API src

Found 79 results.

Related terms

Straßenbaumtest Berlin

Stadtbäume – und hier vor allem die Straßenbäume – erbringen unverzichtbare Ökosystemleistungen u.a. im Hinblick auf den Klimaschutz und die Klimaanpassung, wie die Absenkung der Temperatur und die Schattenbildung im Sommer. Insofern bedeuten Bäume für innerstädtische Stadtquartiere eine wesentliche Lebensqualität. Ferner erfüllen sie diverse weitere Wohlfahrtswirkungen wie beispielsweise als Biotop, CO 2 -Speicher und Feinstaubfilter. Schließlich sind baumbestandene Straßen auch einfach schöner. Damit die Bäume gedeihen können, sind allerdings die Bedingungen des zukünftigen Standorts zu beachten. Die Auswahl der Bäume ist entsprechend darauf abzustimmen. Berlin verfügt über einen Bestand von über 430.000 Straßenbäumen (Stand: 31.12.2023). Die Situation der Berliner Straßenbäume ist allerdings besorgniserregend. Der zuletzt mit Stand 2020 veröffentlichte Straßenbaum-Zustandsbericht hat eine bedeutende Zustandsverschlechterung der Bäume in fast allen Berliner Bezirken nachgewiesen. Etwa 57 % der Straßenbäume weisen Kronenschäden auf. Für die Lösung des Problems sind allzu schnelle, einfache und nicht nachhaltige Lösungen stets kritisch zu hinterfragen. Die Begriffe „Zukunftsbaum“ oder „Klimabaum“ sind in diesen Zeiten der klimatischen Extreme beliebte Begriffe, um zu suggerieren, dass es Baumarten (= Gattungen, Arten, Sorten) gibt, die sämtliche Bedingungen am innerstädtischen Standort – insbesondere an dem Standort „Stadtstraße“ – aushalten können. Damit wird jedoch eine falsche Erwartung geweckt. Auch in Zukunft wird es keine Baumart geben, die den vielfältigen Herausforderungen am Straßenstandort ganz ohne Schaden begegnen kann. Vermehrte Phasen von Hitze, starker Strahlung und Trockenheit, extreme Starkregenereignisse und heftige Stürme, aber auch die sonstigen schwierigen Bedingungen am Straßenstandort wie Schädigungen durch Baumaßnahmen des Tief- und Hochbaus (Leitungen der Ver- und Entsorgung), Verdichtungen und Versiegelungen des Bodens, Ausbringung von Salz des Winterdienstes und weitere Schadstoffe wie Reifenabrieb und Hundeurin etc. lassen keinen Straßenbaum vollkommen ohne Schäden gedeihen. Den schwierigen Lebensbedingungen – insbesondere in der Innenstadt – stehen die hohen Anforderungen, die an die Straßenbäume gestellt werden, gegenüber. Diese sind beispielsweise: hohe Hitzeresistenz hohe Trockenheitsresistenz hohe Strahlungsresistenz ausreichende Frosthärte (Spätfröste!) geringe Anfälligkeit gegen Schadorganismen hohe Verkehrssicherheit, das heißt u.a. geringe (Wind-) Brüchigkeit geringe Anforderungen an die Pflege (Wasser und Nährstoffe, Pflegeschnitte) hohe Resistenz gegen Bodenverdichtung hohe Resistenz gegen Bodenversiegelung hohe Industriefestigkeit keine störenden, oberflächennahen Wurzeln keine störenden Früchte keine Dornen hohe Ästhetik (möglichst) hohe Biodiversität Insofern sind Baumarten auszuwählen, die trotz der herausfordernden Bedingungen am Straßenstandort gut gedeihen und die an sie gestellten, vielfältigen Anforderungen möglichst weitgehend erfüllen können. Dabei soll keine „Natur am Tropf“, sondern Resilienz gefördert werden. Es gilt das das Prinzip „Abhärten statt Verwöhnen“, wodurch sowohl der Pflegeaufwand, als auch die Kosten dafür langfristig gesenkt werden. Ein weiteres Ziel ist eine hohe Artenvielfalt zur Förderung der Gesundheit des Baumbestands und der Biodiversität. Dabei wird am Straßenstandort die vielfältige Kombination verschiedener Arten und Herkünfte angestrebt. Der Arbeitskreis Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) führt seit 1995 (Straßenbaumtest 1) bundesweit Straßenbaumtests unter besonderer Beachtung der extremen Standortbedingungen an den innerstädtischen Straßen durch. Die Straßenbaumtests sollen fundierte Aussagen über die Eignung bestimmter Baumarten und -sorten