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Ziel des gemeinsamen Programms ist die Abschätzung von Dosiswerten nach Inhalation von Radon und Thoron. Dazu sollen unterschiedliche Szenarien untersucht werden unter Verwendung von verschiedenen Überwachungstechniken, die am BARC und am ISS entwickelt wurden. Die Größenverteilungen von inhalierten Teilchen soll gemessen werden, sowie der angelagerte und nichtangelagerte Anteil der Folgeprodukte aus dem Radon- und Thoron-Zerfall. Parallel dazu sollen auch Innenraummodelle zur Radon- und Thoronkonzentration in der Luft entwickelt und angewendet werden. Die Ergebnisse des Programms werden unser Verständnis der Radon- und Thoronverteilung in Innenräumen verbessern und zu einer verbesserten Dosisabschätzung der Bewohner führen.
Im Forschungsvorhaben wurden verschiedene Messmethoden und Messsysteme für Thoron und Thoronfolgeprodukte recherchiert und abgestuft nach Eignung für den Einsatz in Erhebungsmessungen beurteilt. Die verfügbaren Messgeräte wurden dabei nach messtechnischen, wirtschaftlichen und praxistauglichen Kriterien bewertet. Für die zur Zeit auf dem Markt und in Entwicklung befindlichen Messverfahren lässt sich feststellen, dass zahlreiche Messsysteme zur Ermittlung der Thorongas- oder Folgeproduktkonzentrationen zur Verfügung stehen. Diese unterscheiden sich dabei zum Teil erheblich in deren Aufwand zur Durchführung von Messungen, Kosten und Aussagekraft der Messwerte. Bedingt durch die physikalischen Eigenschaften von Thoron und ihrer Auswirkungen im Innenraum werden Geräte zur Messung der Folgeprodukte empfohlen. Unter Berücksichtigung der ermittelten Kandidaten (auch der noch nicht kommerziell erhältlichen Prototypen) wird ein zeitnaher Typ- und Praxistest angeraten, um die Eignung der verfügbaren Messgeräte besser bewerten zu können.
Das Ziel des EU-Projekts RADPAR (Radon Prevention and Remediation) war es, EU Mitgliedsstaaten bei der Verminderung des durch Radon in Wohnungen verursachten Lungenkrebsrisikos zu unterstützen. Innerhalb des Projekts wurde für 27 europäische Staaten eine Schätzung der Anzahl der Todesfälle in der Allgemeinbevölkerung, die auf Radon in Wohnungen pro Jahr zurückgeführt werden können, vorgenommen. Es wurden vorhandene Radonpräventions- und sanierungsstrategien evaluiert und verbessert. Risikokommunikationsstrategien und Zugänge zu verschiedenen Zielgruppen wurden entwickelt. Messprotokolle für Radonquellen und Technologien zur Radonkontrolle wurden standardisiert. Die Kosten-Effektivität von existierenden und möglichen Strategien zur Radonkontrolle und -sanierung wurden bewertet. Die Effektivität von Strategien zur Radonkontrolle wurde im Hinblick auf Design, Gebrauch von Trainingskursen zur Radonmessung, -prävention und -sanierung sowie Kosten-Effektivitätsanalysen bewertet. Mögliche Konflikte zwischen Energieersparnis in Gebäuden und der Reduktion der Radonbelastung wurden bewertet.
