Die moderne Ökologie entstand im 19. Jahrhundert als Teilgebiet der Biologie. Sie war ursprünglich eine rein naturwissenschaftliche Disziplin, entwickelte sich aber seit der Mitte des 20. Jahrhunderts unter dem Einfluss der weltweiten Umweltbewegung (in Deutschland vor allem seit den 1970er-Jahren) auch zu einer ökologischen Weltanschauung. Dies ging einher mit einer zunehmenden Ökologisierung der Gesellschaft – insbesondere der Ökonomie und Politik – und führte zur Entstehung neuer Disziplinen innerhalb der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wie der Sozialen Ökologie, Humanökologie, Politischen Ökologie, ökologischen Ethik, Ökopädagogik und Ökologischen Ökonomik. Die Schwerpunktausgabe beleuchtet, wie diese Disziplinen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und ökologischer Weltanschauung entstanden sind und was sie für die Gesellschaft und speziell für den Natur-, Landschafts- und Umweltschutz zu leisten vermögen.
In dem Gutachten „Soziale Aspekte des Natur- und Umweltschutzes: Status quo und Handlungserfordernisse“ erfolgt eine systematische Bestandsaufnahme von Projekten im Bereich der Umweltethik und Verteilungswirkung sowie eine Betrachtung des Stands der empirischen Datenintegration in diesem Bereich in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf dieser Basis werden Empfehlungen betreffend möglicher Formen weiterer Kooperation in diesem Themengebiet abgeleitet.
Das Forschungsprojekt 'Energiekonflikte' beschäftigt sich mit Konflikten im Rahmen der Energiewende - mit besonderem Fokus auf den Bau von Windkraftanlagen, den Ausbau der Stromnetze auf der Hoch- und Höchstspannungsebene, die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen sowie die Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Dazu kooperieren ForscherInnen des PIK, der CAU Kiel, der Universität Potsdam sowie das Institut 'Raum und Energie', um die Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven (Kommunikationswissenschaften, Soziologie, Umweltethik, Verwaltungswissenschaften und Mediationspraxis) zu analysieren. Im Vorhaben wird eine über die Standarddeutung der Bürger als 'NIMBY-Widerständler' hinausgehende Erklärung angestrebt. Dabei geht es keineswegs um eine Weiterentwicklung der 'klassischen Akzeptanzbeschaffung'. Vielmehr werden über die Anerkenntnis der Interessen von Projektgegnern die Chancen und die Grenzen des gesamtgesellschaftlichen Vorhabens 'Energiewende' ausgelotet, um Akzeptanzkriterien zu generieren, die eine weitreichende Einbindung der Projektgegner in die konkreten Planungen ermöglichen. Durch die interdisziplinäre Analyse von konkreten Fallbeispielen und Widerstandsbewegungen in den Regionen Berlin-Brandenburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sowie durch Interviews mit lokalen Stakeholdern (Bürger, Behörden, Vorhabenträgern etc.), werden nicht nur die Argumentationen und Lebensstile der Projektgegner kartografiert, sondern auch die politischen, verwaltungsrechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen hinterfragt. Die Konfliktbewegungen werden also durchaus als produktive Momente des Transformationsprozesses Energiewende verstanden, die Schwachstellen und Problemlagen der aktuellen Rahmenbedingungen offenlegen und somit zu deren konstruktiver Verbesserung beitragen können. Die eruierten Akzeptanzkriterien fließen in die Konzeption von Partizipations- und Mediationsverfahren ein, die in ausgewählten Fallbeispielen angewendet werden. Die verwaltungswissenschaftliche Begleitung des Vorhabens durch die Universität Potsdam bezieht sich auf eine Betrachtung der zum Teil unterschiedlichen formalen Verfahren in den drei Untersuchungsregionen für die Genehmigung der oben genannten technischen Anlagen. Es wird betrachtet welche Stakeholder wann und vor allem wie im (Planungs- und) Genehmigungsprozess beteiligt werden. Im Besonderen wird mit Hilfe der Fallbeispiele geprüft, wie formale Vorlagen durch die Prozessbeteiligten in den verschiedenen Projektregionen interpretiert und ausgelegt werden. Anhand eines solchen Vergleichs ist es möglich eine Skizzierung der regional unterschiedlichen Planungskulturen vorzunehmen und abzuleiten ob und inwiefern formale Rahmenbedingungen der Herausforderung Energiewende standhalten und dem Anspruch einer gerechten Bürgerbeteiligung genügen. In Zusammenarbeit mit den anderen Teilprojekten werden Vorschläge für ein verbessertes, die Akzeptanz steigerndes Verwaltungshandeln gemacht.
