Im Projekt erfolgt eine Langzeitbeobachtung des Eintrages von Nitrat, Nitrit und Ammonium in das sich unter landwirtschaftlichen Nutzflächen befindliche Grundwasser. Dazu werden im Landkreis Gifhorn seit 1989 ausgewählte Beregnungsbrunnen beprobt. Diese Erhebungen werden ergänzt durch eine Auswertung der beim Gesundheitsamt des Landkreises Gifhorn vorliegenden Daten zur Trinkwasserüberwachung. Herangezogen werden auch die Grundwasser-Überwachungsdaten aus den im Landkreis Gifhorn verbreitet anzutreffenden Trinkwasserschutzgebieten. Mit dem Projekt soll insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, in wieweit bei Böden mit hohem Nährstoffauswaschungspotential Stickstoffeinträge langfristig in immer tiefere Grundwasserbereiche verlagert werden. Da aus tieferen Grundwasserleitern in der Regel auch die öffentliche Trinkwasserversorgung gespeist wird, ist diese Fragestellung von besonderer Relevanz. Wegen des Vorhandenseins vielfach sandiger Böden in Kombination mit verbreitet intensiver Landwirtschaft und mit einer i.d.R. auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen gegebenen Grundwasserneubildung, kann im Landkreis Gifhorn von einem insgesamt hohem Nährstoffauswaschungspotential ausgegangen werden. Das Untersuchungsgebiet Landkreis Gifhorn eignet sich daher gut als 'worst case'.
Die gesetzliche Grundlage zur Sicherung und Überwachung der Qualität des Trinkwassers ist das "Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutz-Gesetz - IfSG)”.
Im § 37 Abs.1 IfSG wird die Qualität des Trinkwassers im Hinblick auf die menschliche Gesundheit grundsätzlich definiert:
„Wasser für den menschlichen Gebrauch muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist”.
Weiterhin wird die Verpflichtung der Überwachung der Wassergewinnungs- und Wasserversorgungs-anlagen an die Gesundheitsämter übertragen.
Die Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung) legt detailliert Anforderungen fest für
die Beschaffenheit des Trinkwassers,
die Aufbereitung des Wassers,
die Pflichten der Wasserversorger sowie
die Überwachung des Trinkwassers.
Mit der Trinkwasserverordnung wird die europäische "Richtlinie des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Richtlinie 98/83/EG)” in nationales Recht umgesetzt. Trinkwasser
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] UMWELTBEWUSSTER UMGANG
Jeder von uns kann etwas gegen den Klimawandel tun
und auch beim sparsamen Umgang mit Trinkwasser –
unserem Lebensmittel Nr. 1 – einiges beachten:
■■ Jeder Bundesbürger nutzt täglich durchschnittlich
121 Liter Wasser aus der Leitung. Rheinland-Pfalz
liegt mit etwa 116 bis 118 Liter geringfügig unter
dem bundesweiten Durchschnitt.
■■ Fast 40 Prozent wird zur Körperpflege genutzt. Wer
hier Warmwasser spart, spart Energie und Geld.
Gleichzeitig entsteht weniger klimaschädliches
Kohlendioxid. Auf die notwendige Hygiene muss
deshalb niemand verzichten, wenn z. B. beim Zäh-
neputzen das Wasser abgestellt wird.
■■ Wassersparen mit dem Einkaufskorb: Kaufen Sie
regional und saisonal, z. B. deutsche Erdbeeren im
Sommer statt spanische Erdbeeren schon im Früh-
jahr – damit wird in trockenen Ländern nicht das
Wasser „abgegraben“.
■■ Naturnahe Gärten kommen häufig ohne große
Bewässerung aus, wenn Pflanzen verwendet wer-
den, die sich an die Trockenheit angepasst haben.
Blumenrasen und Blumenwiese benötigen weniger
Wasser als ein „englischer Rasen“. Sie verursachen
kaum Arbeit und sichern die Artenvielfalt. Anson-
sten sollten vor allem Pflanzen gewässert werden,
die wichtig für den Erhalt unserer ökologischen
Vielfalt sind, z. B. insektenfreundliche Pflanzen oder
Obstbäume oder auch Lieblingspflanzen. Weitere
Gartentipps unter www.gartenakademie.rlp.de
■■ Nutzen Sie Wassertonnen zum Auffangen von
Regenwasser. Die Anschaffung und Montage einer
Wasserklappe im Fallrohr der Dachrinne ist einfach
und kostengünstig. Wenn der Platz dafür vorhan-
den ist, kann auch eine Zisterne errichtet werden.
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und
Forsten des Landes Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Str. 1, 55116 Mainz
Telefon: 06131 16-0
Unsere Kooperationspartner
■■ Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
■■ Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
■■ Bund Umwelt- und Naturschutz (BUND)
■■ DWA, Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/
Saarland
■■ Bioland Rheinland-Pfalz/Saarland e. V.
