bis 2030 auf 70 Kilogramm pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche zu senken.</li> <li>Das Ziel wurde 2023 erstmalig erreicht.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Stickstoff ist ein unentbehrlicher Nährstoff für alle Lebewesen. Im Übermaß in die Umwelt eingetragene reaktive Stickstoffverbindungen haben jedoch gravierende Auswirkungen auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>, Artenvielfalt, Landschaftsqualität und Wasserversorgung: Stickstoff, der nicht durch Pflanzen aufgenommen wird oder wieder in Luftstickstoff umgewandelt wird, führt zur Verunreinigung des Grundwassers, das eine bedeutsame Trinkwasserressource darstellt, Nährstoffanreicherung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/eutrophierung">Eutrophierung</a>) von Gewässern, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/versauerung">Versauerung</a> von Landökosystemen sowie zur Entstehung von Treibhausgasen. Eine Einführung in die Stickstoff-Problematik findet sich in der&nbsp; Publikation <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/30542">„Reaktiver Stickstoff in Deutschland“</a> (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> 2015).</p> <p>In Deutschland sind vor allem Regionen mit dichtem Viehbesatz problematisch: Durch den hohen Anfall an Wirtschaftsdünger (tierische Exkremente) wird dort oft deutlich mehr Stickstoff auf die Flächen ausgebracht, als die Kulturpflanzen aufnehmen und in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biomasse">Biomasse</a> umsetzen. Eine Maßzahl für die potenziellen Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Umwelt ist der Stickstoffüberschuss.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Von 1994 bis 2023 ist der Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im 5-Jahres-Durchschnitt um 40 % gesunken. Landwirt*innen setzen Düngemittel also effizienter ein und auch die Futterverwertung bei den Nutztieren hat sich verbessert.</p> <p>In den letzten Jahren kam zudem die Umsetzung einer wirksameren Düngegesetzgebung, gesunkene Tierzahlen, sowie geringere Absatzzahlen für mineralische Düngemittel als Folge von strengeren Düngeauflagen, Dürrejahren und angestiegenen Mineraldüngerpreisen hinzu. Durch den deutlichen Rückgang des Stickstoffüberschusses um mehr als 50 kg N/ha in den vergangenen sieben Jahren, wird das Ziel <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/die-deutsche-nachhaltigkeitsstrategie-318846">Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie</a>, den Stickstoffüberschusses auf maximal 70 kg N/ha*a im gleitenden 5-Jahres Mittel bis 2030 zu begrenzen, erstmalig erreicht.&nbsp;</p> <p>Doch das Erreichen des Ziels der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bedeutet nicht, dass es keiner weiteren Anstrengungen Bedarf, die Stickstoffeinträge in die Umwelt weiter zu reduzieren. Vielmehr ist dies als ein Teilziel zu betrachten auf dem Weg Umwelt, Gesundheit und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> vor den Auswirkungen zu hoher Stickstoffeinträgen zu schützen. Denn das weiterhin Handlungsbedarf bei der Reduktion von Stickstoff in die Umwelt besteht, zeigen&nbsp;u.a. die Indikatoren „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47328">Nitrat im Grundwasser</a>“ und „<a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/18355">Eutrophierung durch Stickstoff</a>“, die eng mit dem Stickstoffüberschuss verbunden sind und keine positiven Trends anzeigen.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Der Stickstoffüberschuss wird aus der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz für Deutschland ermittelt, die sich aus Biogas-, Stall- und Flächenbilanz zusammensetzt. Berechnet wird er aus der Differenz von landwirtschaftlicher Stickstoffzufuhr (z.B. Düngemittel, Futtermittel, Saat- und Pflanzgut, Einträge aus der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/atmosphaere">Atmosphäre</a>) und -abfuhr (tierische und pflanzliche Produkte). Die Daten werden jährlich vom Julius-Kühn-Institut und dem Umweltbundesamt berechnet und&nbsp;vom BMLEH veröffentlicht <a href="https://www.bmel-statistik.de/fileadmin/daten/0111260-0000.xlsx">(BMLEH 2025, Statistischer Monatsbericht, MBT-0111260-000)</a>. Hinweise zur Berechnungsmethode findet man bei <a href="https://www.openagrar.de/receive/openagrar_mods_00084691">Müller et al. 2024</a> und&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/stickstoff-flaechenbilanzen-fuer-deutschland">Häußermann et al. 2019</a>. Um Schwankungen zwischen den Jahren zu bereinigen, wird das gleitende 5-Jahres-Mittel errechnet. Der Zielwert der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bezieht sich seit 2025 auf das letzte Jahr des 5-Jahres-Zeitraumes.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel </strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11218"><strong>"Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft und Stickstoffüberschuss"</strong></a><strong>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Anpassung der N-Düngung an die Variation in Ertragspotential und Nachlieferung in der Teilfläche, Teilprojekt F

Der Nationale Emissionshandel

<p> <p>Der nationale Emissionshandel (nEHS) ist in Deutschland seit 2021 ein zentrales Klimaschutzinstrument, um die Emissionen in den Sektoren Gebäude und Verkehr zu reduzieren. Er bepreist Kohlendioxid-Emissionen aus Brennstoffen in den Bereichen außerhalb des Europäischen Emissionshandels 1 (EU-ETS 1).</p> </p><p>Der nationale Emissionshandel (nEHS) ist in Deutschland seit 2021 ein zentrales Klimaschutzinstrument, um die Emissionen in den Sektoren Gebäude und Verkehr zu reduzieren. Er bepreist Kohlendioxid-Emissionen aus Brennstoffen in den Bereichen außerhalb des Europäischen Emissionshandels 1 (EU-ETS 1).</p><p> Emissionssituation im nationalen Emissionshandel <p>Seit seiner Einführung 2021 erfasst der nationale Emissionshandel (nEHS) Brennstoffemissionen, die nicht vom Europäischen Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) abgedeckt werden. Dies betrifft insbesondere die Sektoren Wärme und Verkehr, seit 2024 werden auch Abfallverbrennungsanlagen erfasst. 2028 wird der nEHS in den Europäischen Emissionshandel für Gebäude, Straßenverkehr und zusätzliche Sektoren (EU-ETS 2) überführt. Die damit verbundene Lenkungswirkung hin zu emissionsarmen Alternativen im Wärme- und Verkehrsbereich leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaziele. Weitergehende Informationen finden Sie auf der Webseite&nbsp;<a href="https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html">nEHS verstehen</a> der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt. Die DEHSt ist die zuständige Behörde für die Umsetzung des nEHS.</p> <p>Im Jahr 2024 betrugen die Emissionen im nEHS nach <a href="https://nehs-register.dehst.de/coreweb/info/reporting/compliance/list.action?token=I9ID5O55FDSRHYRR8HS9QOQL782QKFFN">Daten des nEHS-Registers</a> ca. 294,8 Millionen Tonnen CO2&nbsp;(Mio. t CO2). Werden die erstmals 2024 erfassten Emissionen aus Abfallverbrennungsanlagen herausgerechnet, lagen die Emissionen bei ca. 281,6 Mio. t CO2&nbsp;und sind damit verglichen mit dem Vorjahr nahezu unverändert.&nbsp;</p> <p>Werden die Emissionen mit dem Verlauf der Emissionsobergrenze bzw. dem Cap verglichen, ist für das Berichtsjahr 2024 erstmals eine deutliche Überschreitung des Caps zu verzeichnen (siehe Abb. „Verlauf des nEHS-Caps für 2021 bis 2026 im Vergleich zu den Emissionen“).&nbsp;Die Überschreitung des Caps ist im nEHS dadurch möglich, dass&nbsp;während der Festpreisphase die angebotene Menge an nationalen Emissionszertifikaten (nEZ) in den Verkaufsterminen nicht beschränkt ist. Ein nEZ entspricht dabei einer Tonne CO2 (siehe hierzu auch&nbsp;<a href="https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_artikel.html?nn=284536#doc284546bodyText4">Wie wird das Mengenziel der Treibhausgasemissionen bestimmt?</a>).</p> <p>Das 2024 erheblich gewachsene Defizit im nEHS spiegelt sich auch in den deutschen Emissionen wider, die unter dem europäischen Klimaschutzgesetz (Effort Sharing Regulation – ESR) reguliert werden. Von diesen deckt der nEHS einen Großteil (knapp 75 Prozent) ab. Ausweislich der&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/ergebnisse_kompakt_2025_2_auflage.pdf">aktuellen Projektionen des UBA</a> wird das deutsche Defizit im Rahmen der ESR in den folgenden Jahren immer größer, sodass Deutschland seine ESR-Ziele bis 2030 deutlich zu verfehlen droht. Um Ausgleichszahlungen an andere EU-Mitgliedstaaten zu vermeiden, sind wirkungsvolle Minderungsmaßahmen in den Sektoren Gebäude und Verkehr dringend erforderlich. Der EU-ETS 2 und die Einnahmen aus dem nEHS spielen hierbei eine maßgebliche Rolle. 2024 beliefen sich die Erlöse aus dem nEHS auf rund 13 Milliarden Euro, die vollständig in den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>- und Transformationsfonds (KTF) der Bundesregierung geflossen sind und dort eine Vielzahl an Klimaschutzmaßnahmen ermöglichen (siehe unten im Abschnitt zu Verkauf und Abgabe nationaler Emissionszertifikate).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/2_Abb_Verlauf-nEHS-Cap-2021-2026-Vergleich_2026-05-21.png"> </a> <strong> Verlauf des nEHS-Caps für 2021 bis 2026 im Vergleich zu den abgabepflichtigen Emissionen </strong> Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelsstelle Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Verlauf-nEHS-Cap-2021-2026-Vergleich_2026-05-21.pdf">Diagramm als PDF (42,60 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_Abb_Verlauf-nEHS-Cap-2021-2026-Vergleich_2026-05-21.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (30,80 kB)</a></li> </ul> </p><p> Einordnung in die Gesamtemissionssituation in Deutschland <p>Bei Betrachtung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/finale-daten-fuer-2024-emissionen-um-drei-prozent">deutschen Gesamtemissionen</a> (2024 circa 650 Mio. t CO2-Äq) deckt der nEHS rund 45 Prozent ab. Der Anteil der Emissionen der deutschen Anlagen im EU-ETS 1 lag bei ca. 42 Prozent (siehe Abb. „Gesamtemissionen in Deutschland 2023 und 2024 und Anteile der beiden Emissionshandelssysteme (EU-ETS 1 und nEHS“). Insgesamt unterlagen damit im Jahr 2024 etwa 87 Prozent der deutschen Gesamtemissionen einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/co2">CO2</a>- Bepreisung durch den EU-ETS 1 oder den nEHS. Nicht erfasst sind insbesondere die nicht brennstoffbedingten Emissionen der Landwirtschaft, die vorwiegend durch Tierhaltung (Methanemissionen) und Stickstoffdüngung der Böden (Lachgasemissionen) entstehen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/3_Abb_Gesamtemi-D-2023-2024-Anteile-EU-ETS1-nEHS_2026-05-21.png"> </a> <strong> Gesamtemissionen in Deutschland 2023 und 2024 und Anteile der beiden Emissionshandelssysteme </strong> Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelsstelle Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Abb_Gesamtemi-D-2023-2024-Anteile-EU-ETS1-nEHS_2026-05-21.pdf">Diagramm als PDF (50,45 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_Abb_Gesamtemi-D-2023-2024-Anteile-EU-ETS1-nEHS_2026-05-21.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (34,85 kB)</a></li> </ul> </p><p> Verkauf und Abgabe nationaler Emissionszertifikate <p>Im nEHS ist der Preis der nationalen Emissionszertifikate (nEZ) in den ersten Jahren von 2021 bis 2025 festgelegt (2021 lag der Preis bei 25 Euro und bis 2025 stieg er schrittweise auf 55 Euro). Im Jahr 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro, der einen Übergang zur freien Preisbildung im Europäischen Emissionshandelssystem 2 (EU-ETS 2) darstellt.</p> <p>Im Jahr 2024 wurden an der von der European Energy Exchange (EEX) betriebenen Verkaufsplattform insgesamt knapp 295 Millionen nationale Emissionszertifikate (nEZ) im Gesamtwert von über 13 Milliarden Euro veräußert. 2023 lag die Gesamtverkaufs­menge bei rund 358 Millionen nEZ im Gesamtwert von über 10,7 Milliarden Euro (siehe&nbsp;<a href="https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/Auswertungen-Berichte/auswertungen-berichte_node.html#doc284354bodyText5">Verkaufsberichte</a> der DEHSt&nbsp;und Abb. „Erlöse durch den Verkauf von nationalen Emissionszertifikaten in den Jahren 2023 bis 2025“).</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/4_Abb_Erl%C3%B6se-Verkauf-nEZ-2022-2024_2026-05-21.png"> </a> <strong> Erlöse durch den Verkauf von nEZ in den Jahren 2022 bis 2024 </strong> Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelsstelle Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_Erl%C3%B6se-Verkauf-nEZ-2022-2024_2026-05-21.pdf">Diagramm als PDF (43,62 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/4_Abb_Erl%C3%B6se-Verkauf-nEZ-2022-2024_2026-05-21.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (28,09 kB)</a></li> </ul> </p><p> Überblick Verantwortliche und Emissionen <p>Rechtsgrundlage für den nEHS ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Dieses verpflichtet die sogenannten BEHG-Verantwortlichen, wie zum Beispiel Gaslieferanten, über die von ihnen in Verkehr gebrachten Brennstoffmengen und -emissionen zu berichten und in entsprechender Höhe nationale Emissionszertifikate (nEZ) abzugeben. Im Berichtsjahr 2024 gab es rund 2.000 BEHG-Verantwortliche.&nbsp;</p> <p>In folgender Abbildung (siehe Abb. „Vergleich Anzahl BEHG-Verantwortliche nach Größenklassen mit Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2024“) ist zu sehen, dass der nEHS eine große Gruppe an Unternehmen mit einem jeweils geringen Umfang in Verkehr gebrachter CO2-Emissionen abdeckt. Hier handelt es sich zum Beispiel um kleinere Energieversorgungsunternehmen. Auf der anderen Seite deckt der nEHS eine verhältnismäßig kleine Gruppe mit jeweils sehr hohen Emissionen ab, die in Summe für einen Großteil der nEHS-Emissionen verantwortlich sind. So sind die zehn größten BEHG-Verantwortlichen mit rund 132 Millionen Tonnen CO2 für fast die Hälfte (45 Prozent) der abgabepflichtigen Emissionen im nEHS im Jahr 2024 verantwortlich. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um große Unternehmen der Mineralölbranche, die in der Regel Raffinerien betreiben und sehr hohe Brennstoffmengen in Verkehr bringen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/5_Abb_Vergleich-Anzahl-BEHG-Verantwortliche_2026-05-21.png"> </a> <strong> Vergleich Anzahl BEHG-Verantwortliche nach Größenklassen mit Kohlendioxid-Emissionen im Jahr 2024 </strong> Quelle: Umweltbundesamt / Deutsche Emissionshandelsstelle (88041 Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_Vergleich-Anzahl-BEHG-Verantwortliche_2026-05-21.pdf">Diagramm als PDF (44,44 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/5_Abb_Vergleich-Anzahl-BEHG-Verantwortliche_2026-05-21.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (31,55 kB)</a></li> </ul> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Cicer arietinum und Secale cereale - Anpassung an den Klimawandel durch Entwicklung trockentoleranter Pflanzenbausysteme

Kompostduengungsversuch

Versuchsfrage: a) Wie wirkt die Anwendung von Gruengut- und Bioabfallkompost in Wechselwirkung mit einer mineralischen N-Ergaenzungsduengung auf Ertrag und Qualitaet der Ernte sowie Bodenfruchtbarkeitsparameter in einem Dauerfeldversuch? - Fruchtfolge betriebsueblich- 12 Duengungsstufen, davon 8 durch Kompost-Duengung in 2 verschieden Arten, 4-fache Wiederholung.

