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Die Weltnaturkonferenz CBD COP 15 und der Globale Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal - ein Meilenstein internationaler Umweltpolitik

Im Dezember 2022 haben die 196 Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) auf der Weltnaturkonferenz in Montreal eine globale Vereinbarung zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Natur verabschiedet. Der Globale Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework - GBF) hat den Anspruch, die weltweite Naturzerstörung zu stoppen und die dringend benötigte Trendwende zum Schutz von Arten und Ökosystemen einzuleiten. Der Beitrag beschreibt wichtige Inhalte des GBF und nimmt eine erste Bewertung vor. Der Verhandlungsverlauf hin zu einer Einigung wird erläutert, wobei die wichtigsten strittigen Verhandlungspositionen anhand von Beispielen dargestellt werden. Im Ergebnis ist der GBF ein robustes Rahmenwerk mit klarem Ambitionsniveau und einem vielversprechenden Umsetzungsmechanismus. Ein Ausblick macht deutlich, dass es jetzt auf eine erfolgreiche Umsetzung ankommt und nennt Potenziale, die diese ermöglichen können.

Stadtnatur-Plan: Lebensqualität, Klima und biologische Vielfalt zusammendenken!

Städte haben für den Biodiversitäts- und Klimaschutz eine doppelte Bedeutung. Durch Urbanisierung, Ressourcenverbrauch und Emissionen tragen urbane Gebiete zur Umweltzerstörung bei. Sie bieten aber auch die Chance, einer großen Anzahl an Menschen ein nachhaltiges Leben zu ermöglichen.

LfU begleitet Forschungskooperation zur Wiederherstellung der Flussökologie der Ahr

