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Marine Makroalgen (marine Chlorophyta, Phaeophyceae & Rhodophyta)

Groß- oder Makroalgen haben besonders in küstennahen marinen Ökosystemen eine außerordentlich wichtige Bedeutung: Sie dienen als Nahrung, Schutz- und Lebensraum für eine Vielzahl von Fischen und wirbellosen Tieren im Meer. Die Insel Helgoland ist Deutschlands Zentrum der Großalgenvielfalt. Insgesamt leben im deutschen Nord- und Ostseeraum 365 etablierte Großalgen-Arten, -Unterarten und -Varietäten aus den Gruppen der Grünalgen (Chlorophyta), Rotalgen (Rhodophyta) und Braunalgen (Phaeophyceae). Vor allem die großwüchsigen marinen Braunalgen werden auch als Tange oder Seetange bezeichnet. Einige von ihnen (meist Algen der Gattung Laminaria ) können Längen bis zu 45 Metern erreichen und die als „kelp forests“ bekannten Tangwälder bilden, z.B. vor den Felsküsten Kanadas, Argentiniens, Südafrikas und Australiens. Entlang der europäischen Atlantikküste bleiben die Seetangwälder meist niedriger, aber es gibt auch hier viele Algenarten, die großflächige, submarine „Buschlandschaften“ bilden können. Einige zu den Großalgen gerechnete Arten sind weniger groß und spektakulär; manche Rot- und Grünalgen bilden z.B. nur rasige Überzüge auf Steinen oder am Meeresboden, wie etwa die „Meersalate“ der Gattung Ulva . Manchmal werden Seegräser mit den Makroalgen verwechselt. Seegräser – auch die vollständig untergetaucht lebenden Arten – gehören aber zu den Blütenpflanzen. Algen brauchen Licht. Daher ist ihr Lebensraum auf Wassertiefen in der Gezeitenzone und im oberen Sublitoral beschränkt. Bis in welche Tiefe Algen vorkommen, hängt auch davon ab, wie trüb das Wasser ist. Meist wachsen sie bis ca. 20 Meter unter dem Meeresspiegel, können aber je nach Region auch noch in mehr als 100 Metern Tiefe vorkommen. Viele Arten brauchen Hartsubstrate als Wuchsflächen. Im deutschen Meeresraum liegt der Verbreitungsschwerpunkt deshalb rund um die Insel Helgoland (Nordsee) und an einigen Stellen der Ostsee. Im deutschen Wattenmeer finden sich nur relativ wenige Arten, vor allem Grünlagen. Außer an natürlichen Felsen findet man Makroalgen auch an Hafenbefestigungen oder Molen. Einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Algenpopulationen hat der Mensch: Zunehmende Nährstoffeinträge durch Landwirtschaft und Industrie haben das Artenspektrum in den Algenwuchsgebieten der Küstenzonen in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Bei Grünalgen ist es relativ einfach: Sie haben den grünen Farbstoff Chlorophyll in ihren Zellen, der den Algen Photosynthese ermöglicht und sie grün färbt. Bei Rotalgen ist es schon ein wenig komplizierter: Sie haben in der Regel rot färbende Phycoerythrine in ihren Zellen, die als Pigmente ebenso der Photosynthese dienen – aber nicht alle Rotalgen erscheinen deshalb auch rot. Manche wirken eher braun, schwarz oder sogar bläulich oder grünlich. Die meisten der einheimischen Rotalgen sind eher kleinwüchsig und bilden zarte „Bäumchen“ von wenigen Zentimetern Höhe. Auch bei den Braunlagen ist ein Farbstoff für die zumeist bräunliche, gelbliche oder beige Färbung verantwortlich: Fucoxanthin. Manche Braunalgen erscheinen aber auch olivgrün. Zu den Braunalgen gehört die in Deutschland bekannteste Großalgen-Gattung Fucus , zu der auch der Blasentang ( Fucus vesiculosus ) gehört, der oft an Hafenmauern oder Küstenschutzeinrichtungen zu finden ist und dunkel olivgrün gefärbt ist. In der aktuell gültigen Roten Liste der marinen Makroalgen Deutschlands sind von den 357 einheimischen Algentaxa (Arten, Unterarten, Varietäten) nur 121, also 34 %, der Algenflora ungefährdet. Bei 153 Taxa (43 %) ist die Datenlage nicht ausreichend, um die Gefährdung angemessen einschätzen zu können. Von den verbleibenden 23 % sind 7 % als bestandsgefährdet eingestuft und 8,5% als ausgestorben oder verschollen, 1 % stehen auf der Vorwarnliste und 6,5 % gelten als extrem selten. Gegenüber der vorhergehenden Roten Liste ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen. Für die nächste Überarbeitung der Roten Liste der marinen Makroalgen wird angestrebt, den Kenntnisstand zu verbessern, um die Zahl der Arten, deren Bestandsentwicklung eingeschätzt werden kann, zu erhöhen. Dazu finden bereits umfangreiche Recherchen und Vorarbeiten statt. (Stand Juni 2010) Schories, D.; Kuhlenkamp, R.; Schubert, H. & Selig, U. (2013): Rote Liste und Gesamtartenliste der marinen Makroalgen (Chlorophyta, Phaeophyceae et Rhodophyta) Deutschlands. – In: Becker, N.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Nehring, S. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 2: Meeresorganismen. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (2): 179–229. Die aktuellen Rote-Liste-Daten sowie die elektronische Publikation sind auch als Download verfügbar. Im Datenportal „Algen Deutschlands“ stehen darüber hinaus Beobachtungsdaten, Kartier-/Artenlisten und Verbreitungskarten zur Verfügung.

