Das BfG-GNSS-Messnetzes besteht aus über 50 GNSS-Stationen im Bereich der Nord- und Ostsee. Primärer Zweck ist die Georeferenzierung von Pegeln der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Die Rohdaten umfassen die kontinuierlichen Beobachtungsdaten der Satellitensysteme GPS, Glonass, Galileo und Beidou. Der Höhenunterschied 'dH1' zwischen dem jeweiligen Referenzpunkt der GNSS-Antenne und den zugehörigen Pegelfestpunkten (PFP) kann dem Sitelog der Permanentstation entnommen werden. Der Sollhöhenunterschied 'dH2' zwischen den Pegelfestpunkten und dem Pegelnullpunkt (PNP) wird durch das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt geführt.
Im Rahmen des Global Atmosperie Watch-Programms der WHO sollen die Hochgebirgsstationen Jungfraujoch (CH), Zugspitze und Hohenpeissenberg (D) sowie Sonnblick (A) zu global relevanten Hintergrundstationen ausgebaut werden. Gegenstand des Projekts ist die Erarbeitung von Kriterien, die erlauben sollen, abzuschaetzen, ob und inwiefern die Messdaten der genannten Stationen von der atmosphaerischen Grundschicht beeinflusst oder grossraeumig repraesentativ sind. Ein interner Bericht ueber erste Ergebnisse liegt vor. Eine Publikation durch den DWD ist fuer 2000 vorgesehen.
Ziele: Ziel des Vorhabens ist es, ein Datenerfassungs- und Verarbeitungssystem zu erstellen, das es dem UBA erlaubt, bei vertretbarem personellen Aufwand die internationale Berichtspflicht im Rahmen von GAW einzuhalten und Daten in gesicherter Qualität zu liefern. Ohne dieses Vorhaben wäre der Erfolg der Teilnahme des UBA am GAW-Projekt gefährdet. Problemstellung: BMU/UBA nehmen am internationalen Projekt Global Atmosphere Watch (GAW) der UNO/WMO teil. Um bei den weltweit teilnehmenden 21 Stationen Vergleichbarkeit der Daten zu erzielen, muss international auf sehr hohem Qualitätsniveau gemessen werden. Arbeitskapazitäten für eine aufwändige manuelle Qualitätssicherung sind in keiner Weise verfügbar. Um internationale Lieferverpflichtungen einzuhalten, muss daher ein automatisierbares System zur weitgehenden Integration verschiedener Datenquellen, Auswertungs- und Qualitätssicherungsverfahren sowie zur Berichterstattung aufgebaut werden. Das Vorhaben hat darüber hinaus Pilotcharakter hinsichtlich der Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität in den Messstationen des Messnetzes des Umweltbundesamtes. Ergebnisse: Im ersten Projektjahr wurde eine funktionsfähige Grundversion von DAQAS (Data Acquisition and Quality Assurance System) erstellt und operationell in Betrieb genommen. Stand Anfang Januar 2004 werden acht Gasanalysatoren vollautomatisch über DAQAS angesteuert (Messgrößen NO, NO2, NOx, NOy, CO, O3; zum Teil mehrfach erhoben), automatisch qualitätsgeprüft und die Daten in einem relationalen DBS gespeichert. Tätigkeiten im zweiten Projektjahr: Einbindung weiterer Instrumente, Erhöhung der Systemperformance, Implementierung weiterer statistischer Verfahren zur Qualitätssicherung, Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit, Ergänzung der Dokumentation. Darüber hinaus gehender Handlungsbedarf: Aufbau einer Intra- und Internetanbindung zur Fernkontrolle der Klimagasmessungen.
Das internationale Programm 'Global Atmosphere Watch' (GAW) erzielt eine langfristige Ueberwachung der Atmosphaere, sowie eine Unterstuetzung der verbundenen notwendigen wissenschaftlichen Studien bezueglich ihres Zustandes und ihrer Entwicklung im Rahmen der Problematik der Klimaaenderung. Die 3 wissenschaftlichen Schweizer Teilprogramme bezwecken eine Verbesserung der Messverfahren, der Qualitaetssicherung und der Auswertungsmethoden in den 3 Bereichen Ozon (Gesamtozon und vertikales Profil), Strahlung (insbesondere UV-B) und Aerosol (klimarelevante Komponente). Die Ozonsaeule wird seit 1926 in Arosa, das Ozonprofil seit 1969 in Payerne gemessen. Diese langen Messreihen werden einer neuen Homogenisierung unterzogen und ihre Variabilitaet und Trends werden neu untersucht. Im Strahlungsbereich werden Messstationen in verschiedenen Hoehen zwischen 300-3600 M/Meer eingerichtet und die Hoehenabhaengigkeit somit experimentell wie auch mit atmosphaerischen Transmissionsmodellen erforscht. Das wissenschaftliche Ziel der Aerosolmessungen auf dem Jungfraujoch (3600 M/Meer) ist, ihre direkten und indirekten Einfluesse auf das Klima zu ermitteln und dabei die Beitraege natuerlicher und anthropogener Quellen zu untersuchen. Zwischenziele sind schon erreicht worden. Das Forschungsprogramm wird nach dem Jahre 2000 als Dauerprogramm weitergefuehrt.