LfU begleitet Forschungskooperation zur Wiederherstellung der Flussökologie der Ahr Das LfU unterstützt mit seiner fachlichen Expertise das vorgesehene Monitoringnetzwerk der beteiligten Hochschulen zu den Folgen des Hochwassers in der Ahr. Forschungskooperation mit Land, Kreis, Stadt und mehreren Hochschulen beschlossen – Flussökologie wird wiederhergestellt – Zerstörte Flusslandschaften entstehen neu oder werden wiederaufgebaut „Die verheerende Hochwasserkatastrophe im Ahrtal wird ewig im kollektiven Gedächtnis der Rheinland-Pfälzer bleiben. Sie hat fürchterliches Leid für viele Menschen gebracht, aber auch eine gewaltige Naturzerstörung nach sich gezogen. Uferzonen wurden verwüstet, Biotope zerstört, Fauna und Flora des Flusses wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Folgen werden uns lange beschäftigen. Nun wird die Ahr wiederhergestellt. Eine Wiederaufbauarbeit die weithin Beachtung findet. Ich freue mich sehr, dass wir heute eine Forschungskooperation besiegeln, die eine wissenschaftliche Begleitung eines der wichtigsten Vorhaben zur Gewässerwiederherstellung in Deutschland ermöglicht. Eine ganze Flusslandschaft muss wieder neu entstehen“, erklärte Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder bei der Unterzeichnung eines Vertrags über eine Forschungskooperation. Kooperationspartner sind neben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, das Umwelt- und Klimaschutzministerium, der Landkreis Ahrweiler, die Universität Koblenz sowie die Hochschulen Koblenz und Trier samt dem Umwelt-Campus Birkenfeld. „Die Ahr war einst aufgrund ihrer Artenvielfalt ein Vorzeigegewässer in Rheinland-Pfalz, vor alle bei den wirbellosen Tieren. Die Flut hat die Gewässerökologie stark beschädigt, vereinzelt wurden aber auch eigendynamische Entwicklungen wie Inselbildung, Laufverzweigungen und naturnahe Uferstrukturen ausgebildet. Heute haben wir eine der größten Gewässerbaustellen der Republik. Neben dem Aufbau privater Gebäude, der öffentlichen Infrastruktur von Brücken, Straßen und der Bahn, der Infrastruktur von Wasser und Abwasser muss nun auch die Ahr wieder in einen guten Zustand versetzt werden. Für eine erfolgreiche und nachhaltige Gewässerwiederherstellung brauchen wir externe Begleitung und Impulse aus der Wissenschaft. Das Land nimmt daher zusätzliche Haushaltsmittel in die Hand. Für die Laufzeit von 6 Jahren sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen“, erläuterte die Ministerin. „Nach der Flutkatastrophe kommt der Gewässerwiederherstellung an der Ahr und ihren Nebenflüssen eine herausragende Bedeutung im Rahmen des Aufbaus im Landkreis Ahrweiler zu“, sagte Landrätin Cornelia Weigand (Kreis Ahrweiler). „Übergeordnetes Ziel ist es, den guten ökologischen Zustand der Gewässer wiederherzustellen und dabei auch gleichermaßen die Hochwasservorsorge zu berücksichtigen. Es soll keine Eins-zu-eins-Wiederherstellung erfolgen: Die Ahr und ihre Zuflüsse sollen künftig resilienter werden und für zukünftige Hochwasserereignisse aber auch für Zeiten mit Niedrigwasser besser gerüstet sein. Insgesamt fünf Ingenieurbüros haben eine Bestandsaufnahme der Schäden und Defizite vorgenommen und rund 1000 Einzelmaßnahmen zur Gewässerwiederherstellung vorgesehen. Damit zählt die Gewässerwiederherstellung der Ahr zu den umfangreichsten Gewässerwiederherstellungsmaßnahmen in Deutschland. Im Rahmen der gemeinsamen Kooperation und wissenschaftlichen Begleitung der Gewässerwiederherstellung an der Ahr bietet sich die Chance, dass auch andere Regionen in Deutschland modellhaft von dem Großprojekt an der Ahr lernen können.“ „Auch bei der Gewässerwiederherstellung Ahr bleibt der Schutz der Menschen in unserem Tal oberstes Gebot. Deshalb muss die Ahr künftig in ihrem gesamten Verlauf so gestaltet werden, dass ein hundertjährliches Hochwasser (HQ100) möglichst schadlos bis zur Mündung durchgeleitet werden kann“, erklärte Guido Orthen, Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Am Ende muss eine dem Hochwasserschutz dienende und ökologisch intakte Wiederherstellung der Ahr stehen. Diese übergreifende Aufgabe kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen, daher begrüßen wir die Forschungskooperation und engagieren uns gerne als Praxispartner.“ Projektkoordinator Prof. Stefan Stoll erklärte: „Basierend auf einem umfangreichen Monitoringprogramm werden wir in diesem Projekt ökologische Chancen und Risiken der in der Ahr notwendigen Wiederherstellungsmaßnahmen beleuchten und die Auswirkungen bereits abgeschlossener Maßnahmen messen. Wir beziehen in unseren Analysen auch die Veränderungen durch den Klimawandel mit ein, denn die Ahr soll nicht nur in einen guten ökologischen Zustand zurückversetzt werden, sondern gleichzeitig auch fit für die Zukunft gemacht werden.“ Der Professor für Interdisziplinären Umweltschutz am Umwelt-Campus Birkenfeld, der zur Hochschule Trier gehört, betonte die überregional Bedeutung: „Das Projekt wird nicht nur der Ahr zugutekommen, sondern es ist so angelegt, dass die Erkenntnisse übertragbar sind und auch im Gewässermanagement in anderen Flüssen in Rheinland-Pfalz angewendet werden können.“ Eine wichtige Rolle bei der Forschungskooperation spielt auch das Landesamt für Umwelt (LfU). Das LfU unterstützt mit seiner fachlichen Expertise das vorgesehene Monitoringnetzwerk der beteiligten Hochschulen zu den Folgen des Hochwassers in der Ahr. Dieses Monitoringnetzwerk wird in das bestehende Messnetz des Landesamtes zur Überwachung des gewässerökologischen Zustandes als ein verdichtetes und intensiv untersuchtes System integriert. Die bereits kurzfristig nach der Flut erhobenen gewässerökologischen Daten (2021-2023) stellt das LfU als Anknüpfungspunkt zur Verfügung. Als Mitglied im Projekt-Beirat ist das LfU darüber hinaus in die mehrjährigen Forschungsaktivitäten an der Ahr als Berater eingebunden und wird mit weiteren wasserwirtschaftlichen Daten und seiner Fachkompetenz unterstützen. Pressemitteilung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität vom 12.01.24

