In der Bewertung von Chemikalien, z.B. unter REACH wie auch unter der WRRL, ist die Anreicherung in Biota und in der Nahrungskette ein wichtiges Kriterium. Für die Ermittlung der trophischen Magnifikation (der Anreicherung über die Nahrungskette) fehlt bislang eine standardisierte Methode: Stoffdossiers zeigen, dass unterschiedliche trophische Magnifikationsfaktoren (TMF) für dieselben Stoffe abgeleitet werden. Das schafft Probleme in der Stoffbewertung und Medienüberwachung. Ausgangspunkt des geplanten Vorhabens ist eine erstmalige Probenahme-Kampagne an einem der Probenahme-Standorte der Umweltprobenbank, bei der zusätzlich zu den üblichen Proben der Umweltprobenbank Proben von allen Trophiestufen der Nahrungskette gesammelt werden, die nach den Verfahrensweisen der Umweltprobenbank des Bundes gesammelt, aufbereitet und eingelagert werden. Die Proben werden biometrisch charakterisiert und die erforderlichen chemischen Begleitparameter erhoben. Anschließend die Konzentration einer Reihe von Stoffen in den gesammelten Proben gemessen und der TMF ermittelt. Darüber hinaus ermöglichen die Proben, die veränderungsfrei unter Kryobedingungen eingelagert werden, BMUB, UBA und Anderen jederzeit und kostengünstig Zugriff auf bereits ausreichend charakterisierte Proben für weitere TMF-Untersuchungen in Stoffbewertungen. Ein internationaler Expertenkreis soll das Vorhaben fachlich beraten und Spezialwissen in das UBA herein tragen. Mit diesem Projekt wird die Standardisierung und Vergleichbarkeit von Untersuchungen zur Anreicherung von Stoffen in der Nahrungskette erhöht, mit dem langfristigen Ziel, ein Guidance Document zu erarbeiten.
Zur Unterdrückung von Chrom(VI)-haltigen Sprühnebeln bei der Verchromung von Metallen oder Kunststoffen bzw. beim Beizen von Kunststoffen wurde bisher flächendeckend PFOS eingesetzt. Mit der Streichung einzelner spezifischen Ausnahmeregelungen für PFOS in der POP-Verordnung darf PFOS seit August 2015 nur noch beim Hartverchromen in geschlossenen Kreisläufen eingesetzt werden. In diesem Rahmen erfolgte eine breite Umstellung auf PFOS-freie Netzmittel, auch bei der Hartverchromung. Eingesetzt werden in der Regel per- & polyfluorierte Verbindungen, zu deren Umweltverhalten oft nur sehr wenig bekannt ist. Alternativ wäre es möglich ganz auf den Einsatz von Netzmitteln zu verzichten, wenn kein Chrom(VI) mehr eingesetzt werden würde. Die Branche Oberflächenbehandlung ist sehr divers & schlecht über vorliegende Daten charakterisierbar. Zu Beginn des Projektes sollen auf nationaler Ebene daher Daten zur Zahl, Alter und Größe von Anlagen, die Kunststoff beizen & Oberflächen verchromen erhoben werden. Dabei ist auch wichtig zu wissen, ob dekorativ oder funktional verchromt wird, da hier sowohl die EU-POP-Verordnung als auch die Stockholm-Konvention unterschiedliche Anforderungen stellen. Um die besten verfügbaren Techniken beim Verchromen sowie Kunststoffbeizen definieren zu können muss ein Überblick über die eingesetzten Anlagentechnologien für Cr(VI)-freie Verfahren erarbeitet & mit Hilfe von Anlagendaten beschrieben werden, so dass auch eine Nutzung im Sevilla-Prozess möglich ist. Für die Verfahren, die nicht auf den Einsatz von Cr(VI) verzichten können, ist es ebenfalls wichtig einen konkreten Überblick über die eingesetzten Netzmittel sowie insbesondere auch eine Einschätzung der Gründe für die weitere Nutzung von Cr(VI) zu erhalten. Hierbei ist die Kenntnis über die konkrete im Netzmittel verwendete fluorierte Verbindung erforderlich, um die Umweltauswirkung so konkret wie möglich abschätzen zu können. Die Informationen können anschließend für REACh genutzt werden.
