Zur Deckung des stetig steigenden Wohnungsbedarfes werden in Berlin zahlreiche neue Stadtquartiere entwickelt und geplant. Dabei müssen neben dem Hauptziel „Schaffung von Wohnraum“ auch soziale und ökologische Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehören Themen wie Ressourcenschonung, Klimaschutz, Mobilität, soziale Ausgewogenheit, Barrierefreiheit, digitale Infrastruktur und vieles mehr. Dies trifft dies auch auf größere oder partielle Umgestaltungen bestehender Quartieren zu, ebenso auf Einzelmaßnahmen auf privatem oder öffentlichem Grund. Ein Schwerpunkt des Berliner Senats ist der Aufbau einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft in Berlin. So hat das Berliner Abgeordnetenhaus ein Abfallwirtschaftskonzept bis 2030 unter dem Leitbild Zero Waste beschlossen. Dieses Konzept fordert neben der Abfallvermeidung den konsequenten Ausbau von Wiederverwendung und Recycling von Stoffströmen, um einerseits ökologische Stoffkreisläufe zu schließen und andererseits die bisherige immense Ressourcenverschwendung deutlich zu reduzieren. Mineralische Bau- und Abbruchabfälle bilden sowohl in Deutschland als auch in Berlin den mit Abstand größten Abfallmassenstrom. Zudem ist die Herstellung von Baustoffen und Bauteilen mit einem hohen ökologischen Aufwand verbunden und trägt wesentlich zum inländischen Rohstoffbedarf bei. Schließlich dürfen auch die begrenzten und damit teuren Deponiekapazitäten nicht unberücksichtigt bleiben. Deshalb gilt es, den Zero Waste-Ansatz mit einem zukunftsorientierten Stoffstrommanagement bereits bei der Planung zu berücksichtigen und damit die Attraktivität und die Lebensqualität des Quartiers dauerhaft zu erhöhen. Dies wirkt sich mittel- und langfristig auch positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus, sei es durch verringerten Platzbedarf für Abfallbehälter, optimierte Betriebskosten oder durch eine bessere Vermietbarkeit aufgrund hoher Wohnqualität. Die Senatsumweltverwaltung hat eine Planungshilfe für die Gestaltung und Anpassung von Stadtquartieren in Hinblick auf Ressourceneffizienz entwickelt. Der vorliegende Leitfaden soll insbesondere Quartiersentwickler*innen und -planer*innen sowie Architekt*innen darin unterstützen, alle notwendigen ressourcenschonenden Anforderungen frühzeitig in den Fokus zu rücken und vollständig in den Entwicklungs- und Planungsprozess zu integrieren. Der Leitfaden richtet sich ebenso an öffentliche und private Bauherr*innen wie Projektentwickler*innen oder Wohnungswirtschaft, an Stadtplaner*innen und Stadtplanungsämter.
des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] JAHRESBERICHT 2023 des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) Impressum: Herausgeber: Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz Telefon: 06131 6033-0 www.lfu.rlp.de Redaktion und Layout: Stabsstelle Planung und Information Titelfoto: Pflege der Daphnienzucht in der Rheingütestation Worms © LfU Abbildungsnachweis: S. 10 rechte Spalte Mitte: Staatskanzlei/Herbert Piel S. 14 unten und S. 20: MKUEM/Jana Kay, S. 24 oben: Ingeborg Keller, S. 24 unten: schreiberVIS – stock.adobe.com, S. 29: A. Schumacher, S. 32 unten: MKUEM, S. 40 unten: Aliaksandr Marko – stock.adobe.com, alle weiteren Abbildungen, falls nicht anders angegeben: LfU © Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz April 2024 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers INHALT VORWORT5 ÜBER DAS LANDESAMT6 Standorte – Hier arbeiten wir6 MS Burgund – Über 30 Jahre im Dienst der rheinland-pfälzischen Wasserwirtschaft7 LfU bietet vielfältige Jobs8 Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Ems9 Bachpatentag in Gehlweiler11 Landesämter informierten am „Tag des Wassers“13 KLIMA 14 Beteiligungsprozess für Zukunftsplan Wasser gestartet15 Wetter sorgt für besonders gute Luft17 Klimaneutralität in Unternehmen – 9. PIUS-Länderkonferenz in Mainz19 Landesstrategie Bodenmanagement in Rheinland-Pfalz21 NATUR 24 Kennartenprogramm schützt artenreiches Grünland25 Fachbeitrag Artenschutz für die Planung von Windenergiegebieten26 Neue Rote Liste „Farn- und Blütenpflanzen“28 Grünlandkartierung in Rheinland-Pfalz30 BEVÖLKERUNG 32 Neuer Internetauftritt hochwasser.rlp.de33 Digitale 3-D-Hochwassersimulation mit VISDOM-RLP36 Historische Hochwassermarken verbessern Hochwasservorsorge38 UMWELT 40 Nitrat im Grundwasser – Karte zeigt belastete Gebiete41 Richtlinie zur Analyse von Restabfall in Rheinland-Pfalz44 Grenzüberschreitende Messfahrt auf Mosel und Saar47 Recycling an erster Stelle – Die neue Ersatzbaustoffverordnung tritt in Kraft49 3 4 1140 Rheinallee 97-101, 55118 MainzWallstraße 1, 55122 MainzRheingütestation Worms, Am Rhein 1, 67547 Worms (RA)(WA)(RGS) ohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116 Mainz Standorte: Telefonnummer 06131 6033-Durchwahl Dieter Welzel Referat 14 Informations- und Kommunikationstechnik Marc Deißroth Jens Grünberg Referat 27 DV-Fachanwendungen Gewerbeaufsicht Markus Schmitt 1213 1271 N.N. Referat 36 Ressourceneffizienz EffNet/EffCheck 1407 1409 1406 1420 1401 (WA) Wallstraße 1, 55122 Mainz Datenschutzbeauftragter 1211 Martin Franz (RGS) Rheingütestation Worms, Am Rhein 1, 67547 Worms ohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116 1310 Mainz Gleichstellungsbeauftragte Dr. Anja Grothusen (RA) Rheinallee 97-101, 55118 Mainz 1207 Vertrauensperson der Menschen mit Behinderung Standorte: Diana Faller Dr. Kristin Schaefer Referat 55 Abwasser N.N. Referat 54 (RGS) Rhein N.N. Referat 53 Gewässerchemie Fulgor Westermann Referat 52 Gewässerökologie, Fischerei Christoph Linnenweber Referat 51 