Das Projekt beschäftigt sich mit Konflikten im Rahmen der Energiewende - mit besonderem Fokus auf den Bau von Windkraftanlagen, den Ausbau der Stromnetze sowie die monetäre Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Die Projektpartner analysieren die Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven (Kommunikationswissenschaften, Soziologie, Umweltethik, Verwaltungswissenschaften und Mediationspraxis). Es wird eine über die Standarddeutung der Bürger als NIMBY-Widerständler hinausgehende Erklärung angestrebt. Dabei geht es keineswegs um eine Weiterentwicklung der klassischen Akzeptanzbeschaffung . Vielmehr werden über die Anerkenntnis der Interessen von Projektgegnern die Chancen und Grenzen des gesamtgesellschaftlichen Vorhabens Energiewende ausgelotet, um Akzeptanzkriterien zu generieren, die eine weitreichende Einbindung der Projektgegner in die konkreten Planungen ermöglichen. Durch die interdisziplinäre Analyse von konkreten Fallbeispielen und Widerstandsbewegungen in den Regionen Berlin-Brandenburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sowie durch Interviews mit lokalen Stakeholdern (Behörden, Betreibern etc.) werden nicht nur die Argumentationen und Lebensstile der Projektgegner wissenschaftlich kartographiert, sondern auch die politischen, verwaltungsrechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen hinterfragt. Die Konfliktbewegungen werden also durchaus als produktive Momente des Transformationsprozesses Energiewende verstanden, die Schwachstellen und Problemlagen der aktuellen Rahmenbedingungen offenlegen und somit zu deren konstruktiver Verbesserung beitragen können. Die eruierten Akzeptanzkriterien fließen in die Konzeption von Partizipations- und Mediationsverfahren ein, die in Planspielen in ausgewählten Fallbeispielen angewendet werden. Im Teilvorhaben B werden die wesentlichen Argumente der Debatte rekonstruiert, auf ihre ethischen Voraussetzungen hin analysiert und auf Konzepte prozeduraler Gerechtigkeit sowie übergreifende klima- und umweltethische Begründungen bezogen. Darüber hinaus werden die Verbindungen zwischen Argumenten, Lebensstilen und Akzeptanzbedingungen exponiert, um aus den gewonnenen Einsichten Empfehlungen abzuleiten, die den ethischen Standards von Verfahrensgerechtigkeit und Akzeptabilität genügen. Ein besonderer inhaltlicher Fokus liegt auf der Untersuchung der Interessentopologien und ihrer inneren Dynamiken, um die damit verbundenen sozialen Ungleichgewichte und ökologischen Nachteile zu verstehen. Anstatt die sozialen Schieflagen in der bisherigen Lastenverteilung lediglich egalitaristisch zu kritisieren, sollen die Plastizität der technischen Realisierung und die Interessen aller involvierten Akteure ausreichend Beachtung finden. Es gilt zu verstehen, warum bestimmte Ausbaupfade präferiert werden und welche der vorgebrachten technologischen, ökonomischen, sozialpolitischen und umweltethischen Argumente diese Lösungswege belastbar begründen .
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] 5 | Editorial Prof. Dr. Andreas Cesana | Leiter des Studium generale der Universität Mainz 6 | Biodiversität Zur Entstehung und Tragweite eines neuen Schlüsselbegriffs Dr. Reinhard Piechocki | Internationale Naturschutzakademie des Bundesamts für Naturschutz | BfN-INA-Insel Vilm 18 | Was ist Biodiversität und warum soll sie erhalten werden? Wissenschaftstheoretische und ethische Perspektiven Dr. Thomas Potthast | Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, IZEW | Universität Tübingen 30 | Biodiversität – viele diverse Informationen und wenig komplexes Wissen? Ansätze und Thesen für ein Wissensmanagement zur Biodiversität Carsten Neßhöver | Bayreuther Institut für terrestrische Ökosystemforschung, BITÖK | Universität Bayreuth 37 | Umsetzung der Biodiversitätskonvention Ein Projekt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Alexandra Mueller | Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ | Eschborn 42 | Zwischen nachhaltiger Nutzung und Biopiraterie – globale Konflikte um genetische Ressourcen Dr. Christoph Görg | FB Gesellschaftswissenschaften | Universität Frankfurt am Main 52 | Biodiversität im Spannungsfeld von Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion und landwirtschaftlichen Technologien Dr. Manfred Kern | Bayer CropScience AG | Frankfurt am Main 58 | Informationen über die Autoren Impressum |3 Editorial | Zwischen 10 und 100 Millionen schwanken die Schät- Prof. Dr. Andreas Cesana | Leiter des Studium generalezungen über die bisher noch unentdeckten Arten auf der der Universität Mainz | Der weltweite Verlust an