Tree Species - Sentinel-2 - Germany, 2016

The Tree Species Germany product provides a map of dominant tree species across Germany for the year 2016 at a spatial resolution of 10 meters. The map depicts the distribution of ten tree species groups derived from multi-temporal optical Sentinel-2 data. The input features explicitly incorporate phenological information to capture seasonal vegetation dynamics relevant for species discrimination. A total of over 100,000 training and test samples were compiled from publicly accessible sources, including urban tree inventories, Google Earth Pro, Google Street View, and field observations. The final product was created by majority-voting on annual XGBoost Sentinel-2 tree species classifications (2016–2024) and filtering with forest structure data. If no clear majority vote was achieved, the class uncertain was assigned. The Tree Species Germany 2016 product achieves an overall F1-score of 0.95. For the dominant species pine, spruce, beech, and oak, class-wise F1-scores range from 0.92 to 0.99, while F1-scores for other widespread species such as birch, alder, larch, Douglas fir, fir, and other deciduous species range from 0.85 to 0.96. The product provides a consistent, high-resolution, and up-to-date representation of tree species distribution across Germany. Its transferable, cost-efficient, and repeatable methodology enables reliable large-scale forest monitoring and offers a valuable basis for assessing spatial patterns and temporal changes in forest composition in the context of ongoing climatic and environmental dynamics.

Flechtenverbreitung im Siedlungsgebiet Koeln und Umgebung

Datensammlung zur Verbreitung bzw. Vorkommen epixyler und epipetrischer Flechten im Gebiet von Koeln und Umgebung. Langfristiges Ziel - Erstellung einer Verbreitungskarte dieser Flechten in Abhaengigkeit von Siedlungsdichte und Immissionsbelastung.

Tree Species - Sentinel-1/2 - Germany, 2022

The Tree Species Germany product provides a map of dominant tree species across Germany for the year 2022 at a spatial resolution of 10 meters. The map depicts the distribution of ten tree species groups derived from multi-temporal optical Sentinel-2 data, radar data from Sentinel-1, and a digital elevation model. The input features explicitly incorporate phenological information to capture seasonal vegetation dynamics relevant for species discrimination. A total of over 80,000 training and test samples were compiled from publicly accessible sources, including urban tree inventories, Google Earth Pro, Google Street View, and field observations. The final classification was generated using an XGBoost machine learning algorithm. The Tree Species Germany product achieves an overall F1-score of 0.89. For the dominant species pine, spruce, beech, and oak, class-wise F1-scores range from 0.76 to 0.98, while F1-scores for other widespread species such as birch, alder, larch, Douglas fir, and fir range from 0.88 to 0.96. The product provides a consistent, high-resolution, and up-to-date representation of tree species distribution across Germany. Its transferable, cost-efficient, and repeatable methodology enables reliable large-scale forest monitoring and offers a valuable basis for assessing spatial patterns and temporal changes in forest composition in the context of ongoing climatic and environmental dynamics.