Flussgebietsentwicklung Dr. Jochen Fischer 1516 1580 1520 1513 1517 1501 1619 1601 1606 1634 1637 Dr. Jens Hartkopf Referat 67 (WA) 1681 Radioaktivitätsbestimmungen und radiologische Gewässerbeurteilung Petra Enoch Referat 66 (WA) 1683 Organische Spurenanalytik Wasser N.N. Referat 65 (WA) Allg. Wasseranalytik, Anorganische Spurenanalytik, Badegewässerüberwachung Referat 64 - unbesetzt - N.N. Referat 63 (RA) Chemische Stoffe in der Raumluft Dr. Michael Weißenmayer Referat 62 (RA) Immissionen und Emissionen Luft Dr. Matthias Zimmer Referat 61 (RA) 1644 Klimawandel, Umweltmeteorologie Markus Willeke Abteilung 6 (RA) Umweltlabor Dr. Heinrich Lauterwald Stabsstelle (RA) Allgemeine Qualitätssicherung Abteilung 5 Gewässerschutz 1160 Thomas Isselbächer Referat 45 1414 Kompetenzzentrum für Staatlichen Vogelschutz und Artenvielfalt in der Energiewende (KSVAE) Steffen Gorell Referat 44 Daten zur Natur, DV-Fachanwendungen Naturschutz N.N. Referat 43 Mensch und Natur Dr. Marlene Röllig Referat 42 Biologische Vielfalt und Artenschutz Ulrich Jäger Referat 41 Biotopsysteme und Großschutzprojekte Dr. Jana Riemann Abteilung 4 Naturschutz 1902 Vorsitzender des Personalrats Holger Dickob 1309 N.N. Martin Franz Referat 26 Lärm, Erschütterungen und nichtionisierende Strahlung Referat 35 1320 DV-Fachanwendungen Kreislaufwirtschaft und Bodenschutz 1307 N.N. Referat 34 Deponietechnik, emissionsbezogener Grundwasserschutz Referat 25 1211 Sozialer und technischer Arbeits- schutz, Koordinierungsaufgaben Gewerbeaufsicht 1214 1308 1314 1317 1301 Vorzimmer: Melek Altan Präsident PD Dr. Frank Wissmann Dr. Jens Schadebrodt Referat 24 Strahlenschutz N.N. Referat 33 Bodenschutz Referat 23 1210 Chemikaliensicherheit, Gefahrgut- transport, Biotechnik, Geräte- u. Produktsicherheit, Geräte- untersuchung N.N. N.N. 1135 Referat 32 Betriebliches Stoffstrommanagement, Sonderabfallwirtschaft Eva Bertsch Referat 13 Haushalt, Vergabe Referat 22 -unbesetzt- Referat 31 Kommunales Stoffstrommanagement, Siedlungsabfallwirtschaft Dr. Wilhelm Nonte Abteilung 3 Kreislaufwirtschaft 1917 Sven HuckRaimund ZemkeReferat 12 Organisation, Innerer Dienst und Fahrdienst 1127 Paul Burkhard SchneiderReferat 21 1244 Emissionshandel, Luftreinhaltung, Anlagensicherheit 1110 1201 Referat 11 Personal, Recht, Aus- und Fortbildung Abteilung 2 Gewerbeaufsicht Dr. Frank Wissmann (komm.) 1101 Milan Sell Stabsstelle Planung und Information Erhard Klein Abteilung 1 Zentrale Dienste Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Zentrale: 06131 6033-0 Mail: poststelle@lfu.rlp.de Internet: www.lfu.rlp.de 1719 1712 1710 1717 1701 Stand: 01.04.2024 Salvador Gámez-Ergueta Referat 75 1713 DV-Fachanwendungen Wasser N.N. Referat 74 Grundwasserbewirtschaftung Dr. Stephan Sauer Referat 73 Hydrologischer Dienst des Grundwassers, Grundwasserbeschaffenheit Norbert Demuth Referat 72 Hydrometeorologie, Hochwassermeldedienst Yvonne Henrichs (komm.) Referat 71 Hydrologischer Dienst der oberirdischen Gewässer, Hochwasserschutz Dr. Thomas Bettmann Abteilung 7 Hydrologie KONTAKTADRESSEN UND BILDUNGSANGEBOTE VORWORT In Zeiten weltweiter Krisen und kriegerischer Aus- einandersetzungen geraten Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes in der Öffentlichkeit häufig in den Hintergrund. Dies jedoch zu Unrecht – denn Themen des Umwelt- und Klimaschutzes werden nicht nur künftig die weltpolitische Bühne be- stimmen, vielmehr sind sie schon jetzt Ursache für manche Konflikte. Der Klimawandel verstärkt diese weiter: Dürre führt zu Hungerkrisen, der Kampf ums Wasser wird mit Waffengewalt ausge- tragen und Naturkatastrophen mit teils immen- sen Schäden treten häufiger auf. Umso wichtiger ist es, die Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur ge- nau im Blick zu behalten. Wie bereits unser LfU- Leitspruch „Messen, Bewerten, Beraten“ zeigt, können wir Veränderungen der Umwelt nur er- kennen, wenn wir sie beobachten und analysieren. Als obere Landesbehörde für den Umwelt- und Arbeitsschutz erfüllen wir diese Aufgabe in Rhein- land-Pfalz verlässlich seit vielen Jahren. Unsere über 270 motivierten Mitarbeiterinnen und Mit- arbeiter erheben zentrale Daten und Fakten zur Umwelt, ordnen diese ein und beraten entspre- chend die verantworlichen Stellen. Dazu gehören beispielsweise die Überwachung unserer Fließ- und Stehgewässer oder unserer Schutzgebiete. Über unser Grundwassermessnetz haben wir die Menge und Qualität unseres kost- baren Guts ständig im Blick – immerhin stammt über 90 % unseres Trinkwassers aus dem Grund- wasser. Und wir beraten Kommunen in Sachen Kreislaufwirtschaft, auch um den Plastikmüll in der Umwelt zu reduzieren. Wir schützen aktiv die Menschen in unserem Bun- desland. Wenn Hochwasser droht, informiert un- sere Hochwasservorhersagezentrale frühzeitig die Kommunen vor Ort, damit diese Schutzmaßnah- men ergreifen können. Die Luftqualität überwa- chen wir ebenfalls 24/7 mit einem breit gefächer- ten Messnetz. Nicht zuletzt ist der Strahlenschutz bei uns angegliedert. Mit unserer Landessammel- stelle für radioaktive Abfälle aus Forschung, Medi- zin und Industrie sorgen wir für Sicherheit. Angesichts unserer Aufgaben lässt sich die Arbeit des LfU in vier Kernbereiche gliedern. Neben dem Schutz der Umwelt und den natürlichen Lebens- räumen sind dies Themen rund um den Klima- wandel und der Schutz der Bevölkerung. Mit diesem Jahresbericht möchten wir Ihnen ei- nen Einblick in unsere besonderen Aufgaben und Highlights des Jahres 2023 bieten. So breit das Aufgabenspektrum des LfU ist, so breit ist auch die Themenvielfalt in diesem Bericht. Wenn Sie Fragen rund die Themen des LfU haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre. Ihr Dr. Frank Wissmann Präsident des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz 5