für die Verwendung als Straßenbäume auf Grundlage praktischer Erfahrungen liefern. Die Ergebnisse der Straßenbaumtests werden daher regelmäßig in die Straßenbaumliste des Arbeitskreises Stadtbäume der Bundes-GALK übernommen. Berlin beteiligt sich an dem Straßenbaumtest 2 seit dem Jahr 2015 mit derzeit 10 Baumarten und rund 80 Bäumen, die von den Bezirksämtern benannt und im Rahmen der Stadtbaumkampagne gepflanzt wurden. Weitere Informationen(Straßenbaumtest 2 der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK)) Trotz aller Testungen können mit der Liste aber keine „Superbäume“ / „Klimabäume“ uneingeschränkt empfohlen werden, denn derzeit ist nicht klar, wie sich die klimatischen Verhältnisse in der Zukunft weiter wandeln werden und welche Baumart darauf in welcher Weise reagieren wird. Auch treten immer neue Schadorganismen auf. Einfache Antworten hinsichtlich der Baumarten, die zukünftig noch verwendet werden können, gibt es nicht. Die Präsentationen „Arbeitskreis Städtbäume der Bundes-GALK – Straßenbaumtest 2 – Ergebnisse Berlin 2024“ erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail. Bitte wenden Sie sich an Kerstin.Ehlebracht@SenMVKU.berlin.de . Der Arbeitskreis Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) hat zusammen mit dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) die Broschüre „Zukunftsbäume für die Stadt“ herausgegeben. Diese Broschüre gibt Empfehlungen und schlägt als Entscheidungshilfe für künftige Baumpflanzungen 65 Baumarten vor. Die Broschüre macht aber eigenes Fachwissen bei der Auswahl der Baumarten nicht obsolet. Die jeweilige Baumart ist in Abhängigkeit vom einzelnen Standort auszuwählen. Ferner verweist die Broschüre der GALK und des BdB auf eine notwendige Vielfalt im Hinblick auf die Auswahl von Baumarten, um den Baumbestand zu stärken. Dabei spielen die sogenannten gebietsheimischen Arten am Straßenstandort mangels Eignung kaum noch eine Rolle. Broschüre „Zukunftsbäume für die Stadt“ Im Rahmen der Stadtbaumkampagne wurden bislang rund 240 verschiedene Baumarten an Berlins Straßen gepflanzt, deren Eignung zukünftig weiter auszuwerten ist. Die Erfahrungen, die mit den einzelnen Baumarten gemacht werden, sind ein wertvoller Fundus, um Entscheidungen über die Verwendung der Baumarten zu treffen. Die Frage stellt sich, ob hinsichtlich der Anzucht der Gehölze zukünftig neue Methoden zur Erzielung der Resilienz anzuwenden sind. Ein Ansatz wäre beispielsweise die Vermehrung von Einzelbäumen, die sich am Straßenstandort „bewährt“ – das heißt recht gesund und vital überlebt – haben. Ein „molekulares Gedächtnis“ ermöglicht manchen Bäumen die Anpassung an wiederkehrende Stresssituationen. Allerdings reagieren die Individuen innerhalb einer Art auch durchaus unterschiedlich. Möglicherweise handelt es sich um ein Zusammenspiel von individuellen Kapazitäten und speziellen Standortbedingungen. Keine Baumart ist an den extremen innerstädtischen Straßenstandort voll und ganz angepasst. Insofern bilden Stadtklima, Bodenbedingungen und Standorteinflüsse große Herausforderungen. Straßenstandorte sind durch menschlichen Einfluss geschaffene Extremstrandorte, die mit dem natürlichen Standort eines Baumes – dem Wald – nicht mehr viel gemeinsam haben. Einfache Antworten zur Baumartenwahl gibt es nicht, da der eine „Zukunftsbaum“ bzw. „Klimabaum“, der immer und überall unter den derzeitigen Klimabedingungen funktioniert, nicht existiert. Der Fokus auf wenige Arten widerspräche auch dem Ziel der biologischen Vielfalt. Insofern besteht noch ein hoher Forschungsbedarf hinsichtlich der Wahl von Baumarten, die die künftigen klimatischen Bedingungen, die jetzt noch gar nicht vollends einzuschätzen sind, aushalten. Die Ergebnisse sind jeweils an die regionalen Gegebenheiten – wie beispielsweise der Höhe des Niederschlags, als auch an die speziellen Standortbedingungen anzupassen.