Einfluss differenzierter Stickstoffduengung auf Ertrag, Ertragsverteilung, Stickstoffausnutzung und Pflanzenbestand einer Dauerweide

Bei der Stickstoffduengung auf Dauergruenland kann eine Nitratverlagerung in tieferen Bodenschichten bzw. ein Nitrateintrag in das Grundwasser nur durch eine bedarfsgerechte, der Futterproduktion angepasste Bemessung der Duengermenge vermieden werden. Versuche mit differenzierten Duengungssystemen geben hierueber Aufschluss. In einer langjaehrigen Untersuchung werden die Zusammenhaenge geprueft zwischen einerseits Stickstoffduengermenge sowie Verteilung dieser Menge ueber die Vegetationsperiode und andererseits Ertragsleistung, Stickstoffausnutzung sowie Pflanzenbestandszusammensetzung.

Nacktschnecken umweltfreundlich abwehren

<p> Diese Maßnahmen helfen gegen Nacktschneckenplagen <ul> <li>Beugen Sie Schneckenplagen mit pflanzenbaulichen Maßnahmen vor.</li> <li>Schaffen Sie Lebensräume für die Fressfeinde der Schnecken.</li> <li>Nutzen Sie Barrieren wie Schneckenzäune, Schneckenkragen oder Schafwolle.</li> <li>Wählen Sie bestimmte, bei Schnecken unbeliebte Pflanzenarten.</li> <li>Locken Sie Schnecken in Fallen, wo Sie die Tiere gezielt absammeln können.</li> <li>Ein Verzicht auf Schneckenkorn ist gut für die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Mit erstaunlichem Appetit fressen sich manche Schneckenarten durch den Garten und hinterlassen dabei Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten sowie silbrig glänzende Schleimspuren. Insbesondere nach jungen Gemüsepflanzen, Salaten, Erdbeeren und einigen Zierpflanzen haben sie ein großes Verlangen. Es gibt, geschätzt, 250 bis 300 heimische Schneckenarten, doch nur die Wenigsten von ihnen richten nennenswerten Schaden an. Zu den Schadschnecken gehören die Spanische Wegschnecke sowie die Garten-Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. Gehäuseschnecken, wie auch die meisten anderen Schneckenarten, sind dagegen nicht schädlich. Sie leben vorwiegend von totem Pflanzenmaterial und erfüllen wichtige Funktionen im natürlichen Kreislauf. Einige (Nackt-) Schneckenarten sind auch deshalb nützlich, weil sie die Eier problematischer Schneckenarten fressen. Die ebenfalls nützliche Weinbergschnecke ist zudem geschützt nach der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html">Bundesartenschutzverordnung</a> und der <a href="https://www.bfn.de/abkommen-richtlinie/fauna-flora-habitat-richtlinie-ffh-richtlinie-richtlinie-9243ewg-des-rates-vom">FFH-Richtlinie</a>.</p> <strong>Galerie: Schnecken im Garten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/800px-arion_distinctus_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/deroceras_reticulatum.png"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/rote_wegschnecke_gabriela_fink_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hellbraune_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gelbstreifige_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/wurmschnegel.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/tigerschnegel_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/weinbergschnecke_th_g_auf_pixabay.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Wo kommen all die Schnecken her? <p>Schneckenplagen haben in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit zugenommen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, wirken in der Summe, und sind zum großen Teil menschengemacht. Diese Ursachen sollten Sie kennen:</p> <ul> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>:</u> Die Vermehrung von Schnecken ist stark von der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> abhängig. Ein mildes, feuchtes Frühjahr und ein regenreicher Sommer fördern insbesondere die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Auch ein milder Winter mit nur wenigen Frosttagen erhöht die Überlebensrate der Nacktschnecken und ihrer Eier. Durch den Klimawandel nehmen in Deutschland <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe#teilweise-sehr-regenreiche-jahre-seit-1965">durchschnittliche Niederschlagsmengen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-lufttemperatur#mildere-herbste-und-winter-in-deutschland">milde Winter</a> zu, was die Nacktschnecken weiter begünstigen wird.</li> <li><u>Verlust von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>:</u> Viele Fressfeinde der Nacktschnecken sind in Gärten nur noch selten anzutreffen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Durch die unnatürliche Gestaltung und Bewirtschaftung vieler Gärten finden heimische Tiere, und damit auch Fressfeinde der Nacktschnecken, kaum noch Nahrung und Lebensraum. Ein weiterer Grund ist der Einsatz von Pestiziden. Beispielsweise tötet Schneckenkorn nicht nur die Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken, welche Schadschnecken und deren Eier vertilgen.</li> <li><u>Pflanzenzüchtung:</u> Wildpflanzen schützen sich mit allerlei Abwehrstoffen vor Fressfeinden. Sie verderben mit Bitterstoffen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Toxinen den Schnecken den Appetit. Mit der Kultivierung durch den Menschen wurden solche Stoffe jedoch zunehmend aus dem Gemüse herausgezüchtet, um es genießbar und schmackhaft zu machen. Die fehlenden Abwehrstoffe machen die Pflanzen nun anfällig für Schädlingsbefall, und auch die Schnecken sind auf den guten Geschmack gekommen.</li> <li><u>Enge Fruchtfolgen</u>: Eintönige Fruchtfolgen mit schneckenanfälligen Kulturen fördern das Schnecken-Vorkommen, indem sie durchgehend ein sicheres Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.</li> <li><u>Hohe Stickstoffgaben:</u> Schnecken mögen Pflanzen, welche durch ein hohes Angebot an leicht löslichen Stickstoffdüngern schnell gewachsen sind. Viel Stickstoff erhöht zwar den Ertrag, schwächt aber die Pflanzengesundheit insgesamt und fördert auch Schnecken.</li> <li><u>Lichtverschmutzung</u>: Nächtliche Beleuchtungen im Garten sind für viele Insektenarten tödliche Fallen, z.B. für Leuchtkäfer ("Glühwürmchen"). Diese vertilgen während ihrer dreijährigen Larvenzeit ausschließlich Schnecken, insbesondere Nacktschnecken. Doch wegen der vielen künstlichen Lichter können sie sich nicht mehr erfolgreich vermehren, weil sie die Lampen nicht von ihren Geschlechtspartnern unterscheiden können. In ihrer kurzen Paarungszeit vergeuden sie somit alle Energie, indem sie orientierungslos von Lampe zu Lampe fliegen.</li> <li><u>Gebietsfremde Schneckenarten:</u> Weltweit, aber auch in Deutschland, breiten sich nicht-heimische Schneckenarten aus. Befördert wird das durch den globalen Warenverkehr und den Klimawandel. Einige gebietsfremde Arten gelten als invasive Arten. Das heißt, sie können sich, mangels natürlicher Feinde, stark vermehren und langfristig heimische Arten verdrängen. Laut Bundesamt für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) gibt es in Deutschland etwa <a href="https://neobiota.bfn.de/invasivitaetsbewertung/weichtiere.html">90 nicht-heimische Weichtierarten</a> (Mollusken), darunter auch Schadarten wie die Garten-Wegschnecke und einige Ackerschnecken-Arten. Keine der eingeschleppten Land-Schneckenarten wurde jedoch als invasiv eingestuft (BfN-Skripten 626, 2022). Die Spanische Wegschnecke gilt dagegen als invasive Art. Inzwischen wurde zwar durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dna">DNA</a>-Analysen festgestellt, dass diese nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Spanien stammt, sondern <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/eva.12177">in Mitteleuropa heimisch</a>. Dennoch hat sie sich in den letzten Jahrzehnten aus obengenannten Gründen extrem vermehrt und über den ganzen Kontinent, insbesondere nach Nord- und Ost-Europa, ausgebreitet. Auch in Nord-Amerika sind bereits Funde bestätigt.</li> </ul> Warum gerade die Spanische Wegschnecke? <p>Gründe für die extreme, aus Schnecken-Sicht "erfolgreiche" Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke liegen auch in ihren artspezifischen Merkmalen:</p> <ul> <li><u>Hohe Reproduktionsraten</u>: Eine einzige Wegschnecke kann in ihrem normalerweise einjährigen Leben bis zu 400 Eier legen. Weil sie, wie fast alle Land-Schnecken, Zwitter sind, kann jedes Tier befruchten und befruchtet werden.</li> <li><u>Breites Nahrungsspektrum</u>: Spanische Wegschnecken ernähren sich von 100 verschiedenen Pflanzenarten und fressen auch, im Gegensatz zu anderen Schneckenarten, Aas, Kot, Artgenossen und kleine Tiere. Sogar <a href="https://nsojournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jav.01189">Nestlinge</a> von bodenbrütenden Singvögeln sind nicht vor ihnen sicher.</li> <li><u>Wenige Fressfeinde</u>: Ausgewachsene Wegschnecken haben nicht viele Fressfeinde. Und selbst von diesen werden sie mit wenig Vorliebe gefressen, weil sie so groß und schleimig sind. Jungtiere und Eier der Wegschnecken sind da weitaus beliebter.</li> <li><u>Biologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsfaehigkeit">Anpassungsfähigkeit</a></u>: Das Genom dieser Schnecke enthält sehr viele sogenannte <a href="https://zsm.snsb.de/gesamtgenom-spanische-wegschnecke/">"springende Gene"</a>. Dadurch kann sie sich besonders gut an veränderte Lebensbedingungen anpassen.</li> <li><u>Konkurrenz für andere Schnecken:</u> Spanische Wegschnecken fressen nicht nur kranke und tote Artgenossen und deren Ei-Gelege, sondern auch andere Schneckenarten. Zudem paaren sich Spanische Wegschnecken mit anderen Arten. Es wird angenommen, dass die dabei entstehenden Hybriden vorteilhafte Genversionen ihrer Verwandten übernehmen. Das <a href="https://idw-online.de/de/news746597">führt langfristig dazu</a>, dass die Spanische Wegschnecke noch konkurrenzstärker wird und andere Schneckenarten, wie die Rote Wegschnecke, verdrängt werden.</li> <li><u>Physiologisches Multitalent:</u> Wegschnecken können hervorragend klettern, sich bei Gefahr zusammenrollen, und relativ weite Strecken zurücklegen: bis zu 25 Meter pro Nacht. Ihre Nahrung riechen sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern und erinnern sich zudem an Orte mit Leckerbissen. Über Licht-, Geruchs- und Vibrationswahrnehmungen haben sie eine ausgezeichnete räumliche Orientierung. Über Gerüche kommunizieren Schnecken zudem mit ihren Artgenossen. Sie können in kurzer Zeit große Mengen Nahrung zu sich nehmen: pro Tag brauchen sie nur eine Stunde für die Ernährung. Etwa 70 Prozent des Tages ruhen sie in ihren Verstecken.</li> </ul> Mit pflanzenbaulichen Maßnahmen beugen Sie Schneckenplagen vor <ul> <li><u>Sonniger Standort:</u> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> mögen es feucht. Legen Sie Beete mit schnecken-empfindlichen Pflanzen deshalb an möglichst sonnige Standorte.</li> <li><u>Geschützter Bereich:</u> Schnecken verstecken sich gern in Wiesen, Brachen, Hecken, Feuchtbiotopen und im Kompost. Pflanzen Sie empfindliche Kulturen deshalb möglichst weit davon entfernt. Auch ein Schutzstreifen kann das Einwandern der Schnecken aus solchen Bereichen mindern. Das kann ein Streifen aus schwer zu überwindendem Material sein (z.B. Kies, Sand, Sägespäne) oder ein Grasstreifen, der sehr kurz und oft gemäht wird.</li> <li><u>Vielfältige Fruchtfolgen:</u> Wechseln Sie den Standort schneckenanfälliger Kulturen jährlich. So verhindern Sie, dass Schnecken sich im Beet dauerhaft ansiedeln.</li> <li><u>Durchdachte Bewässerung:</u> Gießen Sie Ihre Pflanzen nur punktuell, anstatt die ganze Fläche zu bewässern. Gießen Sie am besten früh morgens. So können die Pflanzen das Wasser tagsüber nutzen, und bis zum Abend ist das Beet wieder trocken. Das erschwert den nachtaktiven Nacktschnecken das Vorankommen.</li> <li><u>Wachstumsvorsprung schaffen:</u> Schnecken mögen am liebsten zarte Jungpflanzen. Ziehen Sie deshalb Gemüse und andere empfindliche Pflanzen im geschützten Bereich (z.B. Fensterbank, Gewächshaus) vor. Pflanzen Sie diese erst relativ spät raus, am besten bei trockenem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Vor dem Auspflanzen sollten Sie die jungen Pflänzchen erst ein paar Tage an die neuen Klimabedingungen gewöhnen.