Biodiver-Erde, weniger als 2 Millionen sind bereits wissenschaft- sität und damit an Variabilität des Lebens in all seinenlich erfasst. Unser Verständnis des tatsächlichen Um- Formen beschleunigt sich unübersehbar. Dieser Prozessfangs der Biodiversität und ihrer Leistungen reicht noch betrifft alle drei Dimensionen der Biodiversität: die Viel-nicht aus, um fundierte Entscheidungsprozesse in allen falt von Ökosystemen, die genetische Vielfalt und dieBereichen zu gewährleisten. Die Erforschung der Bio- Artenvielfalt. Er stellt uns vor eines der drängenden glo-diversität, die Beurteilung der Folgen und Risiken ihres balen Umweltprobleme unserer Zeit. BiodiversitätRückgangs und die Entwicklung internationaler Pro- besitzt neben ihrem Eigenwert und ihrer ökologischengramme zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung Bedeutung einen hohen ökonomischen und entwick-biologischer Vielfalt setzen Dialogbereitschaft und ver- lungspolitischen Wert. Gleichwohl herrscht nicht immerstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus. Einigkeit über das rechte Maß an Schutzwürdigkeit undMit einer gemeinsam veranstalteten öffentlichen über die richtigen Schutzmaßnahmen für eine Biodiver-Tagung unter dem Titel »Thesen zur Biodiversität« ver- sität von der Zelle bis zum Ökosystem.folgten die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz Die Hauptgefahren drohen der Biodiversität durch und das Studium generale der Johannes Gutenberg- den Klimawandel, der bereits viele Ökosysteme be-Universität Mainz das Ziel, zu einem besseren Verständ- einträchtigt, durch die Übernutzung der Tier- und Pflan-nis der Probleme, des Nutzens und des Wertes der zenwelt an Land und zur See sowie durch invasive ge-Erhaltung biologischer Vielfalt beizutragen. Die in der bietsfremde Arten, die sich als Begleiterscheinung desvorliegenden Ausgabe der »Denkanstöße« zusammen- wachsenden Welthandels in neuen Lebensräumen aus-gefassten Tagungsbeiträge spiegeln die Bandbreite der breiten. Diese direkte Bedrohung wird durch sozialein den aktuellen Biodiversitätsdebatten vertretenen und wirtschaftliche Einflussfaktoren verstärkt, beispiels-Thesen wider. weise durch die demographische Entwicklung mit Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Thesen machen raschem Bevölkerungswachstum in den Entwicklungs-es unmöglich, eindeutige Handlungsanweisungen zu be- ländern oder durch das Konsumverhalten und die Pro-gründen. Dennoch zeichnen sich in den Debatten einige duktionsformen vor allem in den reichen Ländern.Felder ab, in denen sich der Konsens verdichtet. Sie Die biologische Vielfalt ist nicht gleichmäßig über diebetreffen etwa die Einschätzung der Wichtigkeit des Erde verteilt, ihre Zentren liegen vorwiegend in den Ent-Themas, die grundsätzliche Schutzwürdigkeit der Bio- wicklungsländern. Mit der UN-Konvention von Rio 1992diversität sowie die Einsicht, dass neben den wissen- ist die Biodiversität in den Mittelpunkt umweltpolitischerschaftlichen Grundlagen und den ökonomischen Aspek- Aufmerksamkeit gerückt. Die Konvention fordert, dieten den normativen Gesichtspunkten von Ethik und – biologische Vielfalt zu schützen, ihre nachhaltige Nut-in geringerem Maß – von Ästhetik eine entscheidende zung zu ermöglichen und die ökonomischen Vorteile,Rolle zukommt. Diese Betrachtungsweisen setzen einen die aus der Nutzung biologischer Ressourcen entstehen,Weitblick voraus, der auch die Verantwortung für die gerecht aufzuteilen. Die Umsetzung dieser Hauptzielefolgenden Generationen erfasst. In normativen Fragen kam bisher erst langsam voran. Auf der siebten Konfe-stößt das Expertentum an seine Grenzen. Hier sind renz der Vertragsparteien im Februar 2004 in Kuala Lum-wir alle zuständig; wir müssen es sein. Das Leben hat pur einigte man sich, bis zum Jahr 2010 die Verlustrateauf allen Ebenen seiner Organisation biologische Viel- an biologischer Vielfalt auf globaler, regionaler undfalt ausgebildet, um sein Überleben zu sichern. Die nationaler Ebene erheblich zu verringern und dadurchErhaltung der Biodiversität ist nicht nur die Aufgabe der einen Beitrag zur Minderung der Armut und zum NutzenUmweltpolitiker und Umweltakteure – sie ist uns allen aller Lebensformen auf unserem Planeten zu leisten.anvertraut. |5 »Biodiversität« Zusammenfassung | Als Geburtsstunde des Begriffs »Biodiversity« gilt das 1986 in Washington durchgeführte nationale Biodiversitätsforum. Seither hat der Begriff Biodiversität sowohl in die Biowissenschaften als auch in die Politik mit einem erstaunlichen Tempo Einzug gehalten. Dieser Siegeszug eines neuen Begriffs erscheint verwun- derlich angesichts der Tatsache, dass