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Waldökosystemforschung in der Abteilung des Instituts für Ressourcenschutz am Ökologie-Zentrum (ICP-Forests)

Die Wälder der Erde haben eine grundlegende Bedeutung für die Zukunft der Menschheit. Sie bilden einen Großteil der Erdoberfläche und sind wichtiger Lebensraum der an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten. Wälder produzieren nutzbare Stoffe, regulieren Stoff- und Wasserfüsse, die CO2-Konzentration der Atmosphäre sowie das globale und regionale Klima. Der Schutz der Wälder ist von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Existenz der Menschen in sicher funktionierenden Beziehungen zwischen Ökosystemen und der Umwelt. Weil Waldökosysteme auch bei forstlicher Nutzung weitgehend selbstorganisiert funktionieren, sind sie ein spannendes Gebiet der Ökosystemforschung. Die Komplexität von Waldökosystemen ist eine Herausforderung für das Umweltmanagement schlechthin. Im Prinzip zielt es darauf ab, Störungen von Strukturen und Wechselwirkungen mit der Umwelt so gering wie möglich zu halten oder deren Folgen zu therapieren. Dies ist nur möglich, wenn Ökosysteme gesamtheilich betrachtet werden. Allgemeine Ziele von Ökosystemforschung sind deshalb vertieftes Verständnis der Systeme zu entwickeln, Kritische Zustände zu erkennen sowie Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Entwicklung aufzuzeigen. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich damit, Indikatoren für den Zustand von Ökosystemen zu finden, die Dynamik ihrer Umweltbeziehungen zu beschreiben und Grenzen der Belastbarkeit zu erkennen. Ziel ist es, auf systemtheoretischer Grundlage gesamtheitliche Vorstellungen über die Entwicklung von Ökosystems zu bekommen, und ihre Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen abzuschätzen. Voraussetzung dafür ist eine intensive Systembeobachtung. Datenbasis unserer Forschung an Wäldern bildet die Beobachtung eines depositionsbelasteten und stark versauerten Buchenwaldökosystems. Dementsprechend messen wir fortlaufend nicht nur die Einträge der atmosphärischen Deposition säurewirkamer Luftschadstoffe, Stoffkonzentrationen in der Bodenlösung und Stoffausträge, sondern auch andere Stressgrößen. Die Philosophie gesamtheitlich orientierterer Ökosystemforschung und ökologischer Umweltbeobachtung findet sich in verschiedenen Monitoring Programmen wieder (Schimming et al. 2010). Deshalb kooperiert das Ökologie-Zentrum in solchen Netzwerken und beteiligt sich wegen der weitgehenden Zielkonformität auch am Forstlichen Monitorings der EU. Der Beitrag besteht mit dem bereits genannten, sehr langfristig untersuchten Buchenwaldökosystem im traditionellen Untersuchungsgebiet des Ökologie-Zentrums zum Level II-Programm des ICP-Forests. Das Institut führt die Untersuchungen dort im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (MLUR) durch. Seitens des Ökologie-Zentrums Institute und eines Vorgängerprojektes existieren Datenreihen, die sich nunmehr mit einer Länge von mehr als 20 Jahren über einen weitaus längeren Zeitraum erstrecken, als seit Einrichtung des Level II-Programms im Jahre 1995 vergangen ist.

Dynamik, Variabilität und bioklimatische Effekte von niedrigen Wolken im westlichen Zentralafrika

