Zur Aufklaerung des aktuellen Seehundsterbens an der Nordseekueste sind neben veterinaermedizinischen Untersuchungen gleichermassen zoologische, d.s. in erster Linie biometrische Untersuchungen, Geschlechts- und Altersbestimmungen, Feststellungen der Konditionsparameter sowie pathologische Voruntersuchungen erforderlich. Im Gegensatz zu veterinaermedizinischen Untersuchungen, die in erster Linie an frischtoten Tieren durchgefuehrt werden muessen, sind bei diesem Vorhaben auch die unterschiedlich stark verwesten Kadaver in das Untersuchungsprogramm einzubeziehen, um moeglichst weitgehende Aussagen ueber den Umfang der Ereignisse machen zu koennen. Ausserdem sind Untersuchungen zur Ethologie und Populationsdynamik vorgesehen, um beobachtete Verhaltensanomalien von Seehunden und spezielle Fragen im Zusammenhang mit der Reproduktion aufzuklaeren.
Bei verschiedenen Toilettensystemen gibt es keine ausreichenden Kenntnisse, um Anforderungen zur Erreichung der Umweltvertraeglichkeit aufzustellen (zB Humustoiletten, chemische Toiletten, Schiffstoiletten, Omnibustoiletten, Eisenbahntoiletten). Es sollen nun an verschiedenen Toilettensystemen derartige Untersuchungen zur Festlegung der Umweltvertraeglichkeit (Hygiene, Geruch, Schadstoffbelastung der Endprodukte, Abwasserbelastung) durchgefuehrt werden. In dieses Projekt soll das BGA eingebunden werden.
Wirksame Massnahmen zur Reduktion der Schadstoffbelastung von Nord- und Ostsee setzen u.a. genaue Kenntnis der Eintragspfade voraus. Hinsichtlich des atmosphaerischen Eintrags besteht noch erhebliche Unsicherheit. Ziel des Forschungsvorhabens ist daher die umfassende Ueberwachung des atmosphaerischen Schadstoffeintrags in die Nord- und Ostsee. Die hierfuer erforderlichen Messmethoden sollen weiter entwickelt werden und fuer die Routinebestimmung adaptiert werden. Forschungsschwerpunkte: 1. Untersuchungen im Rahmen der internationalen Meeresschutzkonventionen der Paris- sowie Helsinki-Kommission. 2. Untersuchung an bisher nicht identifizierten organischen Stoffen im nassen Niederschlag (z.B. Pestizide, PCBs).
Die TA Luft enthaelt in Nr. 3.1.7 Abs. 7 ein generelles Minimierungsgebot hinsichtlich der Emissionen an besonders persistenten und toxischen Stoffen, wie z.B. polychlorierte Biphenyle, Dioxine oder Furane. Die Emissionen dieser Stoffe aus bestimmten Quellen sind umfassend untersucht, wie z.B. bei Abfallverbrennungsanlagen, bei denen wirksame Minderungmassnahmen getroffen werden. Insbesondere sind fuer diese Anlagen in der 17. BImSchV die Emissionen an Dioxinen und Furanen auf 0,1 ng TE/m3 begrenzt. Aus einer Reihe stichprobenartiger Untersuchungen an anderen thermischen Prozessen, wie z.B. Aluminiumschmelzanlagen, Elektrolichtbogenoefen ist bekannt, dass auch hier nicht unerhebliche Dioxin-/Furanemissionen entstehen koennen. Der vorliegende Kenntnisstand in den einzelnen Bereichen ist sehr unterschiedlich. In der Regel wurden nur im Reingas Messungen durchgefuehrt, die, aufgrund fehlender Bezuege zu den betrieblichen Randbedingungen, nur bedingt verwertet werden koennen. Aus thermischen Prozessen und anderen Giessereibereichen in Eisen-, Temper- und Stahlgiessereien werden an Heisswindkupoloefen, Drehrohroefen, Induktionsoefen sowie an Abgasen aus dem Giess-, Kuehl/ und Ausleerbereich Dioxin/Furanmessungen bei Investitionsvorhaben durchgefuehrt. Erste vorliegende Messungen an Heisswindkupoloefen zeigen, dass bei dieser Anlagenart Dioxin-/Furanemissionen unter 0,1 ng TE/m3 erwartet werden koennen. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen Dioxine und Furane im Reingas an einem Kaltwindkupolofen, der mit Sauerstoffzugabe betrieben wird, bestimmt werden, mit dem Ziel eine Aussage zu erhalten, mit welchen Emissionen an Dioxinen/Furanen gerechnet werden muss un...
In Grosswohnanlagen der Stadt Bremen sollen zentrale Hausmuell- und Wertstoffcontainer installiert werden, in denen Kombinationen von Einzelcontainern zur Erfassung von Restmuell, Wertstoffen und Biomuell zum Einsatz kommen. Hier sollen die Mengen und Qualitaeten vor Einfuehrung dieser Container, kurz nach Aufstellung und ca. 1 Jahr nach Aufstellung ermittelt werden. Ziel ist es festzustellen, inwieweit die Einwohner von Grosswohnanlagen motiviert werden koennen, dauerhaft hohe Mengen und akzeptable Qualitaeten von Wertstoffen und Biomuell bereitzustellen. Diese Daten sind fuer die Uebertragung auf andere Grosswohnanlagen der Bundesrepublik Deutschland zu uebertragen.
