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Einsatzmoeglichkeiten von Kompensations- und Lizenzloesungen fuer ausgewaehlte Bereiche der Umweltpolitik

Die praktische Anwendung von Kompensationsloesungen und Lizenzloesungen wurde bisher aufgrund vermeintlich fehlender oekologischer und rechtlicher Anwendungsvoraussetzungen zu wenig in Betracht gezogen. Unter geeigneten Rahmenbedingungen koennen jedoch diese Instrumente die Erreichung umweltpolitischer Ziele erleichtern. Fuer bestimmte Bereiche der Umweltpolitik, z.B. fuer Teilbereiche der Abfallwirtschaft, Gefahrstoffvermeidung, grenzueberschreitende und insbesondere globale Problembereiche sowie bezueglich ihrer Anwendbarkeit im Rahmen einer EG-Umweltpolitik sind diese Instrumente umfassend zu analysieren. In einer ersten Vorhabenphase sollen moegliche derartige Loesungen evaluiert und die unter den Rahmenbedingungen am ehesten in Frage kommenden Einsatzmoeglichkeiten in Absprache mit dem Auftraggeber ausgewaehlt werden. In einer zweiten Phase sollen an zwei-vier Beispielen solche Loesungen auf ihre oekologische Wirksamkeit, administrativ-rechtliche Machbarkeit, oekonomische Effizienz und politische Realisierbarkeit untersucht und zur moeglichen Einsatzreife gebracht werden.

Vorkommen von Clostridium botulinum in Biokompost und anderen Bodenverbesserungsmitteln bzw. Wirtschaftsduengern - Teil 1: Auswirkung von Verpackung, Transport und Anwendung von Kompost auf die Toxinproduktion

Clostridium botulinum ist ein weltweit verbreitetes anaerobes Boden- und Sedimentbakterium, das sich besonders beim Vorliegen von Eiweiss gut vermehrt. Daher tritt es auch in nicht genuegend sterilisierten Lebensmitteln (z.B.: Fisch, Fleisch und Bohnenkonserven) auf. C. botulinum ist in der Lage, Toxine zu produzieren, die bei Mensch und Tier zu Botulismus, einer schweren Lebensmittelvergiftung mit oft toedlichem Ausgang, fuehren. Duch Untersuchungen von Prof. Boehnel, Universitaet Goettingen wurde nachgewiesen, dass Kompost C. botulinum enthalten kann. Daraufhin wurden von der DBU ein Forschungsprojekt initiiert, bei dem in verschiedenen Biokompostanlagen der Biokompost auf das Vorkommen von C. botulinum untersucht wird. Dieses Projekt hat als Schwerpunkt die Untersuchung von Biokompostanlagen in Niedersachsen und wird noch bis August 1999 laufen. Die bisherigen Ergebnisse dieses Projekts zeigen eine weite Verbreitung des Bakteriums C. botulinum mit der Faehigkeit Toxine zu bilden im Biokompost. In Laborexperimenten konnte nachgewiesen werden, dass diese Bakterien bei Lagerung des Kompostes unter feuchten und sauerstoffarmen Bedingungen auch tatsaechlich Toxine bilden. Aus diesen Ergebnissen kann eine moegliche Gefaehrdung von landwirtschaftlichen Nutztieren aber auch von Endverbrauchern (moeglicherweise z.B. durch Blumenerde) unterstellt werden. Die bisherigen Ergebnisse zur Toxinproduktion stuetzen sich nur auf Laborexperimente, bei denen fuer die Clostridien guenstige Wachstumsbedingungen eingestellt wurden. In diesem UFOPLAN-Vorhaben soll in der Praxis untersucht werden, ob beim Weg von der Herstellung des Kompostes zum Verbraucher und bei der Verwendung des Kompostes im Haushalt Bedingungen auftreten, die ein Wachstum und Toxinproduktion von C. botulinum ermoeglichen. Die Ergebnisse des UFOPLAN-Projektes sollen eine Risikoabschaetzung zum Vorkommens von C. botulinum bei der Verwendung von Komposten im Haushalt ermoeglichen und die Formulierung von eventuell notwendigen Vorsorgemassnahmen erleichtern.