Niedrige Wolken sind Schlüsselbestandteile vieler Klimazonen, aber in numerischen Modellen oft nicht gut dargestellt und schwer zu beobachten. Kürzlich wurde gezeigt, dass sich während der Haupttrockensaison im Juni und September im westlichen Zentralafrika eine ausgedehnte niedrige Wolkenbedeckung (engl. „low cloud cover“, LCC) entwickelt. Eine derart wolkige Haupttrockenzeit ist in den feuchten Tropen einzigartig und erklärt wahrscheinlich die dichtesten immergrünen Wälder in der Region. Da paläoklimatische Studien auf eine Instabilität hinweisen, kann jede Verringerung des LCC aufgrund des Klimawandels einen Kipppunkt für die Waldbedeckung darstellen. Daher besteht ein dringender Bedarf, das Auftreten, die Variabilität und die bioklimatischen Auswirkungen des LCC in westlichen Zentralafrika besser zu verstehen.Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein Konsortium aus französischen, deutschen und gabunischen Partnern aufgebaut, zu dem Meteorologen, Klimatologen und Experten für Fernerkundung und Waldökologie gehören. Die meteorologischen Prozesse, welche die Bildung und Auflösung der LCC im Tagesgang steuern, werden anhand von zwei Ozean-Land-Transekten auf der Grundlage einer synergistischen Analyse von historischen In-situ Beobachtungen, von Daten einer Feldkampagne und anhand von atmosphärischen Modellsimulationen untersucht. Die Ergebnisse werden mit einem kürzlich entwickelten konzeptionellen Modell für LCC im südlichen Westafrika verglichen.Die intrasaisonale bis interannuale Variabilität des LCC wird durch die Analyse von In-Situ-Langzeitdaten und Satellitenschätzungen quantifiziert. Unterschiede im Jahresgang des LCC (d.h. jahreszeitlicher Beginn und Rückzug, wolkenarme Tage) und die Ausdehnung ins Inland werden dokumentiert. Ansätze, die auf Wettertypen und äquatorialen Wellen basieren, werden verwendet, um intrasaisonale Variationen des LCC zu verstehen. Die Auswirkungen lokaler und regionaler Meeresoberflächentemperaturen auf die LCC-Entwicklung und ihre Jahr-zu-Jahr Variabilität werden bewertet, wobei statistische Analysen und spezielle Sensitivitätsversuche mit einem regionalen Klimamodell verknüpft werden.Schließlich wird der Einfluss von LCC auf die Licht- und Wasserverfügbarkeit bzw. die Waldfunktion anhand von In-Situ-Messungen untersucht. Die Ergebnisse werden mit Messungen aus der nördlichen Republik Kongo, wo die Trockenzeit sonnig ist, sowie mit einem einfachen Wasserhaushaltsmodells, das an die Region angepasst ist, verglichen. Die Wasserhaushaltsanalysen sollen die Kompensations- oder Verstärkungseffekte von Regen im Vergleich zur potenziellen Evapotranspiration, beide moduliert durch die LCC, auf das Wasserdefizit aufzeigen.Die Ergebnisse von DYVALOCCA werden zum ersten konzeptionellen Modell für Wolkenbildung und -auflösung im westlichen Zentralafrika führen und eine Hilfestellung für die Bewertung von Klimawandel-Simulationen mit Blick auf potentielle Kipppunkte für die immergrünen Regenwälder in der Region geben.

NSG und NATURA 2000-Gebiet Teufelsseemoor Köpenick

Der aus einem Toteisloch hervorgegangene Teufelssee weist eine ausgedehnte Schwimmblattzone auf, an die sich landwärts schmale Röhrichte anschließen. Im nahegelegenen Moor haben sich in nassen Bereichen Torfmoos-Seggen-Wollgrasriede ausgebildet. Vereinzelt kommen Sonnentau und Rosmarinheide vor. Wassermangel lässt im Moor jedoch zunehmend Kiefern und Birken wachsen, schließlich führt die Verlandung zur Ausbildung von Erlenbruchwäldern. Zahlreiche Gehölze wurden deshalb im Rahmen eines Umweltentlastungsprojekts der Berliner Forsten im Winter 2014/2015 aus den Moorflächen entnommen. Hierdurch wird die Verlandung des Moores verlangsamt und lichtliebende Arten wie der Sonnentau gefördert. Eine Besonderheit für Berlin ist, dass das Moor auf einem Steg überquert werden kann. Ein Naturlehrpfad und das Informationszentrum der Berliner Forsten bieten die Möglichkeit, Wissenswertes über das Moor, den Köpenicker Wald und seine Bewohner zu erfahren. Im Gebiet können sechs verschiedene Amphibienarten beobachtet werden, unter anderem Kammmolch und Moorfrosch. Auch Reptilien wie Ringelnatter, Wald- und Zauneidechse sowie die Blindschleiche sind hier heimisch. Das Teufelsseemoor lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Von der Gaststätte Rübezahl am Müggelsee gelangt man über den Müggelheimer Damm zum Teufelssee und dem Lehrkabinett der Berliner Forsten , wo man sein Wissen zur Moor- und Waldökologie vertiefen kann. Um den See und das ihn umgebende Moor ist ein Rundweg angelegt. Von dem 2016 fertig gestellten Steg sind interessante Einblicke in die unterschiedlichen Verlandungsstadien des Moores möglich. Man kann aber auch vom Langen See kommend die Müggelberge erklimmen und auf der Nordseite zum Teufelsmoor herabsteigen. Von der rund 30 Meter hohen Aussichtsplattform des Müggelturms südöstlich des Teufelssees bietet sich ein wunderschöner Rundumblick über den Müggelsee, die Müggelberge und den Langen See. Das zum Turm gehörende Restaurant ist seit Frühjahr 2017 wieder geöffnet und hält Erfrischungen und kleine Speisen für Turmbesteiger und Wanderer bereit. Ausflugstipps – Auf Försters Wegen Gebietscode DE 3547-302 Bei den Managementplänen, die wir zum Download anbieten, handelt es sich um PDF-Dateien mit großen Datenvolumen. Einige Dateien wurden zu einer PDF-Datei zusammengefügt. Die Dateien sind nicht barrierefrei.