Bild: © Frederik Wagener, IfaS Der Erfolg dieser WERTvollen Stadt-Land-Partnerschaft zwischen dem Wurzener Land (Stadt Wurzen und die Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal) und der Stadt Leipzig wurde mit einem feierlichen Abschluss auf der Zukunftskonferenz am 8. November 2023 in Wurzen gewürdigt. Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, den (Ober-)Bürgermeistern des Wurzener Landes und der Stadt Leipzig haben die Projekt- und Kooperationspartner:innen auf Erreichtes zurückgeschaut und gleichzeitig den Blick in die Zukunft gerichtet. Insbesondere Staatssekretär Dr. Gerd Lippold betonte die Vorreiterrolle der Kooperationspartner:innen in der Region, deren innovative Impulse wichtig seien für eine resiliente Landwirtschaft und Kulturlandschaft. Bemerkenswert sei die Dynamik, die das Projekt WERTvoll entwickelte, so der Gastgeber Oberbürgermeister Marcel Buchta von der Stadt Wurzen, welche die Situation und den Stand der Land-Stadt-Kooperation, wie sie vor 10 Jahren war, in den Schatten stellt und gemeinsame Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit ermöglicht. Die Einrichtung der kommunalen Stabsstellen ist einmalig in Deutschland und hat sich bewährt, Stadt und Land wieder zu verknüpfen und gemeinsame Aktivitäten aufzubauen. Frau Dr. Vera Grimm vom Fördergeber Bundesministerium für Bildung und Forschung hob die effektive Verzahnung von Kommunen, Praxis und angewandter Wissenschaft hervor, die das Projekt WERTvoll als eines von insgesamt 22 Förderprojekten besonders auszeichnet. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung, Praktiker:innen aus der Land- und Ernährungswirtschaft, Ingenieur:innen und Wissenschaftler:innen trugen die zwei interkommunalen Stabsstellen neue Kooperationsformen und eine Vielzahl an Pilotprojekten in die Rathäuser, auf die Höfe und in die Kantinen. Zahlreiche Aktivitäten wurden so zwischen Leipzig und dem Wurzener Land angestoßen. „Diese erfolgreiche interkommunale Kooperation, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Ernährung, Landwirtschaft und Kulturlandschaftsentwicklung, gilt es nun zu verstetigen“, forderte Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport in Leipzig. Bürgermeister Bernd Laqua der Gemeinde Bennewitz, hob in der Podiumsdiskussion der vier anwesenden Bürgermeister vor allem hervor, dass diese Kooperationsstrukturen es erst ermöglicht haben, mit Mut für ein gemeinsames Vorangehen, neue, wie auch ungeahnte Lösungsmöglichkeiten anzugehen. Das diese Strukturen auch nach dem Ende des Projektes dauerhaft in den einzelnen Verwaltungen etabliert werden müssen, um damit die interkommunale Kooperation zu stärken und auszubauen wurde von allen Kommunalvertretenden als klare Aufgabe formuliert. Mit Blick in die Zukunft wandte sich Uwe Weigelt, Bürgermeister der Gemeinde Lossatal, an die Konferenzgäste, „wir schaffen in der Region neue Wertschöpfungskreisläufe, welche vor allem durch das Umdenken bei den kommunalen Entscheidungsträgern beflügelt wird. Die Erkenntnis, dass wir alle Teil der Lösung sind, ist dabei entscheidend“. Ein wichtiger Ideengeber und Initiator des Projektes WERTvoll Bürgermeister Thomas Pöge (Gemeinde Thallwitz) konnte leider aufgrund einer Erkrankung nicht anwesend sein. Dennoch war sein Pioniergeist und sein Netzwerken auf der Zukunftskonferenz überall präsent. Der geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS der Hochschule Trier am Umwelt-Campus Birkenfeld), neben Thomas Pöge der zweite Vater von WERTvoll, hob die in Deutschland einzigartige interkommunale Kooperation des Wurzener Landes und nun auch die Verknüpfung mit der Metropole Leipzig besonders hervor. Es ist ein interkommunales Erfolgsmodell, welches durch Kooperation und gemeinsame Ideen die Region für ihre Bürger:innen nach vorne bringt. Die anwesenden Gäste hatten im Nachgang die Möglichkeit sich über die erreichten Ziele des Projektes anhand von Videobeiträgen, visuellen Leuchtinstallationen, Leitfäden und Postern zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn genau darum ging es, Pläne schmieden, Netzwerken und neue Ideen in die Zukunft tragen – oder anders ausgedrückt, einfach weitermachen mit neuen WERTvollen Ideen. Besonderen Raum erhielt das kulinarische Erleben der Region mit den vielfältigen Produkten, die hier erzeugt, verarbeitet und genossen werden durch die Live-Zubereitung der im Projektzeitraum mit Kantinen und Betriebsrestaurants durchgeführten Aktionsgerichte. In dem Verbundprojekt WERTvoll haben sich das Wurzener Land (die Stadt Wurzen, die Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal) und die Stadt Leipzig zum Ziel gesetzt, eine kooperative und sich positiv verstärkende Landnutzungsstrategie für die gemeinsame Region zu erarbeiten. Bei der Umsetzung werden diese durch das private Institut für nachhaltige Landbewirtschaftung, die Schweisfurth Stiftung, das Wassergut Canitz und das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) als Verbundpartner unterstützt. Das IfaS war sowohl für die Koordination als auch Leitung des Verbundprojektes WERTvoll verantwortlich. Die Projektausstellung ist vom 17.11.2023 bis 29.11.2023 in der Wandelhalle des Neuen Rathauses in Leipzig zu sehen. Sie thematisiert die Projektinhalte in Form von Videobeiträgen, visuellen Leuchttischinstallationen, Leitfäden und Postern. Die Poster können unter Downloads heruntergeladen werden. Mehr Informationen finden Sie hier .