Waldschutz und forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit 2.0 20 Punkte für den Wald der Zukunft

Die Stürme in den Jahren 2017/2018 und vor allem die seit Frühjahr 2018 anhaltende Dauertrockenheit haben die Wälder Deutschlands in vielen Regionen erheblich geschädigt. Die Schäden gehen dabei mittlerweile deutlich über das Waldsterben der 1980er-Jahre hinaus und sind auch sonst im historischen Vergleich beispiellos. Es setzt sich in der Forstwirtschaft mehr und mehr die bittere Erkenntnis durch, dass die Klimakrise die Gegenwart darstellt und unsere Wälder das erste Opfer sind. Insbesondere die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können dabei als Hotspot der Waldschäden betrachtet werden, da das Niederschlagsdefizit seit 2018 in Mitteldeutschland besonders hoch ist. Infolgedessen sind die Böden insbesondere in tieferen Schichten stark ausgetrocknet, wie der Dürremonitor des Umweltforschungszentrums in Leipzig für den forstrelevanten Bereich von 1,8 Meter Bodentiefe eindrücklich zeigt. Die anhaltende Niederschlagsarmut ist aber nur ein Teil des Problems. Vielmehr werden dadurch forstwirtschaftlichen Fehler der vergangenen Jahrzehnte deutlich. Vor allem der starke Fokus der Forstwirtschaft auf Monokulturen der gleichen Altersstufe sowie die teilweise falsche Baumartenwahl für bestimmte Standorte müssen als die zentralen Probleme benannt werden. Allen voran die in Monokultur angebaute Fichte (hohe Sturmgefährdung, vergleichsweise geringe Trockenheitsresistenz, Schädlingsanfälligkeit) sei hier genannt. Deren forstwirtschaftlich bedingte Verbreitung in den unteren und mittleren Lagen der Mittelgebirge führt gegenwärtig zu großflächigem Waldsterben, so zum Beispiel im Harz. Kahlschläge führen unter anderem zu Windbruch, beeinflussen das örtliche Mikroklima negativ (Erhitzung von Freiflächen) und sind das Gegenteil von mehrstufigen, klimastabilen Dauerwäldern. Dauerwälder und aktive Forstwirtschaft durch Einzelstammentnahme verschiedener Altersstufen schließen sich nicht aus. Vielmehr ist dies der Lösungsansatz, um Wälder an die Klimakrise anzupassen. Für klimastabile Mischwälder soll auf eine Mehr-Baumarten-Strategie gesetzt werden, um so Klimarisiken zu reduzieren. Naturverjüngung ist kostengünstig, es gibt keine Anpflanzverluste und das Saatgut ist an die örtlichen Bedingungen angepasst. Neben regionalem, standortgerechtem Saatgut kann auch das Verpflanzen von regionalen Wildlingen sehr erfolgsversprechend sein. Jungbäume sind in den ersten 2 bis 3 Jahren sehr anfällig gegenüber Trockenperioden. Vor allem Sandböden, südexponierte Lagen und abschüssiges Gelände sind betroffen. Spätestens seit 2018 ist dies ein extremes Problem. Containerpflanzung und/oder professionelle Gießtechnik können lokal Lösungen darstellen, auch wenn dies Mehrkosten bedeutet. Wildverbiss durch Reh- und Rotwild stellt ein erhebliches Problem beim Waldumbau dar. Da Einzelverbissschutz oder die flächige Einzäunung teuer und mit hohem Arbeitsaufwand verbunden sind, sollte Bestandsreduzierung von Reh- und Rotwild durch Jagd erfolgen. Standortheimische Baumarten sind prägend für die ökologischen Wechselwirkungen vor Ort, sind grundsätzlich an die Boden- und Klimaverhältnisse angepasst und besitzen einen gewissen (epi)genetischen Spielraum sich an die Klimakrise anzupassen. Wälder sind Ankerzentren der Artenvielfalt. Für naturschutzfachlich bedeutsame Wälder wurden Schutzgebiete, wie die Natura 2000-Gebiete als Schwerpunkt ausgewiesen. Mit dem Ziel der Umsetzung der Strategie zur biologischen Vielfalt werden in Sachsen-Anhalt 10 Prozent des Landeswaldes aus der Nutzung genommen und im Rahmen der Naturwaldforschung wissenschaftlich begleitet. Totholz ist für eine nachhaltige Forstwirtschaft von zentraler Bedeutung, da Totholz Wasser speichert, Bodenaustrocknung durch Wind reduziert, Wildverbissschäden verringert, für langfristigen Humuserhalt sorgt und Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellt. Waldränder müssen mehrstufig umgestaltet werden, da dies den nachgelagerten Wald vor Windbruch schützt. Gleichzeitig ist dies eine Möglichkeit, niedrig wachsende heimische Baum- und Straucharten in Bestand zu etablieren. Der Einsatz von Schwermaschinen in der modernen Holzwirtschaft muss bodenschonender werden, um die Böden nicht (dauerhaft) zu schädigen. Technische Weiterentwicklung und die Wiederetablierung von naturnahen Holzerntemethoden müssen vorangetrieben werden. Gerade kleinere Waldbesitzer müssen bei der Wahl von zukunftsfähigen Baumarten fachlich unterstützt werden. Detailkarten (Bodenklasse, lokale Wasserverfügbarkeit) sind ein wichtiges Instrument. Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) leisten wichtige Arbeit, um die Wälder zukunftsfähig zu machen. Vor allem ist die Bündelung und Unterstützung von Klein- und Kleinstwaldbesitzern hervorzuheben. Daher müssen FBG  unterstützt werden. Holzbau bindet CO 2 langfristig und ersetzt klimaschädliche Baustoffe wie Beton und Stahl. Eine regionale Verarbeitung fördert zudem die Wertschöpfung und schafft Arbeitsplätze. Bei Waldpflegemaßnahmen (Laubbäume) fiel bisher kaum vermarktungsfähiges Industrieholz an. Durch aktuelle Industrieansiedlungen und innovative Verfahren zur Herstellung von Biochemikalien ergeben sich neue finanzielle Perspektiven für alle Waldbesitzarten. Dabei sind forstwirtschaftliche Grundprinzipien der Nachhaltigkeit (Totholzverbleib im Wald) zu beachten. Die Klimakrise erhöht das Waldbrandrisiko in Nadelwaldmonokulturen, insbesondere bei Kiefernbeständen. Waldumbau hin zu Misch- und Laubwäldern und ein systematisch geplanter Einsatz von Waldbrandriegeln können Waldbrandrisiken deutlich reduzieren. Vor allem zur Baumartenwahl im Rahmen der Klimakrise besteht hoher Forschungsbedarf. Gleichzeitig müssen Forschungserkenntnisse einzelner Länder allen anderen Ländern schnellstmöglich zu Gute kommen und in die Praxis überführt werden. Wälder, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, sind von zentraler Bedeutung für den Schutz des Klimas insgesamt. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die klimastabile Wälder bewirtschaften bzw. diese dahingehend aktiv umbauen, sollten für die damit einhergehende Zunahme der CO 2 -Speicher-Funktion honoriert werden. Holzimporte aus Ländern mit geringen oder keinen Umwelt- und Klimastandards müssen verteuert oder verboten werden, wenn Holz ein wirklich nachhaltiger Baustoff werden soll. Die Politik der Europäischen Union und Freihandelsabkommen müssen sich daran orientieren.