Nachhaltiges Palmöl – Probleme und Lösungsansätze

Nachhaltiges Palmöl – Probleme und Lösungsansätze Die Produktion von Palmöl geht häufig mit massiver Umweltzerstörung und der Verletzung von Menschenrechten einher. Die Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl in Produktion und Konsum ist nur schwer zu bedienen. Das Umweltbundesamt hat Initiativen näher betrachten lassen, die mehr Transparenz schaffen sollen, um Nachhaltigkeit sichtbar zu machen. Die Studie hat Verbesserungsbedarfe identifiziert. Anhand einer Desktopanalyse und Literaturrecherche wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes (⁠ UBA ⁠) eine Situationsanalyse der Palmölherstellung und den verbundenen Lieferketten erstellt. Diese skizziert die wesentlichen Treibergrößen für die problematischen Entwicklungen bei der Produktion und dem Handel von Palmöl. Zudem wurden sowohl Nachhaltigkeitsinitiativen und gesetzliche Regelungen als auch Akteure des Palmölsektors identifiziert. Perspektiven und Positionen der unterschiedlichen Akteursgruppen wurden beleuchtet. Die Ist-Darstellung wurde ergänzt durch eine kritische Analyse der Wirkungen existierender Zertifizierungssysteme. Um in Zukunft nachhaltige Produktionsweisen für Palmöl zu ermöglichen wurden in der Studie „Konsumentenorientierte Ansätze einer nachhaltigen Bereitstellung von Palmöl“ folgende Handlungsprämissen und Leitfragen abgeleitet: ► Agroforstsystem für Ölpalmen sollten weiter untersucht und gefördert werden. Dabei müssen sowohl die finanziellen Vorteile für die Kleinbauern als auch die soziale Akzeptanz und Maßnahmen für die Renaturierung sowie den Erhalt bestehender Ökosysteme berücksichtigt werden. ► Schaffung wirtschaftlicher Anreizstrukturen für eine diversere sozial-ökologisch ausgerichtete Palmöl-Mosaik-Landschaft durch gut konzipierte politische Maßnahmen. ► Gesamtverbrauchsreduktion von Palmöl in Kombination mit dem Ende von Palmöl als Biokraftstoff. Ein Hintergrundpapier gibt Fallbeispiele der öffentlichen Beschaffung in Deutschland auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene an, und zeigt Hürden auf, die der Integration von Nachhaltigkeitsanforderungen in der Praxis aktuell noch entgegenstehen. ► Wie kann Partizipation so gelingen, dass bestehende Machtstrukturen durchbrochen und nachhaltige Lösungen gefunden werden? ► Zertifizierung braucht gesetzliche Verbindlichkeit mit neuen, strengeren Regeln und unabhängig konzipierten, wirksamen Kontrollen und Sanktionen und kann in ihrer jetzigen Form nur ein kleiner Baustein in der notwendigen Transformation der Palmölproduktion sein. Die Ergebnisse machen deutlich, dass weiterhin großer Handlungsbedarf für nachhaltige Verbesserungen in der Produktion und dem Konsum von Palmöl besteht. Das UBA setzt sich auf verschiedenen Ebenen der Politikberatung, der Zertifizierung und Aufklärung dafür ein.

Phosphorpotenziale im Land Berlin

Phosphor ist ein für das Leben unersetzbarer essentieller Pflanzennährstoff und stellt einen limitierenden Faktor für das Biomassepotential des Planeten Erde dar. Unter den Bedingungen eines steigendenden Phosphorbedarfs durch Bevölkerungswachstum und vermehrten Fleischkonsum sowie abnehmender Rohstoffqualität der Phosphaterze, der andauernden Umweltzerstörung beim Rohphosphatabbau und -aufbereitung und wachsenden geopolitischen Unsicherheiten, muss die Ernährungssicherheit langfristig gewährleistet werden. In diesem Zusammenhang fördert das Recycling sekundärer Materialreserven, wie z.B. Phosphor die Stabilität der Rohstoffversorgung. Das Land Berlin hat im Abfallwirtschaftskonzept 2010 bis 2020 das Phosphorrecycling aus Klärschlämmen und Klärschlammaschen zum abfallwirtschaftlichen Ziel erklärt. In der Projektskizze werden die relevanten phosphorhaltigen Abfallströme im Land Berlin identifiziert, charakterisiert, bewertet sowie mögliche zukünftige Entsorgungswege generiert. Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt u.a. die hohe Relevanz des Phosphorrecyclingpotenzials bei Klärschlämmen und Klärschlammaschen, die zukünftig zu heben sind.