9. PIUS Länderkonferenz am 23./24. Mai 2023 Unter dem Motto „Mit PIUS das Klima schützen – Klimaneutralität in Unternehmen“ findet am 23. und 24. Mai 2023 die 9. PIUS-Länderkonferenz in der Alten Lokhalle in Mainz statt (PIUS = Produktionsintegrierter Umweltschutz). Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS) und Ressourceneffizienz haben durch die Herausforderungen zur Erreichung von Klimaneutralität eine neue Dynamik erhalten. Die PIUS-Länderkonferenz findet seit 2002 zum insgesamt neunten Mal statt und wird in diesem Jahr – nach 2012 bereits zum zweiten Mal – durch das Land Rheinland-Pfalz ausgerichtet. Die Fachtagung firmiert diesmal unter dem Motto „Mit PIUS das Klima schützen – Klimaneutralität in Unternehmen“ und widmet sich den drängenden Fragen zur Transformation hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft. Die Fachkonferenz findet statt in der Alte Lokhalle Mainz, Mombacher Str. 78 - 80, 55122 Mainz. Rheinland-Pfalz wird auf der Konferenz mit folgenden Ständen vertreten sein: Effizienznetz Rheinland-Pfalz – EffNet ® SAM – Sonderabfall-Management GmbH Rheinland-Pfalz Ecoliance Rheinland-Pfalz e.V. Hochschule Trier, Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), Upcycling-Zentrum (UpZent) Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau Rheinland-Pfalz Darüber hinaus widmen sich über 40 internationale Rednerinnen und Redner in Fachvorträgen unter anderem Lösungsansätzen für die Kreislaufwirtschaft und zirkulären Geschäftsmodellen, mit denen wirtschaftliches Wachstum mit dem Umwelt- und Klimaschutz in Einklang gebracht werden kann. Der Flyer steht unter folgendem Link zum Download bereit: https://www.pius-info.de/media/pius-laenderkonferenz-2023_flyer_1.pdf Die Website der PIUS Länderkonferenz finden Sie unter folgendem Link: https://www.pius-info.de/pius-laenderkonferenz/pius-laenderkonferenz/ Die PIUS-Länderkonferenz wird durch folgende Kooperationspartner organisiert: Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI) - Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz (MKUEM) unter Mitwirkung des Landesamtes für Umwelt (LfU) Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) - Landesenergieagentur des Freistaates Thüringen Umwelttechnik BW - Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz des Landes Baden-Württemberg VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE) – Das ZRE hat die Aufgabe, Informationen zu Umwelttechnologien sowie material- und energieeffizienten Prozessen allgemein verständlich aufzubereiten Ausrichter für das Jahr 2023 ist das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz. Zielgruppe der Veranstaltung sind Vertreter und Vertreterinnen aus Industrie, Wissenschaft, Verwaltung und Politik; die Veranstaltung dient neben der Weitergabe von Informationen dem Austausch und der Vernetzung der Akteure untereinander.
Der fortschreitende Abbau natürlicher Rohstoffe sowie ein immenses Abfallaufkommen zeigen es immer deutlicher: So wie bisher kann es bei der Errichtung, Sanierung und dem Abbruch von Gebäuden und Bauwerken nicht weitergehen. Um die Klimaziele zu erreichen und die Ressourceneffizienz zu steigern, brauchen wir eine nachhaltige Bauwende. Das 10. Fachsymposium am 14.03.2023 zeigt innovative Lösungen und richtungsweisende Planungsansätze auf, die bereits heute in der Praxis umgesetzt werden. Gleichzeitig lädt das Format zur offenen Diskussion folgender Themen ein: Zur Minderung des Primärrohstoffbedarfs müssen Hersteller von Baustoffen rückgebaute Materialien als Rohstoffquellen verstehen und stärker erschließen. Welche Einsatzmöglichkeiten und Chancen ergeben sich für aufbereitete Materialien durch die neue Betonnorm? Aus der Praxis werden Betonprodukte und Bauweisen vorgestellt, die schon heute hohe Anteile von aufbereiteten Gesteinskörnungen erfolgreich einsetzen und so primäre Rohstoffvorkommen schonen. Im zweiten Veranstaltungsblock werden vorbildliche architektonische Lösungen präsentiert: Wie können wertvolle Bestandsgebäude bewahrt und modern genutzt werden? Wie können Baustoffe gewählt und verbaut werden, so dass eine Kreislaufführung später möglich ist? Als Beispiele dienen die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27), die Sanierung und Umnutzung einer denkmalgeschützten Kapelle sowie der Neubau eines Feuerwehrgebäudes nach dem Cradle to Cradle Prinzip. Knappe Rohstofflagerstätten bei den Baustoffproduzenten sowie schwindende Deponiekapazitäten und hohe Entsorgungspreise sind Rahmenbedingungen, die zunehmend die Erschließung von alternativen Rohstoffquellen ermöglichen. So können natürliche Vorkommen geschont und der Flächenverbrauch beim Rohstoffabbau gemindert werden. Wie Erdaushub als Rohstoffquelle für die Baustoffindustrie bereits heute genutzt wird und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht, berichten Akteurinnen und Akteure aus dem Stoffstrommanagement sowie der Aufbereitung von mineralischen Bauabfällen. Bild zeigt: Selektiver Rückbau für den Zirkulären Neubau, Bildnachweis: Uwe/stock.adobe.com