Haselhuhn Lebensraum im Kirschen-Mittelwald

er starke Rückgang des Haselhuhns in Baden-Württemberg wird u.a. auf den Rückgang geeigneter Lebensräume in Niederwäldern zurückgeführt. Es wird untersucht, ob die Bewirtschaftung als Kirschen-Mittelwald eine wirtschaftliche Alternative zur Umwandlung eines Niederwaldes in Fichte oder Douglasie darstellt und gleichzeitig eine ökologische Alternative zur Bewirtschaftung als Niederwald. In Niederwäldern des mittleren Schwarzwaldes wurden hierfür im Frühjahr 1989 zwei Versuchsflächen mit weitständigem Kirschenanbau angelegt (Überführung Niederwald in Mittelwald). Auf diesen Flächen werden waldwachstumskundliche und forstbetriebliche Daten zur Herleitung betriebswirtschaftlicher Kenngrößen und ökologische Daten zur Evaluierung der Lebensraumqualität erhoben. Nachdem im Jahr 1995 eine erste Bilanz gezogen wurde (SUCHANT, R.; OPEKER, K.; NAIN, W. (1996): Der Kirschen-Mittelwald - ökonomische und ökologische Alternative für den Niederwald. Allg. Forst- u. J.Ztg., 167. Jg.7 S.139-148), sollen die Flächen weiterhin jährlich aufgenommen werden.

Entwicklung eines integrierten Betriebskonzeptes fuer einen oekologisch orientierten Waldbau in einem immissionsgeschaedigten Forstbetrieb - dargestellt am Beispiel des Klosterforstes Marienthal

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Fuer die Waelder der Waldgemeinschaft 'Kirchenforst Oberlausitz' wird eine naturnahe Bewirtschaftung angestrebt. Wegen massiver Immissionsschaeden ist ein den gegebenen Rahmenbedingungen angepasstes Betriebskonzept zu entwickeln. Dieses soll die Dynamik oekologischer wie oekonomischer Faktoren gleichermassen beruecksichtigen. Fuer die langfristige Bestockungsplanung, die mittelfristige Nachhaltssicherung und die operative Massnahmenplanung und Betriebsfuehrung sind Datengrundlagen, Entscheidungshilfen und Steuerungsinstrumente bereitzustellen. Gleichzeitig ist eine oekonomisch differenzierte Holzaufkommensprognose fuer das Biomassekraftwerk Ostritz abzuleiten. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden: Zur Gewinnung einer Datenbasis fuer betriebliche Planungen wird zunaechst ein angepasstes Inventurverfahren entwickelt. Eine permanente Stichprobeninventur ermoeglicht die Erfassung dynamischer Veraenderungen und naturnaher Waldstrukturen. Das entprechende Inventurdesign wird vom Institut entwickelt, in einem Teilbereich erprobt und dann auf der Gesamtflaeche durch die Waldgemeinschaft durchgefuehrt. Boden- und Nadelanalysen, die in Abstimmung mit der Saechsischen Landesanstalt fuer Forsten an ausgewaehlten Probepunkten durchgefuehrt werden, dokumentieren insbesondere den Einfluss der Immissionen auf Oekosystem und Betrieb. Ein geographisches Informationssystem dient der Integration und Auswertung flaechenbezogener Daten aus Standorts- und anderen Kartierungen sowie von Bestockungsinformationen aus Luftbildern. Damit lassen sich einerseits die bodenoekologischen Erkenntnisse mit Methoden der Regionalisierung auf die Gesamtflaeche uebertragen und andererseits koennen ueber eine variable Typenbildung Ergebnisse der Stichprobeninventur auf Waldbestaende bezogen werden. Durch die Ableitung von typenweisen Behandlungsprogrammen und die darauf aufbauende Simulation der weiteren betrieblichen Entwicklung wird die Gesamtplanung optimiert und eine operative waldbauliche Einzelplanung programmiert. Gezielt vereinfachte Bestandesbegaenge werden dann durch die Revier- bzw. Betriebsleiter in enger Zusammenarbeit mit dem Institut durchgefuehrt. Mit der Integration aller Inventur- und Planungsmodule in ein betriebliches Informationssystem soll dem Betrieb ein oekologisch ausgerichtetes Managementinstrument zur Verfuegung gestellt werden.