Mit Inkrafttreten der REACH-Verordnung haben die Unternehmen sowie die Vollzugsbehörden in Bund und Ländern eine Reihe neuer Aufgaben und Pflichten erhalten. Jedoch bestehen bei allen Akteuren große Unsicherheiten bei der Erfüllung dieser Aufgaben und Pflichten. Die Workshop-Reihe 'REACH in der Praxis' wurde von den Akteuren der 1. und 2. Registrierungsphase als wichtige Informationsquelle und Austauschforum angenommen, was die regelmäßige Ausbuchung der WS bestätigt. Der Informationsbedarf für die Akteure der 3. Registrierungsphase wird als sehr hoch eingeschätzt, da insbesondere KMU zur Handlung aufgefordert sind, die bisher keine REACH- Expertise besitzen. Die 5 Workshops der dritten Serie dieser Veranstaltungsreihe werden zwischen 2015 und 2017 durchgeführt. Sie sollen wieder aktuelle Themen der Umsetzung von REACH, von der Stoffsicherheitsbewertung, Kommunikation in der Lieferkette, Auskunftspflichten gegenüber Verbrauchern, bis hin zur Beschreibung von regulatorischen Maßnahmen für besonders Besorgnis erregende Stoffe behandeln. Weitere Informationen finden sich unter www.reach-info.de. Außerdem wird der am 01./02.12.2014 stattfindende 'REACH-Kongress 2014' den in Deutschland beteiligten Wirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie den Behörden die Möglichkeit geben, ihre Rolle im REACH Prozess kritisch zu beleuchten. Die übernommene Verantwortung für die sichere Verwendung von Chemikalien wird dargestellt und die damit verbundenen Herausforderungen diskutiert. Hierdurch wird die erfolgreiche Umsetzung von REACH gefördert und die Weiterentwicklung von REACH ermöglicht. Die zusammengetragenen Informationen werden genutzt, um eine deutsche Position zu entwickeln, die auf europäischer Ebene für Verhandlungen verwendet werden kann. Weitere Informationen hierzu auch unter www.reach-info.de (Deutsch)
Die Bewertung von Chemikalien entsprechend ihrer gefährlichen Eigenschaften ist wichtig für die Regulation und die Wissenschaft. Persistente, mobile (im Wasser) und toxische Chemikalien (PMT Stoffe) können kritisch für die Qualität des Rohwassers sein. Im europäischen Projekt PROMOTE wurde eine Bewertung von REACH-registrierten Chemikalien hinsichtlich der Kriterien P, M und Umweltemissionen durchgeführt. Dies führte zu einer Liste von 167 priorisierten Chemikalien. Im vorliegenden Vorhaben wurden die Chemikalien dieser Liste hinsichtlich P, M, T und Emission, basierend auf dem Konzept von Kalberlah et al. (2014), bewertet. Dazu wurden Daten zu physikalisch-chemischen Eigenschaften der Chemikalien recherchiert, und die gewonnenen Daten in eine UBA-interne Software eingepflegt, die für zukünftige Entscheidungsfindungen herangezogen werden kann. Der Vergleich der Ergebnisse aus dem vorliegenden Vorhaben mit der Priorisierung in PROMOTE zeigte eine Übereinstimmung in der Bewertung der Mobilität für die allermeisten der untersuchten Chemikalien. Bei der Persistenz gab es jedoch Abweichungen, die auf die methodischen Ansätze (Modellierung bzw. Verwendung von experimentellen Daten) zurückzuführen sind. Im Ergebnis liegt eine konsolidierte Liste mit Daten aller untersuchter Kriterien und Chemikalien vor. Basierend auf dieser Liste werden Stoffe zur regulatorischen Prüfung empfohlen.