über die Vielfalt der Gene, der Arten und der Ökosysteme bereits seit Zur Entstehung und Tragweite eines neuen SchlüsselbegriffsJahrzehnten intensiv geforscht wird. Der Erfolg des neuen Begriffs Biodiversität wird erst verständlicher durch die Dr. Reinhard Piechocki | BfN INA | Insel VilmTatsache, dass mit ihm nicht nur die Vielfalt an Ökosystemen, Arten und Genen umschrieben, sondern auch die ökonomische Nutzbarkeit und die kulturellen Qualitäten der Vielfalt des Lebens thematisiert werden. Der Begriff »Biodiversität« ist von namhaften Biologen bewusst als ein griffiges Schlagwort konzipiert worden, um einer breiten Öffentlichkeit die globalen Verluste an biologischer Vielfalt bewusst zu machen. Nicht naturwissenschaft- liche, sondern naturschutzpolitische Überlegungen waren somit entscheidend für die Begriffseinführung. Entstehung, Verbreitung und Akzeptanz des Begriffs Biodiversität sind sowohl eine Folge des wachsenden Ver- antwortungsgefühls für die Bewahrung biologischer Vielfalt als auch der Thematisierung der Gerechtigkeit bzgl. der ökonomischen Nutzung biotischer Potenziale. »Biodiversität« ist inzwischen zur Chiffre geworden für ein wesentlich erweitertes, integratives Naturschutzkonzept im Kontext des Nachhaltigkeitsdiskurses: Schutz und nachhaltige Nutzung werden hierbei als gleich bedeutsame Ansätze zur Erhaltung der Biodiversität anerkannt. Einleitung | Die Vielfalt ist ein derart beeindruckendesnen übergeordneten Begriff für eine Vielfalt gab, »die sich Merkmal der Organismen, dass die Versuche, durch eineauf mehrere oder alle Ebenen des Lebendigen bezieht«.3 wissenschaftliche Klassifizierung Ordnung in die überwäl-Im nachfolgenden Abschnitt wird veranschaulicht, tigende Fülle zu bringen, bis in die Antike zurückreichen.dass in den späten 1980er Jahren »Biodiversität« als ein Von Beginn an wurde mit der Klassifikation nicht nur ver-umweltpolitisches Kunstwort eingeführt wurde, um einer- sucht, einen Bestimmungsschlüssel zur Identifikation vonseits einer breiten Öffentlichkeit die Gefahren deutlich Tieren und Pflanzen zu schaffen, sondern die Ordnungs-zu machen, die sich aus dem globalen Verlust an biolo- prinzipien der Natur zu erkennen und abzubilden. Aller-gischer Vielfalt ergeben, und um andererseits mehr dings änderten sich die Auffassungen über das Wesenpolitischen Einfluss zu gewinnen bzgl. der Bewahrung dieser Ordnung von der Antike bis hin zur Darwin’schender Biodiversität. Evolutionstheorie erheblich. Das 18. Jahrhundert wurde zur ersten Blütezeit der Sys- tematik, in der das System des schwedischen Botanikers Begriffsentstehung | Der Begriff »biodiversity« ist eine Carl Linnaeus (1707 – 1778) den vorläufigen HöhepunktKurzform des ursprünglichen Terminus »biological diver- darstellte. Die Vorherrschaft der Systematik innerhalb dersity«. Im Jahre 1981 hatte die US-Administration erstmals Naturforschung endete im zweiten Drittel des 19. Jahrhun-eine »Conference on Biological Diversity« veranstaltet. derts, als mit der vergleichenden Anatomie sowie der Eta-Um einen sprachlich eleganten und politisch wirksamen blierung der experimentellen Naturwissenschaften neueBegriff zu schaffen, hat Walter G. Rosen von der »Com- Fragestellungen in das Zentrum rückten.1 Erst in den letz-mission of Life Science« des »US-National Research ten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erlebte die Syste-Council« bewusst den ursprünglichen Bestandteil »logisch« matik unter dem Eindruck des weltweiten Schwundes anweggelassen bei der Initiierung des vom 21. – 24. 9.1986 biologischer Vielfalt eine Renaissance.durchgeführten »National Forum on BioDiversity«. Durch Der Begriff der Vielfalt bezog sich bis Mitte der 1970er diese Auslassung wird der Bezug zu den Naturwissen- Jahre stets auf die Ebene von Arten und anderen taxono-schaften zurückgenommen, um dadurch auch »emotionale mischen Einheiten wie z.B. Gattungen und Klassen.2 Auchund spirituelle« Begriffsassoziationen zu ermöglichen.4 in Ernst Mayrs berühmt gewordenem Lehrbuch »EvolutionWährend in den Publikationen des Nationalen Forums der and the Diversity of Life« (1979) ist mit Diversität die im Ver-Buchstube »D« in BioDiversität noch großgeschrieben ist, lauf der Evolution entstandene Artenvielfalt gemeint. Dieshat Wilson 1988 erstmals den Begriff »Biodiversität« in der macht deutlich, dass es bis in die 1970er Jahre hinein kei-heute üblichen Schreibweise verwendet. |7 Biological Diversity 1981 BioDiversity 1986 1974 Biodiversity 1988 1977 Konferenz über biologische Vielfalt (Smithsonian – Institution und WWF) Auftrag des US-Präsidenten Jimmy Carter an das »Council on