Zukunftsspeisen-Eler-EIP-Agri_SA_vorlage_final.pdf

Bild 1: Grauwinkel, 2019 Zukunftsspeisen Hauptverantwortlich (Lead Partner): Urte Grauwinkel / Dr. Toni Meier Superfood aus Sachsen-Anhalt: Klimaresilienter Anbau von innovativen Kulturpflanzen und Entwicklung von innovativen und gesundheitsfördernden Lebensmitteln OG Zukunftsspeisen Straße der Bergarbeiter 21 06132 Halle (Saale) Problemstellung und Ausgangslage Tel.: 0341-3081269 Mail: post@zukunftsspeisen.de Mitglieder der Operationellen Gruppe (OG):  Biophilija Landwirtschaftsbetrieb Halle (Saale)  Betrieb Schulze Niehoff Schleibnitz  Betrieb Thiessen Lutherstadt- Im Zuge des Klimawandels sind neue Anbausysteme und Kulturpflanzen gefragt, um die landwirtschaftliche Produktion in Zukunft klimaresilienter zu gestalten, insbesondere in Sachsen-Anhalt, wo bereits heute sehr geringe Niederschläge und erhöhte Temperaturen vorherrschen. Bereits seit 2010 fordert die sachsen-anhaltische Landesstrategie zur Anpassung an den Klimawandel, bodenverträgliche, humusschonende und erosionshemmende Bodenbewirtschaftungsverfahren, Düngungsregime und Kulturarten weiterzuentwickeln. Zielsetzung und geplante Innovationen Wittenberg  Ökohof Tuch / Vorwerk Heygendorf  Solidarische Gärtnerei Landsberg bei Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau, was Trockenheitsresistenz des Bodens und dem Klimaschutz zu Gute kommt. Aufbau neuer Wertschöpfungsketten durch innovative und gesundheitsfördernde, sowie lokal produzierte, zukunftsfähige Lebensmittel. Fokus Kulturpflanzen: Anbau neuer, standortangepasster, trockenresistenter Sorten Wissenschaftliche Begleitung neuer Ansätze und deren Einführung in die Praxis Neue Analyseverfahren für individuelle Lösungen in der Pflanzenernährung Halle GbR Assoziierter Partner:  Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften Laufzeit: 2019-2023 Umsetzung und Arbeitsschritte Weitere Informationen: 1. Erprobung und Umsetzung klimafreundlicher Bodenbearbeitungssysteme www.zukunftsspeisen.com 2. Anbau neuartiger Kulturpflanzen, die hohe Konzentrationen an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aufweisen, z.B.: Ackersteinsame, Amaranth , Buchweizen, Kichererbse, Quinoa 3. Entwicklung innovativer, gesunder Pilotlebensmittel 4. Entwicklung von Vermarktungsstrategien für die Gemeinschaftsverpflegung Bild 2 & 3: Grauwinkel 2019, Iss-Gut 2019