Nach den Vorgaben des europäischen Chemikalienrechtes müssen Hersteller und Lieferanten von gefährlichen Stoffen und Gemischen ein Sicherheitsdatenblatt an ihre Abnehmer übermitteln. Das Sicherheitsdatenblatt ist in der gesamten Lieferkette und über alle Handelsstufen weiterzugeben, zu verarbeiten und 10 Jahr zu archivieren. Rund 2.500 Baustoff-Fachhändler, ca. 400 Hersteller und Lieferanten sowie über 460.000 Betriebe der Bauwirtschaft müssen diesen Anforderungen entsprechen. Obwohl für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern heute in den allermeisten Unternehmen spezielle Software eingesetzt wird, d. h. digitale Daten vorliegen, dominiert in der Lieferkette nach wie vor eine papierbasierte Übermittlung der benötigten Daten und Informationen. Ein elektronischer Standard zur Übermittlung dieser Daten und Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt fehlt bislang. Im Rahmen des Projekts SDBtransfer wird nun erstmals ein durchgängiger elektronischer Prozess für den elektronischen Austausch von sicherheitsrelevanten Daten in der Lieferkette der Bauwirtschaft entwickelt. Mit der Etablierung eines digitalen Sicherheitsdatenblattes können bestehende Medienbrüche beseitigt und wichtige Beiträge zur Kostenreduzierung geleistet werden. Insbesondere KMU werden dadurch bei Verwaltungsaufgaben entlastet. Ein Konsortium aus Industriepartnern, Behörden und DV-Dienstleistern hat sich die ehrgeizige Aufgabe gestellt, das Ziel einer durchgängigen elektronischen Kommunikation von Sicherheitsdatenblättern in der Lieferkette am Bau bis Mitte 2015 zu realisieren. Im Einzelnen sind beteiligt: Mit der DAW SE (Deutsche Amphibolin-Werke) bringt ein mittelständisches Unternehmen der Farben und Bauschutzindustrie seine Erfahrungen und Anforderungen an einen Standard seitens der Hersteller in das Vorhaben ein. Bei DAW SE ist das System SAP EH&S im Einsatz. Gemeinsam mit dem SAP Servicepartner, der FA. SI PRO, wird DAW SE einen Austausch ihrer Daten im XML-Format mit den Abnehmern ihrer Produkte systemseitig implementieren. Für die Übermittlung an die Abnehmer wird die BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) eine Verteilungsplattform (Middleware) entwickeln. Die BG BAU wird daneben Schnittstellen zu anderen marktgängigen Softwarelösungen implementieren. Die BG RCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie) stellt sicher, dass durch die Weitergabe strukturierter Daten deren Mitgliedsbetriebe profitieren. Im hauseigenen GisChem können diese Daten z.B. zur Berechnung der Einstufung nach CLP genutzt werden. Das Transfer- und Vermarktungskonzept in andere Branchen wird von der eska Ingenieurgesellschaft mbH entwickelt.
Ziel des Projekts ist es, einen elektronischen Standard zur Übermittlung der für den Arbeitsschutz und Gemischeinstufungen benötigten Daten und Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt zu etablieren. Dazu werden Schnittstellen aus den Sicherheitsdatenblättern geschaffen und ein PDF-Grabbing-Modul über die Homepage von GisChem angeboten. Strukturierte Daten können so von Herstellern und Verwendern ausgegeben und in der Prozesskette weitergegeben werden. Anwender von Chemikalien können - sofern diese strukturierten Daten nicht vorliegen, diese Daten selbst erzeugen und direkt in die Module des Gefahrstoffinformationssystems GisChem einlesen, um komfortabel die benötigten Betriebsanweisungen zu erzeugen sowie die Gemischeinstufung zu überprüfen. 1. Schritt: Ermittlung der benötigten Felder aus dem Sicherheitsdatenblatt und Festlegung des Formates EDASxChem. 2. Schritt: Anpassung der unterschiedlichen GisChem-Module zur Erstellung von Betriebsanweisungen und zur Berechnung der Einstufung, damit EDASxChem (und weitere EDAS-Formate) direkt eingelesen und automatisch in die entsprechenden Felder eingetragen werden können. Außerdem Integration des PDF-Grabbing-Moduls der Bau-BG und Erweiterung um die zusätzlichen Datenfelder. 3. Schritt: Validierung der Ergebnisse und Diskussion mit den Nutzern der Lieferkette - vom Grundstoffhersteller bis hin zum Hersteller der Anwendungsgebinde (der letzte Schritt der Lieferkette - der Endanwender in Bauindustrie - ist Projektinhalt der BG BAU).