Schlauchalgen (Xanthophyceae: Vaucheriaceae)

Die Schlauchalgen gehören zu den „Gelbgrünen Algen“ und sind eine relativ kleine, nicht sehr bekannte Algengruppe. Sie leben vor allem im Süßwasser, es gibt aber auch einige Arten, die im Meer oder sogar an Land vorkommen. Vielleicht erhöht sich deren Bekanntheit ja bald: 2021 hat die Deutsche Botanische Gesellschaft erstmals eine Schlauchalge zur „Alge des Jahres“ gekürt. Die Taxonomie der Gelbgrünen Algen ist noch immer nicht vollständig geklärt. Ihre Gattungen und Arten wurden früher allein nach morphologischen Merkmalen bestimmt und geordnet. Genetische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass dies nicht immer die wahren Verwandtschaftsverhältnisse abbildet. Aus der Familie der Vaucheriaceae sind weltweit nur etwa 75 Arten bekannt. Die aktuelle Gesamtartenliste der Schlauchalgen Deutschlands umfasst 45 etablierte Taxa (Arten, Varietäten und Formen) aus zwei Gattungen. Viele der Gelbgrünen Algen sind mikroskopisch klein und für das bloße Auge nicht sichtbar. Bei den Schlauchlagen der Gattung Vaucheria gibt es aber Arten, die gut erkennbare Rasen oder dünne Beläge aus miteinander verflochtenen Fäden bilden, auch wenn die einzelnen Fäden klein sind und maximal 0,2 mm Durchmesser haben. Die meisten Schlauchalgen sind dunkelgrün gefärbt, da sie über viele kleine Chloroplasten verfügen, in denen sich die für die Photosynthese wichtigen Chlorophylle befinden. Man findet Schlauchalgen beispielsweise auf feuchter Erde oder auf Schlamm am Ufer unterschiedlicher Gewässertypen. Etwa 30 % der in Deutschland vorkommenden Vaucheria -Taxa leben an Salzwasser-Standorten, 70 % im oder am Süßwasser. Die einzige in Deutschland nachgewiesene Art der Gattung Asterosiphon ( A. dichotomus ) lebt an Land, und zwar auf feuchten, offenen Bodenstellen. Die Vertreter der Gattung Vaucheria verfügen über eine weitere Besonderheit, die bei keiner anderen Gattung der Gelbgrünen Algen bisher sicher nachgewiesen ist: sie können sich, neben vegetativer Vermehrung, auch sexuell fortpflanzen. Die Merkmale der Fortpflanzungsorgane, die nur mikroskopisch erkannt werden können, sind für die Artbestimmung entscheidend. Um die wenig beachtete Algengruppe etwas populärer zu machen, haben die Algenfachleute der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Art Vaucheria velutina jetzt als erste Schlauchlage zur „Alge des Jahres“ gekürt. Vaucheria velutina ist ein Kosmopolit: Sie kommt in fast allen Weltmeeren vor, auch in Nord- und Ostsee. Als salzgebundene, lichtbedürftige Art siedelt sie bevorzugt in den Gezeitenzonen der Küsten, im Wattenmeer und in der Salzmarsch. Sie benötigt Weichsubstrat (z. B. Sand), um ihre typischen Bestände auszubilden. Bisher war die Alge nicht häufig. In der aktuellen Roten Liste der Schlauchlagen wird sie als selten aber ungefährdet eingeschätzt. Im warmen Sommer 2020 wurde jedoch vor der Insel Sylt ein viele Hektar bedeckendes Massenvorkommen von Vaucheria velutina entdeckt. Die Experten und Expertinnen diskutieren, wie, wann und weshalb es entstanden ist. Da die untersuchten Algen genetisch völlig einheitlich waren, wurde vermutet, sie könnten eingeschleppt sein; andererseits ist die Art in der Nordsee seit langem einheimisch. Auch die Frage, ob derartige Massenvermehrungen eine Gefahr für das Ökosystem darstellen oder nicht, kann im Moment nicht beantwortet werden. In der aktuell gültigen Roten Liste der Schlauchalgen wurden 45 Taxa bewertet. Davon wurden 33 (73 %) als ungefährdet eingeschätzt, 1 Art ( Vaucheria medusa ) gilt als gefährdet, bei 5 Arten (11 %) wurde eine Gefährdung unbekannten Ausmaßes festgestellt und bei den verbleibenden 6 Taxa (13 %) reicht die Datenlage für eine Bewertung der Gefährdung nicht aus. Keines der aus Deutschland bekannten Taxa wurde als extrem selten eingestuft oder in die Vorwarnliste aufgenommen. Es gibt aber viele Taxa (62 %), die als selten oder sehr selten gelten. Wenn man diese Ergebnisse mit anderen Artengruppen vergleicht, so lässt sich feststellen, dass es den Schlauchalgen nicht allzu schlecht geht. Viele limnische Arten profitieren davon, dass in den letzten Jahren ein Umdenken in Bezug auf Natur- und Gewässerschutz stattgefunden hat. Rückbau von Uferbefestigungen an Fließgewässern und die Schaffung von Schwemmflächen, die früher natürlicherweise existierten, tragen dazu bei, die Lebensbedingungen auch für diejenigen Schlauchalgen-Taxa zu verbessern, die auf entsprechende Feuchtstandorte angewiesen sind. Übrigens: Stärker „gefährdet“ als die Schlauchalgen selbst sind in Deutschland die Schlauchalgen-Fachleute. Es gibt hierzulande leider nur sehr wenige Expertinnen und Experten, die sich mit dieser Algengruppe gut auskennen. (Stand August 2015) Linne von Berg, K.-H. (2018): Rote Liste und Gesamtartenliste der Schlauchalgen (Xanthophyceae: Vaucheriaceae) Deutschlands. – In: Metzing, D.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 7: Pflanzen. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (7): 567–598. Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar. Im Datenportal „Algen Deutschlands “ stehen darüber hinaus Beobachtungsdaten, Kartier-/Artenlisten und Verbreitungskarten zur Verfügung.