Waldschutzgebiete um Freiburg i. Br.

Der Geodatensatz enthält den räumlichen Geltungsbereich der Waldschutzgebiete in Freiburg und Umgebung. Waldschutzgebiete umfassen Bann- und Schonwälder und werden nach § 32 LWaldG von der höheren Forstbehörde per Rechtsverordnung ausgewiesen. Bannwälder werden nicht mehr bewirtschaftet und als sogenannte Totalreservate sich selbst überlassen. Schonwälder dienen dagegen der Erhaltung eines bestimmten Waldtyps mit typischen Tier- und Pflanzenarten und werden dem Erhaltungsziel entsprechend bewirtschaftet. Die Daten sind ein Auszug aus dem Datensatz von ForstBW, die unter OpenData Lizenz veröffentlicht sind. Datenquelle: LFV, www.landesforstverwaltung-bw.de

Luchs Koda wurde im Pfälzerwald ausgewildert

Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) soll genetische Vielfalt des rheinland-pfälzischen Luchsbestandes langfristig sichern Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen. „Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten“, sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider, die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. Luchskuder Koda wurde im Mai 2025 im Tiergarten Nürnberg geboren. Im Februar dieses Jahres zog er in ein Koordinationsgehege des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort auf seine Auswilderung vorbereitet zu werden. „Wir freuen uns sehr darüber, dass nun ein Nürnberger Luchs einen Beitrag zum Erhalt Europas größter Katzenart im Pfälzerwald leistet. Auch diese Auswilderung zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Zoos im Natur- und Artenschutz spielen“, sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg. Das Projekt zur Nachzucht der Luchse wird von der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) und dem Netzwerk Linking Lynx koordiniert. Koda soll sich mittelfristig in der Luchspopulation im Pfälzerwald mit Weibchen paaren und sich dadurch genetisch in die bestehende Population einbringen, um deren Diversität zu stärken. Die Luchspopulation im Biosphärenreservat umfasste rund 20 Gründertiere. Nach anfänglich positivem Trend führten Zufallsereignisse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen, zu einem erhöhten Inzuchtrisiko – verwandtschaftliche Paarungen und teils nicht überlebensfähige Jungtiere sind bereits dokumentiert. „Um dem entgegenzuwirken sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein bis zwei genetisch passende Luchse ausgewildert werden“, so Christine Schneider. „Die genetische Entwicklung wird analysiert und bei Bedarf kann das Projekt über weitere zehn Jahre fortgesetzt werden.“ Die Integration und Reproduktion der Tiere werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Die systematische Sammlung und Analyse von Kot-, Haar- und Gewebeproben sollen Aussagen über die genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse ermöglichen, die die Basis für weitere Auswilderungen geben. Über die Freilassungsorte wird situativ entschieden. Alle fünf Jahre wird das Projekt hinsichtlich seines Maßnahmenerfolgs und weiterer notwendiger Schritte evaluiert.