Bei der Bearbeitung von branchenspezifischen und medienübergreifenden Fragen des technischen Umweltschutzes spielen Informationen zu produktionsbezogenen Stoffflüssen eine große Rolle. Schwerpunkt der Anwendung ist die Beschreibung chemischer Verfahren, der wichtigsten Prozeßparameter sowie die Ermittlung der gehandhabten Stoffe, die zur Herstellung eines chemischen Produktes notwendig sind bzw. die als Nebenprodukte und Verunreinigungen anfallen. Zusätzlich sind Angaben über Kapazitäts- und Produktionsmengen sowie Hersteller und Standort der Anlagen enthalten. In der Datenbank sind rund 11.000 Chemieanlagen in Deutschland mit Angaben zu Hersteller, Standort sowie teilweise Kapazitäts- und Produktmengen enthalten. Davon sind etwa 32.000 Produkte mit folgenden Merkmalen enthalten: - teilweise Mengenangaben der Einsatzstoffe, ggf. Zwischenprodukte und Nebenprodukte sowie weitere Stoffe, die zur Synthese eines chemischen Produktes benötigt werden oder zwangsweise anfallen (z.B. Lösungsmittel, Katalysator, Hilfsstoff, Verunreinigung). - Verfahrensbeschreibung der Synthese des Produktes - auch unter Einbeziehung möglicher Prozeßvarianten - Verwendung des Produktes - Emissionsangaben (noch unvollständig) - Energieverbrauch (noch keine Daten) Insgesamt enthält die Datenbank über 50.000 chemische Stoffe (u.a. auch Stoffgemische wie Polymere:Stand: 9/03 ), die direkt einer Anlage (Synthese) zugeordnet werden können. Recherchen können nach Einzelstoffen (Stoffflußanalyse über Einsatz, Synthese und Verbleib der Stoffe als Produkte oder Emissionen) oder Produktgruppen (z. B. Flammschutzmittel, Lösemittel, Riech- und Aromastoffe) oder chemischen Synthesen (z. B. Alkylierung, Carboxylierung, Diazotierung) durchgeführt werden. Beispielhafte Abfragen sind: Bei welcher Synthese bzw. Anlage wird der gesuchte Stoff als Einsatzstoff benötigt oder ist im Nebenprodukt, im Abfall oder in der Abluft enthalten? Wie hoch ist der Energieverbrauch? Wo steht die Anlage und wer stellt den Stoff her? Wie wird der Stoff verwendet? Wie hoch sind die Kapazitäts- bzw. Produktionsmengen? Die Ergebnisse unterstützen bzw. ermöglichen die genaue Analyse des Einsatzes und der Weiterverarbeitung eines Stoffes in Chemieanlagen. Die Analyse der Stoffflüsse innerhalb der chemischen Industrie wird in Zukunft eine noch größere Bedeutung für einen produktionsintegrierten Umweltschutz und ein nachhaltiges Stoffstrommanagement haben.
des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] JAHRESBERICHT 2021 des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) Impressum: Herausgeber: Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz Telefon: 06131/6033-0 www.lfu.rlp.de Redaktion und Layout: Stabsstelle Planung und Information Fotos: Quellennachweis auf Seite 55 © Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 2022 2. erweiterte Auflage Dezember 2022 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers INHALT VORWORT5 ÜBER DAS LANDESAMT6 KLIMA10 Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz mess- und spürbar11 KLIWA-Monitoringbericht 2021 online13 Mainzer Umwelttage „Klimawandel und Wassernutzung“15 Radiometer zeigt Wettereinfluss auf Luft-Schadstoffe17 Bundeseinheitlicher Qualitätsstandard für Deponiegas und seine Bedeutung für den Klimaschutz19 NATUR 22 Bachpaten präsentieren ihre Projekte23 Fernerkundungsdienst FELM als Beispiel länder-übergreifender Zusammenarbeit25 Der Einsatz von Umwelt-DNA bei fischereibiologischen Arterfassungen28 UMWELT 32 2. Mainzer Umwelttage zur Abfallreduzierung33 Sondermessprogramm Ahr von LfU und SGD Nord35 Virtuelle Fachgespräche „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“38 Nährstoffe in Oberflächengewässern: Betrachtung von 2000 bis 202141 Emissionskataster zeigt Belastungen in Rheinland-Pfalz44 BEVÖLKERUNG 48 Neue Hochwasservorhersagezentrale eingeweiht49 Hochwasser in der Eifel und Flutkatastrophe im Ahrtal am 14./15.07.202151 Neues Überschwemmungsgebiet für die Ahr54 Corona beeinflusst rheinland-pfälzische Abfallmengen56 3 1140 Rheinallee 97-101, 55118 MainzWallstraße 1, 55122 MainzRheingütestation Worms, Am Rhein 1, 67547 Worms (RA)(WA)(RGS) ohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116 Mainz Standorte: Telefonnummer 06131 6033-Durchwahl Dieter Welzel Referat 14 Informations- und Kommunikationstechnik Marc Deißroth N.N. Referat 28 ZEUS Jens Grünberg Referat 27 DV-Fachanwendungen Gewerbeaufsicht Markus Schmitt 1208 1213 1271 N.N. Referat 36 Ressourceneffizienz EffNet/EffCheck 1407 1409 1406 1420 1401 (WA) Wallstraße 1, 55122 Mainz Datenschutzbeauftragter 1211 Martin Franz (RGS) Rheingütestation Worms, Am Rhein 1, 67547 Worms ohne Zusatz: Kaiser-Friedrich-Str. 7, 55116 1310 Mainz Gleichstellungsbeauftragte Dr. Anja Grothusen (RA) Rheinallee 97-101, 55118 Mainz 1207 Vertrauensperson der Menschen mit Behinderung Standorte: Diana Faller Dr. Kristin Schaefer Referat 55 Abwasser Dr. Barbara Deutsch Referat 54 (RGS) Rhein Dr. Michael Engel Referat 53 Gewässerchemie Fulgor Westermann Referat 52 Gewässerökologie, Fischerei Christoph Linnenweber Referat 51 Flussgebietsentwicklung Dr. Jochen Fischer 1516 1580 1520 1513 1517 1501 1619 1601 1606 1634 1637 Dr. Jens Hartkopf Referat 67 (WA) 1681 Radioaktivitätsbestimmungen und radiologische Gewässerbeurteilung Petra Enoch Referat 66 (WA) 1683 Organische Spurenanalytik Wasser Dr. Christoph Deller Referat 65 (WA) Allg. Wasseranalytik, Anorganische Spurenanalytik, Badegewässerüberwachung Referat 64 - unbesetzt - N.N. Referat 63 (RA) Chemische Stoffe in der Raumluft Dr. Michael Weißenmayer Referat 62 (RA) Immissionen und Emissionen Luft Dr. Matthias Zimmer Referat 61 (RA) 1644 Klimawandel, Umweltmeteorologie Markus Willeke Abteilung 6 (RA) Umweltlabor Dr. Heinrich Lauterwald Stabsstelle (RA) Allgemeine Qualitätssicherung Abteilung 5 Gewässerschutz 1160 Thomas Isselbächer Referat 45 1414 Kompetenzzentrum für Staatlichen Vogelschutz und Artenvielfalt in der Energiewende (KSVAE) Steffen Gorell Referat 44 Daten zur Natur, DV-Fachanwendungen Naturschutz N.N. Referat 43 Mensch und Natur Dr. Marlene Röllig Referat 42 Biologische Vielfalt und Artenschutz Ulrich Jäger Referat 41 Biotopsysteme und Großschutzprojekte N.N. Abteilung 4 Naturschutz 1902 Vorsitzender des Personalrats Holger Dickob 1309 