Nach den Vorgaben des europäischen Chemikalienrechtes müssen Hersteller und Lieferanten von gefährlichen Stoffen und Gemischen ein Sicherheitsdatenblatt an ihre Abnehmer übermitteln. Das Sicherheitsdatenblatt ist in der gesamten Lieferkette und über alle Handelsstufen weiterzugeben, zu verarbeiten und 10 Jahre zu archivieren. Rund 2.500 Baustoff-Fachhändler, ca. 400 Hersteller und Lieferanten sowie über 460.000 Betriebe der Bauwirtschaft müssen diesen Anforderungen entsprechen. Obwohl für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern heute in den allermeisten Unternehmen spezielle Software eingesetzt wird und die Daten in digitaler Form vorliegen, dominiert in der Lieferkette nach wie vor die papierbasierte Übermittlung der relevanten Informationen. Ein elektronischer Standard zur Übermittlung von Daten und Informationen aus den Sicherheitsdatenblättern fehlt bislang. Im Rahmen des Projekts SDBtransfer wird nun erstmals ein durchgängiger Prozess für den elektronischen Austausch von sicherheitsrelevanten Daten in der Lieferkette der Bauwirtschaft entwickelt. Mit der Etablierung eines digitalen Sicherheitsdatenblatts können bestehende Medienbrüche beseitigt dadurch und ein wichtiger Beitrag zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung in der Lieferkette geleistet werden. Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) werden dadurch bei Verwaltungsaufgaben deutlich entlastet.
Gemäß der Europäischen Chemikalienverordnung REACH müssen sowohl Registranten als auch Anwender von Chemikalien (Stoffen) prüfen, in welchen Phasen des Lebenszyklus dieser Stoffe es zu einem Eintrag in die Umwelt kommen kann und wie hoch die erwarteten Einträge sind. Die Schätzung dieser Emissionen basiert auf der Anwendung von branchentypischen Verwendungsbedingungen (Freisetzungsraten für die Emissionen aus dem Prozess in die Umwelt) und die Minderung dieser Emissionen durch ggf. installierte Risikominderungsmaßnahmen (RMMs) mit definierter Effizienz. Die Angaben zur Effizienz von RMMs enthalten meist keine stoffspezifischen Angaben, sondern basieren auf pauschalen Werten, Schätzungen oder firmeninternen Wissen. Es besteht die Gefahr, dass die Reinigungsleistung einzelner Risikominderungsmaßnahmen für einige Stoffgruppen niedriger ist als allgemein angenommen. Im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung würden Emissionen in die Umwelt damit möglicherweise unterschätzt. Als Folge würden in der Risikobewertung verschiedene Phasen des Lebenszyklus dieser Stoffe dann u.U. als sicher bewertet und damit ein Risiko für die Umwelt unterschätzt werden. Eine Sammlung von Risikominderungsmaßnahmen und deren Effizienz stellt die 'risk managment library' des Europäischen Branchenverbandes der Chemischen Industrie (CEFIC) dar. CEFIC bekundete bereits zu mehreren Gelegenheiten, dass diese Sammlung einer Aktualisierung bedarf. Das Forschungsprojekt soll prüfen, inwieweit die branchentypischen, nicht stoffspezifischen Risikominderungsmaßnahmen auf bereits eingestufte oder potentiell besorgniserregende Stoffe anzuwenden sind. Es ist zu prüfen, ob durch die Verwendung der nicht stoffspezifischen Effizienz von RMMs bei der Expositionsschätzung im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung ein Risiko für die Umwelt durch eine Unterschätzung der Emissionen zu befürchten ist. Speziell bei Freisetzung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHCs) wären dann erhebliche Wirkungen in der Umwelt zu erwarten. Anhand von Beispielbranchen mit relevanten Umwelteinträgen von Stoffen, die der am Anfang dieses Absatzes definierten Bewertung entsprechen, soll untersucht werden, welchen Einfluss Risikominderungsmaßnahmen bei der Risikobewertung haben und ob die angesetzten Maßnahmen und deren Effizient angemessen und plausibel insbesondere für SVHCs sind. Hierzu sollen Beispielrechnungen durchgeführt sowie stoffspezifische Risikominderungsmaßnahmen für SVHCs und deren Effizienz zusammengestellt werden. Es sollen weiterhin Stoffgruppen und Branchen identifiziert werden, bei denen die Gefahr der Unterschätzung des Umweltrisikos besteht.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 23 |
| Europa | 1 |
| Wissenschaft | 1 |
| Zivilgesellschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 18 |
| Text | 3 |
| unbekannt | 2 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 5 |
| Offen | 18 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 17 |
| Englisch | 10 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 3 |
| Keine | 5 |
| Webseite | 15 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 12 |
| Lebewesen und Lebensräume | 19 |
| Luft | 10 |
| Mensch und Umwelt | 23 |
| Wasser | 10 |
| Weitere | 23 |