Environmental Quality«: Studie über Trends bzgl. natürlicher Ressourcen und der Umwelt Abb. 1 | Zur Entstehung des neuen Begriffs »Biodiversity« 1980Bericht des US-Präsidenten »Global 2000« (u.a. Beitrag über »Veränderungen der biologischen Vielfalt« von WWF) 1981»Conference on Biological Diversity« der US Agency of International Development (USAID) Die Entstehungsgeschichte des neuen Begriffs »Bio-Dieser Bruch mit einer wissenschaftlichen Selbstverständ-1982»Proceedings of the US-Strategy Conference on Biological Diversity« diversität« umfasst den Zeitraum von 1974, als die renom-lichkeit wird nicht nur in der Tagung, sondern auch in der1985»U.S. policy on biological diversity« – Bericht des »Committee on Foreign Affairs« des US-Repräsentantenhauses mierte Zeitschrift Science den Artikel »Scientists talk ofSchöpfung und Propagierung des Wortes »Biodiversität«1986»US National Forum on BioDiversity« des »American Natural Research Council« the need for conservation and an ethic of biotic diversitydeutlich. Dieser Begriff verkörpert gleichzeitig eine wissen-1988»Biodiversity« – Buchveröffentlichung von EDWARD WILSON to slow species extinction« veröffentlichte 5 , bis hin zumschaftliche Tatsache als auch einen Wert. Mit der Wort-1989Jahre 1992, als auf der UN-Konferenz über Umwelt undwahl »Biodiversität« wurde die traditionelle GrenzziehungEntwicklung (UNCED) in Rio das Übereinkommen über diezwischen wissenschaftlichen Tatsachen einerseits und1990Biodiversität als Indikator für globale Veränderungen (UNESCO-Programm »Der Mensch und die Biosphäre« MAB) biologische Vielfalt (Biodiversitätskonvention) verabschie-Werten andererseits explizit infrage gestellt. Uta Eser vom1991SOLBRIG entwickelt eine Definition von »biodiversity«, im Rahmen des UNESCO-Programms »Der Mensch und die Biosphäre« det wurde |Tab.1|.Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (Universität1992»Global Biodiversity: Status of the Earth’s living resources« – Bericht des World »Conservation Monitoring Centre« Tübingen) hat in ihrem Vortrag über den Biodiversitätsbe-1992Konvention über die biologische Vielfalt – UN Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro Eine Schlüsselrolle für das weltweite Bewusstwerden »Ecosystem function of biological diversity« – Tagung der »Internat. Union of Biological Science« (IUBS) und dem Scient. Committee on Problems of the Environment (SCOPE) des zunehmenden Schwundes an Arten, Genen undgriff auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fürÖkosystemen kommt dem 1986 veranstalteten »US Natio-Geschichte und Theorie der Biologie – die im Juni 2000 innal Forum on BioDiversity« zu. Als der MitorganisatorNeuburg / Donau stattfand – den Schluss gezogen, dassWalter G. Rosen dem Rat für biologische Grundlagenfor-die Biodiversitäts-Protagonisten sich damit einer Auffas-schung der US-amerikanischen Akademie der Wissen-sung angenähert haben, die von WissenschaftsforschernBiodiversitätskonvention | Der weltweite Erfolg desweit reichenden Ansatz versucht die Konvention, der öko- schaften die Durchführung eines Forums über die Bedro-zwar schon lange vertreten, von Naturwissenschaftlernneuen Begriffs »Biodiversität« ist ohne das »Übereinkom-nomischen, politischen und juristischen Auseinanderset- hung der biologischen Vielfalt vorschlug, musste erbislang aber meist entschieden zurückgewiesen wird:men über die biologische Vielfalt« (Biodiversitätskonven-zung zwischen den industrialisierten Ländern des Nordens erhebliche Bedenken ausräumen. Von jeher hatten welt-»dass Wissenschaft einem Einfluss gesellschaftlichertion), das 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationenund den biodiversitätsreichen Ländern des Südens einen weit die wissenschaftlichen Akademien die Objektivität,Wertvorstellungen unterliegt – und dass Wissenschaftlerfür Umwelt und Entwicklung (UNED) in Rio de JaneiroRahmen zu geben. Eng verknüpft ist daher die Konvention Wertfreiheit und Interessenneutralität der Naturwissen-ihrerseits solche Wertvorstellungen beeinflussen können«.verabschiedet und seither von über 180 Staaten unter-mit den neuen bio- und gentechnologischen Verfahren. schaften betont und gewahrt, sodass man anfänglichDie Erfindung des neuen Schlagwortes »Biodiversität«zeichnet und ratifiziert worden ist, nicht zu erklären. Aus- Tab. 1 | »Biodiversity« – Begriffsentstehung im angloamerikanischen Raum 8 Bereits auf der ersten Umweltkonferenz der Vereinten nicht gewillt war, eine Tagung zu unterstützen, wo ganzist das Ergebnis einer bewussten Politisierung naturwis-gangspunkt für die Entstehung dieser Konvention warNationen im Jahre 1972 in Stockholm wurden Prinzipien offensichtlich unter dem Deckmantel der Wissenschaftsenschaftlicher Erkenntnisse. Aus der Sicht der Wissen-der politische Wille, den weltweiten Rückgang der biolo-zum weltweiten Schutz von Pflanzen- und Tierarten sowie politischer Einfluss vergrößert werden sollte für eine Inten-schaftsforschung wird eine solch gezielte Politisierung alsgischen Vielfalt zu bremsen.