Raeumliche und zeitliche Untersuchungen von Schadstoffeintraegen anhand von Bioindikatoren unter Einsatz ausgewaehlter Methoden fuer die Aus- und Bewertung der Ergebnisse aus dem Moosmonitoring 1990/91 und 1995/96 einschliesslich der Ergebnisse aus

Das FuE-Vorhaben Moosmonitoring 2000 soll die derzeit aus zwei Probenahmekampagnen erhaltenen Ergebnisse absichern und sich teilweise andeutende Trends, die sich aus den bereits vorliegenden Ergebnissen des Moosmonitoring 1990 und 1995 ableiten, verifizieren. Das Vorhaben erstellt die Grundlage fuer den deutschen Beitrag zum internationalen Moosmonitoringprogramm, das im Auftrag des Nordischen Ministerrates von Schweden koordiniert wird. Insgesamt beteiligen sich 28 europaeische Staaten. Ein 'Aufruf' zur Durchfuehrung des Moosmonitoring 2000 vom Nordischen Ministerrat an alle 28 Staaten liegt Deutschland ebenfalls vor. Die Ergebnisse der vorangegangenen Moosmonitoringvorhaben (Moos-Mon I und II) liegen in einem Datenbanksystem strukturiert vor. Das Vorhaben soll des weiteren diese umfangreichen Daten zu oekologischen und analytischen Informationen auswerten. Dabei sind Zustandsdaten aus anderen Beobachtungssystemen, wie die der Umweltprobenbank fuer die Aus- und Bewertung zu nutzen. Eine staerkere Verknuepfung mit dem Pilotprojekt 'Integrierte Umweltbeobachtung im BR Rhoen' soll erreicht werden. Die Anwendung von Auswertungsmethoden und Bewertungsverfahren soll sich auf Erfahrungen aus dem Bereich der Bioindikation stuetzen. Das Vorhaben soll anteilig zwischen Bund und Laendern finanziert werden.

Entwicklung einer methodischen Arbeitsanleitung zur Ableitung und Operationalisierung von regionsadaequaten Umweltqualitaetszielen

Als Basis fuer die oekologische Bewertung von Umweltvertraeglichkeitspruefungen, Eingriffsregelungen und besonders der Oekologischen Umweltbeobachtung dienen Umweltqualitaetsziele (UQZ). Diese stellen den fuer die Bewertung unerlaesslichen Zusammenhang zwischen den Belastungsfaktoren und den Wirkungen auf das Oekosystem her. Eine notwendige Erweiterung der ueberwiegend an medialen Richtwerten orientierten Bewertungssysteme waere moeglich. Bei raeumlich begrenzten Eingriffen in und Einfluessen auf den Natur- und Landschaftshaushalt ist nur eine Bezugnahme auf regionalisierte UQZ zielfuehrend. Aufgrund der hohen Diversitaet von spezifischer Raumstruktur und regionalem Naturhaushalt ergibt sich die Notwendigkeit der Orientierung an UQZ mit definiertem regionalem Bezug. Grundlegende methodische Konzepte zur Definierung und Operationalisierung dieser Zielvorgaben fehlen jedoch. Ein Leitfaden zur methodischen Erarbeitung und Anwendung von UQZ soll in Form eines Handbuches erarbeitet werden. Die pilotmaessige Anwendung der Methode soll in einem modellhaften Raum erprobt werden.

Kriterien fuer die Erarbeitung von Immissionsminderungszielen zum Schutz der Boeden

Anreicherungen von persistenten und schwer abbaubaren Stoffen und irreversible Aenderungen der Kationen- und Anionen-Austauschkapazitaeten bei anhaltenden nicht nur schwer vermeidbaren anthropogenen Stoffeintraegen erfordern eine Bewertung der langfristigen und raeumlichen Auswirkungen. Bei der Besorgnis schaedlicher Bodenveraenderungen sind Immissionsminderungsziele aus der Sicht des Bodenschutzes aufzustellen und Vorschlaege fuer moegliche zeitlich und raeumlich differenzierte Massnahmen zu machen, die im Rahmen der Regelungen fuer die Luftreinhaltung, aber teilweise auch fuer landwirtschaftliche Stoffeintraege einzusetzen sind.