Großpilze (Basidiomycota p.p. & Ascomycota p.p.)

Die Gruppe der Großpilze umfasst deutschlandweit mehr als 6.000 etablierte Arten und Varietäten. Einige Arten aus dieser Gruppe werden seit Jahrhunderten als Speisepilze gesammelt, anderen wird aufgrund ihrer Giftigkeit viel Aufmerksamkeit gewidmet. Den größten Anteil der Großpilze bilden jedoch Arten mit weit geringerem Bekanntheitsgrad, die meist nur von Expertinnen und Experten bestimmt werden können und für den Menschen meist ungenießbar sind. Um die Übersicht im komplexen Verwandtschaftsverhältnis der Echten Pilze zu behalten, werden die Großpilze von den Kleinpilzen abgegrenzt. Eine allgemein anerkannte Schwelle für die Unterscheidung gibt es derzeit noch nicht. Daher haben sich die Großpilz-Expertinnen und -Experten der Roten Liste auf einen durchschnittlichen Mindestdurchmesser der Fruchtkörper von 5 mm geeinigt. Viele Kleinpilze sind bislang so wenig untersucht, dass für sie noch keine Rote Liste erstellt werden kann. Das gilt für über 3.000 in Deutschland bekannte und für wahrscheinlich noch erheblich mehr, bisher unbeschriebene Arten. Viele Großpilzarten stehen in direktem Kontakt mit anderen Lebewesen. Über feine Pilzfäden, die sogenannten Hyphen, nehmen sie beispielsweise Kontakt zu Pflanzenwurzeln auf und leiten einen gegenseitigen Austausch mit Nährstoffen, Mineralien und Wasser ein. Von diesen, auch als Mykorrhiza bezeichneten, Verbindungen profitieren beide Lebewesen und es entsteht ein weiträumiges unterirdisches Austauschnetz. Eine Gefährdungsbewertung war bislang nur für etwa die Hälfte der in Deutschland bekannten Großpilzarten möglich, da zu vielen von ihnen keine flächendeckenden Bestandsdaten vorliegen. Etwa 800 Arten und Varietäten sind in Deutschland bestandsgefährdet und über 700 weitere sind extrem selten. Ausschließlich nach ökonomischen Belangen ausgerichtete Forstwirtschaft, die Aufgabe extensiver Grünlandbewirtschaftung sowie Emissionen aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr stellen für die Großpilze die größten Gefährdungsursachen dar. (Stand 23. April 2016) Dämmrich, F.; Lotz-Winter, H.; Schmidt, M.; Pätzold, W.; Otto, P.; Schmitt, J.A.; Scholler, M.; Schurig, B.; Winterhoff, W.; Gminder, A.; Hardtke, H.J.; Hirsch, G.; Karasch, P.; Lüderitz, M.; Schmidt-Stohn, G.; Siepe, K.; Täglich, U. & Wöldecke, K. (2016): Rote Liste der Großpilze und vorläufige Gesamtartenliste der Ständer- und Schlauchpilze (Basidiomycota und Ascomycota) Deutschlands mit Ausnahme der Flechten und der phytoparasitischen Kleinpilze. – In: Matzke-Hajek, G.; Hofbauer, N. & Ludwig, G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 8: Pilze (Teil 1) – Großpilze. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (8): 31–433. Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar. Im Datenportal „Pilze Deutschlands“ stehen darüber hinaus Beobachtungsdaten, Kartier-/Artenlisten und Verbreitungskarten zur Verfügung.