Waldschutz und forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit 2.0

Waldschutz und forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit 2.0 20 Punkte für den Wald der Zukunft Die Stürme in den Jahren 2017/2018 und vor allem die seit Frühjahr 2018 anhaltende Dauertrockenheit haben die Wälder Deutschlands in vielen Regionen erheblich geschädigt. Die Schäden gehen dabei mittlerweile deutlich über das Waldsterben der 1980er-Jahre hinaus und sind auch sonst im historischen Vergleich bei- spiellos. Es setzt sich in der Forstwirt- schaft mehr und mehr die bittere Erkenntnis durch, dass die Klimakrise die Gegenwart darstellt und unsere Wälder das erste Opfer sind. Insbesondere die mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-An- halt und Thüringen können dabei als Hotspot der Waldschäden betrachtet werden, da das Niederschlagsdefzit seit 2018 in Mitteldeutschland be- sonders hoch ist. Infolgedessen sind die Böden insbesondere in tieferen Schichten stark ausgetrocknet, wie 2 der Dürremonitor des Umweltfor- schungszentrums in Leipzig für den forstrelevanten Bereich von 1,8 Meter Bodentiefe eindrücklich zeigt. Die anhaltende Niederschlagsarmut ist aber nur ein Teil des Problems. Vielmehr werden dadurch forstwirt- schaftlichen Fehler der vergangenen Jahrzehnte deutlich. Vor allem der starke Fokus der Forstwirtschaft auf Monokulturen der gleichen Altersstu- fe sowie die teilweise falsche Baum- artenwahl für bestimmte Standorte müssen als die zentralen Probleme benannt werden. Allen voran die in Monokultur angebaute Fichte (hohe Sturmgefährdung, vergleichsweise geringe Trockenheitsresistenz, Schäd- lingsanfälligkeit) sei hier genannt. Deren forstwirtschaftlich bedingte Verbreitung in den unteren und mitt- leren Lagen der Mittelgebirge führt gegenwärtig zu großfächigem Wald- sterben, so z. B. im Harz. Um langfristig Waldbestände zu er- halten, zu etablieren und zu mehren, ist aktiver Waldumbau und eine klimastabile Waldbewirtschaftung notwendig. Um dieses Ziel zu errei- chen, müssen folgende Aspekte der forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit 2.0 berücksichtigt werden: 1. Die Forstwirtschaft muss ohne Kahlschläge auskommen Kahlschläge führen u. a. zu Wind- bruch, beeinfussen das örtliche Mikroklima negativ (Erhitzung von Freifächen) und sind das Gegenteil von mehrstufgen, klimastabilen Dauerwäldern. 2. Dauerwald als Ziel der Waldwirt- schaft des 21. Jahrhunderts etablieren Dauerwälder und aktive Forst- wirtschaft durch Einzelstamment- nahme verschiedener Altersstufen schließen sich nicht aus. Vielmehr ist dies der Lösungsansatz, um Wäl- der an die Klimakrise anzupassen. 3. Klimastabile Mischwälder als zentrales Ziel des Waldumbaus etablieren Für klimastabile Mischwälder soll auf eine Mehr-Baumarten-Strategie gesetzt werden, um so Klimarisiken zu reduzieren. 4. Naturverjüngung hat Vorrang vor Kunstverjüngung Naturverjüngung ist kostengünstig, es gibt keine Anpfanzverluste und das Saatgut ist an die örtlichen Bedingungen angepasst. 5. Wenn Naturverjüngung nicht möglich ist, muss grundsätzlich regionales, standortspezifsches Pfanzgut verwendet werden Neben regionalem, standort- gerechtem Saatgut kann auch das Verpfanzen von regionalen Wild- lingen sehr erfolgversprechend sein. 3

Armadillidium vulgare (Latreille, 1804) Gemeine Kugelassel Binnenasseln Ungefährdet

Die sehr häufige und ungefährdete Gemeine Kugelassel (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) ist von allen Landisopoden Deutschlands am besten an das Landleben angepasst und bevorzugt gut entwässerte Habitate (Gruner 1966). Die Art ist gegen Wasserverluste durch Transpiration gut geschützt und kann dadurch auch in den trockensten Biotopen leben. Gegenüber erhöhten Temperaturen ist sie ebenfalls wenig empfindlich. Deshalb dominiert diese Art auch in urbanen Zönosen (Haferkorn 1998). Bedingt durch ihre Trockenheitsresistenz ist A. vulgare auch am Tage oberirdisch aktiv. In der Literatur wird sie als kalkhold bezeichnet, sie ist aber nicht essentiell auf Kalkboden angewiesen. A. vulgare ist vor allem vom Frühjahr bis zum späten Herbst oberirdisch aktiv und kann auch im Winter an milden Tagen an der Bodenoberfläche angetroffen werden.