</li> <li><u>Gründliche Bodenbearbeitung:</u> Nacktschnecken⁠ verkriechen sich tagsüber gern in Hohlräumen im Boden. Zur Vermeidung solcher Hohlräume sollten Sie die Erde nach einer Aussaat oder Pflanzung fest andrücken. Regelmäßige Bodenbearbeitung macht den Boden feinkrümelig und zerstört die Verstecke. Umgraben, Hacken oder Grubbern legt die Schnecken und ihre Ei-Gelege frei und setzt sie damit der Sonne bzw. dem Frost sowie ihren Fressfeinden aus. Bedenken Sie jedoch, dass eine intensive Bodenbearbeitung das Bodenleben und die Bodenstruktur schädigen kann. Sie sollten deshalb nur in bestimmten Fällen, z.B. bei empfindlichen Kulturen, oder bei tatsächlichem hohen Schneckenbefall, zu solchen Maßnahmen greifen.</li> <li><u>Vorsicht mit Mulchmaterial:</u> Auch beim Mulchen müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Mulch hat sehr viele positive Effekte, aber bestimmte Materialien sind bei Schnecken als Versteck und Ei-Ablageplatz beliebt. Dazu gehören z.B. Rasenschnitt, Stroh, aber auch Folien und Vlies. Bei starkem Schneckenbefall kann es deshalb sinnvoll sein, auf Mulch zu verzichten, bzw. diesen, samt Schnecken und Eiern, zu entfernen. Auch Erntereste sollten bei Schneckengefahr entfernt oder rasch eingearbeitet werden.</li> <li><u>Ausgewogene Düngung:</u> Schnecken mögen Pflanzen, die durch hohe Stickstoffgaben schnell gewachsen sind und somit kein festes Pflanzengewebe ausbilden konnten. Mäßigen Sie deshalb das Stickstoffangebot. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen die Pflanzen bei der Ausbildung von festem Gewebe.</li> <li><u>Gewächshäuser schützen:</u> Aufgrund des feuchtwarmen und frostfreien Klimas sind Gewächshäuser ein beliebter Ort für Schnecken. Deshalb sollten die Folien keine Löcher haben und am Boden dicht abschließen. Lüften Sie nur tagsüber, wenn die nachtaktiven Schnecken nicht unterwegs sind. Der Bewuchs rund um das Gewächshaus sollte stets kurzgehalten werden.</li> <li><u>Ausbreitung vermeiden:</u> Entsorgen Sie Gartenabfälle und auch Erde nicht in der freien Natur, es können Spanische Wegschnecken oder deren Ei-Gelege darin versteckt sein. Das würde eine weitere Ausbreitung der Schnecken in bisher weniger besiedelten, naturnahen Flächen beschleunigen. Es besteht die Gefahr, dass andere heimische Schneckenarten, die in solchen Gebieten noch vorkommen, durch die Spanische Wegschnecke verdrängt werden. Unabhängig davon ist das Entsorgen von Gartenabfällen in der Natur illegal und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.</li> </ul> So locken Sie Fressfeinde der Nacktschnecken an <p>Wegschnecken haben eine ganze Reihe von Fressfeinden. Die ausgewachsenen Schnecken sind zwar, aufgrund ihrer Größe und des hohen Schleimgehalts, nicht bei allen sonderlich beliebt. Doch Jungschnecken und Schneckeneier stehen bei vielen heimischen Tieren auf der Speisekarte. Entscheidend ist eine vielfältige und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">naturnahe Gartengestaltung</a>, so dass viele Nützlinge darin einen geeigneten Lebensraum finden. Auch ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> ist förderlich für Ihre Gartenmitbewohner und deren Nahrungsgrundlagen.</p> <ul> <li><u>Vögel:</u> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-KGBqkedzqw">Amseln</a>, Drosseln, Stare, Hausrotschwänze und andere Vögel fressen Schnecken und deren Eier. Die Amsel im verlinkten Video rollt die Schnecke hin und her, um den Schleim zu reduzieren, bevor sie diese frisst. Helfen Sie Vögeln mit einem Angebot entsprechender Nistkästen und der Pflanzung heimischer Vogelnährgehölze. Stellen Sie außerdem Vogeltränken und Wasserstellen zum Baden bereit.</li> <li><u>Igel</u>: Schnecken werden von Igeln in Ermangelung von besser geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Igel sind eigentlich Insektenfresser, am liebsten mögen sie Käfer. Futter finden Igel in Laub-, Reisig- und Totholzhaufen sowie im Kompost. Stellen Sie außerdem eine Schale mit sauberem Wasser bereit.</li> <li><u>Spitzmäuse:</u> Spitzmäuse sind weder Mäuse, noch Nagetiere. Es sind nützliche Insektenfresser, die gern auch Würmer und Schnecken vertilgen. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><u>Maulwürfe:</u> Maulwürfe sind nützliche Tiere. Sie belüften den Boden und fressen Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Maulwürfe sind nach Bundesnaturschutzgesetz "besonders geschützt" und dürfen somit weder gestört, gefangen, noch getötet werden. Respektieren Sie das kleine Tier, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><u>Amphibien &amp; Reptilien:</u> Verschiedene Amphibien (<a href="https://youtu.be/yL9LLkGC7tg">Kröten</a>, Frösche, <a href="https://youtu.be/cyt7aODrX8I">Salamander</a>) und Reptilien (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s3DYdqzj1q8">Blindschleichen</a>, Eidechsen) fressen (junge) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Legen Sie, wenn möglich, einen Gartenteich für Frösche an. Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen. Errichten Sie Burgen aus <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle für wärmeliebende Reptilien. Laubhaufen dienen Kröten als Sommerversteck und Winterquartier.</li> <li><u>Käfer:</u> <a href="https://youtu.be/MrFuhelfpKs">Laufkäfer</a>, Weichkäfer, Aaskäfer, <a href="https://youtu.be/WP55yUB1pyw">Moderkäfer</a> und deren Larven fressen Schnecken bzw. deren Eier. Käfer mögen Totholz besonders gern. Belassen Sie deshalb tote Bäume, oder zumindest Teile davon, in Ihrem Garten. Alternativ können Sie einen <a href="https://schneckenhilfe.de/kaeferkeller-kaeferburg-anlegen-anleitung/">Käferkeller oder eine Käferburg</a> Auch Leuchtkäfer ("Glühwürmchen") brauchen Totholz, um ihre Eier abzulegen. In ihrem dreijährigen Larvenstadium fressen sie ausschließlich Schnecken. Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MMNk1Sko1e0">Larven der Glühwürmchen</a> spüren die Schnecken anhand ihrer Schleimspur auf, injizieren ihnen ein Gift und fressen sie innerhalb weniger Stunden auf. Den selten gewordenen Glühwürmchen helfen Sie, indem Sie auf künstliches Licht im Garten verzichten.</li> <li><u>Spinnen:</u> Verschiedene Weberknecht-Arten fressen Schneckeneier. Weberknechte mögen dunkle, feuchte Verstecke wie Baumrinden, Keller oder Spalten im Gestein. Gönnen Sie den Tieren ihren Rückzugsort.</li> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gliederfuesser">Gliederfüßer</a>:</u> <a href="https://www.youtube.com/shorts/7hMGekThfHQ">Hundertfüßer</a> fressen Schneckeneier und Jungschnecken. Auch Hundertfüßer mögen es dunkel und feucht. Man findet sie unter Laub, Steinen und Borken.</li> <li><u>Schnegel</u>: Ob <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PLi3Zwbv1Go">Tigerschnegel</a> tatsächlich ausgewachsene Wegschnecken fressen, ist in Fachkreisen umstritten. Bestätigt ist, dass sie diese zumindest angreifen und verdrängen, sowie auch deren Eier und Jungtiere fressen. Schnegel sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber gern an feuchten, kühlen Orten. Komposter, Stein- und Holzhaufen bieten ihnen Lebensraum. Tigerschnegel haben ein <a href="https://youtu.be/SjNHvTlInJE">spektakuläres Paarungsritual</a>. Ihre <a href="https://youtu.be/f4ivpQIA548">Eier</a> sind transparent, im Gegensatz zur Spanischen Wegschnecke, deren Eier weiß sind. Damit Schnegel und andere nützliche Schnecken in Ihrem Garten leben können, sollten Sie auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichten. Denn Schneckenkorn tötet nicht nur Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken.</li> <li><u>Laufenten</u>: <a href="https://youtu.be/bfwPUH1Wm9Q">Laufenten</a> sind eifrige Schneckenjäger, die meiste Beute machen sie morgens und abends sowie bei feuchtem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Doch Achtung, sie fressen genauso viele Nützlinge und machen auch vor Ihren Gemüsepflanzen nicht halt. Am besten, Sie lassen die Enten nach der Bodenbearbeitung – aber vor der Bepflanzung auf den entsprechenden Beeten weiden. Oder Sie koppeln den Gemüsegarten ein und lassen die Enten auf den umliegenden Grünflächen weiden. Beachten Sie, dass für die Haltung von Laufenten Fachkenntnisse und eine entsprechende räumliche Ausstattung notwendig sind. Die schwierigste Hürde ist, den Laufenten eine ausreichende Wasserfläche zur Verfügung zu stellen, welche sie für die Auslebung arteigener Verhaltensweisen benötigen. Ein großer Gartenteich kann diese Anforderungen unter Umständen erfüllen. Kleinere, künstliche Wasserflächen (z.B. Badewannen, Wassercontainer) sind nur geeignet, wenn sie täglich gereinigt und neu befüllt werden können.</li> <li><u>Hühner</u>: Für Hühner sind Schneckeneier eine Delikatesse, aber ausgewachsene Nacktschnecken mögen sie nicht. Zudem bringt die Hühnerhaltung jede Menge Arbeit mit sich. Bevor Sie sich Hühner anschaffen, sollten Sie sich unbedingt die nötigen Fachkenntnisse für eine artgerechte Haltung aneignen.</li> </ul> So schützen Sie Ihre Pflanzen mit Barrieren <p>Einige Hindernisse aus bestimmten Materialien können von Schnecken nur schwer oder gar nicht überwunden werden. Damit können Sie einzelne Pflanzen oder ganze Beete vor Schneckenbefall schützen. Zu beachten ist, dass dabei nur die von außen einwandernden Schnecken abgehalten werden. Schnecken, die sich bereits in den zu schützenden Bereichen befinden, müssen abgesammelt werden.</p> <ul> <li><u>Schutzstreifen:</u> Legen Sie um Ihre Beete Schutzstreifen an, die für Schnecken nur schwer zu überwinden sind. Das können z.B. Wege oder Ränder aus Kies sein, oder sehr kurz gemähte Rasenstreifen. Bereiche aus Sand oder Sägespänen zwingen die Weichtiere, besonders viel Schleim zu bilden. Auch das erschwert ihr Vorankommen.</li> <li><u>Abwehrende Mulchmaterialien:</u> Pflanzen können mit frischer <a href="https://youtu.be/P1DKfqknsBs">Schafwolle</a> oder aufgequollenen <a href="https://youtu.be/9bhneGBP_TM">Schafwollpellets</a> vor Schnecken geschützt werden. Das klappt jedoch nur, wenn die Materialien (wieder) trocken sind. Deshalb eignen sie sich besonders gut an Stellen, wo sie vor Regen geschützt sind (z.B. Gewächshaus). Ein weiterer Vorteil der Schafwoll(pellets) ist, dass sie den Pflanzen als Langzeitdünger dienen.</li> <li><u>Schneckenkragen:</u> Kaufen oder basteln Sie einen <a href="https://youtu.be/qDVuxF57X7w">Schneckenkragen</a> für einzelne empfindliche Pflanzen. Insbesondere Setzlinge können damit über einen empfindlichen Zeitraum geschützt werden. Sind die Pflanzen größer, dann bilden sie härteres Gewebe aus, welches für Schnecken weniger schmackhaft ist. Ein Schneckenkragen sollte einen breiten, überstehenden Rand haben und aus robustem, transparentem Material bestehen.</li> <li><u>Pflanzenhüte &amp; Anzuchtglocken:</u> Diese sind insbesondere für den Schutz von Jungpflanzen geeignet. Sie halten nicht nur Schnecken fern, sondern schützen auch vor ungünstiger <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>. Man kann sie kaufen oder selbst basteln, z.B. aus großen Einweckgläsern, Plastikflaschen, Schüsseln oder Eimern. In den Boden der Gefäße wird zunächst ein Luftloch gebohrt. Danach werden die Gefäße mit dem Boden nach oben über die Pflanzen gestülpt.</li> <li><u>Schneckenzaun:</u> Auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0aS_F8ohLt0">Schneckenzaun</a> kann das Einwandern der Schnecken stark reduzieren. Da die Zäune relativ teuer sind und das Aufstellen einigen Aufwand verursacht, lohnen sie sich insbesondere für Beete mit empfindlichen Kulturen. Wählen Sie beim Kauf nur Schneckenzäune mit einem großen Überhang, also einem breiten, nach außen gebogenen Rand. Achten Sie beim Aufstellen darauf, dass die einzelnen Stücke ohne Lücken zusammengesetzt werden und nutzen Sie an Ecken spezielle Eckstücke. Halten Sie den Zaun von überhängenden Pflanzen frei, denn Schnecken können diese zur Überwindung der Zäune nutzen.</li> <li><u>Kupferband:</u> Schnecken mögen kein Kupfer, denn dieser <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stoff">Stoff</a> löst bei Berührung eine chemische Reaktion aus. Beeteinfassungen, Hochbeete und Pflanzgefäße können dementsprechend mit einem (selbstklebenden) <a href="https://youtu.be/MLqippC-LDY">Kupferband</a> geschützt werden. Entscheidend ist, dass das Kupferband mindestens 5 Zentimeter breit ist.</li> <li><u>Schutzanstrich:</u> Senkrecht stehende Materialien können mit einem speziellen <a href="https://youtu.be/uTRRvOHOSk8">Schutzanstrich</a> aus Ölen und Tensiden behandelt werden. Der Anstrich verhindert, dass Schnecken an der Fläche haften bleiben. Sie rutschen ab und können die Fläche somit nicht überwinden. Ein solcher Anstrich kann zum Schutz von Hochbeeten, Pflanzgefäßen und Beeteinfassungen genutzt werden. Er sollte etwa 10 Zentimeter breit aufgetragen werden.