INSPIRE: Unconventional hydrocarbons (Nicht-konventionelle KW)

Nicht-konventionelle KW (INSPIRE) presents the results of the NiKo project according to data specifications Energy Resources (D2.8.III.20) und Geology (D2.8.II.4_v3.0). NiKo stands for „unconventional hydrocarbons“, „Nicht-konventionelle Kohlenwasserstoffe“ in German. In the NiKo project the Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR) has investigated the potential resources for shale oil and shale gas in Germany. The study was published in 2016 as a report titled „Schieferöl und Schiefergas in Deutschland – Ressourcen und Umweltaspekte“ (available in German only). The colloquial terms shale oil and shale gas refer to oil and natural gas resources in sedimentary shale rock formations, with high organic matter content. In the study, seven formations were identified to have a shale oil and/or gas potential in Germany and their distribution has been mapped in small scale. For each of the formations the organic-rich facies distribution is provided and, if appropriate, the regional potential resource distribution: Fischschiefer (Oligocene), Blättertone (Barremium - Lower-Aptian), Wealden (Berriasium), Posidonienschiefer (Lower-Toarcium), Middel-Rhaetium (Oberkeuper), Permokarbon (Stefanium - Rotliegend) und Lower Carboniferous (Upper Alaunschiefer (Kulm-Facies) + Kohlenkalk-Facies). Corresponding to the overview maps in the report two GML-files for these layers are provided, omitting however the sub-category “possible potential regions”. Bituminous facies distribution (0-5000 m Tiefe) – data specification Geology: GeologicUnit.Distribution_of_bituminous_facies.gml Distribution shale oil and shale gas – potential resources (1000 - 5000 m Tiefe) – data specification Energy Resources: FossilFuelRessource_Potential_resource_regions.gml The distribution maps of the potential resources for shale oil and gas are based on geoscientific criteria. Further non-geoscientific limiting criteria, e.g. exclusion areas, have not been taken into account for the assessment. These assessments are based on appraisements of input parameters naturally with large uncertainties for the potential resources and their distribution in the deep underground. Based on the incipient exploration status of unconventionals in Germany, these resources are considered as undiscovered. The assessed shale oil and gas resources for Germany, represent the order of magnitude of potential resources. Reference: BGR 2016 - Schieferöl und Schieferöl in Deutschland- Potenziale und Umweltaspekte https://geoportal.bgr.de/mapapps/resources/apps/geoportal/index.html?lang=de#/datasets/portal/105160