Die systemisch erworbene Resistenz bei Pflanzen - ein - omics Ansatz zur Pathogenantwort

Das Projekt "Die systemisch erworbene Resistenz bei Pflanzen - ein - omics Ansatz zur Pathogenantwort" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz Zentrum München, Institut für Biochemische Pflanzenpathologie durchgeführt. Ziel dieses Projekts ist es, Signalkomponenten der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) in Arabidopsis thaliana und einer Mutante, eds1, welche nicht mehr in der Lage ist, SAR Signale zu produzieren oder zu transportieren, zu identifizieren. EDS1 abhängige Peptide, Lipide und polare niedermolekulare Stoffe werden mit massenspektrometrischen Methoden identifiziert. Danach wird in verschiedenen (Nutz)Pflanzen untersucht, ob die so identifizierten möglichen SAR Komponenten Resistenz gegen Krankheitserreger auslösen. Des Weiteren wird der Einfluss von SAR Signalen auf Prozesse wie z.B. Trockenresistenz untersucht.

Teilprojekt BeesUp - Datenwissenschaften

Das Projekt "Teilprojekt BeesUp - Datenwissenschaften" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Technische Universität Ilmenau, Institut für Technische Informatik und Ingenieurinformatik , Fachgebiet Softwaretechnik für sicherheitskritische Systeme durchgeführt. In dem Projekt soll ein Datenbank- und durch Künstliche Intelligenz (KI)-gestütztes, digitales Planungswerkzeug zur wildbienengerechten Gestaltung von unterschiedlich genutzten Freiflächen im städtischen Raum entwickelt werden. Das digitale Planungswerkzeug soll in Form einer kostenlosen App allen Interessierten zur Verfügung stehen und wird die Parameter der Flächennutzung (z.B. Sport, Erholung, Verkehr, Landwirtschaft) und des Standorts (z.B. geografische Lage, Boden, Besonnung, Strukturheterogenität) mit den artspezifischen Ansprüchen von Wildbienen (Pollen- und Nektarpflanzen, Nistgelegenheit, Baumaterial, Mikroklima) und den Ansprüchen der spezifischen Pollen- und Nektarpflanzen (z.B. Strategietyp, Trockenheitsresistenz) in einem intelligenten Empfehlungssystem verknüpfen. Dadurch kann zum einen ein deutlich breiteres Spektrum an zum Teil intensiv genutzten Flächen als Lebensraum für Wildbienen ertüchtigt werden, zum anderen werden durch die standort- und artspezifischen Empfehlungen strukturreiche, städtische Räume gefördert. Die Maßnahmen sollen primär im Rahmen von Neugestaltungen, Konversionsprojekten oder Pflegemaßnahmen umgesetzt werden und verursachen dadurch für den Flächeneigentümer nur geringe zusätzliche Kosten. Eine interaktive Wildbienenbestimmungsfunktion soll den Funktionsumfang des digitalen Planungswerkzeugs als unabhängig nutzbares Add-on sinnvoll erweitern, ggf. zusätzliche planungsrelevante Daten generieren und den Kreis der Anwender vermehren. Gerade im Wildbienenbereich besteht ein großer Mangel an Artenkenntnissen, in der breiten Bevölkerung ist oft nur die Honigbiene bekannt. Über die Kenntnis der Arten können auch ökologische Zusammenhänge vermittelt werden und die Bereitschaft zum Schutz der Arten nimmt zu. Die Bestimmung soll interaktiv durch Bilderkennung (z.B. Größenverhältnisse, Behaarung und Farbigkeit) und automatisch erfassbare Standortmerkmale (z.B. geologischer Untergrund, Landnutzung und Jahreszeit) erfolgen.