</li> </ul> Diese Pflanzenarten sind bei Schnecken unbeliebt <p>Einige Pflanzenarten werden von Schnecken gemieden. Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Bitterstoffe, Gerbstoffe, Toxine, ätherische Öle) oder bestimmte Eigenschaften der Pflanzen (z.B. behaarte oder ledrige Blätter, Stacheln und Dornen). Häufig wird empfohlen, solche Arten zwischen empfindliche Kulturen zu setzen, oder als Beetumrandung anzulegen. Doch Vorsicht, auf die abschreckende Wirkung solcher Pflanzungen ist nicht immer Verlass. Schnecken können sehr gut riechen, sie navigieren sich problemlos zwischen unbeliebten Pflanzen hindurch, hin zu den Leckerbissen. Welche Pflanzen sie letztendlich (nicht) fressen ist zudem von der Sorte, dem Alter der Pflanze und deren Gesundheitszustand abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken eher unbeliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop, Kerbel, Oregano, Bohnenkraut, Estragon</li> <li><u>Gemüse:</u> Tomaten, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Feldsalat, Topinambur, Zuckerhut, Mangold, Rettich, Rote Bete, Porree, Fenchel, Artischocken</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Bartnelken, Ringelblumen, Beinwell, Fingerhut, Eisenhut, Maiglöckchen, Pfingstrosen, Storchenschnabel, Nelkenwurz, Hauswurz, Wolfsmilch, Bergenien, Flockenblumen, Immergrün, Kapuzinerkresse, Königskerze, Rosen, Nachtkerzen, Primeln, Akelei, Ehrenpreis, Kornblumen, Vergissmeinnicht, Wollziest, Traubenhyazinthen, Hortensien</li> <li><u>Zwischenfrüchte:</u> Bitterlupinen, Sommerwicken, Serradella, Phacelia, Ölrettich, Sareptasenf, Gelbsenf, Buchweizen, Sommerlein</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Mulchmaterialien:</u> <a href="https://youtu.be/PUykObZNzV8">getrocknete Minze</a>, Farnblätter, Buchsbaumblätter, Lavendel, frisch gehäckselte Nadelholzrinde</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Jauchen:</u> Brennnessel, Knoblauch, Schafgarbe, Wermut, Efeu, Rainfarn</li> </ul> <strong>Galerie: Bei Nacktschnecken eher unbeliebt</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/eisenhut-blauer_eisenhut_xaver_klaussner_fotolia_67084623_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/akelei_perlphoto_fotolia_93077130_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/sterndolde_astrantia_lila_zwoffel_fotolia_41480235_m_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bergenien_m.schuppich_fotolia_84983525_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schwertlilien_christian_mueller_fotolia_67332227_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lambs_ear_kazakovmaksim_fotolia_42330068_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/blauer_fruehblueher_mallivan_fotolia_50779378_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Diese Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern <p>Einige Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern. Solche Pflanzen sollten Sie entweder gut schützen oder gar nicht erst anbauen. Sie können diese Pflanzenarten auch ganz gezielt als Ablenkfütterung nutzen, indem Sie ein sogenanntes "Opferbeet" an entfernter Stelle anlegen. Damit sollen die Schnecken aus den Gemüsebeeten in andere Gartenbereiche gelockt werden. Auch direkt im Gemüsebeet können Ablenkfütterungen mit bestimmten Pflanzen, auch Unkräutern, helfen, Ihre Kulturpflanzen zu schützen. Doch auch hier gilt: was tatsächlich gefressen wird, ist von Sorte, Alter und Gesundheitszustand der Pflanzen abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken besonders beliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Basilikum, Dill, Beifuß</li> <li><u>Gemüse:</u> alle Salatsorten und Kohlarten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Möhren</li> <li><u>Obst:</u> Erdbeeren, Melonen</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Sonnenblumen, Studentenblumen, Rittersporn, Dahlien, Astern, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen</li> </ul> So können Sie Schnecken effektiv absammeln <p>Schnecken aus den Beeten abzusammeln, klingt zunächst aufwändig. Tatsächlich ist es aber eine sehr effektive Methode. Zudem ist es die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass wirklich nur Schadschnecken, und keine anderen Arten, entfernt werden. Bevor Sie loslegen: prüfen Sie deshalb, ob Sie wirklich den Schadschnecken auf der Spur sind. Bestimmungs-Bücher oder -Apps können dabei helfen. Die meisten anderen Schneckenarten richten keine nennenswerten Schäden in Ihrem Garten an, sie sollten in ihrem Lebensraum belassen werden. Diese Arten ernähren sich vornehmlich von totem Pflanzenmaterial. Sorgen Sie dementsprechend dafür, dass die harmlosen Schneckenarten zumindest in einigen Bereichen Ihres Gartens totes Pflanzenmaterial finden (z.B. Ernterückstände, Mulchmaterialien).</p> <p>Je besser Sie die Lebensweise der Schadschnecken kennen, desto effektiver können Sie die Schneckenjagd gestalten:</p> <ul> <li><u>Schnecken sind nachtaktiv und lieben hohe Luftfeuchtigkeit</u>: Sie finden die Schnecken deshalb am besten, wenn Sie früh morgens, spät abends, oder bei Regenwetter nach ihnen suchen. Mit einem Schneckengreifer, einer Grillzange oder einem Gartenhandschuh lassen sich die Tiere leicht absammeln. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Taschenlampe.</li> <li><u>Verstecke erkennen:</u> Schnecken verstecken sich tagsüber gern an Orten, die feucht, kühl und dunkel sind. Schauen Sie unter Steinen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und großen Pflanzenblättern nach. Sie können auch extra Verstecke anlegen, um sie von dort bequem abzusammeln. Als Verstecke eignen sich Bretter, Karton, Tontöpfe, umgedrehte Pflanzgefäße oder andere licht- und wärmeundurchlässige Materialien.</li> <li><u>Köder auslegen</u>: Sie können unter so einem Versteck eine "Futterstelle" für die Schnecken anlegen. Das lockt die Schnecken von Ihren Pflanzen weg und erhöht die Effizienz Ihrer Schneckenjagd. Als Köder eignen sich beispielsweise Salatblätter, Weißbrot, Haferflocken, Hunde- oder Katzenfutter. Achten Sie darauf, die Verstecke so anzulegen, dass wirklich nur die Schnecken hineinfinden und keine Ratten oder andere Tiere angelockt werden. Legen Sie die Futterstellen nicht dauerhaft an, sondern erst wenige Tage vor dem Absammeln.</li> <li><u>Ei-Gelege entfernen</u>: Sammeln Sie die Schnecken am besten gleich im Frühjahr, nachdem sie aus ihren Eiern geschlüpft sind. Damit gar nicht erst so viele Schnecken schlüpfen sollten Sie insbesondere nach den Ei-Gelegen suchen. Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken, z.B. im Kompost, unter Bodenplatten und Pflanzkübeln, oder oberflächlich in der Erde vergraben. Da jedes Gelege bis zu 400 Eier enthalten kann, ist deren Entfernung sehr effektiv. Sie können die Eier zerstören oder im Hausmüll entsorgen. Es reicht auch, die Eier einfach freizulegen, so dass sie von Fressfeinden gefunden werden, und der Sonne bzw. dem Frost ausgesetzt sind.</li> <li><u>Erneutes Einwandern verhindern</u>: Am sinnvollsten ist das Absammeln der Schnecken auf solchen Flächen, die mit einer Barriere gegen neu einwandernde Schnecken gesichert sind.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schneckeneier.jpg"> </a> <strong> Schneckeneier </strong> <br> <p>Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken. Sie können zerstört oder im Hausmüll entsorgt werden. Alternativ können sie einfach freigelegt werden, so dass Nützlinge sie fressen können.</p> Quelle: David W. | www.wikimedia.org | Schneckeneier in einer Mulde | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Was tun mit den eingesammelten Schnecken? <p>Die Frage nach dem weiteren Vorgehen mit den abgesammelten Schnecken bleibt häufig unbeantwortet, und auch das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> hat keinen wirklich guten Rat hierfür. Es bestehen zwei Möglichkeiten: die Schnecken zu töten oder sie an anderer Stelle wieder freizulassen. Doch beide Optionen werfen Fragen bezüglich der korrekten Umsetzung auf. Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, die für Gärtner*innen praktikabel ist, den Tieren unnötig langes Leiden erspart und nicht zur weiteren Verbreitung der Wegschnecke in der freien Natur beiträgt.</p> <p><u>Schnecken töten:</u> Schnecken verfügen über ein zentrales Nervensystem und zeigen Schmerzreaktionen. Wenn Sie Schnecken töten, sollten Sie den Tieren Leid ersparen und den Tod zumindest schnell und sicher herbeiführen. Welche Methoden dafür tatsächlich geeignet sind, dazu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Häufig werden folgende Methoden empfohlen:</p> <ul> <li>Zerschneiden mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere. Der Schnitt sollte am ersten Drittel des Körpers angesetzt werden.</li> <li>Die Tiere in einem Eimer mit kochendem Wasser übergießen. Die Wassermenge muss dabei mindestens so groß sein, dass alle Schnecken davon bedeckt sind.</li> <li>Schnecken einzufrieren versetzt sie in einen schlafähnlichen Zustand bevor sie sterben. Diese Methode ähnelt ihrem natürlichen Tod in einem strengen Winter.</li> <li>Töten Sie die Tiere <u>nicht</u> durch Gift, Salz, Essig, Ertränken oder Ersticken.</li> <li>Beachten Sie, dass <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> auch (tote) Artgenossen fressen und von deren Geruch angezogen werden. Die getöteten Schnecken sollten deshalb vergraben oder im Hausmüll entsorgt werden.</li> <li>Der Gedanke, die eingesammelten Schnecken an Enten und Hühner zu verfüttern, liegt nahe. Doch Vorsicht! Hausgeflügel, welches an die großen schleimigen Schnecken nicht gewöhnt ist, kann beim hastigen Verzehr leicht daran ersticken. Testen Sie zuerst mit einzelnen Schnecken, ob diese angenommen und vertragen werden!</li> </ul> <p><u>Schnecken an anderer Stelle freilassen</u>: Bedenken Sie, dass Spanische Wegschnecken recht ortstreu sind. Sie werden sich an das gute Buffet in Ihrem Garten erinnern und einige Mühen auf sich nehmen, dahin zurück zu kehren. Ihr Lieblingsfutter finden sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern. Bei einer Freilassung sollten Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen dementsprechend weit entfernt sein. Auch Wald und Naturschutzgebiete sollen sich nicht in der Nähe befinden, um die Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke in der freien Natur nicht noch weiter zu beschleunigen. Welche Fläche nun tatsächlich für die Freilassung geeignet ist, um weiteren Schaden möglichst gering zu halten, muss vor Ort verantwortungsbewusst entschieden werden. Von Asphalt umgebene, ungenutzte Wiesen im siedlungsnahen Raum, in denen möglichst viele natürliche Feinde der Wegschnecken vorkommen, sind denkbar. Da Spanische Wegschnecken Hundekot fressen, sind auch städtische Hundewiesen eine Option.</p> Auf diese Methoden zur Schneckenabwehr sollten Sie verzichten <ul> <li><u>Bierfallen:</u> Der Geruch lockt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> aus der ganzen Umgebung an, doch nur die wenigsten ertrinken tatsächlich in der Bierfalle. Dagegen landen viele Nützlinge in den Fallen. Der Tod durch Ertrinken ist für die Tiere langsam und qualvoll.</li> <li><u>Fadenwürmer</u> (<em>Phasmarhabditis hermaphrodita</em>): Spanische Wegschnecken sind gegen diese Parasiten unempfindlich! Wirksam sind Fadenwürmer gegen Genetzte Ackerschnecken, doch diese kommen in Gärten eher selten vor. Dagegen werden auch nützliche Schneckenarten (z.B. Tigerschnegel) von den Parasiten befallen. Der Tod dauert mehrere Tage. Beim Einsatz der Fadenwürmer gibt es zudem Einiges zu beachten, sie sind sehr empfindlich gegen Licht, Hitze, Kälte, Trockenheit und UV-Strahlung. Der Erfolg der Behandlung ist nur von kurzer Dauer.</li> <li><u>Asche: </u>Verzichten Sie darauf, Asche zu streuen, da sie Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten kann. Die schneckenabweisende Wirkung ist zudem auf wenige Holzarten beschränkt und hält nur im trockenen Zustand an.</li> <li><u>Kaffee(satz) / Koffein:</u> Die Wirkung hält nur sehr kurz an. Manche Pflanzenarten vertragen keinen Kaffee(satz), und insbesondere Jungpflanzen reagieren empfindlich auf das Koffein. Größere Mengen Kaffee(satz) können zudem den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens beeinflussen.