■■ Handwerkskammern Rheinland-Pfalz
■■ Energieagentur Rheinland-Pfalz
■■ Gartenakademie Rheinland-Pfalz
■■ Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
■■ Landesforsten Rheinland-Pfalz
■■ SGD Nord und SGD Süd
■■ Landesuntersuchungsamt
Weitere Informationen
erhalten Sie unter:
www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de
Impressum
„Umweltschutz im Alltag“ ist eine Initiative des rhein-
land-pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Energie,
Ernährung und Forsten für einen effizienten und nach-
haltigen Umweltschutz.
Redaktion: Sell, LfU
Fotos: Titelbild: Pixabay,
Grafik u. Wasserschutzgebiet: T. Schollmayer (LfU)
© Landesamt für Umwelt (LfU); Juni/Juli 2020
UMWELTSCHUTZ IM ALLTAG
VERANTWORTUNGSVOLLER
UMGANG MIT WASSER
SCHUTZ UNSERES GRUNDWASSERSKLIMAWANDEL UND GRUNDWASSERTRINKWASSER SCHÜTZEN
In Rheinland-Pfalz wird das Trinkwasser fast aus-
schließlich (95 %) aus Grundwasser gewonnen.Grundwasser ist kostbar und als Hauptquelle für unser
Trinkwasser durch den Klimawandel immer wertvoller.
Denn Grundwasser entsteht als unterirdischer Teil des
Wasserkreislaufs durch die Versickerung von Nieder-
schlägen in den Boden.■■ Unser Trinkwasser wird aus Quellfassungen und
überwiegend über Brunnen aus Tiefen von bis zu
200 Metern gewonnen. Diese Quellfassungen und
Brunnen liegen in ausgewiesenen Trinkwasser-
schutzgebieten. Die inneren Zonen dieser Gebiete
dürfen nicht bebaut werden. Straßen, Viehweiden
und Äcker in der Nähe unterliegen strengen Regeln,
um Verunreinigungen durch Gülle oder Dünger aus-
zuschließen. Oftmals engagieren sich Wasserver-
sorger und Landwirte gemeinsam zum Schutz des
Wassers, in dem sie gewässerschonende Maßnah-
men durchführen.
Das Grundwasser und die Oberflächengewässer
sind daher vor Nitrat, Pflanzenschutzmitteln oder
Medikamentenrückständen zu schützen. Auch den
eigenen Geldbeutel freut es: Je aufwändiger die Ent-
fernung von unerwünschten Stoffen ist, desto höher
sind die Wasserpreise für die Konsumenten.
In Rheinland-Pfalz wird Grundwasser seit über 70
Jahren überwacht. Das Messnetz wird vom Landes-
amt für Umwelt im Auftrag des Umweltministeri-
ums betrieben. Neben Messungen an Quellen wird
das Grundwasser zur Beprobung vor allem an den
über 1.500 Messstellen gewonnen.
Klar ist: Trockene und heiße Sommer werden künf-
tig zunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich
in den letzten Jahrzehnten die vegetationsfreie Zeit
im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis
April) verkürzt hat, in der die Grundwasserneubildung
stattfindet.
Weniger Regen, steigende Temperaturen und eine stär-
kere Verdunstung führen so zu einer Reduzierung der
Grundwasserneubildung im Mittel um etwa 25 %.
Eine rückläufige Grund-
wasserneubildung beo-
bachtet das Landesamt
für Umwelt (LfU) dabei
in allen Landesteilen
von Rheinland-Pfalz.
Bei gleichbleibenden
klimatischen Verhält-
nissen wird auch für die
kommenden Jahre mit
einer reduzierten jähr-
lichen Grundwasserneu-
bildungsrate gerechnet.
Wasserkreislauf
© Schollmayer,LfU
Weitere Informationen finden Sie auf
www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de
■■ Nach der bundesweit gültigen Trinkwasserverord-
nung muss unser Trinkwasser sehr hohe Qualitäts-
anforderungen einhalten. Um Trinkwasser bester
Qualität bereit zu stellen, bedarf es einer ständigen
Überwachung durch die Versorgungsunternehmen
und zuständigen Gesundheitsämter. Geprüft wer-
den Wasserhärte, Aussehen und Geschmack sowie
zahlreiche chemische und mikrobielle Eigenschaften.
In Rheinland-Pfalz werden die Ergebnisse der Trink-
wasseranalysen in einer zentralen Datenbank erfasst
und ausgewertet. Die Qualität des Trinkwassers kann
unter www.trinkwasser.rlp.de abgerufen werden.
■■ Die Daten der Grundwassermesstellen sind abrufbar
unter www.geoportal-wasser.rlp.de.