Junge Menschen in der Klimakrise

Die Studie "Junge Menschen in der Klimakrise" ist Teil von "Zukunft? Jugend fragen! 2021", einer Erhebung, die alle zwei Jahre im Auftrag des Umweltbundesamts und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz durchgeführt wird (BMUV, 2022). Der vorliegende Bericht stellt die Relevanz psychischer und emotionaler Belastungen in Zusammenhang mit Umwelt- und Klimathemen bei jungen Menschen dar. Es wird untersucht, ob und wie das Erleben der Klimakrise und von Umweltzerstörung junge Menschen belastet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Situation junger Klimaaktivistinnen und -aktivisten, welche zudem Belastung in ihrem Klima- und Umweltengagement erleben können. In der Studie wurden drei Forschungsmethoden kombiniert: eine systematische Literaturanalyse, die Analyse von Daten der repräsentativen Online-Befragung von â€ÌZukunft? Jugend fragen! 2021â€Ì sowie qualitative Interviews mit jungen Aktivistinnen und Aktivisten. Die Ergebnisse zeigen bezüglich psychischer und emotionaler Auswirkungen der drohenden Konsequenzen von Klimawandel und anderen Umweltproblemen, dass die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland stark von negativen Emotionen wie Angst, Trauer, Wut und Ungerechtigkeitsempfinden betroffen ist. Junge Aktivistinnen und Aktivisten können neben diesen Emotionen Belastungen im Kontext ihres Engagements für Klimaschutz erleben. Sich zu engagieren, kann sich dabei einerseits positiv auf ihr Wohlbefinden auswirken, etwa durch soziale Unterstützung oder ein Gefühl der Sinnhaftigkeit. Es kann jedoch andererseits durch den hohen Aufwand und das Ausbleiben gewünschter Handlungen von Politik und Gesellschaft auch eine zusätzliche Belastung darstellen ("Activism-Burnout"). Schließlich wurden Resilienzfaktoren, Bewältigungsstrategien und Unterstützungsangebote für belastete junge Menschen identifiziert. Neben einer ambitionierten Umwelt- und Klimapolitik, die den ökologischen Gefahren wirkungsvoll begegnet, können unterstützend Angebote zur Belastungsprävention und -bewältigung in Bildungsinstitutionen geschaffen und die politische Beteiligung junger Menschen gestärkt werden. Quelle: Forschungsbericht