</li> <li><u>Verbotene "Hausmittel" wie Salz und Natron:</u> Solche Mittel können nicht nur Schnecken, sondern auch anderen Gartenmitbewohnern schwerwiegenden Schaden zufügen. Salz schädigt zudem die Pflanzenwurzeln und den Boden, außerdem gelangt es ins Grundwasser.</li> </ul> Schneckenkorn nur im Ausnahmefall <p>Als Schneckenkorn werden verschiedene Schneckengifte (Molluskizide) mit unterschiedlichen Wirkstoffen bezeichnet. Die granulatförmigen Fraßköder führen nach der Aufnahme zum Tod der Tiere. Obwohl die zugelassenen Produkte nur gegen Nacktschnecken eingesetzt werden dürfen, können bei der Anwendung genauso harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken sterben. Da einige Schneckenarten viel empfindlicher auf die Gifte reagieren als die robusten Spanischen Wegschnecken, kann der Einsatz langfristig gerade die harmlosen Schneckenarten in Bedrängnis bringen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schneckengift_hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Schneckengift </strong> <br> <p>Schneckenkorn kann auch harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken töten.</p> Quelle: Hans / pixabay <p>Welche Schneckengifte für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, können Sie in der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einsehen. Wählen Sie hierfür die Suchbegriffe "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>" und "Haus- und Kleingarten (HuK)". Schneckenkorn kann zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten: <em>Eisen-III-phosphat</em> oder <em>Metaldehyd</em>. Ein weiterer Wirkstoff, <em>Methiocarb,</em> ist aufgrund seiner toxischen Wirkung für Nager und Vögel seit 2014 in der EU verboten.</p> <ul> <li><u>Eisen-III-phosphat:</u> Gehört zu den "Wirkstoffen mit geringem Risiko" (low-risk substance, gemäß <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex:32009R1107">EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2009</a>). Das sind Stoffe, welche für die Umwelt nicht schädlich sind und bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. <em>Eisen-III-phosphat</em> kommt natürlicherweise im Boden vor und wird von Mikroorganismen in die beiden Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat zerlegt. Der Wirkstoff stört den Flüssigkeitshaushalt der Schnecken. Wenn sie davon gefressen haben stellen sie das Fressen ein und ziehen sich in Verstecke zurück. Dort vertrocknen und verhungern sie.</li> <li><u>Metaldehyd</u>: Im Gegensatz zum <em>Eisen-III-phosphat</em> wirkt <em>Metaldehyd</em> stark giftig auf Vögel und Säugetiere. Insbesondere kleine Vogelarten, z.B. Finken, sind in Gefahr, da sie sich mit nur wenigen Körnern tödlich vergiften können. Die Hersteller versuchen, das Risiko durch eine bestimmte Mindestgröße der Köder zu mindern. Das soll verhindern, dass Vögel die Köder aufgrund der Größe mit Futtersamen verwechseln. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Vögel, Igel, Amphibien oder Reptilien vergiften, wenn sie sich von Schnecken ernähren, die <em>Metaldehyd</em>-haltiges Schneckenkorn gefressen haben. Eine weitere Gefahr ist, dass Haus- oder Wildtiere das mehlhaltige Schneckenkorn probieren. Insbesondere Vergiftungsfälle bei Hunden sind belegt. Die Schnecken selbst sterben an Austrocknung. Sie verenden meist direkt im Beet und müssen entsorgt werden, damit durch deren Verwesungsgeruch nicht weitere Schnecken angezogen werden. Auch wegen der Vergiftungsgefahr für andere Tiere sollten die verendeten Schnecken schnellstmöglich abgesammelt werden.</li> </ul> <p>Der Einsatz von Schneckenkorn sollte auf Ausnahmefälle beschränkt sein. Bevorzugen Sie grundsätzlich vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, nutzen Sie Barrieren und fördern Sie natürliche Feinde der Schnecken. Soll Schneckenkorn dennoch eingesetzt werden, dann sind Produkte mit dem Wirkstoff <em>Eisen-III-phosphat</em> die bessere Wahl. Manche dieser Produkte enthalten jedoch den umweltschädlichen Beistoff <em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/edta">EDTA</a></em>. Ob dieser Beistoff enthalten ist, können Sie nicht an der Verpackung erkennen. Sie können aber bei den Herstellern um Auskunft bitten und sich dann für ein <em><u>EDTA</u></em><u>-freies Produkt</u> entscheiden. Verwenden Sie grundsätzlich nur zugelassene Produkte und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage.</p> <p>Obwohl Schnecken seit Jahrzehnten intensiv bekämpft werden, ist keinerlei Rückgang der Schadschneckenarten zu verzeichnen. Im Gegenteil, sie verbreiten sich munter weiter und treten dabei in immer größeren Mengen auf. Schneckengifte lösen das Problem also nicht dauerhaft, und auch die oben genannten nicht-chemischen Maßnahmen führen nicht immer zum Erfolg. Gerade die Spanische Wegschnecke kann geschickt Barrieren überwinden, bei Bedarf ihr Nahrungsspektrum anpassen und bereits abgesammelte Bereiche schnell wieder besiedeln. Sie ist extrem anpassungsfähig, unempfindlich gegen parasitäre Nematoden und kann unter bestimmten Umständen sogar Schneckengifte überleben.</p> </p><p> Diese Maßnahmen helfen gegen Nacktschneckenplagen <ul> <li>Beugen Sie Schneckenplagen mit pflanzenbaulichen Maßnahmen vor.</li> <li>Schaffen Sie Lebensräume für die Fressfeinde der Schnecken.</li> <li>Nutzen Sie Barrieren wie Schneckenzäune, Schneckenkragen oder Schafwolle.</li> <li>Wählen Sie bestimmte, bei Schnecken unbeliebte Pflanzenarten.</li> <li>Locken Sie Schnecken in Fallen, wo Sie die Tiere gezielt absammeln können.</li> <li>Ein Verzicht auf Schneckenkorn ist gut für die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Mit erstaunlichem Appetit fressen sich manche Schneckenarten durch den Garten und hinterlassen dabei Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten sowie silbrig glänzende Schleimspuren. Insbesondere nach jungen Gemüsepflanzen, Salaten, Erdbeeren und einigen Zierpflanzen haben sie ein großes Verlangen. Es gibt, geschätzt, 250 bis 300 heimische Schneckenarten, doch nur die Wenigsten von ihnen richten nennenswerten Schaden an. Zu den Schadschnecken gehören die Spanische Wegschnecke sowie die Garten-Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. Gehäuseschnecken, wie auch die meisten anderen Schneckenarten, sind dagegen nicht schädlich. Sie leben vorwiegend von totem Pflanzenmaterial und erfüllen wichtige Funktionen im natürlichen Kreislauf. Einige (Nackt-) Schneckenarten sind auch deshalb nützlich, weil sie die Eier problematischer Schneckenarten fressen. Die ebenfalls nützliche Weinbergschnecke ist zudem geschützt nach der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html">Bundesartenschutzverordnung</a> und der <a href="https://www.bfn.de/abkommen-richtlinie/fauna-flora-habitat-richtlinie-ffh-richtlinie-richtlinie-9243ewg-des-rates-vom">FFH-Richtlinie</a>.</p> <strong>Galerie: Schnecken im Garten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/800px-arion_distinctus_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/deroceras_reticulatum.png"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/rote_wegschnecke_gabriela_fink_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hellbraune_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gelbstreifige_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/wurmschnegel.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/tigerschnegel_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/weinbergschnecke_th_g_auf_pixabay.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Wo kommen all die Schnecken her? <p>Schneckenplagen haben in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit zugenommen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, wirken in der Summe, und sind zum großen Teil menschengemacht. Diese Ursachen sollten Sie kennen:</p> <ul> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>:</u> Die Vermehrung von Schnecken ist stark von der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> abhängig. Ein mildes, feuchtes Frühjahr und ein regenreicher Sommer fördern insbesondere die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Auch ein milder Winter mit nur wenigen Frosttagen erhöht die Überlebensrate der Nacktschnecken und ihrer Eier. Durch den Klimawandel nehmen in Deutschland <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe#teilweise-sehr-regenreiche-jahre-seit-1965">durchschnittliche Niederschlagsmengen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-lufttemperatur#mildere-herbste-und-winter-in-deutschland">milde Winter</a> zu, was die Nacktschnecken weiter begünstigen wird.</li> <li><u>Verlust von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>:</u> Viele Fressfeinde der Nacktschnecken sind in Gärten nur noch selten anzutreffen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Durch die unnatürliche Gestaltung und Bewirtschaftung vieler Gärten finden heimische Tiere, und damit auch Fressfeinde der Nacktschnecken, kaum noch Nahrung und Lebensraum. Ein weiterer Grund ist der Einsatz von Pestiziden. Beispielsweise tötet Schneckenkorn nicht nur die Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken, welche Schadschnecken und deren Eier vertilgen.</li> <li><u>Pflanzenzüchtung:</u> Wildpflanzen schützen sich mit allerlei Abwehrstoffen vor Fressfeinden. Sie verderben mit Bitterstoffen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Toxinen den Schnecken den Appetit. Mit der Kultivierung durch den Menschen wurden solche Stoffe jedoch zunehmend aus dem Gemüse herausgezüchtet, um es genießbar und schmackhaft zu machen. Die fehlenden Abwehrstoffe machen die Pflanzen nun anfällig für Schädlingsbefall, und auch die Schnecken sind auf den guten Geschmack gekommen.</li> <li><u>Enge Fruchtfolgen</u>: Eintönige Fruchtfolgen mit schneckenanfälligen Kulturen fördern das Schnecken-Vorkommen, indem sie durchgehend ein sicheres Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.</li> <li><u>Hohe Stickstoffgaben:</u> Schnecken mögen Pflanzen, welche durch ein hohes Angebot an leicht löslichen Stickstoffdüngern schnell gewachsen sind. Viel Stickstoff erhöht zwar den Ertrag, schwächt aber die Pflanzengesundheit insgesamt und fördert auch Schnecken.</li> <li><u>Lichtverschmutzung</u>: Nächtliche Beleuchtungen im Garten sind für viele Insektenarten tödliche Fallen, z.B. für Leuchtkäfer ("Glühwürmchen"). Diese vertilgen während ihrer dreijährigen Larvenzeit ausschließlich Schnecken, insbesondere Nacktschnecken. Doch wegen der vielen künstlichen Lichter können sie sich nicht mehr erfolgreich vermehren, weil sie die Lampen nicht von ihren Geschlechtspartnern unterscheiden können. In ihrer kurzen Paarungszeit vergeuden sie somit alle Energie, indem sie orientierungslos von Lampe zu Lampe fliegen.</li> <li><u>Gebietsfremde Schneckenarten:</u> Weltweit, aber auch in Deutschland, breiten sich nicht-heimische Schneckenarten aus. Befördert wird das durch den globalen Warenverkehr und den Klimawandel. Einige gebietsfremde Arten gelten als invasive Arten. Das heißt, sie können sich, mangels natürlicher Feinde, stark vermehren und langfristig heimische Arten verdrängen. Laut Bundesamt für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) gibt es in Deutschland etwa <a href="https://neobiota.bfn.de/invasivitaetsbewertung/weichtiere.html">90 nicht-heimische Weichtierarten</a> (Mollusken), darunter auch Schadarten wie die Garten-Wegschnecke und einige Ackerschnecken-Arten. Keine der eingeschleppten Land-Schneckenarten wurde jedoch als invasiv eingestuft (BfN-Skripten 626, 2022). Die Spanische Wegschnecke gilt dagegen als invasive Art. Inzwischen wurde zwar durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dna">DNA</a>-Analysen festgestellt, dass diese nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Spanien stammt, sondern <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/eva.12177">in Mitteleuropa heimisch</a>. Dennoch hat sie sich in den letzten Jahrzehnten aus obengenannten Gründen extrem vermehrt und über den ganzen Kontinent, insbesondere nach Nord- und Ost-Europa, ausgebreitet. Auch in Nord-Amerika sind bereits Funde bestätigt.</li> </ul> </p><p> Warum gerade die Spanische Wegschnecke? <p>Gründe für die extreme, aus Schnecken-Sicht "erfolgreiche" Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke liegen auch in ihren artspezifischen Merkmalen:</p> <ul> <li><u>Hohe Reproduktionsraten</u>: Eine einzige Wegschnecke kann in ihrem normalerweise einjährigen Leben bis zu 400 Eier legen. Weil sie, wie fast alle Land-Schnecken, Zwitter sind, kann jedes Tier befruchten und befruchtet werden.