Erarbeitung von Verwaltungshilfen zur Durchfuehrung der TA Laerm: Emissionsdaten fuer Anlagen

Gefaehrdungspotential von undichten Kanaelen bei industriellen und gewerblichen Grundstueckentwaesserungsleitungen und die Ableitung von Empfehlungen zur Revitalisierung defekter Entwaesserungsleitungen

Es ist das Gefaehrdungspotential, das durch undichte Kanaele bei industriellen und gewerblichen Grundstueckentwaesserungsleitungen besteht, zu ermitteln. Dazu sollen Untersuchungen an bestehenden Entwaesserungsleitungen durchgefuehrt werden. Neben der baulichen Zustandserfassung durch Kanal-TV-Befahrungen ist bei starken Schaeden durch Standortuntersuchungen festzustellen, in welchem Ausmass Belastungen der Umwelt, insbesondere der Schutzgueter Boden und Grundwaesser eingetreten sind. Vorrangig sollen Kanalbetreiber in den neuen Bundeslaendern in die Untersuchungen aufgenommen werden, da dort in der Regel noch alte Kanalnetze betrieben werden, die in einem sehr schlechten baulichen Zustand sind. Im Rahmen von Gefaehrdungsabschaetzungen fuer Altstandorte fehlen Angaben ueber die Auswirkungen undichter Kanalnetze auf die Umwelt. Ausgehend von potentiellen Hauptemittenten (Bereich chemischer Industrie, Umgang mit wassergefaehrdenden Stoffen) wird eine Schadensanalyse des Kanalsystems durchgefuehrt. Die Teilnahme von Betreibern an dem F+E Vorhaben soll in den neuen Laendern ueber die Vermittlung der BVS (ehemals Treuhandanstalt) erfolgen. Ueber die Angaben der BVS ist geplant, die Betreiber auszuwaehlen, fuer die umfangreiche Sanierungen zum Erhalt von Arbeitsplaetzen vorgesehen sind und die Notwendigkeit zur Ueberpruefung des betriebseigenen Kanalsystems besteht. Vergleichbare Untersuchungen sind bei potentiellen Hauptemittenten im Rhein-Main-Gebiet mit Unterstuetzung des RP Darmstadt vorgesehen. Vorhaben ist Beitrag fuer Schwerpunktaufgaben, I, II (VI).

Methoden der Trendabschaetzung zur Ueberpruefung von Reduktionszielen im Gewaesserschutz

Das Ziel des Vorhabens besteht darin, eine Methodik zur quantitativen Abschaetzung eines statistisch gesicherten Trends fuer die wasserseitigen Flusseintraege in die Nord- und Ostsee zu entwickeln. Diese Trendabschaetzungsmethodik sollte es ermoeglichen, festzustellen, ob die im Wassereinzugsgebiet ergriffenen Massnahmen zur Verringerung der Stoffeintraege auch eine Verbesserung der Gewaesserqualitaet sowie eine Reduzierung des Eintrags in die Nord- und Ostsee zur Folge haben. Die Ermittlung des Trends fuer Flusseintraege bereitet bisher grosse Schwierigkeiten, da Frachten aus Konzentrations- und Durchflussdaten berechnete Werte darstellen. So kann es bei der Ermittlung von Reduktionsraten fuer Flussfrachten allein aufgrund der Schwankungen des Gewaesserdurchflusses zur Erhoehung der Frachten in zwei ausgewaehlten Jahren kommen, obwohl Reduktionsmassnahmen im Gewaessereinzugsgebiet durchgefuehrt worden sind. Dies laesst sich dadurch erklaeren, dass in Nassjahren mit hohen Durchfluessen auch absolut gesehen hoehere Eintraege in die Meere als in Trockenjahren mit niedrigen Durchfluessen erfolgen. Deshalb sind bei der Erarbeitung einer solchen Trendabschaetzungsmethodik nicht nur die Frachten allein, sondern darueber hinaus weitere Einflussgroessen, z.B. Konzentrtion, Durchfluss, Temperatur zu beruecksichtigen und eventuell Normierungen auf bestimmte Durchflussbereiche vorzunehmen. Ausserdem sollten aufgrund der hohen jahreszeitlichen Schwankungen nicht nur die Jahresfrachten, sondern auch Frachten fuer kuerzere Zeitraeume (Saison, Monatswerte) einer Trendanalyse unterzogen werden. Das Vorhaben dient der mittelfristigen Schwerpunktaufgabe I des UBA (UVZ, UHZ).