Grüne Informationstechnik – Green IT

Grüne Informationstechnik – Green IT Digitalisierung kann helfen, den Energie- und Rohstoffbedarf zu senken – sie kann auch Klima und Umwelt zusätzlich belasten. Green IT trägt dazu bei, die Digitalisierung in umweltschonende Bahnen zu lenken, so dass Hardware, Software, Rechenzentren, Netze und digitale Dienste energieeffizient und umweltverträglich sind. Vieles, wofür wir vor einigen Jahren noch Gegenstände oder uns selbst von einem Ort an den anderen bewegen oder Material verarbeiten mussten, ist heute virtuell möglich und damit scheinbar dematerialisiert – die Fotos liegen in der Cloud statt im Fotoalbum, wir schreiben eine E-Mail oder Chatnachricht statt einen Brief, wir treffen uns in Videokonferenzen, statt zu einem Präsenztermin zu reisen. Mobile Übertragungsnetze, das Festnetz und Rechenzentren gehören längst zur kritischen Infrastruktur, denn sie sorgen unter anderem dafür, dass die Energie- und Wasserversorgung gesichert sind. Doch hinter jeder digitalen und virtuellen Anwendung verbirgt sich ein ganz realer Bedarf an Rohstoffen und Energie, der auch zu ⁠ Klimawandel ⁠ und Umweltzerstörung beiträgt. Die Fotos „in der Cloud“ sind in einem Rechenzentrum gespeichert. Der Server in diesem Rechenzentrum musste zunächst hergestellt werden und er braucht Strom für Betrieb und Klimatisierung. Das Gleiche gilt für Videokonferenz, E-Mail und alles Digitale. Auch das Notebook auf dem Tisch und das Smartphone in der Tasche wurden mit erheblichem Aufwand an Rohstoffen, Energie und Emissionen hergestellt. Wie groß ist der Bedarf an Rohstoffen und Energie tatsächlich? Dazu sind bisher nicht viele Daten verfügbar, und ihre Qualität ist oft mangelhaft. Ein Beispiel: Die Schätzungen für den weltweiten Energiebedarf von Rechenzentren für das Jahr 2020 reichen von 200 bis 1.000 Terawattstunden (⁠ TWh ⁠). (Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2020 insgesamt rund 500 TWh Strom erzeugt und ins Netz eingespeist.) Das heißt: Je nach Studie unterscheiden sich die Daten um den Faktor Fünf. Wegen dieser großen ⁠ Unsicherheit ⁠ sind weder Effizienzpotenziale noch Fehlentwicklungen leicht zu erkennen, was die Umweltpolitik in diesem Sektor erschwert. Das ⁠ UBA ⁠ arbeitet daran, die Datenlage zu verbessern. Welchen Beitrag kann Green-IT für eine ressourcensparende und energieeffiziente Digitalisierung leisten? Hardware wie Notebooks, Smartphones oder Desktop-Computer sollten so lange wie möglich genutzt werden. Denn der überwiegende Teil der klimaschädlichen Emissionen im Lebenszyklus beispielsweise eines Notebooks entsteht bei seiner Herstellung. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie wollten sich ein neues, sparsames Notebook anschaffen. In der Nutzung ist es sparsamer als Ihr altes Gerät, was Kohlendioxid-Emissionen spart. Doch bis sich der Aufwand für die Herstellung amortisiert hat, würde es mehrere Jahrzehnte dauern. Software ist zwar immateriell – doch sie bestimmt ganz wesentlich mit, wie viel Strom die Hardware verbraucht und wie lange sie genutzt werden kann. Rechenzentren haben eine wesentliche Rolle in der Digitalisierung. Ohne Rechenzentren keine Cloud-Anwendungen, kein Streaming, keine Videokonferenz, keine Kommunikation per E-Mail oder Messenger – kurz: kein Internet. Der Stromverbrauch der Rechenzentren ist durchaus beträchtlich. So geht beispielsweise rund ein Fünftel des Stromverbrauchs von Frankfurt am Main auf das Konto der in der Stadt ansässigen Rechenzentren. Die Übertragungsnetze bilden zusammen mit Rechenzentren das Internet. Ob Glasfasernetz, Kupferkabel oder Mobilfunk: ohne Datenübertragung keine Digitalisierung. Wie die Datenübertragung klima- und ressourcenschonender werden kann, ist Gegenstand unserer Forschung. Digitale Dienste , wie Videostreaming, Videokonferenzen oder Datenspeicherung „in der Cloud“, werden immer mehr genutzt. Wie groß die CO 2 -Emissionen durch digitale Dienste tatsächlich sind, hat ein Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes untersucht.

Migration, environment and climate change

The linkages between climate change, environmental degradation, and migration are complex and multidimensional, with environmental change affecting human mobility in multiple ways. This final report provides an overview of key findings and identified gaps in data and knowledge, national climate policies and strategies, project planning and funding, regional responses, and international policy processes, as well as recommended entry points for further research and action. The three other reports in the Migration, Environment, and Climate Change series evaluate the evidence base for policymaking in this area and provide entry points for response/action. The first report reviews the main literature findings to date, the second examines four key dimensions of environmentally induced migration in more detail, and the third looks at how climate change adaptation and finance responses/actions can be improved in the future. Veröffentlicht in Texte | 79/2021.