Das Vorhaben dient der Messung der Aktivitaetskonzentrationen des Radons und seiner kurzlebigen Folgeprodukte und des Gleichgewichtsfaktors in Wohnraeumen und im Freien sowie der Abschaetzung der daraus resultierenden Strahlenexposition. In diesem Zusammenhang kam der Erforschung der Radondiffusion durch poroese Materialien ein uebergeordneter Stellenwert zu. Das messtechnische Prinzip zur Bestimmung des Diffusionskoeffizienten des Radons im Erdboden unterscheidet sich nicht wesentlich von der Messung des Diffusionskoeffizienten an Baustoffproben im Labor. Bei der Aufzeichnung von Konzentrationen und Exhalationsraten des Radons zeigte sich, dass die Radonbewegung durch den Erdboden ganz entscheidend von dessen aktuellem Wassergehalt abhaengt. Je nach Wetterlage sind enorme Schwankungen der Radonkonzentration und der Diffusionskeffizienten nahe der Bodenoberflaeche zu erkennen. Erst ab einer Tiefe von etwa 1 m konnten 'stabile Verhaeltnisse' gemessen werden. Eine Beurteilung des Radonpotentials eines Bodens sollte daher nicht allein auf Messungen an der Bodenoberflaeche gestuetzt werden. Zum Auffinden von Radonanomalien im Boden wurde ein Verfahren entwickelt. Das Verfahren ist eine Modifizierung des zu Langzeitmessungen der Radonkonzentration in Haeusern oder in der Atmosphaere benutzten Kernspurfolienverfahrens. Die Empfindlichkeit der Kernspurfolien erlaubt Expositionszeiten von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Zur flaechendeckenden Radonmessung koennen diese passiven Radonsonden gleichzeitig, und das ist der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens, exponiert werden. Pro Tag koennen ohne weiteres einige hundert Messpunkte angelegt werden. Durch gleichzeitiges Aufnehmen eines vertikalen Konzentrationsprofiles kamm man von den oberflaechennahen Radonwerten auf das Radonpotential in der Tiefe, zB in der ueblichen Tiefe von Hausfundamenten schliessen. Mit dem beschriebenen Verfahren wurden einige Bodenareale im Hunsrueck und im Saarland untersucht. Langzeituntersuchungen des Gleichgewichtsfaktors in der Luft wurden nahe der ehemaligen Uranerzgrube bei Ellweiler durchgefuehrt. Die Untersuchungen ueber die Radondiffusion durch Baustoffe und Isolationsmaterialien wurden fortgefuehrt. Die Ergebnisse der Diffusionsmessungen zeigen folgende Tendenz: Betone koennen ab einer Dicke von 200 mm und Kunststoffolien meist schon ab einer Dicke von 2 mm als radondicht angesehen werden. Zur kontinuierlichen Messung von Radon und Thoron wurde auf der Basis des Verfahrens der elektrostatischen Abscheidung eine Radonkalibrierkammer konstruiert und gebaut.
Radon- und Thoronfolgeprodukte werden als Tracersubstanzen herangezogen, um Aussagen ueber Verweildauer und Verfrachtung von Aerosolen machen zu koennen. Fuer kleinraeumige Untersuchungen sind besonders die kurzlebigen Nuklide RaB und ThB, zur Erfassung grossraeumiger Prozesse RaE und RaF geeignet. Die Korrelation der Aktivitaetswerte mit meteorologischen Daten und dem Gehalt der bodennahen Luft an anderen Bestandteilen wird untersucht.
Urspruenglich war die Frage gestellt, ein Geraet zur Fruehwarnung vor hohen Konzentrationen kuenstlicher radioaktiver Substanz zu entwickeln. Es stellte sich sehr schnell heraus, dass die Frage nicht beantwortet werden konnte, ohne das Verhalten der zeitlich stark variablen Konzentrationen der natuerlichen radioaktiven Substanz in der Atmosphaere, d.h. die Folgeprodukte des Rn-222 (Radon) und des Rn-220 (Thoron) zu kennen. Das Schwergewicht der Arbeiten verschob sich daher auf die Frage nach dem Verhalten der natuerlichen Aktivitaet. Die Arbeit zerfiel dann in eine Reihe von Aufgabengebieten, z.B. Entwicklung einer Messapparatur zur Bestimmung der Konzentrationswerte fuer RAB, RAC, THB + THC sowie Bestimmung der Konzentrationswerte an Gesteinsproben, Bodenluft. Bestimmung atmosphaerischer Austauschkoeffizienten, grossraeumige Transportverhalten, Luftleitfaehigkeit, Messung der Radioaktivitaet mit Hilfe von Flugzeugmessungen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 12 |
| Europa | 3 |
| Land | 2 |
| Weitere | 5 |
| Wissenschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 11 |
| Text | 3 |
| unbekannt | 4 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 7 |
| Offen | 11 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 18 |
| Englisch | 5 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 1 |
| Dokument | 1 |
| Keine | 12 |
| Webseite | 5 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 13 |
| Lebewesen und Lebensräume | 15 |
| Luft | 14 |
| Mensch und Umwelt | 18 |
| Wasser | 10 |
| Weitere | 18 |