Ökosystemen formuliert. Die Weiterentwicklung der Prin- sivierung des Schutzes von Arten und Ökosystemen.6»Grenzarbeit« bezeichnet 9, mit der gleichermaßen wissen-Mit dieser Konvention wurde die Bewahrung von Bio-Schließlich ließ sich die Akademie doch überzeugen undschaftliche, ökonomische, soziale und politische Interes-diversität zu einem gemeinsamen Anliegen der gesamtenwesentlicher Schritt hin zur Entstehung der Biodiversitäts- veranstaltete die Tagung unter ihrer Schirmherrschaft.sen verbunden sind:Menschheit erklärt. Dieses Übereinkommen ist einekonvention war das 1986 veranstaltete »US National Forum Edward O. Wilson hat auf das Besondere und die Größe– aus einer wissenschaftlichen Perspektive soll die For-Herausforderung für den Naturschutz im 21. Jahrhundert,on BioDiversity«. Das Zustandekommen dieses wegwei- dieser Veranstaltung hingewiesen, an der mehr als 60schungsförderung wieder stärker auf die klassischenweil es nicht nur um den Schutz der biologischen Vielfaltsenden Forums ist vor allem zwei weit gehend voneinan- führende Biologen, Ökonomen, Philosophen und andereFelder der Taxonomie und Systematik gelenkt werden;geht, sondern ebenso um ihre nachhaltige Nutzung undder unabhängigen Entwicklungen zuzuschreiben.7 Zum Experten sowie Vertreter von Hilfsorganisationen und gro-– aus einer ökonomischen Perspektive soll auf den gro-die gerechte Verteilung der Vorteile aus der Nutzung gene-einen war weltweit bewusst geworden, dass der fort- ßen Banken teilnahmen. Sowohl die Vorträge als auch dießen Wert biotechnologisch nutzbarer Genressourcentischer Ressourcen.schreitende Rückgang der Tropenwälder zu einem Arten- Diskussionen besuchten regelmäßig Hunderte von Men-hingewiesen werden; 7 schen. Am letzten Abend der Tagung wurde eine Telekon- ferenz veranstaltet, die über Satellit schätzungsweise bis zu zehntausend Menschen an über 100 Universitäten und Hatte man ursprünglich ein reines Natur- und Umwelt- zipien führte 1982 zur »World Charter for Nature«. Ein sterben von beträchtlichem Ausmaß führen wird, weil schutzabkommen angestrebt, so änderte sich im Verlaufgerade die biodiversitätsreichsten Regionen in den Tropen biologischer Vielfalt für ein sinnerfülltes Leben hervor-der Verhandlungsprozesse der Charakter des Abkom-liegen. Zum anderen hatte sich die Erkenntnis durchge- gehoben; – aus einer sozialen Perspektive wird die Bedeutung mens entscheidend: Das Vertragswerk enthält neben kon-setzt, dass die Bewahrung der Artenvielfalt eng verbunden Hochschulen der USA und Kanada erreichte. Die Tagung– aus einer politischen Perspektive soll auf die Kompe-ventionellen Naturschutzansätzen die Grundzüge einerist mit Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung. wurde so zu einem explizit politischen Ereignis, um dentenz von Biowissenschaftlern für politische Entschei-gerechten wirtschaftlichen Nutzung der Biodiversität.Die 1983 gegründete und von der norwegischen Minis- Amerikanischen Kongress auf die Komplexität, die Gefah-dungsprozesse verwiesen werden.Die Konvention regelt deshalb auch die Verteilung derterpräsidentin Gro Harlem Brundtland geleitete Kommission ren und auch die ökonomischen Folgen des weltweit sichAlle diese Interessen beruhen auf der Absicht, der welt-Gewinne aus dieser Nutzung sowie den Austausch der(World Commission on Environment and Development, vollziehenden Artenschwundes aufmerksam zu machen.weit fortschreitenden Naturzerstörung Einhalt zu gebieten.zu ihrer Nutzung notwendigen Technologien. Mit diesemWCED) hat 1987 ihren Bericht »Our Common Future« der 8| |9
Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) sowie die Deutsche Klimawandelanpassungsstrategie (DAS) sind Schwerpunkte der naturschutzpolitischen Arbeit der Bundesregierung, die in hohem Maße einer fundierten ökologischen, sozioökonomischen wie auch umweltethischen Reflexion und konzeptionellen Weiterentwicklung für die Umsetzung bedürfen. Umweltethische Aspekte finden im fachpolitischen wie öffentlichen Diskurs jedoch noch nicht die erforderliche Beachtung. In der NBS beispielsweise werden einige ethische Argumente für die Erhaltung der biologischen Vielfalt explizit genannt, tatsächlich aber basiert eine Vielzahl der aufgebauten Argumentationslinien auf wertenden, begründungspflichtigen Vorannahmen, die einer ethischen Fundierung bedürfen. Das Bundesamt für Naturschutz hat zu diesem Zweck im Jahr 2009 das Gutachten 'Umweltethische Fundierung von Veränderungsprozessen in Natur und Landschaft im Zuge des Klimawandels' in Auftrag gegeben, das unter anderem NBS und DAS in Hinblick auf ihre umweltethischen Argumentationslinien untersucht und ethische Empfehlungen für ein Kommunikationskonzept der NBS beinhaltet. Ziel des Vorhabens: Die Bemühungen des Bundesamtes für Naturschutz um eine weitere Ausarbeitung der umweltethischen Argumentationslinien für den Naturschutz sollen, auch unter Einbezug der aktuellen Ergebnisse des Gutachtens, einem weiteren Personenkreis von politischen und wissenschaftlichen Akteuren bekannt gemacht und gemeinsam reflektiert werden. Im Besonderen wird dabei auf die länderübergreifende Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt Wien und dem Bundesamt für Umwelt, Schweiz, und die Einbindung umweltethischer Argumentationslinien dieser Institutionen Wert gelegt. Maßnahmen: Die Tagung erstreckt sich über zwei Tage. Vorgesehen ist ein Austausch über aktuell relevante Biodiversitätsbezogene ethische Argumentationslinien, die gemeinsame Einordnung der jeweiligen Relevanz dieser Argumentationslinien für das aktuelle usw.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umweltprobleme bekommen heute zunehmend eine globale Dimension. Lösungen können daher nur durch intensive internationale Zusammenarbeit entwickelt werden. Austausch von Wissen und die Entwicklung neuer Kenntnisse und Verfahren sind der Schlüssel zur Bewältigung globaler Umweltprobleme. Ausgehend von diesen Erkenntnissen, war das Ziel des Projekts der Aufbau, die Erprobung und die langfristige Etablierung eines internationalen, transdisziplinären Master-Aufbaustudiengangs mit dem Titel Landscape Ecology & Nature Conservation (LENC) an der Universität Greifswald. Der Studiengang bündelt das Lehr- und Forschungspotenzial der Universität durch Vernetzung von Landschaftsökologie, Biologie, Landschaftsökonomie, Umweltethik, Geowissenschaften und Internationalem Recht. Zielgruppe sind tätige oder künftige Fach- und Führungskräfte in internationalen Umwelt-, Naturschutz-, Landnutzungs- und Tourismusorganisationen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen, Verwaltungen, Umweltbildungseinrichtungen und Planungsbüros. Das Projekt sollte den Aufbau des Studiengangs ermöglichen und sein späteres eigenständiges Fortbestehen sicherstellen. Fazit Dank wachsender Nachfrage, erfolgreichem Studium der Internationalen und finanzieller Unterstützung durch Stiftungen, ist der Studiengang erfolgreich gestartet und die Konsolidierung und Implementierung auf einem sehr guten Weg. Es ist gelungen, gut qualifizierte und hoch motivierte Studierende aus aller Welt in die Lehre der Universität Greifswald zu integrieren. Der Studiengang stimuliert durch die Impulse der Studierenden wie auch der Dozenten sehr die Forschung und Lehre sowie die internationalen Beziehungen. Herausforderungen für die Zukunft sind: (1) die weitere Optimierung der Lehre, (2) die Akkreditierung, in deren Verlauf insbesondere die Studierbarkeit, Evaluation und Qualitätssicherung des Programms verbessert werden soll, sowie (3) der Ausbau und die Sicherung finanzieller Förderinstrumente.
Verschiedene Studien und die Erkenntnisse aus der Praxis haben ergeben, dass Lebensmittel entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette weggeworfen werden. Diese Vorgehensweise betrifft auch solche Lebensmittel, die unter bestimmten Voraussetzungen ohne Einschränkungen dem menschlichen Genuss zugeführt hätten werden können. Die Themenstellung 'Lebensmittel im Abfall betrifft viele unterschiedliche Bereiche, wie Soziales, Ethik, Umwelt, Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft und Wissenschaft. Um einen österreichweiten interdisziplinären Wissensaustausch und Diskussionen sowie Koordinationen von Tätigkeiten und Formulierung von notwendigen Handlungsschritten zu ermöglichen, wurde im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung VI/6 (Abfalllogistik, Vermeidung und produktbezogene Abfallwirtschaft) eine Plattform eingerichtet. Die Mitglieder dieser Plattform setzen sich aus Vertretern des Ministeriums, der Wirtschaftskammer, verschiedener Abfallverbände und abfallwirtschaftlichen Interessensvertretungen, Ingenieurbüros und Forschungseinrichtungen zusammen. Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Arbeiten der Plattform aufgrund der vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu unterstützen.
