Naturbezogene Freizeitaktivitäten haben sich zu einem Massenphänomen entwickelt. Auch in Deutschland ist der Aufenthalt in der Natur eine immer beliebter werdende Freizeitbeschäftigung und für viele Menschen spielt das Erleben von Natur eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden. Die Freizeitaktivitäten in der Natur reichen vom Spazierengehen über "Fotosafaris" oder Geocaching bis hin zur Ausübung diverser Natursportarten. Soziale Netzwerke wie Instagram oder Outdoorplattformen wie Komoot fördern eine Besucherkonzentration an bestimmten Orten mit zum Teil gravierenden Auswirkungen auf die Natur und die ansässige Bevölkerung. Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie mit Reise- und Kontaktbeschränkungen zum Ansturm auf die heimische Natur und damit zur Verschärfung bereits zuvor bestehender Probleme beigetragen. Zudem wurde ein verändertes Besucherprofil während der Pandemie festgestellt, da mehr Personen mit einem geringen Umweltbewusstsein in der Natur unterwegs waren als vor der Pandemie. Abnehmende Sensibilität und Gleichgültigkeit führen zu einem problematischen Besucherverhalten sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht, weshalb über geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation nachgedacht werden muss. Hierfür sind Besucherlenkungsmaßnahmen ein geeignetes Mittel, wobei zwei Maßnahmenbündel zur Verfügung stehen: eines, das auf die Vermeidung von Besucherkonzentrationen in sensiblen Gebieten abzielt, und eines, das anstrebt, das Besucherverhalten positiv im Sinne des Natur- und Umweltschutzes zu beeinflussen.
Das Vorhaben verfolgt das Ziel der zuverlässigen und validen Erhebung von umweltbezogenen Einstellungs- und Verhaltensmustern in der Bevölkerung. Die Studie soll den aktuellen Stand des Umweltbewusstseins ermitteln und auf bedeutsame Entwicklungen hinweisen. Zudem sollen Verhaltens- und Engagementbereitschaften in verschiedenen Bedürfnisfeldern und gesellschaftlichen Bereichen aufgezeigt und die Akzeptanz von Umweltpolitik untersucht werden. Die Umweltbewusstseinsstudie (UBS) 2026 soll systematisch auf den vorherigen Studien aufbauen und bestehende Zeitreihen fortführen. Neben einer Basiserhebung für zentrale Zeitreihen- und Standardthemen sowie der Erfassung soziodemografischer und soziokultureller Merkmale sollen optionale Kapazitäten vorgehalten werden für ein Vertiefungsthema sowie ggf. für eine qualitative oder quantitative Zusatzerhebung zu aktuellen Fragestellungen und Entwicklungen. Mit der UBS 2026 wird mit Blick auf die methodischen Grundlagen angestrebt, ein Verfahren zur Stichprobenrekrutierung zu realisieren, das möglichen Verzerrungen optimal entgegengewirkt und zugleich forschungsökonomisch vorteilhaft ist. Ein weiterer Fokus liegt auf der kommunikativen und wissenschaftlichen Anschlussfähigkeit der Ergebnisse. Das in der laufenden UBS 2024 in Entwicklung befindliche Konzept für ein web-basiertes Datenportal zur Umweltbewusstseinsstudie soll weiterverfolgt und in die Umsetzung gebracht werden. Dieses zielt darauf ab, die Befragungsdaten leicht zugänglich zu machen und interaktive Ansichts- und Auswertungsmöglichkeiten zu bieten. In dem Zuge gilt es auch zu prüfen, ob es weiterhin einer 'klassischen' Basisdatenbroschüre bedarf oder inwiefern auch ein 'schlankeres' Veröffentlichungsformat in Frage käme. Ergänzend dazu soll auch eine öffentlichkeitswirksame Fachveranstaltung zur Diskussion und Verbreitung der Ergebnisse durchgeführt werden.