Winfried Vogt Martin Franz Referat 26 Lärm, Erschütterungen und nichtionisierende Strahlung Dr. Karlheinz Brand 1307 Referat 35 1320 DV-Fachanwendungen Kreislaufwirtschaft und Bodenschutz Referat 34 Deponietechnik, emissionsbezogener Grundwasserschutz N.N. Dr. Jens Schadebrodt 1214 1308 1314 1317 1301 Persönliche Assistentin/Vorzimmer: Enya Braun Präsident PD Dr. Frank Wissmann Referat 25 1211 Sozialer und technischer Arbeits- schutz, Koordinierungsaufgaben Gewerbeaufsicht Referat 24 Strahlenschutz Referat 33 Bodenschutz Referat 23 1210 Chemikaliensicherheit, Gefahrgut- transport, Biotechnik, Geräte- u. Produktsicherheit, Geräte- untersuchung N.N. Dr. Reinhard Meuser 1135 Referat 32 Betriebliches Stoffstrommanagement, Sonderabfallwirtschaft Eva Bertsch Referat 13 Haushalt, Vergabe Referat 22 -unbesetzt- Referat 31 Kommunales Stoffstrommanagement, Siedlungsabfallwirtschaft Dr. Wilhelm Nonte Abteilung 3 Kreislaufwirtschaft 1917 Christel BartuselRaimund ZemkeReferat 12 Organisation, Innerer Dienst und Fahrdienst 1127 Paul Burkhard SchneiderReferat 21 1244 Emissionshandel, Luftreinhaltung, Anlagensicherheit 1110 1201 Referat 11 Personal, Recht, Aus- und Fortbildung Abteilung 2 Gewerbeaufsicht Dr. Frank Wissmann (komm.) 1101 Milan Sell Stabsstelle Planung und Information Erhard Klein Abteilung 1 Zentrale Dienste Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Zentrale: 06131 6033-0 Mail: poststelle@lfu.rlp.de Internet: www.lfu.rlp.de 4 1719 1712 1710 1717 1701 Stand: 13.12.2022 Salvador Gámez-Ergueta Referat 75 1713 DV-Fachanwendungen Wasser Jochen Kampf Referat 74 Grundwasserbewirtschaftung Dr. Stephan Sauer Referat 73 Hydrologischer Dienst des Grundwassers, Grundwasserbeschaffenheit Norbert Demuth Referat 72 Hydrometeorologie, Hochwassermeldedienst Yvonne Henrichs (komm.) Referat 71 Hydrologischer Dienst der oberirdischen Gewässer, Hochwasserschutz Dr. Thomas Bettmann Abteilung 7 Hydrologie VORWORT Liebe Leserinnen und Leser, Wasser, Boden, Luft und Natur sind unsere Le- bensgrundlage. Der fortschreitende Klimawandel macht indes deutlich, wie endlich und wie ge- fährdet die natürlichen Ressourcen sind. Im Span- nungsfeld mit den vielfältigen gesellschaftlichen Anforderungen an die Umwelt und im fachlichen Austausch mit allen relevanten Akteuren analy- siert das rheinland-pfälzische Landesamt für Um- welt die komplexen dynamischen Umweltpro- zesse und zeigt Steuerungsmöglichkeiten auf. Der vorliegende Jahresbericht soll Ihnen einen komprimierten Einblick in die Arbeit des LfU ge- ben. Wir ergänzen mit diesem Bericht die ak- tuellen Informationen unserer Internetpräsenz (www.lfu.rlp.de) und der Fachpublikationen, in- dem wir Ihnen ausgewählte Schwerpunkte un- serer Tätigkeiten ein wenig ausführlicher vorstel- len. Auch Corona prägte den Arbeitsalltag im LfU. Mit konsequenten Schutzmaßnahmen, wie z. B. Regelungen zum Thema „Mobiles Arbeiten“ und virtuellen Besprechungen, konnten größere Aus- brüche im Landesamt verhindert und die volle Be- triebsfähigkeit aufrecht erhalten werden. Das Berichtsjahr 2021 war überschattet von der verheerenden Flutkatastrophe am 14./15. Juli ins- besondere im Ahrtal, deren Auswirkungen uns quer durch die Arbeitsbereiche viele Wochen und Monate beschäftigt haben und deren Aufarbei- tung weiterhin andauert. Hier hat uns die Natur auf bittere Weise die Grenzen unserer Möglich- keiten bei Vorsorge und Vorhersage klar gemacht. Gleichzeitig wurde aber deutlich, welche große Bedeutung der Arbeit einer technischen Fachbe- hörde als Beitrag zur Zukunftssicherung zukommt. Wie Sie dieser Publikation entnehmen können, war der Umgang mit der Flut und ihren Folgen al- lerdings auch im Jahr 2021 nur ein Ausschnitt un- seres Aufgabenspektrums, das wir in vier Kernbe- reiche aufgliedern: den Schutz von Natur, Umwelt und Bevölkerung, sowie den Auswirkungen des Klimwandels. Werfen Sie einen Blick in unseren Jahresbericht und überzeugen Sie sich von der Vielfalt unserer täglichen Arbeit. Anschaulich beschriebene und illustrierte Beiträge liefern Beispiele für den prak- tischen Nutzen unserer Tätigkeiten. Dr. Frank Wissmann Präsident des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz 5
The project "KartAL III - Mapping of the Anthropogenic Stock III", commissioned by the Federal Environment Agency, focuses on the recovery options and expected material flows of seven metals and its alloys. In order to significantly improve the circular economy through urban mining in Germany, the potentials, approaches and success factors of relevant stakeholders identified in the project were compiled in a guide. Quelle: www.umweltbundesamt.de
Urban Mining Die deutsche Volkswirtschaft setzt jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen an Materialien im Inland ein. Davon verbleiben besonders Metalle und Baumineralien oftmals lange Zeit in Infrastrukturen, Gebäuden und Gütern des täglichen Gebrauchs. Über Jahrzehnte hinweg haben sich auf diese Weise enorme Materialbestände angesammelt, die großes Potenzial als zukünftige Quelle für Sekundärrohstoffe bergen. Strategie zur Kreislaufwirtschaft Die Kreislaufführung von Stoffströmen leistet einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen. Eine ambitionierte Kreislaufwirtschaft berücksichtigt alle Materialflüsse entlang der Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Abfallbewirtschaftung. Dabei stellt sich eine große Herausforderung, die noch nicht angemessen in der Kreislaufwirtschaftspolitik integriert ist: Die starke, zeitabhängige Dynamik, mit der sich Materialbestände verändern. Sie wird durch die Verweilzeiten langlebiger Güter angetrieben. Am Ende der Nutzungsphase von Gütern