Umweltzerstörung, Klimawandel und Migration

Umweltzerstörung, Klimawandel und Migration Umweltveränderungen, Klimawandel und Umweltkatastrophen können Gründe für Migration sein oder diese indirekt beeinflussen. Da viele verschiedene Faktoren zu Migrationsentscheidungen führen, müssen sie spezifisch und fallbezogen betrachtet werden. Die resultierenden Handlungen müssen zudem immer das Wohl und die Rechte der betroffenen Menschen berücksichtigen. Im Forschungsvorhaben „Umweltzerstörung, ⁠ Klimawandel ⁠ und Migration: Synopse der Diskussion und Prognosen zur Migration und Flucht aus Gründen der Umweltzerstörung und des Klimawandels“ wurden verschiedene Migrationsfaktoren beleuchtet und folgende Kernaussagen herausgearbeitet: Umweltveränderungen führen nicht zwingend zu Migration, die ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Faktoren ist. Sie können eine gesteigerte Immobilität nach sich ziehen, wenn den Menschen die notwendigen Ressourcen fehlen, um zu migrieren. Allerdings deutet der Stand der Wissenschaft darauf hin, dass sowohl plötzlich auftretende, insbesondere jedoch die sich über einen längeren Zeitraum entwickelnde Umweltveränderungen – sei es die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen oder der steigende Meeresspiegel, mit zahlreichen Folgen wie zum Beispiel Bodenerosion, Wasserknappheit, Dürren, Überschwemmungen von dichtbesiedelten Metropolen – in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weltweit zu immer mehr Migration beitragen werden und es heute bereits tun Prognosen zur Zahl zukünftig Migrierender sind jedoch häufig methodologisch problematisch, da es kaum möglich ist, der Komplexität der Einflussfaktoren gerecht zu werden. Viele der Menschen, die von Umweltveränderungen besonders betroffen sind, werden nicht in der Lage sein, ihre Heimat zu verlassen. Das Gros der Migration findet derzeit weltweit vorwiegend innerhalb von Ländern und in benachbarten Regionen statt. Klimaanpassungsmaßnahmen und Katastrophenvorsorge können dazu dienen, die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf Menschen zu verringern, Lebensgrundlagen zu erhalten und so den Migrationsdruck zu reduzieren, Handlungsoptionen zu eröffnen, sowie Vertreibungen oder Umsiedlungen zu vermeiden. Durch eine Koordinierung mit den Maßnahmen zur Katastrophenrisikoreduktion können Klimaanpassungsmaßnahmen außerdem effektiver und ganzheitlicher umgesetzt werden. Zudem sind wirksame Bewässerungssysteme, Aufforstung, Versicherung von Ernteausfällen, Sichern von Ernährung, Gesundheit und Bildung, Infrastruktur etc. notwendig. Nur so bleiben Gebiete für Menschen länger oder idealerweise auf Dauer bewohnbar. Für nicht mehr habitable Regionen sollten als letzter Ausweg Umsiedlungsmaßnahmen durch rechtzeitige und partizipative Planung mit den Betroffenen unter Wahrung der Menschenrechte erfolgen. Auch der Schutz von Menschen während und nach einer Migration ist ein wichtiges Aufgabenfeld. In vier Publikationen wird der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Migration und menschlicher Mobilität näher beleuchtet: "Migration, environment and climate change: Literature" "Migration, environment and climate change: Impacts" " Migration, environment and climate change: Responding via climate change adaptation policy" " Migration, environment and climate change: Final report " Zudem steht die Dokumentation einer internationalen Fachkonferenz zur Verfügung, an der unter anderen auch Personen aus der Karibik, den Philippinen, dem Sudan, sowie Tuvalu, Vanuatu und Fiji (Pazifik) teilnahmen. Im Resultat zeigt sich, dass das der Zusammenhang von Umweltmigration und ⁠ Vulnerabilität ⁠ sowie die Faktoren, die Mobilität von betroffenen Menschen maßgeblich positiv oder negativ beeinflussen, weiter erforscht werden müssen. Dabei ist die Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten und der Austausch mit betroffenen Personen wichtig, um Maßnahmen adäquat zu gestalten und regionale Kooperation zu stärken. Vor allem die Analyse spezifischer Situationen ist notwendig, um Datenlücken zu füllen und adäquat auf Herausforderungen reagieren zu können.

Videovorlesungsreihe zu Klimawandel und Gesundheit

Videovorlesungsreihe zu Klimawandel und Gesundheit Welchen Einfluss haben Klimawandel und Umweltzerstörung auf die Gesundheit? Und was können in Gesundheitsberufen Tätige für den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels tun? Dies und mehr erläutern Expertinnen und Experten in 15 Videovorlesungen, die teilweise zum Nachhören und Nachlesen online stehen. Die Vorlesungsreihe wurde vom UBA über die Verbändeförderung unterstützt. In zwei Staffeln wurden insgesamt 15 überwiegend englischsprachige Vorlesungen zu je 90 Minuten von Mai 2020 bis Februar 2021 im Rahmen der Vorlesungsreihe „Planetary Health Academy“ der Deutschen Allianz ⁠ Klimawandel ⁠ und Gesundheit e.V. (KLUG) gehalten. Die Vorlesungsreihe richtete sich an Auszubildende und Berufstätige in den Gesundheitsberufen sowie alle weiteren Interessierten. Sie ist Teil des Projekts „Klimawandel und Gesundheit: Bildung für transformatives Handeln“, welches vom Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium im Rahmen der Verbändeförderung unterstützt wird. Ziel des bis Ende Februar 2021 laufenden Projekts war die Entwicklung und Umsetzung von Lernzielen und Bildungsformaten zum transformativen Handeln im Kontext ⁠ Klimaschutz ⁠ und ⁠ Klimafolgenanpassung ⁠ in der Ausbildung von Gesundheitsberufen.

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