</li> <li><u>Breites Nahrungsspektrum</u>: Spanische Wegschnecken ernähren sich von 100 verschiedenen Pflanzenarten und fressen auch, im Gegensatz zu anderen Schneckenarten, Aas, Kot, Artgenossen und kleine Tiere. Sogar <a href="https://nsojournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jav.01189">Nestlinge</a> von bodenbrütenden Singvögeln sind nicht vor ihnen sicher.</li> <li><u>Wenige Fressfeinde</u>: Ausgewachsene Wegschnecken haben nicht viele Fressfeinde. Und selbst von diesen werden sie mit wenig Vorliebe gefressen, weil sie so groß und schleimig sind. Jungtiere und Eier der Wegschnecken sind da weitaus beliebter.</li> <li><u>Biologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsfaehigkeit">Anpassungsfähigkeit</a></u>: Das Genom dieser Schnecke enthält sehr viele sogenannte <a href="https://zsm.snsb.de/gesamtgenom-spanische-wegschnecke/">"springende Gene"</a>. Dadurch kann sie sich besonders gut an veränderte Lebensbedingungen anpassen.</li> <li><u>Konkurrenz für andere Schnecken:</u> Spanische Wegschnecken fressen nicht nur kranke und tote Artgenossen und deren Ei-Gelege, sondern auch andere Schneckenarten. Zudem paaren sich Spanische Wegschnecken mit anderen Arten. Es wird angenommen, dass die dabei entstehenden Hybriden vorteilhafte Genversionen ihrer Verwandten übernehmen. Das <a href="https://idw-online.de/de/news746597">führt langfristig dazu</a>, dass die Spanische Wegschnecke noch konkurrenzstärker wird und andere Schneckenarten, wie die Rote Wegschnecke, verdrängt werden.</li> <li><u>Physiologisches Multitalent:</u> Wegschnecken können hervorragend klettern, sich bei Gefahr zusammenrollen, und relativ weite Strecken zurücklegen: bis zu 25 Meter pro Nacht. Ihre Nahrung riechen sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern und erinnern sich zudem an Orte mit Leckerbissen. Über Licht-, Geruchs- und Vibrationswahrnehmungen haben sie eine ausgezeichnete räumliche Orientierung. Über Gerüche kommunizieren Schnecken zudem mit ihren Artgenossen. Sie können in kurzer Zeit große Mengen Nahrung zu sich nehmen: pro Tag brauchen sie nur eine Stunde für die Ernährung. Etwa 70 Prozent des Tages ruhen sie in ihren Verstecken.</li> </ul> </p><p> Mit pflanzenbaulichen Maßnahmen beugen Sie Schneckenplagen vor <ul> <li><u>Sonniger Standort:</u> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> mögen es feucht. Legen Sie Beete mit schnecken-empfindlichen Pflanzen deshalb an möglichst sonnige Standorte.</li> <li><u>Geschützter Bereich:</u> Schnecken verstecken sich gern in Wiesen, Brachen, Hecken, Feuchtbiotopen und im Kompost. Pflanzen Sie empfindliche Kulturen deshalb möglichst weit davon entfernt. Auch ein Schutzstreifen kann das Einwandern der Schnecken aus solchen Bereichen mindern. Das kann ein Streifen aus schwer zu überwindendem Material sein (z.B. Kies, Sand, Sägespäne) oder ein Grasstreifen, der sehr kurz und oft gemäht wird.</li> <li><u>Vielfältige Fruchtfolgen:</u> Wechseln Sie den Standort schneckenanfälliger Kulturen jährlich. So verhindern Sie, dass Schnecken sich im Beet dauerhaft ansiedeln.</li> <li><u>Durchdachte Bewässerung:</u> Gießen Sie Ihre Pflanzen nur punktuell, anstatt die ganze Fläche zu bewässern. Gießen Sie am besten früh morgens. So können die Pflanzen das Wasser tagsüber nutzen, und bis zum Abend ist das Beet wieder trocken. Das erschwert den nachtaktiven Nacktschnecken das Vorankommen.</li> <li><u>Wachstumsvorsprung schaffen:</u> Schnecken mögen am liebsten zarte Jungpflanzen. Ziehen Sie deshalb Gemüse und andere empfindliche Pflanzen im geschützten Bereich (z.B. Fensterbank, Gewächshaus) vor. Pflanzen Sie diese erst relativ spät raus, am besten bei trockenem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Vor dem Auspflanzen sollten Sie die jungen Pflänzchen erst ein paar Tage an die neuen Klimabedingungen gewöhnen.</li> <li><u>Gründliche Bodenbearbeitung:</u> Nacktschnecken⁠ verkriechen sich tagsüber gern in Hohlräumen im Boden. Zur Vermeidung solcher Hohlräume sollten Sie die Erde nach einer Aussaat oder Pflanzung fest andrücken. Regelmäßige Bodenbearbeitung macht den Boden feinkrümelig und zerstört die Verstecke. Umgraben, Hacken oder Grubbern legt die Schnecken und ihre Ei-Gelege frei und setzt sie damit der Sonne bzw. dem Frost sowie ihren Fressfeinden aus. Bedenken Sie jedoch, dass eine intensive Bodenbearbeitung das Bodenleben und die Bodenstruktur schädigen kann. Sie sollten deshalb nur in bestimmten Fällen, z.B. bei empfindlichen Kulturen, oder bei tatsächlichem hohen Schneckenbefall, zu solchen Maßnahmen greifen.</li> <li><u>Vorsicht mit Mulchmaterial:</u> Auch beim Mulchen müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Mulch hat sehr viele positive Effekte, aber bestimmte Materialien sind bei Schnecken als Versteck und Ei-Ablageplatz beliebt. Dazu gehören z.B. Rasenschnitt, Stroh, aber auch Folien und Vlies. Bei starkem Schneckenbefall kann es deshalb sinnvoll sein, auf Mulch zu verzichten, bzw. diesen, samt Schnecken und Eiern, zu entfernen. Auch Erntereste sollten bei Schneckengefahr entfernt oder rasch eingearbeitet werden.</li> <li><u>Ausgewogene Düngung:</u> Schnecken mögen Pflanzen, die durch hohe Stickstoffgaben schnell gewachsen sind und somit kein festes Pflanzengewebe ausbilden konnten. Mäßigen Sie deshalb das Stickstoffangebot. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen die Pflanzen bei der Ausbildung von festem Gewebe.</li> <li><u>Gewächshäuser schützen:</u> Aufgrund des feuchtwarmen und frostfreien Klimas sind Gewächshäuser ein beliebter Ort für Schnecken. Deshalb sollten die Folien keine Löcher haben und am Boden dicht abschließen. Lüften Sie nur tagsüber, wenn die nachtaktiven Schnecken nicht unterwegs sind. Der Bewuchs rund um das Gewächshaus sollte stets kurzgehalten werden.</li> <li><u>Ausbreitung vermeiden:</u> Entsorgen Sie Gartenabfälle und auch Erde nicht in der freien Natur, es können Spanische Wegschnecken oder deren Ei-Gelege darin versteckt sein. Das würde eine weitere Ausbreitung der Schnecken in bisher weniger besiedelten, naturnahen Flächen beschleunigen. Es besteht die Gefahr, dass andere heimische Schneckenarten, die in solchen Gebieten noch vorkommen, durch die Spanische Wegschnecke verdrängt werden. Unabhängig davon ist das Entsorgen von Gartenabfällen in der Natur illegal und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.</li> </ul> </p><p> So locken Sie Fressfeinde der Nacktschnecken an <p>Wegschnecken haben eine ganze Reihe von Fressfeinden. Die ausgewachsenen Schnecken sind zwar, aufgrund ihrer Größe und des hohen Schleimgehalts, nicht bei allen sonderlich beliebt. Doch Jungschnecken und Schneckeneier stehen bei vielen heimischen Tieren auf der Speisekarte. Entscheidend ist eine vielfältige und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">naturnahe Gartengestaltung</a>, so dass viele Nützlinge darin einen geeigneten Lebensraum finden. Auch ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> ist förderlich für Ihre Gartenmitbewohner und deren Nahrungsgrundlagen.</p> <ul> <li><u>Vögel:</u> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-KGBqkedzqw">Amseln</a>, Drosseln, Stare, Hausrotschwänze und andere Vögel fressen Schnecken und deren Eier. Die Amsel im verlinkten Video rollt die Schnecke hin und her, um den Schleim zu reduzieren, bevor sie diese frisst. Helfen Sie Vögeln mit einem Angebot entsprechender Nistkästen und der Pflanzung heimischer Vogelnährgehölze. Stellen Sie außerdem Vogeltränken und Wasserstellen zum Baden bereit.</li> <li><u>Igel</u>: Schnecken werden von Igeln in Ermangelung von besser geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Igel sind eigentlich Insektenfresser, am liebsten mögen sie Käfer. Futter finden Igel in Laub-, Reisig- und Totholzhaufen sowie im Kompost. Stellen Sie außerdem eine Schale mit sauberem Wasser bereit.</li> <li><u>Spitzmäuse:</u> Spitzmäuse sind weder Mäuse, noch Nagetiere. Es sind nützliche Insektenfresser, die gern auch Würmer und Schnecken vertilgen. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><u>Maulwürfe:</u> Maulwürfe sind nützliche Tiere. Sie belüften den Boden und fressen Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Maulwürfe sind nach Bundesnaturschutzgesetz "besonders geschützt" und dürfen somit weder gestört, gefangen, noch getötet werden. Respektieren Sie das kleine Tier, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><u>Amphibien &amp; Reptilien:</u> Verschiedene Amphibien (<a href="https://youtu.be/yL9LLkGC7tg">Kröten</a>, Frösche, <a href="https://youtu.be/cyt7aODrX8I">Salamander</a>) und Reptilien (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s3DYdqzj1q8">Blindschleichen</a>, Eidechsen) fressen (junge) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Legen Sie, wenn möglich, einen Gartenteich für Frösche an. Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen. Errichten Sie Burgen aus <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle für wärmeliebende Reptilien. Laubhaufen dienen Kröten als Sommerversteck und Winterquartier.</li> <li><u>Käfer:</u> <a href="https://youtu.be/MrFuhelfpKs">Laufkäfer</a>, Weichkäfer, Aaskäfer, <a href="https://youtu.be/WP55yUB1pyw">Moderkäfer</a> und deren Larven fressen Schnecken bzw. deren Eier. Käfer mögen Totholz besonders gern. Belassen Sie deshalb tote Bäume, oder zumindest Teile davon, in Ihrem Garten. Alternativ können Sie einen <a href="https://schneckenhilfe.de/kaeferkeller-kaeferburg-anlegen-anleitung/">Käferkeller oder eine Käferburg</a> Auch Leuchtkäfer ("Glühwürmchen") brauchen Totholz, um ihre Eier abzulegen. In ihrem dreijährigen Larvenstadium fressen sie ausschließlich Schnecken. Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MMNk1Sko1e0">Larven der Glühwürmchen</a> spüren die Schnecken anhand ihrer Schleimspur auf, injizieren ihnen ein Gift und fressen sie innerhalb weniger Stunden auf. Den selten gewordenen Glühwürmchen helfen Sie, indem Sie auf künstliches Licht im Garten verzichten.</li> <li><u>Spinnen:</u> Verschiedene Weberknecht-Arten fressen Schneckeneier. Weberknechte mögen dunkle, feuchte Verstecke wie Baumrinden, Keller oder Spalten im Gestein. Gönnen Sie den Tieren ihren Rückzugsort.</li> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gliederfuesser">Gliederfüßer</a>:</u> <a href="https://www.youtube.com/shorts/7hMGekThfHQ">Hundertfüßer</a> fressen Schneckeneier und Jungschnecken. Auch Hundertfüßer mögen es dunkel und feucht. Man findet sie unter Laub, Steinen und Borken.</li> <li><u>Schnegel</u>: Ob <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PLi3Zwbv1Go">Tigerschnegel</a> tatsächlich ausgewachsene Wegschnecken fressen, ist in Fachkreisen umstritten. Bestätigt ist, dass sie diese zumindest angreifen und verdrängen, sowie auch deren Eier und Jungtiere fressen. Schnegel sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber gern an feuchten, kühlen Orten. Komposter, Stein- und Holzhaufen bieten ihnen Lebensraum. Tigerschnegel haben ein <a href="https://youtu.be/SjNHvTlInJE">spektakuläres Paarungsritual</a>. Ihre <a href="https://youtu.be/f4ivpQIA548">Eier</a> sind transparent, im Gegensatz zur Spanischen Wegschnecke, deren Eier weiß sind. Damit Schnegel und andere nützliche Schnecken in Ihrem Garten leben können, sollten Sie auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichten. Denn Schneckenkorn tötet nicht nur Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken.</li> <li><u>Laufenten</u>: <a href="https://youtu.be/bfwPUH1Wm9Q">Laufenten</a> sind eifrige Schneckenjäger, die meiste Beute machen sie morgens und abends sowie bei feuchtem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Doch Achtung, sie fressen genauso viele Nützlinge und machen auch vor Ihren Gemüsepflanzen nicht halt. Am besten, Sie lassen die Enten nach der Bodenbearbeitung – aber vor der Bepflanzung auf den entsprechenden Beeten weiden. Oder Sie koppeln den Gemüsegarten ein und lassen die Enten auf den umliegenden Grünflächen weiden. Beachten Sie, dass für die Haltung von Laufenten Fachkenntnisse und eine entsprechende räumliche Ausstattung notwendig sind. Die schwierigste Hürde ist, den Laufenten eine ausreichende Wasserfläche zur Verfügung zu stellen, welche sie für die Auslebung arteigener Verhaltensweisen benötigen. Ein großer Gartenteich kann diese Anforderungen unter Umständen erfüllen. Kleinere, künstliche Wasserflächen (z.B. Badewannen, Wassercontainer) sind nur geeignet, wenn sie täglich gereinigt und neu befüllt werden können.