Das geplante Projekt soll die Umsetzung von Maßnahmen des Naturschutzes und der sozioökonomischen Entwicklung im Sinne der Biodiversitätskonvention (CBD), speziell unter der Perspektive des sogenannten Ökosystemansatzes der Konvention, anhand einer Beispielregion in Südchile (Insel Navarino, Kap Hoorn-Archipel) bewerten. Diese Region ist eines der wenigen nicht fragmentierten und wenig überformten gemäßigten Waldgebiete der Erde. Sie zeichnet sich zum einen durch eine hohe biologische Vielfalt (v. allem Habitatvielfalt, aber auch von bislang häufig vernachlässigten Artengruppen wie Moose und Flechten) und Naturnähe sowie auch eine hohe kulturelle Vielfalt aus. Auf der anderen Seite bedrohen in jüngster Zeit Planungen für ökonomische Projekte wie Lachsfarmen, intensiver Tourismus sowie der Ausbau von Straßen und anderer Infrastruktur Struktur, Funktion und Zusammensetzung der biologischen Vielfalt im äußersten Süden Amerikas. Menschliche Einflüsse auf lokaler, regionaler und globaler Skala, verbunden mit einem rapiden sozialen und ökonomischen Strukturwandel, werden in naher Zukunft das Schicksal dortigen biologischen Vielfalt dramatisch beeinflussen. BIOKONCHIL wird einen substantiellen Beitrag zur Formulierung einer Anzahl von Entwicklungs- und Naturschutzstrategien leisten, und zwar im Anschluss an und in Erweiterung von lokalem Wissen und laufenden innovativen Projekten in der Region. Ziel ist es, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, (sozio-)ökonomische Bewertungsverfahren und Bewertungsverfahren aus dem Bereich der Umweltethik zu koppeln und aufbauend darauf Entscheidungshilfen für die künftige Entwicklung der Region zu geben. Diese Verknüpfung soll ökologische Theorien, vor allem das Ökosystemkonzept, für die Strukturierung interdisziplinärer Forschungsprojekte des Naturschutzes und der nachhaltigen Entwicklung nutzbar machen. Dabei wird großer Wert auf eine enge Einbindung der unterschiedlichen betroffenen Akteure und Interessengruppen gelegt. Alle Parteien, welche die natürlichen Ressourcen beeinflussen oder von ihnen profitieren könne, sollen in der Planung und Umsetzung der Entwicklungsstrategien für die Insel Navarino in vollem Maße involviert werden.
Literatur zur Thematik Ethik der Biotechnologie mit den Themenfeldern wie Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung, Ernährung und im Umweltschutz ist aufgrund ihrer Interdisziplinarität und Komplexität bislang nicht in einer übergreifenden Bibliothek und Datenbank zusammengefasst und somit schwer aufzufinden. Das IZEW steuert dieser Situation mit der Dokumentationsstelle 'Ethik der Biotechnologie' und der damit verbundenen Internetdatenbank entgegen: An der Dokumentationsstelle 'Ethik der Biotechnologie' wird systematisch Literatur gesammelt, die für die interdisziplinäre Forschung zu Fragen der Ethik der Biotechnologie erforderlich ist. Den Kern dieser Dokumentationsstelle bilden Publikationen zur Moralphilosophie, Wissenschaftstheorie und zu den verschiedenen Bereichen, die für die Ethik der Biotechnologie von Bedeutung sind (z.B. Tierethik, Ethik der Ernährung und Nahrungsmittelproduktion, Ethik in der Landwirtschaft, Umweltethik u.a.m.). Darüber hinaus finden sich Gesetzestexte und Studien der Technikfolgenabschätzung ebenso wie Texte aus der Grundlagenforschung, dem Bereich der Entwicklung bio- und gentechnologischer Verfahren und aus deren konkreten Anwendungsfeldern. Sehr gezielt gesammelt wird auch die oftmals schwer zugängliche 'Graue Literatur'. Als zentrales Recherchetool ist die bibliographische Datenbank LEWI (Literatur zur Ethik in den Wissenschaften) mit dem besonderen Sammelschwerpunkt 'Ethik der Biotechnologie' online verfügbar. Seit 2003 wird der mehrsprachige Thesaurus 'Ethik in den Biowissenschaften' für die inhaltliche Erschließung der Datenbank LEWI eingesetzt. Der Thesaurus wurde ab 2000 als Kooperationsprojekt unter Beteiligung des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (Bonn), der Informations- und Dokumentationsstelle Ethik in der Medizin (Göttingen), des IZEW sowie dem Centre de documentation en ethique des sciences de la vie et de la santé de l'INSERM (CDEI) in Paris und dem Kennedy Center for Ethics an der Georgetown University, Washington D.C. entwickelt. Die Datenbank LEWI des IZEW wird auch in die integrative Literaturdatenbank BELIT des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften in Bonn eingespeist. Darüber hinaus lassen sich die Bücher der IZEW-Datenbank auch im OPAC der Universitätsbibliothek Tübingen recherchieren. Die Dokumentationsstelle 'Ethik der Biotechnologie' und Internet-Datenbank 'LEWI' stellt weiterhin den deutschen Beitrag der europäischen Verbunddatenbank ENDEBIT dar, die im Rahmen des am IZEW koordinierten Europäischen Netzwerks zur Dokumentation der Ethik der Biotechnologie (ENDEBIT) erstellt wurde. Als Mehrwertdienst bietet die Dokumentationsstelle am IZEW einen Dokumentlieferdienstdienst aus den Beständen der hiesigen Bibliothek an. Auf der Website werden regelmäßig Neuerwerbungslisten veröffentlicht, die auch als Newsletter abonniert werden können. Darüber hinaus werden Linksammlungen und Materialien zu ausgewählten Themenbereichen erstellt.
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| Förderprogramm | 17 |
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