Rana temporaria Linnaeus, 1758 Grasfrosch Amphibien Vorwarnliste

Der Grasfrosch ist in ganz Deutschland verbreitet und in vielen Regionen durchaus die häufigste oder doch wenigstens eine der häufigsten Amphibienarten. Die TK25-Q Rasterfrequenz im Zeitraum 2000 bis 2018 ist nach der Rasterfrequenz der Erdkröte die zweithöchste (67,41 %). Dadurch fällt der Grasfrosch in die Kriterienklasse „sehr häufig“. Größere Regionen ohne ein Vorkommen gibt es kaum. Lücken können aber aufgrund mangelnder Erfassung scheinbar oder bei intensiver Landnutzung gelegentlich auch real bestehen. Das wird vor allem bei lokalen und regionalen Erfassungen deutlich, ist aber auch in nationalen Verbreitungskarten (DGHT 2018) feststellbar. Der langfristige Bestandstrend wird anders als in der letzten Roten Liste als sehr starker Rückgang bewertet. Die noch vergleichsweise häufige Art hat in den letzten 130 Jahren enorme Bestandseinbußen erlitten, die auf über 90 % geschätzt werden. Der Grasfrosch war vor der Intensivierung der Landwirtschaft auch auf Äckern, Wiesen und Weiden eine offenbar massenhaft vorkommende Art (z. B. Landois 1890, Landois et al. 1892). Auf Äckern sind Grasfrösche jedoch seit sehr langer Zeit nicht mehr zu finden und selbst im Grünland sind sie zu einer seltenen Erscheinung geworden. Beim kurzfristigen Bestandstrend wird von einer Abnahme der Bestände ausgegangen, deren Ausmaß jedoch unbekannt ist: Trotz dieser Unsicherheit schätzen fast alle Experten und Expertinnen der Bundesländer den kurzfristigen Bestandstrend als eindeutig negativ ein. Eine geeignete Methode, um zukünftig bessere Aussagen zum kurzfristigen Bestandstrend zu erhalten, wäre die Bestands- und Bestandsentwicklungsschätzung mittels Laichballenzählungen (Schlüpmann 1981, 1988). Insgesamt ergibt sich die aktuelle Einstufung in die Rote-Liste-Kategorie „Vorwarnliste“. Die geänderte Einschätzung des langfristigen Bestandstrends (RL 2009: „mäßiger Rückgang“), die mit der Berücksichtigung der genannten alten Quellen begründet wird, führt zu einer geänderten Gesamteinstufung der 2009 noch als „Ungefährdet“ gelisteten Art in die „Vorwarnliste“. Wie bei allen Amphibien spielt auch beim Grasfrosch der massive Verlust an Kleingewässern bis in die 1980er Jahre eine erhebliche Rolle (z. B. Ant & Bellinghoff 1980, Stangier 1988). Der Grasfrosch benötigt grasig-krautige Vegetation in seinen Landlebensräumen. In landwirtschaftlichen Gebieten findet er solche kaum noch. Äcker sind schon vor Jahrzehnten als Lebensraum ausgefallen. Auch die intensiv genutzten Wiesen sind als Lebensraum nahezu ungeeignet. Mechanisierung, Düngung und Pestizideinsatz sind ein bestehendes und offenbar immer noch wachsendes Problem für den Grasfrosch. In landwirtschaftlich geprägten Regionen sind die Rückgänge des Grasfroschs schon seit Jahrzehnten bemerkt worden (Schlüpmann 1981, Schlüpmann & Günther 1996). Dieser Trend hat sich mit der weiteren Intensivierung der Landwirtschaft verstärkt (Schlüpmann et al. 2011, Geiger et al. 2018 a, 2018 b). Durch diese Intensivierung, vor allem durch den Pestizideinsatz und die Düngung, hat ein massiver Habitat- und Strukturverlust eingesetzt, der die gesamte Biozönose inklusive des Beutetierspektrums betrifft. Daneben haben Grasfrösche beim Einsatz moderner Maschinen und Mäher kaum eine Überlebenschance. Auch die mechanisierte Forstwirtschaft, der Straßenverkehr, Aussetzungen von Fischen, die massiv angestiegenen Bestände des Wildschweins (Sus scrofa) und die gebietsweise vermehrte Prädation infolge der Ausbreitung des Waschbären (Procyon lotor) wirken sich negativ auf die Bestände aus. Bachrenaturierungen führten zu einem gebietsweise deutlichen Rückgang künstlicher Staugewässer und damit zu Verlusten von Laichhabitaten des Grasfroschs. Von Bibern (Castor fiber) geschaffene Stauteiche und deren Umgebung sind regional ein guter Ersatz (Dalback et al. 2014), doch reichen sie bislang nicht aus, um die beschriebenen negativen Entwicklungen landes- oder bundesweit auszugleichen. Auch die zunehmende Frühjahrstrockenheit ist für Laich und Larven des Grasfroschs vermehrt ein Problem. Die Erhaltung der Laichgewässer ist wie bei allen Amphibien auch für den Grasfrosch zentral. Beim Rückbau von künstlichen Staugewässern sollten, wo das möglich ist, Ruhewasserzonen in den Randbereichen der Bäche geschaffen werden. Staugewässer mit etablierten Amphibienpopulationen sollten solange erhalten werden, bis Ersatzlaichplätze zur Verfügung stehen. Extensiv genutzte Wiesen sowie Ackerrandstreifen sollten erhalten und gefördert werden. Breite Saumstrukturen an Wegen, stehenden und fließenden Gewässern sowie an Waldrändern müssen belassen werden. Von besonderer Bedeutung für den Schutz dieser Art ist, dass das Umpflügen solcher Strukturen verhindert wird. Die Pflege dieser Strukturen sollte extensiv erfolgen, ein Pestizideinsatz ist zu unterlassen und ein zurückhaltender Maschineneinsatz würde in vielen Fällen helfen.