Stellenausschreibung_Forst_LG.2.2__2026_m._Datenschutz_u._Anlagen.pdf

• Sie haben Lust auf einen sicheren und abwechslungsreichen Job in der Forstverwaltung Sachsen-Anhalt • Sie wollen eine individuelle praktische Ausbildung und • Sie möchten die Wälder in Sachsen-Anhalt schützen, pflegen sowie das arten- und strukturreiche Ökosystem Wald erhalten? Dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir suchen zum 01.06.2026 Forstreferendarinnen/ Forstreferendare (m/w/d) Wir bieten Ihnen: • Eine Einstellung in den zweijährigen Vorbereitungsdienst unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf als Forstreferendar/ Forstreferendarin (m/w/d), vorbehaltlich des Vorliegens der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen, • Den Erwerb der Laufbahnbefähigung für den Forstdienst, Laufbahngruppe 2, 2. Einstiegsamt, • Ausbildung im Landesforstbetrieb und Landeszentrum Wald, • Lehrgänge in Verwaltungs- und Umweltrecht, Forstfachliche Lehrgänge, • Anwärterbezüge der Besoldungsgruppe A 13 Landesbesoldungsgesetz gemäß der Anlage 7 zu § 51 Landesbesoldungsgesetz und • Gemäß § 51a Landesbesoldungsgesetz einen Sonderzuschlag in Höhe von 30 Prozent des Anwärtergrundbetrages. Eine Übernahme nach erfolgreicher Beendigung des Vorbereitungsdienstes in den Dienst des Landes Sachsen-Anhalt ist beabsichtigt, sofern die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen dafür im entsprechenden Haushaltsjahr gegeben sind. Mögliche Einsatzbereiche bestehen in den Betriebsleitungen oder als Referentin/ Referent in der Forstverwaltung. Sie erfüllen folgende zwingende Voraussetzungen: Zum Vorbereitungsdienst kann zugelassen werden, wer • die persönlichen Voraussetzungen für die Einstellung ins Beamtenverhältnis auf Widerruf im Sinne des § 7 Beamtenstatusgesetz erfüllt, • einen Master- oder einen Diplomabschluss einer wissenschaftlichen Hochschule oder einen akkreditierten Master-Abschluss einer Fachhochschule jeweils in einer forstwissenschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Fachrichtung mit folgenden Studieninhalten nachweist: Botanik, Zoologie, Bodenkunde oder Standortlehre, Waldbau oder Waldökologie, • • • • Forstnutzung und -technik, forstlicher Arbeitslehre, forstlicher Betriebswirtschaftslehre, Wildtiermanagement und Jagd, Waldschutz, Forsteinrichtung, Naturschutz und Forstrecht (Nachweis durch Abschlusszeugniskopie), bei Master-Abschlüssen muss auch das grundständige Studium in einem Studiengang einer forstwissenschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Fachrichtung abgeschlossen worden sein, einen gültigen Jahresjagdschein nach § 15 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes und eine Fahrerlaubnis der Führerscheinklasse B besitzt und den besonderen körperlichen und gesundheitlichen Anforderungen des Forstdienstes gem. Anlage 1 der Durchführungshinweise Forstdiensttauglichkeit entspricht und diese Eignung in der beigefügten Erklärung (siehe Anlagen der Ausschreibung) bekundet und bereit ist, das Referendariat an wechselnden Dienstorten durchzuführen. Für jene Bewerbenden, die nach dem Abschluss des Auswahlverfahrens für eine Einstellung in Betracht kommen, wird gemäß § 8b LBG LSA eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz zur Prüfung der Verfassungstreue gestellt. Außerdem werden erwartet: • Sie haben Interesse am Umgang mit Rechtsvorschriften, an gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen und daran, für das Gemeinwohl zu arbeiten, • Sie besitzen soziale Kompetenz, Teamfähigkeit sowie Zielstrebigkeit und • Sie besitzen die Flexibilität und das Interesse, die vielfältigen Einsatzbereiche der Landesverwaltung kennenzulernen. • Sie verfügen über gute Kenntnisse in Englisch in Wort und Schrift (wünschenswert). Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bewerben Sie sich bitte bis zum 09.02.2026 über das Online-Bewerbungssystem Interamt unter der Stellenangebots-ID: 1399932 Dem Ministerium liegt der nachhaltige Umgang mit Ressourcen besonders am Herzen. Bewerben Sie sich deshalb bitte ausschließlich online über das Stellenportal für den öffentlichen Dienst - Interamt.de - über den Button „Online bewerben“. Über den Komfort und die Vorteile einer Online-Bewerbung erhalten Sie hier genauere Informationen. Nähere Informationen zur Registrierung entnehmen Sie bitte dem dort eingestellten Hinweis-Text. Füllen Sie bitte dort den Bewerbungsbogen vollständig aus und laden folgende Anlagen als pdf-Dokument hoch: • Zeugniskopien der Studienabschlüsse (einschließlich Fächer- und Notenübersicht) oder letzter Notenspiegel, wenn das Zeugnis noch nicht vorliegt, • bei einem ausländischen Hochschulabschluss ist eine Zeugnisbewertung durch die ZAB vorzulegen • Tabellarischer Lebenslauf, • Kopie des gültigen Jahresjagdscheins, • Kopie der Fahrerlaubnis der Führerscheinklasse B, • persönliche Erklärung (Selbstauskunft) über die Ausbildungstauglichkeit gemäß § 26 Abs. 1 Nr. 4 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Laufbahn Forstdienst der Laufbahngruppe 2 des Landes Sachsen-Anhalt (siehe Anlagen) und • ggf. Nachweis der Schwerbehinderung oder Gleichstellung. Nach der entsprechenden Vorauswahl finden die Auswahlgespräche voraussichtlich in der 10. KW 2026 statt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Warnke (Tel: 0391/567 4373) oder an Frau Mietko (Tel: 0391/567 4375). Es wird darauf hingewiesen, dass Kosten, die in Verbindung mit der Bewerbung entstehen, nicht erstattet werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten strebt eine weitere Erhöhung des Frauenanteils an und ist an Bewerbungen von Frauen besonders interessiert. Schwerbehinderte und diesen Gleichgestellte werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt. Ein Nachweis ist beizufügen. Bitte beachten Sie folgende Hinweise: Datenschutzhinweise zur Datenverarbeitung im Bewerbungsauswahlverfahren Sie sind Bewerber (m/w/d) in einem Auswahlverfahren des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt (MWL), in dessen Rahmen das MWL Ihre personenbezogenen Daten verarbeitet. Das MWL informiert Sie mit diesen Hinweisen darüber, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, bei wem sie erhoben werden und wofür diese Daten verwendet werden. Zudem werden Sie über Ihre Rechte in Datenschutzfragen in Kenntnis gesetzt und darüber informiert, an wen Sie Anfragen und Beschwerden richten können. 1. Verantwortlicher, Datenschutzbeauftragte und Aufsichtsbehörde a) Verantwortlicher im Sinne von Art. 4 Nr. 7 Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ist das MWL: Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt Hasselbachstraße 4 39104 Magdeburg Tel.: (0391) 567 – 01 E-Mail: poststelle@mw.sachsen-anhalt.de Innerorganisatorisch verantwortlich für die Datenverarbeitung im Bewerbungsauswahlverfahren ist die Abteilung 1, Referat 12.

