RMM sind häufige Grundvoraussetzung für die Zulassung von Biozidprodukten. Fehlende Leitlinien für deren Festlegung führen zur Vergabe sehr kleinteiliger und technischer RMMs, die für Verbraucher*innen nicht verständlich sind. Verständlichkeit und Umsetzbarkeit von RMMs sind aber essenziell für die sichere Verwendung von Biozidprodukten. - Ziel ist die Etablierung einer adressatengerechten Risikomanagementpraxis: Auflösen des Konflikts zwischen theoretisch-modellhafter Risikobewertung und derzeitiger Vergabe von nicht-umsetzbaren Risikominderungsmaßnahmen. - Es sollen Leitlinien entstehen zur Bestimmung von Voraussetzungen, unter denen die Verwendung von Biozidprodukten auf berufliche Verwender*innen (ggf. mit Zusatzausbildung) zu beschränken ist. Für Verbraucherprodukte soll ein adressatengerechtes Risikomanagementkonzept (z.B. Liste relevanter RMM) entwickelt werden, ggf. eine nationale Strategie. - Organisation und Leitung eines EU-Workshops zur Vorstellung und Diskussion möglicher Vorschläge; Präsentation in relevanten EU-Gremien (z.B. Coordination Group, CA-Meeting)
Im Pflanzenschutz wächst der Bedarf an zusätzlichen Risikomanagementmaßnahmen, um den durch die Anwendung von Pflanzenschutzmittel möglichen negativen Auswirkungen entgegenzutreten. Auch die Ergebnisse aus Überwachungsprogrammen (z. B. Kleingewässermonitoring) können Auslöser von zusätzlichen, z.T. lokalen Risikominderungsmaßnahmen sein. Doch wie wirksam sind diese Maßnahmen und können sie in einer quantitativen Umweltrisikobewertung berücksichtigt werden? Das UBA möchte den im Komplexitäts-Workshop vereinbarten 'Schritteprozess' zu besonderen Fragstellungen (z. B. zu spezifischen Techniken, Möglichkeiten pauschaler RMM oder der Ausweitung kompensatorischer Maßnahmen) mit Hilfe des Vorhabens begleiten und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gewinnen. Die Ergebnisse sollen in den geplanten Prozess und im Dialog mit der Landwirtschaft einfließen. Ziel ist letztlich eine Reduzierung der Umweltrisiken von Pflanzenschutzmitteln mittels wirksamer und praktikabler Risikominderungsmaßnahmen. Das Forschungsvorhaben besteht aus zwei Teilvorhaben: 3719654091 und 3719654092. Das Teilvorhaben 1 befasst sich mit konkreten Maßnahmen zum Schutz von Gewässern vor Wirkstoffeinträgen durch Oberflächenabfluss (Runoff) und Erosion. Ziel des Teilvorhabens 1 ist es, eine nationale Maßnahmensammlung an potentiellen Minderungsmaßnahmen mit belastbaren Reduktionsleistungen und Methodenvorschlägen zur Einstellung in die quantitative Risikobewertung für den Eintragspfad Runoff und Erosion in Deutschland zu erarbeiten, um eine Reduzierung der Umweltrisiken durch Einträge von Pflanzenschutzmitteln und somit einen höheren Schutz der Umwelt zu erreichen und gleichzeitig die Akzeptanz seitens der Anwender sowie die Kontrollierbarkeit durch die Pflanzenschutzdienste zu erhöhen.