lassen sich die darin gebundenen Materialien teilweise über Recyclingprozesse zurückgewinnen oder energetisch verwerten. Dabei können Materialkreisläufe von Gebäuden, Infrastrukturen und langlebigen Konsumgütern angesichts deren Verweilzeiten mitunter erst nach einigen Jahrzehnten geschlossen werden. Hierin unterscheiden sich langlebige von kurzlebigen Gütern. Denn Lebensmittel, Verpackungen und Kraftstoffe sind zwar mit sehr umfangreichen Materialströmen verbunden, deren Abflüsse lassen sich jedoch auch kurzfristig als Abfälle und Emissionen registrieren. Die Menge im Umlauf bewegt sich somit auf einem langfristig nahezu konstanten Niveau und bildet eine belastbare Planungsgrundlage für zukünftige Stoffströme. Langlebige Güter hingegen lassen sich in ihrer Lagerbildung schwerer erfassen. Oftmals verläuft sich die Spur der enthaltenen Materialien zwischen Einbringung ins und Ausbringung aus dem anthropogenen Lager. Mengenangaben zum Materialbestand, dessen Zusammensetzung und Verbleib sind aufwändig zu ermitteln. Die immense Stoff - und Produktvielfalt, komplexe Produktlebenszyklen und Nutzungskaskaden, rasante Technologiezyklen, Stoffstromkontaminationen, intensive internationale Handelsverflechtungen sowie räumliche Verlagerungen erschweren letztlich eine hochwertige Aufbereitung und Rückgewinnung. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es eines ganzheitlichen und proaktiven Ansatzes, der die als Sekundärrohstoffe nutzbaren Abfälle in Zusammenhang mit ihrer zeitlichen und räumlichen Freisetzung stellt. Dieser Ansatz wird mit Urban Mining verfolgt. Was ist Urban Mining? Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist Urban Mining die integrale Bewirtschaftung des anthropogenen Lagers mit dem Ziel, aus langlebigen Gütern sowie Ablagerungen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter noch aktiv genutzt und erst in absehbarer Zukunft freigesetzt werden oder ob sie bereits das Ende ihres Nutzungshorizonts erreicht haben. Sie alle sind Teil der Betrachtung. Anders als der Name vermuten lässt, bezieht sich Urban Mining nicht allein auf die Nutzung innerstädtischer Lager, sondern befasst sich vielmehr mit dem gesamten Bestand an langlebigen Gütern. Darunter fallen beispielsweise Konsumgüter wie Elektrogeräte und, Autos aber auch Infrastrukturen, Gebäude und Ablagerungen auf Deponien. Der Unterschied des Urban Minings zur Abfallwirtschaft besteht in den Betrachtungsgrenzen beider Ansätze. Während die Abfallwirtschaft sich mit dem Abfallaufkommen an sich beschäftigt, dessen Menge, Zusammensetzung und einer bestmöglichen Rückführung der Materialien in den Stoffkreislauf, bezieht Urban Mining den Gesamtbestand an langlebigen Gütern mit ein, um möglichst früh künftige Stoffströme prognostizieren zu können und bestmögliche Verwertungswege abzuleiten, noch bevor die Materialien als Abfall anfallen. Je besser dabei das qualitative und quantitative Wissen um die gebundenen Materialien ist und die Zeiträume, wann diese wieder aus dem Bestand freigesetzt werden, umso besser können sich die beteiligten Akteure auf neu entwickelnde Abfallströme und deren Verwertung einstellen. Der Handlungsrahmen des Urban Minings als strategischer Ansatz des Stoffstrommanagements reicht demzufolge vom Aufsuchen (Prospektion), der Erkundung (Exploration), der Erschließung und der Ausbeutung anthropogener Lagerstätten bis zur Aufbereitung der gewonnenen Sekundärrohstoffe und deren Wiedereinsatz in der Produktion. Dies kann sowohl innerhalb als auch außerhalb des abfallrechtlichen Regelungsbereiches passieren. Urban Mining ist kein gänzlich von der Abfallwirtschaft losgelöster Ansatz, sondern ergänzt diesen und verfügt darüber hinaus über Schnittmengen zum Produktions- und zum Konsumbereich. Eine Sonderdisziplin des Urban Mining bildet das so genannte Landfill Mining. Es bezeichnet die Gewinnung von Wertstoffen aus Altdeponien. Im Schema einer Kreislaufwirtschaft von der Rohstoffentnahme bis zur Entsorgung ist der Zweck des Urban Minings in der Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus langlebigen Gütern am Ende ihrer Nutzungsphase bis hin zu deren Wiedereinsatz in der Produktion zu sehen. Die Kernstrategie im 10-stufigen R-Strategierahmen zur Kreislaufwirtschaft liegt für das Urban Mining im Recycling. Durch den vorausschauenden Bewirtschaftungsansatz des anthropogenen Lagers ist der Betrachtungs- und Handlungsraum aber auf die Produktion und Nutzung langlebiger Güter ausgedehnt. So setzen Prospektion und Exploration bereits mit Instrumenten in der Neuproduktion und vor allem den Beständen in der Nutzungsphase an. Das Urban Mining bedient übergeordnete Strategieziele wie die Ressourcenschonung und die Steigerung der Versorgungssicherheit indem in der Kreislaufwirtschaft vor allem Kreisläufe geschlossen und diese durch die Substitution von Primärrohstoffen verengt werden. Verortung von Urban Mining als Strategie- und Handlungsansatz innerhalb des R-Strategierahmens Die Chancen nutzen In Hinblick auf einen zunehmenden internationalen Wettbewerb um die knappen Rohstoffe der Erde kann die Nutzung von Sekundärrohstoffen dazu beitragen, die natürlichen Ressourcen der Erde zu schonen und so die Lebensgrundlagen bestehender und zukünftiger Generationen zu sichern. Urban Mining bündelt nicht nur die Vorteile der Sekundärrohstoffnutzung, sondern eröffnet darüber hinaus weiterführende Chancen für die Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Gewinnung von Primärrohstoffen ist mit empfindlichen Eingriffen in Ökosysteme und nicht selten mit der Freisetzung umweltgefährdender Substanzen verbunden. Zudem konkurriert der Rohstoffabbau oftmals mit der