Katrin Eder: „Dem Wald geht es erstmals seit sieben Jahren wieder besser: Klimaschutz und Baumartenvielfalt sind die wichtigsten Heilmittel“

Klimaschutzministerin Katrin Eder stellt jährlichen Waldzustandsbericht vor – Auswirkungen der letzten trockenen Jahre sowie Luftschadstoffe machen Bäumen zu schaffen – 18,6 Prozent der Bäume haben keine Schäden. Als Schäden gelten Blattverfärbungen bis hin zu abgestorbenen Bäumen „Nur wenn wir unsere Wälder widerstandsfähig machen und gleichzeitig das Klima schützen, können alle Menschen auch in Zukunft von den Leistungen des Waldes profitieren. Unsere Wälder sind Wasser-, Luft- und Klimaschützer sowie Erholungsraum. Schutz und Bewirtschaftung unserer Wälder setzen gleichermaßen fundiertes Wissen über den Waldzustand voraus. Dieser wird seit über 40 Jahren wissenschaftlich untersucht und dokumentiert, wie es um unsere häufigsten Baumarten steht. Das ermöglicht uns Aussagen, wie sich Bäume anpassen und verändern, wie sie mit Trockenheit, Luftschadstoffen und Schädlingsbefall zurechtkommen – und wie die Forstleute darauf reagieren können, um unsere Wälder beim Gesundbleiben zu unterstützen“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder am heutigen Montag in Mainz bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2025. „Dieses Jahr gibt es erstmals seit 2018 wieder eine positive Nachricht: Dem Wald geht es besser. 18,6 Prozent der Bäume sind ohne sichtbare Schadmerkmale: Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Umgekehrt heißt das aber auch, dass 81,4 Prozent der Bäume Schadmerkmale aufweisen, die vor allem Klimawandel bedingt oder auf Schadstoffe zurückzuführen sind“, so Eder. „Vor allem der Buche, der Baumart, die in Rheinland-Pfalz am häufigsten vorkommt, geht es wieder besser. Rund 21 Prozent der Buchen sind vital, im vergangenen Jahr waren noch 90 Prozent der Buchen geschädigt.“ Das heißt, sie hatten weniger Blätter als üblich und konnten dadurch weniger wachsen. Außerdem wiesen sie abgestorbene Äste auf, zum Teil auch ganze abgestorbene Kronenteile. Ursache für den schlechten Zustand vieler Bäume ist vor allem der Klimawandel. Auch wenn dieses Jahr feuchter war, reichte das vor allem in der Rheinebene für viele Bäume nicht aus, um sich zu erholen. Gleichzeitig können sich gestresste Bäume weniger gut gegen Schädlingsbefall wehren. Neben dem Borkenkäfer spielen hier auch eingeschleppte Neobiota eine Rolle. Das Eschentriebsterben wird zum Beispiel durch einen neobiotischen Pilz aus Ostasien, dem Falschen Weißen Stengelbecherchen, verursacht. Häufig wird der Wiederaustrieb bei Eichen durch den neobiotischen Eichenmehltau befallen. Bedeutsam ist darüber hinaus auch weiterhin die Belastung der Wälder durch Luft-schadstoffe. Zwar sind die Einträge an Schwefel und Schwermetallen deutlich zurückgegangen, allerdings ist der Ausstoß immer noch zu hoch. Auch die Stickstoffeinträge übersteigen weiterhin für die Mehrzahl unserer Waldökosysteme die Schwellenwerte der Ökosystemverträglichkeit (s. S. 31) Die Schadstoffe kommen vor allem aus dem Verbrennen fossiler Energien. „Vor allem die Bereiche Energie und Verkehr müssen deutlich klima- und damit waldfreundlicher werden. Dies zeigt der Waldzustandsbericht sehr eindrücklich. Untersuchungen zeigen, dass sich diese Stoffe beispielsweise in den Blättern ansammeln und für Verfärbungen sorgen, wodurch die Bäume weniger wachsen“, so Eder. Um neben Klimaschutzmaßnahmen dem Wald darüber hinaus zu helfen, unternimmt Landesforsten Rheinland-Pfalz eine Reihe von Anstrengungen: Bereits jetzt sind 85 Prozent unserer Wälder Mischwälder, über 95 Prozent der Bäume stammen aus Naturverjüngung. Das heißt, sie wurden nicht gepflanzt, sondern deren Samen ist von Natur aus im Wald aufgegangen. Werden Bäume gepflanzt, passiert das unter genauen Vorgaben. So dürfen nur 20 Prozent der Bäume nicht heimisch sein, etwa die Douglasie und die Roteiche. So kann sich das Ökosystem Wald besser