</li> <li><u>Hühner</u>: Für Hühner sind Schneckeneier eine Delikatesse, aber ausgewachsene Nacktschnecken mögen sie nicht. Zudem bringt die Hühnerhaltung jede Menge Arbeit mit sich. Bevor Sie sich Hühner anschaffen, sollten Sie sich unbedingt die nötigen Fachkenntnisse für eine artgerechte Haltung aneignen.</li> </ul> </p><p> So schützen Sie Ihre Pflanzen mit Barrieren <p>Einige Hindernisse aus bestimmten Materialien können von Schnecken nur schwer oder gar nicht überwunden werden. Damit können Sie einzelne Pflanzen oder ganze Beete vor Schneckenbefall schützen. Zu beachten ist, dass dabei nur die von außen einwandernden Schnecken abgehalten werden. Schnecken, die sich bereits in den zu schützenden Bereichen befinden, müssen abgesammelt werden.</p> <ul> <li><u>Schutzstreifen:</u> Legen Sie um Ihre Beete Schutzstreifen an, die für Schnecken nur schwer zu überwinden sind. Das können z.B. Wege oder Ränder aus Kies sein, oder sehr kurz gemähte Rasenstreifen. Bereiche aus Sand oder Sägespänen zwingen die Weichtiere, besonders viel Schleim zu bilden. Auch das erschwert ihr Vorankommen.</li> <li><u>Abwehrende Mulchmaterialien:</u> Pflanzen können mit frischer <a href="https://youtu.be/P1DKfqknsBs">Schafwolle</a> oder aufgequollenen <a href="https://youtu.be/9bhneGBP_TM">Schafwollpellets</a> vor Schnecken geschützt werden. Das klappt jedoch nur, wenn die Materialien (wieder) trocken sind. Deshalb eignen sie sich besonders gut an Stellen, wo sie vor Regen geschützt sind (z.B. Gewächshaus). Ein weiterer Vorteil der Schafwoll(pellets) ist, dass sie den Pflanzen als Langzeitdünger dienen.</li> <li><u>Schneckenkragen:</u> Kaufen oder basteln Sie einen <a href="https://youtu.be/qDVuxF57X7w">Schneckenkragen</a> für einzelne empfindliche Pflanzen. Insbesondere Setzlinge können damit über einen empfindlichen Zeitraum geschützt werden. Sind die Pflanzen größer, dann bilden sie härteres Gewebe aus, welches für Schnecken weniger schmackhaft ist. Ein Schneckenkragen sollte einen breiten, überstehenden Rand haben und aus robustem, transparentem Material bestehen.</li> <li><u>Pflanzenhüte &amp; Anzuchtglocken:</u> Diese sind insbesondere für den Schutz von Jungpflanzen geeignet. Sie halten nicht nur Schnecken fern, sondern schützen auch vor ungünstiger <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>. Man kann sie kaufen oder selbst basteln, z.B. aus großen Einweckgläsern, Plastikflaschen, Schüsseln oder Eimern. In den Boden der Gefäße wird zunächst ein Luftloch gebohrt. Danach werden die Gefäße mit dem Boden nach oben über die Pflanzen gestülpt.</li> <li><u>Schneckenzaun:</u> Auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0aS_F8ohLt0">Schneckenzaun</a> kann das Einwandern der Schnecken stark reduzieren. Da die Zäune relativ teuer sind und das Aufstellen einigen Aufwand verursacht, lohnen sie sich insbesondere für Beete mit empfindlichen Kulturen. Wählen Sie beim Kauf nur Schneckenzäune mit einem großen Überhang, also einem breiten, nach außen gebogenen Rand. Achten Sie beim Aufstellen darauf, dass die einzelnen Stücke ohne Lücken zusammengesetzt werden und nutzen Sie an Ecken spezielle Eckstücke. Halten Sie den Zaun von überhängenden Pflanzen frei, denn Schnecken können diese zur Überwindung der Zäune nutzen.</li> <li><u>Kupferband:</u> Schnecken mögen kein Kupfer, denn dieser <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stoff">Stoff</a> löst bei Berührung eine chemische Reaktion aus. Beeteinfassungen, Hochbeete und Pflanzgefäße können dementsprechend mit einem (selbstklebenden) <a href="https://youtu.be/MLqippC-LDY">Kupferband</a> geschützt werden. Entscheidend ist, dass das Kupferband mindestens 5 Zentimeter breit ist.</li> <li><u>Schutzanstrich:</u> Senkrecht stehende Materialien können mit einem speziellen <a href="https://youtu.be/uTRRvOHOSk8">Schutzanstrich</a> aus Ölen und Tensiden behandelt werden. Der Anstrich verhindert, dass Schnecken an der Fläche haften bleiben. Sie rutschen ab und können die Fläche somit nicht überwinden. Ein solcher Anstrich kann zum Schutz von Hochbeeten, Pflanzgefäßen und Beeteinfassungen genutzt werden. Er sollte etwa 10 Zentimeter breit aufgetragen werden.</li> </ul> </p><p> Diese Pflanzenarten sind bei Schnecken unbeliebt <p>Einige Pflanzenarten werden von Schnecken gemieden. Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Bitterstoffe, Gerbstoffe, Toxine, ätherische Öle) oder bestimmte Eigenschaften der Pflanzen (z.B. behaarte oder ledrige Blätter, Stacheln und Dornen). Häufig wird empfohlen, solche Arten zwischen empfindliche Kulturen zu setzen, oder als Beetumrandung anzulegen. Doch Vorsicht, auf die abschreckende Wirkung solcher Pflanzungen ist nicht immer Verlass. Schnecken können sehr gut riechen, sie navigieren sich problemlos zwischen unbeliebten Pflanzen hindurch, hin zu den Leckerbissen. Welche Pflanzen sie letztendlich (nicht) fressen ist zudem von der Sorte, dem Alter der Pflanze und deren Gesundheitszustand abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken eher unbeliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop, Kerbel, Oregano, Bohnenkraut, Estragon</li> <li><u>Gemüse:</u> Tomaten, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Feldsalat, Topinambur, Zuckerhut, Mangold, Rettich, Rote Bete, Porree, Fenchel, Artischocken</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Bartnelken, Ringelblumen, Beinwell, Fingerhut, Eisenhut, Maiglöckchen, Pfingstrosen, Storchenschnabel, Nelkenwurz, Hauswurz, Wolfsmilch, Bergenien, Flockenblumen, Immergrün, Kapuzinerkresse, Königskerze, Rosen, Nachtkerzen, Primeln, Akelei, Ehrenpreis, Kornblumen, Vergissmeinnicht, Wollziest, Traubenhyazinthen, Hortensien</li> <li><u>Zwischenfrüchte:</u> Bitterlupinen, Sommerwicken, Serradella, Phacelia, Ölrettich, Sareptasenf, Gelbsenf, Buchweizen, Sommerlein</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Mulchmaterialien:</u> <a href="https://youtu.be/PUykObZNzV8">getrocknete Minze</a>, Farnblätter, Buchsbaumblätter, Lavendel, frisch gehäckselte Nadelholzrinde</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Jauchen:</u> Brennnessel, Knoblauch, Schafgarbe, Wermut, Efeu, Rainfarn</li> </ul> <strong>Galerie: Bei Nacktschnecken eher unbeliebt</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/eisenhut-blauer_eisenhut_xaver_klaussner_fotolia_67084623_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/akelei_perlphoto_fotolia_93077130_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/sterndolde_astrantia_lila_zwoffel_fotolia_41480235_m_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bergenien_m.schuppich_fotolia_84983525_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schwertlilien_christian_mueller_fotolia_67332227_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lambs_ear_kazakovmaksim_fotolia_42330068_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/blauer_fruehblueher_mallivan_fotolia_50779378_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Diese Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern <p>Einige Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern. Solche Pflanzen sollten Sie entweder gut schützen oder gar nicht erst anbauen. Sie können diese Pflanzenarten auch ganz gezielt als Ablenkfütterung nutzen, indem Sie ein sogenanntes "Opferbeet" an entfernter Stelle anlegen. Damit sollen die Schnecken aus den Gemüsebeeten in andere Gartenbereiche gelockt werden. Auch direkt im Gemüsebeet können Ablenkfütterungen mit bestimmten Pflanzen, auch Unkräutern, helfen, Ihre Kulturpflanzen zu schützen. Doch auch hier gilt: was tatsächlich gefressen wird, ist von Sorte, Alter und Gesundheitszustand der Pflanzen abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken besonders beliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Basilikum, Dill, Beifuß</li> <li><u>Gemüse:</u> alle Salatsorten und Kohlarten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Möhren</li> <li><u>Obst:</u> Erdbeeren, Melonen</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Sonnenblumen, Studentenblumen, Rittersporn, Dahlien, Astern, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen</li> </ul> </p><p> So können Sie Schnecken effektiv absammeln <p>Schnecken aus den Beeten abzusammeln, klingt zunächst aufwändig. Tatsächlich ist es aber eine sehr effektive Methode. Zudem ist es die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass wirklich nur Schadschnecken, und keine anderen Arten, entfernt werden. Bevor Sie loslegen: prüfen Sie deshalb, ob Sie wirklich den Schadschnecken auf der Spur sind. Bestimmungs-Bücher oder -Apps können dabei helfen. Die meisten anderen Schneckenarten richten keine nennenswerten Schäden in Ihrem Garten an, sie sollten in ihrem Lebensraum belassen werden. Diese Arten ernähren sich vornehmlich von totem Pflanzenmaterial. Sorgen Sie dementsprechend dafür, dass die harmlosen Schneckenarten zumindest in einigen Bereichen Ihres Gartens totes Pflanzenmaterial finden (z.B. Ernterückstände, Mulchmaterialien).</p> <p>Je besser Sie die Lebensweise der Schadschnecken kennen, desto effektiver können Sie die Schneckenjagd gestalten:</p> <ul> <li><u>Schnecken sind nachtaktiv und lieben hohe Luftfeuchtigkeit</u>: Sie finden die Schnecken deshalb am besten, wenn Sie früh morgens, spät abends, oder bei Regenwetter nach ihnen suchen. Mit einem Schneckengreifer, einer Grillzange oder einem Gartenhandschuh lassen sich die Tiere leicht absammeln. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Taschenlampe.</li> <li><u>Verstecke erkennen:</u> Schnecken verstecken sich tagsüber gern an Orten, die feucht, kühl und dunkel sind. Schauen Sie unter Steinen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und großen Pflanzenblättern nach. Sie können auch extra Verstecke anlegen, um sie von dort bequem abzusammeln. Als Verstecke eignen sich Bretter, Karton, Tontöpfe, umgedrehte Pflanzgefäße oder andere licht- und wärmeundurchlässige Materialien.</li> <li><u>Köder auslegen</u>: Sie können unter so einem Versteck eine "Futterstelle" für die Schnecken anlegen. Das lockt die Schnecken von Ihren Pflanzen weg und erhöht die Effizienz Ihrer Schneckenjagd. Als Köder eignen sich beispielsweise Salatblätter, Weißbrot, Haferflocken, Hunde- oder Katzenfutter. Achten Sie darauf, die Verstecke so anzulegen, dass wirklich nur die Schnecken hineinfinden und keine Ratten oder andere Tiere angelockt werden. Legen Sie die Futterstellen nicht dauerhaft an, sondern erst wenige Tage vor dem Absammeln.</li> <li><u>Ei-Gelege entfernen</u>: Sammeln Sie die Schnecken am besten gleich im Frühjahr, nachdem sie aus ihren Eiern geschlüpft sind. Damit gar nicht erst so viele Schnecken schlüpfen sollten Sie insbesondere nach den Ei-Gelegen suchen. Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken, z.B. im Kompost, unter Bodenplatten und Pflanzkübeln, oder oberflächlich in der Erde vergraben. Da jedes Gelege bis zu 400 Eier enthalten kann, ist deren Entfernung sehr effektiv. Sie können die Eier zerstören oder im Hausmüll entsorgen. Es reicht auch, die Eier einfach freizulegen, so dass sie von Fressfeinden gefunden werden, und der Sonne bzw. dem Frost ausgesetzt sind.</li> <li><u>Erneutes Einwandern verhindern</u>: Am sinnvollsten ist das Absammeln der Schnecken auf solchen Flächen, die mit einer Barriere gegen neu einwandernde Schnecken gesichert sind.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schneckeneier.jpg"> </a> <strong> Schneckeneier </strong> <br> <p>Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken. Sie können zerstört oder im Hausmüll entsorgt werden. Alternativ können sie einfach freigelegt werden, so dass Nützlinge sie fressen können.</p> Quelle: David W. | www.wikimedia.org | Schneckeneier in einer Mulde | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 </p><p> Was tun mit den eingesammelten Schnecken? <p>Die Frage nach dem weiteren Vorgehen mit den abgesammelten Schnecken bleibt häufig unbeantwortet, und auch das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> hat keinen wirklich guten Rat hierfür. Es bestehen zwei Möglichkeiten: die Schnecken zu töten oder sie an anderer Stelle wieder freizulassen. Doch beide Optionen werfen Fragen bezüglich der korrekten Umsetzung auf. Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, die für Gärtner*innen praktikabel ist, den Tieren unnötig langes Leiden erspart und nicht zur weiteren Verbreitung der Wegschnecke in der freien Natur beiträgt.</p> <p><u>Schnecken töten:</u> Schnecken verfügen über ein zentrales Nervensystem und zeigen Schmerzreaktionen. Wenn Sie Schnecken töten, sollten Sie den Tieren Leid ersparen und den Tod zumindest schnell und sicher herbeiführen. Welche Methoden dafür tatsächlich geeignet sind, dazu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Häufig werden folgende Methoden empfohlen:</p> <ul> <li>Zerschneiden mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere. Der Schnitt sollte am ersten Drittel des Körpers angesetzt werden.</li> <li>Die Tiere in einem Eimer mit kochendem Wasser übergießen. Die Wassermenge muss dabei mindestens so groß sein, dass alle Schnecken davon bedeckt sind.</li> <li>Schnecken einzufrieren versetzt sie in einen schlafähnlichen Zustand bevor sie sterben. Diese Methode ähnelt ihrem natürlichen Tod in einem strengen Winter.</li> <li>Töten Sie die Tiere <u>nicht</u> durch Gift, Salz, Essig, Ertränken oder Ersticken.</li> <li>Beachten Sie, dass <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> auch (tote) Artgenossen fressen und von deren Geruch angezogen werden. Die getöteten Schnecken sollten deshalb vergraben oder im Hausmüll entsorgt werden.</li> <li>Der Gedanke, die eingesammelten Schnecken an Enten und Hühner zu verfüttern, liegt nahe. Doch Vorsicht! Hausgeflügel, welches an die großen schleimigen Schnecken nicht gewöhnt ist, kann beim hastigen Verzehr leicht daran ersticken. Testen Sie zuerst mit einzelnen Schnecken, ob diese angenommen und vertragen werden!</li> </ul> <p><u>Schnecken an anderer Stelle freilassen</u>: Bedenken Sie, dass Spanische Wegschnecken recht ortstreu sind. Sie werden sich an das gute Buffet in Ihrem Garten erinnern und einige Mühen auf sich nehmen, dahin zurück zu kehren. Ihr Lieblingsfutter finden sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern. Bei einer Freilassung sollten Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen dementsprechend weit entfernt sein. Auch Wald und Naturschutzgebiete sollen sich nicht in der Nähe befinden, um die Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke in der freien Natur nicht noch weiter zu beschleunigen. Welche Fläche nun tatsächlich für die Freilassung geeignet ist, um weiteren Schaden möglichst gering zu halten, muss vor Ort verantwortungsbewusst entschieden werden. Von Asphalt umgebene, ungenutzte Wiesen im siedlungsnahen Raum, in denen möglichst viele natürliche Feinde der Wegschnecken vorkommen, sind denkbar. Da Spanische Wegschnecken Hundekot fressen, sind auch städtische Hundewiesen eine Option.</p> </p><p> Auf diese Methoden zur Schneckenabwehr sollten Sie verzichten <ul> <li><u>Bierfallen:</u> Der Geruch lockt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> aus der ganzen Umgebung an, doch nur die wenigsten ertrinken tatsächlich in der Bierfalle. Dagegen landen viele Nützlinge in den Fallen. Der Tod durch Ertrinken ist für die Tiere langsam und qualvoll.</li> <li><u>Fadenwürmer</u> (<em>Phasmarhabditis hermaphrodita</em>): Spanische Wegschnecken sind gegen diese Parasiten unempfindlich! Wirksam sind Fadenwürmer gegen Genetzte Ackerschnecken, doch diese kommen in Gärten eher selten vor. Dagegen werden auch nützliche Schneckenarten (z.B. Tigerschnegel) von den Parasiten befallen. Der Tod dauert mehrere Tage. Beim Einsatz der Fadenwürmer gibt es zudem Einiges zu beachten, sie sind sehr empfindlich gegen Licht, Hitze, Kälte, Trockenheit und UV-Strahlung. Der Erfolg der Behandlung ist nur von kurzer Dauer.</li> <li><u>Asche: </u>Verzichten Sie darauf, Asche zu streuen, da sie Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten kann. Die schneckenabweisende Wirkung ist zudem auf wenige Holzarten beschränkt und hält nur im trockenen Zustand an.</li> <li><u>Kaffee(satz) / Koffein:</u> Die Wirkung hält nur sehr kurz an. Manche Pflanzenarten vertragen keinen Kaffee(satz), und insbesondere Jungpflanzen reagieren empfindlich auf das Koffein. Größere Mengen Kaffee(satz) können zudem den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens beeinflussen.</li> <li><u>Verbotene "Hausmittel" wie Salz und Natron:</u> Solche Mittel können nicht nur Schnecken, sondern auch anderen Gartenmitbewohnern schwerwiegenden Schaden zufügen. Salz schädigt zudem die Pflanzenwurzeln und den Boden, außerdem gelangt es ins Grundwasser.</li> </ul> Schneckenkorn nur im Ausnahmefall <p>Als Schneckenkorn werden verschiedene Schneckengifte (Molluskizide) mit unterschiedlichen Wirkstoffen bezeichnet. Die granulatförmigen Fraßköder führen nach der Aufnahme zum Tod der Tiere. Obwohl die zugelassenen Produkte nur gegen Nacktschnecken eingesetzt werden dürfen, können bei der Anwendung genauso harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken sterben. Da einige Schneckenarten viel empfindlicher auf die Gifte reagieren als die robusten Spanischen Wegschnecken, kann der Einsatz langfristig gerade die harmlosen Schneckenarten in Bedrängnis bringen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schneckengift_hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Schneckengift </strong> <br> <p>Schneckenkorn kann auch harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken töten.</p> Quelle: Hans / pixabay </p><p> <p>Welche Schneckengifte für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, können Sie in der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einsehen. Wählen Sie hierfür die Suchbegriffe "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>" und "Haus- und Kleingarten (HuK)". Schneckenkorn kann zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten: <em>Eisen-III-phosphat</em> oder <em>Metaldehyd</em>. Ein weiterer Wirkstoff, <em>Methiocarb,</em> ist aufgrund seiner toxischen Wirkung für Nager und Vögel seit 2014 in der EU verboten.</p> <ul> <li><u>Eisen-III-phosphat:</u> Gehört zu den "Wirkstoffen mit geringem Risiko" (low-risk substance, gemäß <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex:32009R1107">EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2009</a>). Das sind Stoffe, welche für die Umwelt nicht schädlich sind und bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. <em>Eisen-III-phosphat</em> kommt natürlicherweise im Boden vor und wird von Mikroorganismen in die beiden Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat zerlegt. Der Wirkstoff stört den Flüssigkeitshaushalt der Schnecken. Wenn sie davon gefressen haben stellen sie das Fressen ein und ziehen sich in Verstecke zurück. Dort vertrocknen und verhungern sie.</li> <li><u>Metaldehyd</u>: Im Gegensatz zum <em>Eisen-III-phosphat</em> wirkt <em>Metaldehyd</em> stark giftig auf Vögel und Säugetiere. Insbesondere kleine Vogelarten, z.B. Finken, sind in Gefahr, da sie sich mit nur wenigen Körnern tödlich vergiften können. Die Hersteller versuchen, das Risiko durch eine bestimmte Mindestgröße der Köder zu mindern. Das soll verhindern, dass Vögel die Köder aufgrund der Größe mit Futtersamen verwechseln. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Vögel, Igel, Amphibien oder Reptilien vergiften, wenn sie sich von Schnecken ernähren, die <em>Metaldehyd</em>-haltiges Schneckenkorn gefressen haben. Eine weitere Gefahr ist, dass Haus- oder Wildtiere das mehlhaltige Schneckenkorn probieren. Insbesondere Vergiftungsfälle bei Hunden sind belegt. Die Schnecken selbst sterben an Austrocknung. Sie verenden meist direkt im Beet und müssen entsorgt werden, damit durch deren Verwesungsgeruch nicht weitere Schnecken angezogen werden. Auch wegen der Vergiftungsgefahr für andere Tiere sollten die verendeten Schnecken schnellstmöglich abgesammelt werden.</li> </ul> <p>Der Einsatz von Schneckenkorn sollte auf Ausnahmefälle beschränkt sein. Bevorzugen Sie grundsätzlich vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, nutzen Sie Barrieren und fördern Sie natürliche Feinde der Schnecken. Soll Schneckenkorn dennoch eingesetzt werden, dann sind Produkte mit dem Wirkstoff <em>Eisen-III-phosphat</em> die bessere Wahl. Manche dieser Produkte enthalten jedoch den umweltschädlichen Beistoff <em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/edta">EDTA</a></em>. Ob dieser Beistoff enthalten ist, können Sie nicht an der Verpackung erkennen. Sie können aber bei den Herstellern um Auskunft bitten und sich dann für ein <em><u>EDTA</u></em><u>-freies Produkt</u> entscheiden. Verwenden Sie grundsätzlich nur zugelassene Produkte und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage.</p> <p>Obwohl Schnecken seit Jahrzehnten intensiv bekämpft werden, ist keinerlei Rückgang der Schadschneckenarten zu verzeichnen. Im Gegenteil, sie verbreiten sich munter weiter und treten dabei in immer größeren Mengen auf. Schneckengifte lösen das Problem also nicht dauerhaft, und auch die oben genannten nicht-chemischen Maßnahmen führen nicht immer zum Erfolg. Gerade die Spanische Wegschnecke kann geschickt Barrieren überwinden, bei Bedarf ihr Nahrungsspektrum anpassen und bereits abgesammelte Bereiche schnell wieder besiedeln. Sie ist extrem anpassungsfähig, unempfindlich gegen parasitäre Nematoden und kann unter bestimmten Umständen sogar Schneckengifte überleben.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Nitratbelastete Gebiete nach § 13aDüV

Die Nitratkulisse nach § 13a DüV (2021) informiert über alle mit Nitrat belasteten Gebiete, welche mit Inkrafttreten der BbgDüV (2022) und BbgDüV AendVO (2023) bis zum 31. Januar 2026 ausgewiesen wurden. Auf diesen ausgewiesenen Flächen galten die abweichenden oder ergänzenden Anforderungen nach § 13a (2) DüV, § 1 BbgDüV AendVO (2023) in der ab dem 01.01.2024 geltenden Fassung. Gebiete mit einem Niederschlag größer gleich 550 mm sind in der vorliegenden Fachkulisse zur Umsetzung der Auflagen nach §13a (2) Nr. 7 der Düngeverordnung (DüV 2021) separat dargestellt. Auflagen nach §13a (2) Nr. 7 der Düngeverordnung (DüV 2021): In Kulturen mit einer Aussaat oder Pflanzung nach dem 1. Februar dürfen Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff nur aufgebracht werden, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut wurde, die nicht vor dem 15. Januar umgebrochen wurde. Das gilt nicht für Flächen, auf denen Kulturen nach dem 1. Oktober geerntet werden und nicht für Flächen in Gebieten, in denen der jährliche Niederschlag im langjährigen Mittel weniger als 550 Millimeter pro Quadratmeter beträgt. Weitere Hinweise zur Düngeverordnung und den mit Nitrat belasteten Gebieten sind auf der Seite des LELFs (https://lelf.brandenburg.de/lelf/de/landwirtschaft/acker-und-pflanzenbau/bodenschutz-und-duengung/) hinterlegt.

WFS Nitratbelastete Gebiete § 13aDüV

Die Nitratkulisse nach § 13a DüV (2021) informiert über alle mit Nitrat belasteten Gebiete, welche mit Inkrafttreten der BbgDüV (2022) und BbgDüV AendVO (2023) bis zum 31. Januar 2026 ausgewiesen wurden. Auf diesen ausgewiesenen Flächen galten die abweichenden oder ergänzenden Anforderungen nach § 13a (2) DüV, § 1 BbgDüV AendVO (2023) in der ab dem 01.01.2024 geltenden Fassung. Gebiete mit einem Niederschlag größer gleich 550 mm sind in der vorliegenden Fachkulisse zur Umsetzung der Auflagen nach §13a (2) Nr. 7 der Düngeverordnung (DüV 2021) separat dargestellt. Auflagen nach §13a (2) Nr. 7 der Düngeverordnung (DüV 2021): In Kulturen mit einer Aussaat oder Pflanzung nach dem 1. Februar dürfen Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff nur aufgebracht werden, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut wurde, die nicht vor dem 15. Januar umgebrochen wurde. Das gilt nicht für Flächen, auf denen Kulturen nach dem 1. Oktober geerntet werden und nicht für Flächen in Gebieten, in denen der jährliche Niederschlag im langjährigen Mittel weniger als 550 Millimeter pro Quadratmeter beträgt. Weitere Hinweise zur Düngeverordnung und den mit Nitrat belasteten Gebieten sind auf der Seite des LELFs (https://lelf.brandenburg.de/lelf/de/landwirtschaft/acker-und-pflanzenbau/bodenschutz-und-duengung/) hinterlegt.

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