lokalen Bevölkerung um die Nutzung knapper natürlicher Ressourcen wie Wasser und Flächen. Urban Mining dient durch eine gezielte Lenkung von Stoffströmen der Schonung natürlicher Ressourcen und kann helfen, Nutzungskonkurrenzen zu entschärfen. Hierfür besteht eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Denn Recyclingprozesse hierzulande unterliegen immissionsschutzrechtlichen Auflagen, um ein höchstmögliches Schutzniveau für Mensch und Umwelt zu garantieren. Während diese bei Bedarf angepasst werden können, hat der Gesetzgeber oftmals keinen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Einfluss auf die Durchsetzung akzeptabler Umweltstandards in Primärförderländern. Da die geologischen Ressourcen der Erde nicht nur begrenzt, sondern zudem ungleich verteilt sind, ist Deutschland beim Einsatz vieler Rohstoffe wie Erze und Metalle auf Importe angewiesen. Durch die optimierte Nutzung von Sekundärrohstoffen und die Bewirtschaftung von „Rohstofflagern“ im eigenen Land werden weniger Primärrohstoffe aus dem Ausland benötigt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Importabhängigkeit von Primärförderländern reduziert und anderen Ländern, die bisher in der globalen Ungleichheit zwischen Förder- und Nutzländern benachteiligt wurden, der Zugang zu Rohstoffen erleichtert werden kann. Besonders im Bereich der als versorgungskritisch eingestuften Edel- und Sondermetalle kommt diesem Punkt eine große Bedeutung zu, da viele Zukunftstechnologien in ihrer Funktionsweise vom Vorhandensein solcher Metalle abhängig sind. Zum anderen ergeben sich durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen und die Aufbereitung im Inland wirtschaftliche Vorteile – für das produzierende Gewerbe durch Kosteneinsparungen im Materialbereich, für die Volkswirtschaft durch Erhöhung der inländischen Wertschöpfung. Die Recyclingwirtschaft ist ein potenzialträchtiger Innovationsmotor und Arbeitsmarkt. Urbane Minen Anthropogene Lagerstätten weisen im direkten Vergleich zu natürlichen Rohstofflagerstätten einige Vorteile auf, die deren systematische Bewirtschaftung für die Zukunft als sinnvolle Alternative zum Primärrohstoffabbau darlegen. Anthropogene Lager enthalten enorme Mengen an wertvollen Stoffen, die inländisch nicht oder nicht mehr aus geologischen Reserven gewinnbar sind. Für viele Rohstoffe, wie beispielsweise Metallerze, übersteigen die im anthropogenen Lager gebundenen Mengen die geologischen Reserven Deutschlands um ein Vielfaches. Der relative Anteil anthropogener Reserven an den globalen Reserven wird in Zukunft steigen. Zwar werden weiterhin neue geologische Vorkommen erschlossen, doch deren Qualität nimmt in der Tendenz ab, bei steigendem Aufwand zur Gewinnung. Mit jedem produzierten langlebigen Gut werden weitere natürliche Rohstoffe in die Anthroposphäre verlagert. Anthropogene Lager haben einen hohen Wertstoffgehalt. Viele Metalle etwa liegen in Gütern wie Bauteilen oder Maschinen in Reinform oder hochlegiert vor - in ihren natürlichen Erzlagerstätten hingegen oftmals nur in geringen Konzentrationen. So entspricht der Goldanteil eines durchschnittlichen Mobiltelefons dem von 16 kg Golderz. Urbane Minen befinden sich oftmals genau dort, wo Rohstoffe benötigt werden. So liegen etwa Sekundärgesteinskörnungen aus dem Rückbau von Bauwerken meist im innerstädtischen Bereich, während im Vergleich dazu Primärkies aus Steinbrüchen stammt, die mitunter mehr als 30 bis 50 km entfernt sein können. Strategieentwicklung Urban Mining wird in den kommenden Jahrzehnten bei der Fortentwicklung einer Kreislaufwirtschaft erheblich an Bedeutung gewinnen. Es ist der Schlüssel, um in Zukunft die anfallenden, dynamischen Materialmengen hochwertig und schadlos bewirtschaften zu können. Urban Mining lässt sich an fünf Leitfragen ausrichten: Wo sind die Lager? Wie viele und welche Materialien sind enthalten, die als Sekundärrohstoffe genutzt werden können? Wann werden die Lager für die Rohstoffgewinnung verfügbar? Wer ist an der Erschließung beteiligt? Wie lassen sich Stoffkreisläufe effektiv schließen? Für die strategische und langfristige Planung von Stoffströmen ist es notwendig, das Wissen über das anthropogene Lager ständig zu erweitern und dieses zu verwalten, an die beteiligten Akteure weiter zu geben und anzuwenden. Dazu muss zuerst eine Wissensbasis über die Zusammenhänge zwischen Input- und Outputströmen geschaffen werden, in der Stoffumwandlungen im anthropogenen Lager über lange Zeiträume Berücksichtigung finden. Außerdem bedarf es geeigneter Instrumente des Wissens- und Informationsmanagements. Um die Wissensbasis entlang von Akteurs- und Wertschöpfungsketten teilen zu können, werden Bewertungsschemata für urbane Minen, digitale Kataster sowie Gebäude- und Güterpässe entwickelt und standardisiert. Die Entwicklung von selektiven, hochsensitiven Recyclingtechniken für komplexe Stoffverbünde sowie das vorausschauende Gestalten logistischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, mit denen die Nachfrage für qualitätsgesicherte Sekundärrohstoffe gestärkt wird, stellen ein ebenso wichtiges, komplementäres Handlungsfeld dar.
Das im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte Vorhaben "KartAL III - Kartierung des Anthropogenen Lagers III" fokussiert die Verwertungswege und erwarteten Stoffströme von sieben Metallen und ihren Legierungen. Um die Kreislaufwirtschaft durch Urban Mining in Deutschland nennenswert zu verbessern, werden die im Projekt identifizierten Potenziale, Stellgrößen und Handlungsansätze in einem Leitfaden überblicksartig zusammengestellt. Quelle: www.umweltbundesamt.de
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