Dipturus intermedius (Parnell, 1837) Großer Glattrochen Meeresfische und -neunaugen Daten unzureichend

In die vorliegende Rote Liste wurde die Art neu als etabliert aufgenommen. In der vorherigen Roten Liste (Thiel et al. 2013) wurden die inzwischen als Dipturus intermedius bezeichneten Bestände bei Dipturus batis mit eingeschlossen. Für die Verantwortlichkeitsanalyse in Bezug auf den Großen Glattrochen wurde berücksichtigt, dass die Art durch die IUCN derzeit weltweit als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft wird (IUCN 2023). Historisch umfasste die Verbreitung der Art den gesamten Nordostatlantik und das Mittelmeer (Zidowitz et al. 2017), so dass die deutschen Meeresgebiete danach im Hauptareal der Art liegen. In der Verbreitungskarte des Großen Glattrochens bei der IUCN (2023) werden nur im nördlichen Randbereich der deutschen Meeresgebiete Vorkommen der Art angenommen. Diese Darstellung berücksichtigt nicht die Modellierungen von Bache‑Jeffreys et al. (2021). Im Ergebnis dieser Modellierungen ist von einer relativ hohen Vorkommenswahrscheinlichkeit der Art in der südlichen Nordsee, einschließlich der deutschen Meeresgebiete, auszugehen. Der Bestandsanteil der Art beträgt in den deutschen Meeresgebieten weniger als 10% ihres Weltbestandes. Insgesamt ist Deutschland in besonders hohem Maße für die weltweite Erhaltung der Art verantwortlich. Die aktuelle Bestandssituation des Großen Glattrochens ist in den deutschen Meeresgebieten generell unklar. Möglicherweise ist die Art in Deutschland ausgestorben oder verschollen. D. intermedius wurde historisch allerdings nicht von D. batis getrennt; im Nachhinein sind die verfügbaren Informationen artbezogen kaum auflösbar. NORDSEE: Nach Einschätzung der OSPAR-Kommission (Status Assessment 2021) für die Region II (Greater North Sea) ist der Zustand des Großen Glattrochens schlecht (Poor). Der Fischereidruck wird als größte Gefährdungsursache für die Nordsee-Population der Art genannt. Seit 2009 ist es verboten, die Art in EU-Gewässern zu fischen und anzulanden, was die fischereiliche Sterblichkeit verringern dürfte. Der Große Glattrochen wird jedoch nach wie vor ungewollt wegen seiner Größe in der Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei mitgefangen (Zidowitz et al. 2017). Die Entwicklungsphase bis zur Geschlechtsreife dauert bei Glattrochen außergewöhnlich lange. Aufgrund ihrer Größe werden sie aber durch die Fischerei schon vor Erreichen der Geschlechtsreife als Beifang erfasst. In stark befischten Gebieten wird damit die Möglichkeit ihrer Reproduktion stark beeinträchtigt. NORDSEE: In der deutschen Fischereistatistik wurde diese Art auch als Theeben geführt. Nach Zidowitz et al. (2017) gab es auch in Schleswig-Holstein eine Fischerei auf die Art.

