Aufgabenbeschreibung:
Das Ziel des Projektes ist die Reduktion der verunglückten Radfahrenden in der besonders auffälligen Zielgruppe der 11- bis 14-Jährigen. Um dies zu erreichen, wird ein Verkehrssicherheitsprogramm für die Zielgruppe entwickelt, das auf Beobachtungsverfahren, Selbstreflexion und Eigenverantwortung basiert. Das Verkehrssicherheitsprogramm wird anschließend in einem Pilotversuch an zwei kooperierenden Schulen durchgeführt und bzgl. seiner Wirkungen evaluiert. Es soll insbesondere das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für Gefahrenwahrnehmung beim Radfahren schärfen, was zu einem erhöhten Sicherheitsempfinden führt. Mit diesem Verkehrssicherheitsprogramm sollen kurzfristig bewusste Verhaltensänderungen erreicht werden, so dass infolgedessen langfristig die Zahl der mit dem Fahrrad Verunglückten zurückgeht.
gepl. Ergebnisverwertung:
Als Ergebnis des Forschungsprojekts entsteht ein Verkehrssicherheitsprogramm für die gesamte Zielgruppe. Bei positiven kurz- und langfristigen Effekten zum Fahrverhalten (insbesondere Erhöhung des Gefahrenbewusstseins) werden nachhaltig die Verkehrskonflikte und Fahrfehler und dadurch die Anzahl der verletzten und getöteten Radfahrenden im Alter von 11 bis 14 Jahren gesenkt. Das Endprodukt beinhaltet einen Leitfaden zur Programmdurchführung mit allen relevanten Informationen für die Lehrkräfte sowie sämtliche zur Durchführung benötigten Materialien (Programmvideos, Fragebögen, Unterlagen sowie Hinweise zum Datenschutz). Weiterhin entsteht durch die Betrachtung der Verkehrskonflikte als Beobachtungskriterium eine Methode, mit der die Wirkungen von Kommunikationsmaßnahmen zur Verkehrssicherheit evaluiert werden können. Das Verkehrssicherheitsprogramm wird so gestaltet, dass eine Übertragbarkeit auf andere Schulen und Schulumfelder sichergestellt und es somit in ganz Deutschland anwendbar ist. Dazu werden für das Verkehrssicherheitsprogramm verschiedene gewöhnliche Verkehrssituationen ausgewählt, in denen kritisches Verhalten auftritt (z. B. Fahren auf der falschen Straßenseite, Rotlichtverstöße). Weiterhin werden standardisierte Befragungsinstrumente sowie ein allgemeiner Leitfaden für die Durchführung des Programmes und zur Schulung der Lehrkräfte erstellt. Die Forschungsergebnisse und weitere im Projekt gewonnene Erkenntnisse fließen unmittelbar in verschiedene Lehrveranstaltungen ein. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Projektes für die Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingesetzt. Die wissenschaftliche Diskussion zum Thema Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen wird durch einen Beitrag in den Fachzeitschriften 'Zeitschrift für Verkehrssicherheit', 'Transportation Research' oder 'Transport Research Record' eingeleitet. Auf Tagungen und Konferenzen sollen die Ergebnisse und Erkenntnisse präsentiert werden (z.B. NRVK, Velocity, ICP).
Das Projekt wird gefördert vom (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020.
Im Rahmen des Vorhabens ist eine Prozess- und Ergebnisevaluation der Aktion 'Mobil mit Köpfchen', die seit 2004 durch den ADAC Nordbayern durchgeführt wird, geplant mit dem Schwerpunkt der Erarbeitung und Überprüfung von Effizienz und Optimierungsmöglichkeiten. Beginn der Aktion war 1998 mit dem ADAC Südbayern, wobei der Wirkungsbereich auf Südbayern begrenzt war. Zielgruppe sind Schüler der 11. Jahrgangsstufe an Gymnasien und Schüler der Berufsschulen. Auf Grund der gegenwärtigen Umweltsituation liegt dabei der besondere Augenmerk auf den sogenannten 'Phasing-out-Gebieten'. Ziel der Aktion ist es Informationen über verkehrsbezogene Umweltproblematik und im besonderen über die Aufklärung über Zusammenhänge zwischen Fahrverhalten und Emissionen zu erhalten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der praxisnahen Selbsterfahrung durch Demonstrationen an Auto und Motorrad. Die Nachfrage nach der Aktion in Südbayern lässt darauf schließen, dass die Aktion auch in Nordbayern sehr erfolgreich sein wird und dementsprechend eine lange Laufzeit haben wird; u.U. sogar zum Dauerbrenner wird. Umso wichtiger sind daher ein effizienter und an die Teilnehmer angepasster Aufbau und Ablauf des Projektes. Das Vorhaben entspricht den Bestimmungen der Europäischen Union zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt, so dass es im Rahmen des EFRE-Programms Bayern 2000-2006 (Maßnahme 3.1d 'Nachhaltige Maßnahmen im Technischen Umweltschutz') kofinanziert wird .
In einer Makroanalyse wird das Unfallrisiko von Radfahrern auf benutzungspflichtigen und 'anderen' Radwegen sowie auf Radfahrstreifen ermittelt. Ferner werden Unfallauffälligkeiten und Einflüsse entwurfstechnischer und betrieblicher Merkmale aufgezeigt. Auf Basis von Erhebungen zur benutzten Verkehrsfläche wird die Stärke des Radverkehrs als Bezugsgröße des Unfallrisikos ermittelt und untersucht, ob Radverkehrsanlagen mit geringerer Akzeptanz Auffälligkeiten des Unfallgeschehen aufweisen. Im Rahmen einer Mikroanalyse dienen Verfolgungsfahrten einer Herausarbeitung des Konfliktpotentials. Örtliche Befragungen von Radfahrern ermitteln die Kenntnis und die Bewertung der Verkehrsregelungen und Anlagen. Vertiefende Interviews arbeiten die verhaltensbezogenen Einstellungen und Einflüsse der Radfahr-Biographien heraus. Nach einer zusammenfassenden Bewertung gibt das Vorhaben Empfehlungen für die Planung und Verkehrsregelung auf Radverkehrsanlagen sowie für die Verkehrspädagogik und die Verkehrsaufklärung.