Vom Bund und den vier Kuestenlaendern wird fuer drei Jahre ein Demonstrationsvorhaben zur Entsorgung der Seeschiffahrt durchgefuehrt. Sie haben zu diesem Zweck ein Verwaltungsabkommen abgeschlossen. Das UBA ist mit der wissenschaftlichen Begleitung des Demonstrationsvorhabens beauftragt. Als eine Grundlage fuer Erfuellung Paragraph 5 Abs. 3 Auswirkungen des Demonstrationsvorhabens auf die Reinhaltung der Nordsee sollen die Seevoegel als Bioindikatoren fuer Meeresverschmutzungen durch den Seeverkehr herangezogen werden.
Das vorhaben dient dem Erlass von allgemeinen Verwaltungsvorschriften, in denen die wassergefaehrdenden Stoffe naeher bestimmt und entsprechend ihrer Gefaehrlichkeit eingestuft werden. Im Rahmen der beantragten Fortfuehrung und Erweiterung des Vorhabens sollen die Arbeiten des laufenden Vorhabens zur Unterstuetzung der 'Kommission Bewertung wassergefaehrdender Stoffe' (KBwS) beim BMU-Beirat LTwS fortgefuehrt werden. Zu den Aufgaben zaehlen vor allem die Stoffauswahl fuer die weitere Fortschreibung des Katalogs wassergefaehrdender Stoffe, die Zusammenstellung, Ermittlung und Pruefung von Daten zur Bewertung der Stoffe durch die KBwS.
Zur Verringerung der Wassernutzung im haeuslichen Bereich sollen mit diesem Forschungsvorhaben die Moeglichkeiten, Probleme und Grenzen der Wiederverwendung von Wasch- und Badeabwasser zur WC-Spuelung unter praktischen Bedingungen untersucht werden. Die Reinigungsversuche des Brauchwassers sollen ueber biologische Klaeranlagen nach dem Belebungsverfahren mit Schaumstoffkoerpern sowie mit Tauchkoerperanlagen durchgefuehrt werden, die sich durch einfache Handhabung und einen geringen Wartungsaufwand auszeichnen. Drueber hinaus wird eine Bestandsaufnahme der relevanten Versuchsanlagen und deren Ergebnisse unter technischen und hygienischen Gesichtspunkten durchgefuehrt, sowie die in der Literatur beschriebenen Anlagen unter den vorgenannten Voraussetzungen bewertet.
Unter Auswertung empirischer Erfahrungen bei Behoerden, Staatsanwaltschaften und Gerichten sollte untersucht werden, ob und wie sich die Bestimmungen des derzeitigen Umweltstrafrechts, die die Strafbarkeit von Amtstraegern betreffen, auf den Vollzug des Umwelt(verwaltungs-)rechts auswirken. Hierbei steht die Praeventivfunktion des Strafrechts im Vordergrund, aber auch verwaltungspraktische Gesichtspunkte, wie Motivation und Entscheidungsfreudigkeit der Amtstraeger und die Flexibilitaet der oeffentlichen Verwaltung sollten nicht ausser acht gelassen werden. Einer der Untersuchungsschwerpunkte sollte das Verhaeltnis zwischen informalem Verwaltungshandeln und Strafrecht sein. Als Ergebnis werden Aussagen zur Novellierungsbeduerftigkeit der Amtstraegerstrafbarkeit im Umweltrecht erwartet. Angesichts der unterschiedlichen Ausgangslage und Handhabung in verschiedenen Rechtsbereichen (zB Luft - nur Teilnahme moeglich / Wasser - auch Taeterschaft) erscheint eine Behandlung des Themas mit dem Ziel einheitlicher Loesungsvorschlaege unerlaesslich.
Entsprechend den Beschluessen der 7. Ministerkonferenz ueber die Verunreinigung des Rheins am 19.12.1986 in Rotterdam und den Auftraegen der Internationalen und Deutschen Rheinschutzkommission wurde national ein Konzept fuer ein Forschungsvorhaben 'Entwicklung, Erprobung und Implementation von Biotestverfahren zur Ueberwachung des Rheins' erstellt. Es sollen 6 Teilvorhaben mit dem Ziel der Automatisierung von Bakterien-, Algen- und Fischtests durchgefuehrt werden. Die geplanten Untersuchungen dienen einer Konzeptionierung und spaeteren Implementierung von Biotestverfahren im Rhein-Ueberwachungsprogramm. Im TV 6 werden die bereits vorhandenen und die in den anderen Teilvorhaben zu entwickelnden Biotestverfahren im direkten Vergleich auf Empfindlichkeit und Zuverlaessigkeit getestet. Die Untersuchungen erfolgen im Rhein und Main sowie in Abwasserstroemen industrieller Emittenten.
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| Bund | 409 |
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