Phytoparasitische Kleinpilze (Basidiomycota p.p., Ascomycota p.p. & Peronosporales)

Das Reich der Pilze ist vielfältig – nicht nur im Hinblick auf die Artenvielfalt, sondern auch in den Lebensweisen und ökologischen Funktionen. Phytoparasitische Pilze sind Organismen, die auf oder innerhalb von lebenden Farn- und Blütenpflanzen wachsen und sich von diesen ernähren. Aus den in Deutschland vorkommenden wichtigsten Gruppen – den Brand-, Rost- und echten Mehltaupilzen sowie den falschen Mehltauen und Weißrosten – sind 1.324 etablierte Taxa bekannt. Von ihnen sind 1.196 Taxa einheimisch und 128, also fast 10 %, Neomyzeten. Die meisten phytoparasitischen Kleinpilze sind unauffällig. Anstelle der in Stiel und Hut gegliederten Fruchtkörper vieler Großpilze bilden sie an Blättern und Sprossen ihrer Wirtspflanzen oft nur abweichend gefärbte Flecken, Beläge, Krusten, Gallen oder Deformationen aus. Für die genaue Bestimmung der Arten ist es oft notwendig, Sporenmerkmale und andere Strukturen zu mikroskopieren. Eine hervorragende Hilfe bietet das Identifizieren der Wirtspflanzen, denn viele phytoparasitische Pilze wachsen nur auf einer oder wenigen Pflanzenarten. Mit dem Ausdruck ‚Parasit‘ wird schnell etwas Negatives verbunden. Wirt-Parasit-Beziehungen sind aber keine krankhafte und behandlungsbedürftige Ausnahme, sondern allgegenwärtig und von großer regulatorischer Bedeutung für die Ökosysteme. Selbst für seltene Pflanzenarten ist der Befall durch einen phytoparasitischen Pilz nicht existenzbedrohend – Wirt und Parasit stehen in einem ausbalancierten Gleichgewicht. Es handelt sich um Organismen, die in den Lebensgemeinschaften eine ebenso wichtige Rolle spielen können wie andere Pilze, Tiere und Pflanzen auch. Der Naturschutz hat den phytoparasitischen Kleinpilzen bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Der Anteil der vom Aussterben bedrohten Arten dieser Organismengruppe liegt bei 13 % und ist damit höher als bei den meisten anderen Tier-, Pflanzen- und Pilzgruppen. Insgesamt sind 34 % der Arten in ihrem Bestand gefährdet. Weiterhin sind mehr als 10 % bereits ausgestorben oder verschollen. Ungefährdet sind nur 40 % der in Deutschland einheimischen 1.196 Taxa. Bei 5 % reicht die Datenlage für eine Gefährdungseinstufung nicht aus. Wegen der engen Wirtsbindung sind viele Arten besonders dann gefährdet, wenn auch ihre Wirtspflanzen zurückgehen. Für ihre Rückgänge sind deshalb die gleichen Ursachen verantwortlich wie für die Rückgänge vieler Farn- und Blütenpflanzen. Dazu gehören die Nutzungsintensivierung in der Landwirtschaft, vor allem die Eutrophierung nährstoffarmer Standorte, die Aufgabe der Bewirtschaftung von ertragsarmen Flächen, die Entwässerung von Feuchtstandorten und die Aufforstung von Offenland. Eine weitere spezifisch auf Pilze wirkende Gefährdungsursache ist der großflächige Einsatz von Fungiziden auf Äckern und landwirtschaftlichen Dauerkulturen. Zusätzlich wirken sich Immissionen und Schadstoffeinträge über die Luft sowie die zunehmende Inanspruchnahme vormals nicht versiegelter Flächen durch Baumaßnahmen negativ auf die Bestände vieler Pflanzenpilze aus. (Stand Dezember 2019 [Daten], Februar 2021 [Taxonomie] ) Thiel, H.; Klenke, F.; Kruse, J.; Kummer, V. & Schmidt, M. (2023): Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands [Brandpilzverwandte (Exobasidiomycetes p.p., Ustilaginomycetes p.p.), Rostpilzverwandte (Kriegeriaceae p.p., Microbotryales, Pucciniales), Wurzelknöllchenpilze (Entorrhizaceae), Echte Mehltaupilze (Erysiphaceae), Falsche Mehltaue (Peronosporaceae p.p.) und Weißroste (Albuginaceae)]. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (5): 347 S. Im Datenportal Pflanzenpilze Deutschlands stehen darüber hinaus Beobachtungsdaten, Kartier-/Artenlisten und Verbreitungskarten zur Verfügung.

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