an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen. „Um die Klimaschutzwirkung des Waldes in Rheinland-Pfalz weiter zu stärken haben wir in diesem Jahr die Wald-Klima-Offensive gestartet. Mit den vier Bausteinen Aufforstung von regionalen Klimaschutzwäldern beispielsweise im waldarmen Rheinhessen oder in der Rheinpfalz, klimaresiliente Waldentwicklung durch Baumartenvielfalt, Wasserrückhalt etwa durch den Verschluss von Gräben, Renaturierungen von Rückegassen und CO2-Bindung durch Holzbau verfolgen wir weiterhin konsequent das Ziel, um unsere Wälder zu bewahren und ihnen zu helfen“, so Klimaschutzministerin Eder. Was ist der Waldzustandsbericht? Auf rund 75 Seiten gibt der Waldzustandsbericht jedes Jahr seit 1984 Aufschluss über das Ausmaß und Vorhandensein von Schädlingen und Baumkrankheiten sowie darüber, wie sich die Erderhitzung und Luftschadstoffe auf die Baumgesundheit auswirken. Dazu werden unter der Leitung der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) mit Sitz in Trippstadt jährlich die gleichen Bäume untersucht. Über alle Waldbesitzarten hinweg sind das insgesamt 3.648 Stichproben-Bäume in 152 Wäldern. Diese sind entsprechend markiert und kartiert. Alle Bäume sind über ein gleichmäßiges Raster, das sich über ganz Rheinland-Pfalz erstreckt, verteilt. Ist ein Baum nicht mehr da, etwa, weil er abgestorben ist, wird ein Nachbarbaum genommen. So lassen sich Aussagen über alle Waldregionen und Höhenstufen von der Rheinebene bis in die Höhen des Hunsrücks darüber treffen, wie sich einzelne Bäume verändern und gegebenenfalls auch anpassen. Die Daten werden dem Bundeslandwirtschaftsministerium gemeldet, das wiederrum jährlich einen Gesamtbericht für Deutschland veröffentlicht. Was sind die wesentlichen Ergebnisse des diesjährigen Waldzustandsberichtes? Insgesamt sind immer noch 81,4 Prozent der Bäume in den rheinland-pfälzischen Wäldern geschädigt. Zum Vergleich, 2024 waren es 87,5 Prozent, vor zehn Jahren allerdings nur 72,6 Prozent und zu Beginn der Erhebung 1984 nur 40,8 Prozent. Insgesamt gibt es fünf Kategorien – von keine Schadmerkmale bis abgestorben. Der Anteil der deutlich geschädigten Waldbäume erreicht 2025 mit rund 36 Prozent circa 18 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und damit einen ähnlichen Wert, wie im ersten Hitze- und Dürrejahr 2018. Seit 2018 sind die Auswirkungen der Erderhitzung im Wald immens, zuvor starben kaum Bäume ab. Dies ist das erste Jahr, im dem es dem Wald wieder etwas besser geht. Dies ist vor allem durch den feuchten Witterungsverlauf begründet. Insgesamt sind es mit 18,6 Prozent sechs Prozentpunkte an Bäumen mehr als im Vorjahr, die absolut vital sind, also keine Schadmerkmale wie Blattverfärbungen, lichte Kronen oder ähnliches aufweisen. Bei Eiche und Buche wurden Verbesserungen des Kronenzustands festgestellt. Insgesamt wurden an zehn Prozent der Eichen keine Schadmerkmale gefunden. Bei der Buche liegt dieser Anteil bei 21,1 Prozent. Die Buche ist die am häufigsten vorkommende Waldbaumart. Ihr Anteil liegt bei rund 23 Prozent, gefolgt von der Eiche mit rund 21 Prozent. An der Fichte klingt die Borkenkäferkalamität nun deutlich ab: Mit 2,7 Prozent ist die Ausscheiderate – also die Mortalität der Probebäume – nach sechs Jahren erstmals wieder unter dem langjährigen Durchschnitt der Zeitreihe. Dennoch sind Fichten und Kiefern weiterhin jene Bäume, die am häufigsten absterben. Bei Betrachtung der Zeitreihe ab 1995 zeigen sich nur einzelne Jahre mit höheren Werten, ansonsten Werte nahe der Null-Linie. Die Absterberate war bis 2018 unauffällig und unbedeutend. Ab dem Jahr 2019 ändert sich das Bild. Die extremen Borkenkäferschäden bei der Fichte führten zu wesentlich höheren Werten. Ab dem Jahr 2021 ist dann auch die Absterberate bei Kiefer und Buche und ab 2023 bei der Eiche auffällig erhöht. Den aktuellen Waldzustandsbericht finden Sie unter https://fawf.wald.rlp.de/veroeffentlichungen/waldzustandsbericht