Pflanzenmikroben im nachhaltigen Weinbau

Das Projekt "Pflanzenmikroben im nachhaltigen Weinbau" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie durchgeführt. Das GESAMTZIEL von PROSIT besteht darin, die pflanzenassoziierte mikrobielle Biodiversität zu charakterisieren und zu nutzen, um typische mediterrane Agrarökosysteme widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Zu diesem Zweck wird ein transdisziplinärer Ansatz angewandt, der physiologische, metagenomische, transkriptomische, metabolomische und epigenomische Methoden umfasst, um die mikrobiomgesteuerten molekularen Vorgänge zu entschlüsseln, die mit der Trockenheitsresistenz von Pflanzen in Verbindung stehen, wobei die Weinrebe, eine wichtige Kulturpflanze in allen Mittelmeerländern, als Fallbeispiel dient. Der deutsche Partner wird eine eingehende Stoffwechselanalyse des Primärmetabolismus verschiedener Kombinationen aus Genotyp, Trockenstress und Endophyten von Weinreben durchführen. Zu diesem Zweck wird die GC-MS verwendet um die Gehalte an Zuckern, organischen Stoffen und Aminosäuren zu bestimmen und jene Änderungen mit Daten anderer Partner in Beziehung zu setzen, um diese biologische Wechselwirkung besser zu charakterisieren und nach möglichen Biomarkern zu suchen, die zur Bewertung der Stresstoleranz im Feld verwendet werden könnten. Nach der Fertigstellung, wird PROSIT innovative und kostengünstige Werkzeuge sowie innovative Anbausysteme ermöglichen, um die Produktivität von Weinreben in einem trockeneren mediterranen Klima zu gewährleisten.

Schwerpunktprogramm SFB 924: Molekulare Mechanismen der Ertragsbildung und Ertragssicherung bei Pflanzen - Teilprojekt B06: Systemische Immunität in Arabidopsis und Gerste - Aufgliederung von Unterschieden und Ähnlichkeiten

Das Projekt "Schwerpunktprogramm SFB 924: Molekulare Mechanismen der Ertragsbildung und Ertragssicherung bei Pflanzen - Teilprojekt B06: Systemische Immunität in Arabidopsis und Gerste - Aufgliederung von Unterschieden und Ähnlichkeiten" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Helmholtz Zentrum München, Institut für Biochemische Pflanzenpathologie durchgeführt. Ziel dieses Projekts ist es, Signalkomponenten der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) in Arabidopsis thaliana und einer Mutante, eds1, welche nicht mehr in der Lage ist, SAR Signale zu produzieren oder zu transportieren, zu identifizieren. EDS1 abhängige Peptide, Lipide und polare niedermolekulare Stoffe werden mit massenspektrometrischen Methoden identifiziert. Danach wird in verschiedenen (Nutz)Pflanzen untersucht, ob die so identifizierten möglichen SAR Komponenten Resistenz gegen Krankheitserreger auslösen. Des Weiteren wird der Einfluss von SAR Signalen auf Prozesse wie z.B. Trockenresistenz untersucht.

Teilvorhaben: Charakterisierung der Wirkung der mikrobiellen Endophyten auf das Metabolom verschiedener Traubengenotypen.

Das Projekt "Teilvorhaben: Charakterisierung der Wirkung der mikrobiellen Endophyten auf das Metabolom verschiedener Traubengenotypen." wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie durchgeführt. Das GESAMTZIEL von PROSIT besteht darin, die pflanzenassoziierte mikrobielle Biodiversität zu charakterisieren und zu nutzen, um typische mediterrane Agrarökosysteme widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Zu diesem Zweck wird ein transdisziplinärer Ansatz angewandt, der physiologische, metagenomische, transkriptomische, metabolomische und epigenomische Methoden umfasst, um die mikrobiomgesteuerten molekularen Vorgänge zu entschlüsseln, die mit der Trockenheitsresistenz von Pflanzen in Verbindung stehen, wobei die Weinrebe, eine wichtige Kulturpflanze in allen Mittelmeerländern, als Fallbeispiel dient. Der deutsche Partner wird eine eingehende Stoffwechselanalyse des Primärmetabolismus verschiedener Kombinationen aus Genotyp, Trockenstress und Endophyten von Weinreben durchführen. Zu diesem Zweck wird die GC-MS verwendet um die Gehalte an Zuckern, organischen Stoffen und Aminosäuren zu bestimmen und jene Änderungen mit Daten anderer Partner in Beziehung zu setzen, um diese biologische Wechselwirkung besser zu charakterisieren und nach möglichen Biomarkern zu suchen, die zur Bewertung der Stresstoleranz im Feld verwendet werden könnten. Nach der Fertigstellung, wird PROSIT innovative und kostengünstige Werkzeuge sowie innovative Anbausysteme ermöglichen, um die Produktivität von Weinreben in einem trockeneren mediterranen Klima zu gewährleisten.

1 2 3 4 5 6 7 8