Trendabschaetzung atmosphaerischer Stoffeintraege

Das Ziel des Vorhabens besteht in der quantitativen Abschaetzung gesicherter statistischer Trends fuer die Stoffeintraege aus der Atmosphaere (niederschlagsgebundene Eintraege) in die Meere (Nordsee und Ostatlantik-OSPARCOM, Ostsee-HELCOM) zu entwickeln und an vorhandenen Datenreihen ueber verschieden lange Zeitabschnitte zu erproben. Mit der geforderten Methodik zur Trendbestimmung soll ein Instrument geschaffen werden, das Aussagen ueber die Effektivitaet der von den Meeresanrainerstaaten getroffenen Emissionsminderungsmassnahmen hinsichtlich der Minderung der Stoffeintragsraten unabhaengig von der natuerlichen Variabilitaet des Klimas gestattet und erste Trendergebnisse bereitstellt. Die Bestimmung von Trends fuer o.g. Stoffeintraege ist problematisch, da diese Daten einerseits nicht normalverteilt sowie stark ueberpraegt sind, z.B. von witterungsbedingten Variabilitaeten (Niederschlagsverteilung) und auch saisonale Verschiebungen aufweisen. Sie entsprechen nicht dem klassischen Statistikkonzept. Unter Experten bestehen dazu erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Jahre mit hohem Niederschlagsaufkommen koennen auch hoehere Stoffeintragsfrachten aufweisen. Deshalb sind bei der Entwicklung einer Trendabschaetzungsmethodik nicht nur die Eintragsraten (Frachten) zu betrachten, sondern auch weitere Einflussgroessen, wie die Konzentration, Trockenzeiten, vorherrschende Windrichtungen etc. zu beruecksichtigen. Bedingt durch die Spezifik der Daten ist auch zu pruefen, ob nicht zweckmaessigerweise Stoffeintragsraten fuer kuerzere Zeitintervalle, wie Monats- oder Halbjahreswerte einer Trendanalyse, unterzogen werden sollten. Die Verfuegbarkeit einheitlich statistisch aufbereiteter Eintragsdaten ist eine wesentliche Voraussetzung, um praktikable Minderungsziele u.a. Zielwerte fuer Stoffeintraege zukuenftig abzuleiten.

Durchfuehrung von Literaturrecherchen, Auswertung und Aufbereitung der Literatur und Ueberpruefung von Daten zu prioritaeren Altstoffen

Die zu prioritaeren Altstoffen (der 1. EG-Prioritaetenliste und folgende, BUA-Alstoffberichtsentwuerfe und sonstige prioritaere Altstoffe) vorliegenden Daten in den Grunddatensaetzen und Berichten sind auf Vollstaendigkeit und Bonitaet zu pruefen. Es sind zu den prioritaeren Altstoffen Literaturrecherchen hinsichtlich der Bereiche Exposition und Oekotoxikologie durchzufuehren und auszuwerten. Die in den Berichten und Grunddatensaetzen zu prioritaeren Altstoffen enthaltenen Daten sind einer kritischen Pruefung zu unterziehen. Weiterhin muss die gelieferte und gesammelte Literatur aufbereitet und ausgewertet werden. DB zur Fruehkoord. 18.8.95/T 15.9.95

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