Luchs Koda wurde im Pfälzerwald ausgewildert

Projekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) gemeinsam mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) soll genetische Vielfalt des rheinland-pfälzischen Luchsbestandes langfristig sichern Erstmals seit dem Abschluss des LIFE-Wiederansiedlungsprojekts (2016-2021) wurde wieder ein Luchs in Rheinland-Pfalz ausgewildert. Der Kuder (Luchsmännchen) namens Koda stammt aus einem speziellen Nachzuchtprogramm von Luchsen zur Auswilderung im Freiland, an dem der Tiergarten Nürnberg beteiligt ist. Mithilfe des gemeinsamen Projektes von SNU und FAWF soll die genetische Vielfalt des Luchsbestandes im Biosphärenreservat Pfälzerwald langfristig gesichert werden. Die Alosa-Stiftung hat eine Patenschaft für den Luchs übernommen. „Die Rückkehr der Luchse in den Pfälzerwald ist ein großer Erfolg. Forst, Jagd, Nutztierhaltung und Naturschutz arbeiten in diesem Projekt vorbildlich zusammen. Es ist von großer Bedeutung, dass nun die Grundsteine gelegt werden, um diesen Erfolg dauerhaft zu erhalten“ , sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider , die zugleich Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt ist. Luchskuder Koda wurde im Mai 2025 im Tiergarten Nürnberg geboren. Im Februar dieses Jahres zog er in ein Koordinationsgehege des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort auf seine Auswilderung vorbereitet zu werden. „ Wir freuen uns sehr darüber, dass nun ein Nürnberger Luchs einen Beitrag zum Erhalt Europas größter Katzenart im Pfälzerwald leistet. Auch diese Auswilderung zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Zoos im Natur- und Artenschutz spielen“ , sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens Nürnberg . Das Projekt zur Nachzucht der Luchse wird von der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) und dem Netzwerk Linking Lynx koordiniert. Koda soll sich mittel-fristig in der Luchspopulation im Pfälzerwald mit Weibchen paaren und sich dadurch genetisch in die bestehende Population einbringen, um deren Diversität zu stärken. Die Luchspopulation im Biosphärenreservat umfasste rund 20 Gründertiere. Nach anfänglich positivem Trend führten Zufallsereignisse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen, zu einem erhöhten Inzuchtrisiko – verwandtschaftliche Paarungen und teils nicht überlebensfähige Jungtiere sind bereits dokumentiert. „Um dem entgegenzuwirken sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein bis zwei genetisch passende Luchse ausgewildert werden“ , so Christine Schneider. „Die genetische Entwicklung wird analysiert und bei Bedarf kann das Projekt über weitere zehn Jahre fortgesetzt werden.“ Die Integration und Reproduktion der Tiere werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Die systematische Sammlung und Analyse von Kot-, Haar- und Gewebeproben sollen Aussagen über die genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse ermöglichen, die die Basis für weitere Auswilderungen geben. Über die Freilassungsorte wird situativ entschieden. Alle fünf Jahre wird das Projekt hinsichtlich seines Maßnahmenerfolgs und weiterer notwendiger Schritte evaluiert.

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